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| Formel 1 » Auftakt in Monaco: Alonso mit der Bestzeit |
Auftakt in Monaco: Alonso mit der Bestzeit
24.05.2012 - 09:35
Fernando Alonso war im ersten Training deutlich schneller als alle anderen Zoom © xpbimages.com
Für den Rest des Wochenendes ist der Wetterbericht instabil, aber während des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco präsentierte sich die Cote d'Azur von ihrer schönsten Seite. Zwar ist es nach rund acht Minuten unmöglich, Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis zu ziehen, aber die erste Bestzeit des Donnerstags sicherte sich Fernando Alonso in 1:16.265 Minuten. Der Ferrari-Pilot verpasste damit seine Donnerstags-Bestzeit aus dem Vorjahr (1:15.123 Minuten), distanzierte aber Romain Grosjean (Lotus) um 0,365 und Sergio Perez (Sauber) um 0,446 Sekunden. Perez war zu Beginn der Session der Erste, der einen kompletten Run absolvierte - möglicherweise auch, um sein Unfalltrauma des Vorjahres gleich zu Beginn des Wochenendes abzuschütteln. Das dürfte ihm gelungen sein. Kovalainens Renault-Motor geplatztEine Zeitenjagd am Ende blieb übrigens aus, weil die Session knapp zehn Minuten vor Schluss unterbrochen werden musste. Heikki Kovalainen (18./Caterham/+2,774) vernebelte erst den kompletten Tunnel, ehe der Motor vor der Hafenschikane komplett kaputt ging und blockierte, sodass der Finne an einer gefährlichen Stelle stehen bleiben musste. "Der Motor ist weg", funkte Kovalainen, ehe sein Caterham von neun Streckenposten weggeschoben wurde. Sergio Perez scheint den Schock des Vorjahres schon gut verdaut zu haben © xpbimages.com "Wir wissen nicht genau, was passiert ist", erklärt ein Caterham-Sprecher. "Als Heikki aus dem Tunnel herauskam, spürte er, wie die Hinterachse blockierte. Deshalb stellte er das Auto ab. Das Fahrzeug wurde nicht beschädigt, doch es gab reichlich Rauch. Für den Nachmittag dürfte ein Motorwechsel anstehen. Wenn der bisherige Motor dann wieder in der Renault-Fabrik ist und dort untersucht wird, dürfte sich die genaue Ursache feststellen lassen." "Das ist eine Stelle, an der man nicht stehen bleiben sollte, aber wo soll man hin, wenn der Motor blockiert?", meint Experte Marc Surer. Zum Glück ging die Situation glimpflich aus und alle nachfolgenden Autos konnten trotz der schlechten Sicht ausweichen. Aufgrund der von Kovalainen gelegten Ölspur im Tunnel wurde die Session nicht mehr neu gestartet - sehr zum Leidwesen von Sebastian Vettel (9./Red Bull/+0,957), der noch etwas ausprobieren wollte. Training: Jede Runde zählt"In Monaco", weiß der ehemalige Formel-1-Pilot Surer, "zählt jede Runde. Es ist eine Fahrerstrecke. Natürlich muss das Auto passen, aber der Einfluss des Fahrers ist hier größer als auf jeder anderen Strecke." Hofft auch der drittplatzierte Perez und meint selbstbewusst: "Wir sind hier ziemlich konkurrenzfähig. Es wird also unser Ziel sein, um das Podium zu kämpfen." Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari macht ihm Mut: "Sauber scheint einen Schritt gemacht zu haben." Ex-Weltmeister Mika Häkkinen hat eher seinen Landsmann Kimi Räikkönen auf der Rechnung: "Der Lotus scheint hier wirklich gut zu gehen." Aber während Grosjean im Drift-Fahrstil von Anfang an ganz vorne mitfuhr, hatte Räikkönen die Lotus-Box schon verlassen, als Kovalainens Renault-Motor noch gar nicht geplatzt war. Wegen eines Problems mit der Servolenkung musste der "Iceman" die erste Session nach der Installationsrunde spritzen. Massa bemüht, aber verkrampftDie Monaco-Spezialisten Lewis Hamilton (McLaren/+0,482) und Pastor Maldonado (Williams/+0,495) landeten auf den Plätzen vier und fünf, noch vor Felipe Massa (Ferrari/+0,578), der heute Morgen sehr couragiert wirkte und 19 Runden absolvierte. In einer davon streifte er unnötigerweise auf der Geraden (!) vor der Tabak-Kurve die Leitplanken, aber das Team nahm ihn via Funk in Schutz: "Schon okay, kann passieren, Felipe." Kimi Räikkönen musste im ersten Freien Training bis auf eine Runde zuschauen © Lotus Das Mercedes-Duo Rosberg/Schumacher landete mit jeweils rund einer Sekunde Rückstand auf den Plätzen zehn und elf, unmittelbar vor Nico Hülkenberg (Force India/+1,366). Apropos Mercedes: Schumacher bereitete seiner Crew ein wenig Arbeit, als er mit einem losen Frontflügel an die Box kam. Was die Ursache für dieses Problem war, ging aus den TV-Bildern jedoch nicht hervor. 13. wurde Mark Webber (Red Bull/+1,841). Jenson Button (+0,925) belegte zunächst Platz acht. McLaren testete aber nicht nur für dieses Wochenende, sondern auch schon 2013er-Komponenten - und die scheinen die Fahrer noch immer in der Sicht zu beschränken, wie Button über Funk lautstark bemängelte. Ansonsten gab es während des ersten Trainings keine Zwischenfälle oder Crashes, was für die Disziplin des Starterfeldes spricht. Übrigens: Freitagstester waren heute nicht im Einsatz.
Quelle: motorsport-total.com
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| Formel 1 » Schumacher: Wenn es warm wird, wird es schwierig |
Schumacher: Wenn es warm wird, wird es schwierig
24.05.2012 - 09:31
Fernando Alonso war im ersten Training deutlich schneller als alle anderen Zoom © xpbimages.com
Für den Rest des Wochenendes ist der Wetterbericht instabil, aber während des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco präsentierte sich die Cote d'Azur von ihrer schönsten Seite. Zwar ist es nach rund acht Minuten unmöglich, Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis zu ziehen, aber die erste Bestzeit des Donnerstags sicherte sich Fernando Alonso in 1:16.265 Minuten. Der Ferrari-Pilot verpasste damit seine Donnerstags-Bestzeit aus dem Vorjahr (1:15.123 Minuten), distanzierte aber Romain Grosjean (Lotus) um 0,365 und Sergio Perez (Sauber) um 0,446 Sekunden. Perez war zu Beginn der Session der Erste, der einen kompletten Run absolvierte - möglicherweise auch, um sein Unfalltrauma des Vorjahres gleich zu Beginn des Wochenendes abzuschütteln. Das dürfte ihm gelungen sein. Kovalainens Renault-Motor geplatztEine Zeitenjagd am Ende blieb übrigens aus, weil die Session knapp zehn Minuten vor Schluss unterbrochen werden musste. Heikki Kovalainen (18./Caterham/+2,774) vernebelte erst den kompletten Tunnel, ehe der Motor vor der Hafenschikane komplett kaputt ging und blockierte, sodass der Finne an einer gefährlichen Stelle stehen bleiben musste. "Der Motor ist weg", funkte Kovalainen, ehe sein Caterham von neun Streckenposten weggeschoben wurde. Sergio Perez scheint den Schock des Vorjahres schon gut verdaut zu haben © xpbimages.com "Wir wissen nicht genau, was passiert ist", erklärt ein Caterham-Sprecher. "Als Heikki aus dem Tunnel herauskam, spürte er, wie die Hinterachse blockierte. Deshalb stellte er das Auto ab. Das Fahrzeug wurde nicht beschädigt, doch es gab reichlich Rauch. Für den Nachmittag dürfte ein Motorwechsel anstehen. Wenn der bisherige Motor dann wieder in der Renault-Fabrik ist und dort untersucht wird, dürfte sich die genaue Ursache feststellen lassen." "Das ist eine Stelle, an der man nicht stehen bleiben sollte, aber wo soll man hin, wenn der Motor blockiert?", meint Experte Marc Surer. Zum Glück ging die Situation glimpflich aus und alle nachfolgenden Autos konnten trotz der schlechten Sicht ausweichen. Aufgrund der von Kovalainen gelegten Ölspur im Tunnel wurde die Session nicht mehr neu gestartet - sehr zum Leidwesen von Sebastian Vettel (9./Red Bull/+0,957), der noch etwas ausprobieren wollte. Training: Jede Runde zählt"In Monaco", weiß der ehemalige Formel-1-Pilot Surer, "zählt jede Runde. Es ist eine Fahrerstrecke. Natürlich muss das Auto passen, aber der Einfluss des Fahrers ist hier größer als auf jeder anderen Strecke." Hofft auch der drittplatzierte Perez und meint selbstbewusst: "Wir sind hier ziemlich konkurrenzfähig. Es wird also unser Ziel sein, um das Podium zu kämpfen." Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari macht ihm Mut: "Sauber scheint einen Schritt gemacht zu haben." Ex-Weltmeister Mika Häkkinen hat eher seinen Landsmann Kimi Räikkönen auf der Rechnung: "Der Lotus scheint hier wirklich gut zu gehen." Aber während Grosjean im Drift-Fahrstil von Anfang an ganz vorne mitfuhr, hatte Räikkönen die Lotus-Box schon verlassen, als Kovalainens Renault-Motor noch gar nicht geplatzt war. Wegen eines Problems mit der Servolenkung musste der "Iceman" die erste Session nach der Installationsrunde spritzen. Massa bemüht, aber verkrampftDie Monaco-Spezialisten Lewis Hamilton (McLaren/+0,482) und Pastor Maldonado (Williams/+0,495) landeten auf den Plätzen vier und fünf, noch vor Felipe Massa (Ferrari/+0,578), der heute Morgen sehr couragiert wirkte und 19 Runden absolvierte. In einer davon streifte er unnötigerweise auf der Geraden (!) vor der Tabak-Kurve die Leitplanken, aber das Team nahm ihn via Funk in Schutz: "Schon okay, kann passieren, Felipe." Kimi Räikkönen musste im ersten Freien Training bis auf eine Runde zuschauen © Lotus Das Mercedes-Duo Rosberg/Schumacher landete mit jeweils rund einer Sekunde Rückstand auf den Plätzen zehn und elf, unmittelbar vor Nico Hülkenberg (Force India/+1,366). Apropos Mercedes: Schumacher bereitete seiner Crew ein wenig Arbeit, als er mit einem losen Frontflügel an die Box kam. Was die Ursache für dieses Problem war, ging aus den TV-Bildern jedoch nicht hervor. 13. wurde Mark Webber (Red Bull/+1,841). Jenson Button (+0,925) belegte zunächst Platz acht. McLaren testete aber nicht nur für dieses Wochenende, sondern auch schon 2013er-Komponenten - und die scheinen die Fahrer noch immer in der Sicht zu beschränken, wie Button über Funk lautstark bemängelte. Ansonsten gab es während des ersten Trainings keine Zwischenfälle oder Crashes, was für die Disziplin des Starterfeldes spricht. Übrigens: Freitagstester waren heute nicht im Einsatz.
Bestes Rennwetter in Monaco: Schmeckt das den Reifen oder tut es das nicht? Zoom © xpbimages.com
(Motorsport-Total.com/Sky) - Als wäre der Stadtkurs von Monte Carlo nicht schwierig genug: Die Pirelli-Reifen der Formel 1 werden die Fahrer und ihre Teams auch beim Glamour-Grand-Prix vor eine große Aufgabe stellen. Davon sind die unmittelbar Beteiligten überzeugt. Die Frage ist allerdings noch, wie groß der Einfluss der Pneus auf die Gesamtleistung sein wird. Michael Schumacher hat da einen gewissen Verdacht. Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister rechnet mit keinem allzu "wilden" Wochenende, was die Reifensituation anbelangt. "Hier sollte es etwas konstanter sein und nicht so dramatisch wie bei anderen Rennen. Es kommt aber ganz auf die Temperaturen an", meint Schumacher. Im ersten Freien Training gab es im Fürstentum noch frühlingshafte 22 Grad Celsius - optimale Bedingungen. "Wenn wir in einem solchen normalen Bereich liegen, sollte es halbwegs okay sein", erklärt "Schumi" und fügt hinzu: "Sollten wir in die 30er gelangen, wird es für alle problematisch." Generell sei das Fahren in Monaco "ein Drahtseilakt, bei dem du im Rennen 78 Runden lang jonglierst. Manchmal fällst du runter, manchmal bleibst du drauf. Dementsprechend verändert sich der Spaß", sagt Schumacher.
Quelle: motorsport-total.com
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| Formel 1 » Button: "Monte Carlo ist eine etwas andere Nummer" |
Button: "Monte Carlo ist eine etwas andere Nummer"
24.05.2012 - 09:00
Fernando Alonso war im ersten Training deutlich schneller als alle anderen Zoom © xpbimages.com
Für den Rest des Wochenendes ist der Wetterbericht instabil, aber während des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco präsentierte sich die Cote d'Azur von ihrer schönsten Seite. Zwar ist es nach rund acht Minuten unmöglich, Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis zu ziehen, aber die erste Bestzeit des Donnerstags sicherte sich Fernando Alonso in 1:16.265 Minuten. Der Ferrari-Pilot verpasste damit seine Donnerstags-Bestzeit aus dem Vorjahr (1:15.123 Minuten), distanzierte aber Romain Grosjean (Lotus) um 0,365 und Sergio Perez (Sauber) um 0,446 Sekunden. Perez war zu Beginn der Session der Erste, der einen kompletten Run absolvierte - möglicherweise auch, um sein Unfalltrauma des Vorjahres gleich zu Beginn des Wochenendes abzuschütteln. Das dürfte ihm gelungen sein. Kovalainens Renault-Motor geplatztEine Zeitenjagd am Ende blieb übrigens aus, weil die Session knapp zehn Minuten vor Schluss unterbrochen werden musste. Heikki Kovalainen (18./Caterham/+2,774) vernebelte erst den kompletten Tunnel, ehe der Motor vor der Hafenschikane komplett kaputt ging und blockierte, sodass der Finne an einer gefährlichen Stelle stehen bleiben musste. "Der Motor ist weg", funkte Kovalainen, ehe sein Caterham von neun Streckenposten weggeschoben wurde. Sergio Perez scheint den Schock des Vorjahres schon gut verdaut zu haben © xpbimages.com "Wir wissen nicht genau, was passiert ist", erklärt ein Caterham-Sprecher. "Als Heikki aus dem Tunnel herauskam, spürte er, wie die Hinterachse blockierte. Deshalb stellte er das Auto ab. Das Fahrzeug wurde nicht beschädigt, doch es gab reichlich Rauch. Für den Nachmittag dürfte ein Motorwechsel anstehen. Wenn der bisherige Motor dann wieder in der Renault-Fabrik ist und dort untersucht wird, dürfte sich die genaue Ursache feststellen lassen." "Das ist eine Stelle, an der man nicht stehen bleiben sollte, aber wo soll man hin, wenn der Motor blockiert?", meint Experte Marc Surer. Zum Glück ging die Situation glimpflich aus und alle nachfolgenden Autos konnten trotz der schlechten Sicht ausweichen. Aufgrund der von Kovalainen gelegten Ölspur im Tunnel wurde die Session nicht mehr neu gestartet - sehr zum Leidwesen von Sebastian Vettel (9./Red Bull/+0,957), der noch etwas ausprobieren wollte. Training: Jede Runde zählt"In Monaco", weiß der ehemalige Formel-1-Pilot Surer, "zählt jede Runde. Es ist eine Fahrerstrecke. Natürlich muss das Auto passen, aber der Einfluss des Fahrers ist hier größer als auf jeder anderen Strecke." Hofft auch der drittplatzierte Perez und meint selbstbewusst: "Wir sind hier ziemlich konkurrenzfähig. Es wird also unser Ziel sein, um das Podium zu kämpfen." Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari macht ihm Mut: "Sauber scheint einen Schritt gemacht zu haben." Ex-Weltmeister Mika Häkkinen hat eher seinen Landsmann Kimi Räikkönen auf der Rechnung: "Der Lotus scheint hier wirklich gut zu gehen." Aber während Grosjean im Drift-Fahrstil von Anfang an ganz vorne mitfuhr, hatte Räikkönen die Lotus-Box schon verlassen, als Kovalainens Renault-Motor noch gar nicht geplatzt war. Wegen eines Problems mit der Servolenkung musste der "Iceman" die erste Session nach der Installationsrunde spritzen. Massa bemüht, aber verkrampftDie Monaco-Spezialisten Lewis Hamilton (McLaren/+0,482) und Pastor Maldonado (Williams/+0,495) landeten auf den Plätzen vier und fünf, noch vor Felipe Massa (Ferrari/+0,578), der heute Morgen sehr couragiert wirkte und 19 Runden absolvierte. In einer davon streifte er unnötigerweise auf der Geraden (!) vor der Tabak-Kurve die Leitplanken, aber das Team nahm ihn via Funk in Schutz: "Schon okay, kann passieren, Felipe." Kimi Räikkönen musste im ersten Freien Training bis auf eine Runde zuschauen © Lotus Das Mercedes-Duo Rosberg/Schumacher landete mit jeweils rund einer Sekunde Rückstand auf den Plätzen zehn und elf, unmittelbar vor Nico Hülkenberg (Force India/+1,366). Apropos Mercedes: Schumacher bereitete seiner Crew ein wenig Arbeit, als er mit einem losen Frontflügel an die Box kam. Was die Ursache für dieses Problem war, ging aus den TV-Bildern jedoch nicht hervor. 13. wurde Mark Webber (Red Bull/+1,841). Jenson Button (+0,925) belegte zunächst Platz acht. McLaren testete aber nicht nur für dieses Wochenende, sondern auch schon 2013er-Komponenten - und die scheinen die Fahrer noch immer in der Sicht zu beschränken, wie Button über Funk lautstark bemängelte. Ansonsten gab es während des ersten Trainings keine Zwischenfälle oder Crashes, was für die Disziplin des Starterfeldes spricht. Übrigens: Freitagstester waren heute nicht im Einsatz.
Bestes Rennwetter in Monaco: Schmeckt das den Reifen oder tut es das nicht? Zoom © xpbimages.com
(Motorsport-Total.com/Sky) - Als wäre der Stadtkurs von Monte Carlo nicht schwierig genug: Die Pirelli-Reifen der Formel 1 werden die Fahrer und ihre Teams auch beim Glamour-Grand-Prix vor eine große Aufgabe stellen. Davon sind die unmittelbar Beteiligten überzeugt. Die Frage ist allerdings noch, wie groß der Einfluss der Pneus auf die Gesamtleistung sein wird. Michael Schumacher hat da einen gewissen Verdacht. Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister rechnet mit keinem allzu "wilden" Wochenende, was die Reifensituation anbelangt. "Hier sollte es etwas konstanter sein und nicht so dramatisch wie bei anderen Rennen. Es kommt aber ganz auf die Temperaturen an", meint Schumacher. Im ersten Freien Training gab es im Fürstentum noch frühlingshafte 22 Grad Celsius - optimale Bedingungen. "Wenn wir in einem solchen normalen Bereich liegen, sollte es halbwegs okay sein", erklärt "Schumi" und fügt hinzu: "Sollten wir in die 30er gelangen, wird es für alle problematisch." Generell sei das Fahren in Monaco "ein Drahtseilakt, bei dem du im Rennen 78 Runden lang jonglierst. Manchmal fällst du runter, manchmal bleibst du drauf. Dementsprechend verändert sich der Spaß", sagt Schumacher.
Jenson Button ist sich der Fehler aus den vergangenen Rennen wohl bewusst Zoom © xpbimages.com
Drei aus fünf: Jenson Button punktete in diesem Jahr nicht in jedem Rennen, was den britischen McLaren-Piloten bereits einiges an Boden kostete. Trotzdem zeigt sich der Weltmeister von 2009 vor dem Großen Preis von Monaco sehr zuversichtlich, schließlich liebt er diesen Grand Prix und hat ihn auch schon einmal gewonnen. In seiner Medienrunde spricht Button über den speziellen Reiz eines Rennens im Fürstentum und über seine Aussichten in der WM-Gesamtwertung der Formel 1. Frage: "Jenson, du hast auf dem einzigen Stadtkurs gewonnen, den die Formel 1 in diesem Jahr schon besucht hat. Monte Carlo ist aber eine etwas andere Nummer. Was denkst du vor dem Beginn dieses Wochenendes?" Jenson Button: "Es ist schön, wieder hier zu sein. Ich denke, wir alle lieben es, durch die Straßen von Monaco zu fahren. Es ist einer dieser Kurse, die keinen Fehler verzeihen." "In Melbourne kannst du dir vielleicht noch einen Schnitzer erlauben, doch hier bedeutet dergleichen schlichtweg 'Game Over'. Monte Carlo macht sehr viel Spaß, selbst im Simulator. Der Spaßfaktor ist beim Fahren einfach noch viel größer als auf anderen Strecken. Ich freue mich schon sehr darauf, am Freitag endlich loszulegen." Die Vorfreude ist großFrage: "Kannst du aus der Arbeit im Simulator schließen, dass das Auto in Monte Carlo konkurrenzfähig sein wird?" Button: "Nun, das Fahrzeug fühlte sich im Simulator sehr gut an. Schauen wir einmal, wie sich die Situation hier auf der Strecke darstellt. Du musst in jedem Fall große Vorsicht walten lassen, denn der Kurs verbessert sich im Verlauf des Wochenendes." "Es ist zudem der einzige Ort, an dem wir schon donnerstags fahren. Danach haben wir einen Tag frei und die Straßenautos fahren über die Strecke. Am Samstag steigt dann die Qualifikation. Da musst du aufmerksam sein und darfst dich nicht zu unbedarft verhalten. Das Überholen ist hier nicht so einfach." Frage: "Nach dem vergangenen Jahr hast du hier sicherlich noch eine offene Rechnung ..." Button: "Ja, wir haben uns erst wieder mit dem Rennverlauf von 2011 vertraut gemacht. Man könnte sagen, dass der Abbruch zum Schluss dafür gesorgt hat, dass unsere Chancen auf den Sieg ein bisschen vermindert wurden." "Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben." "Egal, das liegt nun in der Vergangenheit. Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben. Ob das drin ist, wird sich zeigen. Es ist so gesehen nicht anders als an jedem anderen Wochenende sonst. Die Situation gestaltet sich von Rennen zu Rennen derart unterschiedlich. Pastor (Maldonado; Anm. d. Red.) hatte sich in Bahrain noch auf Rang 17 qualifiziert, glaube ich." "In Barcelona qualifizierte er sich dagegen auf Platz zwei. Ich denke nicht, dass sich so viel verändert hat. Es ist schwierig. Aus Fahrersicht ist Monte Carlo eine etwas andere Nummer. Die Erfahrung spielt hier eine ziemlich wichtige Rolle. Entscheidend ist auch, das Auto auf einem solchen Kurs wirklich zu verstehen. Hoffentlich gelingt uns das bis Samstag."
Frage: "Nach dem Spanien-Rennen konntest du nur mit dem Kopf schütteln, weil es offenbar nicht so lief, wie du dir das gedacht hattest. Habt ihr eure Probleme in den Griff gekriegt?" Button: "Bisher habe ich das Auto noch nicht gefahren, also nein, ich weiß es nicht. Ja, wir haben gemeinsam mit den Ingenieuren einen Blick in die Daten geworfen. Es gibt ein paar Dinge, von denen wir glauben, ein paar Fehler gemacht zu haben. Trotzdem müssen wir abwarten und schauen, wie sich das Auto hier anfühlt." McLaren auf FehlersucheFrage: "Die jüngsten Rennen waren nicht gerade berauschend. Es gab ein paar Fehler seitens des Teams. War das ein Thema in der Fabrik?" Button: "Na klar. Jeder macht Fehler. Wir haben ein paar gemacht, doch damit wirst du nicht Weltmeister. Wichtig ist, daraus zu lernen und weiterzumachen. Es geht darum, sicherzustellen, dass sich dergleichen nicht wiederholt." "Wir haben das Team dahingehend auch ein bisschen umstrukturiert. Wir als Team müssen schauen, was wir speziell bei den Boxenstopps tun können. Wir haben hier einige Verbesserungen am Start, die uns ziemlich helfen sollten. Es kommt auf Konstanz und Tempo an. Hier ist es eh etwas Besonderes: In Monaco brauchst du eine gute Qualifikation, einen guten Start und gute Boxenstopps." Frage: "Verläuft die Saison bisher so, wie du es erwartet hast? In fünf Rennen gab es fünf Sieger - und auch du hast 2012 schon gewonnen ..." Button: "Nein, dergleichen hatte ich nicht erwartet. Wir gingen zuversichtlich in die Saison, denn wir hatten einen guten Winter gehabt. Die Saison begann stark für uns. Eben wie wir es uns erhofft hatten. Seither war es sehr durchwachsen für uns." "Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar." Jenson Button "Wir waren schnell in Malaysia und schnell in China, aber in Bahrain und Spanien waren wir zumindest im Renntrimm nicht konkurrenzfähig. Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar. Wir hatten geglaubt, dass uns die Hitze vor Probleme stellt, doch die beiden jüngsten Rennen waren heißer als die vorangegangenen. Wir versuchen noch immer, herauszufinden, was Sache ist."
Frage: "Die Meisterschaft ist jedenfalls noch vollkommen offen ..." Button: "So ist es. Ich habe aber schon in zwei Rennen keine Punkte geholt. Das ist sehr seltsam. Es ist so schwierig, schlau daraus zu werden. Du musst einfach bereit sein. Manchmal scheint das Auto zu funktionieren, manchmal nicht. Wichtig ist, keine Fehler zu machen. Dann bist du vorn mit dabei." Wie halten die Reifen in Monte Carlo?Frage: "Bist du im Hinblick auf die Reifen ein Zocker oder wartest du darauf, bis die letzte Karte aufgedeckt wird?" Button: "Ich war eigentlich immer gut darin, doch in diesem Jahr haben wir anscheinend ein paar Probleme damit, die Reifen zu verstehen. Ich denke, da sitzen wir alle im selben Boot." "Hoffentlich sehen wir vor dem Qualifying klarer, denn Monte Carlo kann die Reifen schon sehr intensiv rannehmen. Auf einmal sind die Pneus dann hinüber. Das sahen wir 2009 bei Sebastian Vettel, aber nicht nur damals. Wir hoffen einfach, ein besseres Reifenverständnis zu haben, als dies an den vergangenen Wochenenden der Fall war." "Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet." Jenson Button Frage: "Sebastian Vettel fuhr im vergangenen Jahr 50 Runden auf der weichen Mischung. Denkst du, das wäre auch mit den aktuellen Reifen möglich?" Button: "Waren es bei ihm wirklich 50 Runden oder kam ihm da die rote Flagge dazwischen? Es waren 50 Runden? Okay, cool. Es sah jedenfalls ganz nach einem sehr aufregenden Zieleinlauf aus. Ich weiß nicht, was passiert wäre. Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet. Wir werden es nie erfahren. So kam es nicht, weil das Rennen ja unterbrochen wurde." Frage: "Das Wetter könnte am Sonntag für eine nasse Strecke sorgen, vielleicht auch schon am Samstag. Gut für euch?" Button: "Ich werfe alle zwei Stunden einen Blick auf die Wettervorhersage. Sie verändert sich ständig. Am Dienstag hieß es noch, es würde Samstag und Sonntag regnen, jetzt soll es nur am Samstag regnen oder gar nicht, und erst am Montag." "Schauen wir einmal, was passiert. Im Qualifying hat man es natürlich gern trocken, weil es ein solcher Kick ist, wenn man das Auto ans Limit bringt. Das lieben wir. Im Nassen ist es ganz anders, doch wir würden trotzdem das Beste daraus machen." Frage: "Ich habe hier zehn Euro für dich, aber die musst du auf den Fahrer setzen, von dem du glaubst, dass er hier gewinnt ..." Button: "Ich! Einhundert Prozent." Frage: "Dann nimm das Geld ..." Button: "Nein. Ich nehme kein Bargeld (lacht; Anm. d. Red.)." Ein Traditionskurs, der Freude machtFrage: "Zurück zu Monaco: Dieser Kurs ist etwas Besonderes, nicht wahr?" Button: "Ja. Wir alle lieben es, hier durch die Straßen zu fahren. Es ist eine ungewöhnliche Strecke, denn die Leitplanken stehen so nah. Fehler werden nicht verziehen. Es ist ein Traditionskurs. Das ist gut." "Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Jenson Button "Wir lieben solche Orte - Suzuka, Spa-Francorchamps. Die Strecke an sich hat sich nicht viel verändert, doch es gibt nun bessere Auslaufzonen. Das macht viel Spaß. Wenn du hier im Qualifying alles aus dem Auto herausholen kannst, dann ist das einfach nur toll. Das lieben wir. Dann realisierst du, dass du einen Formel-1-Rennwagen mit 750 PS zähmst. Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Frage: "Du hast hier schon gewonnen. Wie aufregend ist dieser Kurs und wo sind die Schlüsselstellen?" Button: "Es ist der gesamte Kurs. Es ist völlig verrückt, hier mit einem Formel-1-Auto herumzufahren. Uns macht das aber sehr viel Spaß. Es gibt hier zwar nicht sehr viele schnelle Kurven, doch die sind sehr aufregend. Die Schwimmbad-Passage ist toll, aber auch der Hügel beim Kasino. Du musst dich herantasten, denn sonst schlägt dieser Ort zurück, wenn du nur einen kleinen Fehler machst. Deshalb ist es so spannend." Frage: "Am Ausgang des Tunnels wurden ein paar Bodenwellen entfernt. Ist das gut oder schlecht für das Überholen an dieser Stelle?" Button: "Nun, wir hatten schon 2011 kein DRS an dieser Stelle und auch in diesem Jahr ist das der Fall. Das ist gut so. Es wurden aber auch die Reifenstapel verschoben, in die Perez eingeschlagen war. Auch das ist gut. In den Auslaufzonen wurde zudem etwas Sand in die Farbe gemischt. Das sollte dabei helfen, die Autos rascher abzubremsen. Ebenfalls eine gute Sache."
Quelle: motorsport-total.com
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| Formel 1 » Gold und Weiß: Alonso mit speziellem Monaco-Helm |
Gold und Weiß: Alonso mit speziellem Monaco-Helm
24.05.2012 - 07:34
Fernando Alonso war im ersten Training deutlich schneller als alle anderen Zoom © xpbimages.com
Für den Rest des Wochenendes ist der Wetterbericht instabil, aber während des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco präsentierte sich die Cote d'Azur von ihrer schönsten Seite. Zwar ist es nach rund acht Minuten unmöglich, Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis zu ziehen, aber die erste Bestzeit des Donnerstags sicherte sich Fernando Alonso in 1:16.265 Minuten. Der Ferrari-Pilot verpasste damit seine Donnerstags-Bestzeit aus dem Vorjahr (1:15.123 Minuten), distanzierte aber Romain Grosjean (Lotus) um 0,365 und Sergio Perez (Sauber) um 0,446 Sekunden. Perez war zu Beginn der Session der Erste, der einen kompletten Run absolvierte - möglicherweise auch, um sein Unfalltrauma des Vorjahres gleich zu Beginn des Wochenendes abzuschütteln. Das dürfte ihm gelungen sein. Kovalainens Renault-Motor geplatztEine Zeitenjagd am Ende blieb übrigens aus, weil die Session knapp zehn Minuten vor Schluss unterbrochen werden musste. Heikki Kovalainen (18./Caterham/+2,774) vernebelte erst den kompletten Tunnel, ehe der Motor vor der Hafenschikane komplett kaputt ging und blockierte, sodass der Finne an einer gefährlichen Stelle stehen bleiben musste. "Der Motor ist weg", funkte Kovalainen, ehe sein Caterham von neun Streckenposten weggeschoben wurde. Sergio Perez scheint den Schock des Vorjahres schon gut verdaut zu haben © xpbimages.com "Wir wissen nicht genau, was passiert ist", erklärt ein Caterham-Sprecher. "Als Heikki aus dem Tunnel herauskam, spürte er, wie die Hinterachse blockierte. Deshalb stellte er das Auto ab. Das Fahrzeug wurde nicht beschädigt, doch es gab reichlich Rauch. Für den Nachmittag dürfte ein Motorwechsel anstehen. Wenn der bisherige Motor dann wieder in der Renault-Fabrik ist und dort untersucht wird, dürfte sich die genaue Ursache feststellen lassen." "Das ist eine Stelle, an der man nicht stehen bleiben sollte, aber wo soll man hin, wenn der Motor blockiert?", meint Experte Marc Surer. Zum Glück ging die Situation glimpflich aus und alle nachfolgenden Autos konnten trotz der schlechten Sicht ausweichen. Aufgrund der von Kovalainen gelegten Ölspur im Tunnel wurde die Session nicht mehr neu gestartet - sehr zum Leidwesen von Sebastian Vettel (9./Red Bull/+0,957), der noch etwas ausprobieren wollte. Training: Jede Runde zählt"In Monaco", weiß der ehemalige Formel-1-Pilot Surer, "zählt jede Runde. Es ist eine Fahrerstrecke. Natürlich muss das Auto passen, aber der Einfluss des Fahrers ist hier größer als auf jeder anderen Strecke." Hofft auch der drittplatzierte Perez und meint selbstbewusst: "Wir sind hier ziemlich konkurrenzfähig. Es wird also unser Ziel sein, um das Podium zu kämpfen." Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari macht ihm Mut: "Sauber scheint einen Schritt gemacht zu haben." Ex-Weltmeister Mika Häkkinen hat eher seinen Landsmann Kimi Räikkönen auf der Rechnung: "Der Lotus scheint hier wirklich gut zu gehen." Aber während Grosjean im Drift-Fahrstil von Anfang an ganz vorne mitfuhr, hatte Räikkönen die Lotus-Box schon verlassen, als Kovalainens Renault-Motor noch gar nicht geplatzt war. Wegen eines Problems mit der Servolenkung musste der "Iceman" die erste Session nach der Installationsrunde spritzen. Massa bemüht, aber verkrampftDie Monaco-Spezialisten Lewis Hamilton (McLaren/+0,482) und Pastor Maldonado (Williams/+0,495) landeten auf den Plätzen vier und fünf, noch vor Felipe Massa (Ferrari/+0,578), der heute Morgen sehr couragiert wirkte und 19 Runden absolvierte. In einer davon streifte er unnötigerweise auf der Geraden (!) vor der Tabak-Kurve die Leitplanken, aber das Team nahm ihn via Funk in Schutz: "Schon okay, kann passieren, Felipe." Kimi Räikkönen musste im ersten Freien Training bis auf eine Runde zuschauen © Lotus Das Mercedes-Duo Rosberg/Schumacher landete mit jeweils rund einer Sekunde Rückstand auf den Plätzen zehn und elf, unmittelbar vor Nico Hülkenberg (Force India/+1,366). Apropos Mercedes: Schumacher bereitete seiner Crew ein wenig Arbeit, als er mit einem losen Frontflügel an die Box kam. Was die Ursache für dieses Problem war, ging aus den TV-Bildern jedoch nicht hervor. 13. wurde Mark Webber (Red Bull/+1,841). Jenson Button (+0,925) belegte zunächst Platz acht. McLaren testete aber nicht nur für dieses Wochenende, sondern auch schon 2013er-Komponenten - und die scheinen die Fahrer noch immer in der Sicht zu beschränken, wie Button über Funk lautstark bemängelte. Ansonsten gab es während des ersten Trainings keine Zwischenfälle oder Crashes, was für die Disziplin des Starterfeldes spricht. Übrigens: Freitagstester waren heute nicht im Einsatz.
Bestes Rennwetter in Monaco: Schmeckt das den Reifen oder tut es das nicht? Zoom © xpbimages.com
(Motorsport-Total.com/Sky) - Als wäre der Stadtkurs von Monte Carlo nicht schwierig genug: Die Pirelli-Reifen der Formel 1 werden die Fahrer und ihre Teams auch beim Glamour-Grand-Prix vor eine große Aufgabe stellen. Davon sind die unmittelbar Beteiligten überzeugt. Die Frage ist allerdings noch, wie groß der Einfluss der Pneus auf die Gesamtleistung sein wird. Michael Schumacher hat da einen gewissen Verdacht. Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister rechnet mit keinem allzu "wilden" Wochenende, was die Reifensituation anbelangt. "Hier sollte es etwas konstanter sein und nicht so dramatisch wie bei anderen Rennen. Es kommt aber ganz auf die Temperaturen an", meint Schumacher. Im ersten Freien Training gab es im Fürstentum noch frühlingshafte 22 Grad Celsius - optimale Bedingungen. "Wenn wir in einem solchen normalen Bereich liegen, sollte es halbwegs okay sein", erklärt "Schumi" und fügt hinzu: "Sollten wir in die 30er gelangen, wird es für alle problematisch." Generell sei das Fahren in Monaco "ein Drahtseilakt, bei dem du im Rennen 78 Runden lang jonglierst. Manchmal fällst du runter, manchmal bleibst du drauf. Dementsprechend verändert sich der Spaß", sagt Schumacher.
Jenson Button ist sich der Fehler aus den vergangenen Rennen wohl bewusst Zoom © xpbimages.com
Drei aus fünf: Jenson Button punktete in diesem Jahr nicht in jedem Rennen, was den britischen McLaren-Piloten bereits einiges an Boden kostete. Trotzdem zeigt sich der Weltmeister von 2009 vor dem Großen Preis von Monaco sehr zuversichtlich, schließlich liebt er diesen Grand Prix und hat ihn auch schon einmal gewonnen. In seiner Medienrunde spricht Button über den speziellen Reiz eines Rennens im Fürstentum und über seine Aussichten in der WM-Gesamtwertung der Formel 1. Frage: "Jenson, du hast auf dem einzigen Stadtkurs gewonnen, den die Formel 1 in diesem Jahr schon besucht hat. Monte Carlo ist aber eine etwas andere Nummer. Was denkst du vor dem Beginn dieses Wochenendes?" Jenson Button: "Es ist schön, wieder hier zu sein. Ich denke, wir alle lieben es, durch die Straßen von Monaco zu fahren. Es ist einer dieser Kurse, die keinen Fehler verzeihen." "In Melbourne kannst du dir vielleicht noch einen Schnitzer erlauben, doch hier bedeutet dergleichen schlichtweg 'Game Over'. Monte Carlo macht sehr viel Spaß, selbst im Simulator. Der Spaßfaktor ist beim Fahren einfach noch viel größer als auf anderen Strecken. Ich freue mich schon sehr darauf, am Freitag endlich loszulegen." Die Vorfreude ist großFrage: "Kannst du aus der Arbeit im Simulator schließen, dass das Auto in Monte Carlo konkurrenzfähig sein wird?" Button: "Nun, das Fahrzeug fühlte sich im Simulator sehr gut an. Schauen wir einmal, wie sich die Situation hier auf der Strecke darstellt. Du musst in jedem Fall große Vorsicht walten lassen, denn der Kurs verbessert sich im Verlauf des Wochenendes." "Es ist zudem der einzige Ort, an dem wir schon donnerstags fahren. Danach haben wir einen Tag frei und die Straßenautos fahren über die Strecke. Am Samstag steigt dann die Qualifikation. Da musst du aufmerksam sein und darfst dich nicht zu unbedarft verhalten. Das Überholen ist hier nicht so einfach." Frage: "Nach dem vergangenen Jahr hast du hier sicherlich noch eine offene Rechnung ..." Button: "Ja, wir haben uns erst wieder mit dem Rennverlauf von 2011 vertraut gemacht. Man könnte sagen, dass der Abbruch zum Schluss dafür gesorgt hat, dass unsere Chancen auf den Sieg ein bisschen vermindert wurden." "Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben." "Egal, das liegt nun in der Vergangenheit. Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben. Ob das drin ist, wird sich zeigen. Es ist so gesehen nicht anders als an jedem anderen Wochenende sonst. Die Situation gestaltet sich von Rennen zu Rennen derart unterschiedlich. Pastor (Maldonado; Anm. d. Red.) hatte sich in Bahrain noch auf Rang 17 qualifiziert, glaube ich." "In Barcelona qualifizierte er sich dagegen auf Platz zwei. Ich denke nicht, dass sich so viel verändert hat. Es ist schwierig. Aus Fahrersicht ist Monte Carlo eine etwas andere Nummer. Die Erfahrung spielt hier eine ziemlich wichtige Rolle. Entscheidend ist auch, das Auto auf einem solchen Kurs wirklich zu verstehen. Hoffentlich gelingt uns das bis Samstag."
Frage: "Nach dem Spanien-Rennen konntest du nur mit dem Kopf schütteln, weil es offenbar nicht so lief, wie du dir das gedacht hattest. Habt ihr eure Probleme in den Griff gekriegt?" Button: "Bisher habe ich das Auto noch nicht gefahren, also nein, ich weiß es nicht. Ja, wir haben gemeinsam mit den Ingenieuren einen Blick in die Daten geworfen. Es gibt ein paar Dinge, von denen wir glauben, ein paar Fehler gemacht zu haben. Trotzdem müssen wir abwarten und schauen, wie sich das Auto hier anfühlt." McLaren auf FehlersucheFrage: "Die jüngsten Rennen waren nicht gerade berauschend. Es gab ein paar Fehler seitens des Teams. War das ein Thema in der Fabrik?" Button: "Na klar. Jeder macht Fehler. Wir haben ein paar gemacht, doch damit wirst du nicht Weltmeister. Wichtig ist, daraus zu lernen und weiterzumachen. Es geht darum, sicherzustellen, dass sich dergleichen nicht wiederholt." "Wir haben das Team dahingehend auch ein bisschen umstrukturiert. Wir als Team müssen schauen, was wir speziell bei den Boxenstopps tun können. Wir haben hier einige Verbesserungen am Start, die uns ziemlich helfen sollten. Es kommt auf Konstanz und Tempo an. Hier ist es eh etwas Besonderes: In Monaco brauchst du eine gute Qualifikation, einen guten Start und gute Boxenstopps." Frage: "Verläuft die Saison bisher so, wie du es erwartet hast? In fünf Rennen gab es fünf Sieger - und auch du hast 2012 schon gewonnen ..." Button: "Nein, dergleichen hatte ich nicht erwartet. Wir gingen zuversichtlich in die Saison, denn wir hatten einen guten Winter gehabt. Die Saison begann stark für uns. Eben wie wir es uns erhofft hatten. Seither war es sehr durchwachsen für uns." "Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar." Jenson Button "Wir waren schnell in Malaysia und schnell in China, aber in Bahrain und Spanien waren wir zumindest im Renntrimm nicht konkurrenzfähig. Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar. Wir hatten geglaubt, dass uns die Hitze vor Probleme stellt, doch die beiden jüngsten Rennen waren heißer als die vorangegangenen. Wir versuchen noch immer, herauszufinden, was Sache ist."
Frage: "Die Meisterschaft ist jedenfalls noch vollkommen offen ..." Button: "So ist es. Ich habe aber schon in zwei Rennen keine Punkte geholt. Das ist sehr seltsam. Es ist so schwierig, schlau daraus zu werden. Du musst einfach bereit sein. Manchmal scheint das Auto zu funktionieren, manchmal nicht. Wichtig ist, keine Fehler zu machen. Dann bist du vorn mit dabei." Wie halten die Reifen in Monte Carlo?Frage: "Bist du im Hinblick auf die Reifen ein Zocker oder wartest du darauf, bis die letzte Karte aufgedeckt wird?" Button: "Ich war eigentlich immer gut darin, doch in diesem Jahr haben wir anscheinend ein paar Probleme damit, die Reifen zu verstehen. Ich denke, da sitzen wir alle im selben Boot." "Hoffentlich sehen wir vor dem Qualifying klarer, denn Monte Carlo kann die Reifen schon sehr intensiv rannehmen. Auf einmal sind die Pneus dann hinüber. Das sahen wir 2009 bei Sebastian Vettel, aber nicht nur damals. Wir hoffen einfach, ein besseres Reifenverständnis zu haben, als dies an den vergangenen Wochenenden der Fall war." "Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet." Jenson Button Frage: "Sebastian Vettel fuhr im vergangenen Jahr 50 Runden auf der weichen Mischung. Denkst du, das wäre auch mit den aktuellen Reifen möglich?" Button: "Waren es bei ihm wirklich 50 Runden oder kam ihm da die rote Flagge dazwischen? Es waren 50 Runden? Okay, cool. Es sah jedenfalls ganz nach einem sehr aufregenden Zieleinlauf aus. Ich weiß nicht, was passiert wäre. Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet. Wir werden es nie erfahren. So kam es nicht, weil das Rennen ja unterbrochen wurde." Frage: "Das Wetter könnte am Sonntag für eine nasse Strecke sorgen, vielleicht auch schon am Samstag. Gut für euch?" Button: "Ich werfe alle zwei Stunden einen Blick auf die Wettervorhersage. Sie verändert sich ständig. Am Dienstag hieß es noch, es würde Samstag und Sonntag regnen, jetzt soll es nur am Samstag regnen oder gar nicht, und erst am Montag." "Schauen wir einmal, was passiert. Im Qualifying hat man es natürlich gern trocken, weil es ein solcher Kick ist, wenn man das Auto ans Limit bringt. Das lieben wir. Im Nassen ist es ganz anders, doch wir würden trotzdem das Beste daraus machen." Frage: "Ich habe hier zehn Euro für dich, aber die musst du auf den Fahrer setzen, von dem du glaubst, dass er hier gewinnt ..." Button: "Ich! Einhundert Prozent." Frage: "Dann nimm das Geld ..." Button: "Nein. Ich nehme kein Bargeld (lacht; Anm. d. Red.)." Ein Traditionskurs, der Freude machtFrage: "Zurück zu Monaco: Dieser Kurs ist etwas Besonderes, nicht wahr?" Button: "Ja. Wir alle lieben es, hier durch die Straßen zu fahren. Es ist eine ungewöhnliche Strecke, denn die Leitplanken stehen so nah. Fehler werden nicht verziehen. Es ist ein Traditionskurs. Das ist gut." "Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Jenson Button "Wir lieben solche Orte - Suzuka, Spa-Francorchamps. Die Strecke an sich hat sich nicht viel verändert, doch es gibt nun bessere Auslaufzonen. Das macht viel Spaß. Wenn du hier im Qualifying alles aus dem Auto herausholen kannst, dann ist das einfach nur toll. Das lieben wir. Dann realisierst du, dass du einen Formel-1-Rennwagen mit 750 PS zähmst. Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Frage: "Du hast hier schon gewonnen. Wie aufregend ist dieser Kurs und wo sind die Schlüsselstellen?" Button: "Es ist der gesamte Kurs. Es ist völlig verrückt, hier mit einem Formel-1-Auto herumzufahren. Uns macht das aber sehr viel Spaß. Es gibt hier zwar nicht sehr viele schnelle Kurven, doch die sind sehr aufregend. Die Schwimmbad-Passage ist toll, aber auch der Hügel beim Kasino. Du musst dich herantasten, denn sonst schlägt dieser Ort zurück, wenn du nur einen kleinen Fehler machst. Deshalb ist es so spannend." Frage: "Am Ausgang des Tunnels wurden ein paar Bodenwellen entfernt. Ist das gut oder schlecht für das Überholen an dieser Stelle?" Button: "Nun, wir hatten schon 2011 kein DRS an dieser Stelle und auch in diesem Jahr ist das der Fall. Das ist gut so. Es wurden aber auch die Reifenstapel verschoben, in die Perez eingeschlagen war. Auch das ist gut. In den Auslaufzonen wurde zudem etwas Sand in die Farbe gemischt. Das sollte dabei helfen, die Autos rascher abzubremsen. Ebenfalls eine gute Sache."
Fernando Alonso tritt in Monaco mit einem in Gold und Weiß gehaltenen Helm an Zoom © Ferrari
Eine Stadtrundfahrt im Zuhause der Reichen und Schönen: Beim Großen Preis von Monaco geht es alljährlich um das Motto "sehen und gesehen werden". Wohl auch deshalb warten die Fahrer und Teams der Formel 1 meist bei diesem Rennen mit besonderen Lackierungen oder neuen Farben auf. Bei Fernando Alonso ist das 2012 nicht anders: Der Spanier bringt einen speziellen Helm an den Start. Der eigens für die Hatz im Leitplanken-Kanal von Monte Carlo entworfene Kopfputz besticht durch die Farben Gold und Weiß und stellt eine Hommage an das Traditionsrennen dar. Ebenfalls eingearbeitet sind Elemente aus dem Glücksspiel wie Jetons, Roulette und Würfel. Außerdem ist auf der Oberseite des Helms ein Ferrari 158 zu sehen, wie ihn John Surtees 1964 fuhr - und damit Weltmeister wurde. Zu sehen ist darüber hinaus das Viktoria-Kreuz von Asturien, der spanischen Heimat von Alonso. Und neben dem Monaco-Motto "Bet on Red" ("Setze auf Rot"; Anm. d. Red.) finden sich auf dem Helm noch diverse Zahlen, die allesamt mit der Formel-1-Karriere des zweimaligen Weltmeisters und der Formel 1 im Fürstentum in Verbindung stehen. Auch seine zwei Monaco-Siege sind dort verewigt. Die "78" steht beispielsweise für die Anzahl der Rennrunden beim Großen Preis von Monaco, die "70" für das runde Jubiläum des Traditionsrennens. 75 Mal stand Alonso bereits auf einem Formel-1-Podest, 20 Mal startete er von der Pole-Position. Die "19" entspricht der Anzahl der Kurven auf einer Runde in Monte Carlo, die "5" Alonsos Startnummer. Was die "14" bedeuten soll, wurde nicht verraten.
Quelle: motorsport-total.com
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Ein zusätzlicher Reifensatz für ein besseres Qualifying?
24.05.2012 - 06:56
Fernando Alonso war im ersten Training deutlich schneller als alle anderen Zoom © xpbimages.com
Für den Rest des Wochenendes ist der Wetterbericht instabil, aber während des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco präsentierte sich die Cote d'Azur von ihrer schönsten Seite. Zwar ist es nach rund acht Minuten unmöglich, Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis zu ziehen, aber die erste Bestzeit des Donnerstags sicherte sich Fernando Alonso in 1:16.265 Minuten. Der Ferrari-Pilot verpasste damit seine Donnerstags-Bestzeit aus dem Vorjahr (1:15.123 Minuten), distanzierte aber Romain Grosjean (Lotus) um 0,365 und Sergio Perez (Sauber) um 0,446 Sekunden. Perez war zu Beginn der Session der Erste, der einen kompletten Run absolvierte - möglicherweise auch, um sein Unfalltrauma des Vorjahres gleich zu Beginn des Wochenendes abzuschütteln. Das dürfte ihm gelungen sein. Kovalainens Renault-Motor geplatztEine Zeitenjagd am Ende blieb übrigens aus, weil die Session knapp zehn Minuten vor Schluss unterbrochen werden musste. Heikki Kovalainen (18./Caterham/+2,774) vernebelte erst den kompletten Tunnel, ehe der Motor vor der Hafenschikane komplett kaputt ging und blockierte, sodass der Finne an einer gefährlichen Stelle stehen bleiben musste. "Der Motor ist weg", funkte Kovalainen, ehe sein Caterham von neun Streckenposten weggeschoben wurde. Sergio Perez scheint den Schock des Vorjahres schon gut verdaut zu haben © xpbimages.com "Wir wissen nicht genau, was passiert ist", erklärt ein Caterham-Sprecher. "Als Heikki aus dem Tunnel herauskam, spürte er, wie die Hinterachse blockierte. Deshalb stellte er das Auto ab. Das Fahrzeug wurde nicht beschädigt, doch es gab reichlich Rauch. Für den Nachmittag dürfte ein Motorwechsel anstehen. Wenn der bisherige Motor dann wieder in der Renault-Fabrik ist und dort untersucht wird, dürfte sich die genaue Ursache feststellen lassen." "Das ist eine Stelle, an der man nicht stehen bleiben sollte, aber wo soll man hin, wenn der Motor blockiert?", meint Experte Marc Surer. Zum Glück ging die Situation glimpflich aus und alle nachfolgenden Autos konnten trotz der schlechten Sicht ausweichen. Aufgrund der von Kovalainen gelegten Ölspur im Tunnel wurde die Session nicht mehr neu gestartet - sehr zum Leidwesen von Sebastian Vettel (9./Red Bull/+0,957), der noch etwas ausprobieren wollte. Training: Jede Runde zählt"In Monaco", weiß der ehemalige Formel-1-Pilot Surer, "zählt jede Runde. Es ist eine Fahrerstrecke. Natürlich muss das Auto passen, aber der Einfluss des Fahrers ist hier größer als auf jeder anderen Strecke." Hofft auch der drittplatzierte Perez und meint selbstbewusst: "Wir sind hier ziemlich konkurrenzfähig. Es wird also unser Ziel sein, um das Podium zu kämpfen." Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari macht ihm Mut: "Sauber scheint einen Schritt gemacht zu haben." Ex-Weltmeister Mika Häkkinen hat eher seinen Landsmann Kimi Räikkönen auf der Rechnung: "Der Lotus scheint hier wirklich gut zu gehen." Aber während Grosjean im Drift-Fahrstil von Anfang an ganz vorne mitfuhr, hatte Räikkönen die Lotus-Box schon verlassen, als Kovalainens Renault-Motor noch gar nicht geplatzt war. Wegen eines Problems mit der Servolenkung musste der "Iceman" die erste Session nach der Installationsrunde spritzen. Massa bemüht, aber verkrampftDie Monaco-Spezialisten Lewis Hamilton (McLaren/+0,482) und Pastor Maldonado (Williams/+0,495) landeten auf den Plätzen vier und fünf, noch vor Felipe Massa (Ferrari/+0,578), der heute Morgen sehr couragiert wirkte und 19 Runden absolvierte. In einer davon streifte er unnötigerweise auf der Geraden (!) vor der Tabak-Kurve die Leitplanken, aber das Team nahm ihn via Funk in Schutz: "Schon okay, kann passieren, Felipe." Kimi Räikkönen musste im ersten Freien Training bis auf eine Runde zuschauen © Lotus Das Mercedes-Duo Rosberg/Schumacher landete mit jeweils rund einer Sekunde Rückstand auf den Plätzen zehn und elf, unmittelbar vor Nico Hülkenberg (Force India/+1,366). Apropos Mercedes: Schumacher bereitete seiner Crew ein wenig Arbeit, als er mit einem losen Frontflügel an die Box kam. Was die Ursache für dieses Problem war, ging aus den TV-Bildern jedoch nicht hervor. 13. wurde Mark Webber (Red Bull/+1,841). Jenson Button (+0,925) belegte zunächst Platz acht. McLaren testete aber nicht nur für dieses Wochenende, sondern auch schon 2013er-Komponenten - und die scheinen die Fahrer noch immer in der Sicht zu beschränken, wie Button über Funk lautstark bemängelte. Ansonsten gab es während des ersten Trainings keine Zwischenfälle oder Crashes, was für die Disziplin des Starterfeldes spricht. Übrigens: Freitagstester waren heute nicht im Einsatz.
Bestes Rennwetter in Monaco: Schmeckt das den Reifen oder tut es das nicht? Zoom © xpbimages.com
(Motorsport-Total.com/Sky) - Als wäre der Stadtkurs von Monte Carlo nicht schwierig genug: Die Pirelli-Reifen der Formel 1 werden die Fahrer und ihre Teams auch beim Glamour-Grand-Prix vor eine große Aufgabe stellen. Davon sind die unmittelbar Beteiligten überzeugt. Die Frage ist allerdings noch, wie groß der Einfluss der Pneus auf die Gesamtleistung sein wird. Michael Schumacher hat da einen gewissen Verdacht. Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister rechnet mit keinem allzu "wilden" Wochenende, was die Reifensituation anbelangt. "Hier sollte es etwas konstanter sein und nicht so dramatisch wie bei anderen Rennen. Es kommt aber ganz auf die Temperaturen an", meint Schumacher. Im ersten Freien Training gab es im Fürstentum noch frühlingshafte 22 Grad Celsius - optimale Bedingungen. "Wenn wir in einem solchen normalen Bereich liegen, sollte es halbwegs okay sein", erklärt "Schumi" und fügt hinzu: "Sollten wir in die 30er gelangen, wird es für alle problematisch." Generell sei das Fahren in Monaco "ein Drahtseilakt, bei dem du im Rennen 78 Runden lang jonglierst. Manchmal fällst du runter, manchmal bleibst du drauf. Dementsprechend verändert sich der Spaß", sagt Schumacher.
Jenson Button ist sich der Fehler aus den vergangenen Rennen wohl bewusst Zoom © xpbimages.com
Drei aus fünf: Jenson Button punktete in diesem Jahr nicht in jedem Rennen, was den britischen McLaren-Piloten bereits einiges an Boden kostete. Trotzdem zeigt sich der Weltmeister von 2009 vor dem Großen Preis von Monaco sehr zuversichtlich, schließlich liebt er diesen Grand Prix und hat ihn auch schon einmal gewonnen. In seiner Medienrunde spricht Button über den speziellen Reiz eines Rennens im Fürstentum und über seine Aussichten in der WM-Gesamtwertung der Formel 1. Frage: "Jenson, du hast auf dem einzigen Stadtkurs gewonnen, den die Formel 1 in diesem Jahr schon besucht hat. Monte Carlo ist aber eine etwas andere Nummer. Was denkst du vor dem Beginn dieses Wochenendes?" Jenson Button: "Es ist schön, wieder hier zu sein. Ich denke, wir alle lieben es, durch die Straßen von Monaco zu fahren. Es ist einer dieser Kurse, die keinen Fehler verzeihen." "In Melbourne kannst du dir vielleicht noch einen Schnitzer erlauben, doch hier bedeutet dergleichen schlichtweg 'Game Over'. Monte Carlo macht sehr viel Spaß, selbst im Simulator. Der Spaßfaktor ist beim Fahren einfach noch viel größer als auf anderen Strecken. Ich freue mich schon sehr darauf, am Freitag endlich loszulegen." Die Vorfreude ist großFrage: "Kannst du aus der Arbeit im Simulator schließen, dass das Auto in Monte Carlo konkurrenzfähig sein wird?" Button: "Nun, das Fahrzeug fühlte sich im Simulator sehr gut an. Schauen wir einmal, wie sich die Situation hier auf der Strecke darstellt. Du musst in jedem Fall große Vorsicht walten lassen, denn der Kurs verbessert sich im Verlauf des Wochenendes." "Es ist zudem der einzige Ort, an dem wir schon donnerstags fahren. Danach haben wir einen Tag frei und die Straßenautos fahren über die Strecke. Am Samstag steigt dann die Qualifikation. Da musst du aufmerksam sein und darfst dich nicht zu unbedarft verhalten. Das Überholen ist hier nicht so einfach." Frage: "Nach dem vergangenen Jahr hast du hier sicherlich noch eine offene Rechnung ..." Button: "Ja, wir haben uns erst wieder mit dem Rennverlauf von 2011 vertraut gemacht. Man könnte sagen, dass der Abbruch zum Schluss dafür gesorgt hat, dass unsere Chancen auf den Sieg ein bisschen vermindert wurden." "Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben." "Egal, das liegt nun in der Vergangenheit. Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben. Ob das drin ist, wird sich zeigen. Es ist so gesehen nicht anders als an jedem anderen Wochenende sonst. Die Situation gestaltet sich von Rennen zu Rennen derart unterschiedlich. Pastor (Maldonado; Anm. d. Red.) hatte sich in Bahrain noch auf Rang 17 qualifiziert, glaube ich." "In Barcelona qualifizierte er sich dagegen auf Platz zwei. Ich denke nicht, dass sich so viel verändert hat. Es ist schwierig. Aus Fahrersicht ist Monte Carlo eine etwas andere Nummer. Die Erfahrung spielt hier eine ziemlich wichtige Rolle. Entscheidend ist auch, das Auto auf einem solchen Kurs wirklich zu verstehen. Hoffentlich gelingt uns das bis Samstag."
Frage: "Nach dem Spanien-Rennen konntest du nur mit dem Kopf schütteln, weil es offenbar nicht so lief, wie du dir das gedacht hattest. Habt ihr eure Probleme in den Griff gekriegt?" Button: "Bisher habe ich das Auto noch nicht gefahren, also nein, ich weiß es nicht. Ja, wir haben gemeinsam mit den Ingenieuren einen Blick in die Daten geworfen. Es gibt ein paar Dinge, von denen wir glauben, ein paar Fehler gemacht zu haben. Trotzdem müssen wir abwarten und schauen, wie sich das Auto hier anfühlt." McLaren auf FehlersucheFrage: "Die jüngsten Rennen waren nicht gerade berauschend. Es gab ein paar Fehler seitens des Teams. War das ein Thema in der Fabrik?" Button: "Na klar. Jeder macht Fehler. Wir haben ein paar gemacht, doch damit wirst du nicht Weltmeister. Wichtig ist, daraus zu lernen und weiterzumachen. Es geht darum, sicherzustellen, dass sich dergleichen nicht wiederholt." "Wir haben das Team dahingehend auch ein bisschen umstrukturiert. Wir als Team müssen schauen, was wir speziell bei den Boxenstopps tun können. Wir haben hier einige Verbesserungen am Start, die uns ziemlich helfen sollten. Es kommt auf Konstanz und Tempo an. Hier ist es eh etwas Besonderes: In Monaco brauchst du eine gute Qualifikation, einen guten Start und gute Boxenstopps." Frage: "Verläuft die Saison bisher so, wie du es erwartet hast? In fünf Rennen gab es fünf Sieger - und auch du hast 2012 schon gewonnen ..." Button: "Nein, dergleichen hatte ich nicht erwartet. Wir gingen zuversichtlich in die Saison, denn wir hatten einen guten Winter gehabt. Die Saison begann stark für uns. Eben wie wir es uns erhofft hatten. Seither war es sehr durchwachsen für uns." "Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar." Jenson Button "Wir waren schnell in Malaysia und schnell in China, aber in Bahrain und Spanien waren wir zumindest im Renntrimm nicht konkurrenzfähig. Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar. Wir hatten geglaubt, dass uns die Hitze vor Probleme stellt, doch die beiden jüngsten Rennen waren heißer als die vorangegangenen. Wir versuchen noch immer, herauszufinden, was Sache ist."
Frage: "Die Meisterschaft ist jedenfalls noch vollkommen offen ..." Button: "So ist es. Ich habe aber schon in zwei Rennen keine Punkte geholt. Das ist sehr seltsam. Es ist so schwierig, schlau daraus zu werden. Du musst einfach bereit sein. Manchmal scheint das Auto zu funktionieren, manchmal nicht. Wichtig ist, keine Fehler zu machen. Dann bist du vorn mit dabei." Wie halten die Reifen in Monte Carlo?Frage: "Bist du im Hinblick auf die Reifen ein Zocker oder wartest du darauf, bis die letzte Karte aufgedeckt wird?" Button: "Ich war eigentlich immer gut darin, doch in diesem Jahr haben wir anscheinend ein paar Probleme damit, die Reifen zu verstehen. Ich denke, da sitzen wir alle im selben Boot." "Hoffentlich sehen wir vor dem Qualifying klarer, denn Monte Carlo kann die Reifen schon sehr intensiv rannehmen. Auf einmal sind die Pneus dann hinüber. Das sahen wir 2009 bei Sebastian Vettel, aber nicht nur damals. Wir hoffen einfach, ein besseres Reifenverständnis zu haben, als dies an den vergangenen Wochenenden der Fall war." "Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet." Jenson Button Frage: "Sebastian Vettel fuhr im vergangenen Jahr 50 Runden auf der weichen Mischung. Denkst du, das wäre auch mit den aktuellen Reifen möglich?" Button: "Waren es bei ihm wirklich 50 Runden oder kam ihm da die rote Flagge dazwischen? Es waren 50 Runden? Okay, cool. Es sah jedenfalls ganz nach einem sehr aufregenden Zieleinlauf aus. Ich weiß nicht, was passiert wäre. Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet. Wir werden es nie erfahren. So kam es nicht, weil das Rennen ja unterbrochen wurde." Frage: "Das Wetter könnte am Sonntag für eine nasse Strecke sorgen, vielleicht auch schon am Samstag. Gut für euch?" Button: "Ich werfe alle zwei Stunden einen Blick auf die Wettervorhersage. Sie verändert sich ständig. Am Dienstag hieß es noch, es würde Samstag und Sonntag regnen, jetzt soll es nur am Samstag regnen oder gar nicht, und erst am Montag." "Schauen wir einmal, was passiert. Im Qualifying hat man es natürlich gern trocken, weil es ein solcher Kick ist, wenn man das Auto ans Limit bringt. Das lieben wir. Im Nassen ist es ganz anders, doch wir würden trotzdem das Beste daraus machen." Frage: "Ich habe hier zehn Euro für dich, aber die musst du auf den Fahrer setzen, von dem du glaubst, dass er hier gewinnt ..." Button: "Ich! Einhundert Prozent." Frage: "Dann nimm das Geld ..." Button: "Nein. Ich nehme kein Bargeld (lacht; Anm. d. Red.)." Ein Traditionskurs, der Freude machtFrage: "Zurück zu Monaco: Dieser Kurs ist etwas Besonderes, nicht wahr?" Button: "Ja. Wir alle lieben es, hier durch die Straßen zu fahren. Es ist eine ungewöhnliche Strecke, denn die Leitplanken stehen so nah. Fehler werden nicht verziehen. Es ist ein Traditionskurs. Das ist gut." "Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Jenson Button "Wir lieben solche Orte - Suzuka, Spa-Francorchamps. Die Strecke an sich hat sich nicht viel verändert, doch es gibt nun bessere Auslaufzonen. Das macht viel Spaß. Wenn du hier im Qualifying alles aus dem Auto herausholen kannst, dann ist das einfach nur toll. Das lieben wir. Dann realisierst du, dass du einen Formel-1-Rennwagen mit 750 PS zähmst. Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Frage: "Du hast hier schon gewonnen. Wie aufregend ist dieser Kurs und wo sind die Schlüsselstellen?" Button: "Es ist der gesamte Kurs. Es ist völlig verrückt, hier mit einem Formel-1-Auto herumzufahren. Uns macht das aber sehr viel Spaß. Es gibt hier zwar nicht sehr viele schnelle Kurven, doch die sind sehr aufregend. Die Schwimmbad-Passage ist toll, aber auch der Hügel beim Kasino. Du musst dich herantasten, denn sonst schlägt dieser Ort zurück, wenn du nur einen kleinen Fehler machst. Deshalb ist es so spannend." Frage: "Am Ausgang des Tunnels wurden ein paar Bodenwellen entfernt. Ist das gut oder schlecht für das Überholen an dieser Stelle?" Button: "Nun, wir hatten schon 2011 kein DRS an dieser Stelle und auch in diesem Jahr ist das der Fall. Das ist gut so. Es wurden aber auch die Reifenstapel verschoben, in die Perez eingeschlagen war. Auch das ist gut. In den Auslaufzonen wurde zudem etwas Sand in die Farbe gemischt. Das sollte dabei helfen, die Autos rascher abzubremsen. Ebenfalls eine gute Sache."
Fernando Alonso tritt in Monaco mit einem in Gold und Weiß gehaltenen Helm an Zoom © Ferrari
Eine Stadtrundfahrt im Zuhause der Reichen und Schönen: Beim Großen Preis von Monaco geht es alljährlich um das Motto "sehen und gesehen werden". Wohl auch deshalb warten die Fahrer und Teams der Formel 1 meist bei diesem Rennen mit besonderen Lackierungen oder neuen Farben auf. Bei Fernando Alonso ist das 2012 nicht anders: Der Spanier bringt einen speziellen Helm an den Start. Der eigens für die Hatz im Leitplanken-Kanal von Monte Carlo entworfene Kopfputz besticht durch die Farben Gold und Weiß und stellt eine Hommage an das Traditionsrennen dar. Ebenfalls eingearbeitet sind Elemente aus dem Glücksspiel wie Jetons, Roulette und Würfel. Außerdem ist auf der Oberseite des Helms ein Ferrari 158 zu sehen, wie ihn John Surtees 1964 fuhr - und damit Weltmeister wurde. Zu sehen ist darüber hinaus das Viktoria-Kreuz von Asturien, der spanischen Heimat von Alonso. Und neben dem Monaco-Motto "Bet on Red" ("Setze auf Rot"; Anm. d. Red.) finden sich auf dem Helm noch diverse Zahlen, die allesamt mit der Formel-1-Karriere des zweimaligen Weltmeisters und der Formel 1 im Fürstentum in Verbindung stehen. Auch seine zwei Monaco-Siege sind dort verewigt. Die "78" steht beispielsweise für die Anzahl der Rennrunden beim Großen Preis von Monaco, die "70" für das runde Jubiläum des Traditionsrennens. 75 Mal stand Alonso bereits auf einem Formel-1-Podest, 20 Mal startete er von der Pole-Position. Die "19" entspricht der Anzahl der Kurven auf einer Runde in Monte Carlo, die "5" Alonsos Startnummer. Was die "14" bedeuten soll, wurde nicht verraten.
"Hallo, Jungs, wir müssen da was ändern." Bernie Ecclestone stört sich am Q3-Ablauf Zoom © xpbimages.com
Das Top-10-Finale im Qualifying ist nicht mehr das, was es einmal war. Denn statt mit einem letzten frischen Reifensatz auf die Jagd nach der Pole-Position oder einem vorderen Startplatz zu gehen, verzichten einige Piloten lieber auf eine schnelle Runde. Sie sparen sich ihre neuen Reifen auf, um dann im Rennen bessere Karten zu haben. Darunter leidet jedoch das Spektakel in der Qualifikation. Dies stört auch Formel-1-Chef Bernie Ecclestone. Dem 81-jährigen Briten ist die Umsetzung der aktuellen Regeln ein Dorn im Auge: "Was im Augenblick falsch läuft, ist, dass einige Fahrer denken, nicht auf die Pole-Position fahren zu können." Der Grund für diese Zurückhaltung sei das Kontingent an frischen Pirelli-Pneus. Doch mit einer neuen Verordnung könnte Abhilfe geschaffen werden. Ecclestone hat einen Vorschlag parat: "Ich sage ja schon lange, dass es einen weiteren Reifensatz geben sollte, der nach der Qualifikation abgegeben werden muss. Dann gibt es nichts, was man sich aufsparen könnte. Dann sind die Teams zum Wechseln gezwungen", meint Ecclestone und merkt an: "Was wir brauchen, ist ein weiterer Reifensatz, damit im Zeittraining mehr Runden abgespult werden." Mit den unvorhersehbaren Rennen ist der Formel-1-Chef indes vollkommen zufrieden und stellt seinen Reifenlieferanten - unabhängig von der Situation in der Qualifikation - ein sehr gutes Zeugnis aus: "Pirelli hat klasse Arbeit geleistet. Es ist weitaus schwieriger für sie, einen Reifen zu bauen, der nur 30 Prozent des Rennens durchsteht, als einen Reifen zu entwerfen, der die komplette Distanz meistert." "Es war ein Teil meines Vertrags mit ihnen, dass die Reifen nur für einen Teil des Rennens haltbar sein sollten. Ich war beeindruckt davon, dass es ihnen gelang", sagt Ecclestone. "Es hätte auch leicht anders kommen können, sodass nur zehn Runden drin gewesen wären oder das gesamte Rennen. Es war eine technische Meisterleistung", findet der Brite. "Ich hätte nicht gedacht, dass sie es schaffen."
Quelle: motorsport-total.com
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| Formel 1 » Ecclestone: "Die Franzosen hatten genug Gelegenheiten" |
Ecclestone: "Die Franzosen hatten genug Gelegenheiten"
24.05.2012 - 06:26
Fernando Alonso war im ersten Training deutlich schneller als alle anderen Zoom © xpbimages.com
Für den Rest des Wochenendes ist der Wetterbericht instabil, aber während des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco präsentierte sich die Cote d'Azur von ihrer schönsten Seite. Zwar ist es nach rund acht Minuten unmöglich, Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis zu ziehen, aber die erste Bestzeit des Donnerstags sicherte sich Fernando Alonso in 1:16.265 Minuten. Der Ferrari-Pilot verpasste damit seine Donnerstags-Bestzeit aus dem Vorjahr (1:15.123 Minuten), distanzierte aber Romain Grosjean (Lotus) um 0,365 und Sergio Perez (Sauber) um 0,446 Sekunden. Perez war zu Beginn der Session der Erste, der einen kompletten Run absolvierte - möglicherweise auch, um sein Unfalltrauma des Vorjahres gleich zu Beginn des Wochenendes abzuschütteln. Das dürfte ihm gelungen sein. Kovalainens Renault-Motor geplatztEine Zeitenjagd am Ende blieb übrigens aus, weil die Session knapp zehn Minuten vor Schluss unterbrochen werden musste. Heikki Kovalainen (18./Caterham/+2,774) vernebelte erst den kompletten Tunnel, ehe der Motor vor der Hafenschikane komplett kaputt ging und blockierte, sodass der Finne an einer gefährlichen Stelle stehen bleiben musste. "Der Motor ist weg", funkte Kovalainen, ehe sein Caterham von neun Streckenposten weggeschoben wurde. Sergio Perez scheint den Schock des Vorjahres schon gut verdaut zu haben © xpbimages.com "Wir wissen nicht genau, was passiert ist", erklärt ein Caterham-Sprecher. "Als Heikki aus dem Tunnel herauskam, spürte er, wie die Hinterachse blockierte. Deshalb stellte er das Auto ab. Das Fahrzeug wurde nicht beschädigt, doch es gab reichlich Rauch. Für den Nachmittag dürfte ein Motorwechsel anstehen. Wenn der bisherige Motor dann wieder in der Renault-Fabrik ist und dort untersucht wird, dürfte sich die genaue Ursache feststellen lassen." "Das ist eine Stelle, an der man nicht stehen bleiben sollte, aber wo soll man hin, wenn der Motor blockiert?", meint Experte Marc Surer. Zum Glück ging die Situation glimpflich aus und alle nachfolgenden Autos konnten trotz der schlechten Sicht ausweichen. Aufgrund der von Kovalainen gelegten Ölspur im Tunnel wurde die Session nicht mehr neu gestartet - sehr zum Leidwesen von Sebastian Vettel (9./Red Bull/+0,957), der noch etwas ausprobieren wollte. Training: Jede Runde zählt"In Monaco", weiß der ehemalige Formel-1-Pilot Surer, "zählt jede Runde. Es ist eine Fahrerstrecke. Natürlich muss das Auto passen, aber der Einfluss des Fahrers ist hier größer als auf jeder anderen Strecke." Hofft auch der drittplatzierte Perez und meint selbstbewusst: "Wir sind hier ziemlich konkurrenzfähig. Es wird also unser Ziel sein, um das Podium zu kämpfen." Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari macht ihm Mut: "Sauber scheint einen Schritt gemacht zu haben." Ex-Weltmeister Mika Häkkinen hat eher seinen Landsmann Kimi Räikkönen auf der Rechnung: "Der Lotus scheint hier wirklich gut zu gehen." Aber während Grosjean im Drift-Fahrstil von Anfang an ganz vorne mitfuhr, hatte Räikkönen die Lotus-Box schon verlassen, als Kovalainens Renault-Motor noch gar nicht geplatzt war. Wegen eines Problems mit der Servolenkung musste der "Iceman" die erste Session nach der Installationsrunde spritzen. Massa bemüht, aber verkrampftDie Monaco-Spezialisten Lewis Hamilton (McLaren/+0,482) und Pastor Maldonado (Williams/+0,495) landeten auf den Plätzen vier und fünf, noch vor Felipe Massa (Ferrari/+0,578), der heute Morgen sehr couragiert wirkte und 19 Runden absolvierte. In einer davon streifte er unnötigerweise auf der Geraden (!) vor der Tabak-Kurve die Leitplanken, aber das Team nahm ihn via Funk in Schutz: "Schon okay, kann passieren, Felipe." Kimi Räikkönen musste im ersten Freien Training bis auf eine Runde zuschauen © Lotus Das Mercedes-Duo Rosberg/Schumacher landete mit jeweils rund einer Sekunde Rückstand auf den Plätzen zehn und elf, unmittelbar vor Nico Hülkenberg (Force India/+1,366). Apropos Mercedes: Schumacher bereitete seiner Crew ein wenig Arbeit, als er mit einem losen Frontflügel an die Box kam. Was die Ursache für dieses Problem war, ging aus den TV-Bildern jedoch nicht hervor. 13. wurde Mark Webber (Red Bull/+1,841). Jenson Button (+0,925) belegte zunächst Platz acht. McLaren testete aber nicht nur für dieses Wochenende, sondern auch schon 2013er-Komponenten - und die scheinen die Fahrer noch immer in der Sicht zu beschränken, wie Button über Funk lautstark bemängelte. Ansonsten gab es während des ersten Trainings keine Zwischenfälle oder Crashes, was für die Disziplin des Starterfeldes spricht. Übrigens: Freitagstester waren heute nicht im Einsatz.
Bestes Rennwetter in Monaco: Schmeckt das den Reifen oder tut es das nicht? Zoom © xpbimages.com
(Motorsport-Total.com/Sky) - Als wäre der Stadtkurs von Monte Carlo nicht schwierig genug: Die Pirelli-Reifen der Formel 1 werden die Fahrer und ihre Teams auch beim Glamour-Grand-Prix vor eine große Aufgabe stellen. Davon sind die unmittelbar Beteiligten überzeugt. Die Frage ist allerdings noch, wie groß der Einfluss der Pneus auf die Gesamtleistung sein wird. Michael Schumacher hat da einen gewissen Verdacht. Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister rechnet mit keinem allzu "wilden" Wochenende, was die Reifensituation anbelangt. "Hier sollte es etwas konstanter sein und nicht so dramatisch wie bei anderen Rennen. Es kommt aber ganz auf die Temperaturen an", meint Schumacher. Im ersten Freien Training gab es im Fürstentum noch frühlingshafte 22 Grad Celsius - optimale Bedingungen. "Wenn wir in einem solchen normalen Bereich liegen, sollte es halbwegs okay sein", erklärt "Schumi" und fügt hinzu: "Sollten wir in die 30er gelangen, wird es für alle problematisch." Generell sei das Fahren in Monaco "ein Drahtseilakt, bei dem du im Rennen 78 Runden lang jonglierst. Manchmal fällst du runter, manchmal bleibst du drauf. Dementsprechend verändert sich der Spaß", sagt Schumacher.
Jenson Button ist sich der Fehler aus den vergangenen Rennen wohl bewusst Zoom © xpbimages.com
Drei aus fünf: Jenson Button punktete in diesem Jahr nicht in jedem Rennen, was den britischen McLaren-Piloten bereits einiges an Boden kostete. Trotzdem zeigt sich der Weltmeister von 2009 vor dem Großen Preis von Monaco sehr zuversichtlich, schließlich liebt er diesen Grand Prix und hat ihn auch schon einmal gewonnen. In seiner Medienrunde spricht Button über den speziellen Reiz eines Rennens im Fürstentum und über seine Aussichten in der WM-Gesamtwertung der Formel 1. Frage: "Jenson, du hast auf dem einzigen Stadtkurs gewonnen, den die Formel 1 in diesem Jahr schon besucht hat. Monte Carlo ist aber eine etwas andere Nummer. Was denkst du vor dem Beginn dieses Wochenendes?" Jenson Button: "Es ist schön, wieder hier zu sein. Ich denke, wir alle lieben es, durch die Straßen von Monaco zu fahren. Es ist einer dieser Kurse, die keinen Fehler verzeihen." "In Melbourne kannst du dir vielleicht noch einen Schnitzer erlauben, doch hier bedeutet dergleichen schlichtweg 'Game Over'. Monte Carlo macht sehr viel Spaß, selbst im Simulator. Der Spaßfaktor ist beim Fahren einfach noch viel größer als auf anderen Strecken. Ich freue mich schon sehr darauf, am Freitag endlich loszulegen." Die Vorfreude ist großFrage: "Kannst du aus der Arbeit im Simulator schließen, dass das Auto in Monte Carlo konkurrenzfähig sein wird?" Button: "Nun, das Fahrzeug fühlte sich im Simulator sehr gut an. Schauen wir einmal, wie sich die Situation hier auf der Strecke darstellt. Du musst in jedem Fall große Vorsicht walten lassen, denn der Kurs verbessert sich im Verlauf des Wochenendes." "Es ist zudem der einzige Ort, an dem wir schon donnerstags fahren. Danach haben wir einen Tag frei und die Straßenautos fahren über die Strecke. Am Samstag steigt dann die Qualifikation. Da musst du aufmerksam sein und darfst dich nicht zu unbedarft verhalten. Das Überholen ist hier nicht so einfach." Frage: "Nach dem vergangenen Jahr hast du hier sicherlich noch eine offene Rechnung ..." Button: "Ja, wir haben uns erst wieder mit dem Rennverlauf von 2011 vertraut gemacht. Man könnte sagen, dass der Abbruch zum Schluss dafür gesorgt hat, dass unsere Chancen auf den Sieg ein bisschen vermindert wurden." "Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben." "Egal, das liegt nun in der Vergangenheit. Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben. Ob das drin ist, wird sich zeigen. Es ist so gesehen nicht anders als an jedem anderen Wochenende sonst. Die Situation gestaltet sich von Rennen zu Rennen derart unterschiedlich. Pastor (Maldonado; Anm. d. Red.) hatte sich in Bahrain noch auf Rang 17 qualifiziert, glaube ich." "In Barcelona qualifizierte er sich dagegen auf Platz zwei. Ich denke nicht, dass sich so viel verändert hat. Es ist schwierig. Aus Fahrersicht ist Monte Carlo eine etwas andere Nummer. Die Erfahrung spielt hier eine ziemlich wichtige Rolle. Entscheidend ist auch, das Auto auf einem solchen Kurs wirklich zu verstehen. Hoffentlich gelingt uns das bis Samstag."
Frage: "Nach dem Spanien-Rennen konntest du nur mit dem Kopf schütteln, weil es offenbar nicht so lief, wie du dir das gedacht hattest. Habt ihr eure Probleme in den Griff gekriegt?" Button: "Bisher habe ich das Auto noch nicht gefahren, also nein, ich weiß es nicht. Ja, wir haben gemeinsam mit den Ingenieuren einen Blick in die Daten geworfen. Es gibt ein paar Dinge, von denen wir glauben, ein paar Fehler gemacht zu haben. Trotzdem müssen wir abwarten und schauen, wie sich das Auto hier anfühlt." McLaren auf FehlersucheFrage: "Die jüngsten Rennen waren nicht gerade berauschend. Es gab ein paar Fehler seitens des Teams. War das ein Thema in der Fabrik?" Button: "Na klar. Jeder macht Fehler. Wir haben ein paar gemacht, doch damit wirst du nicht Weltmeister. Wichtig ist, daraus zu lernen und weiterzumachen. Es geht darum, sicherzustellen, dass sich dergleichen nicht wiederholt." "Wir haben das Team dahingehend auch ein bisschen umstrukturiert. Wir als Team müssen schauen, was wir speziell bei den Boxenstopps tun können. Wir haben hier einige Verbesserungen am Start, die uns ziemlich helfen sollten. Es kommt auf Konstanz und Tempo an. Hier ist es eh etwas Besonderes: In Monaco brauchst du eine gute Qualifikation, einen guten Start und gute Boxenstopps." Frage: "Verläuft die Saison bisher so, wie du es erwartet hast? In fünf Rennen gab es fünf Sieger - und auch du hast 2012 schon gewonnen ..." Button: "Nein, dergleichen hatte ich nicht erwartet. Wir gingen zuversichtlich in die Saison, denn wir hatten einen guten Winter gehabt. Die Saison begann stark für uns. Eben wie wir es uns erhofft hatten. Seither war es sehr durchwachsen für uns." "Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar." Jenson Button "Wir waren schnell in Malaysia und schnell in China, aber in Bahrain und Spanien waren wir zumindest im Renntrimm nicht konkurrenzfähig. Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar. Wir hatten geglaubt, dass uns die Hitze vor Probleme stellt, doch die beiden jüngsten Rennen waren heißer als die vorangegangenen. Wir versuchen noch immer, herauszufinden, was Sache ist."
Frage: "Die Meisterschaft ist jedenfalls noch vollkommen offen ..." Button: "So ist es. Ich habe aber schon in zwei Rennen keine Punkte geholt. Das ist sehr seltsam. Es ist so schwierig, schlau daraus zu werden. Du musst einfach bereit sein. Manchmal scheint das Auto zu funktionieren, manchmal nicht. Wichtig ist, keine Fehler zu machen. Dann bist du vorn mit dabei." Wie halten die Reifen in Monte Carlo?Frage: "Bist du im Hinblick auf die Reifen ein Zocker oder wartest du darauf, bis die letzte Karte aufgedeckt wird?" Button: "Ich war eigentlich immer gut darin, doch in diesem Jahr haben wir anscheinend ein paar Probleme damit, die Reifen zu verstehen. Ich denke, da sitzen wir alle im selben Boot." "Hoffentlich sehen wir vor dem Qualifying klarer, denn Monte Carlo kann die Reifen schon sehr intensiv rannehmen. Auf einmal sind die Pneus dann hinüber. Das sahen wir 2009 bei Sebastian Vettel, aber nicht nur damals. Wir hoffen einfach, ein besseres Reifenverständnis zu haben, als dies an den vergangenen Wochenenden der Fall war." "Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet." Jenson Button Frage: "Sebastian Vettel fuhr im vergangenen Jahr 50 Runden auf der weichen Mischung. Denkst du, das wäre auch mit den aktuellen Reifen möglich?" Button: "Waren es bei ihm wirklich 50 Runden oder kam ihm da die rote Flagge dazwischen? Es waren 50 Runden? Okay, cool. Es sah jedenfalls ganz nach einem sehr aufregenden Zieleinlauf aus. Ich weiß nicht, was passiert wäre. Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet. Wir werden es nie erfahren. So kam es nicht, weil das Rennen ja unterbrochen wurde." Frage: "Das Wetter könnte am Sonntag für eine nasse Strecke sorgen, vielleicht auch schon am Samstag. Gut für euch?" Button: "Ich werfe alle zwei Stunden einen Blick auf die Wettervorhersage. Sie verändert sich ständig. Am Dienstag hieß es noch, es würde Samstag und Sonntag regnen, jetzt soll es nur am Samstag regnen oder gar nicht, und erst am Montag." "Schauen wir einmal, was passiert. Im Qualifying hat man es natürlich gern trocken, weil es ein solcher Kick ist, wenn man das Auto ans Limit bringt. Das lieben wir. Im Nassen ist es ganz anders, doch wir würden trotzdem das Beste daraus machen." Frage: "Ich habe hier zehn Euro für dich, aber die musst du auf den Fahrer setzen, von dem du glaubst, dass er hier gewinnt ..." Button: "Ich! Einhundert Prozent." Frage: "Dann nimm das Geld ..." Button: "Nein. Ich nehme kein Bargeld (lacht; Anm. d. Red.)." Ein Traditionskurs, der Freude machtFrage: "Zurück zu Monaco: Dieser Kurs ist etwas Besonderes, nicht wahr?" Button: "Ja. Wir alle lieben es, hier durch die Straßen zu fahren. Es ist eine ungewöhnliche Strecke, denn die Leitplanken stehen so nah. Fehler werden nicht verziehen. Es ist ein Traditionskurs. Das ist gut." "Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Jenson Button "Wir lieben solche Orte - Suzuka, Spa-Francorchamps. Die Strecke an sich hat sich nicht viel verändert, doch es gibt nun bessere Auslaufzonen. Das macht viel Spaß. Wenn du hier im Qualifying alles aus dem Auto herausholen kannst, dann ist das einfach nur toll. Das lieben wir. Dann realisierst du, dass du einen Formel-1-Rennwagen mit 750 PS zähmst. Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Frage: "Du hast hier schon gewonnen. Wie aufregend ist dieser Kurs und wo sind die Schlüsselstellen?" Button: "Es ist der gesamte Kurs. Es ist völlig verrückt, hier mit einem Formel-1-Auto herumzufahren. Uns macht das aber sehr viel Spaß. Es gibt hier zwar nicht sehr viele schnelle Kurven, doch die sind sehr aufregend. Die Schwimmbad-Passage ist toll, aber auch der Hügel beim Kasino. Du musst dich herantasten, denn sonst schlägt dieser Ort zurück, wenn du nur einen kleinen Fehler machst. Deshalb ist es so spannend." Frage: "Am Ausgang des Tunnels wurden ein paar Bodenwellen entfernt. Ist das gut oder schlecht für das Überholen an dieser Stelle?" Button: "Nun, wir hatten schon 2011 kein DRS an dieser Stelle und auch in diesem Jahr ist das der Fall. Das ist gut so. Es wurden aber auch die Reifenstapel verschoben, in die Perez eingeschlagen war. Auch das ist gut. In den Auslaufzonen wurde zudem etwas Sand in die Farbe gemischt. Das sollte dabei helfen, die Autos rascher abzubremsen. Ebenfalls eine gute Sache."
Fernando Alonso tritt in Monaco mit einem in Gold und Weiß gehaltenen Helm an Zoom © Ferrari
Eine Stadtrundfahrt im Zuhause der Reichen und Schönen: Beim Großen Preis von Monaco geht es alljährlich um das Motto "sehen und gesehen werden". Wohl auch deshalb warten die Fahrer und Teams der Formel 1 meist bei diesem Rennen mit besonderen Lackierungen oder neuen Farben auf. Bei Fernando Alonso ist das 2012 nicht anders: Der Spanier bringt einen speziellen Helm an den Start. Der eigens für die Hatz im Leitplanken-Kanal von Monte Carlo entworfene Kopfputz besticht durch die Farben Gold und Weiß und stellt eine Hommage an das Traditionsrennen dar. Ebenfalls eingearbeitet sind Elemente aus dem Glücksspiel wie Jetons, Roulette und Würfel. Außerdem ist auf der Oberseite des Helms ein Ferrari 158 zu sehen, wie ihn John Surtees 1964 fuhr - und damit Weltmeister wurde. Zu sehen ist darüber hinaus das Viktoria-Kreuz von Asturien, der spanischen Heimat von Alonso. Und neben dem Monaco-Motto "Bet on Red" ("Setze auf Rot"; Anm. d. Red.) finden sich auf dem Helm noch diverse Zahlen, die allesamt mit der Formel-1-Karriere des zweimaligen Weltmeisters und der Formel 1 im Fürstentum in Verbindung stehen. Auch seine zwei Monaco-Siege sind dort verewigt. Die "78" steht beispielsweise für die Anzahl der Rennrunden beim Großen Preis von Monaco, die "70" für das runde Jubiläum des Traditionsrennens. 75 Mal stand Alonso bereits auf einem Formel-1-Podest, 20 Mal startete er von der Pole-Position. Die "19" entspricht der Anzahl der Kurven auf einer Runde in Monte Carlo, die "5" Alonsos Startnummer. Was die "14" bedeuten soll, wurde nicht verraten.
"Hallo, Jungs, wir müssen da was ändern." Bernie Ecclestone stört sich am Q3-Ablauf Zoom © xpbimages.com
Das Top-10-Finale im Qualifying ist nicht mehr das, was es einmal war. Denn statt mit einem letzten frischen Reifensatz auf die Jagd nach der Pole-Position oder einem vorderen Startplatz zu gehen, verzichten einige Piloten lieber auf eine schnelle Runde. Sie sparen sich ihre neuen Reifen auf, um dann im Rennen bessere Karten zu haben. Darunter leidet jedoch das Spektakel in der Qualifikation. Dies stört auch Formel-1-Chef Bernie Ecclestone. Dem 81-jährigen Briten ist die Umsetzung der aktuellen Regeln ein Dorn im Auge: "Was im Augenblick falsch läuft, ist, dass einige Fahrer denken, nicht auf die Pole-Position fahren zu können." Der Grund für diese Zurückhaltung sei das Kontingent an frischen Pirelli-Pneus. Doch mit einer neuen Verordnung könnte Abhilfe geschaffen werden. Ecclestone hat einen Vorschlag parat: "Ich sage ja schon lange, dass es einen weiteren Reifensatz geben sollte, der nach der Qualifikation abgegeben werden muss. Dann gibt es nichts, was man sich aufsparen könnte. Dann sind die Teams zum Wechseln gezwungen", meint Ecclestone und merkt an: "Was wir brauchen, ist ein weiterer Reifensatz, damit im Zeittraining mehr Runden abgespult werden." Mit den unvorhersehbaren Rennen ist der Formel-1-Chef indes vollkommen zufrieden und stellt seinen Reifenlieferanten - unabhängig von der Situation in der Qualifikation - ein sehr gutes Zeugnis aus: "Pirelli hat klasse Arbeit geleistet. Es ist weitaus schwieriger für sie, einen Reifen zu bauen, der nur 30 Prozent des Rennens durchsteht, als einen Reifen zu entwerfen, der die komplette Distanz meistert." "Es war ein Teil meines Vertrags mit ihnen, dass die Reifen nur für einen Teil des Rennens haltbar sein sollten. Ich war beeindruckt davon, dass es ihnen gelang", sagt Ecclestone. "Es hätte auch leicht anders kommen können, sodass nur zehn Runden drin gewesen wären oder das gesamte Rennen. Es war eine technische Meisterleistung", findet der Brite. "Ich hätte nicht gedacht, dass sie es schaffen."
Formel 1 zu Gast in Frankreich: Das bis dato letzte Rennen datiert aus 2008 ... Zoom © xpb.cc
Eine Neuauflage des Großen Preises von Frankreich schien in den vergangenen Monaten bereits gewaltig an Fahrt aufgenommen zu haben, doch just im Wahlmonat kamen die Vorhaben um das Comeback in der Formel 1 wieder ins Stocken. Offenbar ist nun auch der angestrebte Rennplatz in Paul Ricard, wo die Königsklasse in der Vergangenheit bereits fuhr, nicht mehr länger erste Wahl. Dabei hätte alles so einfach sein können, wie Formel-1-Chef Bernie Ecclestone gegenüber 'ESPN' betont. "Die Franzosen hatten genug Gelegenheiten, um es wahr zu machen, taten es aber nicht. Sie versprachen uns all die Dinge wie die Straßen von Paris oder Disney", meint der Brite. All diese Ansätze waren aber meist genauso schnell wieder vom Tisch, wie man sie aufgetischt hatte. Das Grand-Prix-Thema sei in Frankreich halt "sehr politisch", erklärt Ecclestone und merkt an: "Ich weiß nicht, ob es anders gewesen wäre, wenn Sarkozy wiedergewählt worden wäre. Keine Ahnung. Als er noch an der Macht war, hätten sie unterschreiben können. Sie hatten einen Vertrag vorliegen. Alles, was sie tun mussten, war, ihre Unterschrift darunter zu setzen", hält der Formel-1-Chef fest. Andererseits habe es ständig an der nötigen Konsequenz hinsichtlich eines Rennplatzes gefehlt, fügt Ecclestone hinzu: "Sie kamen eh nie zu einer Übereinkunft mit Paul Ricard. Dort würden Investitionen nötig werden, um Tribünen aufzubauen. Und der Paddock-Club ist nicht groß genug", sagt der 81-Jährige. Inzwischen ist auch nicht ausgeschlossen, dass die Formel 1 nach Magny-Cours zurückkehrt.
Quelle: motorsport-total.com
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Brawn wünscht sich Concorde-Agreement mit der FIA
23.05.2012 - 21:55
Fernando Alonso war im ersten Training deutlich schneller als alle anderen Zoom © xpbimages.com
Für den Rest des Wochenendes ist der Wetterbericht instabil, aber während des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco präsentierte sich die Cote d'Azur von ihrer schönsten Seite. Zwar ist es nach rund acht Minuten unmöglich, Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis zu ziehen, aber die erste Bestzeit des Donnerstags sicherte sich Fernando Alonso in 1:16.265 Minuten. Der Ferrari-Pilot verpasste damit seine Donnerstags-Bestzeit aus dem Vorjahr (1:15.123 Minuten), distanzierte aber Romain Grosjean (Lotus) um 0,365 und Sergio Perez (Sauber) um 0,446 Sekunden. Perez war zu Beginn der Session der Erste, der einen kompletten Run absolvierte - möglicherweise auch, um sein Unfalltrauma des Vorjahres gleich zu Beginn des Wochenendes abzuschütteln. Das dürfte ihm gelungen sein. Kovalainens Renault-Motor geplatztEine Zeitenjagd am Ende blieb übrigens aus, weil die Session knapp zehn Minuten vor Schluss unterbrochen werden musste. Heikki Kovalainen (18./Caterham/+2,774) vernebelte erst den kompletten Tunnel, ehe der Motor vor der Hafenschikane komplett kaputt ging und blockierte, sodass der Finne an einer gefährlichen Stelle stehen bleiben musste. "Der Motor ist weg", funkte Kovalainen, ehe sein Caterham von neun Streckenposten weggeschoben wurde. Sergio Perez scheint den Schock des Vorjahres schon gut verdaut zu haben © xpbimages.com "Wir wissen nicht genau, was passiert ist", erklärt ein Caterham-Sprecher. "Als Heikki aus dem Tunnel herauskam, spürte er, wie die Hinterachse blockierte. Deshalb stellte er das Auto ab. Das Fahrzeug wurde nicht beschädigt, doch es gab reichlich Rauch. Für den Nachmittag dürfte ein Motorwechsel anstehen. Wenn der bisherige Motor dann wieder in der Renault-Fabrik ist und dort untersucht wird, dürfte sich die genaue Ursache feststellen lassen." "Das ist eine Stelle, an der man nicht stehen bleiben sollte, aber wo soll man hin, wenn der Motor blockiert?", meint Experte Marc Surer. Zum Glück ging die Situation glimpflich aus und alle nachfolgenden Autos konnten trotz der schlechten Sicht ausweichen. Aufgrund der von Kovalainen gelegten Ölspur im Tunnel wurde die Session nicht mehr neu gestartet - sehr zum Leidwesen von Sebastian Vettel (9./Red Bull/+0,957), der noch etwas ausprobieren wollte. Training: Jede Runde zählt"In Monaco", weiß der ehemalige Formel-1-Pilot Surer, "zählt jede Runde. Es ist eine Fahrerstrecke. Natürlich muss das Auto passen, aber der Einfluss des Fahrers ist hier größer als auf jeder anderen Strecke." Hofft auch der drittplatzierte Perez und meint selbstbewusst: "Wir sind hier ziemlich konkurrenzfähig. Es wird also unser Ziel sein, um das Podium zu kämpfen." Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari macht ihm Mut: "Sauber scheint einen Schritt gemacht zu haben." Ex-Weltmeister Mika Häkkinen hat eher seinen Landsmann Kimi Räikkönen auf der Rechnung: "Der Lotus scheint hier wirklich gut zu gehen." Aber während Grosjean im Drift-Fahrstil von Anfang an ganz vorne mitfuhr, hatte Räikkönen die Lotus-Box schon verlassen, als Kovalainens Renault-Motor noch gar nicht geplatzt war. Wegen eines Problems mit der Servolenkung musste der "Iceman" die erste Session nach der Installationsrunde spritzen. Massa bemüht, aber verkrampftDie Monaco-Spezialisten Lewis Hamilton (McLaren/+0,482) und Pastor Maldonado (Williams/+0,495) landeten auf den Plätzen vier und fünf, noch vor Felipe Massa (Ferrari/+0,578), der heute Morgen sehr couragiert wirkte und 19 Runden absolvierte. In einer davon streifte er unnötigerweise auf der Geraden (!) vor der Tabak-Kurve die Leitplanken, aber das Team nahm ihn via Funk in Schutz: "Schon okay, kann passieren, Felipe." Kimi Räikkönen musste im ersten Freien Training bis auf eine Runde zuschauen © Lotus Das Mercedes-Duo Rosberg/Schumacher landete mit jeweils rund einer Sekunde Rückstand auf den Plätzen zehn und elf, unmittelbar vor Nico Hülkenberg (Force India/+1,366). Apropos Mercedes: Schumacher bereitete seiner Crew ein wenig Arbeit, als er mit einem losen Frontflügel an die Box kam. Was die Ursache für dieses Problem war, ging aus den TV-Bildern jedoch nicht hervor. 13. wurde Mark Webber (Red Bull/+1,841). Jenson Button (+0,925) belegte zunächst Platz acht. McLaren testete aber nicht nur für dieses Wochenende, sondern auch schon 2013er-Komponenten - und die scheinen die Fahrer noch immer in der Sicht zu beschränken, wie Button über Funk lautstark bemängelte. Ansonsten gab es während des ersten Trainings keine Zwischenfälle oder Crashes, was für die Disziplin des Starterfeldes spricht. Übrigens: Freitagstester waren heute nicht im Einsatz.
Bestes Rennwetter in Monaco: Schmeckt das den Reifen oder tut es das nicht? Zoom © xpbimages.com
(Motorsport-Total.com/Sky) - Als wäre der Stadtkurs von Monte Carlo nicht schwierig genug: Die Pirelli-Reifen der Formel 1 werden die Fahrer und ihre Teams auch beim Glamour-Grand-Prix vor eine große Aufgabe stellen. Davon sind die unmittelbar Beteiligten überzeugt. Die Frage ist allerdings noch, wie groß der Einfluss der Pneus auf die Gesamtleistung sein wird. Michael Schumacher hat da einen gewissen Verdacht. Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister rechnet mit keinem allzu "wilden" Wochenende, was die Reifensituation anbelangt. "Hier sollte es etwas konstanter sein und nicht so dramatisch wie bei anderen Rennen. Es kommt aber ganz auf die Temperaturen an", meint Schumacher. Im ersten Freien Training gab es im Fürstentum noch frühlingshafte 22 Grad Celsius - optimale Bedingungen. "Wenn wir in einem solchen normalen Bereich liegen, sollte es halbwegs okay sein", erklärt "Schumi" und fügt hinzu: "Sollten wir in die 30er gelangen, wird es für alle problematisch." Generell sei das Fahren in Monaco "ein Drahtseilakt, bei dem du im Rennen 78 Runden lang jonglierst. Manchmal fällst du runter, manchmal bleibst du drauf. Dementsprechend verändert sich der Spaß", sagt Schumacher.
Jenson Button ist sich der Fehler aus den vergangenen Rennen wohl bewusst Zoom © xpbimages.com
Drei aus fünf: Jenson Button punktete in diesem Jahr nicht in jedem Rennen, was den britischen McLaren-Piloten bereits einiges an Boden kostete. Trotzdem zeigt sich der Weltmeister von 2009 vor dem Großen Preis von Monaco sehr zuversichtlich, schließlich liebt er diesen Grand Prix und hat ihn auch schon einmal gewonnen. In seiner Medienrunde spricht Button über den speziellen Reiz eines Rennens im Fürstentum und über seine Aussichten in der WM-Gesamtwertung der Formel 1. Frage: "Jenson, du hast auf dem einzigen Stadtkurs gewonnen, den die Formel 1 in diesem Jahr schon besucht hat. Monte Carlo ist aber eine etwas andere Nummer. Was denkst du vor dem Beginn dieses Wochenendes?" Jenson Button: "Es ist schön, wieder hier zu sein. Ich denke, wir alle lieben es, durch die Straßen von Monaco zu fahren. Es ist einer dieser Kurse, die keinen Fehler verzeihen." "In Melbourne kannst du dir vielleicht noch einen Schnitzer erlauben, doch hier bedeutet dergleichen schlichtweg 'Game Over'. Monte Carlo macht sehr viel Spaß, selbst im Simulator. Der Spaßfaktor ist beim Fahren einfach noch viel größer als auf anderen Strecken. Ich freue mich schon sehr darauf, am Freitag endlich loszulegen." Die Vorfreude ist großFrage: "Kannst du aus der Arbeit im Simulator schließen, dass das Auto in Monte Carlo konkurrenzfähig sein wird?" Button: "Nun, das Fahrzeug fühlte sich im Simulator sehr gut an. Schauen wir einmal, wie sich die Situation hier auf der Strecke darstellt. Du musst in jedem Fall große Vorsicht walten lassen, denn der Kurs verbessert sich im Verlauf des Wochenendes." "Es ist zudem der einzige Ort, an dem wir schon donnerstags fahren. Danach haben wir einen Tag frei und die Straßenautos fahren über die Strecke. Am Samstag steigt dann die Qualifikation. Da musst du aufmerksam sein und darfst dich nicht zu unbedarft verhalten. Das Überholen ist hier nicht so einfach." Frage: "Nach dem vergangenen Jahr hast du hier sicherlich noch eine offene Rechnung ..." Button: "Ja, wir haben uns erst wieder mit dem Rennverlauf von 2011 vertraut gemacht. Man könnte sagen, dass der Abbruch zum Schluss dafür gesorgt hat, dass unsere Chancen auf den Sieg ein bisschen vermindert wurden." "Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben." "Egal, das liegt nun in der Vergangenheit. Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben. Ob das drin ist, wird sich zeigen. Es ist so gesehen nicht anders als an jedem anderen Wochenende sonst. Die Situation gestaltet sich von Rennen zu Rennen derart unterschiedlich. Pastor (Maldonado; Anm. d. Red.) hatte sich in Bahrain noch auf Rang 17 qualifiziert, glaube ich." "In Barcelona qualifizierte er sich dagegen auf Platz zwei. Ich denke nicht, dass sich so viel verändert hat. Es ist schwierig. Aus Fahrersicht ist Monte Carlo eine etwas andere Nummer. Die Erfahrung spielt hier eine ziemlich wichtige Rolle. Entscheidend ist auch, das Auto auf einem solchen Kurs wirklich zu verstehen. Hoffentlich gelingt uns das bis Samstag."
Frage: "Nach dem Spanien-Rennen konntest du nur mit dem Kopf schütteln, weil es offenbar nicht so lief, wie du dir das gedacht hattest. Habt ihr eure Probleme in den Griff gekriegt?" Button: "Bisher habe ich das Auto noch nicht gefahren, also nein, ich weiß es nicht. Ja, wir haben gemeinsam mit den Ingenieuren einen Blick in die Daten geworfen. Es gibt ein paar Dinge, von denen wir glauben, ein paar Fehler gemacht zu haben. Trotzdem müssen wir abwarten und schauen, wie sich das Auto hier anfühlt." McLaren auf FehlersucheFrage: "Die jüngsten Rennen waren nicht gerade berauschend. Es gab ein paar Fehler seitens des Teams. War das ein Thema in der Fabrik?" Button: "Na klar. Jeder macht Fehler. Wir haben ein paar gemacht, doch damit wirst du nicht Weltmeister. Wichtig ist, daraus zu lernen und weiterzumachen. Es geht darum, sicherzustellen, dass sich dergleichen nicht wiederholt." "Wir haben das Team dahingehend auch ein bisschen umstrukturiert. Wir als Team müssen schauen, was wir speziell bei den Boxenstopps tun können. Wir haben hier einige Verbesserungen am Start, die uns ziemlich helfen sollten. Es kommt auf Konstanz und Tempo an. Hier ist es eh etwas Besonderes: In Monaco brauchst du eine gute Qualifikation, einen guten Start und gute Boxenstopps." Frage: "Verläuft die Saison bisher so, wie du es erwartet hast? In fünf Rennen gab es fünf Sieger - und auch du hast 2012 schon gewonnen ..." Button: "Nein, dergleichen hatte ich nicht erwartet. Wir gingen zuversichtlich in die Saison, denn wir hatten einen guten Winter gehabt. Die Saison begann stark für uns. Eben wie wir es uns erhofft hatten. Seither war es sehr durchwachsen für uns." "Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar." Jenson Button "Wir waren schnell in Malaysia und schnell in China, aber in Bahrain und Spanien waren wir zumindest im Renntrimm nicht konkurrenzfähig. Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar. Wir hatten geglaubt, dass uns die Hitze vor Probleme stellt, doch die beiden jüngsten Rennen waren heißer als die vorangegangenen. Wir versuchen noch immer, herauszufinden, was Sache ist."
Frage: "Die Meisterschaft ist jedenfalls noch vollkommen offen ..." Button: "So ist es. Ich habe aber schon in zwei Rennen keine Punkte geholt. Das ist sehr seltsam. Es ist so schwierig, schlau daraus zu werden. Du musst einfach bereit sein. Manchmal scheint das Auto zu funktionieren, manchmal nicht. Wichtig ist, keine Fehler zu machen. Dann bist du vorn mit dabei." Wie halten die Reifen in Monte Carlo?Frage: "Bist du im Hinblick auf die Reifen ein Zocker oder wartest du darauf, bis die letzte Karte aufgedeckt wird?" Button: "Ich war eigentlich immer gut darin, doch in diesem Jahr haben wir anscheinend ein paar Probleme damit, die Reifen zu verstehen. Ich denke, da sitzen wir alle im selben Boot." "Hoffentlich sehen wir vor dem Qualifying klarer, denn Monte Carlo kann die Reifen schon sehr intensiv rannehmen. Auf einmal sind die Pneus dann hinüber. Das sahen wir 2009 bei Sebastian Vettel, aber nicht nur damals. Wir hoffen einfach, ein besseres Reifenverständnis zu haben, als dies an den vergangenen Wochenenden der Fall war." "Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet." Jenson Button Frage: "Sebastian Vettel fuhr im vergangenen Jahr 50 Runden auf der weichen Mischung. Denkst du, das wäre auch mit den aktuellen Reifen möglich?" Button: "Waren es bei ihm wirklich 50 Runden oder kam ihm da die rote Flagge dazwischen? Es waren 50 Runden? Okay, cool. Es sah jedenfalls ganz nach einem sehr aufregenden Zieleinlauf aus. Ich weiß nicht, was passiert wäre. Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet. Wir werden es nie erfahren. So kam es nicht, weil das Rennen ja unterbrochen wurde." Frage: "Das Wetter könnte am Sonntag für eine nasse Strecke sorgen, vielleicht auch schon am Samstag. Gut für euch?" Button: "Ich werfe alle zwei Stunden einen Blick auf die Wettervorhersage. Sie verändert sich ständig. Am Dienstag hieß es noch, es würde Samstag und Sonntag regnen, jetzt soll es nur am Samstag regnen oder gar nicht, und erst am Montag." "Schauen wir einmal, was passiert. Im Qualifying hat man es natürlich gern trocken, weil es ein solcher Kick ist, wenn man das Auto ans Limit bringt. Das lieben wir. Im Nassen ist es ganz anders, doch wir würden trotzdem das Beste daraus machen." Frage: "Ich habe hier zehn Euro für dich, aber die musst du auf den Fahrer setzen, von dem du glaubst, dass er hier gewinnt ..." Button: "Ich! Einhundert Prozent." Frage: "Dann nimm das Geld ..." Button: "Nein. Ich nehme kein Bargeld (lacht; Anm. d. Red.)." Ein Traditionskurs, der Freude machtFrage: "Zurück zu Monaco: Dieser Kurs ist etwas Besonderes, nicht wahr?" Button: "Ja. Wir alle lieben es, hier durch die Straßen zu fahren. Es ist eine ungewöhnliche Strecke, denn die Leitplanken stehen so nah. Fehler werden nicht verziehen. Es ist ein Traditionskurs. Das ist gut." "Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Jenson Button "Wir lieben solche Orte - Suzuka, Spa-Francorchamps. Die Strecke an sich hat sich nicht viel verändert, doch es gibt nun bessere Auslaufzonen. Das macht viel Spaß. Wenn du hier im Qualifying alles aus dem Auto herausholen kannst, dann ist das einfach nur toll. Das lieben wir. Dann realisierst du, dass du einen Formel-1-Rennwagen mit 750 PS zähmst. Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Frage: "Du hast hier schon gewonnen. Wie aufregend ist dieser Kurs und wo sind die Schlüsselstellen?" Button: "Es ist der gesamte Kurs. Es ist völlig verrückt, hier mit einem Formel-1-Auto herumzufahren. Uns macht das aber sehr viel Spaß. Es gibt hier zwar nicht sehr viele schnelle Kurven, doch die sind sehr aufregend. Die Schwimmbad-Passage ist toll, aber auch der Hügel beim Kasino. Du musst dich herantasten, denn sonst schlägt dieser Ort zurück, wenn du nur einen kleinen Fehler machst. Deshalb ist es so spannend." Frage: "Am Ausgang des Tunnels wurden ein paar Bodenwellen entfernt. Ist das gut oder schlecht für das Überholen an dieser Stelle?" Button: "Nun, wir hatten schon 2011 kein DRS an dieser Stelle und auch in diesem Jahr ist das der Fall. Das ist gut so. Es wurden aber auch die Reifenstapel verschoben, in die Perez eingeschlagen war. Auch das ist gut. In den Auslaufzonen wurde zudem etwas Sand in die Farbe gemischt. Das sollte dabei helfen, die Autos rascher abzubremsen. Ebenfalls eine gute Sache."
Fernando Alonso tritt in Monaco mit einem in Gold und Weiß gehaltenen Helm an Zoom © Ferrari
Eine Stadtrundfahrt im Zuhause der Reichen und Schönen: Beim Großen Preis von Monaco geht es alljährlich um das Motto "sehen und gesehen werden". Wohl auch deshalb warten die Fahrer und Teams der Formel 1 meist bei diesem Rennen mit besonderen Lackierungen oder neuen Farben auf. Bei Fernando Alonso ist das 2012 nicht anders: Der Spanier bringt einen speziellen Helm an den Start. Der eigens für die Hatz im Leitplanken-Kanal von Monte Carlo entworfene Kopfputz besticht durch die Farben Gold und Weiß und stellt eine Hommage an das Traditionsrennen dar. Ebenfalls eingearbeitet sind Elemente aus dem Glücksspiel wie Jetons, Roulette und Würfel. Außerdem ist auf der Oberseite des Helms ein Ferrari 158 zu sehen, wie ihn John Surtees 1964 fuhr - und damit Weltmeister wurde. Zu sehen ist darüber hinaus das Viktoria-Kreuz von Asturien, der spanischen Heimat von Alonso. Und neben dem Monaco-Motto "Bet on Red" ("Setze auf Rot"; Anm. d. Red.) finden sich auf dem Helm noch diverse Zahlen, die allesamt mit der Formel-1-Karriere des zweimaligen Weltmeisters und der Formel 1 im Fürstentum in Verbindung stehen. Auch seine zwei Monaco-Siege sind dort verewigt. Die "78" steht beispielsweise für die Anzahl der Rennrunden beim Großen Preis von Monaco, die "70" für das runde Jubiläum des Traditionsrennens. 75 Mal stand Alonso bereits auf einem Formel-1-Podest, 20 Mal startete er von der Pole-Position. Die "19" entspricht der Anzahl der Kurven auf einer Runde in Monte Carlo, die "5" Alonsos Startnummer. Was die "14" bedeuten soll, wurde nicht verraten.
"Hallo, Jungs, wir müssen da was ändern." Bernie Ecclestone stört sich am Q3-Ablauf Zoom © xpbimages.com
Das Top-10-Finale im Qualifying ist nicht mehr das, was es einmal war. Denn statt mit einem letzten frischen Reifensatz auf die Jagd nach der Pole-Position oder einem vorderen Startplatz zu gehen, verzichten einige Piloten lieber auf eine schnelle Runde. Sie sparen sich ihre neuen Reifen auf, um dann im Rennen bessere Karten zu haben. Darunter leidet jedoch das Spektakel in der Qualifikation. Dies stört auch Formel-1-Chef Bernie Ecclestone. Dem 81-jährigen Briten ist die Umsetzung der aktuellen Regeln ein Dorn im Auge: "Was im Augenblick falsch läuft, ist, dass einige Fahrer denken, nicht auf die Pole-Position fahren zu können." Der Grund für diese Zurückhaltung sei das Kontingent an frischen Pirelli-Pneus. Doch mit einer neuen Verordnung könnte Abhilfe geschaffen werden. Ecclestone hat einen Vorschlag parat: "Ich sage ja schon lange, dass es einen weiteren Reifensatz geben sollte, der nach der Qualifikation abgegeben werden muss. Dann gibt es nichts, was man sich aufsparen könnte. Dann sind die Teams zum Wechseln gezwungen", meint Ecclestone und merkt an: "Was wir brauchen, ist ein weiterer Reifensatz, damit im Zeittraining mehr Runden abgespult werden." Mit den unvorhersehbaren Rennen ist der Formel-1-Chef indes vollkommen zufrieden und stellt seinen Reifenlieferanten - unabhängig von der Situation in der Qualifikation - ein sehr gutes Zeugnis aus: "Pirelli hat klasse Arbeit geleistet. Es ist weitaus schwieriger für sie, einen Reifen zu bauen, der nur 30 Prozent des Rennens durchsteht, als einen Reifen zu entwerfen, der die komplette Distanz meistert." "Es war ein Teil meines Vertrags mit ihnen, dass die Reifen nur für einen Teil des Rennens haltbar sein sollten. Ich war beeindruckt davon, dass es ihnen gelang", sagt Ecclestone. "Es hätte auch leicht anders kommen können, sodass nur zehn Runden drin gewesen wären oder das gesamte Rennen. Es war eine technische Meisterleistung", findet der Brite. "Ich hätte nicht gedacht, dass sie es schaffen."
Formel 1 zu Gast in Frankreich: Das bis dato letzte Rennen datiert aus 2008 ... Zoom © xpb.cc
Eine Neuauflage des Großen Preises von Frankreich schien in den vergangenen Monaten bereits gewaltig an Fahrt aufgenommen zu haben, doch just im Wahlmonat kamen die Vorhaben um das Comeback in der Formel 1 wieder ins Stocken. Offenbar ist nun auch der angestrebte Rennplatz in Paul Ricard, wo die Königsklasse in der Vergangenheit bereits fuhr, nicht mehr länger erste Wahl. Dabei hätte alles so einfach sein können, wie Formel-1-Chef Bernie Ecclestone gegenüber 'ESPN' betont. "Die Franzosen hatten genug Gelegenheiten, um es wahr zu machen, taten es aber nicht. Sie versprachen uns all die Dinge wie die Straßen von Paris oder Disney", meint der Brite. All diese Ansätze waren aber meist genauso schnell wieder vom Tisch, wie man sie aufgetischt hatte. Das Grand-Prix-Thema sei in Frankreich halt "sehr politisch", erklärt Ecclestone und merkt an: "Ich weiß nicht, ob es anders gewesen wäre, wenn Sarkozy wiedergewählt worden wäre. Keine Ahnung. Als er noch an der Macht war, hätten sie unterschreiben können. Sie hatten einen Vertrag vorliegen. Alles, was sie tun mussten, war, ihre Unterschrift darunter zu setzen", hält der Formel-1-Chef fest. Andererseits habe es ständig an der nötigen Konsequenz hinsichtlich eines Rennplatzes gefehlt, fügt Ecclestone hinzu: "Sie kamen eh nie zu einer Übereinkunft mit Paul Ricard. Dort würden Investitionen nötig werden, um Tribünen aufzubauen. Und der Paddock-Club ist nicht groß genug", sagt der 81-Jährige. Inzwischen ist auch nicht ausgeschlossen, dass die Formel 1 nach Magny-Cours zurückkehrt.
Teamchef Ross Brawn pocht auf die historische Bedeutung von Mercedes Zoom © xpbimages.com
Während beim letzten Concorde-Agreement, das im Jahr 2009 ratifiziert wurde, der Automobil-Weltverband FIA unter dem damaligen Präsidenten Max Mosley eine der treibenden Kräfte war, spielt die FIA bei den aktuellen Verhandlungen für 2013 bis 2020 praktisch keine Rolle. Bisher fanden die Gespräche fast ausschließlich zwischen Bernie Ecclestone und den Teams statt. Ross Brawn missfällt das: "Wir haben noch einen langen Weg vor uns, bevor wir finale Lösungen erreichen", sagt er und unterstreicht: "Ich denke, was man in all das einbeziehen sollte, ist die Rolle, die die FIA in Zukunft spielen wird, ihre Rolle in unserem Sport. Sie waren bisher ruhig, aber sie werden eine Rolle spielen. Ich bin einigermaßen zuversichtlich, dass wir vernünftige Lösungen für die Zukunft finden können. Ich glaube aber nicht, dass schon alles erledigt ist." Mercedes war bisher das einzige Topteam, das Ecclestone noch nicht signalisiert hatte, das neue Concorde-Agreement unterschreiben zu wollen. Bei einem Treffen mit Daimler-Konzernchef Dieter Zetsche - Brawn war aus gesundheitlichen Gründen abwesend - dürfte es zuletzt in Barcelona aber eine Annäherung zwischen Mercedes und den Inhabern der kommerziellen Rechte gegeben haben. Angeblich könnte dieses Wochenende alles unter Dach und Fach gebracht werden. Brawn schweigt zur Mercedes-Situation hinsichtlich des Concorde-Agreements: "Ich kann das immer noch nicht kommentieren", meint er und ergänzt in Anspielung auf die von Ecclestone angezweifelte historische Bedeutung der deutschen Marke: "Wir sind sehr stolz auf unsere Geschichte und glauben, dass sie für den Sport wichtig ist. Da sind die Menschen unterschiedlicher Auffassung. Aber das ist alles Teil der heiklen Verhandlungen, die stattfinden."
Quelle: motorsport-total.com
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| Formel 1 » Hülkenberg sieht Force India nur als siebte Kraft |
Hülkenberg sieht Force India nur als siebte Kraft
23.05.2012 - 21:40
Fernando Alonso war im ersten Training deutlich schneller als alle anderen Zoom © xpbimages.com
Für den Rest des Wochenendes ist der Wetterbericht instabil, aber während des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco präsentierte sich die Cote d'Azur von ihrer schönsten Seite. Zwar ist es nach rund acht Minuten unmöglich, Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis zu ziehen, aber die erste Bestzeit des Donnerstags sicherte sich Fernando Alonso in 1:16.265 Minuten. Der Ferrari-Pilot verpasste damit seine Donnerstags-Bestzeit aus dem Vorjahr (1:15.123 Minuten), distanzierte aber Romain Grosjean (Lotus) um 0,365 und Sergio Perez (Sauber) um 0,446 Sekunden. Perez war zu Beginn der Session der Erste, der einen kompletten Run absolvierte - möglicherweise auch, um sein Unfalltrauma des Vorjahres gleich zu Beginn des Wochenendes abzuschütteln. Das dürfte ihm gelungen sein. Kovalainens Renault-Motor geplatztEine Zeitenjagd am Ende blieb übrigens aus, weil die Session knapp zehn Minuten vor Schluss unterbrochen werden musste. Heikki Kovalainen (18./Caterham/+2,774) vernebelte erst den kompletten Tunnel, ehe der Motor vor der Hafenschikane komplett kaputt ging und blockierte, sodass der Finne an einer gefährlichen Stelle stehen bleiben musste. "Der Motor ist weg", funkte Kovalainen, ehe sein Caterham von neun Streckenposten weggeschoben wurde. Sergio Perez scheint den Schock des Vorjahres schon gut verdaut zu haben © xpbimages.com "Wir wissen nicht genau, was passiert ist", erklärt ein Caterham-Sprecher. "Als Heikki aus dem Tunnel herauskam, spürte er, wie die Hinterachse blockierte. Deshalb stellte er das Auto ab. Das Fahrzeug wurde nicht beschädigt, doch es gab reichlich Rauch. Für den Nachmittag dürfte ein Motorwechsel anstehen. Wenn der bisherige Motor dann wieder in der Renault-Fabrik ist und dort untersucht wird, dürfte sich die genaue Ursache feststellen lassen." "Das ist eine Stelle, an der man nicht stehen bleiben sollte, aber wo soll man hin, wenn der Motor blockiert?", meint Experte Marc Surer. Zum Glück ging die Situation glimpflich aus und alle nachfolgenden Autos konnten trotz der schlechten Sicht ausweichen. Aufgrund der von Kovalainen gelegten Ölspur im Tunnel wurde die Session nicht mehr neu gestartet - sehr zum Leidwesen von Sebastian Vettel (9./Red Bull/+0,957), der noch etwas ausprobieren wollte. Training: Jede Runde zählt"In Monaco", weiß der ehemalige Formel-1-Pilot Surer, "zählt jede Runde. Es ist eine Fahrerstrecke. Natürlich muss das Auto passen, aber der Einfluss des Fahrers ist hier größer als auf jeder anderen Strecke." Hofft auch der drittplatzierte Perez und meint selbstbewusst: "Wir sind hier ziemlich konkurrenzfähig. Es wird also unser Ziel sein, um das Podium zu kämpfen." Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari macht ihm Mut: "Sauber scheint einen Schritt gemacht zu haben." Ex-Weltmeister Mika Häkkinen hat eher seinen Landsmann Kimi Räikkönen auf der Rechnung: "Der Lotus scheint hier wirklich gut zu gehen." Aber während Grosjean im Drift-Fahrstil von Anfang an ganz vorne mitfuhr, hatte Räikkönen die Lotus-Box schon verlassen, als Kovalainens Renault-Motor noch gar nicht geplatzt war. Wegen eines Problems mit der Servolenkung musste der "Iceman" die erste Session nach der Installationsrunde spritzen. Massa bemüht, aber verkrampftDie Monaco-Spezialisten Lewis Hamilton (McLaren/+0,482) und Pastor Maldonado (Williams/+0,495) landeten auf den Plätzen vier und fünf, noch vor Felipe Massa (Ferrari/+0,578), der heute Morgen sehr couragiert wirkte und 19 Runden absolvierte. In einer davon streifte er unnötigerweise auf der Geraden (!) vor der Tabak-Kurve die Leitplanken, aber das Team nahm ihn via Funk in Schutz: "Schon okay, kann passieren, Felipe." Kimi Räikkönen musste im ersten Freien Training bis auf eine Runde zuschauen © Lotus Das Mercedes-Duo Rosberg/Schumacher landete mit jeweils rund einer Sekunde Rückstand auf den Plätzen zehn und elf, unmittelbar vor Nico Hülkenberg (Force India/+1,366). Apropos Mercedes: Schumacher bereitete seiner Crew ein wenig Arbeit, als er mit einem losen Frontflügel an die Box kam. Was die Ursache für dieses Problem war, ging aus den TV-Bildern jedoch nicht hervor. 13. wurde Mark Webber (Red Bull/+1,841). Jenson Button (+0,925) belegte zunächst Platz acht. McLaren testete aber nicht nur für dieses Wochenende, sondern auch schon 2013er-Komponenten - und die scheinen die Fahrer noch immer in der Sicht zu beschränken, wie Button über Funk lautstark bemängelte. Ansonsten gab es während des ersten Trainings keine Zwischenfälle oder Crashes, was für die Disziplin des Starterfeldes spricht. Übrigens: Freitagstester waren heute nicht im Einsatz.
Bestes Rennwetter in Monaco: Schmeckt das den Reifen oder tut es das nicht? Zoom © xpbimages.com
(Motorsport-Total.com/Sky) - Als wäre der Stadtkurs von Monte Carlo nicht schwierig genug: Die Pirelli-Reifen der Formel 1 werden die Fahrer und ihre Teams auch beim Glamour-Grand-Prix vor eine große Aufgabe stellen. Davon sind die unmittelbar Beteiligten überzeugt. Die Frage ist allerdings noch, wie groß der Einfluss der Pneus auf die Gesamtleistung sein wird. Michael Schumacher hat da einen gewissen Verdacht. Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister rechnet mit keinem allzu "wilden" Wochenende, was die Reifensituation anbelangt. "Hier sollte es etwas konstanter sein und nicht so dramatisch wie bei anderen Rennen. Es kommt aber ganz auf die Temperaturen an", meint Schumacher. Im ersten Freien Training gab es im Fürstentum noch frühlingshafte 22 Grad Celsius - optimale Bedingungen. "Wenn wir in einem solchen normalen Bereich liegen, sollte es halbwegs okay sein", erklärt "Schumi" und fügt hinzu: "Sollten wir in die 30er gelangen, wird es für alle problematisch." Generell sei das Fahren in Monaco "ein Drahtseilakt, bei dem du im Rennen 78 Runden lang jonglierst. Manchmal fällst du runter, manchmal bleibst du drauf. Dementsprechend verändert sich der Spaß", sagt Schumacher.
Jenson Button ist sich der Fehler aus den vergangenen Rennen wohl bewusst Zoom © xpbimages.com
Drei aus fünf: Jenson Button punktete in diesem Jahr nicht in jedem Rennen, was den britischen McLaren-Piloten bereits einiges an Boden kostete. Trotzdem zeigt sich der Weltmeister von 2009 vor dem Großen Preis von Monaco sehr zuversichtlich, schließlich liebt er diesen Grand Prix und hat ihn auch schon einmal gewonnen. In seiner Medienrunde spricht Button über den speziellen Reiz eines Rennens im Fürstentum und über seine Aussichten in der WM-Gesamtwertung der Formel 1. Frage: "Jenson, du hast auf dem einzigen Stadtkurs gewonnen, den die Formel 1 in diesem Jahr schon besucht hat. Monte Carlo ist aber eine etwas andere Nummer. Was denkst du vor dem Beginn dieses Wochenendes?" Jenson Button: "Es ist schön, wieder hier zu sein. Ich denke, wir alle lieben es, durch die Straßen von Monaco zu fahren. Es ist einer dieser Kurse, die keinen Fehler verzeihen." "In Melbourne kannst du dir vielleicht noch einen Schnitzer erlauben, doch hier bedeutet dergleichen schlichtweg 'Game Over'. Monte Carlo macht sehr viel Spaß, selbst im Simulator. Der Spaßfaktor ist beim Fahren einfach noch viel größer als auf anderen Strecken. Ich freue mich schon sehr darauf, am Freitag endlich loszulegen." Die Vorfreude ist großFrage: "Kannst du aus der Arbeit im Simulator schließen, dass das Auto in Monte Carlo konkurrenzfähig sein wird?" Button: "Nun, das Fahrzeug fühlte sich im Simulator sehr gut an. Schauen wir einmal, wie sich die Situation hier auf der Strecke darstellt. Du musst in jedem Fall große Vorsicht walten lassen, denn der Kurs verbessert sich im Verlauf des Wochenendes." "Es ist zudem der einzige Ort, an dem wir schon donnerstags fahren. Danach haben wir einen Tag frei und die Straßenautos fahren über die Strecke. Am Samstag steigt dann die Qualifikation. Da musst du aufmerksam sein und darfst dich nicht zu unbedarft verhalten. Das Überholen ist hier nicht so einfach." Frage: "Nach dem vergangenen Jahr hast du hier sicherlich noch eine offene Rechnung ..." Button: "Ja, wir haben uns erst wieder mit dem Rennverlauf von 2011 vertraut gemacht. Man könnte sagen, dass der Abbruch zum Schluss dafür gesorgt hat, dass unsere Chancen auf den Sieg ein bisschen vermindert wurden." "Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben." "Egal, das liegt nun in der Vergangenheit. Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben. Ob das drin ist, wird sich zeigen. Es ist so gesehen nicht anders als an jedem anderen Wochenende sonst. Die Situation gestaltet sich von Rennen zu Rennen derart unterschiedlich. Pastor (Maldonado; Anm. d. Red.) hatte sich in Bahrain noch auf Rang 17 qualifiziert, glaube ich." "In Barcelona qualifizierte er sich dagegen auf Platz zwei. Ich denke nicht, dass sich so viel verändert hat. Es ist schwierig. Aus Fahrersicht ist Monte Carlo eine etwas andere Nummer. Die Erfahrung spielt hier eine ziemlich wichtige Rolle. Entscheidend ist auch, das Auto auf einem solchen Kurs wirklich zu verstehen. Hoffentlich gelingt uns das bis Samstag."
Frage: "Nach dem Spanien-Rennen konntest du nur mit dem Kopf schütteln, weil es offenbar nicht so lief, wie du dir das gedacht hattest. Habt ihr eure Probleme in den Griff gekriegt?" Button: "Bisher habe ich das Auto noch nicht gefahren, also nein, ich weiß es nicht. Ja, wir haben gemeinsam mit den Ingenieuren einen Blick in die Daten geworfen. Es gibt ein paar Dinge, von denen wir glauben, ein paar Fehler gemacht zu haben. Trotzdem müssen wir abwarten und schauen, wie sich das Auto hier anfühlt." McLaren auf FehlersucheFrage: "Die jüngsten Rennen waren nicht gerade berauschend. Es gab ein paar Fehler seitens des Teams. War das ein Thema in der Fabrik?" Button: "Na klar. Jeder macht Fehler. Wir haben ein paar gemacht, doch damit wirst du nicht Weltmeister. Wichtig ist, daraus zu lernen und weiterzumachen. Es geht darum, sicherzustellen, dass sich dergleichen nicht wiederholt." "Wir haben das Team dahingehend auch ein bisschen umstrukturiert. Wir als Team müssen schauen, was wir speziell bei den Boxenstopps tun können. Wir haben hier einige Verbesserungen am Start, die uns ziemlich helfen sollten. Es kommt auf Konstanz und Tempo an. Hier ist es eh etwas Besonderes: In Monaco brauchst du eine gute Qualifikation, einen guten Start und gute Boxenstopps." Frage: "Verläuft die Saison bisher so, wie du es erwartet hast? In fünf Rennen gab es fünf Sieger - und auch du hast 2012 schon gewonnen ..." Button: "Nein, dergleichen hatte ich nicht erwartet. Wir gingen zuversichtlich in die Saison, denn wir hatten einen guten Winter gehabt. Die Saison begann stark für uns. Eben wie wir es uns erhofft hatten. Seither war es sehr durchwachsen für uns." "Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar." Jenson Button "Wir waren schnell in Malaysia und schnell in China, aber in Bahrain und Spanien waren wir zumindest im Renntrimm nicht konkurrenzfähig. Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar. Wir hatten geglaubt, dass uns die Hitze vor Probleme stellt, doch die beiden jüngsten Rennen waren heißer als die vorangegangenen. Wir versuchen noch immer, herauszufinden, was Sache ist."
Frage: "Die Meisterschaft ist jedenfalls noch vollkommen offen ..." Button: "So ist es. Ich habe aber schon in zwei Rennen keine Punkte geholt. Das ist sehr seltsam. Es ist so schwierig, schlau daraus zu werden. Du musst einfach bereit sein. Manchmal scheint das Auto zu funktionieren, manchmal nicht. Wichtig ist, keine Fehler zu machen. Dann bist du vorn mit dabei." Wie halten die Reifen in Monte Carlo?Frage: "Bist du im Hinblick auf die Reifen ein Zocker oder wartest du darauf, bis die letzte Karte aufgedeckt wird?" Button: "Ich war eigentlich immer gut darin, doch in diesem Jahr haben wir anscheinend ein paar Probleme damit, die Reifen zu verstehen. Ich denke, da sitzen wir alle im selben Boot." "Hoffentlich sehen wir vor dem Qualifying klarer, denn Monte Carlo kann die Reifen schon sehr intensiv rannehmen. Auf einmal sind die Pneus dann hinüber. Das sahen wir 2009 bei Sebastian Vettel, aber nicht nur damals. Wir hoffen einfach, ein besseres Reifenverständnis zu haben, als dies an den vergangenen Wochenenden der Fall war." "Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet." Jenson Button Frage: "Sebastian Vettel fuhr im vergangenen Jahr 50 Runden auf der weichen Mischung. Denkst du, das wäre auch mit den aktuellen Reifen möglich?" Button: "Waren es bei ihm wirklich 50 Runden oder kam ihm da die rote Flagge dazwischen? Es waren 50 Runden? Okay, cool. Es sah jedenfalls ganz nach einem sehr aufregenden Zieleinlauf aus. Ich weiß nicht, was passiert wäre. Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet. Wir werden es nie erfahren. So kam es nicht, weil das Rennen ja unterbrochen wurde." Frage: "Das Wetter könnte am Sonntag für eine nasse Strecke sorgen, vielleicht auch schon am Samstag. Gut für euch?" Button: "Ich werfe alle zwei Stunden einen Blick auf die Wettervorhersage. Sie verändert sich ständig. Am Dienstag hieß es noch, es würde Samstag und Sonntag regnen, jetzt soll es nur am Samstag regnen oder gar nicht, und erst am Montag." "Schauen wir einmal, was passiert. Im Qualifying hat man es natürlich gern trocken, weil es ein solcher Kick ist, wenn man das Auto ans Limit bringt. Das lieben wir. Im Nassen ist es ganz anders, doch wir würden trotzdem das Beste daraus machen." Frage: "Ich habe hier zehn Euro für dich, aber die musst du auf den Fahrer setzen, von dem du glaubst, dass er hier gewinnt ..." Button: "Ich! Einhundert Prozent." Frage: "Dann nimm das Geld ..." Button: "Nein. Ich nehme kein Bargeld (lacht; Anm. d. Red.)." Ein Traditionskurs, der Freude machtFrage: "Zurück zu Monaco: Dieser Kurs ist etwas Besonderes, nicht wahr?" Button: "Ja. Wir alle lieben es, hier durch die Straßen zu fahren. Es ist eine ungewöhnliche Strecke, denn die Leitplanken stehen so nah. Fehler werden nicht verziehen. Es ist ein Traditionskurs. Das ist gut." "Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Jenson Button "Wir lieben solche Orte - Suzuka, Spa-Francorchamps. Die Strecke an sich hat sich nicht viel verändert, doch es gibt nun bessere Auslaufzonen. Das macht viel Spaß. Wenn du hier im Qualifying alles aus dem Auto herausholen kannst, dann ist das einfach nur toll. Das lieben wir. Dann realisierst du, dass du einen Formel-1-Rennwagen mit 750 PS zähmst. Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Frage: "Du hast hier schon gewonnen. Wie aufregend ist dieser Kurs und wo sind die Schlüsselstellen?" Button: "Es ist der gesamte Kurs. Es ist völlig verrückt, hier mit einem Formel-1-Auto herumzufahren. Uns macht das aber sehr viel Spaß. Es gibt hier zwar nicht sehr viele schnelle Kurven, doch die sind sehr aufregend. Die Schwimmbad-Passage ist toll, aber auch der Hügel beim Kasino. Du musst dich herantasten, denn sonst schlägt dieser Ort zurück, wenn du nur einen kleinen Fehler machst. Deshalb ist es so spannend." Frage: "Am Ausgang des Tunnels wurden ein paar Bodenwellen entfernt. Ist das gut oder schlecht für das Überholen an dieser Stelle?" Button: "Nun, wir hatten schon 2011 kein DRS an dieser Stelle und auch in diesem Jahr ist das der Fall. Das ist gut so. Es wurden aber auch die Reifenstapel verschoben, in die Perez eingeschlagen war. Auch das ist gut. In den Auslaufzonen wurde zudem etwas Sand in die Farbe gemischt. Das sollte dabei helfen, die Autos rascher abzubremsen. Ebenfalls eine gute Sache."
Fernando Alonso tritt in Monaco mit einem in Gold und Weiß gehaltenen Helm an Zoom © Ferrari
Eine Stadtrundfahrt im Zuhause der Reichen und Schönen: Beim Großen Preis von Monaco geht es alljährlich um das Motto "sehen und gesehen werden". Wohl auch deshalb warten die Fahrer und Teams der Formel 1 meist bei diesem Rennen mit besonderen Lackierungen oder neuen Farben auf. Bei Fernando Alonso ist das 2012 nicht anders: Der Spanier bringt einen speziellen Helm an den Start. Der eigens für die Hatz im Leitplanken-Kanal von Monte Carlo entworfene Kopfputz besticht durch die Farben Gold und Weiß und stellt eine Hommage an das Traditionsrennen dar. Ebenfalls eingearbeitet sind Elemente aus dem Glücksspiel wie Jetons, Roulette und Würfel. Außerdem ist auf der Oberseite des Helms ein Ferrari 158 zu sehen, wie ihn John Surtees 1964 fuhr - und damit Weltmeister wurde. Zu sehen ist darüber hinaus das Viktoria-Kreuz von Asturien, der spanischen Heimat von Alonso. Und neben dem Monaco-Motto "Bet on Red" ("Setze auf Rot"; Anm. d. Red.) finden sich auf dem Helm noch diverse Zahlen, die allesamt mit der Formel-1-Karriere des zweimaligen Weltmeisters und der Formel 1 im Fürstentum in Verbindung stehen. Auch seine zwei Monaco-Siege sind dort verewigt. Die "78" steht beispielsweise für die Anzahl der Rennrunden beim Großen Preis von Monaco, die "70" für das runde Jubiläum des Traditionsrennens. 75 Mal stand Alonso bereits auf einem Formel-1-Podest, 20 Mal startete er von der Pole-Position. Die "19" entspricht der Anzahl der Kurven auf einer Runde in Monte Carlo, die "5" Alonsos Startnummer. Was die "14" bedeuten soll, wurde nicht verraten.
"Hallo, Jungs, wir müssen da was ändern." Bernie Ecclestone stört sich am Q3-Ablauf Zoom © xpbimages.com
Das Top-10-Finale im Qualifying ist nicht mehr das, was es einmal war. Denn statt mit einem letzten frischen Reifensatz auf die Jagd nach der Pole-Position oder einem vorderen Startplatz zu gehen, verzichten einige Piloten lieber auf eine schnelle Runde. Sie sparen sich ihre neuen Reifen auf, um dann im Rennen bessere Karten zu haben. Darunter leidet jedoch das Spektakel in der Qualifikation. Dies stört auch Formel-1-Chef Bernie Ecclestone. Dem 81-jährigen Briten ist die Umsetzung der aktuellen Regeln ein Dorn im Auge: "Was im Augenblick falsch läuft, ist, dass einige Fahrer denken, nicht auf die Pole-Position fahren zu können." Der Grund für diese Zurückhaltung sei das Kontingent an frischen Pirelli-Pneus. Doch mit einer neuen Verordnung könnte Abhilfe geschaffen werden. Ecclestone hat einen Vorschlag parat: "Ich sage ja schon lange, dass es einen weiteren Reifensatz geben sollte, der nach der Qualifikation abgegeben werden muss. Dann gibt es nichts, was man sich aufsparen könnte. Dann sind die Teams zum Wechseln gezwungen", meint Ecclestone und merkt an: "Was wir brauchen, ist ein weiterer Reifensatz, damit im Zeittraining mehr Runden abgespult werden." Mit den unvorhersehbaren Rennen ist der Formel-1-Chef indes vollkommen zufrieden und stellt seinen Reifenlieferanten - unabhängig von der Situation in der Qualifikation - ein sehr gutes Zeugnis aus: "Pirelli hat klasse Arbeit geleistet. Es ist weitaus schwieriger für sie, einen Reifen zu bauen, der nur 30 Prozent des Rennens durchsteht, als einen Reifen zu entwerfen, der die komplette Distanz meistert." "Es war ein Teil meines Vertrags mit ihnen, dass die Reifen nur für einen Teil des Rennens haltbar sein sollten. Ich war beeindruckt davon, dass es ihnen gelang", sagt Ecclestone. "Es hätte auch leicht anders kommen können, sodass nur zehn Runden drin gewesen wären oder das gesamte Rennen. Es war eine technische Meisterleistung", findet der Brite. "Ich hätte nicht gedacht, dass sie es schaffen."
Formel 1 zu Gast in Frankreich: Das bis dato letzte Rennen datiert aus 2008 ... Zoom © xpb.cc
Eine Neuauflage des Großen Preises von Frankreich schien in den vergangenen Monaten bereits gewaltig an Fahrt aufgenommen zu haben, doch just im Wahlmonat kamen die Vorhaben um das Comeback in der Formel 1 wieder ins Stocken. Offenbar ist nun auch der angestrebte Rennplatz in Paul Ricard, wo die Königsklasse in der Vergangenheit bereits fuhr, nicht mehr länger erste Wahl. Dabei hätte alles so einfach sein können, wie Formel-1-Chef Bernie Ecclestone gegenüber 'ESPN' betont. "Die Franzosen hatten genug Gelegenheiten, um es wahr zu machen, taten es aber nicht. Sie versprachen uns all die Dinge wie die Straßen von Paris oder Disney", meint der Brite. All diese Ansätze waren aber meist genauso schnell wieder vom Tisch, wie man sie aufgetischt hatte. Das Grand-Prix-Thema sei in Frankreich halt "sehr politisch", erklärt Ecclestone und merkt an: "Ich weiß nicht, ob es anders gewesen wäre, wenn Sarkozy wiedergewählt worden wäre. Keine Ahnung. Als er noch an der Macht war, hätten sie unterschreiben können. Sie hatten einen Vertrag vorliegen. Alles, was sie tun mussten, war, ihre Unterschrift darunter zu setzen", hält der Formel-1-Chef fest. Andererseits habe es ständig an der nötigen Konsequenz hinsichtlich eines Rennplatzes gefehlt, fügt Ecclestone hinzu: "Sie kamen eh nie zu einer Übereinkunft mit Paul Ricard. Dort würden Investitionen nötig werden, um Tribünen aufzubauen. Und der Paddock-Club ist nicht groß genug", sagt der 81-Jährige. Inzwischen ist auch nicht ausgeschlossen, dass die Formel 1 nach Magny-Cours zurückkehrt.
Teamchef Ross Brawn pocht auf die historische Bedeutung von Mercedes Zoom © xpbimages.com
Während beim letzten Concorde-Agreement, das im Jahr 2009 ratifiziert wurde, der Automobil-Weltverband FIA unter dem damaligen Präsidenten Max Mosley eine der treibenden Kräfte war, spielt die FIA bei den aktuellen Verhandlungen für 2013 bis 2020 praktisch keine Rolle. Bisher fanden die Gespräche fast ausschließlich zwischen Bernie Ecclestone und den Teams statt. Ross Brawn missfällt das: "Wir haben noch einen langen Weg vor uns, bevor wir finale Lösungen erreichen", sagt er und unterstreicht: "Ich denke, was man in all das einbeziehen sollte, ist die Rolle, die die FIA in Zukunft spielen wird, ihre Rolle in unserem Sport. Sie waren bisher ruhig, aber sie werden eine Rolle spielen. Ich bin einigermaßen zuversichtlich, dass wir vernünftige Lösungen für die Zukunft finden können. Ich glaube aber nicht, dass schon alles erledigt ist." Mercedes war bisher das einzige Topteam, das Ecclestone noch nicht signalisiert hatte, das neue Concorde-Agreement unterschreiben zu wollen. Bei einem Treffen mit Daimler-Konzernchef Dieter Zetsche - Brawn war aus gesundheitlichen Gründen abwesend - dürfte es zuletzt in Barcelona aber eine Annäherung zwischen Mercedes und den Inhabern der kommerziellen Rechte gegeben haben. Angeblich könnte dieses Wochenende alles unter Dach und Fach gebracht werden. Brawn schweigt zur Mercedes-Situation hinsichtlich des Concorde-Agreements: "Ich kann das immer noch nicht kommentieren", meint er und ergänzt in Anspielung auf die von Ecclestone angezweifelte historische Bedeutung der deutschen Marke: "Wir sind sehr stolz auf unsere Geschichte und glauben, dass sie für den Sport wichtig ist. Da sind die Menschen unterschiedlicher Auffassung. Aber das ist alles Teil der heiklen Verhandlungen, die stattfinden."
Nico Hülkenberg blickt skeptisch auf die Hackordnung in der Formel 1 Zoom © xpbimages.com
Ein Mal schrammte Force India knapp an einem Grand-Prix-Sieg vorbei: Das war mit Giancarlo Fisichella in Spa-Francorchamps. Dass diese Gelegenheit bald wieder kommt, glaubt Nico Hülkenberg nicht, wie er 'auto motor und sport' verrät: "Williams und Sauber waren nach unseren Messungen in Barcelona bei den schnellsten Autos dabei. Die muss man jetzt auch zu den Top-Teams zählen." Den Mercedes-befeuerten Inder dagegen nicht. Und das trotz der Fortschritte, die die Truppe um Besitzer Vijay Mallya gemacht hat: "Wir haben uns definitiv gesteigert, vor allem in der Traktion. Unsere Gegner sind diesen Schritt aber mitgegangen", erklärt Hülkenberg und verweist erneut auf die ehemaligen Mittelfeldkonkurrenten, von denen nur noch Toro Rosso hinter Force India rangiert. "In den schnellen Kurven sind Sauber und Williams besser als wir." Woher rührt es, dass Force India - denen rund drei Zehntelsekunden fehlen - nicht mit der Konkurrenz aus der Hinwil und Grove mithalten kann? Für Hülkenberg sekundär: "Uns bleibt nichts anderes übrig, als zu entwickeln, weil wir zurückliegen. Wir brauchen noch ein paar Zehntelchen, um an die anderen ranzukommen", insistiert er. "Es ist wichtig, eine gute Balance zwischen Entwicklung und dem Verständnis des Autos zu finden", macht Hülkenberg deutlich. Dann scheint das erklärte Saisonziel, nämlich Rang fünf in der Konstrukteurs-Wertung, nicht außer Reichweite. "Das ist immer noch möglich, wenn auch schwierig, weil die anderen auch weiter Punkte machen werden", befürchtet der Emmericher und hofft auf die Kurse, die 2011 im Sommer und Herbst im Grand-Prix-Kalender standen. "Da ist der Knoten bei uns auch erst in der zweiten Saisonhälfte aufgegangen", so Hülkenberg.
Quelle: motorsport-total.com
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| Formel 1 » Hamilton: 78 Mal an der Haustüre vorbei |
Hamilton: 78 Mal an der Haustüre vorbei
23.05.2012 - 21:15
Fernando Alonso war im ersten Training deutlich schneller als alle anderen Zoom © xpbimages.com
Für den Rest des Wochenendes ist der Wetterbericht instabil, aber während des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco präsentierte sich die Cote d'Azur von ihrer schönsten Seite. Zwar ist es nach rund acht Minuten unmöglich, Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis zu ziehen, aber die erste Bestzeit des Donnerstags sicherte sich Fernando Alonso in 1:16.265 Minuten. Der Ferrari-Pilot verpasste damit seine Donnerstags-Bestzeit aus dem Vorjahr (1:15.123 Minuten), distanzierte aber Romain Grosjean (Lotus) um 0,365 und Sergio Perez (Sauber) um 0,446 Sekunden. Perez war zu Beginn der Session der Erste, der einen kompletten Run absolvierte - möglicherweise auch, um sein Unfalltrauma des Vorjahres gleich zu Beginn des Wochenendes abzuschütteln. Das dürfte ihm gelungen sein. Kovalainens Renault-Motor geplatztEine Zeitenjagd am Ende blieb übrigens aus, weil die Session knapp zehn Minuten vor Schluss unterbrochen werden musste. Heikki Kovalainen (18./Caterham/+2,774) vernebelte erst den kompletten Tunnel, ehe der Motor vor der Hafenschikane komplett kaputt ging und blockierte, sodass der Finne an einer gefährlichen Stelle stehen bleiben musste. "Der Motor ist weg", funkte Kovalainen, ehe sein Caterham von neun Streckenposten weggeschoben wurde. Sergio Perez scheint den Schock des Vorjahres schon gut verdaut zu haben © xpbimages.com "Wir wissen nicht genau, was passiert ist", erklärt ein Caterham-Sprecher. "Als Heikki aus dem Tunnel herauskam, spürte er, wie die Hinterachse blockierte. Deshalb stellte er das Auto ab. Das Fahrzeug wurde nicht beschädigt, doch es gab reichlich Rauch. Für den Nachmittag dürfte ein Motorwechsel anstehen. Wenn der bisherige Motor dann wieder in der Renault-Fabrik ist und dort untersucht wird, dürfte sich die genaue Ursache feststellen lassen." "Das ist eine Stelle, an der man nicht stehen bleiben sollte, aber wo soll man hin, wenn der Motor blockiert?", meint Experte Marc Surer. Zum Glück ging die Situation glimpflich aus und alle nachfolgenden Autos konnten trotz der schlechten Sicht ausweichen. Aufgrund der von Kovalainen gelegten Ölspur im Tunnel wurde die Session nicht mehr neu gestartet - sehr zum Leidwesen von Sebastian Vettel (9./Red Bull/+0,957), der noch etwas ausprobieren wollte. Training: Jede Runde zählt"In Monaco", weiß der ehemalige Formel-1-Pilot Surer, "zählt jede Runde. Es ist eine Fahrerstrecke. Natürlich muss das Auto passen, aber der Einfluss des Fahrers ist hier größer als auf jeder anderen Strecke." Hofft auch der drittplatzierte Perez und meint selbstbewusst: "Wir sind hier ziemlich konkurrenzfähig. Es wird also unser Ziel sein, um das Podium zu kämpfen." Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari macht ihm Mut: "Sauber scheint einen Schritt gemacht zu haben." Ex-Weltmeister Mika Häkkinen hat eher seinen Landsmann Kimi Räikkönen auf der Rechnung: "Der Lotus scheint hier wirklich gut zu gehen." Aber während Grosjean im Drift-Fahrstil von Anfang an ganz vorne mitfuhr, hatte Räikkönen die Lotus-Box schon verlassen, als Kovalainens Renault-Motor noch gar nicht geplatzt war. Wegen eines Problems mit der Servolenkung musste der "Iceman" die erste Session nach der Installationsrunde spritzen. Massa bemüht, aber verkrampftDie Monaco-Spezialisten Lewis Hamilton (McLaren/+0,482) und Pastor Maldonado (Williams/+0,495) landeten auf den Plätzen vier und fünf, noch vor Felipe Massa (Ferrari/+0,578), der heute Morgen sehr couragiert wirkte und 19 Runden absolvierte. In einer davon streifte er unnötigerweise auf der Geraden (!) vor der Tabak-Kurve die Leitplanken, aber das Team nahm ihn via Funk in Schutz: "Schon okay, kann passieren, Felipe." Kimi Räikkönen musste im ersten Freien Training bis auf eine Runde zuschauen © Lotus Das Mercedes-Duo Rosberg/Schumacher landete mit jeweils rund einer Sekunde Rückstand auf den Plätzen zehn und elf, unmittelbar vor Nico Hülkenberg (Force India/+1,366). Apropos Mercedes: Schumacher bereitete seiner Crew ein wenig Arbeit, als er mit einem losen Frontflügel an die Box kam. Was die Ursache für dieses Problem war, ging aus den TV-Bildern jedoch nicht hervor. 13. wurde Mark Webber (Red Bull/+1,841). Jenson Button (+0,925) belegte zunächst Platz acht. McLaren testete aber nicht nur für dieses Wochenende, sondern auch schon 2013er-Komponenten - und die scheinen die Fahrer noch immer in der Sicht zu beschränken, wie Button über Funk lautstark bemängelte. Ansonsten gab es während des ersten Trainings keine Zwischenfälle oder Crashes, was für die Disziplin des Starterfeldes spricht. Übrigens: Freitagstester waren heute nicht im Einsatz.
Bestes Rennwetter in Monaco: Schmeckt das den Reifen oder tut es das nicht? Zoom © xpbimages.com
(Motorsport-Total.com/Sky) - Als wäre der Stadtkurs von Monte Carlo nicht schwierig genug: Die Pirelli-Reifen der Formel 1 werden die Fahrer und ihre Teams auch beim Glamour-Grand-Prix vor eine große Aufgabe stellen. Davon sind die unmittelbar Beteiligten überzeugt. Die Frage ist allerdings noch, wie groß der Einfluss der Pneus auf die Gesamtleistung sein wird. Michael Schumacher hat da einen gewissen Verdacht. Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister rechnet mit keinem allzu "wilden" Wochenende, was die Reifensituation anbelangt. "Hier sollte es etwas konstanter sein und nicht so dramatisch wie bei anderen Rennen. Es kommt aber ganz auf die Temperaturen an", meint Schumacher. Im ersten Freien Training gab es im Fürstentum noch frühlingshafte 22 Grad Celsius - optimale Bedingungen. "Wenn wir in einem solchen normalen Bereich liegen, sollte es halbwegs okay sein", erklärt "Schumi" und fügt hinzu: "Sollten wir in die 30er gelangen, wird es für alle problematisch." Generell sei das Fahren in Monaco "ein Drahtseilakt, bei dem du im Rennen 78 Runden lang jonglierst. Manchmal fällst du runter, manchmal bleibst du drauf. Dementsprechend verändert sich der Spaß", sagt Schumacher.
Jenson Button ist sich der Fehler aus den vergangenen Rennen wohl bewusst Zoom © xpbimages.com
Drei aus fünf: Jenson Button punktete in diesem Jahr nicht in jedem Rennen, was den britischen McLaren-Piloten bereits einiges an Boden kostete. Trotzdem zeigt sich der Weltmeister von 2009 vor dem Großen Preis von Monaco sehr zuversichtlich, schließlich liebt er diesen Grand Prix und hat ihn auch schon einmal gewonnen. In seiner Medienrunde spricht Button über den speziellen Reiz eines Rennens im Fürstentum und über seine Aussichten in der WM-Gesamtwertung der Formel 1. Frage: "Jenson, du hast auf dem einzigen Stadtkurs gewonnen, den die Formel 1 in diesem Jahr schon besucht hat. Monte Carlo ist aber eine etwas andere Nummer. Was denkst du vor dem Beginn dieses Wochenendes?" Jenson Button: "Es ist schön, wieder hier zu sein. Ich denke, wir alle lieben es, durch die Straßen von Monaco zu fahren. Es ist einer dieser Kurse, die keinen Fehler verzeihen." "In Melbourne kannst du dir vielleicht noch einen Schnitzer erlauben, doch hier bedeutet dergleichen schlichtweg 'Game Over'. Monte Carlo macht sehr viel Spaß, selbst im Simulator. Der Spaßfaktor ist beim Fahren einfach noch viel größer als auf anderen Strecken. Ich freue mich schon sehr darauf, am Freitag endlich loszulegen." Die Vorfreude ist großFrage: "Kannst du aus der Arbeit im Simulator schließen, dass das Auto in Monte Carlo konkurrenzfähig sein wird?" Button: "Nun, das Fahrzeug fühlte sich im Simulator sehr gut an. Schauen wir einmal, wie sich die Situation hier auf der Strecke darstellt. Du musst in jedem Fall große Vorsicht walten lassen, denn der Kurs verbessert sich im Verlauf des Wochenendes." "Es ist zudem der einzige Ort, an dem wir schon donnerstags fahren. Danach haben wir einen Tag frei und die Straßenautos fahren über die Strecke. Am Samstag steigt dann die Qualifikation. Da musst du aufmerksam sein und darfst dich nicht zu unbedarft verhalten. Das Überholen ist hier nicht so einfach." Frage: "Nach dem vergangenen Jahr hast du hier sicherlich noch eine offene Rechnung ..." Button: "Ja, wir haben uns erst wieder mit dem Rennverlauf von 2011 vertraut gemacht. Man könnte sagen, dass der Abbruch zum Schluss dafür gesorgt hat, dass unsere Chancen auf den Sieg ein bisschen vermindert wurden." "Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben." "Egal, das liegt nun in der Vergangenheit. Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben. Ob das drin ist, wird sich zeigen. Es ist so gesehen nicht anders als an jedem anderen Wochenende sonst. Die Situation gestaltet sich von Rennen zu Rennen derart unterschiedlich. Pastor (Maldonado; Anm. d. Red.) hatte sich in Bahrain noch auf Rang 17 qualifiziert, glaube ich." "In Barcelona qualifizierte er sich dagegen auf Platz zwei. Ich denke nicht, dass sich so viel verändert hat. Es ist schwierig. Aus Fahrersicht ist Monte Carlo eine etwas andere Nummer. Die Erfahrung spielt hier eine ziemlich wichtige Rolle. Entscheidend ist auch, das Auto auf einem solchen Kurs wirklich zu verstehen. Hoffentlich gelingt uns das bis Samstag."
Frage: "Nach dem Spanien-Rennen konntest du nur mit dem Kopf schütteln, weil es offenbar nicht so lief, wie du dir das gedacht hattest. Habt ihr eure Probleme in den Griff gekriegt?" Button: "Bisher habe ich das Auto noch nicht gefahren, also nein, ich weiß es nicht. Ja, wir haben gemeinsam mit den Ingenieuren einen Blick in die Daten geworfen. Es gibt ein paar Dinge, von denen wir glauben, ein paar Fehler gemacht zu haben. Trotzdem müssen wir abwarten und schauen, wie sich das Auto hier anfühlt." McLaren auf FehlersucheFrage: "Die jüngsten Rennen waren nicht gerade berauschend. Es gab ein paar Fehler seitens des Teams. War das ein Thema in der Fabrik?" Button: "Na klar. Jeder macht Fehler. Wir haben ein paar gemacht, doch damit wirst du nicht Weltmeister. Wichtig ist, daraus zu lernen und weiterzumachen. Es geht darum, sicherzustellen, dass sich dergleichen nicht wiederholt." "Wir haben das Team dahingehend auch ein bisschen umstrukturiert. Wir als Team müssen schauen, was wir speziell bei den Boxenstopps tun können. Wir haben hier einige Verbesserungen am Start, die uns ziemlich helfen sollten. Es kommt auf Konstanz und Tempo an. Hier ist es eh etwas Besonderes: In Monaco brauchst du eine gute Qualifikation, einen guten Start und gute Boxenstopps." Frage: "Verläuft die Saison bisher so, wie du es erwartet hast? In fünf Rennen gab es fünf Sieger - und auch du hast 2012 schon gewonnen ..." Button: "Nein, dergleichen hatte ich nicht erwartet. Wir gingen zuversichtlich in die Saison, denn wir hatten einen guten Winter gehabt. Die Saison begann stark für uns. Eben wie wir es uns erhofft hatten. Seither war es sehr durchwachsen für uns." "Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar." Jenson Button "Wir waren schnell in Malaysia und schnell in China, aber in Bahrain und Spanien waren wir zumindest im Renntrimm nicht konkurrenzfähig. Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar. Wir hatten geglaubt, dass uns die Hitze vor Probleme stellt, doch die beiden jüngsten Rennen waren heißer als die vorangegangenen. Wir versuchen noch immer, herauszufinden, was Sache ist."
Frage: "Die Meisterschaft ist jedenfalls noch vollkommen offen ..." Button: "So ist es. Ich habe aber schon in zwei Rennen keine Punkte geholt. Das ist sehr seltsam. Es ist so schwierig, schlau daraus zu werden. Du musst einfach bereit sein. Manchmal scheint das Auto zu funktionieren, manchmal nicht. Wichtig ist, keine Fehler zu machen. Dann bist du vorn mit dabei." Wie halten die Reifen in Monte Carlo?Frage: "Bist du im Hinblick auf die Reifen ein Zocker oder wartest du darauf, bis die letzte Karte aufgedeckt wird?" Button: "Ich war eigentlich immer gut darin, doch in diesem Jahr haben wir anscheinend ein paar Probleme damit, die Reifen zu verstehen. Ich denke, da sitzen wir alle im selben Boot." "Hoffentlich sehen wir vor dem Qualifying klarer, denn Monte Carlo kann die Reifen schon sehr intensiv rannehmen. Auf einmal sind die Pneus dann hinüber. Das sahen wir 2009 bei Sebastian Vettel, aber nicht nur damals. Wir hoffen einfach, ein besseres Reifenverständnis zu haben, als dies an den vergangenen Wochenenden der Fall war." "Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet." Jenson Button Frage: "Sebastian Vettel fuhr im vergangenen Jahr 50 Runden auf der weichen Mischung. Denkst du, das wäre auch mit den aktuellen Reifen möglich?" Button: "Waren es bei ihm wirklich 50 Runden oder kam ihm da die rote Flagge dazwischen? Es waren 50 Runden? Okay, cool. Es sah jedenfalls ganz nach einem sehr aufregenden Zieleinlauf aus. Ich weiß nicht, was passiert wäre. Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet. Wir werden es nie erfahren. So kam es nicht, weil das Rennen ja unterbrochen wurde." Frage: "Das Wetter könnte am Sonntag für eine nasse Strecke sorgen, vielleicht auch schon am Samstag. Gut für euch?" Button: "Ich werfe alle zwei Stunden einen Blick auf die Wettervorhersage. Sie verändert sich ständig. Am Dienstag hieß es noch, es würde Samstag und Sonntag regnen, jetzt soll es nur am Samstag regnen oder gar nicht, und erst am Montag." "Schauen wir einmal, was passiert. Im Qualifying hat man es natürlich gern trocken, weil es ein solcher Kick ist, wenn man das Auto ans Limit bringt. Das lieben wir. Im Nassen ist es ganz anders, doch wir würden trotzdem das Beste daraus machen." Frage: "Ich habe hier zehn Euro für dich, aber die musst du auf den Fahrer setzen, von dem du glaubst, dass er hier gewinnt ..." Button: "Ich! Einhundert Prozent." Frage: "Dann nimm das Geld ..." Button: "Nein. Ich nehme kein Bargeld (lacht; Anm. d. Red.)." Ein Traditionskurs, der Freude machtFrage: "Zurück zu Monaco: Dieser Kurs ist etwas Besonderes, nicht wahr?" Button: "Ja. Wir alle lieben es, hier durch die Straßen zu fahren. Es ist eine ungewöhnliche Strecke, denn die Leitplanken stehen so nah. Fehler werden nicht verziehen. Es ist ein Traditionskurs. Das ist gut." "Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Jenson Button "Wir lieben solche Orte - Suzuka, Spa-Francorchamps. Die Strecke an sich hat sich nicht viel verändert, doch es gibt nun bessere Auslaufzonen. Das macht viel Spaß. Wenn du hier im Qualifying alles aus dem Auto herausholen kannst, dann ist das einfach nur toll. Das lieben wir. Dann realisierst du, dass du einen Formel-1-Rennwagen mit 750 PS zähmst. Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Frage: "Du hast hier schon gewonnen. Wie aufregend ist dieser Kurs und wo sind die Schlüsselstellen?" Button: "Es ist der gesamte Kurs. Es ist völlig verrückt, hier mit einem Formel-1-Auto herumzufahren. Uns macht das aber sehr viel Spaß. Es gibt hier zwar nicht sehr viele schnelle Kurven, doch die sind sehr aufregend. Die Schwimmbad-Passage ist toll, aber auch der Hügel beim Kasino. Du musst dich herantasten, denn sonst schlägt dieser Ort zurück, wenn du nur einen kleinen Fehler machst. Deshalb ist es so spannend." Frage: "Am Ausgang des Tunnels wurden ein paar Bodenwellen entfernt. Ist das gut oder schlecht für das Überholen an dieser Stelle?" Button: "Nun, wir hatten schon 2011 kein DRS an dieser Stelle und auch in diesem Jahr ist das der Fall. Das ist gut so. Es wurden aber auch die Reifenstapel verschoben, in die Perez eingeschlagen war. Auch das ist gut. In den Auslaufzonen wurde zudem etwas Sand in die Farbe gemischt. Das sollte dabei helfen, die Autos rascher abzubremsen. Ebenfalls eine gute Sache."
Fernando Alonso tritt in Monaco mit einem in Gold und Weiß gehaltenen Helm an Zoom © Ferrari
Eine Stadtrundfahrt im Zuhause der Reichen und Schönen: Beim Großen Preis von Monaco geht es alljährlich um das Motto "sehen und gesehen werden". Wohl auch deshalb warten die Fahrer und Teams der Formel 1 meist bei diesem Rennen mit besonderen Lackierungen oder neuen Farben auf. Bei Fernando Alonso ist das 2012 nicht anders: Der Spanier bringt einen speziellen Helm an den Start. Der eigens für die Hatz im Leitplanken-Kanal von Monte Carlo entworfene Kopfputz besticht durch die Farben Gold und Weiß und stellt eine Hommage an das Traditionsrennen dar. Ebenfalls eingearbeitet sind Elemente aus dem Glücksspiel wie Jetons, Roulette und Würfel. Außerdem ist auf der Oberseite des Helms ein Ferrari 158 zu sehen, wie ihn John Surtees 1964 fuhr - und damit Weltmeister wurde. Zu sehen ist darüber hinaus das Viktoria-Kreuz von Asturien, der spanischen Heimat von Alonso. Und neben dem Monaco-Motto "Bet on Red" ("Setze auf Rot"; Anm. d. Red.) finden sich auf dem Helm noch diverse Zahlen, die allesamt mit der Formel-1-Karriere des zweimaligen Weltmeisters und der Formel 1 im Fürstentum in Verbindung stehen. Auch seine zwei Monaco-Siege sind dort verewigt. Die "78" steht beispielsweise für die Anzahl der Rennrunden beim Großen Preis von Monaco, die "70" für das runde Jubiläum des Traditionsrennens. 75 Mal stand Alonso bereits auf einem Formel-1-Podest, 20 Mal startete er von der Pole-Position. Die "19" entspricht der Anzahl der Kurven auf einer Runde in Monte Carlo, die "5" Alonsos Startnummer. Was die "14" bedeuten soll, wurde nicht verraten.
"Hallo, Jungs, wir müssen da was ändern." Bernie Ecclestone stört sich am Q3-Ablauf Zoom © xpbimages.com
Das Top-10-Finale im Qualifying ist nicht mehr das, was es einmal war. Denn statt mit einem letzten frischen Reifensatz auf die Jagd nach der Pole-Position oder einem vorderen Startplatz zu gehen, verzichten einige Piloten lieber auf eine schnelle Runde. Sie sparen sich ihre neuen Reifen auf, um dann im Rennen bessere Karten zu haben. Darunter leidet jedoch das Spektakel in der Qualifikation. Dies stört auch Formel-1-Chef Bernie Ecclestone. Dem 81-jährigen Briten ist die Umsetzung der aktuellen Regeln ein Dorn im Auge: "Was im Augenblick falsch läuft, ist, dass einige Fahrer denken, nicht auf die Pole-Position fahren zu können." Der Grund für diese Zurückhaltung sei das Kontingent an frischen Pirelli-Pneus. Doch mit einer neuen Verordnung könnte Abhilfe geschaffen werden. Ecclestone hat einen Vorschlag parat: "Ich sage ja schon lange, dass es einen weiteren Reifensatz geben sollte, der nach der Qualifikation abgegeben werden muss. Dann gibt es nichts, was man sich aufsparen könnte. Dann sind die Teams zum Wechseln gezwungen", meint Ecclestone und merkt an: "Was wir brauchen, ist ein weiterer Reifensatz, damit im Zeittraining mehr Runden abgespult werden." Mit den unvorhersehbaren Rennen ist der Formel-1-Chef indes vollkommen zufrieden und stellt seinen Reifenlieferanten - unabhängig von der Situation in der Qualifikation - ein sehr gutes Zeugnis aus: "Pirelli hat klasse Arbeit geleistet. Es ist weitaus schwieriger für sie, einen Reifen zu bauen, der nur 30 Prozent des Rennens durchsteht, als einen Reifen zu entwerfen, der die komplette Distanz meistert." "Es war ein Teil meines Vertrags mit ihnen, dass die Reifen nur für einen Teil des Rennens haltbar sein sollten. Ich war beeindruckt davon, dass es ihnen gelang", sagt Ecclestone. "Es hätte auch leicht anders kommen können, sodass nur zehn Runden drin gewesen wären oder das gesamte Rennen. Es war eine technische Meisterleistung", findet der Brite. "Ich hätte nicht gedacht, dass sie es schaffen."
Formel 1 zu Gast in Frankreich: Das bis dato letzte Rennen datiert aus 2008 ... Zoom © xpb.cc
Eine Neuauflage des Großen Preises von Frankreich schien in den vergangenen Monaten bereits gewaltig an Fahrt aufgenommen zu haben, doch just im Wahlmonat kamen die Vorhaben um das Comeback in der Formel 1 wieder ins Stocken. Offenbar ist nun auch der angestrebte Rennplatz in Paul Ricard, wo die Königsklasse in der Vergangenheit bereits fuhr, nicht mehr länger erste Wahl. Dabei hätte alles so einfach sein können, wie Formel-1-Chef Bernie Ecclestone gegenüber 'ESPN' betont. "Die Franzosen hatten genug Gelegenheiten, um es wahr zu machen, taten es aber nicht. Sie versprachen uns all die Dinge wie die Straßen von Paris oder Disney", meint der Brite. All diese Ansätze waren aber meist genauso schnell wieder vom Tisch, wie man sie aufgetischt hatte. Das Grand-Prix-Thema sei in Frankreich halt "sehr politisch", erklärt Ecclestone und merkt an: "Ich weiß nicht, ob es anders gewesen wäre, wenn Sarkozy wiedergewählt worden wäre. Keine Ahnung. Als er noch an der Macht war, hätten sie unterschreiben können. Sie hatten einen Vertrag vorliegen. Alles, was sie tun mussten, war, ihre Unterschrift darunter zu setzen", hält der Formel-1-Chef fest. Andererseits habe es ständig an der nötigen Konsequenz hinsichtlich eines Rennplatzes gefehlt, fügt Ecclestone hinzu: "Sie kamen eh nie zu einer Übereinkunft mit Paul Ricard. Dort würden Investitionen nötig werden, um Tribünen aufzubauen. Und der Paddock-Club ist nicht groß genug", sagt der 81-Jährige. Inzwischen ist auch nicht ausgeschlossen, dass die Formel 1 nach Magny-Cours zurückkehrt.
Teamchef Ross Brawn pocht auf die historische Bedeutung von Mercedes Zoom © xpbimages.com
Während beim letzten Concorde-Agreement, das im Jahr 2009 ratifiziert wurde, der Automobil-Weltverband FIA unter dem damaligen Präsidenten Max Mosley eine der treibenden Kräfte war, spielt die FIA bei den aktuellen Verhandlungen für 2013 bis 2020 praktisch keine Rolle. Bisher fanden die Gespräche fast ausschließlich zwischen Bernie Ecclestone und den Teams statt. Ross Brawn missfällt das: "Wir haben noch einen langen Weg vor uns, bevor wir finale Lösungen erreichen", sagt er und unterstreicht: "Ich denke, was man in all das einbeziehen sollte, ist die Rolle, die die FIA in Zukunft spielen wird, ihre Rolle in unserem Sport. Sie waren bisher ruhig, aber sie werden eine Rolle spielen. Ich bin einigermaßen zuversichtlich, dass wir vernünftige Lösungen für die Zukunft finden können. Ich glaube aber nicht, dass schon alles erledigt ist." Mercedes war bisher das einzige Topteam, das Ecclestone noch nicht signalisiert hatte, das neue Concorde-Agreement unterschreiben zu wollen. Bei einem Treffen mit Daimler-Konzernchef Dieter Zetsche - Brawn war aus gesundheitlichen Gründen abwesend - dürfte es zuletzt in Barcelona aber eine Annäherung zwischen Mercedes und den Inhabern der kommerziellen Rechte gegeben haben. Angeblich könnte dieses Wochenende alles unter Dach und Fach gebracht werden. Brawn schweigt zur Mercedes-Situation hinsichtlich des Concorde-Agreements: "Ich kann das immer noch nicht kommentieren", meint er und ergänzt in Anspielung auf die von Ecclestone angezweifelte historische Bedeutung der deutschen Marke: "Wir sind sehr stolz auf unsere Geschichte und glauben, dass sie für den Sport wichtig ist. Da sind die Menschen unterschiedlicher Auffassung. Aber das ist alles Teil der heiklen Verhandlungen, die stattfinden."
Nico Hülkenberg blickt skeptisch auf die Hackordnung in der Formel 1 Zoom © xpbimages.com
Ein Mal schrammte Force India knapp an einem Grand-Prix-Sieg vorbei: Das war mit Giancarlo Fisichella in Spa-Francorchamps. Dass diese Gelegenheit bald wieder kommt, glaubt Nico Hülkenberg nicht, wie er 'auto motor und sport' verrät: "Williams und Sauber waren nach unseren Messungen in Barcelona bei den schnellsten Autos dabei. Die muss man jetzt auch zu den Top-Teams zählen." Den Mercedes-befeuerten Inder dagegen nicht. Und das trotz der Fortschritte, die die Truppe um Besitzer Vijay Mallya gemacht hat: "Wir haben uns definitiv gesteigert, vor allem in der Traktion. Unsere Gegner sind diesen Schritt aber mitgegangen", erklärt Hülkenberg und verweist erneut auf die ehemaligen Mittelfeldkonkurrenten, von denen nur noch Toro Rosso hinter Force India rangiert. "In den schnellen Kurven sind Sauber und Williams besser als wir." Woher rührt es, dass Force India - denen rund drei Zehntelsekunden fehlen - nicht mit der Konkurrenz aus der Hinwil und Grove mithalten kann? Für Hülkenberg sekundär: "Uns bleibt nichts anderes übrig, als zu entwickeln, weil wir zurückliegen. Wir brauchen noch ein paar Zehntelchen, um an die anderen ranzukommen", insistiert er. "Es ist wichtig, eine gute Balance zwischen Entwicklung und dem Verständnis des Autos zu finden", macht Hülkenberg deutlich. Dann scheint das erklärte Saisonziel, nämlich Rang fünf in der Konstrukteurs-Wertung, nicht außer Reichweite. "Das ist immer noch möglich, wenn auch schwierig, weil die anderen auch weiter Punkte machen werden", befürchtet der Emmericher und hofft auf die Kurse, die 2011 im Sommer und Herbst im Grand-Prix-Kalender standen. "Da ist der Knoten bei uns auch erst in der zweiten Saisonhälfte aufgegangen", so Hülkenberg.
Seiner Heimat Großbritannien hat Hamilton schon lange den Rücken gekehrt Zoom © xpbimages.com
Viele Fahrer haben ihren Wohnsitz in das Steuer- und Lebensqualitäts-Paradies Monaco verlegt. Auch Lewis Hamilton gefällt es an der Cote d'Azur. Der Brite ist erst kürzlich aus der Schweiz in das Fürstentum gezogen und zeigt sich begeistert vom neuen Wohnort sowie dem kurzen Weg an den Arbeitsplatz: "Es ist ein fantastisches Gefühl, in deinem eigenen Bett aufzuwachen und einfach nur die Straße hinunterzufahren, um bei der Arbeit anzukommen", freut sich der McLaren-Pilot. Lebensgefährtin Nicole Scherzinger beim Vorbeifahren am heimischen Balkon theoretisch zuwinken zu können, gefällt Hamilton. "Das erlebe ich heute zum ersten Mal, doch ich bin mir sicher: Es wird einen großen Unterschied ausmachen", prognostiziert er. "Ich habe auch mein früheres Zuhause geliebt, doch das ist ein ganz anderer Ort. Ich mag ihn noch ein bisschen mehr, scheint mir", so Hamilton, der sich bekanntermaßen gerne mit Stars aus dem Showbusiness umgibt. Doch auch an seinem alten Wohnort fand der 27-Jährige Gefallen. "Als ich in der Schweiz lebte, war das eines der schönsten Länder, die ich je besucht hatte. Das Wetter war ein bisschen wie in Großbritannien, doch es war meist viel schöner", schmunzelt Hamilton und beschreibt den Unterschied als eklatant: "Es dauerte eine Ewigkeit, um bis zu einem Restaurant zu gelangen. Ich konnte nicht einfach nur hinlaufen oder hinfahren", so der Weltmeister von 2008 über die Abgeschiedenheit. Hamilton meint: "Ich habe das Gefühl, es weiterhin genießen zu müssen. Ich laufe jeden Tag auf der Strecke und laufe sie fast komplett ab. Es ist schon unglaublich, jeden Tag auf seiner Lieblingsstrecke herumlaufen zu können", so der Brite, der tagtäglich Sporthistorie lebt. "Du denkst: 'Wow, ich laufe durch den Tunnel, durch den solche Legenden wie Michael und Ayrton (Senna; Anm. d. Red.) gefahren sind. Jetzt bin ich einer dieser Rennfahrer und wohne noch dazu hier."
Quelle: motorsport-total.com
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| Formel 1 » In der Haarnadel wittert die Elektronik den Motoren-Tod |
In der Haarnadel wittert die Elektronik den Motoren-Tod
23.05.2012 - 20:55
Fernando Alonso war im ersten Training deutlich schneller als alle anderen Zoom © xpbimages.com
Für den Rest des Wochenendes ist der Wetterbericht instabil, aber während des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco präsentierte sich die Cote d'Azur von ihrer schönsten Seite. Zwar ist es nach rund acht Minuten unmöglich, Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis zu ziehen, aber die erste Bestzeit des Donnerstags sicherte sich Fernando Alonso in 1:16.265 Minuten. Der Ferrari-Pilot verpasste damit seine Donnerstags-Bestzeit aus dem Vorjahr (1:15.123 Minuten), distanzierte aber Romain Grosjean (Lotus) um 0,365 und Sergio Perez (Sauber) um 0,446 Sekunden. Perez war zu Beginn der Session der Erste, der einen kompletten Run absolvierte - möglicherweise auch, um sein Unfalltrauma des Vorjahres gleich zu Beginn des Wochenendes abzuschütteln. Das dürfte ihm gelungen sein. Kovalainens Renault-Motor geplatztEine Zeitenjagd am Ende blieb übrigens aus, weil die Session knapp zehn Minuten vor Schluss unterbrochen werden musste. Heikki Kovalainen (18./Caterham/+2,774) vernebelte erst den kompletten Tunnel, ehe der Motor vor der Hafenschikane komplett kaputt ging und blockierte, sodass der Finne an einer gefährlichen Stelle stehen bleiben musste. "Der Motor ist weg", funkte Kovalainen, ehe sein Caterham von neun Streckenposten weggeschoben wurde. Sergio Perez scheint den Schock des Vorjahres schon gut verdaut zu haben © xpbimages.com "Wir wissen nicht genau, was passiert ist", erklärt ein Caterham-Sprecher. "Als Heikki aus dem Tunnel herauskam, spürte er, wie die Hinterachse blockierte. Deshalb stellte er das Auto ab. Das Fahrzeug wurde nicht beschädigt, doch es gab reichlich Rauch. Für den Nachmittag dürfte ein Motorwechsel anstehen. Wenn der bisherige Motor dann wieder in der Renault-Fabrik ist und dort untersucht wird, dürfte sich die genaue Ursache feststellen lassen." "Das ist eine Stelle, an der man nicht stehen bleiben sollte, aber wo soll man hin, wenn der Motor blockiert?", meint Experte Marc Surer. Zum Glück ging die Situation glimpflich aus und alle nachfolgenden Autos konnten trotz der schlechten Sicht ausweichen. Aufgrund der von Kovalainen gelegten Ölspur im Tunnel wurde die Session nicht mehr neu gestartet - sehr zum Leidwesen von Sebastian Vettel (9./Red Bull/+0,957), der noch etwas ausprobieren wollte. Training: Jede Runde zählt"In Monaco", weiß der ehemalige Formel-1-Pilot Surer, "zählt jede Runde. Es ist eine Fahrerstrecke. Natürlich muss das Auto passen, aber der Einfluss des Fahrers ist hier größer als auf jeder anderen Strecke." Hofft auch der drittplatzierte Perez und meint selbstbewusst: "Wir sind hier ziemlich konkurrenzfähig. Es wird also unser Ziel sein, um das Podium zu kämpfen." Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari macht ihm Mut: "Sauber scheint einen Schritt gemacht zu haben." Ex-Weltmeister Mika Häkkinen hat eher seinen Landsmann Kimi Räikkönen auf der Rechnung: "Der Lotus scheint hier wirklich gut zu gehen." Aber während Grosjean im Drift-Fahrstil von Anfang an ganz vorne mitfuhr, hatte Räikkönen die Lotus-Box schon verlassen, als Kovalainens Renault-Motor noch gar nicht geplatzt war. Wegen eines Problems mit der Servolenkung musste der "Iceman" die erste Session nach der Installationsrunde spritzen. Massa bemüht, aber verkrampftDie Monaco-Spezialisten Lewis Hamilton (McLaren/+0,482) und Pastor Maldonado (Williams/+0,495) landeten auf den Plätzen vier und fünf, noch vor Felipe Massa (Ferrari/+0,578), der heute Morgen sehr couragiert wirkte und 19 Runden absolvierte. In einer davon streifte er unnötigerweise auf der Geraden (!) vor der Tabak-Kurve die Leitplanken, aber das Team nahm ihn via Funk in Schutz: "Schon okay, kann passieren, Felipe." Kimi Räikkönen musste im ersten Freien Training bis auf eine Runde zuschauen © Lotus Das Mercedes-Duo Rosberg/Schumacher landete mit jeweils rund einer Sekunde Rückstand auf den Plätzen zehn und elf, unmittelbar vor Nico Hülkenberg (Force India/+1,366). Apropos Mercedes: Schumacher bereitete seiner Crew ein wenig Arbeit, als er mit einem losen Frontflügel an die Box kam. Was die Ursache für dieses Problem war, ging aus den TV-Bildern jedoch nicht hervor. 13. wurde Mark Webber (Red Bull/+1,841). Jenson Button (+0,925) belegte zunächst Platz acht. McLaren testete aber nicht nur für dieses Wochenende, sondern auch schon 2013er-Komponenten - und die scheinen die Fahrer noch immer in der Sicht zu beschränken, wie Button über Funk lautstark bemängelte. Ansonsten gab es während des ersten Trainings keine Zwischenfälle oder Crashes, was für die Disziplin des Starterfeldes spricht. Übrigens: Freitagstester waren heute nicht im Einsatz.
Bestes Rennwetter in Monaco: Schmeckt das den Reifen oder tut es das nicht? Zoom © xpbimages.com
(Motorsport-Total.com/Sky) - Als wäre der Stadtkurs von Monte Carlo nicht schwierig genug: Die Pirelli-Reifen der Formel 1 werden die Fahrer und ihre Teams auch beim Glamour-Grand-Prix vor eine große Aufgabe stellen. Davon sind die unmittelbar Beteiligten überzeugt. Die Frage ist allerdings noch, wie groß der Einfluss der Pneus auf die Gesamtleistung sein wird. Michael Schumacher hat da einen gewissen Verdacht. Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister rechnet mit keinem allzu "wilden" Wochenende, was die Reifensituation anbelangt. "Hier sollte es etwas konstanter sein und nicht so dramatisch wie bei anderen Rennen. Es kommt aber ganz auf die Temperaturen an", meint Schumacher. Im ersten Freien Training gab es im Fürstentum noch frühlingshafte 22 Grad Celsius - optimale Bedingungen. "Wenn wir in einem solchen normalen Bereich liegen, sollte es halbwegs okay sein", erklärt "Schumi" und fügt hinzu: "Sollten wir in die 30er gelangen, wird es für alle problematisch." Generell sei das Fahren in Monaco "ein Drahtseilakt, bei dem du im Rennen 78 Runden lang jonglierst. Manchmal fällst du runter, manchmal bleibst du drauf. Dementsprechend verändert sich der Spaß", sagt Schumacher.
Jenson Button ist sich der Fehler aus den vergangenen Rennen wohl bewusst Zoom © xpbimages.com
Drei aus fünf: Jenson Button punktete in diesem Jahr nicht in jedem Rennen, was den britischen McLaren-Piloten bereits einiges an Boden kostete. Trotzdem zeigt sich der Weltmeister von 2009 vor dem Großen Preis von Monaco sehr zuversichtlich, schließlich liebt er diesen Grand Prix und hat ihn auch schon einmal gewonnen. In seiner Medienrunde spricht Button über den speziellen Reiz eines Rennens im Fürstentum und über seine Aussichten in der WM-Gesamtwertung der Formel 1. Frage: "Jenson, du hast auf dem einzigen Stadtkurs gewonnen, den die Formel 1 in diesem Jahr schon besucht hat. Monte Carlo ist aber eine etwas andere Nummer. Was denkst du vor dem Beginn dieses Wochenendes?" Jenson Button: "Es ist schön, wieder hier zu sein. Ich denke, wir alle lieben es, durch die Straßen von Monaco zu fahren. Es ist einer dieser Kurse, die keinen Fehler verzeihen." "In Melbourne kannst du dir vielleicht noch einen Schnitzer erlauben, doch hier bedeutet dergleichen schlichtweg 'Game Over'. Monte Carlo macht sehr viel Spaß, selbst im Simulator. Der Spaßfaktor ist beim Fahren einfach noch viel größer als auf anderen Strecken. Ich freue mich schon sehr darauf, am Freitag endlich loszulegen." Die Vorfreude ist großFrage: "Kannst du aus der Arbeit im Simulator schließen, dass das Auto in Monte Carlo konkurrenzfähig sein wird?" Button: "Nun, das Fahrzeug fühlte sich im Simulator sehr gut an. Schauen wir einmal, wie sich die Situation hier auf der Strecke darstellt. Du musst in jedem Fall große Vorsicht walten lassen, denn der Kurs verbessert sich im Verlauf des Wochenendes." "Es ist zudem der einzige Ort, an dem wir schon donnerstags fahren. Danach haben wir einen Tag frei und die Straßenautos fahren über die Strecke. Am Samstag steigt dann die Qualifikation. Da musst du aufmerksam sein und darfst dich nicht zu unbedarft verhalten. Das Überholen ist hier nicht so einfach." Frage: "Nach dem vergangenen Jahr hast du hier sicherlich noch eine offene Rechnung ..." Button: "Ja, wir haben uns erst wieder mit dem Rennverlauf von 2011 vertraut gemacht. Man könnte sagen, dass der Abbruch zum Schluss dafür gesorgt hat, dass unsere Chancen auf den Sieg ein bisschen vermindert wurden." "Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben." "Egal, das liegt nun in der Vergangenheit. Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben. Ob das drin ist, wird sich zeigen. Es ist so gesehen nicht anders als an jedem anderen Wochenende sonst. Die Situation gestaltet sich von Rennen zu Rennen derart unterschiedlich. Pastor (Maldonado; Anm. d. Red.) hatte sich in Bahrain noch auf Rang 17 qualifiziert, glaube ich." "In Barcelona qualifizierte er sich dagegen auf Platz zwei. Ich denke nicht, dass sich so viel verändert hat. Es ist schwierig. Aus Fahrersicht ist Monte Carlo eine etwas andere Nummer. Die Erfahrung spielt hier eine ziemlich wichtige Rolle. Entscheidend ist auch, das Auto auf einem solchen Kurs wirklich zu verstehen. Hoffentlich gelingt uns das bis Samstag."
Frage: "Nach dem Spanien-Rennen konntest du nur mit dem Kopf schütteln, weil es offenbar nicht so lief, wie du dir das gedacht hattest. Habt ihr eure Probleme in den Griff gekriegt?" Button: "Bisher habe ich das Auto noch nicht gefahren, also nein, ich weiß es nicht. Ja, wir haben gemeinsam mit den Ingenieuren einen Blick in die Daten geworfen. Es gibt ein paar Dinge, von denen wir glauben, ein paar Fehler gemacht zu haben. Trotzdem müssen wir abwarten und schauen, wie sich das Auto hier anfühlt." McLaren auf FehlersucheFrage: "Die jüngsten Rennen waren nicht gerade berauschend. Es gab ein paar Fehler seitens des Teams. War das ein Thema in der Fabrik?" Button: "Na klar. Jeder macht Fehler. Wir haben ein paar gemacht, doch damit wirst du nicht Weltmeister. Wichtig ist, daraus zu lernen und weiterzumachen. Es geht darum, sicherzustellen, dass sich dergleichen nicht wiederholt." "Wir haben das Team dahingehend auch ein bisschen umstrukturiert. Wir als Team müssen schauen, was wir speziell bei den Boxenstopps tun können. Wir haben hier einige Verbesserungen am Start, die uns ziemlich helfen sollten. Es kommt auf Konstanz und Tempo an. Hier ist es eh etwas Besonderes: In Monaco brauchst du eine gute Qualifikation, einen guten Start und gute Boxenstopps." Frage: "Verläuft die Saison bisher so, wie du es erwartet hast? In fünf Rennen gab es fünf Sieger - und auch du hast 2012 schon gewonnen ..." Button: "Nein, dergleichen hatte ich nicht erwartet. Wir gingen zuversichtlich in die Saison, denn wir hatten einen guten Winter gehabt. Die Saison begann stark für uns. Eben wie wir es uns erhofft hatten. Seither war es sehr durchwachsen für uns." "Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar." Jenson Button "Wir waren schnell in Malaysia und schnell in China, aber in Bahrain und Spanien waren wir zumindest im Renntrimm nicht konkurrenzfähig. Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar. Wir hatten geglaubt, dass uns die Hitze vor Probleme stellt, doch die beiden jüngsten Rennen waren heißer als die vorangegangenen. Wir versuchen noch immer, herauszufinden, was Sache ist."
Frage: "Die Meisterschaft ist jedenfalls noch vollkommen offen ..." Button: "So ist es. Ich habe aber schon in zwei Rennen keine Punkte geholt. Das ist sehr seltsam. Es ist so schwierig, schlau daraus zu werden. Du musst einfach bereit sein. Manchmal scheint das Auto zu funktionieren, manchmal nicht. Wichtig ist, keine Fehler zu machen. Dann bist du vorn mit dabei." Wie halten die Reifen in Monte Carlo?Frage: "Bist du im Hinblick auf die Reifen ein Zocker oder wartest du darauf, bis die letzte Karte aufgedeckt wird?" Button: "Ich war eigentlich immer gut darin, doch in diesem Jahr haben wir anscheinend ein paar Probleme damit, die Reifen zu verstehen. Ich denke, da sitzen wir alle im selben Boot." "Hoffentlich sehen wir vor dem Qualifying klarer, denn Monte Carlo kann die Reifen schon sehr intensiv rannehmen. Auf einmal sind die Pneus dann hinüber. Das sahen wir 2009 bei Sebastian Vettel, aber nicht nur damals. Wir hoffen einfach, ein besseres Reifenverständnis zu haben, als dies an den vergangenen Wochenenden der Fall war." "Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet." Jenson Button Frage: "Sebastian Vettel fuhr im vergangenen Jahr 50 Runden auf der weichen Mischung. Denkst du, das wäre auch mit den aktuellen Reifen möglich?" Button: "Waren es bei ihm wirklich 50 Runden oder kam ihm da die rote Flagge dazwischen? Es waren 50 Runden? Okay, cool. Es sah jedenfalls ganz nach einem sehr aufregenden Zieleinlauf aus. Ich weiß nicht, was passiert wäre. Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet. Wir werden es nie erfahren. So kam es nicht, weil das Rennen ja unterbrochen wurde." Frage: "Das Wetter könnte am Sonntag für eine nasse Strecke sorgen, vielleicht auch schon am Samstag. Gut für euch?" Button: "Ich werfe alle zwei Stunden einen Blick auf die Wettervorhersage. Sie verändert sich ständig. Am Dienstag hieß es noch, es würde Samstag und Sonntag regnen, jetzt soll es nur am Samstag regnen oder gar nicht, und erst am Montag." "Schauen wir einmal, was passiert. Im Qualifying hat man es natürlich gern trocken, weil es ein solcher Kick ist, wenn man das Auto ans Limit bringt. Das lieben wir. Im Nassen ist es ganz anders, doch wir würden trotzdem das Beste daraus machen." Frage: "Ich habe hier zehn Euro für dich, aber die musst du auf den Fahrer setzen, von dem du glaubst, dass er hier gewinnt ..." Button: "Ich! Einhundert Prozent." Frage: "Dann nimm das Geld ..." Button: "Nein. Ich nehme kein Bargeld (lacht; Anm. d. Red.)." Ein Traditionskurs, der Freude machtFrage: "Zurück zu Monaco: Dieser Kurs ist etwas Besonderes, nicht wahr?" Button: "Ja. Wir alle lieben es, hier durch die Straßen zu fahren. Es ist eine ungewöhnliche Strecke, denn die Leitplanken stehen so nah. Fehler werden nicht verziehen. Es ist ein Traditionskurs. Das ist gut." "Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Jenson Button "Wir lieben solche Orte - Suzuka, Spa-Francorchamps. Die Strecke an sich hat sich nicht viel verändert, doch es gibt nun bessere Auslaufzonen. Das macht viel Spaß. Wenn du hier im Qualifying alles aus dem Auto herausholen kannst, dann ist das einfach nur toll. Das lieben wir. Dann realisierst du, dass du einen Formel-1-Rennwagen mit 750 PS zähmst. Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Frage: "Du hast hier schon gewonnen. Wie aufregend ist dieser Kurs und wo sind die Schlüsselstellen?" Button: "Es ist der gesamte Kurs. Es ist völlig verrückt, hier mit einem Formel-1-Auto herumzufahren. Uns macht das aber sehr viel Spaß. Es gibt hier zwar nicht sehr viele schnelle Kurven, doch die sind sehr aufregend. Die Schwimmbad-Passage ist toll, aber auch der Hügel beim Kasino. Du musst dich herantasten, denn sonst schlägt dieser Ort zurück, wenn du nur einen kleinen Fehler machst. Deshalb ist es so spannend." Frage: "Am Ausgang des Tunnels wurden ein paar Bodenwellen entfernt. Ist das gut oder schlecht für das Überholen an dieser Stelle?" Button: "Nun, wir hatten schon 2011 kein DRS an dieser Stelle und auch in diesem Jahr ist das der Fall. Das ist gut so. Es wurden aber auch die Reifenstapel verschoben, in die Perez eingeschlagen war. Auch das ist gut. In den Auslaufzonen wurde zudem etwas Sand in die Farbe gemischt. Das sollte dabei helfen, die Autos rascher abzubremsen. Ebenfalls eine gute Sache."
Fernando Alonso tritt in Monaco mit einem in Gold und Weiß gehaltenen Helm an Zoom © Ferrari
Eine Stadtrundfahrt im Zuhause der Reichen und Schönen: Beim Großen Preis von Monaco geht es alljährlich um das Motto "sehen und gesehen werden". Wohl auch deshalb warten die Fahrer und Teams der Formel 1 meist bei diesem Rennen mit besonderen Lackierungen oder neuen Farben auf. Bei Fernando Alonso ist das 2012 nicht anders: Der Spanier bringt einen speziellen Helm an den Start. Der eigens für die Hatz im Leitplanken-Kanal von Monte Carlo entworfene Kopfputz besticht durch die Farben Gold und Weiß und stellt eine Hommage an das Traditionsrennen dar. Ebenfalls eingearbeitet sind Elemente aus dem Glücksspiel wie Jetons, Roulette und Würfel. Außerdem ist auf der Oberseite des Helms ein Ferrari 158 zu sehen, wie ihn John Surtees 1964 fuhr - und damit Weltmeister wurde. Zu sehen ist darüber hinaus das Viktoria-Kreuz von Asturien, der spanischen Heimat von Alonso. Und neben dem Monaco-Motto "Bet on Red" ("Setze auf Rot"; Anm. d. Red.) finden sich auf dem Helm noch diverse Zahlen, die allesamt mit der Formel-1-Karriere des zweimaligen Weltmeisters und der Formel 1 im Fürstentum in Verbindung stehen. Auch seine zwei Monaco-Siege sind dort verewigt. Die "78" steht beispielsweise für die Anzahl der Rennrunden beim Großen Preis von Monaco, die "70" für das runde Jubiläum des Traditionsrennens. 75 Mal stand Alonso bereits auf einem Formel-1-Podest, 20 Mal startete er von der Pole-Position. Die "19" entspricht der Anzahl der Kurven auf einer Runde in Monte Carlo, die "5" Alonsos Startnummer. Was die "14" bedeuten soll, wurde nicht verraten.
"Hallo, Jungs, wir müssen da was ändern." Bernie Ecclestone stört sich am Q3-Ablauf Zoom © xpbimages.com
Das Top-10-Finale im Qualifying ist nicht mehr das, was es einmal war. Denn statt mit einem letzten frischen Reifensatz auf die Jagd nach der Pole-Position oder einem vorderen Startplatz zu gehen, verzichten einige Piloten lieber auf eine schnelle Runde. Sie sparen sich ihre neuen Reifen auf, um dann im Rennen bessere Karten zu haben. Darunter leidet jedoch das Spektakel in der Qualifikation. Dies stört auch Formel-1-Chef Bernie Ecclestone. Dem 81-jährigen Briten ist die Umsetzung der aktuellen Regeln ein Dorn im Auge: "Was im Augenblick falsch läuft, ist, dass einige Fahrer denken, nicht auf die Pole-Position fahren zu können." Der Grund für diese Zurückhaltung sei das Kontingent an frischen Pirelli-Pneus. Doch mit einer neuen Verordnung könnte Abhilfe geschaffen werden. Ecclestone hat einen Vorschlag parat: "Ich sage ja schon lange, dass es einen weiteren Reifensatz geben sollte, der nach der Qualifikation abgegeben werden muss. Dann gibt es nichts, was man sich aufsparen könnte. Dann sind die Teams zum Wechseln gezwungen", meint Ecclestone und merkt an: "Was wir brauchen, ist ein weiterer Reifensatz, damit im Zeittraining mehr Runden abgespult werden." Mit den unvorhersehbaren Rennen ist der Formel-1-Chef indes vollkommen zufrieden und stellt seinen Reifenlieferanten - unabhängig von der Situation in der Qualifikation - ein sehr gutes Zeugnis aus: "Pirelli hat klasse Arbeit geleistet. Es ist weitaus schwieriger für sie, einen Reifen zu bauen, der nur 30 Prozent des Rennens durchsteht, als einen Reifen zu entwerfen, der die komplette Distanz meistert." "Es war ein Teil meines Vertrags mit ihnen, dass die Reifen nur für einen Teil des Rennens haltbar sein sollten. Ich war beeindruckt davon, dass es ihnen gelang", sagt Ecclestone. "Es hätte auch leicht anders kommen können, sodass nur zehn Runden drin gewesen wären oder das gesamte Rennen. Es war eine technische Meisterleistung", findet der Brite. "Ich hätte nicht gedacht, dass sie es schaffen."
Formel 1 zu Gast in Frankreich: Das bis dato letzte Rennen datiert aus 2008 ... Zoom © xpb.cc
Eine Neuauflage des Großen Preises von Frankreich schien in den vergangenen Monaten bereits gewaltig an Fahrt aufgenommen zu haben, doch just im Wahlmonat kamen die Vorhaben um das Comeback in der Formel 1 wieder ins Stocken. Offenbar ist nun auch der angestrebte Rennplatz in Paul Ricard, wo die Königsklasse in der Vergangenheit bereits fuhr, nicht mehr länger erste Wahl. Dabei hätte alles so einfach sein können, wie Formel-1-Chef Bernie Ecclestone gegenüber 'ESPN' betont. "Die Franzosen hatten genug Gelegenheiten, um es wahr zu machen, taten es aber nicht. Sie versprachen uns all die Dinge wie die Straßen von Paris oder Disney", meint der Brite. All diese Ansätze waren aber meist genauso schnell wieder vom Tisch, wie man sie aufgetischt hatte. Das Grand-Prix-Thema sei in Frankreich halt "sehr politisch", erklärt Ecclestone und merkt an: "Ich weiß nicht, ob es anders gewesen wäre, wenn Sarkozy wiedergewählt worden wäre. Keine Ahnung. Als er noch an der Macht war, hätten sie unterschreiben können. Sie hatten einen Vertrag vorliegen. Alles, was sie tun mussten, war, ihre Unterschrift darunter zu setzen", hält der Formel-1-Chef fest. Andererseits habe es ständig an der nötigen Konsequenz hinsichtlich eines Rennplatzes gefehlt, fügt Ecclestone hinzu: "Sie kamen eh nie zu einer Übereinkunft mit Paul Ricard. Dort würden Investitionen nötig werden, um Tribünen aufzubauen. Und der Paddock-Club ist nicht groß genug", sagt der 81-Jährige. Inzwischen ist auch nicht ausgeschlossen, dass die Formel 1 nach Magny-Cours zurückkehrt.
Teamchef Ross Brawn pocht auf die historische Bedeutung von Mercedes Zoom © xpbimages.com
Während beim letzten Concorde-Agreement, das im Jahr 2009 ratifiziert wurde, der Automobil-Weltverband FIA unter dem damaligen Präsidenten Max Mosley eine der treibenden Kräfte war, spielt die FIA bei den aktuellen Verhandlungen für 2013 bis 2020 praktisch keine Rolle. Bisher fanden die Gespräche fast ausschließlich zwischen Bernie Ecclestone und den Teams statt. Ross Brawn missfällt das: "Wir haben noch einen langen Weg vor uns, bevor wir finale Lösungen erreichen", sagt er und unterstreicht: "Ich denke, was man in all das einbeziehen sollte, ist die Rolle, die die FIA in Zukunft spielen wird, ihre Rolle in unserem Sport. Sie waren bisher ruhig, aber sie werden eine Rolle spielen. Ich bin einigermaßen zuversichtlich, dass wir vernünftige Lösungen für die Zukunft finden können. Ich glaube aber nicht, dass schon alles erledigt ist." Mercedes war bisher das einzige Topteam, das Ecclestone noch nicht signalisiert hatte, das neue Concorde-Agreement unterschreiben zu wollen. Bei einem Treffen mit Daimler-Konzernchef Dieter Zetsche - Brawn war aus gesundheitlichen Gründen abwesend - dürfte es zuletzt in Barcelona aber eine Annäherung zwischen Mercedes und den Inhabern der kommerziellen Rechte gegeben haben. Angeblich könnte dieses Wochenende alles unter Dach und Fach gebracht werden. Brawn schweigt zur Mercedes-Situation hinsichtlich des Concorde-Agreements: "Ich kann das immer noch nicht kommentieren", meint er und ergänzt in Anspielung auf die von Ecclestone angezweifelte historische Bedeutung der deutschen Marke: "Wir sind sehr stolz auf unsere Geschichte und glauben, dass sie für den Sport wichtig ist. Da sind die Menschen unterschiedlicher Auffassung. Aber das ist alles Teil der heiklen Verhandlungen, die stattfinden."
Nico Hülkenberg blickt skeptisch auf die Hackordnung in der Formel 1 Zoom © xpbimages.com
Ein Mal schrammte Force India knapp an einem Grand-Prix-Sieg vorbei: Das war mit Giancarlo Fisichella in Spa-Francorchamps. Dass diese Gelegenheit bald wieder kommt, glaubt Nico Hülkenberg nicht, wie er 'auto motor und sport' verrät: "Williams und Sauber waren nach unseren Messungen in Barcelona bei den schnellsten Autos dabei. Die muss man jetzt auch zu den Top-Teams zählen." Den Mercedes-befeuerten Inder dagegen nicht. Und das trotz der Fortschritte, die die Truppe um Besitzer Vijay Mallya gemacht hat: "Wir haben uns definitiv gesteigert, vor allem in der Traktion. Unsere Gegner sind diesen Schritt aber mitgegangen", erklärt Hülkenberg und verweist erneut auf die ehemaligen Mittelfeldkonkurrenten, von denen nur noch Toro Rosso hinter Force India rangiert. "In den schnellen Kurven sind Sauber und Williams besser als wir." Woher rührt es, dass Force India - denen rund drei Zehntelsekunden fehlen - nicht mit der Konkurrenz aus der Hinwil und Grove mithalten kann? Für Hülkenberg sekundär: "Uns bleibt nichts anderes übrig, als zu entwickeln, weil wir zurückliegen. Wir brauchen noch ein paar Zehntelchen, um an die anderen ranzukommen", insistiert er. "Es ist wichtig, eine gute Balance zwischen Entwicklung und dem Verständnis des Autos zu finden", macht Hülkenberg deutlich. Dann scheint das erklärte Saisonziel, nämlich Rang fünf in der Konstrukteurs-Wertung, nicht außer Reichweite. "Das ist immer noch möglich, wenn auch schwierig, weil die anderen auch weiter Punkte machen werden", befürchtet der Emmericher und hofft auf die Kurse, die 2011 im Sommer und Herbst im Grand-Prix-Kalender standen. "Da ist der Knoten bei uns auch erst in der zweiten Saisonhälfte aufgegangen", so Hülkenberg.
Seiner Heimat Großbritannien hat Hamilton schon lange den Rücken gekehrt Zoom © xpbimages.com
Viele Fahrer haben ihren Wohnsitz in das Steuer- und Lebensqualitäts-Paradies Monaco verlegt. Auch Lewis Hamilton gefällt es an der Cote d'Azur. Der Brite ist erst kürzlich aus der Schweiz in das Fürstentum gezogen und zeigt sich begeistert vom neuen Wohnort sowie dem kurzen Weg an den Arbeitsplatz: "Es ist ein fantastisches Gefühl, in deinem eigenen Bett aufzuwachen und einfach nur die Straße hinunterzufahren, um bei der Arbeit anzukommen", freut sich der McLaren-Pilot. Lebensgefährtin Nicole Scherzinger beim Vorbeifahren am heimischen Balkon theoretisch zuwinken zu können, gefällt Hamilton. "Das erlebe ich heute zum ersten Mal, doch ich bin mir sicher: Es wird einen großen Unterschied ausmachen", prognostiziert er. "Ich habe auch mein früheres Zuhause geliebt, doch das ist ein ganz anderer Ort. Ich mag ihn noch ein bisschen mehr, scheint mir", so Hamilton, der sich bekanntermaßen gerne mit Stars aus dem Showbusiness umgibt. Doch auch an seinem alten Wohnort fand der 27-Jährige Gefallen. "Als ich in der Schweiz lebte, war das eines der schönsten Länder, die ich je besucht hatte. Das Wetter war ein bisschen wie in Großbritannien, doch es war meist viel schöner", schmunzelt Hamilton und beschreibt den Unterschied als eklatant: "Es dauerte eine Ewigkeit, um bis zu einem Restaurant zu gelangen. Ich konnte nicht einfach nur hinlaufen oder hinfahren", so der Weltmeister von 2008 über die Abgeschiedenheit. Hamilton meint: "Ich habe das Gefühl, es weiterhin genießen zu müssen. Ich laufe jeden Tag auf der Strecke und laufe sie fast komplett ab. Es ist schon unglaublich, jeden Tag auf seiner Lieblingsstrecke herumlaufen zu können", so der Brite, der tagtäglich Sporthistorie lebt. "Du denkst: 'Wow, ich laufe durch den Tunnel, durch den solche Legenden wie Michael und Ayrton (Senna; Anm. d. Red.) gefahren sind. Jetzt bin ich einer dieser Rennfahrer und wohne noch dazu hier."
In Monaco gehen die Uhren anders: Auch für die V8-Motoren der Formel-1-Autos Zoom © xpb.cc
Ebenso einzigartig wie unberechenbar: Der Grand Prix von Monaco zählt zu den Highlights einer jeden Formel 1-Saison. Das Rennen durch die Straßen des glamourösen, normalerweise eher beschaulichen Fürstentums ist nach wie vor einzigartig auf der Welt. Der Stadtkurs selbst hat sich dabei im Laufe der Jahre kaum verändert. Die einzigartige Streckencharakteristik stellt die Ingenieure von Renault vor ganz besondere Herausforderungen, denn die Motoren müssenkomplexe Ansprüche erfüllen. "In Monaco lenken die Piloten ihre Boliden nicht nur mit dem Lenkrad, sondern auch mithilfe des Motors", erklärt Remi Taffin, Leiter des Grand-Prix-Teams. "Der Fahrer benötigt deswegen ein Triebwerk, das gleichmäßig und direkt auf Gaspedalbefehle anspricht." Nur so entwickele er das nötige Vertrauen, um jederzeit voll attackieren zu können. Die größte Herausforderung in Monte Carlo liege in den geringen Geschwindigkeiten, sagt Taffin. "Daher verwenden wir hier ein ganz spezielles Motor-Management, das auf keiner anderen Rennstrecke zum Einsatz kommt. Die Triebwerke sind auf Drehzahlen von bis zu 18.000 Umdrehungen pro Minute ausgelegt. Im Fürstentum müssen sie aber in den langsamen Kurven auch bei nur 5.000 Touren noch perfekt funktionieren", so Taffin. Der Renault Ingenieur betont die spezielle Herangehensweise der Franzosen: "Um uns auf dieses Wochenende perfekt vorzubereiten, testen wir im Vorfeld besonders ausgiebig auf unseren Motorenprüfständen. So stellen wir sicher, dass alles einwandfrei funktioniert. Dabei stimmen wir denV8 für unsere vier Partnerteams auch so ab, dass er bereits im Tourenkeller ein bissiges Ansprechverhalten an den Tag legt." Eine der anspruchsvollsten Aufgaben besteht darin, die Triebwerke so anzupassen, dass sie sehr agil am Gas hängen und direkt das nötige Drehmoment zur Verfügung stellen. Der Pilot muss darauf vertrauen können, dass der Motor sofort reagiert, wenn er ihn braucht - ganz gleich, welches Pedal-Einstellung er fährt oder in welcher Stellung sich das Gaspedal gerade befindet. Auch David Lamb unterstreicht die große Bedeutung einer perfekten Abstimmung für die Achtzylinder. "Monaco ist in jeder Beziehung einzigartig, so ein Rennen gibt es in der Formel 1 kein zweites Mal", so der Brite, der vor zwei Wochen als verantwortlicher Motoren-Ingenieur von Pastor Maldonado beim Grand Prix von Spanien gemeinsam mit Williams den ersten Sieg des wiedergewonnen Partners in dieser Saison feiern durfte. "Da wir auf diesem Kurs kaum auf die maximale Höchstgeschwindigkeit kommen, wirken sich ein paar Extra-Pferdestärken so gut wie gar nicht auf die Rundenzeit aus", meint Lamb. "Die Schlüsselfrage ist, wie wir die Power auf die Straße bringen - denn genau das macht den Unterschied aus und sorgt auf der Strecke für einen echten Zeitvorteil", geht er auf die feinen Differenzen ein. Der Williams-Techniker verdeutlicht die Besonderheiten eines Stadtkurses: "Aber auch darüber hinaus erwarten uns in Monaco einige Besonderheiten, die wir so von keiner anderen Rennstrecke kennen. Kurve sechs zum Beispiel, die enge Haarnadelkurve: Sie besitzt den engsten Radius der gesamten Saison. Hier bremsen die Piloten ihr Auto so stark zusammen." Ohne das korrekte Motor-Mapping kann dies dazu führen, dass ungewollt Schub einsetzt, weil die Elektronik ein Absterben des Aggregats unterbinden will.
Als eine von wenigen Rennstrecken verändert sich der Kurs von Monaco von einem Jahr auf das nächste kaum - immerhin handelt es sich um einen temporären Stadtkurs und nicht um eine permanente Strecke. Deswegen verfügen alle Teams über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz und umfangreiches Datenmaterial, um ein passendes Basis-Setup zu generieren. Nichtsdestotrotz erwartet Renault in jeder Saison Neuerungen. "Dieses Mal gehen wir die Sache sowieso etwas anders an", verrät Lamb. "Um die Kraft des Motors sicher auf die Straße zu bringen, schalten die Fahrer teilweise etwas früher als notwendig in den nächsthöheren Gang - wir nennen das 'Short-Shifting'. Darauf müssen wir auch das Mapping des Gaspdals angleichen, um unerwünschte Nebeneffekte auszuschließen. Bei einem 'normalen' Rennen kommt es niemals in einer gezeiteten Trainings- oder Qualifying-Runde, sondern ausschließlich in der In- und Out-Lap zum Einsatz." Die Unebenheiten im Asphalt führen dazu, dass die Reifen kurzzeitig den Kontakt zur Straße verlieren. Darunter leidet einerseits die Traktion, andererseits bedeuten die plötzlich hochschnellenden Drehzahlen eine enorme Zusatzbelastung für die mechanisch beweglichen Teile im Motor. "Ein klassisches Beispiel für eine solche Stelle ist die Bodenwelle zwischen dem Casino und der Mirabeau-Kurve", weiß Lamb.
Quelle: motorsport-total.com
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| Formel 1 » Perez sieht Sauber nicht ins Hintertreffen geraten |
Perez sieht Sauber nicht ins Hintertreffen geraten
23.05.2012 - 20:54
Fernando Alonso war im ersten Training deutlich schneller als alle anderen Zoom © xpbimages.com
Für den Rest des Wochenendes ist der Wetterbericht instabil, aber während des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco präsentierte sich die Cote d'Azur von ihrer schönsten Seite. Zwar ist es nach rund acht Minuten unmöglich, Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis zu ziehen, aber die erste Bestzeit des Donnerstags sicherte sich Fernando Alonso in 1:16.265 Minuten. Der Ferrari-Pilot verpasste damit seine Donnerstags-Bestzeit aus dem Vorjahr (1:15.123 Minuten), distanzierte aber Romain Grosjean (Lotus) um 0,365 und Sergio Perez (Sauber) um 0,446 Sekunden. Perez war zu Beginn der Session der Erste, der einen kompletten Run absolvierte - möglicherweise auch, um sein Unfalltrauma des Vorjahres gleich zu Beginn des Wochenendes abzuschütteln. Das dürfte ihm gelungen sein. Kovalainens Renault-Motor geplatztEine Zeitenjagd am Ende blieb übrigens aus, weil die Session knapp zehn Minuten vor Schluss unterbrochen werden musste. Heikki Kovalainen (18./Caterham/+2,774) vernebelte erst den kompletten Tunnel, ehe der Motor vor der Hafenschikane komplett kaputt ging und blockierte, sodass der Finne an einer gefährlichen Stelle stehen bleiben musste. "Der Motor ist weg", funkte Kovalainen, ehe sein Caterham von neun Streckenposten weggeschoben wurde. Sergio Perez scheint den Schock des Vorjahres schon gut verdaut zu haben © xpbimages.com "Wir wissen nicht genau, was passiert ist", erklärt ein Caterham-Sprecher. "Als Heikki aus dem Tunnel herauskam, spürte er, wie die Hinterachse blockierte. Deshalb stellte er das Auto ab. Das Fahrzeug wurde nicht beschädigt, doch es gab reichlich Rauch. Für den Nachmittag dürfte ein Motorwechsel anstehen. Wenn der bisherige Motor dann wieder in der Renault-Fabrik ist und dort untersucht wird, dürfte sich die genaue Ursache feststellen lassen." "Das ist eine Stelle, an der man nicht stehen bleiben sollte, aber wo soll man hin, wenn der Motor blockiert?", meint Experte Marc Surer. Zum Glück ging die Situation glimpflich aus und alle nachfolgenden Autos konnten trotz der schlechten Sicht ausweichen. Aufgrund der von Kovalainen gelegten Ölspur im Tunnel wurde die Session nicht mehr neu gestartet - sehr zum Leidwesen von Sebastian Vettel (9./Red Bull/+0,957), der noch etwas ausprobieren wollte. Training: Jede Runde zählt"In Monaco", weiß der ehemalige Formel-1-Pilot Surer, "zählt jede Runde. Es ist eine Fahrerstrecke. Natürlich muss das Auto passen, aber der Einfluss des Fahrers ist hier größer als auf jeder anderen Strecke." Hofft auch der drittplatzierte Perez und meint selbstbewusst: "Wir sind hier ziemlich konkurrenzfähig. Es wird also unser Ziel sein, um das Podium zu kämpfen." Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari macht ihm Mut: "Sauber scheint einen Schritt gemacht zu haben." Ex-Weltmeister Mika Häkkinen hat eher seinen Landsmann Kimi Räikkönen auf der Rechnung: "Der Lotus scheint hier wirklich gut zu gehen." Aber während Grosjean im Drift-Fahrstil von Anfang an ganz vorne mitfuhr, hatte Räikkönen die Lotus-Box schon verlassen, als Kovalainens Renault-Motor noch gar nicht geplatzt war. Wegen eines Problems mit der Servolenkung musste der "Iceman" die erste Session nach der Installationsrunde spritzen. Massa bemüht, aber verkrampftDie Monaco-Spezialisten Lewis Hamilton (McLaren/+0,482) und Pastor Maldonado (Williams/+0,495) landeten auf den Plätzen vier und fünf, noch vor Felipe Massa (Ferrari/+0,578), der heute Morgen sehr couragiert wirkte und 19 Runden absolvierte. In einer davon streifte er unnötigerweise auf der Geraden (!) vor der Tabak-Kurve die Leitplanken, aber das Team nahm ihn via Funk in Schutz: "Schon okay, kann passieren, Felipe." Kimi Räikkönen musste im ersten Freien Training bis auf eine Runde zuschauen © Lotus Das Mercedes-Duo Rosberg/Schumacher landete mit jeweils rund einer Sekunde Rückstand auf den Plätzen zehn und elf, unmittelbar vor Nico Hülkenberg (Force India/+1,366). Apropos Mercedes: Schumacher bereitete seiner Crew ein wenig Arbeit, als er mit einem losen Frontflügel an die Box kam. Was die Ursache für dieses Problem war, ging aus den TV-Bildern jedoch nicht hervor. 13. wurde Mark Webber (Red Bull/+1,841). Jenson Button (+0,925) belegte zunächst Platz acht. McLaren testete aber nicht nur für dieses Wochenende, sondern auch schon 2013er-Komponenten - und die scheinen die Fahrer noch immer in der Sicht zu beschränken, wie Button über Funk lautstark bemängelte. Ansonsten gab es während des ersten Trainings keine Zwischenfälle oder Crashes, was für die Disziplin des Starterfeldes spricht. Übrigens: Freitagstester waren heute nicht im Einsatz.
Bestes Rennwetter in Monaco: Schmeckt das den Reifen oder tut es das nicht? Zoom © xpbimages.com
(Motorsport-Total.com/Sky) - Als wäre der Stadtkurs von Monte Carlo nicht schwierig genug: Die Pirelli-Reifen der Formel 1 werden die Fahrer und ihre Teams auch beim Glamour-Grand-Prix vor eine große Aufgabe stellen. Davon sind die unmittelbar Beteiligten überzeugt. Die Frage ist allerdings noch, wie groß der Einfluss der Pneus auf die Gesamtleistung sein wird. Michael Schumacher hat da einen gewissen Verdacht. Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister rechnet mit keinem allzu "wilden" Wochenende, was die Reifensituation anbelangt. "Hier sollte es etwas konstanter sein und nicht so dramatisch wie bei anderen Rennen. Es kommt aber ganz auf die Temperaturen an", meint Schumacher. Im ersten Freien Training gab es im Fürstentum noch frühlingshafte 22 Grad Celsius - optimale Bedingungen. "Wenn wir in einem solchen normalen Bereich liegen, sollte es halbwegs okay sein", erklärt "Schumi" und fügt hinzu: "Sollten wir in die 30er gelangen, wird es für alle problematisch." Generell sei das Fahren in Monaco "ein Drahtseilakt, bei dem du im Rennen 78 Runden lang jonglierst. Manchmal fällst du runter, manchmal bleibst du drauf. Dementsprechend verändert sich der Spaß", sagt Schumacher.
Jenson Button ist sich der Fehler aus den vergangenen Rennen wohl bewusst Zoom © xpbimages.com
Drei aus fünf: Jenson Button punktete in diesem Jahr nicht in jedem Rennen, was den britischen McLaren-Piloten bereits einiges an Boden kostete. Trotzdem zeigt sich der Weltmeister von 2009 vor dem Großen Preis von Monaco sehr zuversichtlich, schließlich liebt er diesen Grand Prix und hat ihn auch schon einmal gewonnen. In seiner Medienrunde spricht Button über den speziellen Reiz eines Rennens im Fürstentum und über seine Aussichten in der WM-Gesamtwertung der Formel 1. Frage: "Jenson, du hast auf dem einzigen Stadtkurs gewonnen, den die Formel 1 in diesem Jahr schon besucht hat. Monte Carlo ist aber eine etwas andere Nummer. Was denkst du vor dem Beginn dieses Wochenendes?" Jenson Button: "Es ist schön, wieder hier zu sein. Ich denke, wir alle lieben es, durch die Straßen von Monaco zu fahren. Es ist einer dieser Kurse, die keinen Fehler verzeihen." "In Melbourne kannst du dir vielleicht noch einen Schnitzer erlauben, doch hier bedeutet dergleichen schlichtweg 'Game Over'. Monte Carlo macht sehr viel Spaß, selbst im Simulator. Der Spaßfaktor ist beim Fahren einfach noch viel größer als auf anderen Strecken. Ich freue mich schon sehr darauf, am Freitag endlich loszulegen." Die Vorfreude ist großFrage: "Kannst du aus der Arbeit im Simulator schließen, dass das Auto in Monte Carlo konkurrenzfähig sein wird?" Button: "Nun, das Fahrzeug fühlte sich im Simulator sehr gut an. Schauen wir einmal, wie sich die Situation hier auf der Strecke darstellt. Du musst in jedem Fall große Vorsicht walten lassen, denn der Kurs verbessert sich im Verlauf des Wochenendes." "Es ist zudem der einzige Ort, an dem wir schon donnerstags fahren. Danach haben wir einen Tag frei und die Straßenautos fahren über die Strecke. Am Samstag steigt dann die Qualifikation. Da musst du aufmerksam sein und darfst dich nicht zu unbedarft verhalten. Das Überholen ist hier nicht so einfach." Frage: "Nach dem vergangenen Jahr hast du hier sicherlich noch eine offene Rechnung ..." Button: "Ja, wir haben uns erst wieder mit dem Rennverlauf von 2011 vertraut gemacht. Man könnte sagen, dass der Abbruch zum Schluss dafür gesorgt hat, dass unsere Chancen auf den Sieg ein bisschen vermindert wurden." "Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben." "Egal, das liegt nun in der Vergangenheit. Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben. Ob das drin ist, wird sich zeigen. Es ist so gesehen nicht anders als an jedem anderen Wochenende sonst. Die Situation gestaltet sich von Rennen zu Rennen derart unterschiedlich. Pastor (Maldonado; Anm. d. Red.) hatte sich in Bahrain noch auf Rang 17 qualifiziert, glaube ich." "In Barcelona qualifizierte er sich dagegen auf Platz zwei. Ich denke nicht, dass sich so viel verändert hat. Es ist schwierig. Aus Fahrersicht ist Monte Carlo eine etwas andere Nummer. Die Erfahrung spielt hier eine ziemlich wichtige Rolle. Entscheidend ist auch, das Auto auf einem solchen Kurs wirklich zu verstehen. Hoffentlich gelingt uns das bis Samstag."
Frage: "Nach dem Spanien-Rennen konntest du nur mit dem Kopf schütteln, weil es offenbar nicht so lief, wie du dir das gedacht hattest. Habt ihr eure Probleme in den Griff gekriegt?" Button: "Bisher habe ich das Auto noch nicht gefahren, also nein, ich weiß es nicht. Ja, wir haben gemeinsam mit den Ingenieuren einen Blick in die Daten geworfen. Es gibt ein paar Dinge, von denen wir glauben, ein paar Fehler gemacht zu haben. Trotzdem müssen wir abwarten und schauen, wie sich das Auto hier anfühlt." McLaren auf FehlersucheFrage: "Die jüngsten Rennen waren nicht gerade berauschend. Es gab ein paar Fehler seitens des Teams. War das ein Thema in der Fabrik?" Button: "Na klar. Jeder macht Fehler. Wir haben ein paar gemacht, doch damit wirst du nicht Weltmeister. Wichtig ist, daraus zu lernen und weiterzumachen. Es geht darum, sicherzustellen, dass sich dergleichen nicht wiederholt." "Wir haben das Team dahingehend auch ein bisschen umstrukturiert. Wir als Team müssen schauen, was wir speziell bei den Boxenstopps tun können. Wir haben hier einige Verbesserungen am Start, die uns ziemlich helfen sollten. Es kommt auf Konstanz und Tempo an. Hier ist es eh etwas Besonderes: In Monaco brauchst du eine gute Qualifikation, einen guten Start und gute Boxenstopps." Frage: "Verläuft die Saison bisher so, wie du es erwartet hast? In fünf Rennen gab es fünf Sieger - und auch du hast 2012 schon gewonnen ..." Button: "Nein, dergleichen hatte ich nicht erwartet. Wir gingen zuversichtlich in die Saison, denn wir hatten einen guten Winter gehabt. Die Saison begann stark für uns. Eben wie wir es uns erhofft hatten. Seither war es sehr durchwachsen für uns." "Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar." Jenson Button "Wir waren schnell in Malaysia und schnell in China, aber in Bahrain und Spanien waren wir zumindest im Renntrimm nicht konkurrenzfähig. Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar. Wir hatten geglaubt, dass uns die Hitze vor Probleme stellt, doch die beiden jüngsten Rennen waren heißer als die vorangegangenen. Wir versuchen noch immer, herauszufinden, was Sache ist."
Frage: "Die Meisterschaft ist jedenfalls noch vollkommen offen ..." Button: "So ist es. Ich habe aber schon in zwei Rennen keine Punkte geholt. Das ist sehr seltsam. Es ist so schwierig, schlau daraus zu werden. Du musst einfach bereit sein. Manchmal scheint das Auto zu funktionieren, manchmal nicht. Wichtig ist, keine Fehler zu machen. Dann bist du vorn mit dabei." Wie halten die Reifen in Monte Carlo?Frage: "Bist du im Hinblick auf die Reifen ein Zocker oder wartest du darauf, bis die letzte Karte aufgedeckt wird?" Button: "Ich war eigentlich immer gut darin, doch in diesem Jahr haben wir anscheinend ein paar Probleme damit, die Reifen zu verstehen. Ich denke, da sitzen wir alle im selben Boot." "Hoffentlich sehen wir vor dem Qualifying klarer, denn Monte Carlo kann die Reifen schon sehr intensiv rannehmen. Auf einmal sind die Pneus dann hinüber. Das sahen wir 2009 bei Sebastian Vettel, aber nicht nur damals. Wir hoffen einfach, ein besseres Reifenverständnis zu haben, als dies an den vergangenen Wochenenden der Fall war." "Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet." Jenson Button Frage: "Sebastian Vettel fuhr im vergangenen Jahr 50 Runden auf der weichen Mischung. Denkst du, das wäre auch mit den aktuellen Reifen möglich?" Button: "Waren es bei ihm wirklich 50 Runden oder kam ihm da die rote Flagge dazwischen? Es waren 50 Runden? Okay, cool. Es sah jedenfalls ganz nach einem sehr aufregenden Zieleinlauf aus. Ich weiß nicht, was passiert wäre. Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet. Wir werden es nie erfahren. So kam es nicht, weil das Rennen ja unterbrochen wurde." Frage: "Das Wetter könnte am Sonntag für eine nasse Strecke sorgen, vielleicht auch schon am Samstag. Gut für euch?" Button: "Ich werfe alle zwei Stunden einen Blick auf die Wettervorhersage. Sie verändert sich ständig. Am Dienstag hieß es noch, es würde Samstag und Sonntag regnen, jetzt soll es nur am Samstag regnen oder gar nicht, und erst am Montag." "Schauen wir einmal, was passiert. Im Qualifying hat man es natürlich gern trocken, weil es ein solcher Kick ist, wenn man das Auto ans Limit bringt. Das lieben wir. Im Nassen ist es ganz anders, doch wir würden trotzdem das Beste daraus machen." Frage: "Ich habe hier zehn Euro für dich, aber die musst du auf den Fahrer setzen, von dem du glaubst, dass er hier gewinnt ..." Button: "Ich! Einhundert Prozent." Frage: "Dann nimm das Geld ..." Button: "Nein. Ich nehme kein Bargeld (lacht; Anm. d. Red.)." Ein Traditionskurs, der Freude machtFrage: "Zurück zu Monaco: Dieser Kurs ist etwas Besonderes, nicht wahr?" Button: "Ja. Wir alle lieben es, hier durch die Straßen zu fahren. Es ist eine ungewöhnliche Strecke, denn die Leitplanken stehen so nah. Fehler werden nicht verziehen. Es ist ein Traditionskurs. Das ist gut." "Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Jenson Button "Wir lieben solche Orte - Suzuka, Spa-Francorchamps. Die Strecke an sich hat sich nicht viel verändert, doch es gibt nun bessere Auslaufzonen. Das macht viel Spaß. Wenn du hier im Qualifying alles aus dem Auto herausholen kannst, dann ist das einfach nur toll. Das lieben wir. Dann realisierst du, dass du einen Formel-1-Rennwagen mit 750 PS zähmst. Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Frage: "Du hast hier schon gewonnen. Wie aufregend ist dieser Kurs und wo sind die Schlüsselstellen?" Button: "Es ist der gesamte Kurs. Es ist völlig verrückt, hier mit einem Formel-1-Auto herumzufahren. Uns macht das aber sehr viel Spaß. Es gibt hier zwar nicht sehr viele schnelle Kurven, doch die sind sehr aufregend. Die Schwimmbad-Passage ist toll, aber auch der Hügel beim Kasino. Du musst dich herantasten, denn sonst schlägt dieser Ort zurück, wenn du nur einen kleinen Fehler machst. Deshalb ist es so spannend." Frage: "Am Ausgang des Tunnels wurden ein paar Bodenwellen entfernt. Ist das gut oder schlecht für das Überholen an dieser Stelle?" Button: "Nun, wir hatten schon 2011 kein DRS an dieser Stelle und auch in diesem Jahr ist das der Fall. Das ist gut so. Es wurden aber auch die Reifenstapel verschoben, in die Perez eingeschlagen war. Auch das ist gut. In den Auslaufzonen wurde zudem etwas Sand in die Farbe gemischt. Das sollte dabei helfen, die Autos rascher abzubremsen. Ebenfalls eine gute Sache."
Fernando Alonso tritt in Monaco mit einem in Gold und Weiß gehaltenen Helm an Zoom © Ferrari
Eine Stadtrundfahrt im Zuhause der Reichen und Schönen: Beim Großen Preis von Monaco geht es alljährlich um das Motto "sehen und gesehen werden". Wohl auch deshalb warten die Fahrer und Teams der Formel 1 meist bei diesem Rennen mit besonderen Lackierungen oder neuen Farben auf. Bei Fernando Alonso ist das 2012 nicht anders: Der Spanier bringt einen speziellen Helm an den Start. Der eigens für die Hatz im Leitplanken-Kanal von Monte Carlo entworfene Kopfputz besticht durch die Farben Gold und Weiß und stellt eine Hommage an das Traditionsrennen dar. Ebenfalls eingearbeitet sind Elemente aus dem Glücksspiel wie Jetons, Roulette und Würfel. Außerdem ist auf der Oberseite des Helms ein Ferrari 158 zu sehen, wie ihn John Surtees 1964 fuhr - und damit Weltmeister wurde. Zu sehen ist darüber hinaus das Viktoria-Kreuz von Asturien, der spanischen Heimat von Alonso. Und neben dem Monaco-Motto "Bet on Red" ("Setze auf Rot"; Anm. d. Red.) finden sich auf dem Helm noch diverse Zahlen, die allesamt mit der Formel-1-Karriere des zweimaligen Weltmeisters und der Formel 1 im Fürstentum in Verbindung stehen. Auch seine zwei Monaco-Siege sind dort verewigt. Die "78" steht beispielsweise für die Anzahl der Rennrunden beim Großen Preis von Monaco, die "70" für das runde Jubiläum des Traditionsrennens. 75 Mal stand Alonso bereits auf einem Formel-1-Podest, 20 Mal startete er von der Pole-Position. Die "19" entspricht der Anzahl der Kurven auf einer Runde in Monte Carlo, die "5" Alonsos Startnummer. Was die "14" bedeuten soll, wurde nicht verraten.
"Hallo, Jungs, wir müssen da was ändern." Bernie Ecclestone stört sich am Q3-Ablauf Zoom © xpbimages.com
Das Top-10-Finale im Qualifying ist nicht mehr das, was es einmal war. Denn statt mit einem letzten frischen Reifensatz auf die Jagd nach der Pole-Position oder einem vorderen Startplatz zu gehen, verzichten einige Piloten lieber auf eine schnelle Runde. Sie sparen sich ihre neuen Reifen auf, um dann im Rennen bessere Karten zu haben. Darunter leidet jedoch das Spektakel in der Qualifikation. Dies stört auch Formel-1-Chef Bernie Ecclestone. Dem 81-jährigen Briten ist die Umsetzung der aktuellen Regeln ein Dorn im Auge: "Was im Augenblick falsch läuft, ist, dass einige Fahrer denken, nicht auf die Pole-Position fahren zu können." Der Grund für diese Zurückhaltung sei das Kontingent an frischen Pirelli-Pneus. Doch mit einer neuen Verordnung könnte Abhilfe geschaffen werden. Ecclestone hat einen Vorschlag parat: "Ich sage ja schon lange, dass es einen weiteren Reifensatz geben sollte, der nach der Qualifikation abgegeben werden muss. Dann gibt es nichts, was man sich aufsparen könnte. Dann sind die Teams zum Wechseln gezwungen", meint Ecclestone und merkt an: "Was wir brauchen, ist ein weiterer Reifensatz, damit im Zeittraining mehr Runden abgespult werden." Mit den unvorhersehbaren Rennen ist der Formel-1-Chef indes vollkommen zufrieden und stellt seinen Reifenlieferanten - unabhängig von der Situation in der Qualifikation - ein sehr gutes Zeugnis aus: "Pirelli hat klasse Arbeit geleistet. Es ist weitaus schwieriger für sie, einen Reifen zu bauen, der nur 30 Prozent des Rennens durchsteht, als einen Reifen zu entwerfen, der die komplette Distanz meistert." "Es war ein Teil meines Vertrags mit ihnen, dass die Reifen nur für einen Teil des Rennens haltbar sein sollten. Ich war beeindruckt davon, dass es ihnen gelang", sagt Ecclestone. "Es hätte auch leicht anders kommen können, sodass nur zehn Runden drin gewesen wären oder das gesamte Rennen. Es war eine technische Meisterleistung", findet der Brite. "Ich hätte nicht gedacht, dass sie es schaffen."
Formel 1 zu Gast in Frankreich: Das bis dato letzte Rennen datiert aus 2008 ... Zoom © xpb.cc
Eine Neuauflage des Großen Preises von Frankreich schien in den vergangenen Monaten bereits gewaltig an Fahrt aufgenommen zu haben, doch just im Wahlmonat kamen die Vorhaben um das Comeback in der Formel 1 wieder ins Stocken. Offenbar ist nun auch der angestrebte Rennplatz in Paul Ricard, wo die Königsklasse in der Vergangenheit bereits fuhr, nicht mehr länger erste Wahl. Dabei hätte alles so einfach sein können, wie Formel-1-Chef Bernie Ecclestone gegenüber 'ESPN' betont. "Die Franzosen hatten genug Gelegenheiten, um es wahr zu machen, taten es aber nicht. Sie versprachen uns all die Dinge wie die Straßen von Paris oder Disney", meint der Brite. All diese Ansätze waren aber meist genauso schnell wieder vom Tisch, wie man sie aufgetischt hatte. Das Grand-Prix-Thema sei in Frankreich halt "sehr politisch", erklärt Ecclestone und merkt an: "Ich weiß nicht, ob es anders gewesen wäre, wenn Sarkozy wiedergewählt worden wäre. Keine Ahnung. Als er noch an der Macht war, hätten sie unterschreiben können. Sie hatten einen Vertrag vorliegen. Alles, was sie tun mussten, war, ihre Unterschrift darunter zu setzen", hält der Formel-1-Chef fest. Andererseits habe es ständig an der nötigen Konsequenz hinsichtlich eines Rennplatzes gefehlt, fügt Ecclestone hinzu: "Sie kamen eh nie zu einer Übereinkunft mit Paul Ricard. Dort würden Investitionen nötig werden, um Tribünen aufzubauen. Und der Paddock-Club ist nicht groß genug", sagt der 81-Jährige. Inzwischen ist auch nicht ausgeschlossen, dass die Formel 1 nach Magny-Cours zurückkehrt.
Teamchef Ross Brawn pocht auf die historische Bedeutung von Mercedes Zoom © xpbimages.com
Während beim letzten Concorde-Agreement, das im Jahr 2009 ratifiziert wurde, der Automobil-Weltverband FIA unter dem damaligen Präsidenten Max Mosley eine der treibenden Kräfte war, spielt die FIA bei den aktuellen Verhandlungen für 2013 bis 2020 praktisch keine Rolle. Bisher fanden die Gespräche fast ausschließlich zwischen Bernie Ecclestone und den Teams statt. Ross Brawn missfällt das: "Wir haben noch einen langen Weg vor uns, bevor wir finale Lösungen erreichen", sagt er und unterstreicht: "Ich denke, was man in all das einbeziehen sollte, ist die Rolle, die die FIA in Zukunft spielen wird, ihre Rolle in unserem Sport. Sie waren bisher ruhig, aber sie werden eine Rolle spielen. Ich bin einigermaßen zuversichtlich, dass wir vernünftige Lösungen für die Zukunft finden können. Ich glaube aber nicht, dass schon alles erledigt ist." Mercedes war bisher das einzige Topteam, das Ecclestone noch nicht signalisiert hatte, das neue Concorde-Agreement unterschreiben zu wollen. Bei einem Treffen mit Daimler-Konzernchef Dieter Zetsche - Brawn war aus gesundheitlichen Gründen abwesend - dürfte es zuletzt in Barcelona aber eine Annäherung zwischen Mercedes und den Inhabern der kommerziellen Rechte gegeben haben. Angeblich könnte dieses Wochenende alles unter Dach und Fach gebracht werden. Brawn schweigt zur Mercedes-Situation hinsichtlich des Concorde-Agreements: "Ich kann das immer noch nicht kommentieren", meint er und ergänzt in Anspielung auf die von Ecclestone angezweifelte historische Bedeutung der deutschen Marke: "Wir sind sehr stolz auf unsere Geschichte und glauben, dass sie für den Sport wichtig ist. Da sind die Menschen unterschiedlicher Auffassung. Aber das ist alles Teil der heiklen Verhandlungen, die stattfinden."
Nico Hülkenberg blickt skeptisch auf die Hackordnung in der Formel 1 Zoom © xpbimages.com
Ein Mal schrammte Force India knapp an einem Grand-Prix-Sieg vorbei: Das war mit Giancarlo Fisichella in Spa-Francorchamps. Dass diese Gelegenheit bald wieder kommt, glaubt Nico Hülkenberg nicht, wie er 'auto motor und sport' verrät: "Williams und Sauber waren nach unseren Messungen in Barcelona bei den schnellsten Autos dabei. Die muss man jetzt auch zu den Top-Teams zählen." Den Mercedes-befeuerten Inder dagegen nicht. Und das trotz der Fortschritte, die die Truppe um Besitzer Vijay Mallya gemacht hat: "Wir haben uns definitiv gesteigert, vor allem in der Traktion. Unsere Gegner sind diesen Schritt aber mitgegangen", erklärt Hülkenberg und verweist erneut auf die ehemaligen Mittelfeldkonkurrenten, von denen nur noch Toro Rosso hinter Force India rangiert. "In den schnellen Kurven sind Sauber und Williams besser als wir." Woher rührt es, dass Force India - denen rund drei Zehntelsekunden fehlen - nicht mit der Konkurrenz aus der Hinwil und Grove mithalten kann? Für Hülkenberg sekundär: "Uns bleibt nichts anderes übrig, als zu entwickeln, weil wir zurückliegen. Wir brauchen noch ein paar Zehntelchen, um an die anderen ranzukommen", insistiert er. "Es ist wichtig, eine gute Balance zwischen Entwicklung und dem Verständnis des Autos zu finden", macht Hülkenberg deutlich. Dann scheint das erklärte Saisonziel, nämlich Rang fünf in der Konstrukteurs-Wertung, nicht außer Reichweite. "Das ist immer noch möglich, wenn auch schwierig, weil die anderen auch weiter Punkte machen werden", befürchtet der Emmericher und hofft auf die Kurse, die 2011 im Sommer und Herbst im Grand-Prix-Kalender standen. "Da ist der Knoten bei uns auch erst in der zweiten Saisonhälfte aufgegangen", so Hülkenberg.
Seiner Heimat Großbritannien hat Hamilton schon lange den Rücken gekehrt Zoom © xpbimages.com
Viele Fahrer haben ihren Wohnsitz in das Steuer- und Lebensqualitäts-Paradies Monaco verlegt. Auch Lewis Hamilton gefällt es an der Cote d'Azur. Der Brite ist erst kürzlich aus der Schweiz in das Fürstentum gezogen und zeigt sich begeistert vom neuen Wohnort sowie dem kurzen Weg an den Arbeitsplatz: "Es ist ein fantastisches Gefühl, in deinem eigenen Bett aufzuwachen und einfach nur die Straße hinunterzufahren, um bei der Arbeit anzukommen", freut sich der McLaren-Pilot. Lebensgefährtin Nicole Scherzinger beim Vorbeifahren am heimischen Balkon theoretisch zuwinken zu können, gefällt Hamilton. "Das erlebe ich heute zum ersten Mal, doch ich bin mir sicher: Es wird einen großen Unterschied ausmachen", prognostiziert er. "Ich habe auch mein früheres Zuhause geliebt, doch das ist ein ganz anderer Ort. Ich mag ihn noch ein bisschen mehr, scheint mir", so Hamilton, der sich bekanntermaßen gerne mit Stars aus dem Showbusiness umgibt. Doch auch an seinem alten Wohnort fand der 27-Jährige Gefallen. "Als ich in der Schweiz lebte, war das eines der schönsten Länder, die ich je besucht hatte. Das Wetter war ein bisschen wie in Großbritannien, doch es war meist viel schöner", schmunzelt Hamilton und beschreibt den Unterschied als eklatant: "Es dauerte eine Ewigkeit, um bis zu einem Restaurant zu gelangen. Ich konnte nicht einfach nur hinlaufen oder hinfahren", so der Weltmeister von 2008 über die Abgeschiedenheit. Hamilton meint: "Ich habe das Gefühl, es weiterhin genießen zu müssen. Ich laufe jeden Tag auf der Strecke und laufe sie fast komplett ab. Es ist schon unglaublich, jeden Tag auf seiner Lieblingsstrecke herumlaufen zu können", so der Brite, der tagtäglich Sporthistorie lebt. "Du denkst: 'Wow, ich laufe durch den Tunnel, durch den solche Legenden wie Michael und Ayrton (Senna; Anm. d. Red.) gefahren sind. Jetzt bin ich einer dieser Rennfahrer und wohne noch dazu hier."
In Monaco gehen die Uhren anders: Auch für die V8-Motoren der Formel-1-Autos Zoom © xpb.cc
Ebenso einzigartig wie unberechenbar: Der Grand Prix von Monaco zählt zu den Highlights einer jeden Formel 1-Saison. Das Rennen durch die Straßen des glamourösen, normalerweise eher beschaulichen Fürstentums ist nach wie vor einzigartig auf der Welt. Der Stadtkurs selbst hat sich dabei im Laufe der Jahre kaum verändert. Die einzigartige Streckencharakteristik stellt die Ingenieure von Renault vor ganz besondere Herausforderungen, denn die Motoren müssenkomplexe Ansprüche erfüllen. "In Monaco lenken die Piloten ihre Boliden nicht nur mit dem Lenkrad, sondern auch mithilfe des Motors", erklärt Remi Taffin, Leiter des Grand-Prix-Teams. "Der Fahrer benötigt deswegen ein Triebwerk, das gleichmäßig und direkt auf Gaspedalbefehle anspricht." Nur so entwickele er das nötige Vertrauen, um jederzeit voll attackieren zu können. Die größte Herausforderung in Monte Carlo liege in den geringen Geschwindigkeiten, sagt Taffin. "Daher verwenden wir hier ein ganz spezielles Motor-Management, das auf keiner anderen Rennstrecke zum Einsatz kommt. Die Triebwerke sind auf Drehzahlen von bis zu 18.000 Umdrehungen pro Minute ausgelegt. Im Fürstentum müssen sie aber in den langsamen Kurven auch bei nur 5.000 Touren noch perfekt funktionieren", so Taffin. Der Renault Ingenieur betont die spezielle Herangehensweise der Franzosen: "Um uns auf dieses Wochenende perfekt vorzubereiten, testen wir im Vorfeld besonders ausgiebig auf unseren Motorenprüfständen. So stellen wir sicher, dass alles einwandfrei funktioniert. Dabei stimmen wir denV8 für unsere vier Partnerteams auch so ab, dass er bereits im Tourenkeller ein bissiges Ansprechverhalten an den Tag legt." Eine der anspruchsvollsten Aufgaben besteht darin, die Triebwerke so anzupassen, dass sie sehr agil am Gas hängen und direkt das nötige Drehmoment zur Verfügung stellen. Der Pilot muss darauf vertrauen können, dass der Motor sofort reagiert, wenn er ihn braucht - ganz gleich, welches Pedal-Einstellung er fährt oder in welcher Stellung sich das Gaspedal gerade befindet. Auch David Lamb unterstreicht die große Bedeutung einer perfekten Abstimmung für die Achtzylinder. "Monaco ist in jeder Beziehung einzigartig, so ein Rennen gibt es in der Formel 1 kein zweites Mal", so der Brite, der vor zwei Wochen als verantwortlicher Motoren-Ingenieur von Pastor Maldonado beim Grand Prix von Spanien gemeinsam mit Williams den ersten Sieg des wiedergewonnen Partners in dieser Saison feiern durfte. "Da wir auf diesem Kurs kaum auf die maximale Höchstgeschwindigkeit kommen, wirken sich ein paar Extra-Pferdestärken so gut wie gar nicht auf die Rundenzeit aus", meint Lamb. "Die Schlüsselfrage ist, wie wir die Power auf die Straße bringen - denn genau das macht den Unterschied aus und sorgt auf der Strecke für einen echten Zeitvorteil", geht er auf die feinen Differenzen ein. Der Williams-Techniker verdeutlicht die Besonderheiten eines Stadtkurses: "Aber auch darüber hinaus erwarten uns in Monaco einige Besonderheiten, die wir so von keiner anderen Rennstrecke kennen. Kurve sechs zum Beispiel, die enge Haarnadelkurve: Sie besitzt den engsten Radius der gesamten Saison. Hier bremsen die Piloten ihr Auto so stark zusammen." Ohne das korrekte Motor-Mapping kann dies dazu führen, dass ungewollt Schub einsetzt, weil die Elektronik ein Absterben des Aggregats unterbinden will.
Als eine von wenigen Rennstrecken verändert sich der Kurs von Monaco von einem Jahr auf das nächste kaum - immerhin handelt es sich um einen temporären Stadtkurs und nicht um eine permanente Strecke. Deswegen verfügen alle Teams über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz und umfangreiches Datenmaterial, um ein passendes Basis-Setup zu generieren. Nichtsdestotrotz erwartet Renault in jeder Saison Neuerungen. "Dieses Mal gehen wir die Sache sowieso etwas anders an", verrät Lamb. "Um die Kraft des Motors sicher auf die Straße zu bringen, schalten die Fahrer teilweise etwas früher als notwendig in den nächsthöheren Gang - wir nennen das 'Short-Shifting'. Darauf müssen wir auch das Mapping des Gaspdals angleichen, um unerwünschte Nebeneffekte auszuschließen. Bei einem 'normalen' Rennen kommt es niemals in einer gezeiteten Trainings- oder Qualifying-Runde, sondern ausschließlich in der In- und Out-Lap zum Einsatz." Die Unebenheiten im Asphalt führen dazu, dass die Reifen kurzzeitig den Kontakt zur Straße verlieren. Darunter leidet einerseits die Traktion, andererseits bedeuten die plötzlich hochschnellenden Drehzahlen eine enorme Zusatzbelastung für die mechanisch beweglichen Teile im Motor. "Ein klassisches Beispiel für eine solche Stelle ist die Bodenwelle zwischen dem Casino und der Mirabeau-Kurve", weiß Lamb.
Sergio Perez sieht sich und sein Team in der Formel 1 absolut auf Kurs liegen Zoom © xpbimages.com
Seit dem grandiosen Auftritt von Sergio Perez beim Großen Preis von Malaysia ist es um das Sauber-Team wieder ein bisschen ruhiger geworden. Auch, weil sich zu den 30 WM-Punkten aus den beiden Auftaktrennen in Australien und Malaysia seither "nur" elf weitere Zähler hinzugesellten. Gerät Sauber etwa zu Beginn der Europasaison bei der Entwicklung ins Hintertreffen? Weit gefehlt, sagt Perez. Der mexikanische Rennfahrer schiebt die geringe Ausbeute der vergangenen Wochen schlichtweg auf fehlendes Rennglück, wie er gegenüber 'Formula1.com' erklärt. Seit seinem zweiten Platz in Sepang sei es an Sonntagen einfach nicht immer nach Plan gelaufen: "In China hatten wir die falsche Taktik und ein Problem mit dem Frontflügel, in Bahrain hatten wir nicht die Geschwindigkeit", berichtet Perez. "In Spanien lag ich nach dem Start schon an Position vier, als mich Romain Grosjean traf und einen Reifenschaden verursachte." Wieder gingen wichtige Punkte verloren. Doch Perez hat den Mut nicht verloren - ganz im Gegenteil. "Ich bin mir sicher: Unsere Zeit wird kommen, denn wir haben ein konkurrenzfähiges Auto. Wir werden kämpfen", sagt der Sauber-Fahrer und zeigt sich zuversichtlich. "Selbst in Barcelona, wo viele Teams ihre Updates am Start hatten, sahen wir noch immer recht wettbewerbsfähig aus. Es gibt also keine Engpässe bei der Entwicklung", stellt Perez heraus und merkt an: "Ich denke vielmehr, dass wir über die komplette Saison hinweg konkurrenzfähig bleiben können, wenn wir weiterhin - sowohl in der Fabrik als auch an der Strecke - gut zusammenarbeiten."
Quelle: motorsport-total.com
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Hamilton noch ohne Sieg: "So läuft es manchmal"
23.05.2012 - 20:36
Fernando Alonso war im ersten Training deutlich schneller als alle anderen Zoom © xpbimages.com
Für den Rest des Wochenendes ist der Wetterbericht instabil, aber während des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco präsentierte sich die Cote d'Azur von ihrer schönsten Seite. Zwar ist es nach rund acht Minuten unmöglich, Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis zu ziehen, aber die erste Bestzeit des Donnerstags sicherte sich Fernando Alonso in 1:16.265 Minuten. Der Ferrari-Pilot verpasste damit seine Donnerstags-Bestzeit aus dem Vorjahr (1:15.123 Minuten), distanzierte aber Romain Grosjean (Lotus) um 0,365 und Sergio Perez (Sauber) um 0,446 Sekunden. Perez war zu Beginn der Session der Erste, der einen kompletten Run absolvierte - möglicherweise auch, um sein Unfalltrauma des Vorjahres gleich zu Beginn des Wochenendes abzuschütteln. Das dürfte ihm gelungen sein. Kovalainens Renault-Motor geplatztEine Zeitenjagd am Ende blieb übrigens aus, weil die Session knapp zehn Minuten vor Schluss unterbrochen werden musste. Heikki Kovalainen (18./Caterham/+2,774) vernebelte erst den kompletten Tunnel, ehe der Motor vor der Hafenschikane komplett kaputt ging und blockierte, sodass der Finne an einer gefährlichen Stelle stehen bleiben musste. "Der Motor ist weg", funkte Kovalainen, ehe sein Caterham von neun Streckenposten weggeschoben wurde. Sergio Perez scheint den Schock des Vorjahres schon gut verdaut zu haben © xpbimages.com "Wir wissen nicht genau, was passiert ist", erklärt ein Caterham-Sprecher. "Als Heikki aus dem Tunnel herauskam, spürte er, wie die Hinterachse blockierte. Deshalb stellte er das Auto ab. Das Fahrzeug wurde nicht beschädigt, doch es gab reichlich Rauch. Für den Nachmittag dürfte ein Motorwechsel anstehen. Wenn der bisherige Motor dann wieder in der Renault-Fabrik ist und dort untersucht wird, dürfte sich die genaue Ursache feststellen lassen." "Das ist eine Stelle, an der man nicht stehen bleiben sollte, aber wo soll man hin, wenn der Motor blockiert?", meint Experte Marc Surer. Zum Glück ging die Situation glimpflich aus und alle nachfolgenden Autos konnten trotz der schlechten Sicht ausweichen. Aufgrund der von Kovalainen gelegten Ölspur im Tunnel wurde die Session nicht mehr neu gestartet - sehr zum Leidwesen von Sebastian Vettel (9./Red Bull/+0,957), der noch etwas ausprobieren wollte. Training: Jede Runde zählt"In Monaco", weiß der ehemalige Formel-1-Pilot Surer, "zählt jede Runde. Es ist eine Fahrerstrecke. Natürlich muss das Auto passen, aber der Einfluss des Fahrers ist hier größer als auf jeder anderen Strecke." Hofft auch der drittplatzierte Perez und meint selbstbewusst: "Wir sind hier ziemlich konkurrenzfähig. Es wird also unser Ziel sein, um das Podium zu kämpfen." Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari macht ihm Mut: "Sauber scheint einen Schritt gemacht zu haben." Ex-Weltmeister Mika Häkkinen hat eher seinen Landsmann Kimi Räikkönen auf der Rechnung: "Der Lotus scheint hier wirklich gut zu gehen." Aber während Grosjean im Drift-Fahrstil von Anfang an ganz vorne mitfuhr, hatte Räikkönen die Lotus-Box schon verlassen, als Kovalainens Renault-Motor noch gar nicht geplatzt war. Wegen eines Problems mit der Servolenkung musste der "Iceman" die erste Session nach der Installationsrunde spritzen. Massa bemüht, aber verkrampftDie Monaco-Spezialisten Lewis Hamilton (McLaren/+0,482) und Pastor Maldonado (Williams/+0,495) landeten auf den Plätzen vier und fünf, noch vor Felipe Massa (Ferrari/+0,578), der heute Morgen sehr couragiert wirkte und 19 Runden absolvierte. In einer davon streifte er unnötigerweise auf der Geraden (!) vor der Tabak-Kurve die Leitplanken, aber das Team nahm ihn via Funk in Schutz: "Schon okay, kann passieren, Felipe." Kimi Räikkönen musste im ersten Freien Training bis auf eine Runde zuschauen © Lotus Das Mercedes-Duo Rosberg/Schumacher landete mit jeweils rund einer Sekunde Rückstand auf den Plätzen zehn und elf, unmittelbar vor Nico Hülkenberg (Force India/+1,366). Apropos Mercedes: Schumacher bereitete seiner Crew ein wenig Arbeit, als er mit einem losen Frontflügel an die Box kam. Was die Ursache für dieses Problem war, ging aus den TV-Bildern jedoch nicht hervor. 13. wurde Mark Webber (Red Bull/+1,841). Jenson Button (+0,925) belegte zunächst Platz acht. McLaren testete aber nicht nur für dieses Wochenende, sondern auch schon 2013er-Komponenten - und die scheinen die Fahrer noch immer in der Sicht zu beschränken, wie Button über Funk lautstark bemängelte. Ansonsten gab es während des ersten Trainings keine Zwischenfälle oder Crashes, was für die Disziplin des Starterfeldes spricht. Übrigens: Freitagstester waren heute nicht im Einsatz.
Bestes Rennwetter in Monaco: Schmeckt das den Reifen oder tut es das nicht? Zoom © xpbimages.com
(Motorsport-Total.com/Sky) - Als wäre der Stadtkurs von Monte Carlo nicht schwierig genug: Die Pirelli-Reifen der Formel 1 werden die Fahrer und ihre Teams auch beim Glamour-Grand-Prix vor eine große Aufgabe stellen. Davon sind die unmittelbar Beteiligten überzeugt. Die Frage ist allerdings noch, wie groß der Einfluss der Pneus auf die Gesamtleistung sein wird. Michael Schumacher hat da einen gewissen Verdacht. Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister rechnet mit keinem allzu "wilden" Wochenende, was die Reifensituation anbelangt. "Hier sollte es etwas konstanter sein und nicht so dramatisch wie bei anderen Rennen. Es kommt aber ganz auf die Temperaturen an", meint Schumacher. Im ersten Freien Training gab es im Fürstentum noch frühlingshafte 22 Grad Celsius - optimale Bedingungen. "Wenn wir in einem solchen normalen Bereich liegen, sollte es halbwegs okay sein", erklärt "Schumi" und fügt hinzu: "Sollten wir in die 30er gelangen, wird es für alle problematisch." Generell sei das Fahren in Monaco "ein Drahtseilakt, bei dem du im Rennen 78 Runden lang jonglierst. Manchmal fällst du runter, manchmal bleibst du drauf. Dementsprechend verändert sich der Spaß", sagt Schumacher.
Jenson Button ist sich der Fehler aus den vergangenen Rennen wohl bewusst Zoom © xpbimages.com
Drei aus fünf: Jenson Button punktete in diesem Jahr nicht in jedem Rennen, was den britischen McLaren-Piloten bereits einiges an Boden kostete. Trotzdem zeigt sich der Weltmeister von 2009 vor dem Großen Preis von Monaco sehr zuversichtlich, schließlich liebt er diesen Grand Prix und hat ihn auch schon einmal gewonnen. In seiner Medienrunde spricht Button über den speziellen Reiz eines Rennens im Fürstentum und über seine Aussichten in der WM-Gesamtwertung der Formel 1. Frage: "Jenson, du hast auf dem einzigen Stadtkurs gewonnen, den die Formel 1 in diesem Jahr schon besucht hat. Monte Carlo ist aber eine etwas andere Nummer. Was denkst du vor dem Beginn dieses Wochenendes?" Jenson Button: "Es ist schön, wieder hier zu sein. Ich denke, wir alle lieben es, durch die Straßen von Monaco zu fahren. Es ist einer dieser Kurse, die keinen Fehler verzeihen." "In Melbourne kannst du dir vielleicht noch einen Schnitzer erlauben, doch hier bedeutet dergleichen schlichtweg 'Game Over'. Monte Carlo macht sehr viel Spaß, selbst im Simulator. Der Spaßfaktor ist beim Fahren einfach noch viel größer als auf anderen Strecken. Ich freue mich schon sehr darauf, am Freitag endlich loszulegen." Die Vorfreude ist großFrage: "Kannst du aus der Arbeit im Simulator schließen, dass das Auto in Monte Carlo konkurrenzfähig sein wird?" Button: "Nun, das Fahrzeug fühlte sich im Simulator sehr gut an. Schauen wir einmal, wie sich die Situation hier auf der Strecke darstellt. Du musst in jedem Fall große Vorsicht walten lassen, denn der Kurs verbessert sich im Verlauf des Wochenendes." "Es ist zudem der einzige Ort, an dem wir schon donnerstags fahren. Danach haben wir einen Tag frei und die Straßenautos fahren über die Strecke. Am Samstag steigt dann die Qualifikation. Da musst du aufmerksam sein und darfst dich nicht zu unbedarft verhalten. Das Überholen ist hier nicht so einfach." Frage: "Nach dem vergangenen Jahr hast du hier sicherlich noch eine offene Rechnung ..." Button: "Ja, wir haben uns erst wieder mit dem Rennverlauf von 2011 vertraut gemacht. Man könnte sagen, dass der Abbruch zum Schluss dafür gesorgt hat, dass unsere Chancen auf den Sieg ein bisschen vermindert wurden." "Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben." "Egal, das liegt nun in der Vergangenheit. Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben. Ob das drin ist, wird sich zeigen. Es ist so gesehen nicht anders als an jedem anderen Wochenende sonst. Die Situation gestaltet sich von Rennen zu Rennen derart unterschiedlich. Pastor (Maldonado; Anm. d. Red.) hatte sich in Bahrain noch auf Rang 17 qualifiziert, glaube ich." "In Barcelona qualifizierte er sich dagegen auf Platz zwei. Ich denke nicht, dass sich so viel verändert hat. Es ist schwierig. Aus Fahrersicht ist Monte Carlo eine etwas andere Nummer. Die Erfahrung spielt hier eine ziemlich wichtige Rolle. Entscheidend ist auch, das Auto auf einem solchen Kurs wirklich zu verstehen. Hoffentlich gelingt uns das bis Samstag."
Frage: "Nach dem Spanien-Rennen konntest du nur mit dem Kopf schütteln, weil es offenbar nicht so lief, wie du dir das gedacht hattest. Habt ihr eure Probleme in den Griff gekriegt?" Button: "Bisher habe ich das Auto noch nicht gefahren, also nein, ich weiß es nicht. Ja, wir haben gemeinsam mit den Ingenieuren einen Blick in die Daten geworfen. Es gibt ein paar Dinge, von denen wir glauben, ein paar Fehler gemacht zu haben. Trotzdem müssen wir abwarten und schauen, wie sich das Auto hier anfühlt." McLaren auf FehlersucheFrage: "Die jüngsten Rennen waren nicht gerade berauschend. Es gab ein paar Fehler seitens des Teams. War das ein Thema in der Fabrik?" Button: "Na klar. Jeder macht Fehler. Wir haben ein paar gemacht, doch damit wirst du nicht Weltmeister. Wichtig ist, daraus zu lernen und weiterzumachen. Es geht darum, sicherzustellen, dass sich dergleichen nicht wiederholt." "Wir haben das Team dahingehend auch ein bisschen umstrukturiert. Wir als Team müssen schauen, was wir speziell bei den Boxenstopps tun können. Wir haben hier einige Verbesserungen am Start, die uns ziemlich helfen sollten. Es kommt auf Konstanz und Tempo an. Hier ist es eh etwas Besonderes: In Monaco brauchst du eine gute Qualifikation, einen guten Start und gute Boxenstopps." Frage: "Verläuft die Saison bisher so, wie du es erwartet hast? In fünf Rennen gab es fünf Sieger - und auch du hast 2012 schon gewonnen ..." Button: "Nein, dergleichen hatte ich nicht erwartet. Wir gingen zuversichtlich in die Saison, denn wir hatten einen guten Winter gehabt. Die Saison begann stark für uns. Eben wie wir es uns erhofft hatten. Seither war es sehr durchwachsen für uns." "Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar." Jenson Button "Wir waren schnell in Malaysia und schnell in China, aber in Bahrain und Spanien waren wir zumindest im Renntrimm nicht konkurrenzfähig. Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar. Wir hatten geglaubt, dass uns die Hitze vor Probleme stellt, doch die beiden jüngsten Rennen waren heißer als die vorangegangenen. Wir versuchen noch immer, herauszufinden, was Sache ist."
Frage: "Die Meisterschaft ist jedenfalls noch vollkommen offen ..." Button: "So ist es. Ich habe aber schon in zwei Rennen keine Punkte geholt. Das ist sehr seltsam. Es ist so schwierig, schlau daraus zu werden. Du musst einfach bereit sein. Manchmal scheint das Auto zu funktionieren, manchmal nicht. Wichtig ist, keine Fehler zu machen. Dann bist du vorn mit dabei." Wie halten die Reifen in Monte Carlo?Frage: "Bist du im Hinblick auf die Reifen ein Zocker oder wartest du darauf, bis die letzte Karte aufgedeckt wird?" Button: "Ich war eigentlich immer gut darin, doch in diesem Jahr haben wir anscheinend ein paar Probleme damit, die Reifen zu verstehen. Ich denke, da sitzen wir alle im selben Boot." "Hoffentlich sehen wir vor dem Qualifying klarer, denn Monte Carlo kann die Reifen schon sehr intensiv rannehmen. Auf einmal sind die Pneus dann hinüber. Das sahen wir 2009 bei Sebastian Vettel, aber nicht nur damals. Wir hoffen einfach, ein besseres Reifenverständnis zu haben, als dies an den vergangenen Wochenenden der Fall war." "Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet." Jenson Button Frage: "Sebastian Vettel fuhr im vergangenen Jahr 50 Runden auf der weichen Mischung. Denkst du, das wäre auch mit den aktuellen Reifen möglich?" Button: "Waren es bei ihm wirklich 50 Runden oder kam ihm da die rote Flagge dazwischen? Es waren 50 Runden? Okay, cool. Es sah jedenfalls ganz nach einem sehr aufregenden Zieleinlauf aus. Ich weiß nicht, was passiert wäre. Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet. Wir werden es nie erfahren. So kam es nicht, weil das Rennen ja unterbrochen wurde." Frage: "Das Wetter könnte am Sonntag für eine nasse Strecke sorgen, vielleicht auch schon am Samstag. Gut für euch?" Button: "Ich werfe alle zwei Stunden einen Blick auf die Wettervorhersage. Sie verändert sich ständig. Am Dienstag hieß es noch, es würde Samstag und Sonntag regnen, jetzt soll es nur am Samstag regnen oder gar nicht, und erst am Montag." "Schauen wir einmal, was passiert. Im Qualifying hat man es natürlich gern trocken, weil es ein solcher Kick ist, wenn man das Auto ans Limit bringt. Das lieben wir. Im Nassen ist es ganz anders, doch wir würden trotzdem das Beste daraus machen." Frage: "Ich habe hier zehn Euro für dich, aber die musst du auf den Fahrer setzen, von dem du glaubst, dass er hier gewinnt ..." Button: "Ich! Einhundert Prozent." Frage: "Dann nimm das Geld ..." Button: "Nein. Ich nehme kein Bargeld (lacht; Anm. d. Red.)." Ein Traditionskurs, der Freude machtFrage: "Zurück zu Monaco: Dieser Kurs ist etwas Besonderes, nicht wahr?" Button: "Ja. Wir alle lieben es, hier durch die Straßen zu fahren. Es ist eine ungewöhnliche Strecke, denn die Leitplanken stehen so nah. Fehler werden nicht verziehen. Es ist ein Traditionskurs. Das ist gut." "Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Jenson Button "Wir lieben solche Orte - Suzuka, Spa-Francorchamps. Die Strecke an sich hat sich nicht viel verändert, doch es gibt nun bessere Auslaufzonen. Das macht viel Spaß. Wenn du hier im Qualifying alles aus dem Auto herausholen kannst, dann ist das einfach nur toll. Das lieben wir. Dann realisierst du, dass du einen Formel-1-Rennwagen mit 750 PS zähmst. Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Frage: "Du hast hier schon gewonnen. Wie aufregend ist dieser Kurs und wo sind die Schlüsselstellen?" Button: "Es ist der gesamte Kurs. Es ist völlig verrückt, hier mit einem Formel-1-Auto herumzufahren. Uns macht das aber sehr viel Spaß. Es gibt hier zwar nicht sehr viele schnelle Kurven, doch die sind sehr aufregend. Die Schwimmbad-Passage ist toll, aber auch der Hügel beim Kasino. Du musst dich herantasten, denn sonst schlägt dieser Ort zurück, wenn du nur einen kleinen Fehler machst. Deshalb ist es so spannend." Frage: "Am Ausgang des Tunnels wurden ein paar Bodenwellen entfernt. Ist das gut oder schlecht für das Überholen an dieser Stelle?" Button: "Nun, wir hatten schon 2011 kein DRS an dieser Stelle und auch in diesem Jahr ist das der Fall. Das ist gut so. Es wurden aber auch die Reifenstapel verschoben, in die Perez eingeschlagen war. Auch das ist gut. In den Auslaufzonen wurde zudem etwas Sand in die Farbe gemischt. Das sollte dabei helfen, die Autos rascher abzubremsen. Ebenfalls eine gute Sache."
Fernando Alonso tritt in Monaco mit einem in Gold und Weiß gehaltenen Helm an Zoom © Ferrari
Eine Stadtrundfahrt im Zuhause der Reichen und Schönen: Beim Großen Preis von Monaco geht es alljährlich um das Motto "sehen und gesehen werden". Wohl auch deshalb warten die Fahrer und Teams der Formel 1 meist bei diesem Rennen mit besonderen Lackierungen oder neuen Farben auf. Bei Fernando Alonso ist das 2012 nicht anders: Der Spanier bringt einen speziellen Helm an den Start. Der eigens für die Hatz im Leitplanken-Kanal von Monte Carlo entworfene Kopfputz besticht durch die Farben Gold und Weiß und stellt eine Hommage an das Traditionsrennen dar. Ebenfalls eingearbeitet sind Elemente aus dem Glücksspiel wie Jetons, Roulette und Würfel. Außerdem ist auf der Oberseite des Helms ein Ferrari 158 zu sehen, wie ihn John Surtees 1964 fuhr - und damit Weltmeister wurde. Zu sehen ist darüber hinaus das Viktoria-Kreuz von Asturien, der spanischen Heimat von Alonso. Und neben dem Monaco-Motto "Bet on Red" ("Setze auf Rot"; Anm. d. Red.) finden sich auf dem Helm noch diverse Zahlen, die allesamt mit der Formel-1-Karriere des zweimaligen Weltmeisters und der Formel 1 im Fürstentum in Verbindung stehen. Auch seine zwei Monaco-Siege sind dort verewigt. Die "78" steht beispielsweise für die Anzahl der Rennrunden beim Großen Preis von Monaco, die "70" für das runde Jubiläum des Traditionsrennens. 75 Mal stand Alonso bereits auf einem Formel-1-Podest, 20 Mal startete er von der Pole-Position. Die "19" entspricht der Anzahl der Kurven auf einer Runde in Monte Carlo, die "5" Alonsos Startnummer. Was die "14" bedeuten soll, wurde nicht verraten.
"Hallo, Jungs, wir müssen da was ändern." Bernie Ecclestone stört sich am Q3-Ablauf Zoom © xpbimages.com
Das Top-10-Finale im Qualifying ist nicht mehr das, was es einmal war. Denn statt mit einem letzten frischen Reifensatz auf die Jagd nach der Pole-Position oder einem vorderen Startplatz zu gehen, verzichten einige Piloten lieber auf eine schnelle Runde. Sie sparen sich ihre neuen Reifen auf, um dann im Rennen bessere Karten zu haben. Darunter leidet jedoch das Spektakel in der Qualifikation. Dies stört auch Formel-1-Chef Bernie Ecclestone. Dem 81-jährigen Briten ist die Umsetzung der aktuellen Regeln ein Dorn im Auge: "Was im Augenblick falsch läuft, ist, dass einige Fahrer denken, nicht auf die Pole-Position fahren zu können." Der Grund für diese Zurückhaltung sei das Kontingent an frischen Pirelli-Pneus. Doch mit einer neuen Verordnung könnte Abhilfe geschaffen werden. Ecclestone hat einen Vorschlag parat: "Ich sage ja schon lange, dass es einen weiteren Reifensatz geben sollte, der nach der Qualifikation abgegeben werden muss. Dann gibt es nichts, was man sich aufsparen könnte. Dann sind die Teams zum Wechseln gezwungen", meint Ecclestone und merkt an: "Was wir brauchen, ist ein weiterer Reifensatz, damit im Zeittraining mehr Runden abgespult werden." Mit den unvorhersehbaren Rennen ist der Formel-1-Chef indes vollkommen zufrieden und stellt seinen Reifenlieferanten - unabhängig von der Situation in der Qualifikation - ein sehr gutes Zeugnis aus: "Pirelli hat klasse Arbeit geleistet. Es ist weitaus schwieriger für sie, einen Reifen zu bauen, der nur 30 Prozent des Rennens durchsteht, als einen Reifen zu entwerfen, der die komplette Distanz meistert." "Es war ein Teil meines Vertrags mit ihnen, dass die Reifen nur für einen Teil des Rennens haltbar sein sollten. Ich war beeindruckt davon, dass es ihnen gelang", sagt Ecclestone. "Es hätte auch leicht anders kommen können, sodass nur zehn Runden drin gewesen wären oder das gesamte Rennen. Es war eine technische Meisterleistung", findet der Brite. "Ich hätte nicht gedacht, dass sie es schaffen."
Formel 1 zu Gast in Frankreich: Das bis dato letzte Rennen datiert aus 2008 ... Zoom © xpb.cc
Eine Neuauflage des Großen Preises von Frankreich schien in den vergangenen Monaten bereits gewaltig an Fahrt aufgenommen zu haben, doch just im Wahlmonat kamen die Vorhaben um das Comeback in der Formel 1 wieder ins Stocken. Offenbar ist nun auch der angestrebte Rennplatz in Paul Ricard, wo die Königsklasse in der Vergangenheit bereits fuhr, nicht mehr länger erste Wahl. Dabei hätte alles so einfach sein können, wie Formel-1-Chef Bernie Ecclestone gegenüber 'ESPN' betont. "Die Franzosen hatten genug Gelegenheiten, um es wahr zu machen, taten es aber nicht. Sie versprachen uns all die Dinge wie die Straßen von Paris oder Disney", meint der Brite. All diese Ansätze waren aber meist genauso schnell wieder vom Tisch, wie man sie aufgetischt hatte. Das Grand-Prix-Thema sei in Frankreich halt "sehr politisch", erklärt Ecclestone und merkt an: "Ich weiß nicht, ob es anders gewesen wäre, wenn Sarkozy wiedergewählt worden wäre. Keine Ahnung. Als er noch an der Macht war, hätten sie unterschreiben können. Sie hatten einen Vertrag vorliegen. Alles, was sie tun mussten, war, ihre Unterschrift darunter zu setzen", hält der Formel-1-Chef fest. Andererseits habe es ständig an der nötigen Konsequenz hinsichtlich eines Rennplatzes gefehlt, fügt Ecclestone hinzu: "Sie kamen eh nie zu einer Übereinkunft mit Paul Ricard. Dort würden Investitionen nötig werden, um Tribünen aufzubauen. Und der Paddock-Club ist nicht groß genug", sagt der 81-Jährige. Inzwischen ist auch nicht ausgeschlossen, dass die Formel 1 nach Magny-Cours zurückkehrt.
Teamchef Ross Brawn pocht auf die historische Bedeutung von Mercedes Zoom © xpbimages.com
Während beim letzten Concorde-Agreement, das im Jahr 2009 ratifiziert wurde, der Automobil-Weltverband FIA unter dem damaligen Präsidenten Max Mosley eine der treibenden Kräfte war, spielt die FIA bei den aktuellen Verhandlungen für 2013 bis 2020 praktisch keine Rolle. Bisher fanden die Gespräche fast ausschließlich zwischen Bernie Ecclestone und den Teams statt. Ross Brawn missfällt das: "Wir haben noch einen langen Weg vor uns, bevor wir finale Lösungen erreichen", sagt er und unterstreicht: "Ich denke, was man in all das einbeziehen sollte, ist die Rolle, die die FIA in Zukunft spielen wird, ihre Rolle in unserem Sport. Sie waren bisher ruhig, aber sie werden eine Rolle spielen. Ich bin einigermaßen zuversichtlich, dass wir vernünftige Lösungen für die Zukunft finden können. Ich glaube aber nicht, dass schon alles erledigt ist." Mercedes war bisher das einzige Topteam, das Ecclestone noch nicht signalisiert hatte, das neue Concorde-Agreement unterschreiben zu wollen. Bei einem Treffen mit Daimler-Konzernchef Dieter Zetsche - Brawn war aus gesundheitlichen Gründen abwesend - dürfte es zuletzt in Barcelona aber eine Annäherung zwischen Mercedes und den Inhabern der kommerziellen Rechte gegeben haben. Angeblich könnte dieses Wochenende alles unter Dach und Fach gebracht werden. Brawn schweigt zur Mercedes-Situation hinsichtlich des Concorde-Agreements: "Ich kann das immer noch nicht kommentieren", meint er und ergänzt in Anspielung auf die von Ecclestone angezweifelte historische Bedeutung der deutschen Marke: "Wir sind sehr stolz auf unsere Geschichte und glauben, dass sie für den Sport wichtig ist. Da sind die Menschen unterschiedlicher Auffassung. Aber das ist alles Teil der heiklen Verhandlungen, die stattfinden."
Nico Hülkenberg blickt skeptisch auf die Hackordnung in der Formel 1 Zoom © xpbimages.com
Ein Mal schrammte Force India knapp an einem Grand-Prix-Sieg vorbei: Das war mit Giancarlo Fisichella in Spa-Francorchamps. Dass diese Gelegenheit bald wieder kommt, glaubt Nico Hülkenberg nicht, wie er 'auto motor und sport' verrät: "Williams und Sauber waren nach unseren Messungen in Barcelona bei den schnellsten Autos dabei. Die muss man jetzt auch zu den Top-Teams zählen." Den Mercedes-befeuerten Inder dagegen nicht. Und das trotz der Fortschritte, die die Truppe um Besitzer Vijay Mallya gemacht hat: "Wir haben uns definitiv gesteigert, vor allem in der Traktion. Unsere Gegner sind diesen Schritt aber mitgegangen", erklärt Hülkenberg und verweist erneut auf die ehemaligen Mittelfeldkonkurrenten, von denen nur noch Toro Rosso hinter Force India rangiert. "In den schnellen Kurven sind Sauber und Williams besser als wir." Woher rührt es, dass Force India - denen rund drei Zehntelsekunden fehlen - nicht mit der Konkurrenz aus der Hinwil und Grove mithalten kann? Für Hülkenberg sekundär: "Uns bleibt nichts anderes übrig, als zu entwickeln, weil wir zurückliegen. Wir brauchen noch ein paar Zehntelchen, um an die anderen ranzukommen", insistiert er. "Es ist wichtig, eine gute Balance zwischen Entwicklung und dem Verständnis des Autos zu finden", macht Hülkenberg deutlich. Dann scheint das erklärte Saisonziel, nämlich Rang fünf in der Konstrukteurs-Wertung, nicht außer Reichweite. "Das ist immer noch möglich, wenn auch schwierig, weil die anderen auch weiter Punkte machen werden", befürchtet der Emmericher und hofft auf die Kurse, die 2011 im Sommer und Herbst im Grand-Prix-Kalender standen. "Da ist der Knoten bei uns auch erst in der zweiten Saisonhälfte aufgegangen", so Hülkenberg.
Seiner Heimat Großbritannien hat Hamilton schon lange den Rücken gekehrt Zoom © xpbimages.com
Viele Fahrer haben ihren Wohnsitz in das Steuer- und Lebensqualitäts-Paradies Monaco verlegt. Auch Lewis Hamilton gefällt es an der Cote d'Azur. Der Brite ist erst kürzlich aus der Schweiz in das Fürstentum gezogen und zeigt sich begeistert vom neuen Wohnort sowie dem kurzen Weg an den Arbeitsplatz: "Es ist ein fantastisches Gefühl, in deinem eigenen Bett aufzuwachen und einfach nur die Straße hinunterzufahren, um bei der Arbeit anzukommen", freut sich der McLaren-Pilot. Lebensgefährtin Nicole Scherzinger beim Vorbeifahren am heimischen Balkon theoretisch zuwinken zu können, gefällt Hamilton. "Das erlebe ich heute zum ersten Mal, doch ich bin mir sicher: Es wird einen großen Unterschied ausmachen", prognostiziert er. "Ich habe auch mein früheres Zuhause geliebt, doch das ist ein ganz anderer Ort. Ich mag ihn noch ein bisschen mehr, scheint mir", so Hamilton, der sich bekanntermaßen gerne mit Stars aus dem Showbusiness umgibt. Doch auch an seinem alten Wohnort fand der 27-Jährige Gefallen. "Als ich in der Schweiz lebte, war das eines der schönsten Länder, die ich je besucht hatte. Das Wetter war ein bisschen wie in Großbritannien, doch es war meist viel schöner", schmunzelt Hamilton und beschreibt den Unterschied als eklatant: "Es dauerte eine Ewigkeit, um bis zu einem Restaurant zu gelangen. Ich konnte nicht einfach nur hinlaufen oder hinfahren", so der Weltmeister von 2008 über die Abgeschiedenheit. Hamilton meint: "Ich habe das Gefühl, es weiterhin genießen zu müssen. Ich laufe jeden Tag auf der Strecke und laufe sie fast komplett ab. Es ist schon unglaublich, jeden Tag auf seiner Lieblingsstrecke herumlaufen zu können", so der Brite, der tagtäglich Sporthistorie lebt. "Du denkst: 'Wow, ich laufe durch den Tunnel, durch den solche Legenden wie Michael und Ayrton (Senna; Anm. d. Red.) gefahren sind. Jetzt bin ich einer dieser Rennfahrer und wohne noch dazu hier."
In Monaco gehen die Uhren anders: Auch für die V8-Motoren der Formel-1-Autos Zoom © xpb.cc
Ebenso einzigartig wie unberechenbar: Der Grand Prix von Monaco zählt zu den Highlights einer jeden Formel 1-Saison. Das Rennen durch die Straßen des glamourösen, normalerweise eher beschaulichen Fürstentums ist nach wie vor einzigartig auf der Welt. Der Stadtkurs selbst hat sich dabei im Laufe der Jahre kaum verändert. Die einzigartige Streckencharakteristik stellt die Ingenieure von Renault vor ganz besondere Herausforderungen, denn die Motoren müssenkomplexe Ansprüche erfüllen. "In Monaco lenken die Piloten ihre Boliden nicht nur mit dem Lenkrad, sondern auch mithilfe des Motors", erklärt Remi Taffin, Leiter des Grand-Prix-Teams. "Der Fahrer benötigt deswegen ein Triebwerk, das gleichmäßig und direkt auf Gaspedalbefehle anspricht." Nur so entwickele er das nötige Vertrauen, um jederzeit voll attackieren zu können. Die größte Herausforderung in Monte Carlo liege in den geringen Geschwindigkeiten, sagt Taffin. "Daher verwenden wir hier ein ganz spezielles Motor-Management, das auf keiner anderen Rennstrecke zum Einsatz kommt. Die Triebwerke sind auf Drehzahlen von bis zu 18.000 Umdrehungen pro Minute ausgelegt. Im Fürstentum müssen sie aber in den langsamen Kurven auch bei nur 5.000 Touren noch perfekt funktionieren", so Taffin. Der Renault Ingenieur betont die spezielle Herangehensweise der Franzosen: "Um uns auf dieses Wochenende perfekt vorzubereiten, testen wir im Vorfeld besonders ausgiebig auf unseren Motorenprüfständen. So stellen wir sicher, dass alles einwandfrei funktioniert. Dabei stimmen wir denV8 für unsere vier Partnerteams auch so ab, dass er bereits im Tourenkeller ein bissiges Ansprechverhalten an den Tag legt." Eine der anspruchsvollsten Aufgaben besteht darin, die Triebwerke so anzupassen, dass sie sehr agil am Gas hängen und direkt das nötige Drehmoment zur Verfügung stellen. Der Pilot muss darauf vertrauen können, dass der Motor sofort reagiert, wenn er ihn braucht - ganz gleich, welches Pedal-Einstellung er fährt oder in welcher Stellung sich das Gaspedal gerade befindet. Auch David Lamb unterstreicht die große Bedeutung einer perfekten Abstimmung für die Achtzylinder. "Monaco ist in jeder Beziehung einzigartig, so ein Rennen gibt es in der Formel 1 kein zweites Mal", so der Brite, der vor zwei Wochen als verantwortlicher Motoren-Ingenieur von Pastor Maldonado beim Grand Prix von Spanien gemeinsam mit Williams den ersten Sieg des wiedergewonnen Partners in dieser Saison feiern durfte. "Da wir auf diesem Kurs kaum auf die maximale Höchstgeschwindigkeit kommen, wirken sich ein paar Extra-Pferdestärken so gut wie gar nicht auf die Rundenzeit aus", meint Lamb. "Die Schlüsselfrage ist, wie wir die Power auf die Straße bringen - denn genau das macht den Unterschied aus und sorgt auf der Strecke für einen echten Zeitvorteil", geht er auf die feinen Differenzen ein. Der Williams-Techniker verdeutlicht die Besonderheiten eines Stadtkurses: "Aber auch darüber hinaus erwarten uns in Monaco einige Besonderheiten, die wir so von keiner anderen Rennstrecke kennen. Kurve sechs zum Beispiel, die enge Haarnadelkurve: Sie besitzt den engsten Radius der gesamten Saison. Hier bremsen die Piloten ihr Auto so stark zusammen." Ohne das korrekte Motor-Mapping kann dies dazu führen, dass ungewollt Schub einsetzt, weil die Elektronik ein Absterben des Aggregats unterbinden will.
Als eine von wenigen Rennstrecken verändert sich der Kurs von Monaco von einem Jahr auf das nächste kaum - immerhin handelt es sich um einen temporären Stadtkurs und nicht um eine permanente Strecke. Deswegen verfügen alle Teams über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz und umfangreiches Datenmaterial, um ein passendes Basis-Setup zu generieren. Nichtsdestotrotz erwartet Renault in jeder Saison Neuerungen. "Dieses Mal gehen wir die Sache sowieso etwas anders an", verrät Lamb. "Um die Kraft des Motors sicher auf die Straße zu bringen, schalten die Fahrer teilweise etwas früher als notwendig in den nächsthöheren Gang - wir nennen das 'Short-Shifting'. Darauf müssen wir auch das Mapping des Gaspdals angleichen, um unerwünschte Nebeneffekte auszuschließen. Bei einem 'normalen' Rennen kommt es niemals in einer gezeiteten Trainings- oder Qualifying-Runde, sondern ausschließlich in der In- und Out-Lap zum Einsatz." Die Unebenheiten im Asphalt führen dazu, dass die Reifen kurzzeitig den Kontakt zur Straße verlieren. Darunter leidet einerseits die Traktion, andererseits bedeuten die plötzlich hochschnellenden Drehzahlen eine enorme Zusatzbelastung für die mechanisch beweglichen Teile im Motor. "Ein klassisches Beispiel für eine solche Stelle ist die Bodenwelle zwischen dem Casino und der Mirabeau-Kurve", weiß Lamb.
Sergio Perez sieht sich und sein Team in der Formel 1 absolut auf Kurs liegen Zoom © xpbimages.com
Seit dem grandiosen Auftritt von Sergio Perez beim Großen Preis von Malaysia ist es um das Sauber-Team wieder ein bisschen ruhiger geworden. Auch, weil sich zu den 30 WM-Punkten aus den beiden Auftaktrennen in Australien und Malaysia seither "nur" elf weitere Zähler hinzugesellten. Gerät Sauber etwa zu Beginn der Europasaison bei der Entwicklung ins Hintertreffen? Weit gefehlt, sagt Perez. Der mexikanische Rennfahrer schiebt die geringe Ausbeute der vergangenen Wochen schlichtweg auf fehlendes Rennglück, wie er gegenüber 'Formula1.com' erklärt. Seit seinem zweiten Platz in Sepang sei es an Sonntagen einfach nicht immer nach Plan gelaufen: "In China hatten wir die falsche Taktik und ein Problem mit dem Frontflügel, in Bahrain hatten wir nicht die Geschwindigkeit", berichtet Perez. "In Spanien lag ich nach dem Start schon an Position vier, als mich Romain Grosjean traf und einen Reifenschaden verursachte." Wieder gingen wichtige Punkte verloren. Doch Perez hat den Mut nicht verloren - ganz im Gegenteil. "Ich bin mir sicher: Unsere Zeit wird kommen, denn wir haben ein konkurrenzfähiges Auto. Wir werden kämpfen", sagt der Sauber-Fahrer und zeigt sich zuversichtlich. "Selbst in Barcelona, wo viele Teams ihre Updates am Start hatten, sahen wir noch immer recht wettbewerbsfähig aus. Es gibt also keine Engpässe bei der Entwicklung", stellt Perez heraus und merkt an: "Ich denke vielmehr, dass wir über die komplette Saison hinweg konkurrenzfähig bleiben können, wenn wir weiterhin - sowohl in der Fabrik als auch an der Strecke - gut zusammenarbeiten."
Lewis Hamilton bleibt zuversichtlich und scheint sich die gute Laune zu bewahren Zoom © xpbimages.com
Fünf Fahrer haben sich in diesem Jahr bereits in die Siegerliste der Formel 1 eingetragen, doch der Name von Lewis Hamilton taucht in diesen Statistiken bisher nicht auf. Der McLaren-Pilot war zwar in allen fünf Rennen im Ziel, kam dabei aber nicht über die dritte Stufe des Podests hinaus. Der Zweifel nagt aber nicht am Selbstbewusstsein des Ex-Champions. Dies betont Hamilton in Monte Carlo. Er sei "nicht frustriert" über seine sieglose Phase, meint der Brite. "So läuft es im Rennsport halt manchmal. Wir hätten angesichts unserer Ergebnisse in der Qualifikation natürlich gern besser abgeschnitten." Diesem "Problem" wolle man sich in den kommenden Rennen verstärkt widmen, um nicht noch weitere Punkte einzubüßen. Oder wie es Hamilton formuliert: "Wir müssen uns steigern." In der hart umkämpften Formel 1 bedeute Stillstand einen Rückschritt, erklärt Hamilton. Ein Handeln sei geboten, "wenn wir da bleiben wollen, wo wir sind, oder wenn wir uns davon ausgehend nochmals verbessern wollen", sagt der McLaren-Pilot. "Wir arbeiten schon sehr hart daran." Vorwürfe braucht sich der Weltmeister von 2008 jedoch nicht zu machen. Das meint zumindest Martin Whitmarsh. Der Teamchef von Hamilton stellt sich vor dem sechsten Rennen des Jahres demonstrativ hinter seinen Schützling: "Lewis wird in diesem Jahr nicht gerade vom Glück verfolgt. Wir glauben jedenfalls nicht, dass er das Siegen verlernt hat. Die WM ist vollkommen offen. Er darf sich als Siegkandidat in Monaco sehen - und als Anwärter auf viele weitere Siege und auch auf den WM-Titel", sagt der Brite. Dies macht Whitmarsh vor allem am Auftreten seines Landsmanns fest: "Seine Fahrweise ist sehr reif, kontrolliert und diszipliniert. Wahrscheinlich mehr als jemals zuvor", meint Whitmarsh und merkt an: "Er hat aber das Tempo und die Fähigkeit, um auf der Pole-Position zu stehen. Dieses Gefühl kann Lewis aus Barcelona mitnehmen. Dort hat er - trotz einer Strafe - eine fantastische Fahrt hingelegt."
Quelle: motorsport-total.com
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| Formel 1 » Perez: "Würde Ferrari-Angebot ablehnen" |
Perez: "Würde Ferrari-Angebot ablehnen"
23.05.2012 - 20:34
Fernando Alonso war im ersten Training deutlich schneller als alle anderen Zoom © xpbimages.com
Für den Rest des Wochenendes ist der Wetterbericht instabil, aber während des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco präsentierte sich die Cote d'Azur von ihrer schönsten Seite. Zwar ist es nach rund acht Minuten unmöglich, Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis zu ziehen, aber die erste Bestzeit des Donnerstags sicherte sich Fernando Alonso in 1:16.265 Minuten. Der Ferrari-Pilot verpasste damit seine Donnerstags-Bestzeit aus dem Vorjahr (1:15.123 Minuten), distanzierte aber Romain Grosjean (Lotus) um 0,365 und Sergio Perez (Sauber) um 0,446 Sekunden. Perez war zu Beginn der Session der Erste, der einen kompletten Run absolvierte - möglicherweise auch, um sein Unfalltrauma des Vorjahres gleich zu Beginn des Wochenendes abzuschütteln. Das dürfte ihm gelungen sein. Kovalainens Renault-Motor geplatztEine Zeitenjagd am Ende blieb übrigens aus, weil die Session knapp zehn Minuten vor Schluss unterbrochen werden musste. Heikki Kovalainen (18./Caterham/+2,774) vernebelte erst den kompletten Tunnel, ehe der Motor vor der Hafenschikane komplett kaputt ging und blockierte, sodass der Finne an einer gefährlichen Stelle stehen bleiben musste. "Der Motor ist weg", funkte Kovalainen, ehe sein Caterham von neun Streckenposten weggeschoben wurde. Sergio Perez scheint den Schock des Vorjahres schon gut verdaut zu haben © xpbimages.com "Wir wissen nicht genau, was passiert ist", erklärt ein Caterham-Sprecher. "Als Heikki aus dem Tunnel herauskam, spürte er, wie die Hinterachse blockierte. Deshalb stellte er das Auto ab. Das Fahrzeug wurde nicht beschädigt, doch es gab reichlich Rauch. Für den Nachmittag dürfte ein Motorwechsel anstehen. Wenn der bisherige Motor dann wieder in der Renault-Fabrik ist und dort untersucht wird, dürfte sich die genaue Ursache feststellen lassen." "Das ist eine Stelle, an der man nicht stehen bleiben sollte, aber wo soll man hin, wenn der Motor blockiert?", meint Experte Marc Surer. Zum Glück ging die Situation glimpflich aus und alle nachfolgenden Autos konnten trotz der schlechten Sicht ausweichen. Aufgrund der von Kovalainen gelegten Ölspur im Tunnel wurde die Session nicht mehr neu gestartet - sehr zum Leidwesen von Sebastian Vettel (9./Red Bull/+0,957), der noch etwas ausprobieren wollte. Training: Jede Runde zählt"In Monaco", weiß der ehemalige Formel-1-Pilot Surer, "zählt jede Runde. Es ist eine Fahrerstrecke. Natürlich muss das Auto passen, aber der Einfluss des Fahrers ist hier größer als auf jeder anderen Strecke." Hofft auch der drittplatzierte Perez und meint selbstbewusst: "Wir sind hier ziemlich konkurrenzfähig. Es wird also unser Ziel sein, um das Podium zu kämpfen." Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari macht ihm Mut: "Sauber scheint einen Schritt gemacht zu haben." Ex-Weltmeister Mika Häkkinen hat eher seinen Landsmann Kimi Räikkönen auf der Rechnung: "Der Lotus scheint hier wirklich gut zu gehen." Aber während Grosjean im Drift-Fahrstil von Anfang an ganz vorne mitfuhr, hatte Räikkönen die Lotus-Box schon verlassen, als Kovalainens Renault-Motor noch gar nicht geplatzt war. Wegen eines Problems mit der Servolenkung musste der "Iceman" die erste Session nach der Installationsrunde spritzen. Massa bemüht, aber verkrampftDie Monaco-Spezialisten Lewis Hamilton (McLaren/+0,482) und Pastor Maldonado (Williams/+0,495) landeten auf den Plätzen vier und fünf, noch vor Felipe Massa (Ferrari/+0,578), der heute Morgen sehr couragiert wirkte und 19 Runden absolvierte. In einer davon streifte er unnötigerweise auf der Geraden (!) vor der Tabak-Kurve die Leitplanken, aber das Team nahm ihn via Funk in Schutz: "Schon okay, kann passieren, Felipe." Kimi Räikkönen musste im ersten Freien Training bis auf eine Runde zuschauen © Lotus Das Mercedes-Duo Rosberg/Schumacher landete mit jeweils rund einer Sekunde Rückstand auf den Plätzen zehn und elf, unmittelbar vor Nico Hülkenberg (Force India/+1,366). Apropos Mercedes: Schumacher bereitete seiner Crew ein wenig Arbeit, als er mit einem losen Frontflügel an die Box kam. Was die Ursache für dieses Problem war, ging aus den TV-Bildern jedoch nicht hervor. 13. wurde Mark Webber (Red Bull/+1,841). Jenson Button (+0,925) belegte zunächst Platz acht. McLaren testete aber nicht nur für dieses Wochenende, sondern auch schon 2013er-Komponenten - und die scheinen die Fahrer noch immer in der Sicht zu beschränken, wie Button über Funk lautstark bemängelte. Ansonsten gab es während des ersten Trainings keine Zwischenfälle oder Crashes, was für die Disziplin des Starterfeldes spricht. Übrigens: Freitagstester waren heute nicht im Einsatz.
Bestes Rennwetter in Monaco: Schmeckt das den Reifen oder tut es das nicht? Zoom © xpbimages.com
(Motorsport-Total.com/Sky) - Als wäre der Stadtkurs von Monte Carlo nicht schwierig genug: Die Pirelli-Reifen der Formel 1 werden die Fahrer und ihre Teams auch beim Glamour-Grand-Prix vor eine große Aufgabe stellen. Davon sind die unmittelbar Beteiligten überzeugt. Die Frage ist allerdings noch, wie groß der Einfluss der Pneus auf die Gesamtleistung sein wird. Michael Schumacher hat da einen gewissen Verdacht. Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister rechnet mit keinem allzu "wilden" Wochenende, was die Reifensituation anbelangt. "Hier sollte es etwas konstanter sein und nicht so dramatisch wie bei anderen Rennen. Es kommt aber ganz auf die Temperaturen an", meint Schumacher. Im ersten Freien Training gab es im Fürstentum noch frühlingshafte 22 Grad Celsius - optimale Bedingungen. "Wenn wir in einem solchen normalen Bereich liegen, sollte es halbwegs okay sein", erklärt "Schumi" und fügt hinzu: "Sollten wir in die 30er gelangen, wird es für alle problematisch." Generell sei das Fahren in Monaco "ein Drahtseilakt, bei dem du im Rennen 78 Runden lang jonglierst. Manchmal fällst du runter, manchmal bleibst du drauf. Dementsprechend verändert sich der Spaß", sagt Schumacher.
Jenson Button ist sich der Fehler aus den vergangenen Rennen wohl bewusst Zoom © xpbimages.com
Drei aus fünf: Jenson Button punktete in diesem Jahr nicht in jedem Rennen, was den britischen McLaren-Piloten bereits einiges an Boden kostete. Trotzdem zeigt sich der Weltmeister von 2009 vor dem Großen Preis von Monaco sehr zuversichtlich, schließlich liebt er diesen Grand Prix und hat ihn auch schon einmal gewonnen. In seiner Medienrunde spricht Button über den speziellen Reiz eines Rennens im Fürstentum und über seine Aussichten in der WM-Gesamtwertung der Formel 1. Frage: "Jenson, du hast auf dem einzigen Stadtkurs gewonnen, den die Formel 1 in diesem Jahr schon besucht hat. Monte Carlo ist aber eine etwas andere Nummer. Was denkst du vor dem Beginn dieses Wochenendes?" Jenson Button: "Es ist schön, wieder hier zu sein. Ich denke, wir alle lieben es, durch die Straßen von Monaco zu fahren. Es ist einer dieser Kurse, die keinen Fehler verzeihen." "In Melbourne kannst du dir vielleicht noch einen Schnitzer erlauben, doch hier bedeutet dergleichen schlichtweg 'Game Over'. Monte Carlo macht sehr viel Spaß, selbst im Simulator. Der Spaßfaktor ist beim Fahren einfach noch viel größer als auf anderen Strecken. Ich freue mich schon sehr darauf, am Freitag endlich loszulegen." Die Vorfreude ist großFrage: "Kannst du aus der Arbeit im Simulator schließen, dass das Auto in Monte Carlo konkurrenzfähig sein wird?" Button: "Nun, das Fahrzeug fühlte sich im Simulator sehr gut an. Schauen wir einmal, wie sich die Situation hier auf der Strecke darstellt. Du musst in jedem Fall große Vorsicht walten lassen, denn der Kurs verbessert sich im Verlauf des Wochenendes." "Es ist zudem der einzige Ort, an dem wir schon donnerstags fahren. Danach haben wir einen Tag frei und die Straßenautos fahren über die Strecke. Am Samstag steigt dann die Qualifikation. Da musst du aufmerksam sein und darfst dich nicht zu unbedarft verhalten. Das Überholen ist hier nicht so einfach." Frage: "Nach dem vergangenen Jahr hast du hier sicherlich noch eine offene Rechnung ..." Button: "Ja, wir haben uns erst wieder mit dem Rennverlauf von 2011 vertraut gemacht. Man könnte sagen, dass der Abbruch zum Schluss dafür gesorgt hat, dass unsere Chancen auf den Sieg ein bisschen vermindert wurden." "Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben." "Egal, das liegt nun in der Vergangenheit. Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben. Ob das drin ist, wird sich zeigen. Es ist so gesehen nicht anders als an jedem anderen Wochenende sonst. Die Situation gestaltet sich von Rennen zu Rennen derart unterschiedlich. Pastor (Maldonado; Anm. d. Red.) hatte sich in Bahrain noch auf Rang 17 qualifiziert, glaube ich." "In Barcelona qualifizierte er sich dagegen auf Platz zwei. Ich denke nicht, dass sich so viel verändert hat. Es ist schwierig. Aus Fahrersicht ist Monte Carlo eine etwas andere Nummer. Die Erfahrung spielt hier eine ziemlich wichtige Rolle. Entscheidend ist auch, das Auto auf einem solchen Kurs wirklich zu verstehen. Hoffentlich gelingt uns das bis Samstag."
Frage: "Nach dem Spanien-Rennen konntest du nur mit dem Kopf schütteln, weil es offenbar nicht so lief, wie du dir das gedacht hattest. Habt ihr eure Probleme in den Griff gekriegt?" Button: "Bisher habe ich das Auto noch nicht gefahren, also nein, ich weiß es nicht. Ja, wir haben gemeinsam mit den Ingenieuren einen Blick in die Daten geworfen. Es gibt ein paar Dinge, von denen wir glauben, ein paar Fehler gemacht zu haben. Trotzdem müssen wir abwarten und schauen, wie sich das Auto hier anfühlt." McLaren auf FehlersucheFrage: "Die jüngsten Rennen waren nicht gerade berauschend. Es gab ein paar Fehler seitens des Teams. War das ein Thema in der Fabrik?" Button: "Na klar. Jeder macht Fehler. Wir haben ein paar gemacht, doch damit wirst du nicht Weltmeister. Wichtig ist, daraus zu lernen und weiterzumachen. Es geht darum, sicherzustellen, dass sich dergleichen nicht wiederholt." "Wir haben das Team dahingehend auch ein bisschen umstrukturiert. Wir als Team müssen schauen, was wir speziell bei den Boxenstopps tun können. Wir haben hier einige Verbesserungen am Start, die uns ziemlich helfen sollten. Es kommt auf Konstanz und Tempo an. Hier ist es eh etwas Besonderes: In Monaco brauchst du eine gute Qualifikation, einen guten Start und gute Boxenstopps." Frage: "Verläuft die Saison bisher so, wie du es erwartet hast? In fünf Rennen gab es fünf Sieger - und auch du hast 2012 schon gewonnen ..." Button: "Nein, dergleichen hatte ich nicht erwartet. Wir gingen zuversichtlich in die Saison, denn wir hatten einen guten Winter gehabt. Die Saison begann stark für uns. Eben wie wir es uns erhofft hatten. Seither war es sehr durchwachsen für uns." "Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar." Jenson Button "Wir waren schnell in Malaysia und schnell in China, aber in Bahrain und Spanien waren wir zumindest im Renntrimm nicht konkurrenzfähig. Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar. Wir hatten geglaubt, dass uns die Hitze vor Probleme stellt, doch die beiden jüngsten Rennen waren heißer als die vorangegangenen. Wir versuchen noch immer, herauszufinden, was Sache ist."
Frage: "Die Meisterschaft ist jedenfalls noch vollkommen offen ..." Button: "So ist es. Ich habe aber schon in zwei Rennen keine Punkte geholt. Das ist sehr seltsam. Es ist so schwierig, schlau daraus zu werden. Du musst einfach bereit sein. Manchmal scheint das Auto zu funktionieren, manchmal nicht. Wichtig ist, keine Fehler zu machen. Dann bist du vorn mit dabei." Wie halten die Reifen in Monte Carlo?Frage: "Bist du im Hinblick auf die Reifen ein Zocker oder wartest du darauf, bis die letzte Karte aufgedeckt wird?" Button: "Ich war eigentlich immer gut darin, doch in diesem Jahr haben wir anscheinend ein paar Probleme damit, die Reifen zu verstehen. Ich denke, da sitzen wir alle im selben Boot." "Hoffentlich sehen wir vor dem Qualifying klarer, denn Monte Carlo kann die Reifen schon sehr intensiv rannehmen. Auf einmal sind die Pneus dann hinüber. Das sahen wir 2009 bei Sebastian Vettel, aber nicht nur damals. Wir hoffen einfach, ein besseres Reifenverständnis zu haben, als dies an den vergangenen Wochenenden der Fall war." "Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet." Jenson Button Frage: "Sebastian Vettel fuhr im vergangenen Jahr 50 Runden auf der weichen Mischung. Denkst du, das wäre auch mit den aktuellen Reifen möglich?" Button: "Waren es bei ihm wirklich 50 Runden oder kam ihm da die rote Flagge dazwischen? Es waren 50 Runden? Okay, cool. Es sah jedenfalls ganz nach einem sehr aufregenden Zieleinlauf aus. Ich weiß nicht, was passiert wäre. Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet. Wir werden es nie erfahren. So kam es nicht, weil das Rennen ja unterbrochen wurde." Frage: "Das Wetter könnte am Sonntag für eine nasse Strecke sorgen, vielleicht auch schon am Samstag. Gut für euch?" Button: "Ich werfe alle zwei Stunden einen Blick auf die Wettervorhersage. Sie verändert sich ständig. Am Dienstag hieß es noch, es würde Samstag und Sonntag regnen, jetzt soll es nur am Samstag regnen oder gar nicht, und erst am Montag." "Schauen wir einmal, was passiert. Im Qualifying hat man es natürlich gern trocken, weil es ein solcher Kick ist, wenn man das Auto ans Limit bringt. Das lieben wir. Im Nassen ist es ganz anders, doch wir würden trotzdem das Beste daraus machen." Frage: "Ich habe hier zehn Euro für dich, aber die musst du auf den Fahrer setzen, von dem du glaubst, dass er hier gewinnt ..." Button: "Ich! Einhundert Prozent." Frage: "Dann nimm das Geld ..." Button: "Nein. Ich nehme kein Bargeld (lacht; Anm. d. Red.)." Ein Traditionskurs, der Freude machtFrage: "Zurück zu Monaco: Dieser Kurs ist etwas Besonderes, nicht wahr?" Button: "Ja. Wir alle lieben es, hier durch die Straßen zu fahren. Es ist eine ungewöhnliche Strecke, denn die Leitplanken stehen so nah. Fehler werden nicht verziehen. Es ist ein Traditionskurs. Das ist gut." "Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Jenson Button "Wir lieben solche Orte - Suzuka, Spa-Francorchamps. Die Strecke an sich hat sich nicht viel verändert, doch es gibt nun bessere Auslaufzonen. Das macht viel Spaß. Wenn du hier im Qualifying alles aus dem Auto herausholen kannst, dann ist das einfach nur toll. Das lieben wir. Dann realisierst du, dass du einen Formel-1-Rennwagen mit 750 PS zähmst. Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Frage: "Du hast hier schon gewonnen. Wie aufregend ist dieser Kurs und wo sind die Schlüsselstellen?" Button: "Es ist der gesamte Kurs. Es ist völlig verrückt, hier mit einem Formel-1-Auto herumzufahren. Uns macht das aber sehr viel Spaß. Es gibt hier zwar nicht sehr viele schnelle Kurven, doch die sind sehr aufregend. Die Schwimmbad-Passage ist toll, aber auch der Hügel beim Kasino. Du musst dich herantasten, denn sonst schlägt dieser Ort zurück, wenn du nur einen kleinen Fehler machst. Deshalb ist es so spannend." Frage: "Am Ausgang des Tunnels wurden ein paar Bodenwellen entfernt. Ist das gut oder schlecht für das Überholen an dieser Stelle?" Button: "Nun, wir hatten schon 2011 kein DRS an dieser Stelle und auch in diesem Jahr ist das der Fall. Das ist gut so. Es wurden aber auch die Reifenstapel verschoben, in die Perez eingeschlagen war. Auch das ist gut. In den Auslaufzonen wurde zudem etwas Sand in die Farbe gemischt. Das sollte dabei helfen, die Autos rascher abzubremsen. Ebenfalls eine gute Sache."
Fernando Alonso tritt in Monaco mit einem in Gold und Weiß gehaltenen Helm an Zoom © Ferrari
Eine Stadtrundfahrt im Zuhause der Reichen und Schönen: Beim Großen Preis von Monaco geht es alljährlich um das Motto "sehen und gesehen werden". Wohl auch deshalb warten die Fahrer und Teams der Formel 1 meist bei diesem Rennen mit besonderen Lackierungen oder neuen Farben auf. Bei Fernando Alonso ist das 2012 nicht anders: Der Spanier bringt einen speziellen Helm an den Start. Der eigens für die Hatz im Leitplanken-Kanal von Monte Carlo entworfene Kopfputz besticht durch die Farben Gold und Weiß und stellt eine Hommage an das Traditionsrennen dar. Ebenfalls eingearbeitet sind Elemente aus dem Glücksspiel wie Jetons, Roulette und Würfel. Außerdem ist auf der Oberseite des Helms ein Ferrari 158 zu sehen, wie ihn John Surtees 1964 fuhr - und damit Weltmeister wurde. Zu sehen ist darüber hinaus das Viktoria-Kreuz von Asturien, der spanischen Heimat von Alonso. Und neben dem Monaco-Motto "Bet on Red" ("Setze auf Rot"; Anm. d. Red.) finden sich auf dem Helm noch diverse Zahlen, die allesamt mit der Formel-1-Karriere des zweimaligen Weltmeisters und der Formel 1 im Fürstentum in Verbindung stehen. Auch seine zwei Monaco-Siege sind dort verewigt. Die "78" steht beispielsweise für die Anzahl der Rennrunden beim Großen Preis von Monaco, die "70" für das runde Jubiläum des Traditionsrennens. 75 Mal stand Alonso bereits auf einem Formel-1-Podest, 20 Mal startete er von der Pole-Position. Die "19" entspricht der Anzahl der Kurven auf einer Runde in Monte Carlo, die "5" Alonsos Startnummer. Was die "14" bedeuten soll, wurde nicht verraten.
"Hallo, Jungs, wir müssen da was ändern." Bernie Ecclestone stört sich am Q3-Ablauf Zoom © xpbimages.com
Das Top-10-Finale im Qualifying ist nicht mehr das, was es einmal war. Denn statt mit einem letzten frischen Reifensatz auf die Jagd nach der Pole-Position oder einem vorderen Startplatz zu gehen, verzichten einige Piloten lieber auf eine schnelle Runde. Sie sparen sich ihre neuen Reifen auf, um dann im Rennen bessere Karten zu haben. Darunter leidet jedoch das Spektakel in der Qualifikation. Dies stört auch Formel-1-Chef Bernie Ecclestone. Dem 81-jährigen Briten ist die Umsetzung der aktuellen Regeln ein Dorn im Auge: "Was im Augenblick falsch läuft, ist, dass einige Fahrer denken, nicht auf die Pole-Position fahren zu können." Der Grund für diese Zurückhaltung sei das Kontingent an frischen Pirelli-Pneus. Doch mit einer neuen Verordnung könnte Abhilfe geschaffen werden. Ecclestone hat einen Vorschlag parat: "Ich sage ja schon lange, dass es einen weiteren Reifensatz geben sollte, der nach der Qualifikation abgegeben werden muss. Dann gibt es nichts, was man sich aufsparen könnte. Dann sind die Teams zum Wechseln gezwungen", meint Ecclestone und merkt an: "Was wir brauchen, ist ein weiterer Reifensatz, damit im Zeittraining mehr Runden abgespult werden." Mit den unvorhersehbaren Rennen ist der Formel-1-Chef indes vollkommen zufrieden und stellt seinen Reifenlieferanten - unabhängig von der Situation in der Qualifikation - ein sehr gutes Zeugnis aus: "Pirelli hat klasse Arbeit geleistet. Es ist weitaus schwieriger für sie, einen Reifen zu bauen, der nur 30 Prozent des Rennens durchsteht, als einen Reifen zu entwerfen, der die komplette Distanz meistert." "Es war ein Teil meines Vertrags mit ihnen, dass die Reifen nur für einen Teil des Rennens haltbar sein sollten. Ich war beeindruckt davon, dass es ihnen gelang", sagt Ecclestone. "Es hätte auch leicht anders kommen können, sodass nur zehn Runden drin gewesen wären oder das gesamte Rennen. Es war eine technische Meisterleistung", findet der Brite. "Ich hätte nicht gedacht, dass sie es schaffen."
Formel 1 zu Gast in Frankreich: Das bis dato letzte Rennen datiert aus 2008 ... Zoom © xpb.cc
Eine Neuauflage des Großen Preises von Frankreich schien in den vergangenen Monaten bereits gewaltig an Fahrt aufgenommen zu haben, doch just im Wahlmonat kamen die Vorhaben um das Comeback in der Formel 1 wieder ins Stocken. Offenbar ist nun auch der angestrebte Rennplatz in Paul Ricard, wo die Königsklasse in der Vergangenheit bereits fuhr, nicht mehr länger erste Wahl. Dabei hätte alles so einfach sein können, wie Formel-1-Chef Bernie Ecclestone gegenüber 'ESPN' betont. "Die Franzosen hatten genug Gelegenheiten, um es wahr zu machen, taten es aber nicht. Sie versprachen uns all die Dinge wie die Straßen von Paris oder Disney", meint der Brite. All diese Ansätze waren aber meist genauso schnell wieder vom Tisch, wie man sie aufgetischt hatte. Das Grand-Prix-Thema sei in Frankreich halt "sehr politisch", erklärt Ecclestone und merkt an: "Ich weiß nicht, ob es anders gewesen wäre, wenn Sarkozy wiedergewählt worden wäre. Keine Ahnung. Als er noch an der Macht war, hätten sie unterschreiben können. Sie hatten einen Vertrag vorliegen. Alles, was sie tun mussten, war, ihre Unterschrift darunter zu setzen", hält der Formel-1-Chef fest. Andererseits habe es ständig an der nötigen Konsequenz hinsichtlich eines Rennplatzes gefehlt, fügt Ecclestone hinzu: "Sie kamen eh nie zu einer Übereinkunft mit Paul Ricard. Dort würden Investitionen nötig werden, um Tribünen aufzubauen. Und der Paddock-Club ist nicht groß genug", sagt der 81-Jährige. Inzwischen ist auch nicht ausgeschlossen, dass die Formel 1 nach Magny-Cours zurückkehrt.
Teamchef Ross Brawn pocht auf die historische Bedeutung von Mercedes Zoom © xpbimages.com
Während beim letzten Concorde-Agreement, das im Jahr 2009 ratifiziert wurde, der Automobil-Weltverband FIA unter dem damaligen Präsidenten Max Mosley eine der treibenden Kräfte war, spielt die FIA bei den aktuellen Verhandlungen für 2013 bis 2020 praktisch keine Rolle. Bisher fanden die Gespräche fast ausschließlich zwischen Bernie Ecclestone und den Teams statt. Ross Brawn missfällt das: "Wir haben noch einen langen Weg vor uns, bevor wir finale Lösungen erreichen", sagt er und unterstreicht: "Ich denke, was man in all das einbeziehen sollte, ist die Rolle, die die FIA in Zukunft spielen wird, ihre Rolle in unserem Sport. Sie waren bisher ruhig, aber sie werden eine Rolle spielen. Ich bin einigermaßen zuversichtlich, dass wir vernünftige Lösungen für die Zukunft finden können. Ich glaube aber nicht, dass schon alles erledigt ist." Mercedes war bisher das einzige Topteam, das Ecclestone noch nicht signalisiert hatte, das neue Concorde-Agreement unterschreiben zu wollen. Bei einem Treffen mit Daimler-Konzernchef Dieter Zetsche - Brawn war aus gesundheitlichen Gründen abwesend - dürfte es zuletzt in Barcelona aber eine Annäherung zwischen Mercedes und den Inhabern der kommerziellen Rechte gegeben haben. Angeblich könnte dieses Wochenende alles unter Dach und Fach gebracht werden. Brawn schweigt zur Mercedes-Situation hinsichtlich des Concorde-Agreements: "Ich kann das immer noch nicht kommentieren", meint er und ergänzt in Anspielung auf die von Ecclestone angezweifelte historische Bedeutung der deutschen Marke: "Wir sind sehr stolz auf unsere Geschichte und glauben, dass sie für den Sport wichtig ist. Da sind die Menschen unterschiedlicher Auffassung. Aber das ist alles Teil der heiklen Verhandlungen, die stattfinden."
Nico Hülkenberg blickt skeptisch auf die Hackordnung in der Formel 1 Zoom © xpbimages.com
Ein Mal schrammte Force India knapp an einem Grand-Prix-Sieg vorbei: Das war mit Giancarlo Fisichella in Spa-Francorchamps. Dass diese Gelegenheit bald wieder kommt, glaubt Nico Hülkenberg nicht, wie er 'auto motor und sport' verrät: "Williams und Sauber waren nach unseren Messungen in Barcelona bei den schnellsten Autos dabei. Die muss man jetzt auch zu den Top-Teams zählen." Den Mercedes-befeuerten Inder dagegen nicht. Und das trotz der Fortschritte, die die Truppe um Besitzer Vijay Mallya gemacht hat: "Wir haben uns definitiv gesteigert, vor allem in der Traktion. Unsere Gegner sind diesen Schritt aber mitgegangen", erklärt Hülkenberg und verweist erneut auf die ehemaligen Mittelfeldkonkurrenten, von denen nur noch Toro Rosso hinter Force India rangiert. "In den schnellen Kurven sind Sauber und Williams besser als wir." Woher rührt es, dass Force India - denen rund drei Zehntelsekunden fehlen - nicht mit der Konkurrenz aus der Hinwil und Grove mithalten kann? Für Hülkenberg sekundär: "Uns bleibt nichts anderes übrig, als zu entwickeln, weil wir zurückliegen. Wir brauchen noch ein paar Zehntelchen, um an die anderen ranzukommen", insistiert er. "Es ist wichtig, eine gute Balance zwischen Entwicklung und dem Verständnis des Autos zu finden", macht Hülkenberg deutlich. Dann scheint das erklärte Saisonziel, nämlich Rang fünf in der Konstrukteurs-Wertung, nicht außer Reichweite. "Das ist immer noch möglich, wenn auch schwierig, weil die anderen auch weiter Punkte machen werden", befürchtet der Emmericher und hofft auf die Kurse, die 2011 im Sommer und Herbst im Grand-Prix-Kalender standen. "Da ist der Knoten bei uns auch erst in der zweiten Saisonhälfte aufgegangen", so Hülkenberg.
Seiner Heimat Großbritannien hat Hamilton schon lange den Rücken gekehrt Zoom © xpbimages.com
Viele Fahrer haben ihren Wohnsitz in das Steuer- und Lebensqualitäts-Paradies Monaco verlegt. Auch Lewis Hamilton gefällt es an der Cote d'Azur. Der Brite ist erst kürzlich aus der Schweiz in das Fürstentum gezogen und zeigt sich begeistert vom neuen Wohnort sowie dem kurzen Weg an den Arbeitsplatz: "Es ist ein fantastisches Gefühl, in deinem eigenen Bett aufzuwachen und einfach nur die Straße hinunterzufahren, um bei der Arbeit anzukommen", freut sich der McLaren-Pilot. Lebensgefährtin Nicole Scherzinger beim Vorbeifahren am heimischen Balkon theoretisch zuwinken zu können, gefällt Hamilton. "Das erlebe ich heute zum ersten Mal, doch ich bin mir sicher: Es wird einen großen Unterschied ausmachen", prognostiziert er. "Ich habe auch mein früheres Zuhause geliebt, doch das ist ein ganz anderer Ort. Ich mag ihn noch ein bisschen mehr, scheint mir", so Hamilton, der sich bekanntermaßen gerne mit Stars aus dem Showbusiness umgibt. Doch auch an seinem alten Wohnort fand der 27-Jährige Gefallen. "Als ich in der Schweiz lebte, war das eines der schönsten Länder, die ich je besucht hatte. Das Wetter war ein bisschen wie in Großbritannien, doch es war meist viel schöner", schmunzelt Hamilton und beschreibt den Unterschied als eklatant: "Es dauerte eine Ewigkeit, um bis zu einem Restaurant zu gelangen. Ich konnte nicht einfach nur hinlaufen oder hinfahren", so der Weltmeister von 2008 über die Abgeschiedenheit. Hamilton meint: "Ich habe das Gefühl, es weiterhin genießen zu müssen. Ich laufe jeden Tag auf der Strecke und laufe sie fast komplett ab. Es ist schon unglaublich, jeden Tag auf seiner Lieblingsstrecke herumlaufen zu können", so der Brite, der tagtäglich Sporthistorie lebt. "Du denkst: 'Wow, ich laufe durch den Tunnel, durch den solche Legenden wie Michael und Ayrton (Senna; Anm. d. Red.) gefahren sind. Jetzt bin ich einer dieser Rennfahrer und wohne noch dazu hier."
In Monaco gehen die Uhren anders: Auch für die V8-Motoren der Formel-1-Autos Zoom © xpb.cc
Ebenso einzigartig wie unberechenbar: Der Grand Prix von Monaco zählt zu den Highlights einer jeden Formel 1-Saison. Das Rennen durch die Straßen des glamourösen, normalerweise eher beschaulichen Fürstentums ist nach wie vor einzigartig auf der Welt. Der Stadtkurs selbst hat sich dabei im Laufe der Jahre kaum verändert. Die einzigartige Streckencharakteristik stellt die Ingenieure von Renault vor ganz besondere Herausforderungen, denn die Motoren müssenkomplexe Ansprüche erfüllen. "In Monaco lenken die Piloten ihre Boliden nicht nur mit dem Lenkrad, sondern auch mithilfe des Motors", erklärt Remi Taffin, Leiter des Grand-Prix-Teams. "Der Fahrer benötigt deswegen ein Triebwerk, das gleichmäßig und direkt auf Gaspedalbefehle anspricht." Nur so entwickele er das nötige Vertrauen, um jederzeit voll attackieren zu können. Die größte Herausforderung in Monte Carlo liege in den geringen Geschwindigkeiten, sagt Taffin. "Daher verwenden wir hier ein ganz spezielles Motor-Management, das auf keiner anderen Rennstrecke zum Einsatz kommt. Die Triebwerke sind auf Drehzahlen von bis zu 18.000 Umdrehungen pro Minute ausgelegt. Im Fürstentum müssen sie aber in den langsamen Kurven auch bei nur 5.000 Touren noch perfekt funktionieren", so Taffin. Der Renault Ingenieur betont die spezielle Herangehensweise der Franzosen: "Um uns auf dieses Wochenende perfekt vorzubereiten, testen wir im Vorfeld besonders ausgiebig auf unseren Motorenprüfständen. So stellen wir sicher, dass alles einwandfrei funktioniert. Dabei stimmen wir denV8 für unsere vier Partnerteams auch so ab, dass er bereits im Tourenkeller ein bissiges Ansprechverhalten an den Tag legt." Eine der anspruchsvollsten Aufgaben besteht darin, die Triebwerke so anzupassen, dass sie sehr agil am Gas hängen und direkt das nötige Drehmoment zur Verfügung stellen. Der Pilot muss darauf vertrauen können, dass der Motor sofort reagiert, wenn er ihn braucht - ganz gleich, welches Pedal-Einstellung er fährt oder in welcher Stellung sich das Gaspedal gerade befindet. Auch David Lamb unterstreicht die große Bedeutung einer perfekten Abstimmung für die Achtzylinder. "Monaco ist in jeder Beziehung einzigartig, so ein Rennen gibt es in der Formel 1 kein zweites Mal", so der Brite, der vor zwei Wochen als verantwortlicher Motoren-Ingenieur von Pastor Maldonado beim Grand Prix von Spanien gemeinsam mit Williams den ersten Sieg des wiedergewonnen Partners in dieser Saison feiern durfte. "Da wir auf diesem Kurs kaum auf die maximale Höchstgeschwindigkeit kommen, wirken sich ein paar Extra-Pferdestärken so gut wie gar nicht auf die Rundenzeit aus", meint Lamb. "Die Schlüsselfrage ist, wie wir die Power auf die Straße bringen - denn genau das macht den Unterschied aus und sorgt auf der Strecke für einen echten Zeitvorteil", geht er auf die feinen Differenzen ein. Der Williams-Techniker verdeutlicht die Besonderheiten eines Stadtkurses: "Aber auch darüber hinaus erwarten uns in Monaco einige Besonderheiten, die wir so von keiner anderen Rennstrecke kennen. Kurve sechs zum Beispiel, die enge Haarnadelkurve: Sie besitzt den engsten Radius der gesamten Saison. Hier bremsen die Piloten ihr Auto so stark zusammen." Ohne das korrekte Motor-Mapping kann dies dazu führen, dass ungewollt Schub einsetzt, weil die Elektronik ein Absterben des Aggregats unterbinden will.
Als eine von wenigen Rennstrecken verändert sich der Kurs von Monaco von einem Jahr auf das nächste kaum - immerhin handelt es sich um einen temporären Stadtkurs und nicht um eine permanente Strecke. Deswegen verfügen alle Teams über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz und umfangreiches Datenmaterial, um ein passendes Basis-Setup zu generieren. Nichtsdestotrotz erwartet Renault in jeder Saison Neuerungen. "Dieses Mal gehen wir die Sache sowieso etwas anders an", verrät Lamb. "Um die Kraft des Motors sicher auf die Straße zu bringen, schalten die Fahrer teilweise etwas früher als notwendig in den nächsthöheren Gang - wir nennen das 'Short-Shifting'. Darauf müssen wir auch das Mapping des Gaspdals angleichen, um unerwünschte Nebeneffekte auszuschließen. Bei einem 'normalen' Rennen kommt es niemals in einer gezeiteten Trainings- oder Qualifying-Runde, sondern ausschließlich in der In- und Out-Lap zum Einsatz." Die Unebenheiten im Asphalt führen dazu, dass die Reifen kurzzeitig den Kontakt zur Straße verlieren. Darunter leidet einerseits die Traktion, andererseits bedeuten die plötzlich hochschnellenden Drehzahlen eine enorme Zusatzbelastung für die mechanisch beweglichen Teile im Motor. "Ein klassisches Beispiel für eine solche Stelle ist die Bodenwelle zwischen dem Casino und der Mirabeau-Kurve", weiß Lamb.
Sergio Perez sieht sich und sein Team in der Formel 1 absolut auf Kurs liegen Zoom © xpbimages.com
Seit dem grandiosen Auftritt von Sergio Perez beim Großen Preis von Malaysia ist es um das Sauber-Team wieder ein bisschen ruhiger geworden. Auch, weil sich zu den 30 WM-Punkten aus den beiden Auftaktrennen in Australien und Malaysia seither "nur" elf weitere Zähler hinzugesellten. Gerät Sauber etwa zu Beginn der Europasaison bei der Entwicklung ins Hintertreffen? Weit gefehlt, sagt Perez. Der mexikanische Rennfahrer schiebt die geringe Ausbeute der vergangenen Wochen schlichtweg auf fehlendes Rennglück, wie er gegenüber 'Formula1.com' erklärt. Seit seinem zweiten Platz in Sepang sei es an Sonntagen einfach nicht immer nach Plan gelaufen: "In China hatten wir die falsche Taktik und ein Problem mit dem Frontflügel, in Bahrain hatten wir nicht die Geschwindigkeit", berichtet Perez. "In Spanien lag ich nach dem Start schon an Position vier, als mich Romain Grosjean traf und einen Reifenschaden verursachte." Wieder gingen wichtige Punkte verloren. Doch Perez hat den Mut nicht verloren - ganz im Gegenteil. "Ich bin mir sicher: Unsere Zeit wird kommen, denn wir haben ein konkurrenzfähiges Auto. Wir werden kämpfen", sagt der Sauber-Fahrer und zeigt sich zuversichtlich. "Selbst in Barcelona, wo viele Teams ihre Updates am Start hatten, sahen wir noch immer recht wettbewerbsfähig aus. Es gibt also keine Engpässe bei der Entwicklung", stellt Perez heraus und merkt an: "Ich denke vielmehr, dass wir über die komplette Saison hinweg konkurrenzfähig bleiben können, wenn wir weiterhin - sowohl in der Fabrik als auch an der Strecke - gut zusammenarbeiten."
Lewis Hamilton bleibt zuversichtlich und scheint sich die gute Laune zu bewahren Zoom © xpbimages.com
Fünf Fahrer haben sich in diesem Jahr bereits in die Siegerliste der Formel 1 eingetragen, doch der Name von Lewis Hamilton taucht in diesen Statistiken bisher nicht auf. Der McLaren-Pilot war zwar in allen fünf Rennen im Ziel, kam dabei aber nicht über die dritte Stufe des Podests hinaus. Der Zweifel nagt aber nicht am Selbstbewusstsein des Ex-Champions. Dies betont Hamilton in Monte Carlo. Er sei "nicht frustriert" über seine sieglose Phase, meint der Brite. "So läuft es im Rennsport halt manchmal. Wir hätten angesichts unserer Ergebnisse in der Qualifikation natürlich gern besser abgeschnitten." Diesem "Problem" wolle man sich in den kommenden Rennen verstärkt widmen, um nicht noch weitere Punkte einzubüßen. Oder wie es Hamilton formuliert: "Wir müssen uns steigern." In der hart umkämpften Formel 1 bedeute Stillstand einen Rückschritt, erklärt Hamilton. Ein Handeln sei geboten, "wenn wir da bleiben wollen, wo wir sind, oder wenn wir uns davon ausgehend nochmals verbessern wollen", sagt der McLaren-Pilot. "Wir arbeiten schon sehr hart daran." Vorwürfe braucht sich der Weltmeister von 2008 jedoch nicht zu machen. Das meint zumindest Martin Whitmarsh. Der Teamchef von Hamilton stellt sich vor dem sechsten Rennen des Jahres demonstrativ hinter seinen Schützling: "Lewis wird in diesem Jahr nicht gerade vom Glück verfolgt. Wir glauben jedenfalls nicht, dass er das Siegen verlernt hat. Die WM ist vollkommen offen. Er darf sich als Siegkandidat in Monaco sehen - und als Anwärter auf viele weitere Siege und auch auf den WM-Titel", sagt der Brite. Dies macht Whitmarsh vor allem am Auftreten seines Landsmanns fest: "Seine Fahrweise ist sehr reif, kontrolliert und diszipliniert. Wahrscheinlich mehr als jemals zuvor", meint Whitmarsh und merkt an: "Er hat aber das Tempo und die Fähigkeit, um auf der Pole-Position zu stehen. Dieses Gefühl kann Lewis aus Barcelona mitnehmen. Dort hat er - trotz einer Strafe - eine fantastische Fahrt hingelegt."
Sergio Perez sieht sich schon seit einiger Zeit mit Ferrari-Gerüchten konfrontiert Zoom © xpbimages.com
Felipe Massa fährt diese Saison von Enttäuschung zu Enttäuschung. Das liegt nicht am Auto, denn Fernando Alonso rangiert mit dem F2012 punktegleich mit WM-Leader Sebastian Vettel auf Platz zwei in der Gesamtwertung. Kein Wunder, dass die Gerüchte um einen Rauswurf Massas immer lauter werden. Der logische Nachfolger wäre der Mexikaner Sergio Perez. Der Sauber-Pilot stammt aus dem Ferrari-Nachwuchsprogramm und gewann dieses Jahr mit einer sensationellen Leistung in Sepang beinahe sein erstes Rennen. Er gilt als eines der größten Formel-1-Nachwuchstalente. Doch Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali gab schon mehrmals bekannt, dass man nicht riskieren wolle, den Youngster aus seiner gewohnten Umgebung herauszureißen und ihn zu verheizen. Nun behauptet Perez gegenüber 'Formula1.com', dass er ein eventuelles Angebot von Ferrari, während der Saison zu wechseln, gar nicht annehmen würde: "Sollte es wirklich zu so einer Situation kommen, dann würde ich ablehnen, denn ich würde nicht während der Saison wechseln wollen." Daraufhin gibt er ein Versprechen ab: "Ich habe diese Saison mit Sauber begonnen, werde meine Saison mit Sauber beenden und gebe 100 Prozent für mein Team." Zudem glaubt er nicht, dass überhaupt etwas an den Gerüchten dran ist: "Dieser Hype über einen möglichen Wechsel wird massiv von den Medien aufgeblasen." Der Mexikaner rechnet sogar damit, dass sich Massa nach seinem schwachen Saisonstart noch einmal fängt: "Ich glaube, dass Felipe zurückschlagen und gute Arbeit leisten wird. Er ist ein starker Fahrer, und er hat ein großartiges Team im Rücken. Hat er einmal zurückgeschlagen, dann werden auch all diese Storys auf einmal verschwinden." Doch was wäre, wenn Motorenpartner Ferrari seinen Einfluss bei Sauber geltend macht und Perez nach Maranello holt? "Ich denke, dass die Leute nicht Motoren und Fahrer vermischen sollten", meint der Sauber-Pilot. "Die Gerüchte gibt es schon seit einer ganzen Weile, und natürlich habe ich eine Verbindung zu Ferrari und zur Fahrerakademie von Ferrari. Dennoch ist meine Position klar: Ich fahre für Sauber, und dort werde ich bleiben."
Quelle: motorsport-total.com
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| Formel 1 » Schumacher: Die Zeichen stehen auf Vertragsverlängerung |
Schumacher: Die Zeichen stehen auf Vertragsverlängerung
23.05.2012 - 20:16
Fernando Alonso war im ersten Training deutlich schneller als alle anderen Zoom © xpbimages.com
Für den Rest des Wochenendes ist der Wetterbericht instabil, aber während des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco präsentierte sich die Cote d'Azur von ihrer schönsten Seite. Zwar ist es nach rund acht Minuten unmöglich, Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis zu ziehen, aber die erste Bestzeit des Donnerstags sicherte sich Fernando Alonso in 1:16.265 Minuten. Der Ferrari-Pilot verpasste damit seine Donnerstags-Bestzeit aus dem Vorjahr (1:15.123 Minuten), distanzierte aber Romain Grosjean (Lotus) um 0,365 und Sergio Perez (Sauber) um 0,446 Sekunden. Perez war zu Beginn der Session der Erste, der einen kompletten Run absolvierte - möglicherweise auch, um sein Unfalltrauma des Vorjahres gleich zu Beginn des Wochenendes abzuschütteln. Das dürfte ihm gelungen sein. Kovalainens Renault-Motor geplatztEine Zeitenjagd am Ende blieb übrigens aus, weil die Session knapp zehn Minuten vor Schluss unterbrochen werden musste. Heikki Kovalainen (18./Caterham/+2,774) vernebelte erst den kompletten Tunnel, ehe der Motor vor der Hafenschikane komplett kaputt ging und blockierte, sodass der Finne an einer gefährlichen Stelle stehen bleiben musste. "Der Motor ist weg", funkte Kovalainen, ehe sein Caterham von neun Streckenposten weggeschoben wurde. Sergio Perez scheint den Schock des Vorjahres schon gut verdaut zu haben © xpbimages.com "Wir wissen nicht genau, was passiert ist", erklärt ein Caterham-Sprecher. "Als Heikki aus dem Tunnel herauskam, spürte er, wie die Hinterachse blockierte. Deshalb stellte er das Auto ab. Das Fahrzeug wurde nicht beschädigt, doch es gab reichlich Rauch. Für den Nachmittag dürfte ein Motorwechsel anstehen. Wenn der bisherige Motor dann wieder in der Renault-Fabrik ist und dort untersucht wird, dürfte sich die genaue Ursache feststellen lassen." "Das ist eine Stelle, an der man nicht stehen bleiben sollte, aber wo soll man hin, wenn der Motor blockiert?", meint Experte Marc Surer. Zum Glück ging die Situation glimpflich aus und alle nachfolgenden Autos konnten trotz der schlechten Sicht ausweichen. Aufgrund der von Kovalainen gelegten Ölspur im Tunnel wurde die Session nicht mehr neu gestartet - sehr zum Leidwesen von Sebastian Vettel (9./Red Bull/+0,957), der noch etwas ausprobieren wollte. Training: Jede Runde zählt"In Monaco", weiß der ehemalige Formel-1-Pilot Surer, "zählt jede Runde. Es ist eine Fahrerstrecke. Natürlich muss das Auto passen, aber der Einfluss des Fahrers ist hier größer als auf jeder anderen Strecke." Hofft auch der drittplatzierte Perez und meint selbstbewusst: "Wir sind hier ziemlich konkurrenzfähig. Es wird also unser Ziel sein, um das Podium zu kämpfen." Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari macht ihm Mut: "Sauber scheint einen Schritt gemacht zu haben." Ex-Weltmeister Mika Häkkinen hat eher seinen Landsmann Kimi Räikkönen auf der Rechnung: "Der Lotus scheint hier wirklich gut zu gehen." Aber während Grosjean im Drift-Fahrstil von Anfang an ganz vorne mitfuhr, hatte Räikkönen die Lotus-Box schon verlassen, als Kovalainens Renault-Motor noch gar nicht geplatzt war. Wegen eines Problems mit der Servolenkung musste der "Iceman" die erste Session nach der Installationsrunde spritzen. Massa bemüht, aber verkrampftDie Monaco-Spezialisten Lewis Hamilton (McLaren/+0,482) und Pastor Maldonado (Williams/+0,495) landeten auf den Plätzen vier und fünf, noch vor Felipe Massa (Ferrari/+0,578), der heute Morgen sehr couragiert wirkte und 19 Runden absolvierte. In einer davon streifte er unnötigerweise auf der Geraden (!) vor der Tabak-Kurve die Leitplanken, aber das Team nahm ihn via Funk in Schutz: "Schon okay, kann passieren, Felipe." Kimi Räikkönen musste im ersten Freien Training bis auf eine Runde zuschauen © Lotus Das Mercedes-Duo Rosberg/Schumacher landete mit jeweils rund einer Sekunde Rückstand auf den Plätzen zehn und elf, unmittelbar vor Nico Hülkenberg (Force India/+1,366). Apropos Mercedes: Schumacher bereitete seiner Crew ein wenig Arbeit, als er mit einem losen Frontflügel an die Box kam. Was die Ursache für dieses Problem war, ging aus den TV-Bildern jedoch nicht hervor. 13. wurde Mark Webber (Red Bull/+1,841). Jenson Button (+0,925) belegte zunächst Platz acht. McLaren testete aber nicht nur für dieses Wochenende, sondern auch schon 2013er-Komponenten - und die scheinen die Fahrer noch immer in der Sicht zu beschränken, wie Button über Funk lautstark bemängelte. Ansonsten gab es während des ersten Trainings keine Zwischenfälle oder Crashes, was für die Disziplin des Starterfeldes spricht. Übrigens: Freitagstester waren heute nicht im Einsatz.
Bestes Rennwetter in Monaco: Schmeckt das den Reifen oder tut es das nicht? Zoom © xpbimages.com
(Motorsport-Total.com/Sky) - Als wäre der Stadtkurs von Monte Carlo nicht schwierig genug: Die Pirelli-Reifen der Formel 1 werden die Fahrer und ihre Teams auch beim Glamour-Grand-Prix vor eine große Aufgabe stellen. Davon sind die unmittelbar Beteiligten überzeugt. Die Frage ist allerdings noch, wie groß der Einfluss der Pneus auf die Gesamtleistung sein wird. Michael Schumacher hat da einen gewissen Verdacht. Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister rechnet mit keinem allzu "wilden" Wochenende, was die Reifensituation anbelangt. "Hier sollte es etwas konstanter sein und nicht so dramatisch wie bei anderen Rennen. Es kommt aber ganz auf die Temperaturen an", meint Schumacher. Im ersten Freien Training gab es im Fürstentum noch frühlingshafte 22 Grad Celsius - optimale Bedingungen. "Wenn wir in einem solchen normalen Bereich liegen, sollte es halbwegs okay sein", erklärt "Schumi" und fügt hinzu: "Sollten wir in die 30er gelangen, wird es für alle problematisch." Generell sei das Fahren in Monaco "ein Drahtseilakt, bei dem du im Rennen 78 Runden lang jonglierst. Manchmal fällst du runter, manchmal bleibst du drauf. Dementsprechend verändert sich der Spaß", sagt Schumacher.
Jenson Button ist sich der Fehler aus den vergangenen Rennen wohl bewusst Zoom © xpbimages.com
Drei aus fünf: Jenson Button punktete in diesem Jahr nicht in jedem Rennen, was den britischen McLaren-Piloten bereits einiges an Boden kostete. Trotzdem zeigt sich der Weltmeister von 2009 vor dem Großen Preis von Monaco sehr zuversichtlich, schließlich liebt er diesen Grand Prix und hat ihn auch schon einmal gewonnen. In seiner Medienrunde spricht Button über den speziellen Reiz eines Rennens im Fürstentum und über seine Aussichten in der WM-Gesamtwertung der Formel 1. Frage: "Jenson, du hast auf dem einzigen Stadtkurs gewonnen, den die Formel 1 in diesem Jahr schon besucht hat. Monte Carlo ist aber eine etwas andere Nummer. Was denkst du vor dem Beginn dieses Wochenendes?" Jenson Button: "Es ist schön, wieder hier zu sein. Ich denke, wir alle lieben es, durch die Straßen von Monaco zu fahren. Es ist einer dieser Kurse, die keinen Fehler verzeihen." "In Melbourne kannst du dir vielleicht noch einen Schnitzer erlauben, doch hier bedeutet dergleichen schlichtweg 'Game Over'. Monte Carlo macht sehr viel Spaß, selbst im Simulator. Der Spaßfaktor ist beim Fahren einfach noch viel größer als auf anderen Strecken. Ich freue mich schon sehr darauf, am Freitag endlich loszulegen." Die Vorfreude ist großFrage: "Kannst du aus der Arbeit im Simulator schließen, dass das Auto in Monte Carlo konkurrenzfähig sein wird?" Button: "Nun, das Fahrzeug fühlte sich im Simulator sehr gut an. Schauen wir einmal, wie sich die Situation hier auf der Strecke darstellt. Du musst in jedem Fall große Vorsicht walten lassen, denn der Kurs verbessert sich im Verlauf des Wochenendes." "Es ist zudem der einzige Ort, an dem wir schon donnerstags fahren. Danach haben wir einen Tag frei und die Straßenautos fahren über die Strecke. Am Samstag steigt dann die Qualifikation. Da musst du aufmerksam sein und darfst dich nicht zu unbedarft verhalten. Das Überholen ist hier nicht so einfach." Frage: "Nach dem vergangenen Jahr hast du hier sicherlich noch eine offene Rechnung ..." Button: "Ja, wir haben uns erst wieder mit dem Rennverlauf von 2011 vertraut gemacht. Man könnte sagen, dass der Abbruch zum Schluss dafür gesorgt hat, dass unsere Chancen auf den Sieg ein bisschen vermindert wurden." "Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben." "Egal, das liegt nun in der Vergangenheit. Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben. Ob das drin ist, wird sich zeigen. Es ist so gesehen nicht anders als an jedem anderen Wochenende sonst. Die Situation gestaltet sich von Rennen zu Rennen derart unterschiedlich. Pastor (Maldonado; Anm. d. Red.) hatte sich in Bahrain noch auf Rang 17 qualifiziert, glaube ich." "In Barcelona qualifizierte er sich dagegen auf Platz zwei. Ich denke nicht, dass sich so viel verändert hat. Es ist schwierig. Aus Fahrersicht ist Monte Carlo eine etwas andere Nummer. Die Erfahrung spielt hier eine ziemlich wichtige Rolle. Entscheidend ist auch, das Auto auf einem solchen Kurs wirklich zu verstehen. Hoffentlich gelingt uns das bis Samstag."
Frage: "Nach dem Spanien-Rennen konntest du nur mit dem Kopf schütteln, weil es offenbar nicht so lief, wie du dir das gedacht hattest. Habt ihr eure Probleme in den Griff gekriegt?" Button: "Bisher habe ich das Auto noch nicht gefahren, also nein, ich weiß es nicht. Ja, wir haben gemeinsam mit den Ingenieuren einen Blick in die Daten geworfen. Es gibt ein paar Dinge, von denen wir glauben, ein paar Fehler gemacht zu haben. Trotzdem müssen wir abwarten und schauen, wie sich das Auto hier anfühlt." McLaren auf FehlersucheFrage: "Die jüngsten Rennen waren nicht gerade berauschend. Es gab ein paar Fehler seitens des Teams. War das ein Thema in der Fabrik?" Button: "Na klar. Jeder macht Fehler. Wir haben ein paar gemacht, doch damit wirst du nicht Weltmeister. Wichtig ist, daraus zu lernen und weiterzumachen. Es geht darum, sicherzustellen, dass sich dergleichen nicht wiederholt." "Wir haben das Team dahingehend auch ein bisschen umstrukturiert. Wir als Team müssen schauen, was wir speziell bei den Boxenstopps tun können. Wir haben hier einige Verbesserungen am Start, die uns ziemlich helfen sollten. Es kommt auf Konstanz und Tempo an. Hier ist es eh etwas Besonderes: In Monaco brauchst du eine gute Qualifikation, einen guten Start und gute Boxenstopps." Frage: "Verläuft die Saison bisher so, wie du es erwartet hast? In fünf Rennen gab es fünf Sieger - und auch du hast 2012 schon gewonnen ..." Button: "Nein, dergleichen hatte ich nicht erwartet. Wir gingen zuversichtlich in die Saison, denn wir hatten einen guten Winter gehabt. Die Saison begann stark für uns. Eben wie wir es uns erhofft hatten. Seither war es sehr durchwachsen für uns." "Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar." Jenson Button "Wir waren schnell in Malaysia und schnell in China, aber in Bahrain und Spanien waren wir zumindest im Renntrimm nicht konkurrenzfähig. Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar. Wir hatten geglaubt, dass uns die Hitze vor Probleme stellt, doch die beiden jüngsten Rennen waren heißer als die vorangegangenen. Wir versuchen noch immer, herauszufinden, was Sache ist."
Frage: "Die Meisterschaft ist jedenfalls noch vollkommen offen ..." Button: "So ist es. Ich habe aber schon in zwei Rennen keine Punkte geholt. Das ist sehr seltsam. Es ist so schwierig, schlau daraus zu werden. Du musst einfach bereit sein. Manchmal scheint das Auto zu funktionieren, manchmal nicht. Wichtig ist, keine Fehler zu machen. Dann bist du vorn mit dabei." Wie halten die Reifen in Monte Carlo?Frage: "Bist du im Hinblick auf die Reifen ein Zocker oder wartest du darauf, bis die letzte Karte aufgedeckt wird?" Button: "Ich war eigentlich immer gut darin, doch in diesem Jahr haben wir anscheinend ein paar Probleme damit, die Reifen zu verstehen. Ich denke, da sitzen wir alle im selben Boot." "Hoffentlich sehen wir vor dem Qualifying klarer, denn Monte Carlo kann die Reifen schon sehr intensiv rannehmen. Auf einmal sind die Pneus dann hinüber. Das sahen wir 2009 bei Sebastian Vettel, aber nicht nur damals. Wir hoffen einfach, ein besseres Reifenverständnis zu haben, als dies an den vergangenen Wochenenden der Fall war." "Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet." Jenson Button Frage: "Sebastian Vettel fuhr im vergangenen Jahr 50 Runden auf der weichen Mischung. Denkst du, das wäre auch mit den aktuellen Reifen möglich?" Button: "Waren es bei ihm wirklich 50 Runden oder kam ihm da die rote Flagge dazwischen? Es waren 50 Runden? Okay, cool. Es sah jedenfalls ganz nach einem sehr aufregenden Zieleinlauf aus. Ich weiß nicht, was passiert wäre. Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet. Wir werden es nie erfahren. So kam es nicht, weil das Rennen ja unterbrochen wurde." Frage: "Das Wetter könnte am Sonntag für eine nasse Strecke sorgen, vielleicht auch schon am Samstag. Gut für euch?" Button: "Ich werfe alle zwei Stunden einen Blick auf die Wettervorhersage. Sie verändert sich ständig. Am Dienstag hieß es noch, es würde Samstag und Sonntag regnen, jetzt soll es nur am Samstag regnen oder gar nicht, und erst am Montag." "Schauen wir einmal, was passiert. Im Qualifying hat man es natürlich gern trocken, weil es ein solcher Kick ist, wenn man das Auto ans Limit bringt. Das lieben wir. Im Nassen ist es ganz anders, doch wir würden trotzdem das Beste daraus machen." Frage: "Ich habe hier zehn Euro für dich, aber die musst du auf den Fahrer setzen, von dem du glaubst, dass er hier gewinnt ..." Button: "Ich! Einhundert Prozent." Frage: "Dann nimm das Geld ..." Button: "Nein. Ich nehme kein Bargeld (lacht; Anm. d. Red.)." Ein Traditionskurs, der Freude machtFrage: "Zurück zu Monaco: Dieser Kurs ist etwas Besonderes, nicht wahr?" Button: "Ja. Wir alle lieben es, hier durch die Straßen zu fahren. Es ist eine ungewöhnliche Strecke, denn die Leitplanken stehen so nah. Fehler werden nicht verziehen. Es ist ein Traditionskurs. Das ist gut." "Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Jenson Button "Wir lieben solche Orte - Suzuka, Spa-Francorchamps. Die Strecke an sich hat sich nicht viel verändert, doch es gibt nun bessere Auslaufzonen. Das macht viel Spaß. Wenn du hier im Qualifying alles aus dem Auto herausholen kannst, dann ist das einfach nur toll. Das lieben wir. Dann realisierst du, dass du einen Formel-1-Rennwagen mit 750 PS zähmst. Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Frage: "Du hast hier schon gewonnen. Wie aufregend ist dieser Kurs und wo sind die Schlüsselstellen?" Button: "Es ist der gesamte Kurs. Es ist völlig verrückt, hier mit einem Formel-1-Auto herumzufahren. Uns macht das aber sehr viel Spaß. Es gibt hier zwar nicht sehr viele schnelle Kurven, doch die sind sehr aufregend. Die Schwimmbad-Passage ist toll, aber auch der Hügel beim Kasino. Du musst dich herantasten, denn sonst schlägt dieser Ort zurück, wenn du nur einen kleinen Fehler machst. Deshalb ist es so spannend." Frage: "Am Ausgang des Tunnels wurden ein paar Bodenwellen entfernt. Ist das gut oder schlecht für das Überholen an dieser Stelle?" Button: "Nun, wir hatten schon 2011 kein DRS an dieser Stelle und auch in diesem Jahr ist das der Fall. Das ist gut so. Es wurden aber auch die Reifenstapel verschoben, in die Perez eingeschlagen war. Auch das ist gut. In den Auslaufzonen wurde zudem etwas Sand in die Farbe gemischt. Das sollte dabei helfen, die Autos rascher abzubremsen. Ebenfalls eine gute Sache."
Fernando Alonso tritt in Monaco mit einem in Gold und Weiß gehaltenen Helm an Zoom © Ferrari
Eine Stadtrundfahrt im Zuhause der Reichen und Schönen: Beim Großen Preis von Monaco geht es alljährlich um das Motto "sehen und gesehen werden". Wohl auch deshalb warten die Fahrer und Teams der Formel 1 meist bei diesem Rennen mit besonderen Lackierungen oder neuen Farben auf. Bei Fernando Alonso ist das 2012 nicht anders: Der Spanier bringt einen speziellen Helm an den Start. Der eigens für die Hatz im Leitplanken-Kanal von Monte Carlo entworfene Kopfputz besticht durch die Farben Gold und Weiß und stellt eine Hommage an das Traditionsrennen dar. Ebenfalls eingearbeitet sind Elemente aus dem Glücksspiel wie Jetons, Roulette und Würfel. Außerdem ist auf der Oberseite des Helms ein Ferrari 158 zu sehen, wie ihn John Surtees 1964 fuhr - und damit Weltmeister wurde. Zu sehen ist darüber hinaus das Viktoria-Kreuz von Asturien, der spanischen Heimat von Alonso. Und neben dem Monaco-Motto "Bet on Red" ("Setze auf Rot"; Anm. d. Red.) finden sich auf dem Helm noch diverse Zahlen, die allesamt mit der Formel-1-Karriere des zweimaligen Weltmeisters und der Formel 1 im Fürstentum in Verbindung stehen. Auch seine zwei Monaco-Siege sind dort verewigt. Die "78" steht beispielsweise für die Anzahl der Rennrunden beim Großen Preis von Monaco, die "70" für das runde Jubiläum des Traditionsrennens. 75 Mal stand Alonso bereits auf einem Formel-1-Podest, 20 Mal startete er von der Pole-Position. Die "19" entspricht der Anzahl der Kurven auf einer Runde in Monte Carlo, die "5" Alonsos Startnummer. Was die "14" bedeuten soll, wurde nicht verraten.
"Hallo, Jungs, wir müssen da was ändern." Bernie Ecclestone stört sich am Q3-Ablauf Zoom © xpbimages.com
Das Top-10-Finale im Qualifying ist nicht mehr das, was es einmal war. Denn statt mit einem letzten frischen Reifensatz auf die Jagd nach der Pole-Position oder einem vorderen Startplatz zu gehen, verzichten einige Piloten lieber auf eine schnelle Runde. Sie sparen sich ihre neuen Reifen auf, um dann im Rennen bessere Karten zu haben. Darunter leidet jedoch das Spektakel in der Qualifikation. Dies stört auch Formel-1-Chef Bernie Ecclestone. Dem 81-jährigen Briten ist die Umsetzung der aktuellen Regeln ein Dorn im Auge: "Was im Augenblick falsch läuft, ist, dass einige Fahrer denken, nicht auf die Pole-Position fahren zu können." Der Grund für diese Zurückhaltung sei das Kontingent an frischen Pirelli-Pneus. Doch mit einer neuen Verordnung könnte Abhilfe geschaffen werden. Ecclestone hat einen Vorschlag parat: "Ich sage ja schon lange, dass es einen weiteren Reifensatz geben sollte, der nach der Qualifikation abgegeben werden muss. Dann gibt es nichts, was man sich aufsparen könnte. Dann sind die Teams zum Wechseln gezwungen", meint Ecclestone und merkt an: "Was wir brauchen, ist ein weiterer Reifensatz, damit im Zeittraining mehr Runden abgespult werden." Mit den unvorhersehbaren Rennen ist der Formel-1-Chef indes vollkommen zufrieden und stellt seinen Reifenlieferanten - unabhängig von der Situation in der Qualifikation - ein sehr gutes Zeugnis aus: "Pirelli hat klasse Arbeit geleistet. Es ist weitaus schwieriger für sie, einen Reifen zu bauen, der nur 30 Prozent des Rennens durchsteht, als einen Reifen zu entwerfen, der die komplette Distanz meistert." "Es war ein Teil meines Vertrags mit ihnen, dass die Reifen nur für einen Teil des Rennens haltbar sein sollten. Ich war beeindruckt davon, dass es ihnen gelang", sagt Ecclestone. "Es hätte auch leicht anders kommen können, sodass nur zehn Runden drin gewesen wären oder das gesamte Rennen. Es war eine technische Meisterleistung", findet der Brite. "Ich hätte nicht gedacht, dass sie es schaffen."
Formel 1 zu Gast in Frankreich: Das bis dato letzte Rennen datiert aus 2008 ... Zoom © xpb.cc
Eine Neuauflage des Großen Preises von Frankreich schien in den vergangenen Monaten bereits gewaltig an Fahrt aufgenommen zu haben, doch just im Wahlmonat kamen die Vorhaben um das Comeback in der Formel 1 wieder ins Stocken. Offenbar ist nun auch der angestrebte Rennplatz in Paul Ricard, wo die Königsklasse in der Vergangenheit bereits fuhr, nicht mehr länger erste Wahl. Dabei hätte alles so einfach sein können, wie Formel-1-Chef Bernie Ecclestone gegenüber 'ESPN' betont. "Die Franzosen hatten genug Gelegenheiten, um es wahr zu machen, taten es aber nicht. Sie versprachen uns all die Dinge wie die Straßen von Paris oder Disney", meint der Brite. All diese Ansätze waren aber meist genauso schnell wieder vom Tisch, wie man sie aufgetischt hatte. Das Grand-Prix-Thema sei in Frankreich halt "sehr politisch", erklärt Ecclestone und merkt an: "Ich weiß nicht, ob es anders gewesen wäre, wenn Sarkozy wiedergewählt worden wäre. Keine Ahnung. Als er noch an der Macht war, hätten sie unterschreiben können. Sie hatten einen Vertrag vorliegen. Alles, was sie tun mussten, war, ihre Unterschrift darunter zu setzen", hält der Formel-1-Chef fest. Andererseits habe es ständig an der nötigen Konsequenz hinsichtlich eines Rennplatzes gefehlt, fügt Ecclestone hinzu: "Sie kamen eh nie zu einer Übereinkunft mit Paul Ricard. Dort würden Investitionen nötig werden, um Tribünen aufzubauen. Und der Paddock-Club ist nicht groß genug", sagt der 81-Jährige. Inzwischen ist auch nicht ausgeschlossen, dass die Formel 1 nach Magny-Cours zurückkehrt.
Teamchef Ross Brawn pocht auf die historische Bedeutung von Mercedes Zoom © xpbimages.com
Während beim letzten Concorde-Agreement, das im Jahr 2009 ratifiziert wurde, der Automobil-Weltverband FIA unter dem damaligen Präsidenten Max Mosley eine der treibenden Kräfte war, spielt die FIA bei den aktuellen Verhandlungen für 2013 bis 2020 praktisch keine Rolle. Bisher fanden die Gespräche fast ausschließlich zwischen Bernie Ecclestone und den Teams statt. Ross Brawn missfällt das: "Wir haben noch einen langen Weg vor uns, bevor wir finale Lösungen erreichen", sagt er und unterstreicht: "Ich denke, was man in all das einbeziehen sollte, ist die Rolle, die die FIA in Zukunft spielen wird, ihre Rolle in unserem Sport. Sie waren bisher ruhig, aber sie werden eine Rolle spielen. Ich bin einigermaßen zuversichtlich, dass wir vernünftige Lösungen für die Zukunft finden können. Ich glaube aber nicht, dass schon alles erledigt ist." Mercedes war bisher das einzige Topteam, das Ecclestone noch nicht signalisiert hatte, das neue Concorde-Agreement unterschreiben zu wollen. Bei einem Treffen mit Daimler-Konzernchef Dieter Zetsche - Brawn war aus gesundheitlichen Gründen abwesend - dürfte es zuletzt in Barcelona aber eine Annäherung zwischen Mercedes und den Inhabern der kommerziellen Rechte gegeben haben. Angeblich könnte dieses Wochenende alles unter Dach und Fach gebracht werden. Brawn schweigt zur Mercedes-Situation hinsichtlich des Concorde-Agreements: "Ich kann das immer noch nicht kommentieren", meint er und ergänzt in Anspielung auf die von Ecclestone angezweifelte historische Bedeutung der deutschen Marke: "Wir sind sehr stolz auf unsere Geschichte und glauben, dass sie für den Sport wichtig ist. Da sind die Menschen unterschiedlicher Auffassung. Aber das ist alles Teil der heiklen Verhandlungen, die stattfinden."
Nico Hülkenberg blickt skeptisch auf die Hackordnung in der Formel 1 Zoom © xpbimages.com
Ein Mal schrammte Force India knapp an einem Grand-Prix-Sieg vorbei: Das war mit Giancarlo Fisichella in Spa-Francorchamps. Dass diese Gelegenheit bald wieder kommt, glaubt Nico Hülkenberg nicht, wie er 'auto motor und sport' verrät: "Williams und Sauber waren nach unseren Messungen in Barcelona bei den schnellsten Autos dabei. Die muss man jetzt auch zu den Top-Teams zählen." Den Mercedes-befeuerten Inder dagegen nicht. Und das trotz der Fortschritte, die die Truppe um Besitzer Vijay Mallya gemacht hat: "Wir haben uns definitiv gesteigert, vor allem in der Traktion. Unsere Gegner sind diesen Schritt aber mitgegangen", erklärt Hülkenberg und verweist erneut auf die ehemaligen Mittelfeldkonkurrenten, von denen nur noch Toro Rosso hinter Force India rangiert. "In den schnellen Kurven sind Sauber und Williams besser als wir." Woher rührt es, dass Force India - denen rund drei Zehntelsekunden fehlen - nicht mit der Konkurrenz aus der Hinwil und Grove mithalten kann? Für Hülkenberg sekundär: "Uns bleibt nichts anderes übrig, als zu entwickeln, weil wir zurückliegen. Wir brauchen noch ein paar Zehntelchen, um an die anderen ranzukommen", insistiert er. "Es ist wichtig, eine gute Balance zwischen Entwicklung und dem Verständnis des Autos zu finden", macht Hülkenberg deutlich. Dann scheint das erklärte Saisonziel, nämlich Rang fünf in der Konstrukteurs-Wertung, nicht außer Reichweite. "Das ist immer noch möglich, wenn auch schwierig, weil die anderen auch weiter Punkte machen werden", befürchtet der Emmericher und hofft auf die Kurse, die 2011 im Sommer und Herbst im Grand-Prix-Kalender standen. "Da ist der Knoten bei uns auch erst in der zweiten Saisonhälfte aufgegangen", so Hülkenberg.
Seiner Heimat Großbritannien hat Hamilton schon lange den Rücken gekehrt Zoom © xpbimages.com
Viele Fahrer haben ihren Wohnsitz in das Steuer- und Lebensqualitäts-Paradies Monaco verlegt. Auch Lewis Hamilton gefällt es an der Cote d'Azur. Der Brite ist erst kürzlich aus der Schweiz in das Fürstentum gezogen und zeigt sich begeistert vom neuen Wohnort sowie dem kurzen Weg an den Arbeitsplatz: "Es ist ein fantastisches Gefühl, in deinem eigenen Bett aufzuwachen und einfach nur die Straße hinunterzufahren, um bei der Arbeit anzukommen", freut sich der McLaren-Pilot. Lebensgefährtin Nicole Scherzinger beim Vorbeifahren am heimischen Balkon theoretisch zuwinken zu können, gefällt Hamilton. "Das erlebe ich heute zum ersten Mal, doch ich bin mir sicher: Es wird einen großen Unterschied ausmachen", prognostiziert er. "Ich habe auch mein früheres Zuhause geliebt, doch das ist ein ganz anderer Ort. Ich mag ihn noch ein bisschen mehr, scheint mir", so Hamilton, der sich bekanntermaßen gerne mit Stars aus dem Showbusiness umgibt. Doch auch an seinem alten Wohnort fand der 27-Jährige Gefallen. "Als ich in der Schweiz lebte, war das eines der schönsten Länder, die ich je besucht hatte. Das Wetter war ein bisschen wie in Großbritannien, doch es war meist viel schöner", schmunzelt Hamilton und beschreibt den Unterschied als eklatant: "Es dauerte eine Ewigkeit, um bis zu einem Restaurant zu gelangen. Ich konnte nicht einfach nur hinlaufen oder hinfahren", so der Weltmeister von 2008 über die Abgeschiedenheit. Hamilton meint: "Ich habe das Gefühl, es weiterhin genießen zu müssen. Ich laufe jeden Tag auf der Strecke und laufe sie fast komplett ab. Es ist schon unglaublich, jeden Tag auf seiner Lieblingsstrecke herumlaufen zu können", so der Brite, der tagtäglich Sporthistorie lebt. "Du denkst: 'Wow, ich laufe durch den Tunnel, durch den solche Legenden wie Michael und Ayrton (Senna; Anm. d. Red.) gefahren sind. Jetzt bin ich einer dieser Rennfahrer und wohne noch dazu hier."
In Monaco gehen die Uhren anders: Auch für die V8-Motoren der Formel-1-Autos Zoom © xpb.cc
Ebenso einzigartig wie unberechenbar: Der Grand Prix von Monaco zählt zu den Highlights einer jeden Formel 1-Saison. Das Rennen durch die Straßen des glamourösen, normalerweise eher beschaulichen Fürstentums ist nach wie vor einzigartig auf der Welt. Der Stadtkurs selbst hat sich dabei im Laufe der Jahre kaum verändert. Die einzigartige Streckencharakteristik stellt die Ingenieure von Renault vor ganz besondere Herausforderungen, denn die Motoren müssenkomplexe Ansprüche erfüllen. "In Monaco lenken die Piloten ihre Boliden nicht nur mit dem Lenkrad, sondern auch mithilfe des Motors", erklärt Remi Taffin, Leiter des Grand-Prix-Teams. "Der Fahrer benötigt deswegen ein Triebwerk, das gleichmäßig und direkt auf Gaspedalbefehle anspricht." Nur so entwickele er das nötige Vertrauen, um jederzeit voll attackieren zu können. Die größte Herausforderung in Monte Carlo liege in den geringen Geschwindigkeiten, sagt Taffin. "Daher verwenden wir hier ein ganz spezielles Motor-Management, das auf keiner anderen Rennstrecke zum Einsatz kommt. Die Triebwerke sind auf Drehzahlen von bis zu 18.000 Umdrehungen pro Minute ausgelegt. Im Fürstentum müssen sie aber in den langsamen Kurven auch bei nur 5.000 Touren noch perfekt funktionieren", so Taffin. Der Renault Ingenieur betont die spezielle Herangehensweise der Franzosen: "Um uns auf dieses Wochenende perfekt vorzubereiten, testen wir im Vorfeld besonders ausgiebig auf unseren Motorenprüfständen. So stellen wir sicher, dass alles einwandfrei funktioniert. Dabei stimmen wir denV8 für unsere vier Partnerteams auch so ab, dass er bereits im Tourenkeller ein bissiges Ansprechverhalten an den Tag legt." Eine der anspruchsvollsten Aufgaben besteht darin, die Triebwerke so anzupassen, dass sie sehr agil am Gas hängen und direkt das nötige Drehmoment zur Verfügung stellen. Der Pilot muss darauf vertrauen können, dass der Motor sofort reagiert, wenn er ihn braucht - ganz gleich, welches Pedal-Einstellung er fährt oder in welcher Stellung sich das Gaspedal gerade befindet. Auch David Lamb unterstreicht die große Bedeutung einer perfekten Abstimmung für die Achtzylinder. "Monaco ist in jeder Beziehung einzigartig, so ein Rennen gibt es in der Formel 1 kein zweites Mal", so der Brite, der vor zwei Wochen als verantwortlicher Motoren-Ingenieur von Pastor Maldonado beim Grand Prix von Spanien gemeinsam mit Williams den ersten Sieg des wiedergewonnen Partners in dieser Saison feiern durfte. "Da wir auf diesem Kurs kaum auf die maximale Höchstgeschwindigkeit kommen, wirken sich ein paar Extra-Pferdestärken so gut wie gar nicht auf die Rundenzeit aus", meint Lamb. "Die Schlüsselfrage ist, wie wir die Power auf die Straße bringen - denn genau das macht den Unterschied aus und sorgt auf der Strecke für einen echten Zeitvorteil", geht er auf die feinen Differenzen ein. Der Williams-Techniker verdeutlicht die Besonderheiten eines Stadtkurses: "Aber auch darüber hinaus erwarten uns in Monaco einige Besonderheiten, die wir so von keiner anderen Rennstrecke kennen. Kurve sechs zum Beispiel, die enge Haarnadelkurve: Sie besitzt den engsten Radius der gesamten Saison. Hier bremsen die Piloten ihr Auto so stark zusammen." Ohne das korrekte Motor-Mapping kann dies dazu führen, dass ungewollt Schub einsetzt, weil die Elektronik ein Absterben des Aggregats unterbinden will.
Als eine von wenigen Rennstrecken verändert sich der Kurs von Monaco von einem Jahr auf das nächste kaum - immerhin handelt es sich um einen temporären Stadtkurs und nicht um eine permanente Strecke. Deswegen verfügen alle Teams über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz und umfangreiches Datenmaterial, um ein passendes Basis-Setup zu generieren. Nichtsdestotrotz erwartet Renault in jeder Saison Neuerungen. "Dieses Mal gehen wir die Sache sowieso etwas anders an", verrät Lamb. "Um die Kraft des Motors sicher auf die Straße zu bringen, schalten die Fahrer teilweise etwas früher als notwendig in den nächsthöheren Gang - wir nennen das 'Short-Shifting'. Darauf müssen wir auch das Mapping des Gaspdals angleichen, um unerwünschte Nebeneffekte auszuschließen. Bei einem 'normalen' Rennen kommt es niemals in einer gezeiteten Trainings- oder Qualifying-Runde, sondern ausschließlich in der In- und Out-Lap zum Einsatz." Die Unebenheiten im Asphalt führen dazu, dass die Reifen kurzzeitig den Kontakt zur Straße verlieren. Darunter leidet einerseits die Traktion, andererseits bedeuten die plötzlich hochschnellenden Drehzahlen eine enorme Zusatzbelastung für die mechanisch beweglichen Teile im Motor. "Ein klassisches Beispiel für eine solche Stelle ist die Bodenwelle zwischen dem Casino und der Mirabeau-Kurve", weiß Lamb.
Sergio Perez sieht sich und sein Team in der Formel 1 absolut auf Kurs liegen Zoom © xpbimages.com
Seit dem grandiosen Auftritt von Sergio Perez beim Großen Preis von Malaysia ist es um das Sauber-Team wieder ein bisschen ruhiger geworden. Auch, weil sich zu den 30 WM-Punkten aus den beiden Auftaktrennen in Australien und Malaysia seither "nur" elf weitere Zähler hinzugesellten. Gerät Sauber etwa zu Beginn der Europasaison bei der Entwicklung ins Hintertreffen? Weit gefehlt, sagt Perez. Der mexikanische Rennfahrer schiebt die geringe Ausbeute der vergangenen Wochen schlichtweg auf fehlendes Rennglück, wie er gegenüber 'Formula1.com' erklärt. Seit seinem zweiten Platz in Sepang sei es an Sonntagen einfach nicht immer nach Plan gelaufen: "In China hatten wir die falsche Taktik und ein Problem mit dem Frontflügel, in Bahrain hatten wir nicht die Geschwindigkeit", berichtet Perez. "In Spanien lag ich nach dem Start schon an Position vier, als mich Romain Grosjean traf und einen Reifenschaden verursachte." Wieder gingen wichtige Punkte verloren. Doch Perez hat den Mut nicht verloren - ganz im Gegenteil. "Ich bin mir sicher: Unsere Zeit wird kommen, denn wir haben ein konkurrenzfähiges Auto. Wir werden kämpfen", sagt der Sauber-Fahrer und zeigt sich zuversichtlich. "Selbst in Barcelona, wo viele Teams ihre Updates am Start hatten, sahen wir noch immer recht wettbewerbsfähig aus. Es gibt also keine Engpässe bei der Entwicklung", stellt Perez heraus und merkt an: "Ich denke vielmehr, dass wir über die komplette Saison hinweg konkurrenzfähig bleiben können, wenn wir weiterhin - sowohl in der Fabrik als auch an der Strecke - gut zusammenarbeiten."
Lewis Hamilton bleibt zuversichtlich und scheint sich die gute Laune zu bewahren Zoom © xpbimages.com
Fünf Fahrer haben sich in diesem Jahr bereits in die Siegerliste der Formel 1 eingetragen, doch der Name von Lewis Hamilton taucht in diesen Statistiken bisher nicht auf. Der McLaren-Pilot war zwar in allen fünf Rennen im Ziel, kam dabei aber nicht über die dritte Stufe des Podests hinaus. Der Zweifel nagt aber nicht am Selbstbewusstsein des Ex-Champions. Dies betont Hamilton in Monte Carlo. Er sei "nicht frustriert" über seine sieglose Phase, meint der Brite. "So läuft es im Rennsport halt manchmal. Wir hätten angesichts unserer Ergebnisse in der Qualifikation natürlich gern besser abgeschnitten." Diesem "Problem" wolle man sich in den kommenden Rennen verstärkt widmen, um nicht noch weitere Punkte einzubüßen. Oder wie es Hamilton formuliert: "Wir müssen uns steigern." In der hart umkämpften Formel 1 bedeute Stillstand einen Rückschritt, erklärt Hamilton. Ein Handeln sei geboten, "wenn wir da bleiben wollen, wo wir sind, oder wenn wir uns davon ausgehend nochmals verbessern wollen", sagt der McLaren-Pilot. "Wir arbeiten schon sehr hart daran." Vorwürfe braucht sich der Weltmeister von 2008 jedoch nicht zu machen. Das meint zumindest Martin Whitmarsh. Der Teamchef von Hamilton stellt sich vor dem sechsten Rennen des Jahres demonstrativ hinter seinen Schützling: "Lewis wird in diesem Jahr nicht gerade vom Glück verfolgt. Wir glauben jedenfalls nicht, dass er das Siegen verlernt hat. Die WM ist vollkommen offen. Er darf sich als Siegkandidat in Monaco sehen - und als Anwärter auf viele weitere Siege und auch auf den WM-Titel", sagt der Brite. Dies macht Whitmarsh vor allem am Auftreten seines Landsmanns fest: "Seine Fahrweise ist sehr reif, kontrolliert und diszipliniert. Wahrscheinlich mehr als jemals zuvor", meint Whitmarsh und merkt an: "Er hat aber das Tempo und die Fähigkeit, um auf der Pole-Position zu stehen. Dieses Gefühl kann Lewis aus Barcelona mitnehmen. Dort hat er - trotz einer Strafe - eine fantastische Fahrt hingelegt."
Sergio Perez sieht sich schon seit einiger Zeit mit Ferrari-Gerüchten konfrontiert Zoom © xpbimages.com
Felipe Massa fährt diese Saison von Enttäuschung zu Enttäuschung. Das liegt nicht am Auto, denn Fernando Alonso rangiert mit dem F2012 punktegleich mit WM-Leader Sebastian Vettel auf Platz zwei in der Gesamtwertung. Kein Wunder, dass die Gerüchte um einen Rauswurf Massas immer lauter werden. Der logische Nachfolger wäre der Mexikaner Sergio Perez. Der Sauber-Pilot stammt aus dem Ferrari-Nachwuchsprogramm und gewann dieses Jahr mit einer sensationellen Leistung in Sepang beinahe sein erstes Rennen. Er gilt als eines der größten Formel-1-Nachwuchstalente. Doch Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali gab schon mehrmals bekannt, dass man nicht riskieren wolle, den Youngster aus seiner gewohnten Umgebung herauszureißen und ihn zu verheizen. Nun behauptet Perez gegenüber 'Formula1.com', dass er ein eventuelles Angebot von Ferrari, während der Saison zu wechseln, gar nicht annehmen würde: "Sollte es wirklich zu so einer Situation kommen, dann würde ich ablehnen, denn ich würde nicht während der Saison wechseln wollen." Daraufhin gibt er ein Versprechen ab: "Ich habe diese Saison mit Sauber begonnen, werde meine Saison mit Sauber beenden und gebe 100 Prozent für mein Team." Zudem glaubt er nicht, dass überhaupt etwas an den Gerüchten dran ist: "Dieser Hype über einen möglichen Wechsel wird massiv von den Medien aufgeblasen." Der Mexikaner rechnet sogar damit, dass sich Massa nach seinem schwachen Saisonstart noch einmal fängt: "Ich glaube, dass Felipe zurückschlagen und gute Arbeit leisten wird. Er ist ein starker Fahrer, und er hat ein großartiges Team im Rücken. Hat er einmal zurückgeschlagen, dann werden auch all diese Storys auf einmal verschwinden." Doch was wäre, wenn Motorenpartner Ferrari seinen Einfluss bei Sauber geltend macht und Perez nach Maranello holt? "Ich denke, dass die Leute nicht Motoren und Fahrer vermischen sollten", meint der Sauber-Pilot. "Die Gerüchte gibt es schon seit einer ganzen Weile, und natürlich habe ich eine Verbindung zu Ferrari und zur Fahrerakademie von Ferrari. Dennoch ist meine Position klar: Ich fahre für Sauber, und dort werde ich bleiben."
Alle wollen es wissen, wie es weitergeht: Aber Schumacher schweigt beharrlich Zoom © xpbimages.com
Es ist wie im 2006: Schon während dieser Saison drehte sich bei Michael Schumacher alles um die Frage, ob er nun den Helm an den Nagel hängt oder doch weiter Formel-1-Rennen bestreitet. Und das Rätselraten wird auch 2012 weitergehen, wie die Aussage des Rekord-Weltmeisters in der FIA-Pressekonferenz von Monaco zeigt: "Noch gibt es leider keine Neuigkeiten für euch. Ich möchte auch nicht zu tief in diese Diskussion einsteigen", weicht Schumacher aus. Um seine Motivation sei es aber gut bestellt, versichert der Mercedes-Pilot: "Wenn man bedenkt, wo wir im vergangenen Jahr standen, dann ist uns ein riesiger Fortschritt gelungen", insistiert Schumacher. "Wir haben unter Beweis gestellt, dass wir Rennen gewinnen können", unterstreicht er. Auch, wenn das bei den Silberpfeilen bislang Nico Rosberg vorbehalten war und Schumacher mit einigem Pech nur zwei WM-Zähler einfuhr. Motivation statt EnttäuschungSchumacher meint: "Ich fühle mich ganz und gar nicht enttäuscht. Wenn, dann ist es genau umgekehrt: Ich bin noch mehr motiviert, weil wir so viele Fortschritte machen." Rückendeckung erhält er von einem langjährigen Weggefährten: "Er war dieses Jahr doch sehr gut", bemerkt Ross Brawn gegenüber 'Autosport'. Der Mercedes-Teamchef räumt aber ein: "Wir haben nicht die Resultate eingefahren. die wir wollten." Brawn glaubt auch daran, dass von Schumacher sportlich bald mehr zu erwarten sein wird. "So viel Aufmerksamkeit, wie seinem Unfall in Spanien zuteil geworden ist, so viel wird es auch sein, wenn er Erfolg hat", blickt der Brite voraus. "So ist Michael: er mag die Herausforderung und darum geht es in der Formel 1. Er kniet sich rein, wenn Dinge nicht laufen, wie sie sollen", lobt Brawn die Vorzüge des siebenfachen Champions. Experten glauben an einen neuen VertragUnd auch die Stimmen aus dem Fahrerlager deuten darauf hin, dass Schumacher noch keinen zweiten Rücktritt wagt. Johnny Herbert erklärt gegenüber 'Sport Bild': "Michael ist psychisch und körperlich topfit, es gibt keinen Grund für ihn aufzuhören. Er ist jetzt besser als in den ersten beiden Jahren seines Comebacks", so der Brite. Und auch die TV Experten sind sich einig: Marc Surer glaubt an die Fortsetzung der Karriere, weil sich Mercedes nach Schumachers Wünschen richten würde. Christian Danner erkennt die Probleme des 43-Jährigen: "Er hat zwar am Sieg von Teamkollege Rosberg zu knabbern und auch daran, dass Kimi Räikkönen im Gegensatz zu ihm keinerlei Comeback-Probleme hat", so der 'RTL'-Fachmann. "Aber er will es noch mal wissen." Ex-Teamchef Peter Sauber bringt Schumachers gesündere, weil weniger verbissene Einstellung zum Motorsport ins Spiel. Sein früherer Teamkollege Felipe Massa wirft die Kämpfernatur des Kerpeners in der Waagschale. Keine Parallele zu Casey StonerVon den Journalisten in der FIA-PK ließ sich Schumacher auch bei der Frage nach seiner Meinung über den Abschied von MotoGP-Ass Casey Stoner aus dem aktiven Rennsport nichts entlocken. "Nun, ich habe vermutlich das Gleiche gefühlt wie diejenigen, die ein bisschen mit der Materie vertraut sind - sie waren überrascht", kommentiert der Mercedes-Pilot das Karriereende des Australiers, fordert aber: "Du musst es respektieren." Ein zu dezidiertes Urteil über Stoners Ankündigung will sich Schumacher jedoch nicht erlauben: "Ich kenne seine Gründe - oder seine genauen Gründe - nicht, doch er ist jung genug, um ein Sabbatical einzulegen, statt komplett aufzuhören. Es gibt sicherlich keine Parallele zu mir", spekuliert er über einen Rücktritt vom Rücktritt, den der Zweirad-Weltmeister vollführen könnte.
Quelle: motorsport-total.com
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Ein sechster Sieger im sechsten Rennen: Geht das?
23.05.2012 - 20:07
Fernando Alonso war im ersten Training deutlich schneller als alle anderen Zoom © xpbimages.com
Für den Rest des Wochenendes ist der Wetterbericht instabil, aber während des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco präsentierte sich die Cote d'Azur von ihrer schönsten Seite. Zwar ist es nach rund acht Minuten unmöglich, Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis zu ziehen, aber die erste Bestzeit des Donnerstags sicherte sich Fernando Alonso in 1:16.265 Minuten. Der Ferrari-Pilot verpasste damit seine Donnerstags-Bestzeit aus dem Vorjahr (1:15.123 Minuten), distanzierte aber Romain Grosjean (Lotus) um 0,365 und Sergio Perez (Sauber) um 0,446 Sekunden. Perez war zu Beginn der Session der Erste, der einen kompletten Run absolvierte - möglicherweise auch, um sein Unfalltrauma des Vorjahres gleich zu Beginn des Wochenendes abzuschütteln. Das dürfte ihm gelungen sein. Kovalainens Renault-Motor geplatztEine Zeitenjagd am Ende blieb übrigens aus, weil die Session knapp zehn Minuten vor Schluss unterbrochen werden musste. Heikki Kovalainen (18./Caterham/+2,774) vernebelte erst den kompletten Tunnel, ehe der Motor vor der Hafenschikane komplett kaputt ging und blockierte, sodass der Finne an einer gefährlichen Stelle stehen bleiben musste. "Der Motor ist weg", funkte Kovalainen, ehe sein Caterham von neun Streckenposten weggeschoben wurde. Sergio Perez scheint den Schock des Vorjahres schon gut verdaut zu haben © xpbimages.com "Wir wissen nicht genau, was passiert ist", erklärt ein Caterham-Sprecher. "Als Heikki aus dem Tunnel herauskam, spürte er, wie die Hinterachse blockierte. Deshalb stellte er das Auto ab. Das Fahrzeug wurde nicht beschädigt, doch es gab reichlich Rauch. Für den Nachmittag dürfte ein Motorwechsel anstehen. Wenn der bisherige Motor dann wieder in der Renault-Fabrik ist und dort untersucht wird, dürfte sich die genaue Ursache feststellen lassen." "Das ist eine Stelle, an der man nicht stehen bleiben sollte, aber wo soll man hin, wenn der Motor blockiert?", meint Experte Marc Surer. Zum Glück ging die Situation glimpflich aus und alle nachfolgenden Autos konnten trotz der schlechten Sicht ausweichen. Aufgrund der von Kovalainen gelegten Ölspur im Tunnel wurde die Session nicht mehr neu gestartet - sehr zum Leidwesen von Sebastian Vettel (9./Red Bull/+0,957), der noch etwas ausprobieren wollte. Training: Jede Runde zählt"In Monaco", weiß der ehemalige Formel-1-Pilot Surer, "zählt jede Runde. Es ist eine Fahrerstrecke. Natürlich muss das Auto passen, aber der Einfluss des Fahrers ist hier größer als auf jeder anderen Strecke." Hofft auch der drittplatzierte Perez und meint selbstbewusst: "Wir sind hier ziemlich konkurrenzfähig. Es wird also unser Ziel sein, um das Podium zu kämpfen." Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari macht ihm Mut: "Sauber scheint einen Schritt gemacht zu haben." Ex-Weltmeister Mika Häkkinen hat eher seinen Landsmann Kimi Räikkönen auf der Rechnung: "Der Lotus scheint hier wirklich gut zu gehen." Aber während Grosjean im Drift-Fahrstil von Anfang an ganz vorne mitfuhr, hatte Räikkönen die Lotus-Box schon verlassen, als Kovalainens Renault-Motor noch gar nicht geplatzt war. Wegen eines Problems mit der Servolenkung musste der "Iceman" die erste Session nach der Installationsrunde spritzen. Massa bemüht, aber verkrampftDie Monaco-Spezialisten Lewis Hamilton (McLaren/+0,482) und Pastor Maldonado (Williams/+0,495) landeten auf den Plätzen vier und fünf, noch vor Felipe Massa (Ferrari/+0,578), der heute Morgen sehr couragiert wirkte und 19 Runden absolvierte. In einer davon streifte er unnötigerweise auf der Geraden (!) vor der Tabak-Kurve die Leitplanken, aber das Team nahm ihn via Funk in Schutz: "Schon okay, kann passieren, Felipe." Kimi Räikkönen musste im ersten Freien Training bis auf eine Runde zuschauen © Lotus Das Mercedes-Duo Rosberg/Schumacher landete mit jeweils rund einer Sekunde Rückstand auf den Plätzen zehn und elf, unmittelbar vor Nico Hülkenberg (Force India/+1,366). Apropos Mercedes: Schumacher bereitete seiner Crew ein wenig Arbeit, als er mit einem losen Frontflügel an die Box kam. Was die Ursache für dieses Problem war, ging aus den TV-Bildern jedoch nicht hervor. 13. wurde Mark Webber (Red Bull/+1,841). Jenson Button (+0,925) belegte zunächst Platz acht. McLaren testete aber nicht nur für dieses Wochenende, sondern auch schon 2013er-Komponenten - und die scheinen die Fahrer noch immer in der Sicht zu beschränken, wie Button über Funk lautstark bemängelte. Ansonsten gab es während des ersten Trainings keine Zwischenfälle oder Crashes, was für die Disziplin des Starterfeldes spricht. Übrigens: Freitagstester waren heute nicht im Einsatz.
Bestes Rennwetter in Monaco: Schmeckt das den Reifen oder tut es das nicht? Zoom © xpbimages.com
(Motorsport-Total.com/Sky) - Als wäre der Stadtkurs von Monte Carlo nicht schwierig genug: Die Pirelli-Reifen der Formel 1 werden die Fahrer und ihre Teams auch beim Glamour-Grand-Prix vor eine große Aufgabe stellen. Davon sind die unmittelbar Beteiligten überzeugt. Die Frage ist allerdings noch, wie groß der Einfluss der Pneus auf die Gesamtleistung sein wird. Michael Schumacher hat da einen gewissen Verdacht. Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister rechnet mit keinem allzu "wilden" Wochenende, was die Reifensituation anbelangt. "Hier sollte es etwas konstanter sein und nicht so dramatisch wie bei anderen Rennen. Es kommt aber ganz auf die Temperaturen an", meint Schumacher. Im ersten Freien Training gab es im Fürstentum noch frühlingshafte 22 Grad Celsius - optimale Bedingungen. "Wenn wir in einem solchen normalen Bereich liegen, sollte es halbwegs okay sein", erklärt "Schumi" und fügt hinzu: "Sollten wir in die 30er gelangen, wird es für alle problematisch." Generell sei das Fahren in Monaco "ein Drahtseilakt, bei dem du im Rennen 78 Runden lang jonglierst. Manchmal fällst du runter, manchmal bleibst du drauf. Dementsprechend verändert sich der Spaß", sagt Schumacher.
Jenson Button ist sich der Fehler aus den vergangenen Rennen wohl bewusst Zoom © xpbimages.com
Drei aus fünf: Jenson Button punktete in diesem Jahr nicht in jedem Rennen, was den britischen McLaren-Piloten bereits einiges an Boden kostete. Trotzdem zeigt sich der Weltmeister von 2009 vor dem Großen Preis von Monaco sehr zuversichtlich, schließlich liebt er diesen Grand Prix und hat ihn auch schon einmal gewonnen. In seiner Medienrunde spricht Button über den speziellen Reiz eines Rennens im Fürstentum und über seine Aussichten in der WM-Gesamtwertung der Formel 1. Frage: "Jenson, du hast auf dem einzigen Stadtkurs gewonnen, den die Formel 1 in diesem Jahr schon besucht hat. Monte Carlo ist aber eine etwas andere Nummer. Was denkst du vor dem Beginn dieses Wochenendes?" Jenson Button: "Es ist schön, wieder hier zu sein. Ich denke, wir alle lieben es, durch die Straßen von Monaco zu fahren. Es ist einer dieser Kurse, die keinen Fehler verzeihen." "In Melbourne kannst du dir vielleicht noch einen Schnitzer erlauben, doch hier bedeutet dergleichen schlichtweg 'Game Over'. Monte Carlo macht sehr viel Spaß, selbst im Simulator. Der Spaßfaktor ist beim Fahren einfach noch viel größer als auf anderen Strecken. Ich freue mich schon sehr darauf, am Freitag endlich loszulegen." Die Vorfreude ist großFrage: "Kannst du aus der Arbeit im Simulator schließen, dass das Auto in Monte Carlo konkurrenzfähig sein wird?" Button: "Nun, das Fahrzeug fühlte sich im Simulator sehr gut an. Schauen wir einmal, wie sich die Situation hier auf der Strecke darstellt. Du musst in jedem Fall große Vorsicht walten lassen, denn der Kurs verbessert sich im Verlauf des Wochenendes." "Es ist zudem der einzige Ort, an dem wir schon donnerstags fahren. Danach haben wir einen Tag frei und die Straßenautos fahren über die Strecke. Am Samstag steigt dann die Qualifikation. Da musst du aufmerksam sein und darfst dich nicht zu unbedarft verhalten. Das Überholen ist hier nicht so einfach." Frage: "Nach dem vergangenen Jahr hast du hier sicherlich noch eine offene Rechnung ..." Button: "Ja, wir haben uns erst wieder mit dem Rennverlauf von 2011 vertraut gemacht. Man könnte sagen, dass der Abbruch zum Schluss dafür gesorgt hat, dass unsere Chancen auf den Sieg ein bisschen vermindert wurden." "Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben." "Egal, das liegt nun in der Vergangenheit. Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben. Ob das drin ist, wird sich zeigen. Es ist so gesehen nicht anders als an jedem anderen Wochenende sonst. Die Situation gestaltet sich von Rennen zu Rennen derart unterschiedlich. Pastor (Maldonado; Anm. d. Red.) hatte sich in Bahrain noch auf Rang 17 qualifiziert, glaube ich." "In Barcelona qualifizierte er sich dagegen auf Platz zwei. Ich denke nicht, dass sich so viel verändert hat. Es ist schwierig. Aus Fahrersicht ist Monte Carlo eine etwas andere Nummer. Die Erfahrung spielt hier eine ziemlich wichtige Rolle. Entscheidend ist auch, das Auto auf einem solchen Kurs wirklich zu verstehen. Hoffentlich gelingt uns das bis Samstag."
Frage: "Nach dem Spanien-Rennen konntest du nur mit dem Kopf schütteln, weil es offenbar nicht so lief, wie du dir das gedacht hattest. Habt ihr eure Probleme in den Griff gekriegt?" Button: "Bisher habe ich das Auto noch nicht gefahren, also nein, ich weiß es nicht. Ja, wir haben gemeinsam mit den Ingenieuren einen Blick in die Daten geworfen. Es gibt ein paar Dinge, von denen wir glauben, ein paar Fehler gemacht zu haben. Trotzdem müssen wir abwarten und schauen, wie sich das Auto hier anfühlt." McLaren auf FehlersucheFrage: "Die jüngsten Rennen waren nicht gerade berauschend. Es gab ein paar Fehler seitens des Teams. War das ein Thema in der Fabrik?" Button: "Na klar. Jeder macht Fehler. Wir haben ein paar gemacht, doch damit wirst du nicht Weltmeister. Wichtig ist, daraus zu lernen und weiterzumachen. Es geht darum, sicherzustellen, dass sich dergleichen nicht wiederholt." "Wir haben das Team dahingehend auch ein bisschen umstrukturiert. Wir als Team müssen schauen, was wir speziell bei den Boxenstopps tun können. Wir haben hier einige Verbesserungen am Start, die uns ziemlich helfen sollten. Es kommt auf Konstanz und Tempo an. Hier ist es eh etwas Besonderes: In Monaco brauchst du eine gute Qualifikation, einen guten Start und gute Boxenstopps." Frage: "Verläuft die Saison bisher so, wie du es erwartet hast? In fünf Rennen gab es fünf Sieger - und auch du hast 2012 schon gewonnen ..." Button: "Nein, dergleichen hatte ich nicht erwartet. Wir gingen zuversichtlich in die Saison, denn wir hatten einen guten Winter gehabt. Die Saison begann stark für uns. Eben wie wir es uns erhofft hatten. Seither war es sehr durchwachsen für uns." "Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar." Jenson Button "Wir waren schnell in Malaysia und schnell in China, aber in Bahrain und Spanien waren wir zumindest im Renntrimm nicht konkurrenzfähig. Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar. Wir hatten geglaubt, dass uns die Hitze vor Probleme stellt, doch die beiden jüngsten Rennen waren heißer als die vorangegangenen. Wir versuchen noch immer, herauszufinden, was Sache ist."
Frage: "Die Meisterschaft ist jedenfalls noch vollkommen offen ..." Button: "So ist es. Ich habe aber schon in zwei Rennen keine Punkte geholt. Das ist sehr seltsam. Es ist so schwierig, schlau daraus zu werden. Du musst einfach bereit sein. Manchmal scheint das Auto zu funktionieren, manchmal nicht. Wichtig ist, keine Fehler zu machen. Dann bist du vorn mit dabei." Wie halten die Reifen in Monte Carlo?Frage: "Bist du im Hinblick auf die Reifen ein Zocker oder wartest du darauf, bis die letzte Karte aufgedeckt wird?" Button: "Ich war eigentlich immer gut darin, doch in diesem Jahr haben wir anscheinend ein paar Probleme damit, die Reifen zu verstehen. Ich denke, da sitzen wir alle im selben Boot." "Hoffentlich sehen wir vor dem Qualifying klarer, denn Monte Carlo kann die Reifen schon sehr intensiv rannehmen. Auf einmal sind die Pneus dann hinüber. Das sahen wir 2009 bei Sebastian Vettel, aber nicht nur damals. Wir hoffen einfach, ein besseres Reifenverständnis zu haben, als dies an den vergangenen Wochenenden der Fall war." "Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet." Jenson Button Frage: "Sebastian Vettel fuhr im vergangenen Jahr 50 Runden auf der weichen Mischung. Denkst du, das wäre auch mit den aktuellen Reifen möglich?" Button: "Waren es bei ihm wirklich 50 Runden oder kam ihm da die rote Flagge dazwischen? Es waren 50 Runden? Okay, cool. Es sah jedenfalls ganz nach einem sehr aufregenden Zieleinlauf aus. Ich weiß nicht, was passiert wäre. Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet. Wir werden es nie erfahren. So kam es nicht, weil das Rennen ja unterbrochen wurde." Frage: "Das Wetter könnte am Sonntag für eine nasse Strecke sorgen, vielleicht auch schon am Samstag. Gut für euch?" Button: "Ich werfe alle zwei Stunden einen Blick auf die Wettervorhersage. Sie verändert sich ständig. Am Dienstag hieß es noch, es würde Samstag und Sonntag regnen, jetzt soll es nur am Samstag regnen oder gar nicht, und erst am Montag." "Schauen wir einmal, was passiert. Im Qualifying hat man es natürlich gern trocken, weil es ein solcher Kick ist, wenn man das Auto ans Limit bringt. Das lieben wir. Im Nassen ist es ganz anders, doch wir würden trotzdem das Beste daraus machen." Frage: "Ich habe hier zehn Euro für dich, aber die musst du auf den Fahrer setzen, von dem du glaubst, dass er hier gewinnt ..." Button: "Ich! Einhundert Prozent." Frage: "Dann nimm das Geld ..." Button: "Nein. Ich nehme kein Bargeld (lacht; Anm. d. Red.)." Ein Traditionskurs, der Freude machtFrage: "Zurück zu Monaco: Dieser Kurs ist etwas Besonderes, nicht wahr?" Button: "Ja. Wir alle lieben es, hier durch die Straßen zu fahren. Es ist eine ungewöhnliche Strecke, denn die Leitplanken stehen so nah. Fehler werden nicht verziehen. Es ist ein Traditionskurs. Das ist gut." "Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Jenson Button "Wir lieben solche Orte - Suzuka, Spa-Francorchamps. Die Strecke an sich hat sich nicht viel verändert, doch es gibt nun bessere Auslaufzonen. Das macht viel Spaß. Wenn du hier im Qualifying alles aus dem Auto herausholen kannst, dann ist das einfach nur toll. Das lieben wir. Dann realisierst du, dass du einen Formel-1-Rennwagen mit 750 PS zähmst. Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Frage: "Du hast hier schon gewonnen. Wie aufregend ist dieser Kurs und wo sind die Schlüsselstellen?" Button: "Es ist der gesamte Kurs. Es ist völlig verrückt, hier mit einem Formel-1-Auto herumzufahren. Uns macht das aber sehr viel Spaß. Es gibt hier zwar nicht sehr viele schnelle Kurven, doch die sind sehr aufregend. Die Schwimmbad-Passage ist toll, aber auch der Hügel beim Kasino. Du musst dich herantasten, denn sonst schlägt dieser Ort zurück, wenn du nur einen kleinen Fehler machst. Deshalb ist es so spannend." Frage: "Am Ausgang des Tunnels wurden ein paar Bodenwellen entfernt. Ist das gut oder schlecht für das Überholen an dieser Stelle?" Button: "Nun, wir hatten schon 2011 kein DRS an dieser Stelle und auch in diesem Jahr ist das der Fall. Das ist gut so. Es wurden aber auch die Reifenstapel verschoben, in die Perez eingeschlagen war. Auch das ist gut. In den Auslaufzonen wurde zudem etwas Sand in die Farbe gemischt. Das sollte dabei helfen, die Autos rascher abzubremsen. Ebenfalls eine gute Sache."
Fernando Alonso tritt in Monaco mit einem in Gold und Weiß gehaltenen Helm an Zoom © Ferrari
Eine Stadtrundfahrt im Zuhause der Reichen und Schönen: Beim Großen Preis von Monaco geht es alljährlich um das Motto "sehen und gesehen werden". Wohl auch deshalb warten die Fahrer und Teams der Formel 1 meist bei diesem Rennen mit besonderen Lackierungen oder neuen Farben auf. Bei Fernando Alonso ist das 2012 nicht anders: Der Spanier bringt einen speziellen Helm an den Start. Der eigens für die Hatz im Leitplanken-Kanal von Monte Carlo entworfene Kopfputz besticht durch die Farben Gold und Weiß und stellt eine Hommage an das Traditionsrennen dar. Ebenfalls eingearbeitet sind Elemente aus dem Glücksspiel wie Jetons, Roulette und Würfel. Außerdem ist auf der Oberseite des Helms ein Ferrari 158 zu sehen, wie ihn John Surtees 1964 fuhr - und damit Weltmeister wurde. Zu sehen ist darüber hinaus das Viktoria-Kreuz von Asturien, der spanischen Heimat von Alonso. Und neben dem Monaco-Motto "Bet on Red" ("Setze auf Rot"; Anm. d. Red.) finden sich auf dem Helm noch diverse Zahlen, die allesamt mit der Formel-1-Karriere des zweimaligen Weltmeisters und der Formel 1 im Fürstentum in Verbindung stehen. Auch seine zwei Monaco-Siege sind dort verewigt. Die "78" steht beispielsweise für die Anzahl der Rennrunden beim Großen Preis von Monaco, die "70" für das runde Jubiläum des Traditionsrennens. 75 Mal stand Alonso bereits auf einem Formel-1-Podest, 20 Mal startete er von der Pole-Position. Die "19" entspricht der Anzahl der Kurven auf einer Runde in Monte Carlo, die "5" Alonsos Startnummer. Was die "14" bedeuten soll, wurde nicht verraten.
"Hallo, Jungs, wir müssen da was ändern." Bernie Ecclestone stört sich am Q3-Ablauf Zoom © xpbimages.com
Das Top-10-Finale im Qualifying ist nicht mehr das, was es einmal war. Denn statt mit einem letzten frischen Reifensatz auf die Jagd nach der Pole-Position oder einem vorderen Startplatz zu gehen, verzichten einige Piloten lieber auf eine schnelle Runde. Sie sparen sich ihre neuen Reifen auf, um dann im Rennen bessere Karten zu haben. Darunter leidet jedoch das Spektakel in der Qualifikation. Dies stört auch Formel-1-Chef Bernie Ecclestone. Dem 81-jährigen Briten ist die Umsetzung der aktuellen Regeln ein Dorn im Auge: "Was im Augenblick falsch läuft, ist, dass einige Fahrer denken, nicht auf die Pole-Position fahren zu können." Der Grund für diese Zurückhaltung sei das Kontingent an frischen Pirelli-Pneus. Doch mit einer neuen Verordnung könnte Abhilfe geschaffen werden. Ecclestone hat einen Vorschlag parat: "Ich sage ja schon lange, dass es einen weiteren Reifensatz geben sollte, der nach der Qualifikation abgegeben werden muss. Dann gibt es nichts, was man sich aufsparen könnte. Dann sind die Teams zum Wechseln gezwungen", meint Ecclestone und merkt an: "Was wir brauchen, ist ein weiterer Reifensatz, damit im Zeittraining mehr Runden abgespult werden." Mit den unvorhersehbaren Rennen ist der Formel-1-Chef indes vollkommen zufrieden und stellt seinen Reifenlieferanten - unabhängig von der Situation in der Qualifikation - ein sehr gutes Zeugnis aus: "Pirelli hat klasse Arbeit geleistet. Es ist weitaus schwieriger für sie, einen Reifen zu bauen, der nur 30 Prozent des Rennens durchsteht, als einen Reifen zu entwerfen, der die komplette Distanz meistert." "Es war ein Teil meines Vertrags mit ihnen, dass die Reifen nur für einen Teil des Rennens haltbar sein sollten. Ich war beeindruckt davon, dass es ihnen gelang", sagt Ecclestone. "Es hätte auch leicht anders kommen können, sodass nur zehn Runden drin gewesen wären oder das gesamte Rennen. Es war eine technische Meisterleistung", findet der Brite. "Ich hätte nicht gedacht, dass sie es schaffen."
Formel 1 zu Gast in Frankreich: Das bis dato letzte Rennen datiert aus 2008 ... Zoom © xpb.cc
Eine Neuauflage des Großen Preises von Frankreich schien in den vergangenen Monaten bereits gewaltig an Fahrt aufgenommen zu haben, doch just im Wahlmonat kamen die Vorhaben um das Comeback in der Formel 1 wieder ins Stocken. Offenbar ist nun auch der angestrebte Rennplatz in Paul Ricard, wo die Königsklasse in der Vergangenheit bereits fuhr, nicht mehr länger erste Wahl. Dabei hätte alles so einfach sein können, wie Formel-1-Chef Bernie Ecclestone gegenüber 'ESPN' betont. "Die Franzosen hatten genug Gelegenheiten, um es wahr zu machen, taten es aber nicht. Sie versprachen uns all die Dinge wie die Straßen von Paris oder Disney", meint der Brite. All diese Ansätze waren aber meist genauso schnell wieder vom Tisch, wie man sie aufgetischt hatte. Das Grand-Prix-Thema sei in Frankreich halt "sehr politisch", erklärt Ecclestone und merkt an: "Ich weiß nicht, ob es anders gewesen wäre, wenn Sarkozy wiedergewählt worden wäre. Keine Ahnung. Als er noch an der Macht war, hätten sie unterschreiben können. Sie hatten einen Vertrag vorliegen. Alles, was sie tun mussten, war, ihre Unterschrift darunter zu setzen", hält der Formel-1-Chef fest. Andererseits habe es ständig an der nötigen Konsequenz hinsichtlich eines Rennplatzes gefehlt, fügt Ecclestone hinzu: "Sie kamen eh nie zu einer Übereinkunft mit Paul Ricard. Dort würden Investitionen nötig werden, um Tribünen aufzubauen. Und der Paddock-Club ist nicht groß genug", sagt der 81-Jährige. Inzwischen ist auch nicht ausgeschlossen, dass die Formel 1 nach Magny-Cours zurückkehrt.
Teamchef Ross Brawn pocht auf die historische Bedeutung von Mercedes Zoom © xpbimages.com
Während beim letzten Concorde-Agreement, das im Jahr 2009 ratifiziert wurde, der Automobil-Weltverband FIA unter dem damaligen Präsidenten Max Mosley eine der treibenden Kräfte war, spielt die FIA bei den aktuellen Verhandlungen für 2013 bis 2020 praktisch keine Rolle. Bisher fanden die Gespräche fast ausschließlich zwischen Bernie Ecclestone und den Teams statt. Ross Brawn missfällt das: "Wir haben noch einen langen Weg vor uns, bevor wir finale Lösungen erreichen", sagt er und unterstreicht: "Ich denke, was man in all das einbeziehen sollte, ist die Rolle, die die FIA in Zukunft spielen wird, ihre Rolle in unserem Sport. Sie waren bisher ruhig, aber sie werden eine Rolle spielen. Ich bin einigermaßen zuversichtlich, dass wir vernünftige Lösungen für die Zukunft finden können. Ich glaube aber nicht, dass schon alles erledigt ist." Mercedes war bisher das einzige Topteam, das Ecclestone noch nicht signalisiert hatte, das neue Concorde-Agreement unterschreiben zu wollen. Bei einem Treffen mit Daimler-Konzernchef Dieter Zetsche - Brawn war aus gesundheitlichen Gründen abwesend - dürfte es zuletzt in Barcelona aber eine Annäherung zwischen Mercedes und den Inhabern der kommerziellen Rechte gegeben haben. Angeblich könnte dieses Wochenende alles unter Dach und Fach gebracht werden. Brawn schweigt zur Mercedes-Situation hinsichtlich des Concorde-Agreements: "Ich kann das immer noch nicht kommentieren", meint er und ergänzt in Anspielung auf die von Ecclestone angezweifelte historische Bedeutung der deutschen Marke: "Wir sind sehr stolz auf unsere Geschichte und glauben, dass sie für den Sport wichtig ist. Da sind die Menschen unterschiedlicher Auffassung. Aber das ist alles Teil der heiklen Verhandlungen, die stattfinden."
Nico Hülkenberg blickt skeptisch auf die Hackordnung in der Formel 1 Zoom © xpbimages.com
Ein Mal schrammte Force India knapp an einem Grand-Prix-Sieg vorbei: Das war mit Giancarlo Fisichella in Spa-Francorchamps. Dass diese Gelegenheit bald wieder kommt, glaubt Nico Hülkenberg nicht, wie er 'auto motor und sport' verrät: "Williams und Sauber waren nach unseren Messungen in Barcelona bei den schnellsten Autos dabei. Die muss man jetzt auch zu den Top-Teams zählen." Den Mercedes-befeuerten Inder dagegen nicht. Und das trotz der Fortschritte, die die Truppe um Besitzer Vijay Mallya gemacht hat: "Wir haben uns definitiv gesteigert, vor allem in der Traktion. Unsere Gegner sind diesen Schritt aber mitgegangen", erklärt Hülkenberg und verweist erneut auf die ehemaligen Mittelfeldkonkurrenten, von denen nur noch Toro Rosso hinter Force India rangiert. "In den schnellen Kurven sind Sauber und Williams besser als wir." Woher rührt es, dass Force India - denen rund drei Zehntelsekunden fehlen - nicht mit der Konkurrenz aus der Hinwil und Grove mithalten kann? Für Hülkenberg sekundär: "Uns bleibt nichts anderes übrig, als zu entwickeln, weil wir zurückliegen. Wir brauchen noch ein paar Zehntelchen, um an die anderen ranzukommen", insistiert er. "Es ist wichtig, eine gute Balance zwischen Entwicklung und dem Verständnis des Autos zu finden", macht Hülkenberg deutlich. Dann scheint das erklärte Saisonziel, nämlich Rang fünf in der Konstrukteurs-Wertung, nicht außer Reichweite. "Das ist immer noch möglich, wenn auch schwierig, weil die anderen auch weiter Punkte machen werden", befürchtet der Emmericher und hofft auf die Kurse, die 2011 im Sommer und Herbst im Grand-Prix-Kalender standen. "Da ist der Knoten bei uns auch erst in der zweiten Saisonhälfte aufgegangen", so Hülkenberg.
Seiner Heimat Großbritannien hat Hamilton schon lange den Rücken gekehrt Zoom © xpbimages.com
Viele Fahrer haben ihren Wohnsitz in das Steuer- und Lebensqualitäts-Paradies Monaco verlegt. Auch Lewis Hamilton gefällt es an der Cote d'Azur. Der Brite ist erst kürzlich aus der Schweiz in das Fürstentum gezogen und zeigt sich begeistert vom neuen Wohnort sowie dem kurzen Weg an den Arbeitsplatz: "Es ist ein fantastisches Gefühl, in deinem eigenen Bett aufzuwachen und einfach nur die Straße hinunterzufahren, um bei der Arbeit anzukommen", freut sich der McLaren-Pilot. Lebensgefährtin Nicole Scherzinger beim Vorbeifahren am heimischen Balkon theoretisch zuwinken zu können, gefällt Hamilton. "Das erlebe ich heute zum ersten Mal, doch ich bin mir sicher: Es wird einen großen Unterschied ausmachen", prognostiziert er. "Ich habe auch mein früheres Zuhause geliebt, doch das ist ein ganz anderer Ort. Ich mag ihn noch ein bisschen mehr, scheint mir", so Hamilton, der sich bekanntermaßen gerne mit Stars aus dem Showbusiness umgibt. Doch auch an seinem alten Wohnort fand der 27-Jährige Gefallen. "Als ich in der Schweiz lebte, war das eines der schönsten Länder, die ich je besucht hatte. Das Wetter war ein bisschen wie in Großbritannien, doch es war meist viel schöner", schmunzelt Hamilton und beschreibt den Unterschied als eklatant: "Es dauerte eine Ewigkeit, um bis zu einem Restaurant zu gelangen. Ich konnte nicht einfach nur hinlaufen oder hinfahren", so der Weltmeister von 2008 über die Abgeschiedenheit. Hamilton meint: "Ich habe das Gefühl, es weiterhin genießen zu müssen. Ich laufe jeden Tag auf der Strecke und laufe sie fast komplett ab. Es ist schon unglaublich, jeden Tag auf seiner Lieblingsstrecke herumlaufen zu können", so der Brite, der tagtäglich Sporthistorie lebt. "Du denkst: 'Wow, ich laufe durch den Tunnel, durch den solche Legenden wie Michael und Ayrton (Senna; Anm. d. Red.) gefahren sind. Jetzt bin ich einer dieser Rennfahrer und wohne noch dazu hier."
In Monaco gehen die Uhren anders: Auch für die V8-Motoren der Formel-1-Autos Zoom © xpb.cc
Ebenso einzigartig wie unberechenbar: Der Grand Prix von Monaco zählt zu den Highlights einer jeden Formel 1-Saison. Das Rennen durch die Straßen des glamourösen, normalerweise eher beschaulichen Fürstentums ist nach wie vor einzigartig auf der Welt. Der Stadtkurs selbst hat sich dabei im Laufe der Jahre kaum verändert. Die einzigartige Streckencharakteristik stellt die Ingenieure von Renault vor ganz besondere Herausforderungen, denn die Motoren müssenkomplexe Ansprüche erfüllen. "In Monaco lenken die Piloten ihre Boliden nicht nur mit dem Lenkrad, sondern auch mithilfe des Motors", erklärt Remi Taffin, Leiter des Grand-Prix-Teams. "Der Fahrer benötigt deswegen ein Triebwerk, das gleichmäßig und direkt auf Gaspedalbefehle anspricht." Nur so entwickele er das nötige Vertrauen, um jederzeit voll attackieren zu können. Die größte Herausforderung in Monte Carlo liege in den geringen Geschwindigkeiten, sagt Taffin. "Daher verwenden wir hier ein ganz spezielles Motor-Management, das auf keiner anderen Rennstrecke zum Einsatz kommt. Die Triebwerke sind auf Drehzahlen von bis zu 18.000 Umdrehungen pro Minute ausgelegt. Im Fürstentum müssen sie aber in den langsamen Kurven auch bei nur 5.000 Touren noch perfekt funktionieren", so Taffin. Der Renault Ingenieur betont die spezielle Herangehensweise der Franzosen: "Um uns auf dieses Wochenende perfekt vorzubereiten, testen wir im Vorfeld besonders ausgiebig auf unseren Motorenprüfständen. So stellen wir sicher, dass alles einwandfrei funktioniert. Dabei stimmen wir denV8 für unsere vier Partnerteams auch so ab, dass er bereits im Tourenkeller ein bissiges Ansprechverhalten an den Tag legt." Eine der anspruchsvollsten Aufgaben besteht darin, die Triebwerke so anzupassen, dass sie sehr agil am Gas hängen und direkt das nötige Drehmoment zur Verfügung stellen. Der Pilot muss darauf vertrauen können, dass der Motor sofort reagiert, wenn er ihn braucht - ganz gleich, welches Pedal-Einstellung er fährt oder in welcher Stellung sich das Gaspedal gerade befindet. Auch David Lamb unterstreicht die große Bedeutung einer perfekten Abstimmung für die Achtzylinder. "Monaco ist in jeder Beziehung einzigartig, so ein Rennen gibt es in der Formel 1 kein zweites Mal", so der Brite, der vor zwei Wochen als verantwortlicher Motoren-Ingenieur von Pastor Maldonado beim Grand Prix von Spanien gemeinsam mit Williams den ersten Sieg des wiedergewonnen Partners in dieser Saison feiern durfte. "Da wir auf diesem Kurs kaum auf die maximale Höchstgeschwindigkeit kommen, wirken sich ein paar Extra-Pferdestärken so gut wie gar nicht auf die Rundenzeit aus", meint Lamb. "Die Schlüsselfrage ist, wie wir die Power auf die Straße bringen - denn genau das macht den Unterschied aus und sorgt auf der Strecke für einen echten Zeitvorteil", geht er auf die feinen Differenzen ein. Der Williams-Techniker verdeutlicht die Besonderheiten eines Stadtkurses: "Aber auch darüber hinaus erwarten uns in Monaco einige Besonderheiten, die wir so von keiner anderen Rennstrecke kennen. Kurve sechs zum Beispiel, die enge Haarnadelkurve: Sie besitzt den engsten Radius der gesamten Saison. Hier bremsen die Piloten ihr Auto so stark zusammen." Ohne das korrekte Motor-Mapping kann dies dazu führen, dass ungewollt Schub einsetzt, weil die Elektronik ein Absterben des Aggregats unterbinden will.
Als eine von wenigen Rennstrecken verändert sich der Kurs von Monaco von einem Jahr auf das nächste kaum - immerhin handelt es sich um einen temporären Stadtkurs und nicht um eine permanente Strecke. Deswegen verfügen alle Teams über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz und umfangreiches Datenmaterial, um ein passendes Basis-Setup zu generieren. Nichtsdestotrotz erwartet Renault in jeder Saison Neuerungen. "Dieses Mal gehen wir die Sache sowieso etwas anders an", verrät Lamb. "Um die Kraft des Motors sicher auf die Straße zu bringen, schalten die Fahrer teilweise etwas früher als notwendig in den nächsthöheren Gang - wir nennen das 'Short-Shifting'. Darauf müssen wir auch das Mapping des Gaspdals angleichen, um unerwünschte Nebeneffekte auszuschließen. Bei einem 'normalen' Rennen kommt es niemals in einer gezeiteten Trainings- oder Qualifying-Runde, sondern ausschließlich in der In- und Out-Lap zum Einsatz." Die Unebenheiten im Asphalt führen dazu, dass die Reifen kurzzeitig den Kontakt zur Straße verlieren. Darunter leidet einerseits die Traktion, andererseits bedeuten die plötzlich hochschnellenden Drehzahlen eine enorme Zusatzbelastung für die mechanisch beweglichen Teile im Motor. "Ein klassisches Beispiel für eine solche Stelle ist die Bodenwelle zwischen dem Casino und der Mirabeau-Kurve", weiß Lamb.
Sergio Perez sieht sich und sein Team in der Formel 1 absolut auf Kurs liegen Zoom © xpbimages.com
Seit dem grandiosen Auftritt von Sergio Perez beim Großen Preis von Malaysia ist es um das Sauber-Team wieder ein bisschen ruhiger geworden. Auch, weil sich zu den 30 WM-Punkten aus den beiden Auftaktrennen in Australien und Malaysia seither "nur" elf weitere Zähler hinzugesellten. Gerät Sauber etwa zu Beginn der Europasaison bei der Entwicklung ins Hintertreffen? Weit gefehlt, sagt Perez. Der mexikanische Rennfahrer schiebt die geringe Ausbeute der vergangenen Wochen schlichtweg auf fehlendes Rennglück, wie er gegenüber 'Formula1.com' erklärt. Seit seinem zweiten Platz in Sepang sei es an Sonntagen einfach nicht immer nach Plan gelaufen: "In China hatten wir die falsche Taktik und ein Problem mit dem Frontflügel, in Bahrain hatten wir nicht die Geschwindigkeit", berichtet Perez. "In Spanien lag ich nach dem Start schon an Position vier, als mich Romain Grosjean traf und einen Reifenschaden verursachte." Wieder gingen wichtige Punkte verloren. Doch Perez hat den Mut nicht verloren - ganz im Gegenteil. "Ich bin mir sicher: Unsere Zeit wird kommen, denn wir haben ein konkurrenzfähiges Auto. Wir werden kämpfen", sagt der Sauber-Fahrer und zeigt sich zuversichtlich. "Selbst in Barcelona, wo viele Teams ihre Updates am Start hatten, sahen wir noch immer recht wettbewerbsfähig aus. Es gibt also keine Engpässe bei der Entwicklung", stellt Perez heraus und merkt an: "Ich denke vielmehr, dass wir über die komplette Saison hinweg konkurrenzfähig bleiben können, wenn wir weiterhin - sowohl in der Fabrik als auch an der Strecke - gut zusammenarbeiten."
Lewis Hamilton bleibt zuversichtlich und scheint sich die gute Laune zu bewahren Zoom © xpbimages.com
Fünf Fahrer haben sich in diesem Jahr bereits in die Siegerliste der Formel 1 eingetragen, doch der Name von Lewis Hamilton taucht in diesen Statistiken bisher nicht auf. Der McLaren-Pilot war zwar in allen fünf Rennen im Ziel, kam dabei aber nicht über die dritte Stufe des Podests hinaus. Der Zweifel nagt aber nicht am Selbstbewusstsein des Ex-Champions. Dies betont Hamilton in Monte Carlo. Er sei "nicht frustriert" über seine sieglose Phase, meint der Brite. "So läuft es im Rennsport halt manchmal. Wir hätten angesichts unserer Ergebnisse in der Qualifikation natürlich gern besser abgeschnitten." Diesem "Problem" wolle man sich in den kommenden Rennen verstärkt widmen, um nicht noch weitere Punkte einzubüßen. Oder wie es Hamilton formuliert: "Wir müssen uns steigern." In der hart umkämpften Formel 1 bedeute Stillstand einen Rückschritt, erklärt Hamilton. Ein Handeln sei geboten, "wenn wir da bleiben wollen, wo wir sind, oder wenn wir uns davon ausgehend nochmals verbessern wollen", sagt der McLaren-Pilot. "Wir arbeiten schon sehr hart daran." Vorwürfe braucht sich der Weltmeister von 2008 jedoch nicht zu machen. Das meint zumindest Martin Whitmarsh. Der Teamchef von Hamilton stellt sich vor dem sechsten Rennen des Jahres demonstrativ hinter seinen Schützling: "Lewis wird in diesem Jahr nicht gerade vom Glück verfolgt. Wir glauben jedenfalls nicht, dass er das Siegen verlernt hat. Die WM ist vollkommen offen. Er darf sich als Siegkandidat in Monaco sehen - und als Anwärter auf viele weitere Siege und auch auf den WM-Titel", sagt der Brite. Dies macht Whitmarsh vor allem am Auftreten seines Landsmanns fest: "Seine Fahrweise ist sehr reif, kontrolliert und diszipliniert. Wahrscheinlich mehr als jemals zuvor", meint Whitmarsh und merkt an: "Er hat aber das Tempo und die Fähigkeit, um auf der Pole-Position zu stehen. Dieses Gefühl kann Lewis aus Barcelona mitnehmen. Dort hat er - trotz einer Strafe - eine fantastische Fahrt hingelegt."
Sergio Perez sieht sich schon seit einiger Zeit mit Ferrari-Gerüchten konfrontiert Zoom © xpbimages.com
Felipe Massa fährt diese Saison von Enttäuschung zu Enttäuschung. Das liegt nicht am Auto, denn Fernando Alonso rangiert mit dem F2012 punktegleich mit WM-Leader Sebastian Vettel auf Platz zwei in der Gesamtwertung. Kein Wunder, dass die Gerüchte um einen Rauswurf Massas immer lauter werden. Der logische Nachfolger wäre der Mexikaner Sergio Perez. Der Sauber-Pilot stammt aus dem Ferrari-Nachwuchsprogramm und gewann dieses Jahr mit einer sensationellen Leistung in Sepang beinahe sein erstes Rennen. Er gilt als eines der größten Formel-1-Nachwuchstalente. Doch Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali gab schon mehrmals bekannt, dass man nicht riskieren wolle, den Youngster aus seiner gewohnten Umgebung herauszureißen und ihn zu verheizen. Nun behauptet Perez gegenüber 'Formula1.com', dass er ein eventuelles Angebot von Ferrari, während der Saison zu wechseln, gar nicht annehmen würde: "Sollte es wirklich zu so einer Situation kommen, dann würde ich ablehnen, denn ich würde nicht während der Saison wechseln wollen." Daraufhin gibt er ein Versprechen ab: "Ich habe diese Saison mit Sauber begonnen, werde meine Saison mit Sauber beenden und gebe 100 Prozent für mein Team." Zudem glaubt er nicht, dass überhaupt etwas an den Gerüchten dran ist: "Dieser Hype über einen möglichen Wechsel wird massiv von den Medien aufgeblasen." Der Mexikaner rechnet sogar damit, dass sich Massa nach seinem schwachen Saisonstart noch einmal fängt: "Ich glaube, dass Felipe zurückschlagen und gute Arbeit leisten wird. Er ist ein starker Fahrer, und er hat ein großartiges Team im Rücken. Hat er einmal zurückgeschlagen, dann werden auch all diese Storys auf einmal verschwinden." Doch was wäre, wenn Motorenpartner Ferrari seinen Einfluss bei Sauber geltend macht und Perez nach Maranello holt? "Ich denke, dass die Leute nicht Motoren und Fahrer vermischen sollten", meint der Sauber-Pilot. "Die Gerüchte gibt es schon seit einer ganzen Weile, und natürlich habe ich eine Verbindung zu Ferrari und zur Fahrerakademie von Ferrari. Dennoch ist meine Position klar: Ich fahre für Sauber, und dort werde ich bleiben."
Alle wollen es wissen, wie es weitergeht: Aber Schumacher schweigt beharrlich Zoom © xpbimages.com
Es ist wie im 2006: Schon während dieser Saison drehte sich bei Michael Schumacher alles um die Frage, ob er nun den Helm an den Nagel hängt oder doch weiter Formel-1-Rennen bestreitet. Und das Rätselraten wird auch 2012 weitergehen, wie die Aussage des Rekord-Weltmeisters in der FIA-Pressekonferenz von Monaco zeigt: "Noch gibt es leider keine Neuigkeiten für euch. Ich möchte auch nicht zu tief in diese Diskussion einsteigen", weicht Schumacher aus. Um seine Motivation sei es aber gut bestellt, versichert der Mercedes-Pilot: "Wenn man bedenkt, wo wir im vergangenen Jahr standen, dann ist uns ein riesiger Fortschritt gelungen", insistiert Schumacher. "Wir haben unter Beweis gestellt, dass wir Rennen gewinnen können", unterstreicht er. Auch, wenn das bei den Silberpfeilen bislang Nico Rosberg vorbehalten war und Schumacher mit einigem Pech nur zwei WM-Zähler einfuhr. Motivation statt EnttäuschungSchumacher meint: "Ich fühle mich ganz und gar nicht enttäuscht. Wenn, dann ist es genau umgekehrt: Ich bin noch mehr motiviert, weil wir so viele Fortschritte machen." Rückendeckung erhält er von einem langjährigen Weggefährten: "Er war dieses Jahr doch sehr gut", bemerkt Ross Brawn gegenüber 'Autosport'. Der Mercedes-Teamchef räumt aber ein: "Wir haben nicht die Resultate eingefahren. die wir wollten." Brawn glaubt auch daran, dass von Schumacher sportlich bald mehr zu erwarten sein wird. "So viel Aufmerksamkeit, wie seinem Unfall in Spanien zuteil geworden ist, so viel wird es auch sein, wenn er Erfolg hat", blickt der Brite voraus. "So ist Michael: er mag die Herausforderung und darum geht es in der Formel 1. Er kniet sich rein, wenn Dinge nicht laufen, wie sie sollen", lobt Brawn die Vorzüge des siebenfachen Champions. Experten glauben an einen neuen VertragUnd auch die Stimmen aus dem Fahrerlager deuten darauf hin, dass Schumacher noch keinen zweiten Rücktritt wagt. Johnny Herbert erklärt gegenüber 'Sport Bild': "Michael ist psychisch und körperlich topfit, es gibt keinen Grund für ihn aufzuhören. Er ist jetzt besser als in den ersten beiden Jahren seines Comebacks", so der Brite. Und auch die TV Experten sind sich einig: Marc Surer glaubt an die Fortsetzung der Karriere, weil sich Mercedes nach Schumachers Wünschen richten würde. Christian Danner erkennt die Probleme des 43-Jährigen: "Er hat zwar am Sieg von Teamkollege Rosberg zu knabbern und auch daran, dass Kimi Räikkönen im Gegensatz zu ihm keinerlei Comeback-Probleme hat", so der 'RTL'-Fachmann. "Aber er will es noch mal wissen." Ex-Teamchef Peter Sauber bringt Schumachers gesündere, weil weniger verbissene Einstellung zum Motorsport ins Spiel. Sein früherer Teamkollege Felipe Massa wirft die Kämpfernatur des Kerpeners in der Waagschale. Keine Parallele zu Casey StonerVon den Journalisten in der FIA-PK ließ sich Schumacher auch bei der Frage nach seiner Meinung über den Abschied von MotoGP-Ass Casey Stoner aus dem aktiven Rennsport nichts entlocken. "Nun, ich habe vermutlich das Gleiche gefühlt wie diejenigen, die ein bisschen mit der Materie vertraut sind - sie waren überrascht", kommentiert der Mercedes-Pilot das Karriereende des Australiers, fordert aber: "Du musst es respektieren." Ein zu dezidiertes Urteil über Stoners Ankündigung will sich Schumacher jedoch nicht erlauben: "Ich kenne seine Gründe - oder seine genauen Gründe - nicht, doch er ist jung genug, um ein Sabbatical einzulegen, statt komplett aufzuhören. Es gibt sicherlich keine Parallele zu mir", spekuliert er über einen Rücktritt vom Rücktritt, den der Zweirad-Weltmeister vollführen könnte.
Das Starterfeld formiert sich - und könnte in Monaco einen sechsten Sieger haben Zoom © xpbimages.com
So abwechslungsreich wie in diesem Jahr hat sich die Formel 1 - wenn überhaupt - schon seit sehr langer Zeit nicht mehr präsentiert: In den bisherigen fünf Rennen stand am Ende jeweils ein anderer Fahrer auf dem obersten Treppchen, was an diesem Wochenende seine Fortsetzung finden könnte. Als wäre Monte Carlo nicht schon besonders genug - feiert im Fürstentum der sechste Sieger 2012? Mark Webber (Red Bull), in diesem Jahr einer der Topfahrer ohne Sieg, glaubt logischerweise auch aus eigenem Interesse daran, dass die angesprochene Serie weiterhin Bestand haben wird: "Es könnte einen sechsten Sieger geben. Natürlich. Warum auch nicht?", fragt der Australier und merkt an: "Es wäre schön, wenn ich es wäre." Klingt fast so wie der traditionelle Glückwunsch des Fürsten. Diesen Spruch ("Ich freue mich, dass sie es sind") kennt Webber aus der Vergangenheit, denn 2010 durfte der Red-Bull-Pilot in Monte Carlo (Alle Großen Preise von Monaco in der Datenbank!) jubeln. Auch Michael Schumacher (Mercedes) ist mit den Worten bei der Pokalübergabe bestens vertraut - und 2012 wie schon seit seinem Comeback vor mittlerweile fast zweieinhalb Jahren noch ohne Sieg. Ob sich das bereits am Sonntag ändert? "Ich bin ziemlich sicher, dass um uns herum einige sind, die bisher nicht gewonnen haben, die in diesem Rennen aber die Möglichkeit haben, zu gewinnen", sagt Schumacher. Was er mit diesem recht kryptisch anmutenden Satz meint: "Jeder von uns wäre glücklich darüber, dieser Sieger zu sein." Lewis Hamilton (McLaren) stimmt zu. Auch er wartet nach wie vor auf den ersten Saisonerfolg. "Es gibt einige Fahrer, die das Potenzial haben, um zu siegen, doch zwischen einigen Teams geht es wirklich eng zu. Ich denke, es ist völlig offen", sagt Hamilton vor seinem erklärten Lieblingsrennen. Weil gerade in Monte Carlo der Fahrer noch den Unterschied ausmachen könne, müsse man erst einmal abwarten. Traditionell bietet der Stadtkurs nämlich auch den Raum für Überraschungen. "Ein Auto, das auf Kursen wie Barcelona nicht so prächtig funktioniert, könnte in Monte Carlo ein bisschen besser laufen", meint Hamilton. Man darf also gespannt sein, wie sich die Dinge an der Côte d'Azur in den kommenden Tagen entwickeln. Laut Romain Grosjean (Lotus) ist es im Augenblick aber noch schwierig zu sagen, was geschieht: "Wir waren ja noch nicht einmal auf der Strecke ..."
Quelle: motorsport-total.com
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| Formel 1 » Massa: "Meine Situation wirkt sich auch mental aus" |
Massa: "Meine Situation wirkt sich auch mental aus"
23.05.2012 - 20:06
Fernando Alonso war im ersten Training deutlich schneller als alle anderen Zoom © xpbimages.com
Für den Rest des Wochenendes ist der Wetterbericht instabil, aber während des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco präsentierte sich die Cote d'Azur von ihrer schönsten Seite. Zwar ist es nach rund acht Minuten unmöglich, Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis zu ziehen, aber die erste Bestzeit des Donnerstags sicherte sich Fernando Alonso in 1:16.265 Minuten. Der Ferrari-Pilot verpasste damit seine Donnerstags-Bestzeit aus dem Vorjahr (1:15.123 Minuten), distanzierte aber Romain Grosjean (Lotus) um 0,365 und Sergio Perez (Sauber) um 0,446 Sekunden. Perez war zu Beginn der Session der Erste, der einen kompletten Run absolvierte - möglicherweise auch, um sein Unfalltrauma des Vorjahres gleich zu Beginn des Wochenendes abzuschütteln. Das dürfte ihm gelungen sein. Kovalainens Renault-Motor geplatztEine Zeitenjagd am Ende blieb übrigens aus, weil die Session knapp zehn Minuten vor Schluss unterbrochen werden musste. Heikki Kovalainen (18./Caterham/+2,774) vernebelte erst den kompletten Tunnel, ehe der Motor vor der Hafenschikane komplett kaputt ging und blockierte, sodass der Finne an einer gefährlichen Stelle stehen bleiben musste. "Der Motor ist weg", funkte Kovalainen, ehe sein Caterham von neun Streckenposten weggeschoben wurde. Sergio Perez scheint den Schock des Vorjahres schon gut verdaut zu haben © xpbimages.com "Wir wissen nicht genau, was passiert ist", erklärt ein Caterham-Sprecher. "Als Heikki aus dem Tunnel herauskam, spürte er, wie die Hinterachse blockierte. Deshalb stellte er das Auto ab. Das Fahrzeug wurde nicht beschädigt, doch es gab reichlich Rauch. Für den Nachmittag dürfte ein Motorwechsel anstehen. Wenn der bisherige Motor dann wieder in der Renault-Fabrik ist und dort untersucht wird, dürfte sich die genaue Ursache feststellen lassen." "Das ist eine Stelle, an der man nicht stehen bleiben sollte, aber wo soll man hin, wenn der Motor blockiert?", meint Experte Marc Surer. Zum Glück ging die Situation glimpflich aus und alle nachfolgenden Autos konnten trotz der schlechten Sicht ausweichen. Aufgrund der von Kovalainen gelegten Ölspur im Tunnel wurde die Session nicht mehr neu gestartet - sehr zum Leidwesen von Sebastian Vettel (9./Red Bull/+0,957), der noch etwas ausprobieren wollte. Training: Jede Runde zählt"In Monaco", weiß der ehemalige Formel-1-Pilot Surer, "zählt jede Runde. Es ist eine Fahrerstrecke. Natürlich muss das Auto passen, aber der Einfluss des Fahrers ist hier größer als auf jeder anderen Strecke." Hofft auch der drittplatzierte Perez und meint selbstbewusst: "Wir sind hier ziemlich konkurrenzfähig. Es wird also unser Ziel sein, um das Podium zu kämpfen." Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari macht ihm Mut: "Sauber scheint einen Schritt gemacht zu haben." Ex-Weltmeister Mika Häkkinen hat eher seinen Landsmann Kimi Räikkönen auf der Rechnung: "Der Lotus scheint hier wirklich gut zu gehen." Aber während Grosjean im Drift-Fahrstil von Anfang an ganz vorne mitfuhr, hatte Räikkönen die Lotus-Box schon verlassen, als Kovalainens Renault-Motor noch gar nicht geplatzt war. Wegen eines Problems mit der Servolenkung musste der "Iceman" die erste Session nach der Installationsrunde spritzen. Massa bemüht, aber verkrampftDie Monaco-Spezialisten Lewis Hamilton (McLaren/+0,482) und Pastor Maldonado (Williams/+0,495) landeten auf den Plätzen vier und fünf, noch vor Felipe Massa (Ferrari/+0,578), der heute Morgen sehr couragiert wirkte und 19 Runden absolvierte. In einer davon streifte er unnötigerweise auf der Geraden (!) vor der Tabak-Kurve die Leitplanken, aber das Team nahm ihn via Funk in Schutz: "Schon okay, kann passieren, Felipe." Kimi Räikkönen musste im ersten Freien Training bis auf eine Runde zuschauen © Lotus Das Mercedes-Duo Rosberg/Schumacher landete mit jeweils rund einer Sekunde Rückstand auf den Plätzen zehn und elf, unmittelbar vor Nico Hülkenberg (Force India/+1,366). Apropos Mercedes: Schumacher bereitete seiner Crew ein wenig Arbeit, als er mit einem losen Frontflügel an die Box kam. Was die Ursache für dieses Problem war, ging aus den TV-Bildern jedoch nicht hervor. 13. wurde Mark Webber (Red Bull/+1,841). Jenson Button (+0,925) belegte zunächst Platz acht. McLaren testete aber nicht nur für dieses Wochenende, sondern auch schon 2013er-Komponenten - und die scheinen die Fahrer noch immer in der Sicht zu beschränken, wie Button über Funk lautstark bemängelte. Ansonsten gab es während des ersten Trainings keine Zwischenfälle oder Crashes, was für die Disziplin des Starterfeldes spricht. Übrigens: Freitagstester waren heute nicht im Einsatz.
Bestes Rennwetter in Monaco: Schmeckt das den Reifen oder tut es das nicht? Zoom © xpbimages.com
(Motorsport-Total.com/Sky) - Als wäre der Stadtkurs von Monte Carlo nicht schwierig genug: Die Pirelli-Reifen der Formel 1 werden die Fahrer und ihre Teams auch beim Glamour-Grand-Prix vor eine große Aufgabe stellen. Davon sind die unmittelbar Beteiligten überzeugt. Die Frage ist allerdings noch, wie groß der Einfluss der Pneus auf die Gesamtleistung sein wird. Michael Schumacher hat da einen gewissen Verdacht. Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister rechnet mit keinem allzu "wilden" Wochenende, was die Reifensituation anbelangt. "Hier sollte es etwas konstanter sein und nicht so dramatisch wie bei anderen Rennen. Es kommt aber ganz auf die Temperaturen an", meint Schumacher. Im ersten Freien Training gab es im Fürstentum noch frühlingshafte 22 Grad Celsius - optimale Bedingungen. "Wenn wir in einem solchen normalen Bereich liegen, sollte es halbwegs okay sein", erklärt "Schumi" und fügt hinzu: "Sollten wir in die 30er gelangen, wird es für alle problematisch." Generell sei das Fahren in Monaco "ein Drahtseilakt, bei dem du im Rennen 78 Runden lang jonglierst. Manchmal fällst du runter, manchmal bleibst du drauf. Dementsprechend verändert sich der Spaß", sagt Schumacher.
Jenson Button ist sich der Fehler aus den vergangenen Rennen wohl bewusst Zoom © xpbimages.com
Drei aus fünf: Jenson Button punktete in diesem Jahr nicht in jedem Rennen, was den britischen McLaren-Piloten bereits einiges an Boden kostete. Trotzdem zeigt sich der Weltmeister von 2009 vor dem Großen Preis von Monaco sehr zuversichtlich, schließlich liebt er diesen Grand Prix und hat ihn auch schon einmal gewonnen. In seiner Medienrunde spricht Button über den speziellen Reiz eines Rennens im Fürstentum und über seine Aussichten in der WM-Gesamtwertung der Formel 1. Frage: "Jenson, du hast auf dem einzigen Stadtkurs gewonnen, den die Formel 1 in diesem Jahr schon besucht hat. Monte Carlo ist aber eine etwas andere Nummer. Was denkst du vor dem Beginn dieses Wochenendes?" Jenson Button: "Es ist schön, wieder hier zu sein. Ich denke, wir alle lieben es, durch die Straßen von Monaco zu fahren. Es ist einer dieser Kurse, die keinen Fehler verzeihen." "In Melbourne kannst du dir vielleicht noch einen Schnitzer erlauben, doch hier bedeutet dergleichen schlichtweg 'Game Over'. Monte Carlo macht sehr viel Spaß, selbst im Simulator. Der Spaßfaktor ist beim Fahren einfach noch viel größer als auf anderen Strecken. Ich freue mich schon sehr darauf, am Freitag endlich loszulegen." Die Vorfreude ist großFrage: "Kannst du aus der Arbeit im Simulator schließen, dass das Auto in Monte Carlo konkurrenzfähig sein wird?" Button: "Nun, das Fahrzeug fühlte sich im Simulator sehr gut an. Schauen wir einmal, wie sich die Situation hier auf der Strecke darstellt. Du musst in jedem Fall große Vorsicht walten lassen, denn der Kurs verbessert sich im Verlauf des Wochenendes." "Es ist zudem der einzige Ort, an dem wir schon donnerstags fahren. Danach haben wir einen Tag frei und die Straßenautos fahren über die Strecke. Am Samstag steigt dann die Qualifikation. Da musst du aufmerksam sein und darfst dich nicht zu unbedarft verhalten. Das Überholen ist hier nicht so einfach." Frage: "Nach dem vergangenen Jahr hast du hier sicherlich noch eine offene Rechnung ..." Button: "Ja, wir haben uns erst wieder mit dem Rennverlauf von 2011 vertraut gemacht. Man könnte sagen, dass der Abbruch zum Schluss dafür gesorgt hat, dass unsere Chancen auf den Sieg ein bisschen vermindert wurden." "Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben." "Egal, das liegt nun in der Vergangenheit. Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben. Ob das drin ist, wird sich zeigen. Es ist so gesehen nicht anders als an jedem anderen Wochenende sonst. Die Situation gestaltet sich von Rennen zu Rennen derart unterschiedlich. Pastor (Maldonado; Anm. d. Red.) hatte sich in Bahrain noch auf Rang 17 qualifiziert, glaube ich." "In Barcelona qualifizierte er sich dagegen auf Platz zwei. Ich denke nicht, dass sich so viel verändert hat. Es ist schwierig. Aus Fahrersicht ist Monte Carlo eine etwas andere Nummer. Die Erfahrung spielt hier eine ziemlich wichtige Rolle. Entscheidend ist auch, das Auto auf einem solchen Kurs wirklich zu verstehen. Hoffentlich gelingt uns das bis Samstag."
Frage: "Nach dem Spanien-Rennen konntest du nur mit dem Kopf schütteln, weil es offenbar nicht so lief, wie du dir das gedacht hattest. Habt ihr eure Probleme in den Griff gekriegt?" Button: "Bisher habe ich das Auto noch nicht gefahren, also nein, ich weiß es nicht. Ja, wir haben gemeinsam mit den Ingenieuren einen Blick in die Daten geworfen. Es gibt ein paar Dinge, von denen wir glauben, ein paar Fehler gemacht zu haben. Trotzdem müssen wir abwarten und schauen, wie sich das Auto hier anfühlt." McLaren auf FehlersucheFrage: "Die jüngsten Rennen waren nicht gerade berauschend. Es gab ein paar Fehler seitens des Teams. War das ein Thema in der Fabrik?" Button: "Na klar. Jeder macht Fehler. Wir haben ein paar gemacht, doch damit wirst du nicht Weltmeister. Wichtig ist, daraus zu lernen und weiterzumachen. Es geht darum, sicherzustellen, dass sich dergleichen nicht wiederholt." "Wir haben das Team dahingehend auch ein bisschen umstrukturiert. Wir als Team müssen schauen, was wir speziell bei den Boxenstopps tun können. Wir haben hier einige Verbesserungen am Start, die uns ziemlich helfen sollten. Es kommt auf Konstanz und Tempo an. Hier ist es eh etwas Besonderes: In Monaco brauchst du eine gute Qualifikation, einen guten Start und gute Boxenstopps." Frage: "Verläuft die Saison bisher so, wie du es erwartet hast? In fünf Rennen gab es fünf Sieger - und auch du hast 2012 schon gewonnen ..." Button: "Nein, dergleichen hatte ich nicht erwartet. Wir gingen zuversichtlich in die Saison, denn wir hatten einen guten Winter gehabt. Die Saison begann stark für uns. Eben wie wir es uns erhofft hatten. Seither war es sehr durchwachsen für uns." "Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar." Jenson Button "Wir waren schnell in Malaysia und schnell in China, aber in Bahrain und Spanien waren wir zumindest im Renntrimm nicht konkurrenzfähig. Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar. Wir hatten geglaubt, dass uns die Hitze vor Probleme stellt, doch die beiden jüngsten Rennen waren heißer als die vorangegangenen. Wir versuchen noch immer, herauszufinden, was Sache ist."
Frage: "Die Meisterschaft ist jedenfalls noch vollkommen offen ..." Button: "So ist es. Ich habe aber schon in zwei Rennen keine Punkte geholt. Das ist sehr seltsam. Es ist so schwierig, schlau daraus zu werden. Du musst einfach bereit sein. Manchmal scheint das Auto zu funktionieren, manchmal nicht. Wichtig ist, keine Fehler zu machen. Dann bist du vorn mit dabei." Wie halten die Reifen in Monte Carlo?Frage: "Bist du im Hinblick auf die Reifen ein Zocker oder wartest du darauf, bis die letzte Karte aufgedeckt wird?" Button: "Ich war eigentlich immer gut darin, doch in diesem Jahr haben wir anscheinend ein paar Probleme damit, die Reifen zu verstehen. Ich denke, da sitzen wir alle im selben Boot." "Hoffentlich sehen wir vor dem Qualifying klarer, denn Monte Carlo kann die Reifen schon sehr intensiv rannehmen. Auf einmal sind die Pneus dann hinüber. Das sahen wir 2009 bei Sebastian Vettel, aber nicht nur damals. Wir hoffen einfach, ein besseres Reifenverständnis zu haben, als dies an den vergangenen Wochenenden der Fall war." "Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet." Jenson Button Frage: "Sebastian Vettel fuhr im vergangenen Jahr 50 Runden auf der weichen Mischung. Denkst du, das wäre auch mit den aktuellen Reifen möglich?" Button: "Waren es bei ihm wirklich 50 Runden oder kam ihm da die rote Flagge dazwischen? Es waren 50 Runden? Okay, cool. Es sah jedenfalls ganz nach einem sehr aufregenden Zieleinlauf aus. Ich weiß nicht, was passiert wäre. Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet. Wir werden es nie erfahren. So kam es nicht, weil das Rennen ja unterbrochen wurde." Frage: "Das Wetter könnte am Sonntag für eine nasse Strecke sorgen, vielleicht auch schon am Samstag. Gut für euch?" Button: "Ich werfe alle zwei Stunden einen Blick auf die Wettervorhersage. Sie verändert sich ständig. Am Dienstag hieß es noch, es würde Samstag und Sonntag regnen, jetzt soll es nur am Samstag regnen oder gar nicht, und erst am Montag." "Schauen wir einmal, was passiert. Im Qualifying hat man es natürlich gern trocken, weil es ein solcher Kick ist, wenn man das Auto ans Limit bringt. Das lieben wir. Im Nassen ist es ganz anders, doch wir würden trotzdem das Beste daraus machen." Frage: "Ich habe hier zehn Euro für dich, aber die musst du auf den Fahrer setzen, von dem du glaubst, dass er hier gewinnt ..." Button: "Ich! Einhundert Prozent." Frage: "Dann nimm das Geld ..." Button: "Nein. Ich nehme kein Bargeld (lacht; Anm. d. Red.)." Ein Traditionskurs, der Freude machtFrage: "Zurück zu Monaco: Dieser Kurs ist etwas Besonderes, nicht wahr?" Button: "Ja. Wir alle lieben es, hier durch die Straßen zu fahren. Es ist eine ungewöhnliche Strecke, denn die Leitplanken stehen so nah. Fehler werden nicht verziehen. Es ist ein Traditionskurs. Das ist gut." "Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Jenson Button "Wir lieben solche Orte - Suzuka, Spa-Francorchamps. Die Strecke an sich hat sich nicht viel verändert, doch es gibt nun bessere Auslaufzonen. Das macht viel Spaß. Wenn du hier im Qualifying alles aus dem Auto herausholen kannst, dann ist das einfach nur toll. Das lieben wir. Dann realisierst du, dass du einen Formel-1-Rennwagen mit 750 PS zähmst. Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Frage: "Du hast hier schon gewonnen. Wie aufregend ist dieser Kurs und wo sind die Schlüsselstellen?" Button: "Es ist der gesamte Kurs. Es ist völlig verrückt, hier mit einem Formel-1-Auto herumzufahren. Uns macht das aber sehr viel Spaß. Es gibt hier zwar nicht sehr viele schnelle Kurven, doch die sind sehr aufregend. Die Schwimmbad-Passage ist toll, aber auch der Hügel beim Kasino. Du musst dich herantasten, denn sonst schlägt dieser Ort zurück, wenn du nur einen kleinen Fehler machst. Deshalb ist es so spannend." Frage: "Am Ausgang des Tunnels wurden ein paar Bodenwellen entfernt. Ist das gut oder schlecht für das Überholen an dieser Stelle?" Button: "Nun, wir hatten schon 2011 kein DRS an dieser Stelle und auch in diesem Jahr ist das der Fall. Das ist gut so. Es wurden aber auch die Reifenstapel verschoben, in die Perez eingeschlagen war. Auch das ist gut. In den Auslaufzonen wurde zudem etwas Sand in die Farbe gemischt. Das sollte dabei helfen, die Autos rascher abzubremsen. Ebenfalls eine gute Sache."
Fernando Alonso tritt in Monaco mit einem in Gold und Weiß gehaltenen Helm an Zoom © Ferrari
Eine Stadtrundfahrt im Zuhause der Reichen und Schönen: Beim Großen Preis von Monaco geht es alljährlich um das Motto "sehen und gesehen werden". Wohl auch deshalb warten die Fahrer und Teams der Formel 1 meist bei diesem Rennen mit besonderen Lackierungen oder neuen Farben auf. Bei Fernando Alonso ist das 2012 nicht anders: Der Spanier bringt einen speziellen Helm an den Start. Der eigens für die Hatz im Leitplanken-Kanal von Monte Carlo entworfene Kopfputz besticht durch die Farben Gold und Weiß und stellt eine Hommage an das Traditionsrennen dar. Ebenfalls eingearbeitet sind Elemente aus dem Glücksspiel wie Jetons, Roulette und Würfel. Außerdem ist auf der Oberseite des Helms ein Ferrari 158 zu sehen, wie ihn John Surtees 1964 fuhr - und damit Weltmeister wurde. Zu sehen ist darüber hinaus das Viktoria-Kreuz von Asturien, der spanischen Heimat von Alonso. Und neben dem Monaco-Motto "Bet on Red" ("Setze auf Rot"; Anm. d. Red.) finden sich auf dem Helm noch diverse Zahlen, die allesamt mit der Formel-1-Karriere des zweimaligen Weltmeisters und der Formel 1 im Fürstentum in Verbindung stehen. Auch seine zwei Monaco-Siege sind dort verewigt. Die "78" steht beispielsweise für die Anzahl der Rennrunden beim Großen Preis von Monaco, die "70" für das runde Jubiläum des Traditionsrennens. 75 Mal stand Alonso bereits auf einem Formel-1-Podest, 20 Mal startete er von der Pole-Position. Die "19" entspricht der Anzahl der Kurven auf einer Runde in Monte Carlo, die "5" Alonsos Startnummer. Was die "14" bedeuten soll, wurde nicht verraten.
"Hallo, Jungs, wir müssen da was ändern." Bernie Ecclestone stört sich am Q3-Ablauf Zoom © xpbimages.com
Das Top-10-Finale im Qualifying ist nicht mehr das, was es einmal war. Denn statt mit einem letzten frischen Reifensatz auf die Jagd nach der Pole-Position oder einem vorderen Startplatz zu gehen, verzichten einige Piloten lieber auf eine schnelle Runde. Sie sparen sich ihre neuen Reifen auf, um dann im Rennen bessere Karten zu haben. Darunter leidet jedoch das Spektakel in der Qualifikation. Dies stört auch Formel-1-Chef Bernie Ecclestone. Dem 81-jährigen Briten ist die Umsetzung der aktuellen Regeln ein Dorn im Auge: "Was im Augenblick falsch läuft, ist, dass einige Fahrer denken, nicht auf die Pole-Position fahren zu können." Der Grund für diese Zurückhaltung sei das Kontingent an frischen Pirelli-Pneus. Doch mit einer neuen Verordnung könnte Abhilfe geschaffen werden. Ecclestone hat einen Vorschlag parat: "Ich sage ja schon lange, dass es einen weiteren Reifensatz geben sollte, der nach der Qualifikation abgegeben werden muss. Dann gibt es nichts, was man sich aufsparen könnte. Dann sind die Teams zum Wechseln gezwungen", meint Ecclestone und merkt an: "Was wir brauchen, ist ein weiterer Reifensatz, damit im Zeittraining mehr Runden abgespult werden." Mit den unvorhersehbaren Rennen ist der Formel-1-Chef indes vollkommen zufrieden und stellt seinen Reifenlieferanten - unabhängig von der Situation in der Qualifikation - ein sehr gutes Zeugnis aus: "Pirelli hat klasse Arbeit geleistet. Es ist weitaus schwieriger für sie, einen Reifen zu bauen, der nur 30 Prozent des Rennens durchsteht, als einen Reifen zu entwerfen, der die komplette Distanz meistert." "Es war ein Teil meines Vertrags mit ihnen, dass die Reifen nur für einen Teil des Rennens haltbar sein sollten. Ich war beeindruckt davon, dass es ihnen gelang", sagt Ecclestone. "Es hätte auch leicht anders kommen können, sodass nur zehn Runden drin gewesen wären oder das gesamte Rennen. Es war eine technische Meisterleistung", findet der Brite. "Ich hätte nicht gedacht, dass sie es schaffen."
Formel 1 zu Gast in Frankreich: Das bis dato letzte Rennen datiert aus 2008 ... Zoom © xpb.cc
Eine Neuauflage des Großen Preises von Frankreich schien in den vergangenen Monaten bereits gewaltig an Fahrt aufgenommen zu haben, doch just im Wahlmonat kamen die Vorhaben um das Comeback in der Formel 1 wieder ins Stocken. Offenbar ist nun auch der angestrebte Rennplatz in Paul Ricard, wo die Königsklasse in der Vergangenheit bereits fuhr, nicht mehr länger erste Wahl. Dabei hätte alles so einfach sein können, wie Formel-1-Chef Bernie Ecclestone gegenüber 'ESPN' betont. "Die Franzosen hatten genug Gelegenheiten, um es wahr zu machen, taten es aber nicht. Sie versprachen uns all die Dinge wie die Straßen von Paris oder Disney", meint der Brite. All diese Ansätze waren aber meist genauso schnell wieder vom Tisch, wie man sie aufgetischt hatte. Das Grand-Prix-Thema sei in Frankreich halt "sehr politisch", erklärt Ecclestone und merkt an: "Ich weiß nicht, ob es anders gewesen wäre, wenn Sarkozy wiedergewählt worden wäre. Keine Ahnung. Als er noch an der Macht war, hätten sie unterschreiben können. Sie hatten einen Vertrag vorliegen. Alles, was sie tun mussten, war, ihre Unterschrift darunter zu setzen", hält der Formel-1-Chef fest. Andererseits habe es ständig an der nötigen Konsequenz hinsichtlich eines Rennplatzes gefehlt, fügt Ecclestone hinzu: "Sie kamen eh nie zu einer Übereinkunft mit Paul Ricard. Dort würden Investitionen nötig werden, um Tribünen aufzubauen. Und der Paddock-Club ist nicht groß genug", sagt der 81-Jährige. Inzwischen ist auch nicht ausgeschlossen, dass die Formel 1 nach Magny-Cours zurückkehrt.
Teamchef Ross Brawn pocht auf die historische Bedeutung von Mercedes Zoom © xpbimages.com
Während beim letzten Concorde-Agreement, das im Jahr 2009 ratifiziert wurde, der Automobil-Weltverband FIA unter dem damaligen Präsidenten Max Mosley eine der treibenden Kräfte war, spielt die FIA bei den aktuellen Verhandlungen für 2013 bis 2020 praktisch keine Rolle. Bisher fanden die Gespräche fast ausschließlich zwischen Bernie Ecclestone und den Teams statt. Ross Brawn missfällt das: "Wir haben noch einen langen Weg vor uns, bevor wir finale Lösungen erreichen", sagt er und unterstreicht: "Ich denke, was man in all das einbeziehen sollte, ist die Rolle, die die FIA in Zukunft spielen wird, ihre Rolle in unserem Sport. Sie waren bisher ruhig, aber sie werden eine Rolle spielen. Ich bin einigermaßen zuversichtlich, dass wir vernünftige Lösungen für die Zukunft finden können. Ich glaube aber nicht, dass schon alles erledigt ist." Mercedes war bisher das einzige Topteam, das Ecclestone noch nicht signalisiert hatte, das neue Concorde-Agreement unterschreiben zu wollen. Bei einem Treffen mit Daimler-Konzernchef Dieter Zetsche - Brawn war aus gesundheitlichen Gründen abwesend - dürfte es zuletzt in Barcelona aber eine Annäherung zwischen Mercedes und den Inhabern der kommerziellen Rechte gegeben haben. Angeblich könnte dieses Wochenende alles unter Dach und Fach gebracht werden. Brawn schweigt zur Mercedes-Situation hinsichtlich des Concorde-Agreements: "Ich kann das immer noch nicht kommentieren", meint er und ergänzt in Anspielung auf die von Ecclestone angezweifelte historische Bedeutung der deutschen Marke: "Wir sind sehr stolz auf unsere Geschichte und glauben, dass sie für den Sport wichtig ist. Da sind die Menschen unterschiedlicher Auffassung. Aber das ist alles Teil der heiklen Verhandlungen, die stattfinden."
Nico Hülkenberg blickt skeptisch auf die Hackordnung in der Formel 1 Zoom © xpbimages.com
Ein Mal schrammte Force India knapp an einem Grand-Prix-Sieg vorbei: Das war mit Giancarlo Fisichella in Spa-Francorchamps. Dass diese Gelegenheit bald wieder kommt, glaubt Nico Hülkenberg nicht, wie er 'auto motor und sport' verrät: "Williams und Sauber waren nach unseren Messungen in Barcelona bei den schnellsten Autos dabei. Die muss man jetzt auch zu den Top-Teams zählen." Den Mercedes-befeuerten Inder dagegen nicht. Und das trotz der Fortschritte, die die Truppe um Besitzer Vijay Mallya gemacht hat: "Wir haben uns definitiv gesteigert, vor allem in der Traktion. Unsere Gegner sind diesen Schritt aber mitgegangen", erklärt Hülkenberg und verweist erneut auf die ehemaligen Mittelfeldkonkurrenten, von denen nur noch Toro Rosso hinter Force India rangiert. "In den schnellen Kurven sind Sauber und Williams besser als wir." Woher rührt es, dass Force India - denen rund drei Zehntelsekunden fehlen - nicht mit der Konkurrenz aus der Hinwil und Grove mithalten kann? Für Hülkenberg sekundär: "Uns bleibt nichts anderes übrig, als zu entwickeln, weil wir zurückliegen. Wir brauchen noch ein paar Zehntelchen, um an die anderen ranzukommen", insistiert er. "Es ist wichtig, eine gute Balance zwischen Entwicklung und dem Verständnis des Autos zu finden", macht Hülkenberg deutlich. Dann scheint das erklärte Saisonziel, nämlich Rang fünf in der Konstrukteurs-Wertung, nicht außer Reichweite. "Das ist immer noch möglich, wenn auch schwierig, weil die anderen auch weiter Punkte machen werden", befürchtet der Emmericher und hofft auf die Kurse, die 2011 im Sommer und Herbst im Grand-Prix-Kalender standen. "Da ist der Knoten bei uns auch erst in der zweiten Saisonhälfte aufgegangen", so Hülkenberg.
Seiner Heimat Großbritannien hat Hamilton schon lange den Rücken gekehrt Zoom © xpbimages.com
Viele Fahrer haben ihren Wohnsitz in das Steuer- und Lebensqualitäts-Paradies Monaco verlegt. Auch Lewis Hamilton gefällt es an der Cote d'Azur. Der Brite ist erst kürzlich aus der Schweiz in das Fürstentum gezogen und zeigt sich begeistert vom neuen Wohnort sowie dem kurzen Weg an den Arbeitsplatz: "Es ist ein fantastisches Gefühl, in deinem eigenen Bett aufzuwachen und einfach nur die Straße hinunterzufahren, um bei der Arbeit anzukommen", freut sich der McLaren-Pilot. Lebensgefährtin Nicole Scherzinger beim Vorbeifahren am heimischen Balkon theoretisch zuwinken zu können, gefällt Hamilton. "Das erlebe ich heute zum ersten Mal, doch ich bin mir sicher: Es wird einen großen Unterschied ausmachen", prognostiziert er. "Ich habe auch mein früheres Zuhause geliebt, doch das ist ein ganz anderer Ort. Ich mag ihn noch ein bisschen mehr, scheint mir", so Hamilton, der sich bekanntermaßen gerne mit Stars aus dem Showbusiness umgibt. Doch auch an seinem alten Wohnort fand der 27-Jährige Gefallen. "Als ich in der Schweiz lebte, war das eines der schönsten Länder, die ich je besucht hatte. Das Wetter war ein bisschen wie in Großbritannien, doch es war meist viel schöner", schmunzelt Hamilton und beschreibt den Unterschied als eklatant: "Es dauerte eine Ewigkeit, um bis zu einem Restaurant zu gelangen. Ich konnte nicht einfach nur hinlaufen oder hinfahren", so der Weltmeister von 2008 über die Abgeschiedenheit. Hamilton meint: "Ich habe das Gefühl, es weiterhin genießen zu müssen. Ich laufe jeden Tag auf der Strecke und laufe sie fast komplett ab. Es ist schon unglaublich, jeden Tag auf seiner Lieblingsstrecke herumlaufen zu können", so der Brite, der tagtäglich Sporthistorie lebt. "Du denkst: 'Wow, ich laufe durch den Tunnel, durch den solche Legenden wie Michael und Ayrton (Senna; Anm. d. Red.) gefahren sind. Jetzt bin ich einer dieser Rennfahrer und wohne noch dazu hier."
In Monaco gehen die Uhren anders: Auch für die V8-Motoren der Formel-1-Autos Zoom © xpb.cc
Ebenso einzigartig wie unberechenbar: Der Grand Prix von Monaco zählt zu den Highlights einer jeden Formel 1-Saison. Das Rennen durch die Straßen des glamourösen, normalerweise eher beschaulichen Fürstentums ist nach wie vor einzigartig auf der Welt. Der Stadtkurs selbst hat sich dabei im Laufe der Jahre kaum verändert. Die einzigartige Streckencharakteristik stellt die Ingenieure von Renault vor ganz besondere Herausforderungen, denn die Motoren müssenkomplexe Ansprüche erfüllen. "In Monaco lenken die Piloten ihre Boliden nicht nur mit dem Lenkrad, sondern auch mithilfe des Motors", erklärt Remi Taffin, Leiter des Grand-Prix-Teams. "Der Fahrer benötigt deswegen ein Triebwerk, das gleichmäßig und direkt auf Gaspedalbefehle anspricht." Nur so entwickele er das nötige Vertrauen, um jederzeit voll attackieren zu können. Die größte Herausforderung in Monte Carlo liege in den geringen Geschwindigkeiten, sagt Taffin. "Daher verwenden wir hier ein ganz spezielles Motor-Management, das auf keiner anderen Rennstrecke zum Einsatz kommt. Die Triebwerke sind auf Drehzahlen von bis zu 18.000 Umdrehungen pro Minute ausgelegt. Im Fürstentum müssen sie aber in den langsamen Kurven auch bei nur 5.000 Touren noch perfekt funktionieren", so Taffin. Der Renault Ingenieur betont die spezielle Herangehensweise der Franzosen: "Um uns auf dieses Wochenende perfekt vorzubereiten, testen wir im Vorfeld besonders ausgiebig auf unseren Motorenprüfständen. So stellen wir sicher, dass alles einwandfrei funktioniert. Dabei stimmen wir denV8 für unsere vier Partnerteams auch so ab, dass er bereits im Tourenkeller ein bissiges Ansprechverhalten an den Tag legt." Eine der anspruchsvollsten Aufgaben besteht darin, die Triebwerke so anzupassen, dass sie sehr agil am Gas hängen und direkt das nötige Drehmoment zur Verfügung stellen. Der Pilot muss darauf vertrauen können, dass der Motor sofort reagiert, wenn er ihn braucht - ganz gleich, welches Pedal-Einstellung er fährt oder in welcher Stellung sich das Gaspedal gerade befindet. Auch David Lamb unterstreicht die große Bedeutung einer perfekten Abstimmung für die Achtzylinder. "Monaco ist in jeder Beziehung einzigartig, so ein Rennen gibt es in der Formel 1 kein zweites Mal", so der Brite, der vor zwei Wochen als verantwortlicher Motoren-Ingenieur von Pastor Maldonado beim Grand Prix von Spanien gemeinsam mit Williams den ersten Sieg des wiedergewonnen Partners in dieser Saison feiern durfte. "Da wir auf diesem Kurs kaum auf die maximale Höchstgeschwindigkeit kommen, wirken sich ein paar Extra-Pferdestärken so gut wie gar nicht auf die Rundenzeit aus", meint Lamb. "Die Schlüsselfrage ist, wie wir die Power auf die Straße bringen - denn genau das macht den Unterschied aus und sorgt auf der Strecke für einen echten Zeitvorteil", geht er auf die feinen Differenzen ein. Der Williams-Techniker verdeutlicht die Besonderheiten eines Stadtkurses: "Aber auch darüber hinaus erwarten uns in Monaco einige Besonderheiten, die wir so von keiner anderen Rennstrecke kennen. Kurve sechs zum Beispiel, die enge Haarnadelkurve: Sie besitzt den engsten Radius der gesamten Saison. Hier bremsen die Piloten ihr Auto so stark zusammen." Ohne das korrekte Motor-Mapping kann dies dazu führen, dass ungewollt Schub einsetzt, weil die Elektronik ein Absterben des Aggregats unterbinden will.
Als eine von wenigen Rennstrecken verändert sich der Kurs von Monaco von einem Jahr auf das nächste kaum - immerhin handelt es sich um einen temporären Stadtkurs und nicht um eine permanente Strecke. Deswegen verfügen alle Teams über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz und umfangreiches Datenmaterial, um ein passendes Basis-Setup zu generieren. Nichtsdestotrotz erwartet Renault in jeder Saison Neuerungen. "Dieses Mal gehen wir die Sache sowieso etwas anders an", verrät Lamb. "Um die Kraft des Motors sicher auf die Straße zu bringen, schalten die Fahrer teilweise etwas früher als notwendig in den nächsthöheren Gang - wir nennen das 'Short-Shifting'. Darauf müssen wir auch das Mapping des Gaspdals angleichen, um unerwünschte Nebeneffekte auszuschließen. Bei einem 'normalen' Rennen kommt es niemals in einer gezeiteten Trainings- oder Qualifying-Runde, sondern ausschließlich in der In- und Out-Lap zum Einsatz." Die Unebenheiten im Asphalt führen dazu, dass die Reifen kurzzeitig den Kontakt zur Straße verlieren. Darunter leidet einerseits die Traktion, andererseits bedeuten die plötzlich hochschnellenden Drehzahlen eine enorme Zusatzbelastung für die mechanisch beweglichen Teile im Motor. "Ein klassisches Beispiel für eine solche Stelle ist die Bodenwelle zwischen dem Casino und der Mirabeau-Kurve", weiß Lamb.
Sergio Perez sieht sich und sein Team in der Formel 1 absolut auf Kurs liegen Zoom © xpbimages.com
Seit dem grandiosen Auftritt von Sergio Perez beim Großen Preis von Malaysia ist es um das Sauber-Team wieder ein bisschen ruhiger geworden. Auch, weil sich zu den 30 WM-Punkten aus den beiden Auftaktrennen in Australien und Malaysia seither "nur" elf weitere Zähler hinzugesellten. Gerät Sauber etwa zu Beginn der Europasaison bei der Entwicklung ins Hintertreffen? Weit gefehlt, sagt Perez. Der mexikanische Rennfahrer schiebt die geringe Ausbeute der vergangenen Wochen schlichtweg auf fehlendes Rennglück, wie er gegenüber 'Formula1.com' erklärt. Seit seinem zweiten Platz in Sepang sei es an Sonntagen einfach nicht immer nach Plan gelaufen: "In China hatten wir die falsche Taktik und ein Problem mit dem Frontflügel, in Bahrain hatten wir nicht die Geschwindigkeit", berichtet Perez. "In Spanien lag ich nach dem Start schon an Position vier, als mich Romain Grosjean traf und einen Reifenschaden verursachte." Wieder gingen wichtige Punkte verloren. Doch Perez hat den Mut nicht verloren - ganz im Gegenteil. "Ich bin mir sicher: Unsere Zeit wird kommen, denn wir haben ein konkurrenzfähiges Auto. Wir werden kämpfen", sagt der Sauber-Fahrer und zeigt sich zuversichtlich. "Selbst in Barcelona, wo viele Teams ihre Updates am Start hatten, sahen wir noch immer recht wettbewerbsfähig aus. Es gibt also keine Engpässe bei der Entwicklung", stellt Perez heraus und merkt an: "Ich denke vielmehr, dass wir über die komplette Saison hinweg konkurrenzfähig bleiben können, wenn wir weiterhin - sowohl in der Fabrik als auch an der Strecke - gut zusammenarbeiten."
Lewis Hamilton bleibt zuversichtlich und scheint sich die gute Laune zu bewahren Zoom © xpbimages.com
Fünf Fahrer haben sich in diesem Jahr bereits in die Siegerliste der Formel 1 eingetragen, doch der Name von Lewis Hamilton taucht in diesen Statistiken bisher nicht auf. Der McLaren-Pilot war zwar in allen fünf Rennen im Ziel, kam dabei aber nicht über die dritte Stufe des Podests hinaus. Der Zweifel nagt aber nicht am Selbstbewusstsein des Ex-Champions. Dies betont Hamilton in Monte Carlo. Er sei "nicht frustriert" über seine sieglose Phase, meint der Brite. "So läuft es im Rennsport halt manchmal. Wir hätten angesichts unserer Ergebnisse in der Qualifikation natürlich gern besser abgeschnitten." Diesem "Problem" wolle man sich in den kommenden Rennen verstärkt widmen, um nicht noch weitere Punkte einzubüßen. Oder wie es Hamilton formuliert: "Wir müssen uns steigern." In der hart umkämpften Formel 1 bedeute Stillstand einen Rückschritt, erklärt Hamilton. Ein Handeln sei geboten, "wenn wir da bleiben wollen, wo wir sind, oder wenn wir uns davon ausgehend nochmals verbessern wollen", sagt der McLaren-Pilot. "Wir arbeiten schon sehr hart daran." Vorwürfe braucht sich der Weltmeister von 2008 jedoch nicht zu machen. Das meint zumindest Martin Whitmarsh. Der Teamchef von Hamilton stellt sich vor dem sechsten Rennen des Jahres demonstrativ hinter seinen Schützling: "Lewis wird in diesem Jahr nicht gerade vom Glück verfolgt. Wir glauben jedenfalls nicht, dass er das Siegen verlernt hat. Die WM ist vollkommen offen. Er darf sich als Siegkandidat in Monaco sehen - und als Anwärter auf viele weitere Siege und auch auf den WM-Titel", sagt der Brite. Dies macht Whitmarsh vor allem am Auftreten seines Landsmanns fest: "Seine Fahrweise ist sehr reif, kontrolliert und diszipliniert. Wahrscheinlich mehr als jemals zuvor", meint Whitmarsh und merkt an: "Er hat aber das Tempo und die Fähigkeit, um auf der Pole-Position zu stehen. Dieses Gefühl kann Lewis aus Barcelona mitnehmen. Dort hat er - trotz einer Strafe - eine fantastische Fahrt hingelegt."
Sergio Perez sieht sich schon seit einiger Zeit mit Ferrari-Gerüchten konfrontiert Zoom © xpbimages.com
Felipe Massa fährt diese Saison von Enttäuschung zu Enttäuschung. Das liegt nicht am Auto, denn Fernando Alonso rangiert mit dem F2012 punktegleich mit WM-Leader Sebastian Vettel auf Platz zwei in der Gesamtwertung. Kein Wunder, dass die Gerüchte um einen Rauswurf Massas immer lauter werden. Der logische Nachfolger wäre der Mexikaner Sergio Perez. Der Sauber-Pilot stammt aus dem Ferrari-Nachwuchsprogramm und gewann dieses Jahr mit einer sensationellen Leistung in Sepang beinahe sein erstes Rennen. Er gilt als eines der größten Formel-1-Nachwuchstalente. Doch Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali gab schon mehrmals bekannt, dass man nicht riskieren wolle, den Youngster aus seiner gewohnten Umgebung herauszureißen und ihn zu verheizen. Nun behauptet Perez gegenüber 'Formula1.com', dass er ein eventuelles Angebot von Ferrari, während der Saison zu wechseln, gar nicht annehmen würde: "Sollte es wirklich zu so einer Situation kommen, dann würde ich ablehnen, denn ich würde nicht während der Saison wechseln wollen." Daraufhin gibt er ein Versprechen ab: "Ich habe diese Saison mit Sauber begonnen, werde meine Saison mit Sauber beenden und gebe 100 Prozent für mein Team." Zudem glaubt er nicht, dass überhaupt etwas an den Gerüchten dran ist: "Dieser Hype über einen möglichen Wechsel wird massiv von den Medien aufgeblasen." Der Mexikaner rechnet sogar damit, dass sich Massa nach seinem schwachen Saisonstart noch einmal fängt: "Ich glaube, dass Felipe zurückschlagen und gute Arbeit leisten wird. Er ist ein starker Fahrer, und er hat ein großartiges Team im Rücken. Hat er einmal zurückgeschlagen, dann werden auch all diese Storys auf einmal verschwinden." Doch was wäre, wenn Motorenpartner Ferrari seinen Einfluss bei Sauber geltend macht und Perez nach Maranello holt? "Ich denke, dass die Leute nicht Motoren und Fahrer vermischen sollten", meint der Sauber-Pilot. "Die Gerüchte gibt es schon seit einer ganzen Weile, und natürlich habe ich eine Verbindung zu Ferrari und zur Fahrerakademie von Ferrari. Dennoch ist meine Position klar: Ich fahre für Sauber, und dort werde ich bleiben."
Alle wollen es wissen, wie es weitergeht: Aber Schumacher schweigt beharrlich Zoom © xpbimages.com
Es ist wie im 2006: Schon während dieser Saison drehte sich bei Michael Schumacher alles um die Frage, ob er nun den Helm an den Nagel hängt oder doch weiter Formel-1-Rennen bestreitet. Und das Rätselraten wird auch 2012 weitergehen, wie die Aussage des Rekord-Weltmeisters in der FIA-Pressekonferenz von Monaco zeigt: "Noch gibt es leider keine Neuigkeiten für euch. Ich möchte auch nicht zu tief in diese Diskussion einsteigen", weicht Schumacher aus. Um seine Motivation sei es aber gut bestellt, versichert der Mercedes-Pilot: "Wenn man bedenkt, wo wir im vergangenen Jahr standen, dann ist uns ein riesiger Fortschritt gelungen", insistiert Schumacher. "Wir haben unter Beweis gestellt, dass wir Rennen gewinnen können", unterstreicht er. Auch, wenn das bei den Silberpfeilen bislang Nico Rosberg vorbehalten war und Schumacher mit einigem Pech nur zwei WM-Zähler einfuhr. Motivation statt EnttäuschungSchumacher meint: "Ich fühle mich ganz und gar nicht enttäuscht. Wenn, dann ist es genau umgekehrt: Ich bin noch mehr motiviert, weil wir so viele Fortschritte machen." Rückendeckung erhält er von einem langjährigen Weggefährten: "Er war dieses Jahr doch sehr gut", bemerkt Ross Brawn gegenüber 'Autosport'. Der Mercedes-Teamchef räumt aber ein: "Wir haben nicht die Resultate eingefahren. die wir wollten." Brawn glaubt auch daran, dass von Schumacher sportlich bald mehr zu erwarten sein wird. "So viel Aufmerksamkeit, wie seinem Unfall in Spanien zuteil geworden ist, so viel wird es auch sein, wenn er Erfolg hat", blickt der Brite voraus. "So ist Michael: er mag die Herausforderung und darum geht es in der Formel 1. Er kniet sich rein, wenn Dinge nicht laufen, wie sie sollen", lobt Brawn die Vorzüge des siebenfachen Champions. Experten glauben an einen neuen VertragUnd auch die Stimmen aus dem Fahrerlager deuten darauf hin, dass Schumacher noch keinen zweiten Rücktritt wagt. Johnny Herbert erklärt gegenüber 'Sport Bild': "Michael ist psychisch und körperlich topfit, es gibt keinen Grund für ihn aufzuhören. Er ist jetzt besser als in den ersten beiden Jahren seines Comebacks", so der Brite. Und auch die TV Experten sind sich einig: Marc Surer glaubt an die Fortsetzung der Karriere, weil sich Mercedes nach Schumachers Wünschen richten würde. Christian Danner erkennt die Probleme des 43-Jährigen: "Er hat zwar am Sieg von Teamkollege Rosberg zu knabbern und auch daran, dass Kimi Räikkönen im Gegensatz zu ihm keinerlei Comeback-Probleme hat", so der 'RTL'-Fachmann. "Aber er will es noch mal wissen." Ex-Teamchef Peter Sauber bringt Schumachers gesündere, weil weniger verbissene Einstellung zum Motorsport ins Spiel. Sein früherer Teamkollege Felipe Massa wirft die Kämpfernatur des Kerpeners in der Waagschale. Keine Parallele zu Casey StonerVon den Journalisten in der FIA-PK ließ sich Schumacher auch bei der Frage nach seiner Meinung über den Abschied von MotoGP-Ass Casey Stoner aus dem aktiven Rennsport nichts entlocken. "Nun, ich habe vermutlich das Gleiche gefühlt wie diejenigen, die ein bisschen mit der Materie vertraut sind - sie waren überrascht", kommentiert der Mercedes-Pilot das Karriereende des Australiers, fordert aber: "Du musst es respektieren." Ein zu dezidiertes Urteil über Stoners Ankündigung will sich Schumacher jedoch nicht erlauben: "Ich kenne seine Gründe - oder seine genauen Gründe - nicht, doch er ist jung genug, um ein Sabbatical einzulegen, statt komplett aufzuhören. Es gibt sicherlich keine Parallele zu mir", spekuliert er über einen Rücktritt vom Rücktritt, den der Zweirad-Weltmeister vollführen könnte.
Das Starterfeld formiert sich - und könnte in Monaco einen sechsten Sieger haben Zoom © xpbimages.com
So abwechslungsreich wie in diesem Jahr hat sich die Formel 1 - wenn überhaupt - schon seit sehr langer Zeit nicht mehr präsentiert: In den bisherigen fünf Rennen stand am Ende jeweils ein anderer Fahrer auf dem obersten Treppchen, was an diesem Wochenende seine Fortsetzung finden könnte. Als wäre Monte Carlo nicht schon besonders genug - feiert im Fürstentum der sechste Sieger 2012? Mark Webber (Red Bull), in diesem Jahr einer der Topfahrer ohne Sieg, glaubt logischerweise auch aus eigenem Interesse daran, dass die angesprochene Serie weiterhin Bestand haben wird: "Es könnte einen sechsten Sieger geben. Natürlich. Warum auch nicht?", fragt der Australier und merkt an: "Es wäre schön, wenn ich es wäre." Klingt fast so wie der traditionelle Glückwunsch des Fürsten. Diesen Spruch ("Ich freue mich, dass sie es sind") kennt Webber aus der Vergangenheit, denn 2010 durfte der Red-Bull-Pilot in Monte Carlo (Alle Großen Preise von Monaco in der Datenbank!) jubeln. Auch Michael Schumacher (Mercedes) ist mit den Worten bei der Pokalübergabe bestens vertraut - und 2012 wie schon seit seinem Comeback vor mittlerweile fast zweieinhalb Jahren noch ohne Sieg. Ob sich das bereits am Sonntag ändert? "Ich bin ziemlich sicher, dass um uns herum einige sind, die bisher nicht gewonnen haben, die in diesem Rennen aber die Möglichkeit haben, zu gewinnen", sagt Schumacher. Was er mit diesem recht kryptisch anmutenden Satz meint: "Jeder von uns wäre glücklich darüber, dieser Sieger zu sein." Lewis Hamilton (McLaren) stimmt zu. Auch er wartet nach wie vor auf den ersten Saisonerfolg. "Es gibt einige Fahrer, die das Potenzial haben, um zu siegen, doch zwischen einigen Teams geht es wirklich eng zu. Ich denke, es ist völlig offen", sagt Hamilton vor seinem erklärten Lieblingsrennen. Weil gerade in Monte Carlo der Fahrer noch den Unterschied ausmachen könne, müsse man erst einmal abwarten. Traditionell bietet der Stadtkurs nämlich auch den Raum für Überraschungen. "Ein Auto, das auf Kursen wie Barcelona nicht so prächtig funktioniert, könnte in Monte Carlo ein bisschen besser laufen", meint Hamilton. Man darf also gespannt sein, wie sich die Dinge an der Côte d'Azur in den kommenden Tagen entwickeln. Laut Romain Grosjean (Lotus) ist es im Augenblick aber noch schwierig zu sagen, was geschieht: "Wir waren ja noch nicht einmal auf der Strecke ..."
Felipe Massa posiert im Fahrerlager von Monaco - läuft es diesmal besser? Zoom © Ferrari
Felipe Massas verzweifelte Ankündigungen erinnern bereits an den Hollywood-Klassiker "Und täglich grüßt das Murmeltier". Da macht auch der Formel-1-Klassiker in der Wahlheimat des Brasilianers keine Ausnahme. Im Vorfeld des Grand-Prix-Wochenendes stellt der schwer unter Druck stehende Ferrari-Star einmal mehr klar, dass es auf diese Art und Weise nicht weitergehen kann und dass es oft nur Kleinigkeiten brauche, um eine Trendwende einzuleiten. "Ich hoffe, dass meine Weltmeisterschaft 2012 an diesem Wochenende beginnt", übt sich Massa in Durchhalteparolen. "Vor allem, da es sich hier um mein zweites Heimrennen handelt und ich hier den Großteil des Jahres verbringe. Daher hoffe ich, dass es an diesem Wochenende besser läuft als bei den vergangenen Rennen. Dieses Rennen unterscheidet sich von ziemlichen allen außer Singapur, und daher hoffe ich, dass es für mich einen Neuanfang darstellt." Massa gibt zu, dass er sich in der größten Krise seiner bisherigen Karriere befindet: "Ich hatte in meiner Karriere schon einige schwierige Zeiten, und vielleicht war dieser Saisonstart die bisher schwierigste Zeit. Daher müssen wir aus dieser Lage herauskommen und in die richtige Richtung gehen - darauf konzentriere ich mich." Massa gibt mentales Tief zuZuletzt machten Spekulationen die Runde, wonach der 30-Jährige in Spanien und Monaco nur noch auf Bewährung fahre - demnach müsste er nun eine Glanzleistung zeigen, da das Barcelona-Wochenende in die Hose ging. Kein Wunder, dass Massa auch psychisch angeschlagen ist: "Ich musste mich mit der technischen Seite des Problems beschäftigen, aber das wirkt sich auch auf die mentale Seite aus, da es nicht einfach ist, mit dieser Situation umzugehen. Wenn man aber eine Sache löst, dann ist es leichter, auch die anderen zu lösen." "Ich musste mich mit der technischen Seite des Problems beschäftigen, aber das wirkt sich auch auf die mentale Seite aus." Felipe Massa Während Massa nach fünf Rennen in der WM-Wertung nur 17. Ist, liegt Teamkollege Fernando Alonso punktegleich mit WM-Leader Sebastian Vettel auf dem zweiten Platz. Sind die starken Leistungen des Spaniers ein Grund für die Krise des Ferrari-Routiniers? "Ich denke nicht, dass Fernando das Problem ist", winkt er ab. "Man hat immer großartige Teamkollegen und schwierige Zeiten mit dem Teamkollegen - starke Kerle treffen aufeinander." Massa vorsichtig optimistischMit seinen Erwartungen für dieses Wochenende hält sich Massa zurück, schließlich lief es auch bei den vergangenen fünf Rennen nicht nach Wunsch. Dennoch analysiert er das Potenzial des F2012 in den Häuserschluchten von Monaco: "Wenn wir trotz der Verbesserungen akzeptieren, dass die zwei Schwachpunkte des F2012 Traktion und Topspeed sind, dann sollte zumindest der Topspeed auf diesem langsamen Stadtkurs kein Problem sein - das könnte uns also helfen. Aber wir müssen natürlich abwarten, was im Training passiert, um die Situation zu verstehen." Immerhin sind die WM-Leader noch nicht völlig enteilt, denn dieses Jahr kann sich bisher kein Pilot im Klassement absetzen. "Normalerweise liegen die besten Autos an der Spitze, doch derzeit ist es schwer herauszufinden, welche Autos die besten sind", fällt Massa auf.
"Es ist schwer zu sagen, welches Auto bei welchem Rennen die meisten Punkte holen kann. Das liegt daran, dass sich die Situation von einer Strecke zur anderen ändern kann. Wir haben gesehen, dass Autos, die auf gewissen Strecken eingeschätzt wurden, den Erwartungen nicht entsprechen konnten. Normalerweise weiß man in einer Weltmeisterschaft nach ein paar Rennen, in welche Richtung es gehen wird. Dieses Jahr ist es aber viel schwieriger, sich ein Bild zu machen."
Quelle: motorsport-total.com
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Vettel: Formel 1 kein Glücksspiel
23.05.2012 - 19:46
Fernando Alonso war im ersten Training deutlich schneller als alle anderen Zoom © xpbimages.com
Für den Rest des Wochenendes ist der Wetterbericht instabil, aber während des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco präsentierte sich die Cote d'Azur von ihrer schönsten Seite. Zwar ist es nach rund acht Minuten unmöglich, Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis zu ziehen, aber die erste Bestzeit des Donnerstags sicherte sich Fernando Alonso in 1:16.265 Minuten. Der Ferrari-Pilot verpasste damit seine Donnerstags-Bestzeit aus dem Vorjahr (1:15.123 Minuten), distanzierte aber Romain Grosjean (Lotus) um 0,365 und Sergio Perez (Sauber) um 0,446 Sekunden. Perez war zu Beginn der Session der Erste, der einen kompletten Run absolvierte - möglicherweise auch, um sein Unfalltrauma des Vorjahres gleich zu Beginn des Wochenendes abzuschütteln. Das dürfte ihm gelungen sein. Kovalainens Renault-Motor geplatztEine Zeitenjagd am Ende blieb übrigens aus, weil die Session knapp zehn Minuten vor Schluss unterbrochen werden musste. Heikki Kovalainen (18./Caterham/+2,774) vernebelte erst den kompletten Tunnel, ehe der Motor vor der Hafenschikane komplett kaputt ging und blockierte, sodass der Finne an einer gefährlichen Stelle stehen bleiben musste. "Der Motor ist weg", funkte Kovalainen, ehe sein Caterham von neun Streckenposten weggeschoben wurde. Sergio Perez scheint den Schock des Vorjahres schon gut verdaut zu haben © xpbimages.com "Wir wissen nicht genau, was passiert ist", erklärt ein Caterham-Sprecher. "Als Heikki aus dem Tunnel herauskam, spürte er, wie die Hinterachse blockierte. Deshalb stellte er das Auto ab. Das Fahrzeug wurde nicht beschädigt, doch es gab reichlich Rauch. Für den Nachmittag dürfte ein Motorwechsel anstehen. Wenn der bisherige Motor dann wieder in der Renault-Fabrik ist und dort untersucht wird, dürfte sich die genaue Ursache feststellen lassen." "Das ist eine Stelle, an der man nicht stehen bleiben sollte, aber wo soll man hin, wenn der Motor blockiert?", meint Experte Marc Surer. Zum Glück ging die Situation glimpflich aus und alle nachfolgenden Autos konnten trotz der schlechten Sicht ausweichen. Aufgrund der von Kovalainen gelegten Ölspur im Tunnel wurde die Session nicht mehr neu gestartet - sehr zum Leidwesen von Sebastian Vettel (9./Red Bull/+0,957), der noch etwas ausprobieren wollte. Training: Jede Runde zählt"In Monaco", weiß der ehemalige Formel-1-Pilot Surer, "zählt jede Runde. Es ist eine Fahrerstrecke. Natürlich muss das Auto passen, aber der Einfluss des Fahrers ist hier größer als auf jeder anderen Strecke." Hofft auch der drittplatzierte Perez und meint selbstbewusst: "Wir sind hier ziemlich konkurrenzfähig. Es wird also unser Ziel sein, um das Podium zu kämpfen." Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari macht ihm Mut: "Sauber scheint einen Schritt gemacht zu haben." Ex-Weltmeister Mika Häkkinen hat eher seinen Landsmann Kimi Räikkönen auf der Rechnung: "Der Lotus scheint hier wirklich gut zu gehen." Aber während Grosjean im Drift-Fahrstil von Anfang an ganz vorne mitfuhr, hatte Räikkönen die Lotus-Box schon verlassen, als Kovalainens Renault-Motor noch gar nicht geplatzt war. Wegen eines Problems mit der Servolenkung musste der "Iceman" die erste Session nach der Installationsrunde spritzen. Massa bemüht, aber verkrampftDie Monaco-Spezialisten Lewis Hamilton (McLaren/+0,482) und Pastor Maldonado (Williams/+0,495) landeten auf den Plätzen vier und fünf, noch vor Felipe Massa (Ferrari/+0,578), der heute Morgen sehr couragiert wirkte und 19 Runden absolvierte. In einer davon streifte er unnötigerweise auf der Geraden (!) vor der Tabak-Kurve die Leitplanken, aber das Team nahm ihn via Funk in Schutz: "Schon okay, kann passieren, Felipe." Kimi Räikkönen musste im ersten Freien Training bis auf eine Runde zuschauen © Lotus Das Mercedes-Duo Rosberg/Schumacher landete mit jeweils rund einer Sekunde Rückstand auf den Plätzen zehn und elf, unmittelbar vor Nico Hülkenberg (Force India/+1,366). Apropos Mercedes: Schumacher bereitete seiner Crew ein wenig Arbeit, als er mit einem losen Frontflügel an die Box kam. Was die Ursache für dieses Problem war, ging aus den TV-Bildern jedoch nicht hervor. 13. wurde Mark Webber (Red Bull/+1,841). Jenson Button (+0,925) belegte zunächst Platz acht. McLaren testete aber nicht nur für dieses Wochenende, sondern auch schon 2013er-Komponenten - und die scheinen die Fahrer noch immer in der Sicht zu beschränken, wie Button über Funk lautstark bemängelte. Ansonsten gab es während des ersten Trainings keine Zwischenfälle oder Crashes, was für die Disziplin des Starterfeldes spricht. Übrigens: Freitagstester waren heute nicht im Einsatz.
Bestes Rennwetter in Monaco: Schmeckt das den Reifen oder tut es das nicht? Zoom © xpbimages.com
(Motorsport-Total.com/Sky) - Als wäre der Stadtkurs von Monte Carlo nicht schwierig genug: Die Pirelli-Reifen der Formel 1 werden die Fahrer und ihre Teams auch beim Glamour-Grand-Prix vor eine große Aufgabe stellen. Davon sind die unmittelbar Beteiligten überzeugt. Die Frage ist allerdings noch, wie groß der Einfluss der Pneus auf die Gesamtleistung sein wird. Michael Schumacher hat da einen gewissen Verdacht. Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister rechnet mit keinem allzu "wilden" Wochenende, was die Reifensituation anbelangt. "Hier sollte es etwas konstanter sein und nicht so dramatisch wie bei anderen Rennen. Es kommt aber ganz auf die Temperaturen an", meint Schumacher. Im ersten Freien Training gab es im Fürstentum noch frühlingshafte 22 Grad Celsius - optimale Bedingungen. "Wenn wir in einem solchen normalen Bereich liegen, sollte es halbwegs okay sein", erklärt "Schumi" und fügt hinzu: "Sollten wir in die 30er gelangen, wird es für alle problematisch." Generell sei das Fahren in Monaco "ein Drahtseilakt, bei dem du im Rennen 78 Runden lang jonglierst. Manchmal fällst du runter, manchmal bleibst du drauf. Dementsprechend verändert sich der Spaß", sagt Schumacher.
Jenson Button ist sich der Fehler aus den vergangenen Rennen wohl bewusst Zoom © xpbimages.com
Drei aus fünf: Jenson Button punktete in diesem Jahr nicht in jedem Rennen, was den britischen McLaren-Piloten bereits einiges an Boden kostete. Trotzdem zeigt sich der Weltmeister von 2009 vor dem Großen Preis von Monaco sehr zuversichtlich, schließlich liebt er diesen Grand Prix und hat ihn auch schon einmal gewonnen. In seiner Medienrunde spricht Button über den speziellen Reiz eines Rennens im Fürstentum und über seine Aussichten in der WM-Gesamtwertung der Formel 1. Frage: "Jenson, du hast auf dem einzigen Stadtkurs gewonnen, den die Formel 1 in diesem Jahr schon besucht hat. Monte Carlo ist aber eine etwas andere Nummer. Was denkst du vor dem Beginn dieses Wochenendes?" Jenson Button: "Es ist schön, wieder hier zu sein. Ich denke, wir alle lieben es, durch die Straßen von Monaco zu fahren. Es ist einer dieser Kurse, die keinen Fehler verzeihen." "In Melbourne kannst du dir vielleicht noch einen Schnitzer erlauben, doch hier bedeutet dergleichen schlichtweg 'Game Over'. Monte Carlo macht sehr viel Spaß, selbst im Simulator. Der Spaßfaktor ist beim Fahren einfach noch viel größer als auf anderen Strecken. Ich freue mich schon sehr darauf, am Freitag endlich loszulegen." Die Vorfreude ist großFrage: "Kannst du aus der Arbeit im Simulator schließen, dass das Auto in Monte Carlo konkurrenzfähig sein wird?" Button: "Nun, das Fahrzeug fühlte sich im Simulator sehr gut an. Schauen wir einmal, wie sich die Situation hier auf der Strecke darstellt. Du musst in jedem Fall große Vorsicht walten lassen, denn der Kurs verbessert sich im Verlauf des Wochenendes." "Es ist zudem der einzige Ort, an dem wir schon donnerstags fahren. Danach haben wir einen Tag frei und die Straßenautos fahren über die Strecke. Am Samstag steigt dann die Qualifikation. Da musst du aufmerksam sein und darfst dich nicht zu unbedarft verhalten. Das Überholen ist hier nicht so einfach." Frage: "Nach dem vergangenen Jahr hast du hier sicherlich noch eine offene Rechnung ..." Button: "Ja, wir haben uns erst wieder mit dem Rennverlauf von 2011 vertraut gemacht. Man könnte sagen, dass der Abbruch zum Schluss dafür gesorgt hat, dass unsere Chancen auf den Sieg ein bisschen vermindert wurden." "Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben." "Egal, das liegt nun in der Vergangenheit. Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben. Ob das drin ist, wird sich zeigen. Es ist so gesehen nicht anders als an jedem anderen Wochenende sonst. Die Situation gestaltet sich von Rennen zu Rennen derart unterschiedlich. Pastor (Maldonado; Anm. d. Red.) hatte sich in Bahrain noch auf Rang 17 qualifiziert, glaube ich." "In Barcelona qualifizierte er sich dagegen auf Platz zwei. Ich denke nicht, dass sich so viel verändert hat. Es ist schwierig. Aus Fahrersicht ist Monte Carlo eine etwas andere Nummer. Die Erfahrung spielt hier eine ziemlich wichtige Rolle. Entscheidend ist auch, das Auto auf einem solchen Kurs wirklich zu verstehen. Hoffentlich gelingt uns das bis Samstag."
Frage: "Nach dem Spanien-Rennen konntest du nur mit dem Kopf schütteln, weil es offenbar nicht so lief, wie du dir das gedacht hattest. Habt ihr eure Probleme in den Griff gekriegt?" Button: "Bisher habe ich das Auto noch nicht gefahren, also nein, ich weiß es nicht. Ja, wir haben gemeinsam mit den Ingenieuren einen Blick in die Daten geworfen. Es gibt ein paar Dinge, von denen wir glauben, ein paar Fehler gemacht zu haben. Trotzdem müssen wir abwarten und schauen, wie sich das Auto hier anfühlt." McLaren auf FehlersucheFrage: "Die jüngsten Rennen waren nicht gerade berauschend. Es gab ein paar Fehler seitens des Teams. War das ein Thema in der Fabrik?" Button: "Na klar. Jeder macht Fehler. Wir haben ein paar gemacht, doch damit wirst du nicht Weltmeister. Wichtig ist, daraus zu lernen und weiterzumachen. Es geht darum, sicherzustellen, dass sich dergleichen nicht wiederholt." "Wir haben das Team dahingehend auch ein bisschen umstrukturiert. Wir als Team müssen schauen, was wir speziell bei den Boxenstopps tun können. Wir haben hier einige Verbesserungen am Start, die uns ziemlich helfen sollten. Es kommt auf Konstanz und Tempo an. Hier ist es eh etwas Besonderes: In Monaco brauchst du eine gute Qualifikation, einen guten Start und gute Boxenstopps." Frage: "Verläuft die Saison bisher so, wie du es erwartet hast? In fünf Rennen gab es fünf Sieger - und auch du hast 2012 schon gewonnen ..." Button: "Nein, dergleichen hatte ich nicht erwartet. Wir gingen zuversichtlich in die Saison, denn wir hatten einen guten Winter gehabt. Die Saison begann stark für uns. Eben wie wir es uns erhofft hatten. Seither war es sehr durchwachsen für uns." "Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar." Jenson Button "Wir waren schnell in Malaysia und schnell in China, aber in Bahrain und Spanien waren wir zumindest im Renntrimm nicht konkurrenzfähig. Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar. Wir hatten geglaubt, dass uns die Hitze vor Probleme stellt, doch die beiden jüngsten Rennen waren heißer als die vorangegangenen. Wir versuchen noch immer, herauszufinden, was Sache ist."
Frage: "Die Meisterschaft ist jedenfalls noch vollkommen offen ..." Button: "So ist es. Ich habe aber schon in zwei Rennen keine Punkte geholt. Das ist sehr seltsam. Es ist so schwierig, schlau daraus zu werden. Du musst einfach bereit sein. Manchmal scheint das Auto zu funktionieren, manchmal nicht. Wichtig ist, keine Fehler zu machen. Dann bist du vorn mit dabei." Wie halten die Reifen in Monte Carlo?Frage: "Bist du im Hinblick auf die Reifen ein Zocker oder wartest du darauf, bis die letzte Karte aufgedeckt wird?" Button: "Ich war eigentlich immer gut darin, doch in diesem Jahr haben wir anscheinend ein paar Probleme damit, die Reifen zu verstehen. Ich denke, da sitzen wir alle im selben Boot." "Hoffentlich sehen wir vor dem Qualifying klarer, denn Monte Carlo kann die Reifen schon sehr intensiv rannehmen. Auf einmal sind die Pneus dann hinüber. Das sahen wir 2009 bei Sebastian Vettel, aber nicht nur damals. Wir hoffen einfach, ein besseres Reifenverständnis zu haben, als dies an den vergangenen Wochenenden der Fall war." "Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet." Jenson Button Frage: "Sebastian Vettel fuhr im vergangenen Jahr 50 Runden auf der weichen Mischung. Denkst du, das wäre auch mit den aktuellen Reifen möglich?" Button: "Waren es bei ihm wirklich 50 Runden oder kam ihm da die rote Flagge dazwischen? Es waren 50 Runden? Okay, cool. Es sah jedenfalls ganz nach einem sehr aufregenden Zieleinlauf aus. Ich weiß nicht, was passiert wäre. Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet. Wir werden es nie erfahren. So kam es nicht, weil das Rennen ja unterbrochen wurde." Frage: "Das Wetter könnte am Sonntag für eine nasse Strecke sorgen, vielleicht auch schon am Samstag. Gut für euch?" Button: "Ich werfe alle zwei Stunden einen Blick auf die Wettervorhersage. Sie verändert sich ständig. Am Dienstag hieß es noch, es würde Samstag und Sonntag regnen, jetzt soll es nur am Samstag regnen oder gar nicht, und erst am Montag." "Schauen wir einmal, was passiert. Im Qualifying hat man es natürlich gern trocken, weil es ein solcher Kick ist, wenn man das Auto ans Limit bringt. Das lieben wir. Im Nassen ist es ganz anders, doch wir würden trotzdem das Beste daraus machen." Frage: "Ich habe hier zehn Euro für dich, aber die musst du auf den Fahrer setzen, von dem du glaubst, dass er hier gewinnt ..." Button: "Ich! Einhundert Prozent." Frage: "Dann nimm das Geld ..." Button: "Nein. Ich nehme kein Bargeld (lacht; Anm. d. Red.)." Ein Traditionskurs, der Freude machtFrage: "Zurück zu Monaco: Dieser Kurs ist etwas Besonderes, nicht wahr?" Button: "Ja. Wir alle lieben es, hier durch die Straßen zu fahren. Es ist eine ungewöhnliche Strecke, denn die Leitplanken stehen so nah. Fehler werden nicht verziehen. Es ist ein Traditionskurs. Das ist gut." "Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Jenson Button "Wir lieben solche Orte - Suzuka, Spa-Francorchamps. Die Strecke an sich hat sich nicht viel verändert, doch es gibt nun bessere Auslaufzonen. Das macht viel Spaß. Wenn du hier im Qualifying alles aus dem Auto herausholen kannst, dann ist das einfach nur toll. Das lieben wir. Dann realisierst du, dass du einen Formel-1-Rennwagen mit 750 PS zähmst. Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Frage: "Du hast hier schon gewonnen. Wie aufregend ist dieser Kurs und wo sind die Schlüsselstellen?" Button: "Es ist der gesamte Kurs. Es ist völlig verrückt, hier mit einem Formel-1-Auto herumzufahren. Uns macht das aber sehr viel Spaß. Es gibt hier zwar nicht sehr viele schnelle Kurven, doch die sind sehr aufregend. Die Schwimmbad-Passage ist toll, aber auch der Hügel beim Kasino. Du musst dich herantasten, denn sonst schlägt dieser Ort zurück, wenn du nur einen kleinen Fehler machst. Deshalb ist es so spannend." Frage: "Am Ausgang des Tunnels wurden ein paar Bodenwellen entfernt. Ist das gut oder schlecht für das Überholen an dieser Stelle?" Button: "Nun, wir hatten schon 2011 kein DRS an dieser Stelle und auch in diesem Jahr ist das der Fall. Das ist gut so. Es wurden aber auch die Reifenstapel verschoben, in die Perez eingeschlagen war. Auch das ist gut. In den Auslaufzonen wurde zudem etwas Sand in die Farbe gemischt. Das sollte dabei helfen, die Autos rascher abzubremsen. Ebenfalls eine gute Sache."
Fernando Alonso tritt in Monaco mit einem in Gold und Weiß gehaltenen Helm an Zoom © Ferrari
Eine Stadtrundfahrt im Zuhause der Reichen und Schönen: Beim Großen Preis von Monaco geht es alljährlich um das Motto "sehen und gesehen werden". Wohl auch deshalb warten die Fahrer und Teams der Formel 1 meist bei diesem Rennen mit besonderen Lackierungen oder neuen Farben auf. Bei Fernando Alonso ist das 2012 nicht anders: Der Spanier bringt einen speziellen Helm an den Start. Der eigens für die Hatz im Leitplanken-Kanal von Monte Carlo entworfene Kopfputz besticht durch die Farben Gold und Weiß und stellt eine Hommage an das Traditionsrennen dar. Ebenfalls eingearbeitet sind Elemente aus dem Glücksspiel wie Jetons, Roulette und Würfel. Außerdem ist auf der Oberseite des Helms ein Ferrari 158 zu sehen, wie ihn John Surtees 1964 fuhr - und damit Weltmeister wurde. Zu sehen ist darüber hinaus das Viktoria-Kreuz von Asturien, der spanischen Heimat von Alonso. Und neben dem Monaco-Motto "Bet on Red" ("Setze auf Rot"; Anm. d. Red.) finden sich auf dem Helm noch diverse Zahlen, die allesamt mit der Formel-1-Karriere des zweimaligen Weltmeisters und der Formel 1 im Fürstentum in Verbindung stehen. Auch seine zwei Monaco-Siege sind dort verewigt. Die "78" steht beispielsweise für die Anzahl der Rennrunden beim Großen Preis von Monaco, die "70" für das runde Jubiläum des Traditionsrennens. 75 Mal stand Alonso bereits auf einem Formel-1-Podest, 20 Mal startete er von der Pole-Position. Die "19" entspricht der Anzahl der Kurven auf einer Runde in Monte Carlo, die "5" Alonsos Startnummer. Was die "14" bedeuten soll, wurde nicht verraten.
"Hallo, Jungs, wir müssen da was ändern." Bernie Ecclestone stört sich am Q3-Ablauf Zoom © xpbimages.com
Das Top-10-Finale im Qualifying ist nicht mehr das, was es einmal war. Denn statt mit einem letzten frischen Reifensatz auf die Jagd nach der Pole-Position oder einem vorderen Startplatz zu gehen, verzichten einige Piloten lieber auf eine schnelle Runde. Sie sparen sich ihre neuen Reifen auf, um dann im Rennen bessere Karten zu haben. Darunter leidet jedoch das Spektakel in der Qualifikation. Dies stört auch Formel-1-Chef Bernie Ecclestone. Dem 81-jährigen Briten ist die Umsetzung der aktuellen Regeln ein Dorn im Auge: "Was im Augenblick falsch läuft, ist, dass einige Fahrer denken, nicht auf die Pole-Position fahren zu können." Der Grund für diese Zurückhaltung sei das Kontingent an frischen Pirelli-Pneus. Doch mit einer neuen Verordnung könnte Abhilfe geschaffen werden. Ecclestone hat einen Vorschlag parat: "Ich sage ja schon lange, dass es einen weiteren Reifensatz geben sollte, der nach der Qualifikation abgegeben werden muss. Dann gibt es nichts, was man sich aufsparen könnte. Dann sind die Teams zum Wechseln gezwungen", meint Ecclestone und merkt an: "Was wir brauchen, ist ein weiterer Reifensatz, damit im Zeittraining mehr Runden abgespult werden." Mit den unvorhersehbaren Rennen ist der Formel-1-Chef indes vollkommen zufrieden und stellt seinen Reifenlieferanten - unabhängig von der Situation in der Qualifikation - ein sehr gutes Zeugnis aus: "Pirelli hat klasse Arbeit geleistet. Es ist weitaus schwieriger für sie, einen Reifen zu bauen, der nur 30 Prozent des Rennens durchsteht, als einen Reifen zu entwerfen, der die komplette Distanz meistert." "Es war ein Teil meines Vertrags mit ihnen, dass die Reifen nur für einen Teil des Rennens haltbar sein sollten. Ich war beeindruckt davon, dass es ihnen gelang", sagt Ecclestone. "Es hätte auch leicht anders kommen können, sodass nur zehn Runden drin gewesen wären oder das gesamte Rennen. Es war eine technische Meisterleistung", findet der Brite. "Ich hätte nicht gedacht, dass sie es schaffen."
Formel 1 zu Gast in Frankreich: Das bis dato letzte Rennen datiert aus 2008 ... Zoom © xpb.cc
Eine Neuauflage des Großen Preises von Frankreich schien in den vergangenen Monaten bereits gewaltig an Fahrt aufgenommen zu haben, doch just im Wahlmonat kamen die Vorhaben um das Comeback in der Formel 1 wieder ins Stocken. Offenbar ist nun auch der angestrebte Rennplatz in Paul Ricard, wo die Königsklasse in der Vergangenheit bereits fuhr, nicht mehr länger erste Wahl. Dabei hätte alles so einfach sein können, wie Formel-1-Chef Bernie Ecclestone gegenüber 'ESPN' betont. "Die Franzosen hatten genug Gelegenheiten, um es wahr zu machen, taten es aber nicht. Sie versprachen uns all die Dinge wie die Straßen von Paris oder Disney", meint der Brite. All diese Ansätze waren aber meist genauso schnell wieder vom Tisch, wie man sie aufgetischt hatte. Das Grand-Prix-Thema sei in Frankreich halt "sehr politisch", erklärt Ecclestone und merkt an: "Ich weiß nicht, ob es anders gewesen wäre, wenn Sarkozy wiedergewählt worden wäre. Keine Ahnung. Als er noch an der Macht war, hätten sie unterschreiben können. Sie hatten einen Vertrag vorliegen. Alles, was sie tun mussten, war, ihre Unterschrift darunter zu setzen", hält der Formel-1-Chef fest. Andererseits habe es ständig an der nötigen Konsequenz hinsichtlich eines Rennplatzes gefehlt, fügt Ecclestone hinzu: "Sie kamen eh nie zu einer Übereinkunft mit Paul Ricard. Dort würden Investitionen nötig werden, um Tribünen aufzubauen. Und der Paddock-Club ist nicht groß genug", sagt der 81-Jährige. Inzwischen ist auch nicht ausgeschlossen, dass die Formel 1 nach Magny-Cours zurückkehrt.
Teamchef Ross Brawn pocht auf die historische Bedeutung von Mercedes Zoom © xpbimages.com
Während beim letzten Concorde-Agreement, das im Jahr 2009 ratifiziert wurde, der Automobil-Weltverband FIA unter dem damaligen Präsidenten Max Mosley eine der treibenden Kräfte war, spielt die FIA bei den aktuellen Verhandlungen für 2013 bis 2020 praktisch keine Rolle. Bisher fanden die Gespräche fast ausschließlich zwischen Bernie Ecclestone und den Teams statt. Ross Brawn missfällt das: "Wir haben noch einen langen Weg vor uns, bevor wir finale Lösungen erreichen", sagt er und unterstreicht: "Ich denke, was man in all das einbeziehen sollte, ist die Rolle, die die FIA in Zukunft spielen wird, ihre Rolle in unserem Sport. Sie waren bisher ruhig, aber sie werden eine Rolle spielen. Ich bin einigermaßen zuversichtlich, dass wir vernünftige Lösungen für die Zukunft finden können. Ich glaube aber nicht, dass schon alles erledigt ist." Mercedes war bisher das einzige Topteam, das Ecclestone noch nicht signalisiert hatte, das neue Concorde-Agreement unterschreiben zu wollen. Bei einem Treffen mit Daimler-Konzernchef Dieter Zetsche - Brawn war aus gesundheitlichen Gründen abwesend - dürfte es zuletzt in Barcelona aber eine Annäherung zwischen Mercedes und den Inhabern der kommerziellen Rechte gegeben haben. Angeblich könnte dieses Wochenende alles unter Dach und Fach gebracht werden. Brawn schweigt zur Mercedes-Situation hinsichtlich des Concorde-Agreements: "Ich kann das immer noch nicht kommentieren", meint er und ergänzt in Anspielung auf die von Ecclestone angezweifelte historische Bedeutung der deutschen Marke: "Wir sind sehr stolz auf unsere Geschichte und glauben, dass sie für den Sport wichtig ist. Da sind die Menschen unterschiedlicher Auffassung. Aber das ist alles Teil der heiklen Verhandlungen, die stattfinden."
Nico Hülkenberg blickt skeptisch auf die Hackordnung in der Formel 1 Zoom © xpbimages.com
Ein Mal schrammte Force India knapp an einem Grand-Prix-Sieg vorbei: Das war mit Giancarlo Fisichella in Spa-Francorchamps. Dass diese Gelegenheit bald wieder kommt, glaubt Nico Hülkenberg nicht, wie er 'auto motor und sport' verrät: "Williams und Sauber waren nach unseren Messungen in Barcelona bei den schnellsten Autos dabei. Die muss man jetzt auch zu den Top-Teams zählen." Den Mercedes-befeuerten Inder dagegen nicht. Und das trotz der Fortschritte, die die Truppe um Besitzer Vijay Mallya gemacht hat: "Wir haben uns definitiv gesteigert, vor allem in der Traktion. Unsere Gegner sind diesen Schritt aber mitgegangen", erklärt Hülkenberg und verweist erneut auf die ehemaligen Mittelfeldkonkurrenten, von denen nur noch Toro Rosso hinter Force India rangiert. "In den schnellen Kurven sind Sauber und Williams besser als wir." Woher rührt es, dass Force India - denen rund drei Zehntelsekunden fehlen - nicht mit der Konkurrenz aus der Hinwil und Grove mithalten kann? Für Hülkenberg sekundär: "Uns bleibt nichts anderes übrig, als zu entwickeln, weil wir zurückliegen. Wir brauchen noch ein paar Zehntelchen, um an die anderen ranzukommen", insistiert er. "Es ist wichtig, eine gute Balance zwischen Entwicklung und dem Verständnis des Autos zu finden", macht Hülkenberg deutlich. Dann scheint das erklärte Saisonziel, nämlich Rang fünf in der Konstrukteurs-Wertung, nicht außer Reichweite. "Das ist immer noch möglich, wenn auch schwierig, weil die anderen auch weiter Punkte machen werden", befürchtet der Emmericher und hofft auf die Kurse, die 2011 im Sommer und Herbst im Grand-Prix-Kalender standen. "Da ist der Knoten bei uns auch erst in der zweiten Saisonhälfte aufgegangen", so Hülkenberg.
Seiner Heimat Großbritannien hat Hamilton schon lange den Rücken gekehrt Zoom © xpbimages.com
Viele Fahrer haben ihren Wohnsitz in das Steuer- und Lebensqualitäts-Paradies Monaco verlegt. Auch Lewis Hamilton gefällt es an der Cote d'Azur. Der Brite ist erst kürzlich aus der Schweiz in das Fürstentum gezogen und zeigt sich begeistert vom neuen Wohnort sowie dem kurzen Weg an den Arbeitsplatz: "Es ist ein fantastisches Gefühl, in deinem eigenen Bett aufzuwachen und einfach nur die Straße hinunterzufahren, um bei der Arbeit anzukommen", freut sich der McLaren-Pilot. Lebensgefährtin Nicole Scherzinger beim Vorbeifahren am heimischen Balkon theoretisch zuwinken zu können, gefällt Hamilton. "Das erlebe ich heute zum ersten Mal, doch ich bin mir sicher: Es wird einen großen Unterschied ausmachen", prognostiziert er. "Ich habe auch mein früheres Zuhause geliebt, doch das ist ein ganz anderer Ort. Ich mag ihn noch ein bisschen mehr, scheint mir", so Hamilton, der sich bekanntermaßen gerne mit Stars aus dem Showbusiness umgibt. Doch auch an seinem alten Wohnort fand der 27-Jährige Gefallen. "Als ich in der Schweiz lebte, war das eines der schönsten Länder, die ich je besucht hatte. Das Wetter war ein bisschen wie in Großbritannien, doch es war meist viel schöner", schmunzelt Hamilton und beschreibt den Unterschied als eklatant: "Es dauerte eine Ewigkeit, um bis zu einem Restaurant zu gelangen. Ich konnte nicht einfach nur hinlaufen oder hinfahren", so der Weltmeister von 2008 über die Abgeschiedenheit. Hamilton meint: "Ich habe das Gefühl, es weiterhin genießen zu müssen. Ich laufe jeden Tag auf der Strecke und laufe sie fast komplett ab. Es ist schon unglaublich, jeden Tag auf seiner Lieblingsstrecke herumlaufen zu können", so der Brite, der tagtäglich Sporthistorie lebt. "Du denkst: 'Wow, ich laufe durch den Tunnel, durch den solche Legenden wie Michael und Ayrton (Senna; Anm. d. Red.) gefahren sind. Jetzt bin ich einer dieser Rennfahrer und wohne noch dazu hier."
In Monaco gehen die Uhren anders: Auch für die V8-Motoren der Formel-1-Autos Zoom © xpb.cc
Ebenso einzigartig wie unberechenbar: Der Grand Prix von Monaco zählt zu den Highlights einer jeden Formel 1-Saison. Das Rennen durch die Straßen des glamourösen, normalerweise eher beschaulichen Fürstentums ist nach wie vor einzigartig auf der Welt. Der Stadtkurs selbst hat sich dabei im Laufe der Jahre kaum verändert. Die einzigartige Streckencharakteristik stellt die Ingenieure von Renault vor ganz besondere Herausforderungen, denn die Motoren müssenkomplexe Ansprüche erfüllen. "In Monaco lenken die Piloten ihre Boliden nicht nur mit dem Lenkrad, sondern auch mithilfe des Motors", erklärt Remi Taffin, Leiter des Grand-Prix-Teams. "Der Fahrer benötigt deswegen ein Triebwerk, das gleichmäßig und direkt auf Gaspedalbefehle anspricht." Nur so entwickele er das nötige Vertrauen, um jederzeit voll attackieren zu können. Die größte Herausforderung in Monte Carlo liege in den geringen Geschwindigkeiten, sagt Taffin. "Daher verwenden wir hier ein ganz spezielles Motor-Management, das auf keiner anderen Rennstrecke zum Einsatz kommt. Die Triebwerke sind auf Drehzahlen von bis zu 18.000 Umdrehungen pro Minute ausgelegt. Im Fürstentum müssen sie aber in den langsamen Kurven auch bei nur 5.000 Touren noch perfekt funktionieren", so Taffin. Der Renault Ingenieur betont die spezielle Herangehensweise der Franzosen: "Um uns auf dieses Wochenende perfekt vorzubereiten, testen wir im Vorfeld besonders ausgiebig auf unseren Motorenprüfständen. So stellen wir sicher, dass alles einwandfrei funktioniert. Dabei stimmen wir denV8 für unsere vier Partnerteams auch so ab, dass er bereits im Tourenkeller ein bissiges Ansprechverhalten an den Tag legt." Eine der anspruchsvollsten Aufgaben besteht darin, die Triebwerke so anzupassen, dass sie sehr agil am Gas hängen und direkt das nötige Drehmoment zur Verfügung stellen. Der Pilot muss darauf vertrauen können, dass der Motor sofort reagiert, wenn er ihn braucht - ganz gleich, welches Pedal-Einstellung er fährt oder in welcher Stellung sich das Gaspedal gerade befindet. Auch David Lamb unterstreicht die große Bedeutung einer perfekten Abstimmung für die Achtzylinder. "Monaco ist in jeder Beziehung einzigartig, so ein Rennen gibt es in der Formel 1 kein zweites Mal", so der Brite, der vor zwei Wochen als verantwortlicher Motoren-Ingenieur von Pastor Maldonado beim Grand Prix von Spanien gemeinsam mit Williams den ersten Sieg des wiedergewonnen Partners in dieser Saison feiern durfte. "Da wir auf diesem Kurs kaum auf die maximale Höchstgeschwindigkeit kommen, wirken sich ein paar Extra-Pferdestärken so gut wie gar nicht auf die Rundenzeit aus", meint Lamb. "Die Schlüsselfrage ist, wie wir die Power auf die Straße bringen - denn genau das macht den Unterschied aus und sorgt auf der Strecke für einen echten Zeitvorteil", geht er auf die feinen Differenzen ein. Der Williams-Techniker verdeutlicht die Besonderheiten eines Stadtkurses: "Aber auch darüber hinaus erwarten uns in Monaco einige Besonderheiten, die wir so von keiner anderen Rennstrecke kennen. Kurve sechs zum Beispiel, die enge Haarnadelkurve: Sie besitzt den engsten Radius der gesamten Saison. Hier bremsen die Piloten ihr Auto so stark zusammen." Ohne das korrekte Motor-Mapping kann dies dazu führen, dass ungewollt Schub einsetzt, weil die Elektronik ein Absterben des Aggregats unterbinden will.
Als eine von wenigen Rennstrecken verändert sich der Kurs von Monaco von einem Jahr auf das nächste kaum - immerhin handelt es sich um einen temporären Stadtkurs und nicht um eine permanente Strecke. Deswegen verfügen alle Teams über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz und umfangreiches Datenmaterial, um ein passendes Basis-Setup zu generieren. Nichtsdestotrotz erwartet Renault in jeder Saison Neuerungen. "Dieses Mal gehen wir die Sache sowieso etwas anders an", verrät Lamb. "Um die Kraft des Motors sicher auf die Straße zu bringen, schalten die Fahrer teilweise etwas früher als notwendig in den nächsthöheren Gang - wir nennen das 'Short-Shifting'. Darauf müssen wir auch das Mapping des Gaspdals angleichen, um unerwünschte Nebeneffekte auszuschließen. Bei einem 'normalen' Rennen kommt es niemals in einer gezeiteten Trainings- oder Qualifying-Runde, sondern ausschließlich in der In- und Out-Lap zum Einsatz." Die Unebenheiten im Asphalt führen dazu, dass die Reifen kurzzeitig den Kontakt zur Straße verlieren. Darunter leidet einerseits die Traktion, andererseits bedeuten die plötzlich hochschnellenden Drehzahlen eine enorme Zusatzbelastung für die mechanisch beweglichen Teile im Motor. "Ein klassisches Beispiel für eine solche Stelle ist die Bodenwelle zwischen dem Casino und der Mirabeau-Kurve", weiß Lamb.
Sergio Perez sieht sich und sein Team in der Formel 1 absolut auf Kurs liegen Zoom © xpbimages.com
Seit dem grandiosen Auftritt von Sergio Perez beim Großen Preis von Malaysia ist es um das Sauber-Team wieder ein bisschen ruhiger geworden. Auch, weil sich zu den 30 WM-Punkten aus den beiden Auftaktrennen in Australien und Malaysia seither "nur" elf weitere Zähler hinzugesellten. Gerät Sauber etwa zu Beginn der Europasaison bei der Entwicklung ins Hintertreffen? Weit gefehlt, sagt Perez. Der mexikanische Rennfahrer schiebt die geringe Ausbeute der vergangenen Wochen schlichtweg auf fehlendes Rennglück, wie er gegenüber 'Formula1.com' erklärt. Seit seinem zweiten Platz in Sepang sei es an Sonntagen einfach nicht immer nach Plan gelaufen: "In China hatten wir die falsche Taktik und ein Problem mit dem Frontflügel, in Bahrain hatten wir nicht die Geschwindigkeit", berichtet Perez. "In Spanien lag ich nach dem Start schon an Position vier, als mich Romain Grosjean traf und einen Reifenschaden verursachte." Wieder gingen wichtige Punkte verloren. Doch Perez hat den Mut nicht verloren - ganz im Gegenteil. "Ich bin mir sicher: Unsere Zeit wird kommen, denn wir haben ein konkurrenzfähiges Auto. Wir werden kämpfen", sagt der Sauber-Fahrer und zeigt sich zuversichtlich. "Selbst in Barcelona, wo viele Teams ihre Updates am Start hatten, sahen wir noch immer recht wettbewerbsfähig aus. Es gibt also keine Engpässe bei der Entwicklung", stellt Perez heraus und merkt an: "Ich denke vielmehr, dass wir über die komplette Saison hinweg konkurrenzfähig bleiben können, wenn wir weiterhin - sowohl in der Fabrik als auch an der Strecke - gut zusammenarbeiten."
Lewis Hamilton bleibt zuversichtlich und scheint sich die gute Laune zu bewahren Zoom © xpbimages.com
Fünf Fahrer haben sich in diesem Jahr bereits in die Siegerliste der Formel 1 eingetragen, doch der Name von Lewis Hamilton taucht in diesen Statistiken bisher nicht auf. Der McLaren-Pilot war zwar in allen fünf Rennen im Ziel, kam dabei aber nicht über die dritte Stufe des Podests hinaus. Der Zweifel nagt aber nicht am Selbstbewusstsein des Ex-Champions. Dies betont Hamilton in Monte Carlo. Er sei "nicht frustriert" über seine sieglose Phase, meint der Brite. "So läuft es im Rennsport halt manchmal. Wir hätten angesichts unserer Ergebnisse in der Qualifikation natürlich gern besser abgeschnitten." Diesem "Problem" wolle man sich in den kommenden Rennen verstärkt widmen, um nicht noch weitere Punkte einzubüßen. Oder wie es Hamilton formuliert: "Wir müssen uns steigern." In der hart umkämpften Formel 1 bedeute Stillstand einen Rückschritt, erklärt Hamilton. Ein Handeln sei geboten, "wenn wir da bleiben wollen, wo wir sind, oder wenn wir uns davon ausgehend nochmals verbessern wollen", sagt der McLaren-Pilot. "Wir arbeiten schon sehr hart daran." Vorwürfe braucht sich der Weltmeister von 2008 jedoch nicht zu machen. Das meint zumindest Martin Whitmarsh. Der Teamchef von Hamilton stellt sich vor dem sechsten Rennen des Jahres demonstrativ hinter seinen Schützling: "Lewis wird in diesem Jahr nicht gerade vom Glück verfolgt. Wir glauben jedenfalls nicht, dass er das Siegen verlernt hat. Die WM ist vollkommen offen. Er darf sich als Siegkandidat in Monaco sehen - und als Anwärter auf viele weitere Siege und auch auf den WM-Titel", sagt der Brite. Dies macht Whitmarsh vor allem am Auftreten seines Landsmanns fest: "Seine Fahrweise ist sehr reif, kontrolliert und diszipliniert. Wahrscheinlich mehr als jemals zuvor", meint Whitmarsh und merkt an: "Er hat aber das Tempo und die Fähigkeit, um auf der Pole-Position zu stehen. Dieses Gefühl kann Lewis aus Barcelona mitnehmen. Dort hat er - trotz einer Strafe - eine fantastische Fahrt hingelegt."
Sergio Perez sieht sich schon seit einiger Zeit mit Ferrari-Gerüchten konfrontiert Zoom © xpbimages.com
Felipe Massa fährt diese Saison von Enttäuschung zu Enttäuschung. Das liegt nicht am Auto, denn Fernando Alonso rangiert mit dem F2012 punktegleich mit WM-Leader Sebastian Vettel auf Platz zwei in der Gesamtwertung. Kein Wunder, dass die Gerüchte um einen Rauswurf Massas immer lauter werden. Der logische Nachfolger wäre der Mexikaner Sergio Perez. Der Sauber-Pilot stammt aus dem Ferrari-Nachwuchsprogramm und gewann dieses Jahr mit einer sensationellen Leistung in Sepang beinahe sein erstes Rennen. Er gilt als eines der größten Formel-1-Nachwuchstalente. Doch Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali gab schon mehrmals bekannt, dass man nicht riskieren wolle, den Youngster aus seiner gewohnten Umgebung herauszureißen und ihn zu verheizen. Nun behauptet Perez gegenüber 'Formula1.com', dass er ein eventuelles Angebot von Ferrari, während der Saison zu wechseln, gar nicht annehmen würde: "Sollte es wirklich zu so einer Situation kommen, dann würde ich ablehnen, denn ich würde nicht während der Saison wechseln wollen." Daraufhin gibt er ein Versprechen ab: "Ich habe diese Saison mit Sauber begonnen, werde meine Saison mit Sauber beenden und gebe 100 Prozent für mein Team." Zudem glaubt er nicht, dass überhaupt etwas an den Gerüchten dran ist: "Dieser Hype über einen möglichen Wechsel wird massiv von den Medien aufgeblasen." Der Mexikaner rechnet sogar damit, dass sich Massa nach seinem schwachen Saisonstart noch einmal fängt: "Ich glaube, dass Felipe zurückschlagen und gute Arbeit leisten wird. Er ist ein starker Fahrer, und er hat ein großartiges Team im Rücken. Hat er einmal zurückgeschlagen, dann werden auch all diese Storys auf einmal verschwinden." Doch was wäre, wenn Motorenpartner Ferrari seinen Einfluss bei Sauber geltend macht und Perez nach Maranello holt? "Ich denke, dass die Leute nicht Motoren und Fahrer vermischen sollten", meint der Sauber-Pilot. "Die Gerüchte gibt es schon seit einer ganzen Weile, und natürlich habe ich eine Verbindung zu Ferrari und zur Fahrerakademie von Ferrari. Dennoch ist meine Position klar: Ich fahre für Sauber, und dort werde ich bleiben."
Alle wollen es wissen, wie es weitergeht: Aber Schumacher schweigt beharrlich Zoom © xpbimages.com
Es ist wie im 2006: Schon während dieser Saison drehte sich bei Michael Schumacher alles um die Frage, ob er nun den Helm an den Nagel hängt oder doch weiter Formel-1-Rennen bestreitet. Und das Rätselraten wird auch 2012 weitergehen, wie die Aussage des Rekord-Weltmeisters in der FIA-Pressekonferenz von Monaco zeigt: "Noch gibt es leider keine Neuigkeiten für euch. Ich möchte auch nicht zu tief in diese Diskussion einsteigen", weicht Schumacher aus. Um seine Motivation sei es aber gut bestellt, versichert der Mercedes-Pilot: "Wenn man bedenkt, wo wir im vergangenen Jahr standen, dann ist uns ein riesiger Fortschritt gelungen", insistiert Schumacher. "Wir haben unter Beweis gestellt, dass wir Rennen gewinnen können", unterstreicht er. Auch, wenn das bei den Silberpfeilen bislang Nico Rosberg vorbehalten war und Schumacher mit einigem Pech nur zwei WM-Zähler einfuhr. Motivation statt EnttäuschungSchumacher meint: "Ich fühle mich ganz und gar nicht enttäuscht. Wenn, dann ist es genau umgekehrt: Ich bin noch mehr motiviert, weil wir so viele Fortschritte machen." Rückendeckung erhält er von einem langjährigen Weggefährten: "Er war dieses Jahr doch sehr gut", bemerkt Ross Brawn gegenüber 'Autosport'. Der Mercedes-Teamchef räumt aber ein: "Wir haben nicht die Resultate eingefahren. die wir wollten." Brawn glaubt auch daran, dass von Schumacher sportlich bald mehr zu erwarten sein wird. "So viel Aufmerksamkeit, wie seinem Unfall in Spanien zuteil geworden ist, so viel wird es auch sein, wenn er Erfolg hat", blickt der Brite voraus. "So ist Michael: er mag die Herausforderung und darum geht es in der Formel 1. Er kniet sich rein, wenn Dinge nicht laufen, wie sie sollen", lobt Brawn die Vorzüge des siebenfachen Champions. Experten glauben an einen neuen VertragUnd auch die Stimmen aus dem Fahrerlager deuten darauf hin, dass Schumacher noch keinen zweiten Rücktritt wagt. Johnny Herbert erklärt gegenüber 'Sport Bild': "Michael ist psychisch und körperlich topfit, es gibt keinen Grund für ihn aufzuhören. Er ist jetzt besser als in den ersten beiden Jahren seines Comebacks", so der Brite. Und auch die TV Experten sind sich einig: Marc Surer glaubt an die Fortsetzung der Karriere, weil sich Mercedes nach Schumachers Wünschen richten würde. Christian Danner erkennt die Probleme des 43-Jährigen: "Er hat zwar am Sieg von Teamkollege Rosberg zu knabbern und auch daran, dass Kimi Räikkönen im Gegensatz zu ihm keinerlei Comeback-Probleme hat", so der 'RTL'-Fachmann. "Aber er will es noch mal wissen." Ex-Teamchef Peter Sauber bringt Schumachers gesündere, weil weniger verbissene Einstellung zum Motorsport ins Spiel. Sein früherer Teamkollege Felipe Massa wirft die Kämpfernatur des Kerpeners in der Waagschale. Keine Parallele zu Casey StonerVon den Journalisten in der FIA-PK ließ sich Schumacher auch bei der Frage nach seiner Meinung über den Abschied von MotoGP-Ass Casey Stoner aus dem aktiven Rennsport nichts entlocken. "Nun, ich habe vermutlich das Gleiche gefühlt wie diejenigen, die ein bisschen mit der Materie vertraut sind - sie waren überrascht", kommentiert der Mercedes-Pilot das Karriereende des Australiers, fordert aber: "Du musst es respektieren." Ein zu dezidiertes Urteil über Stoners Ankündigung will sich Schumacher jedoch nicht erlauben: "Ich kenne seine Gründe - oder seine genauen Gründe - nicht, doch er ist jung genug, um ein Sabbatical einzulegen, statt komplett aufzuhören. Es gibt sicherlich keine Parallele zu mir", spekuliert er über einen Rücktritt vom Rücktritt, den der Zweirad-Weltmeister vollführen könnte.
Das Starterfeld formiert sich - und könnte in Monaco einen sechsten Sieger haben Zoom © xpbimages.com
So abwechslungsreich wie in diesem Jahr hat sich die Formel 1 - wenn überhaupt - schon seit sehr langer Zeit nicht mehr präsentiert: In den bisherigen fünf Rennen stand am Ende jeweils ein anderer Fahrer auf dem obersten Treppchen, was an diesem Wochenende seine Fortsetzung finden könnte. Als wäre Monte Carlo nicht schon besonders genug - feiert im Fürstentum der sechste Sieger 2012? Mark Webber (Red Bull), in diesem Jahr einer der Topfahrer ohne Sieg, glaubt logischerweise auch aus eigenem Interesse daran, dass die angesprochene Serie weiterhin Bestand haben wird: "Es könnte einen sechsten Sieger geben. Natürlich. Warum auch nicht?", fragt der Australier und merkt an: "Es wäre schön, wenn ich es wäre." Klingt fast so wie der traditionelle Glückwunsch des Fürsten. Diesen Spruch ("Ich freue mich, dass sie es sind") kennt Webber aus der Vergangenheit, denn 2010 durfte der Red-Bull-Pilot in Monte Carlo (Alle Großen Preise von Monaco in der Datenbank!) jubeln. Auch Michael Schumacher (Mercedes) ist mit den Worten bei der Pokalübergabe bestens vertraut - und 2012 wie schon seit seinem Comeback vor mittlerweile fast zweieinhalb Jahren noch ohne Sieg. Ob sich das bereits am Sonntag ändert? "Ich bin ziemlich sicher, dass um uns herum einige sind, die bisher nicht gewonnen haben, die in diesem Rennen aber die Möglichkeit haben, zu gewinnen", sagt Schumacher. Was er mit diesem recht kryptisch anmutenden Satz meint: "Jeder von uns wäre glücklich darüber, dieser Sieger zu sein." Lewis Hamilton (McLaren) stimmt zu. Auch er wartet nach wie vor auf den ersten Saisonerfolg. "Es gibt einige Fahrer, die das Potenzial haben, um zu siegen, doch zwischen einigen Teams geht es wirklich eng zu. Ich denke, es ist völlig offen", sagt Hamilton vor seinem erklärten Lieblingsrennen. Weil gerade in Monte Carlo der Fahrer noch den Unterschied ausmachen könne, müsse man erst einmal abwarten. Traditionell bietet der Stadtkurs nämlich auch den Raum für Überraschungen. "Ein Auto, das auf Kursen wie Barcelona nicht so prächtig funktioniert, könnte in Monte Carlo ein bisschen besser laufen", meint Hamilton. Man darf also gespannt sein, wie sich die Dinge an der Côte d'Azur in den kommenden Tagen entwickeln. Laut Romain Grosjean (Lotus) ist es im Augenblick aber noch schwierig zu sagen, was geschieht: "Wir waren ja noch nicht einmal auf der Strecke ..."
Felipe Massa posiert im Fahrerlager von Monaco - läuft es diesmal besser? Zoom © Ferrari
Felipe Massas verzweifelte Ankündigungen erinnern bereits an den Hollywood-Klassiker "Und täglich grüßt das Murmeltier". Da macht auch der Formel-1-Klassiker in der Wahlheimat des Brasilianers keine Ausnahme. Im Vorfeld des Grand-Prix-Wochenendes stellt der schwer unter Druck stehende Ferrari-Star einmal mehr klar, dass es auf diese Art und Weise nicht weitergehen kann und dass es oft nur Kleinigkeiten brauche, um eine Trendwende einzuleiten. "Ich hoffe, dass meine Weltmeisterschaft 2012 an diesem Wochenende beginnt", übt sich Massa in Durchhalteparolen. "Vor allem, da es sich hier um mein zweites Heimrennen handelt und ich hier den Großteil des Jahres verbringe. Daher hoffe ich, dass es an diesem Wochenende besser läuft als bei den vergangenen Rennen. Dieses Rennen unterscheidet sich von ziemlichen allen außer Singapur, und daher hoffe ich, dass es für mich einen Neuanfang darstellt." Massa gibt zu, dass er sich in der größten Krise seiner bisherigen Karriere befindet: "Ich hatte in meiner Karriere schon einige schwierige Zeiten, und vielleicht war dieser Saisonstart die bisher schwierigste Zeit. Daher müssen wir aus dieser Lage herauskommen und in die richtige Richtung gehen - darauf konzentriere ich mich." Massa gibt mentales Tief zuZuletzt machten Spekulationen die Runde, wonach der 30-Jährige in Spanien und Monaco nur noch auf Bewährung fahre - demnach müsste er nun eine Glanzleistung zeigen, da das Barcelona-Wochenende in die Hose ging. Kein Wunder, dass Massa auch psychisch angeschlagen ist: "Ich musste mich mit der technischen Seite des Problems beschäftigen, aber das wirkt sich auch auf die mentale Seite aus, da es nicht einfach ist, mit dieser Situation umzugehen. Wenn man aber eine Sache löst, dann ist es leichter, auch die anderen zu lösen." "Ich musste mich mit der technischen Seite des Problems beschäftigen, aber das wirkt sich auch auf die mentale Seite aus." Felipe Massa Während Massa nach fünf Rennen in der WM-Wertung nur 17. Ist, liegt Teamkollege Fernando Alonso punktegleich mit WM-Leader Sebastian Vettel auf dem zweiten Platz. Sind die starken Leistungen des Spaniers ein Grund für die Krise des Ferrari-Routiniers? "Ich denke nicht, dass Fernando das Problem ist", winkt er ab. "Man hat immer großartige Teamkollegen und schwierige Zeiten mit dem Teamkollegen - starke Kerle treffen aufeinander." Massa vorsichtig optimistischMit seinen Erwartungen für dieses Wochenende hält sich Massa zurück, schließlich lief es auch bei den vergangenen fünf Rennen nicht nach Wunsch. Dennoch analysiert er das Potenzial des F2012 in den Häuserschluchten von Monaco: "Wenn wir trotz der Verbesserungen akzeptieren, dass die zwei Schwachpunkte des F2012 Traktion und Topspeed sind, dann sollte zumindest der Topspeed auf diesem langsamen Stadtkurs kein Problem sein - das könnte uns also helfen. Aber wir müssen natürlich abwarten, was im Training passiert, um die Situation zu verstehen." Immerhin sind die WM-Leader noch nicht völlig enteilt, denn dieses Jahr kann sich bisher kein Pilot im Klassement absetzen. "Normalerweise liegen die besten Autos an der Spitze, doch derzeit ist es schwer herauszufinden, welche Autos die besten sind", fällt Massa auf.
"Es ist schwer zu sagen, welches Auto bei welchem Rennen die meisten Punkte holen kann. Das liegt daran, dass sich die Situation von einer Strecke zur anderen ändern kann. Wir haben gesehen, dass Autos, die auf gewissen Strecken eingeschätzt wurden, den Erwartungen nicht entsprechen konnten. Normalerweise weiß man in einer Weltmeisterschaft nach ein paar Rennen, in welche Richtung es gehen wird. Dieses Jahr ist es aber viel schwieriger, sich ein Bild zu machen."
Immer von Journalisten umringt: Sebastian Vettel in Monte Carlo Zoom © Red Bull
(Motorsport-Total.com/SID) - Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel hat trotz fünf Siegern in fünf Rennen energisch bestritten, dass die aktuelle Formel 1 ein Glücksspiel sei - und die Schuld für Platz sechs zuletzt in Barcelona folgerichtig auf sich genommen: "Ich weiß, was ich gemacht habe. Das war mein Fehler", so der 24-Jährige auf die Frage, ob er nach seiner Durchfahrtstrafe in Barcelona noch einmal bei den Rennkommissaren vorstellig geworden sei. Zwar könne er sich die unterschiedliche Leistungsfähigkeit seines Autos im bisherigen Saisonverlauf nicht erklären, Glück und Pech spielten dennoch kaum eine Rolle, meint der Red-Bull-Pilot vor dem Rennen in Spielerparadies Monaco. "Es wird immer von Reifen-Roulette gesprochen, aber die Voraussetzungen sind für alle gleich", versichert er. "Wenn man sich den Durchschnitt der fünf Rennen anschaut, stehen doch die vorne, die es auch verdienen. Und wenn am Ende nach 20 Rennen einer Weltmeister wird, kann man sicher nicht sagen, er hatte Glück." Eine Siegerwette für Monaco will Vettel, der das WM-Klassement vor dem punktgleichen Spanier Fernando Alonso anführt, aber nicht abgeben: "Wenn es nach dem Trend geht, müsste es im sechsten Rennen den sechsten Sieger aus dem sechsten Team geben", meint er schmunzelnd. Auf die Frage, auf wen er zehn Euro setzen würde, erklärt der Hesse mit Blick auf den für das Hinterbänkler-Team Marussia fahrenden Timo Glock: "Ich würde ja sehr gerne auf Timo setzen, aber es ist ja nicht mein Geld. Aber ich setze auf Timo in den Top 10." Die Durchfahrstrafe in Barcelona hatte Vettel kassiert, weil er nach der Kollision zwischen Michael Schumacher und Bruno Senna unmittelbar hinter den beiden Streithähnen bei den geschwenkten gelben Flaggen nach Meinung der Rennkommissare nicht genügend vom Gas gegangen war. Direkt nach dem Rennen hatte er noch gesagt: "Ich wüsste nicht, wo ich schneller war."
Quelle: motorsport-total.com
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FIA-PK: Wo der Fahrer noch den Unterschied macht ...
23.05.2012 - 19:38
Fernando Alonso war im ersten Training deutlich schneller als alle anderen Zoom © xpbimages.com
Für den Rest des Wochenendes ist der Wetterbericht instabil, aber während des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco präsentierte sich die Cote d'Azur von ihrer schönsten Seite. Zwar ist es nach rund acht Minuten unmöglich, Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis zu ziehen, aber die erste Bestzeit des Donnerstags sicherte sich Fernando Alonso in 1:16.265 Minuten. Der Ferrari-Pilot verpasste damit seine Donnerstags-Bestzeit aus dem Vorjahr (1:15.123 Minuten), distanzierte aber Romain Grosjean (Lotus) um 0,365 und Sergio Perez (Sauber) um 0,446 Sekunden. Perez war zu Beginn der Session der Erste, der einen kompletten Run absolvierte - möglicherweise auch, um sein Unfalltrauma des Vorjahres gleich zu Beginn des Wochenendes abzuschütteln. Das dürfte ihm gelungen sein. Kovalainens Renault-Motor geplatztEine Zeitenjagd am Ende blieb übrigens aus, weil die Session knapp zehn Minuten vor Schluss unterbrochen werden musste. Heikki Kovalainen (18./Caterham/+2,774) vernebelte erst den kompletten Tunnel, ehe der Motor vor der Hafenschikane komplett kaputt ging und blockierte, sodass der Finne an einer gefährlichen Stelle stehen bleiben musste. "Der Motor ist weg", funkte Kovalainen, ehe sein Caterham von neun Streckenposten weggeschoben wurde. Sergio Perez scheint den Schock des Vorjahres schon gut verdaut zu haben © xpbimages.com "Wir wissen nicht genau, was passiert ist", erklärt ein Caterham-Sprecher. "Als Heikki aus dem Tunnel herauskam, spürte er, wie die Hinterachse blockierte. Deshalb stellte er das Auto ab. Das Fahrzeug wurde nicht beschädigt, doch es gab reichlich Rauch. Für den Nachmittag dürfte ein Motorwechsel anstehen. Wenn der bisherige Motor dann wieder in der Renault-Fabrik ist und dort untersucht wird, dürfte sich die genaue Ursache feststellen lassen." "Das ist eine Stelle, an der man nicht stehen bleiben sollte, aber wo soll man hin, wenn der Motor blockiert?", meint Experte Marc Surer. Zum Glück ging die Situation glimpflich aus und alle nachfolgenden Autos konnten trotz der schlechten Sicht ausweichen. Aufgrund der von Kovalainen gelegten Ölspur im Tunnel wurde die Session nicht mehr neu gestartet - sehr zum Leidwesen von Sebastian Vettel (9./Red Bull/+0,957), der noch etwas ausprobieren wollte. Training: Jede Runde zählt"In Monaco", weiß der ehemalige Formel-1-Pilot Surer, "zählt jede Runde. Es ist eine Fahrerstrecke. Natürlich muss das Auto passen, aber der Einfluss des Fahrers ist hier größer als auf jeder anderen Strecke." Hofft auch der drittplatzierte Perez und meint selbstbewusst: "Wir sind hier ziemlich konkurrenzfähig. Es wird also unser Ziel sein, um das Podium zu kämpfen." Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari macht ihm Mut: "Sauber scheint einen Schritt gemacht zu haben." Ex-Weltmeister Mika Häkkinen hat eher seinen Landsmann Kimi Räikkönen auf der Rechnung: "Der Lotus scheint hier wirklich gut zu gehen." Aber während Grosjean im Drift-Fahrstil von Anfang an ganz vorne mitfuhr, hatte Räikkönen die Lotus-Box schon verlassen, als Kovalainens Renault-Motor noch gar nicht geplatzt war. Wegen eines Problems mit der Servolenkung musste der "Iceman" die erste Session nach der Installationsrunde spritzen. Massa bemüht, aber verkrampftDie Monaco-Spezialisten Lewis Hamilton (McLaren/+0,482) und Pastor Maldonado (Williams/+0,495) landeten auf den Plätzen vier und fünf, noch vor Felipe Massa (Ferrari/+0,578), der heute Morgen sehr couragiert wirkte und 19 Runden absolvierte. In einer davon streifte er unnötigerweise auf der Geraden (!) vor der Tabak-Kurve die Leitplanken, aber das Team nahm ihn via Funk in Schutz: "Schon okay, kann passieren, Felipe." Kimi Räikkönen musste im ersten Freien Training bis auf eine Runde zuschauen © Lotus Das Mercedes-Duo Rosberg/Schumacher landete mit jeweils rund einer Sekunde Rückstand auf den Plätzen zehn und elf, unmittelbar vor Nico Hülkenberg (Force India/+1,366). Apropos Mercedes: Schumacher bereitete seiner Crew ein wenig Arbeit, als er mit einem losen Frontflügel an die Box kam. Was die Ursache für dieses Problem war, ging aus den TV-Bildern jedoch nicht hervor. 13. wurde Mark Webber (Red Bull/+1,841). Jenson Button (+0,925) belegte zunächst Platz acht. McLaren testete aber nicht nur für dieses Wochenende, sondern auch schon 2013er-Komponenten - und die scheinen die Fahrer noch immer in der Sicht zu beschränken, wie Button über Funk lautstark bemängelte. Ansonsten gab es während des ersten Trainings keine Zwischenfälle oder Crashes, was für die Disziplin des Starterfeldes spricht. Übrigens: Freitagstester waren heute nicht im Einsatz.
Bestes Rennwetter in Monaco: Schmeckt das den Reifen oder tut es das nicht? Zoom © xpbimages.com
(Motorsport-Total.com/Sky) - Als wäre der Stadtkurs von Monte Carlo nicht schwierig genug: Die Pirelli-Reifen der Formel 1 werden die Fahrer und ihre Teams auch beim Glamour-Grand-Prix vor eine große Aufgabe stellen. Davon sind die unmittelbar Beteiligten überzeugt. Die Frage ist allerdings noch, wie groß der Einfluss der Pneus auf die Gesamtleistung sein wird. Michael Schumacher hat da einen gewissen Verdacht. Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister rechnet mit keinem allzu "wilden" Wochenende, was die Reifensituation anbelangt. "Hier sollte es etwas konstanter sein und nicht so dramatisch wie bei anderen Rennen. Es kommt aber ganz auf die Temperaturen an", meint Schumacher. Im ersten Freien Training gab es im Fürstentum noch frühlingshafte 22 Grad Celsius - optimale Bedingungen. "Wenn wir in einem solchen normalen Bereich liegen, sollte es halbwegs okay sein", erklärt "Schumi" und fügt hinzu: "Sollten wir in die 30er gelangen, wird es für alle problematisch." Generell sei das Fahren in Monaco "ein Drahtseilakt, bei dem du im Rennen 78 Runden lang jonglierst. Manchmal fällst du runter, manchmal bleibst du drauf. Dementsprechend verändert sich der Spaß", sagt Schumacher.
Jenson Button ist sich der Fehler aus den vergangenen Rennen wohl bewusst Zoom © xpbimages.com
Drei aus fünf: Jenson Button punktete in diesem Jahr nicht in jedem Rennen, was den britischen McLaren-Piloten bereits einiges an Boden kostete. Trotzdem zeigt sich der Weltmeister von 2009 vor dem Großen Preis von Monaco sehr zuversichtlich, schließlich liebt er diesen Grand Prix und hat ihn auch schon einmal gewonnen. In seiner Medienrunde spricht Button über den speziellen Reiz eines Rennens im Fürstentum und über seine Aussichten in der WM-Gesamtwertung der Formel 1. Frage: "Jenson, du hast auf dem einzigen Stadtkurs gewonnen, den die Formel 1 in diesem Jahr schon besucht hat. Monte Carlo ist aber eine etwas andere Nummer. Was denkst du vor dem Beginn dieses Wochenendes?" Jenson Button: "Es ist schön, wieder hier zu sein. Ich denke, wir alle lieben es, durch die Straßen von Monaco zu fahren. Es ist einer dieser Kurse, die keinen Fehler verzeihen." "In Melbourne kannst du dir vielleicht noch einen Schnitzer erlauben, doch hier bedeutet dergleichen schlichtweg 'Game Over'. Monte Carlo macht sehr viel Spaß, selbst im Simulator. Der Spaßfaktor ist beim Fahren einfach noch viel größer als auf anderen Strecken. Ich freue mich schon sehr darauf, am Freitag endlich loszulegen." Die Vorfreude ist großFrage: "Kannst du aus der Arbeit im Simulator schließen, dass das Auto in Monte Carlo konkurrenzfähig sein wird?" Button: "Nun, das Fahrzeug fühlte sich im Simulator sehr gut an. Schauen wir einmal, wie sich die Situation hier auf der Strecke darstellt. Du musst in jedem Fall große Vorsicht walten lassen, denn der Kurs verbessert sich im Verlauf des Wochenendes." "Es ist zudem der einzige Ort, an dem wir schon donnerstags fahren. Danach haben wir einen Tag frei und die Straßenautos fahren über die Strecke. Am Samstag steigt dann die Qualifikation. Da musst du aufmerksam sein und darfst dich nicht zu unbedarft verhalten. Das Überholen ist hier nicht so einfach." Frage: "Nach dem vergangenen Jahr hast du hier sicherlich noch eine offene Rechnung ..." Button: "Ja, wir haben uns erst wieder mit dem Rennverlauf von 2011 vertraut gemacht. Man könnte sagen, dass der Abbruch zum Schluss dafür gesorgt hat, dass unsere Chancen auf den Sieg ein bisschen vermindert wurden." "Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben." "Egal, das liegt nun in der Vergangenheit. Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben. Ob das drin ist, wird sich zeigen. Es ist so gesehen nicht anders als an jedem anderen Wochenende sonst. Die Situation gestaltet sich von Rennen zu Rennen derart unterschiedlich. Pastor (Maldonado; Anm. d. Red.) hatte sich in Bahrain noch auf Rang 17 qualifiziert, glaube ich." "In Barcelona qualifizierte er sich dagegen auf Platz zwei. Ich denke nicht, dass sich so viel verändert hat. Es ist schwierig. Aus Fahrersicht ist Monte Carlo eine etwas andere Nummer. Die Erfahrung spielt hier eine ziemlich wichtige Rolle. Entscheidend ist auch, das Auto auf einem solchen Kurs wirklich zu verstehen. Hoffentlich gelingt uns das bis Samstag."
Frage: "Nach dem Spanien-Rennen konntest du nur mit dem Kopf schütteln, weil es offenbar nicht so lief, wie du dir das gedacht hattest. Habt ihr eure Probleme in den Griff gekriegt?" Button: "Bisher habe ich das Auto noch nicht gefahren, also nein, ich weiß es nicht. Ja, wir haben gemeinsam mit den Ingenieuren einen Blick in die Daten geworfen. Es gibt ein paar Dinge, von denen wir glauben, ein paar Fehler gemacht zu haben. Trotzdem müssen wir abwarten und schauen, wie sich das Auto hier anfühlt." McLaren auf FehlersucheFrage: "Die jüngsten Rennen waren nicht gerade berauschend. Es gab ein paar Fehler seitens des Teams. War das ein Thema in der Fabrik?" Button: "Na klar. Jeder macht Fehler. Wir haben ein paar gemacht, doch damit wirst du nicht Weltmeister. Wichtig ist, daraus zu lernen und weiterzumachen. Es geht darum, sicherzustellen, dass sich dergleichen nicht wiederholt." "Wir haben das Team dahingehend auch ein bisschen umstrukturiert. Wir als Team müssen schauen, was wir speziell bei den Boxenstopps tun können. Wir haben hier einige Verbesserungen am Start, die uns ziemlich helfen sollten. Es kommt auf Konstanz und Tempo an. Hier ist es eh etwas Besonderes: In Monaco brauchst du eine gute Qualifikation, einen guten Start und gute Boxenstopps." Frage: "Verläuft die Saison bisher so, wie du es erwartet hast? In fünf Rennen gab es fünf Sieger - und auch du hast 2012 schon gewonnen ..." Button: "Nein, dergleichen hatte ich nicht erwartet. Wir gingen zuversichtlich in die Saison, denn wir hatten einen guten Winter gehabt. Die Saison begann stark für uns. Eben wie wir es uns erhofft hatten. Seither war es sehr durchwachsen für uns." "Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar." Jenson Button "Wir waren schnell in Malaysia und schnell in China, aber in Bahrain und Spanien waren wir zumindest im Renntrimm nicht konkurrenzfähig. Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar. Wir hatten geglaubt, dass uns die Hitze vor Probleme stellt, doch die beiden jüngsten Rennen waren heißer als die vorangegangenen. Wir versuchen noch immer, herauszufinden, was Sache ist."
Frage: "Die Meisterschaft ist jedenfalls noch vollkommen offen ..." Button: "So ist es. Ich habe aber schon in zwei Rennen keine Punkte geholt. Das ist sehr seltsam. Es ist so schwierig, schlau daraus zu werden. Du musst einfach bereit sein. Manchmal scheint das Auto zu funktionieren, manchmal nicht. Wichtig ist, keine Fehler zu machen. Dann bist du vorn mit dabei." Wie halten die Reifen in Monte Carlo?Frage: "Bist du im Hinblick auf die Reifen ein Zocker oder wartest du darauf, bis die letzte Karte aufgedeckt wird?" Button: "Ich war eigentlich immer gut darin, doch in diesem Jahr haben wir anscheinend ein paar Probleme damit, die Reifen zu verstehen. Ich denke, da sitzen wir alle im selben Boot." "Hoffentlich sehen wir vor dem Qualifying klarer, denn Monte Carlo kann die Reifen schon sehr intensiv rannehmen. Auf einmal sind die Pneus dann hinüber. Das sahen wir 2009 bei Sebastian Vettel, aber nicht nur damals. Wir hoffen einfach, ein besseres Reifenverständnis zu haben, als dies an den vergangenen Wochenenden der Fall war." "Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet." Jenson Button Frage: "Sebastian Vettel fuhr im vergangenen Jahr 50 Runden auf der weichen Mischung. Denkst du, das wäre auch mit den aktuellen Reifen möglich?" Button: "Waren es bei ihm wirklich 50 Runden oder kam ihm da die rote Flagge dazwischen? Es waren 50 Runden? Okay, cool. Es sah jedenfalls ganz nach einem sehr aufregenden Zieleinlauf aus. Ich weiß nicht, was passiert wäre. Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet. Wir werden es nie erfahren. So kam es nicht, weil das Rennen ja unterbrochen wurde." Frage: "Das Wetter könnte am Sonntag für eine nasse Strecke sorgen, vielleicht auch schon am Samstag. Gut für euch?" Button: "Ich werfe alle zwei Stunden einen Blick auf die Wettervorhersage. Sie verändert sich ständig. Am Dienstag hieß es noch, es würde Samstag und Sonntag regnen, jetzt soll es nur am Samstag regnen oder gar nicht, und erst am Montag." "Schauen wir einmal, was passiert. Im Qualifying hat man es natürlich gern trocken, weil es ein solcher Kick ist, wenn man das Auto ans Limit bringt. Das lieben wir. Im Nassen ist es ganz anders, doch wir würden trotzdem das Beste daraus machen." Frage: "Ich habe hier zehn Euro für dich, aber die musst du auf den Fahrer setzen, von dem du glaubst, dass er hier gewinnt ..." Button: "Ich! Einhundert Prozent." Frage: "Dann nimm das Geld ..." Button: "Nein. Ich nehme kein Bargeld (lacht; Anm. d. Red.)." Ein Traditionskurs, der Freude machtFrage: "Zurück zu Monaco: Dieser Kurs ist etwas Besonderes, nicht wahr?" Button: "Ja. Wir alle lieben es, hier durch die Straßen zu fahren. Es ist eine ungewöhnliche Strecke, denn die Leitplanken stehen so nah. Fehler werden nicht verziehen. Es ist ein Traditionskurs. Das ist gut." "Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Jenson Button "Wir lieben solche Orte - Suzuka, Spa-Francorchamps. Die Strecke an sich hat sich nicht viel verändert, doch es gibt nun bessere Auslaufzonen. Das macht viel Spaß. Wenn du hier im Qualifying alles aus dem Auto herausholen kannst, dann ist das einfach nur toll. Das lieben wir. Dann realisierst du, dass du einen Formel-1-Rennwagen mit 750 PS zähmst. Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Frage: "Du hast hier schon gewonnen. Wie aufregend ist dieser Kurs und wo sind die Schlüsselstellen?" Button: "Es ist der gesamte Kurs. Es ist völlig verrückt, hier mit einem Formel-1-Auto herumzufahren. Uns macht das aber sehr viel Spaß. Es gibt hier zwar nicht sehr viele schnelle Kurven, doch die sind sehr aufregend. Die Schwimmbad-Passage ist toll, aber auch der Hügel beim Kasino. Du musst dich herantasten, denn sonst schlägt dieser Ort zurück, wenn du nur einen kleinen Fehler machst. Deshalb ist es so spannend." Frage: "Am Ausgang des Tunnels wurden ein paar Bodenwellen entfernt. Ist das gut oder schlecht für das Überholen an dieser Stelle?" Button: "Nun, wir hatten schon 2011 kein DRS an dieser Stelle und auch in diesem Jahr ist das der Fall. Das ist gut so. Es wurden aber auch die Reifenstapel verschoben, in die Perez eingeschlagen war. Auch das ist gut. In den Auslaufzonen wurde zudem etwas Sand in die Farbe gemischt. Das sollte dabei helfen, die Autos rascher abzubremsen. Ebenfalls eine gute Sache."
Fernando Alonso tritt in Monaco mit einem in Gold und Weiß gehaltenen Helm an Zoom © Ferrari
Eine Stadtrundfahrt im Zuhause der Reichen und Schönen: Beim Großen Preis von Monaco geht es alljährlich um das Motto "sehen und gesehen werden". Wohl auch deshalb warten die Fahrer und Teams der Formel 1 meist bei diesem Rennen mit besonderen Lackierungen oder neuen Farben auf. Bei Fernando Alonso ist das 2012 nicht anders: Der Spanier bringt einen speziellen Helm an den Start. Der eigens für die Hatz im Leitplanken-Kanal von Monte Carlo entworfene Kopfputz besticht durch die Farben Gold und Weiß und stellt eine Hommage an das Traditionsrennen dar. Ebenfalls eingearbeitet sind Elemente aus dem Glücksspiel wie Jetons, Roulette und Würfel. Außerdem ist auf der Oberseite des Helms ein Ferrari 158 zu sehen, wie ihn John Surtees 1964 fuhr - und damit Weltmeister wurde. Zu sehen ist darüber hinaus das Viktoria-Kreuz von Asturien, der spanischen Heimat von Alonso. Und neben dem Monaco-Motto "Bet on Red" ("Setze auf Rot"; Anm. d. Red.) finden sich auf dem Helm noch diverse Zahlen, die allesamt mit der Formel-1-Karriere des zweimaligen Weltmeisters und der Formel 1 im Fürstentum in Verbindung stehen. Auch seine zwei Monaco-Siege sind dort verewigt. Die "78" steht beispielsweise für die Anzahl der Rennrunden beim Großen Preis von Monaco, die "70" für das runde Jubiläum des Traditionsrennens. 75 Mal stand Alonso bereits auf einem Formel-1-Podest, 20 Mal startete er von der Pole-Position. Die "19" entspricht der Anzahl der Kurven auf einer Runde in Monte Carlo, die "5" Alonsos Startnummer. Was die "14" bedeuten soll, wurde nicht verraten.
"Hallo, Jungs, wir müssen da was ändern." Bernie Ecclestone stört sich am Q3-Ablauf Zoom © xpbimages.com
Das Top-10-Finale im Qualifying ist nicht mehr das, was es einmal war. Denn statt mit einem letzten frischen Reifensatz auf die Jagd nach der Pole-Position oder einem vorderen Startplatz zu gehen, verzichten einige Piloten lieber auf eine schnelle Runde. Sie sparen sich ihre neuen Reifen auf, um dann im Rennen bessere Karten zu haben. Darunter leidet jedoch das Spektakel in der Qualifikation. Dies stört auch Formel-1-Chef Bernie Ecclestone. Dem 81-jährigen Briten ist die Umsetzung der aktuellen Regeln ein Dorn im Auge: "Was im Augenblick falsch läuft, ist, dass einige Fahrer denken, nicht auf die Pole-Position fahren zu können." Der Grund für diese Zurückhaltung sei das Kontingent an frischen Pirelli-Pneus. Doch mit einer neuen Verordnung könnte Abhilfe geschaffen werden. Ecclestone hat einen Vorschlag parat: "Ich sage ja schon lange, dass es einen weiteren Reifensatz geben sollte, der nach der Qualifikation abgegeben werden muss. Dann gibt es nichts, was man sich aufsparen könnte. Dann sind die Teams zum Wechseln gezwungen", meint Ecclestone und merkt an: "Was wir brauchen, ist ein weiterer Reifensatz, damit im Zeittraining mehr Runden abgespult werden." Mit den unvorhersehbaren Rennen ist der Formel-1-Chef indes vollkommen zufrieden und stellt seinen Reifenlieferanten - unabhängig von der Situation in der Qualifikation - ein sehr gutes Zeugnis aus: "Pirelli hat klasse Arbeit geleistet. Es ist weitaus schwieriger für sie, einen Reifen zu bauen, der nur 30 Prozent des Rennens durchsteht, als einen Reifen zu entwerfen, der die komplette Distanz meistert." "Es war ein Teil meines Vertrags mit ihnen, dass die Reifen nur für einen Teil des Rennens haltbar sein sollten. Ich war beeindruckt davon, dass es ihnen gelang", sagt Ecclestone. "Es hätte auch leicht anders kommen können, sodass nur zehn Runden drin gewesen wären oder das gesamte Rennen. Es war eine technische Meisterleistung", findet der Brite. "Ich hätte nicht gedacht, dass sie es schaffen."
Formel 1 zu Gast in Frankreich: Das bis dato letzte Rennen datiert aus 2008 ... Zoom © xpb.cc
Eine Neuauflage des Großen Preises von Frankreich schien in den vergangenen Monaten bereits gewaltig an Fahrt aufgenommen zu haben, doch just im Wahlmonat kamen die Vorhaben um das Comeback in der Formel 1 wieder ins Stocken. Offenbar ist nun auch der angestrebte Rennplatz in Paul Ricard, wo die Königsklasse in der Vergangenheit bereits fuhr, nicht mehr länger erste Wahl. Dabei hätte alles so einfach sein können, wie Formel-1-Chef Bernie Ecclestone gegenüber 'ESPN' betont. "Die Franzosen hatten genug Gelegenheiten, um es wahr zu machen, taten es aber nicht. Sie versprachen uns all die Dinge wie die Straßen von Paris oder Disney", meint der Brite. All diese Ansätze waren aber meist genauso schnell wieder vom Tisch, wie man sie aufgetischt hatte. Das Grand-Prix-Thema sei in Frankreich halt "sehr politisch", erklärt Ecclestone und merkt an: "Ich weiß nicht, ob es anders gewesen wäre, wenn Sarkozy wiedergewählt worden wäre. Keine Ahnung. Als er noch an der Macht war, hätten sie unterschreiben können. Sie hatten einen Vertrag vorliegen. Alles, was sie tun mussten, war, ihre Unterschrift darunter zu setzen", hält der Formel-1-Chef fest. Andererseits habe es ständig an der nötigen Konsequenz hinsichtlich eines Rennplatzes gefehlt, fügt Ecclestone hinzu: "Sie kamen eh nie zu einer Übereinkunft mit Paul Ricard. Dort würden Investitionen nötig werden, um Tribünen aufzubauen. Und der Paddock-Club ist nicht groß genug", sagt der 81-Jährige. Inzwischen ist auch nicht ausgeschlossen, dass die Formel 1 nach Magny-Cours zurückkehrt.
Teamchef Ross Brawn pocht auf die historische Bedeutung von Mercedes Zoom © xpbimages.com
Während beim letzten Concorde-Agreement, das im Jahr 2009 ratifiziert wurde, der Automobil-Weltverband FIA unter dem damaligen Präsidenten Max Mosley eine der treibenden Kräfte war, spielt die FIA bei den aktuellen Verhandlungen für 2013 bis 2020 praktisch keine Rolle. Bisher fanden die Gespräche fast ausschließlich zwischen Bernie Ecclestone und den Teams statt. Ross Brawn missfällt das: "Wir haben noch einen langen Weg vor uns, bevor wir finale Lösungen erreichen", sagt er und unterstreicht: "Ich denke, was man in all das einbeziehen sollte, ist die Rolle, die die FIA in Zukunft spielen wird, ihre Rolle in unserem Sport. Sie waren bisher ruhig, aber sie werden eine Rolle spielen. Ich bin einigermaßen zuversichtlich, dass wir vernünftige Lösungen für die Zukunft finden können. Ich glaube aber nicht, dass schon alles erledigt ist." Mercedes war bisher das einzige Topteam, das Ecclestone noch nicht signalisiert hatte, das neue Concorde-Agreement unterschreiben zu wollen. Bei einem Treffen mit Daimler-Konzernchef Dieter Zetsche - Brawn war aus gesundheitlichen Gründen abwesend - dürfte es zuletzt in Barcelona aber eine Annäherung zwischen Mercedes und den Inhabern der kommerziellen Rechte gegeben haben. Angeblich könnte dieses Wochenende alles unter Dach und Fach gebracht werden. Brawn schweigt zur Mercedes-Situation hinsichtlich des Concorde-Agreements: "Ich kann das immer noch nicht kommentieren", meint er und ergänzt in Anspielung auf die von Ecclestone angezweifelte historische Bedeutung der deutschen Marke: "Wir sind sehr stolz auf unsere Geschichte und glauben, dass sie für den Sport wichtig ist. Da sind die Menschen unterschiedlicher Auffassung. Aber das ist alles Teil der heiklen Verhandlungen, die stattfinden."
Nico Hülkenberg blickt skeptisch auf die Hackordnung in der Formel 1 Zoom © xpbimages.com
Ein Mal schrammte Force India knapp an einem Grand-Prix-Sieg vorbei: Das war mit Giancarlo Fisichella in Spa-Francorchamps. Dass diese Gelegenheit bald wieder kommt, glaubt Nico Hülkenberg nicht, wie er 'auto motor und sport' verrät: "Williams und Sauber waren nach unseren Messungen in Barcelona bei den schnellsten Autos dabei. Die muss man jetzt auch zu den Top-Teams zählen." Den Mercedes-befeuerten Inder dagegen nicht. Und das trotz der Fortschritte, die die Truppe um Besitzer Vijay Mallya gemacht hat: "Wir haben uns definitiv gesteigert, vor allem in der Traktion. Unsere Gegner sind diesen Schritt aber mitgegangen", erklärt Hülkenberg und verweist erneut auf die ehemaligen Mittelfeldkonkurrenten, von denen nur noch Toro Rosso hinter Force India rangiert. "In den schnellen Kurven sind Sauber und Williams besser als wir." Woher rührt es, dass Force India - denen rund drei Zehntelsekunden fehlen - nicht mit der Konkurrenz aus der Hinwil und Grove mithalten kann? Für Hülkenberg sekundär: "Uns bleibt nichts anderes übrig, als zu entwickeln, weil wir zurückliegen. Wir brauchen noch ein paar Zehntelchen, um an die anderen ranzukommen", insistiert er. "Es ist wichtig, eine gute Balance zwischen Entwicklung und dem Verständnis des Autos zu finden", macht Hülkenberg deutlich. Dann scheint das erklärte Saisonziel, nämlich Rang fünf in der Konstrukteurs-Wertung, nicht außer Reichweite. "Das ist immer noch möglich, wenn auch schwierig, weil die anderen auch weiter Punkte machen werden", befürchtet der Emmericher und hofft auf die Kurse, die 2011 im Sommer und Herbst im Grand-Prix-Kalender standen. "Da ist der Knoten bei uns auch erst in der zweiten Saisonhälfte aufgegangen", so Hülkenberg.
Seiner Heimat Großbritannien hat Hamilton schon lange den Rücken gekehrt Zoom © xpbimages.com
Viele Fahrer haben ihren Wohnsitz in das Steuer- und Lebensqualitäts-Paradies Monaco verlegt. Auch Lewis Hamilton gefällt es an der Cote d'Azur. Der Brite ist erst kürzlich aus der Schweiz in das Fürstentum gezogen und zeigt sich begeistert vom neuen Wohnort sowie dem kurzen Weg an den Arbeitsplatz: "Es ist ein fantastisches Gefühl, in deinem eigenen Bett aufzuwachen und einfach nur die Straße hinunterzufahren, um bei der Arbeit anzukommen", freut sich der McLaren-Pilot. Lebensgefährtin Nicole Scherzinger beim Vorbeifahren am heimischen Balkon theoretisch zuwinken zu können, gefällt Hamilton. "Das erlebe ich heute zum ersten Mal, doch ich bin mir sicher: Es wird einen großen Unterschied ausmachen", prognostiziert er. "Ich habe auch mein früheres Zuhause geliebt, doch das ist ein ganz anderer Ort. Ich mag ihn noch ein bisschen mehr, scheint mir", so Hamilton, der sich bekanntermaßen gerne mit Stars aus dem Showbusiness umgibt. Doch auch an seinem alten Wohnort fand der 27-Jährige Gefallen. "Als ich in der Schweiz lebte, war das eines der schönsten Länder, die ich je besucht hatte. Das Wetter war ein bisschen wie in Großbritannien, doch es war meist viel schöner", schmunzelt Hamilton und beschreibt den Unterschied als eklatant: "Es dauerte eine Ewigkeit, um bis zu einem Restaurant zu gelangen. Ich konnte nicht einfach nur hinlaufen oder hinfahren", so der Weltmeister von 2008 über die Abgeschiedenheit. Hamilton meint: "Ich habe das Gefühl, es weiterhin genießen zu müssen. Ich laufe jeden Tag auf der Strecke und laufe sie fast komplett ab. Es ist schon unglaublich, jeden Tag auf seiner Lieblingsstrecke herumlaufen zu können", so der Brite, der tagtäglich Sporthistorie lebt. "Du denkst: 'Wow, ich laufe durch den Tunnel, durch den solche Legenden wie Michael und Ayrton (Senna; Anm. d. Red.) gefahren sind. Jetzt bin ich einer dieser Rennfahrer und wohne noch dazu hier."
In Monaco gehen die Uhren anders: Auch für die V8-Motoren der Formel-1-Autos Zoom © xpb.cc
Ebenso einzigartig wie unberechenbar: Der Grand Prix von Monaco zählt zu den Highlights einer jeden Formel 1-Saison. Das Rennen durch die Straßen des glamourösen, normalerweise eher beschaulichen Fürstentums ist nach wie vor einzigartig auf der Welt. Der Stadtkurs selbst hat sich dabei im Laufe der Jahre kaum verändert. Die einzigartige Streckencharakteristik stellt die Ingenieure von Renault vor ganz besondere Herausforderungen, denn die Motoren müssenkomplexe Ansprüche erfüllen. "In Monaco lenken die Piloten ihre Boliden nicht nur mit dem Lenkrad, sondern auch mithilfe des Motors", erklärt Remi Taffin, Leiter des Grand-Prix-Teams. "Der Fahrer benötigt deswegen ein Triebwerk, das gleichmäßig und direkt auf Gaspedalbefehle anspricht." Nur so entwickele er das nötige Vertrauen, um jederzeit voll attackieren zu können. Die größte Herausforderung in Monte Carlo liege in den geringen Geschwindigkeiten, sagt Taffin. "Daher verwenden wir hier ein ganz spezielles Motor-Management, das auf keiner anderen Rennstrecke zum Einsatz kommt. Die Triebwerke sind auf Drehzahlen von bis zu 18.000 Umdrehungen pro Minute ausgelegt. Im Fürstentum müssen sie aber in den langsamen Kurven auch bei nur 5.000 Touren noch perfekt funktionieren", so Taffin. Der Renault Ingenieur betont die spezielle Herangehensweise der Franzosen: "Um uns auf dieses Wochenende perfekt vorzubereiten, testen wir im Vorfeld besonders ausgiebig auf unseren Motorenprüfständen. So stellen wir sicher, dass alles einwandfrei funktioniert. Dabei stimmen wir denV8 für unsere vier Partnerteams auch so ab, dass er bereits im Tourenkeller ein bissiges Ansprechverhalten an den Tag legt." Eine der anspruchsvollsten Aufgaben besteht darin, die Triebwerke so anzupassen, dass sie sehr agil am Gas hängen und direkt das nötige Drehmoment zur Verfügung stellen. Der Pilot muss darauf vertrauen können, dass der Motor sofort reagiert, wenn er ihn braucht - ganz gleich, welches Pedal-Einstellung er fährt oder in welcher Stellung sich das Gaspedal gerade befindet. Auch David Lamb unterstreicht die große Bedeutung einer perfekten Abstimmung für die Achtzylinder. "Monaco ist in jeder Beziehung einzigartig, so ein Rennen gibt es in der Formel 1 kein zweites Mal", so der Brite, der vor zwei Wochen als verantwortlicher Motoren-Ingenieur von Pastor Maldonado beim Grand Prix von Spanien gemeinsam mit Williams den ersten Sieg des wiedergewonnen Partners in dieser Saison feiern durfte. "Da wir auf diesem Kurs kaum auf die maximale Höchstgeschwindigkeit kommen, wirken sich ein paar Extra-Pferdestärken so gut wie gar nicht auf die Rundenzeit aus", meint Lamb. "Die Schlüsselfrage ist, wie wir die Power auf die Straße bringen - denn genau das macht den Unterschied aus und sorgt auf der Strecke für einen echten Zeitvorteil", geht er auf die feinen Differenzen ein. Der Williams-Techniker verdeutlicht die Besonderheiten eines Stadtkurses: "Aber auch darüber hinaus erwarten uns in Monaco einige Besonderheiten, die wir so von keiner anderen Rennstrecke kennen. Kurve sechs zum Beispiel, die enge Haarnadelkurve: Sie besitzt den engsten Radius der gesamten Saison. Hier bremsen die Piloten ihr Auto so stark zusammen." Ohne das korrekte Motor-Mapping kann dies dazu führen, dass ungewollt Schub einsetzt, weil die Elektronik ein Absterben des Aggregats unterbinden will.
Als eine von wenigen Rennstrecken verändert sich der Kurs von Monaco von einem Jahr auf das nächste kaum - immerhin handelt es sich um einen temporären Stadtkurs und nicht um eine permanente Strecke. Deswegen verfügen alle Teams über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz und umfangreiches Datenmaterial, um ein passendes Basis-Setup zu generieren. Nichtsdestotrotz erwartet Renault in jeder Saison Neuerungen. "Dieses Mal gehen wir die Sache sowieso etwas anders an", verrät Lamb. "Um die Kraft des Motors sicher auf die Straße zu bringen, schalten die Fahrer teilweise etwas früher als notwendig in den nächsthöheren Gang - wir nennen das 'Short-Shifting'. Darauf müssen wir auch das Mapping des Gaspdals angleichen, um unerwünschte Nebeneffekte auszuschließen. Bei einem 'normalen' Rennen kommt es niemals in einer gezeiteten Trainings- oder Qualifying-Runde, sondern ausschließlich in der In- und Out-Lap zum Einsatz." Die Unebenheiten im Asphalt führen dazu, dass die Reifen kurzzeitig den Kontakt zur Straße verlieren. Darunter leidet einerseits die Traktion, andererseits bedeuten die plötzlich hochschnellenden Drehzahlen eine enorme Zusatzbelastung für die mechanisch beweglichen Teile im Motor. "Ein klassisches Beispiel für eine solche Stelle ist die Bodenwelle zwischen dem Casino und der Mirabeau-Kurve", weiß Lamb.
Sergio Perez sieht sich und sein Team in der Formel 1 absolut auf Kurs liegen Zoom © xpbimages.com
Seit dem grandiosen Auftritt von Sergio Perez beim Großen Preis von Malaysia ist es um das Sauber-Team wieder ein bisschen ruhiger geworden. Auch, weil sich zu den 30 WM-Punkten aus den beiden Auftaktrennen in Australien und Malaysia seither "nur" elf weitere Zähler hinzugesellten. Gerät Sauber etwa zu Beginn der Europasaison bei der Entwicklung ins Hintertreffen? Weit gefehlt, sagt Perez. Der mexikanische Rennfahrer schiebt die geringe Ausbeute der vergangenen Wochen schlichtweg auf fehlendes Rennglück, wie er gegenüber 'Formula1.com' erklärt. Seit seinem zweiten Platz in Sepang sei es an Sonntagen einfach nicht immer nach Plan gelaufen: "In China hatten wir die falsche Taktik und ein Problem mit dem Frontflügel, in Bahrain hatten wir nicht die Geschwindigkeit", berichtet Perez. "In Spanien lag ich nach dem Start schon an Position vier, als mich Romain Grosjean traf und einen Reifenschaden verursachte." Wieder gingen wichtige Punkte verloren. Doch Perez hat den Mut nicht verloren - ganz im Gegenteil. "Ich bin mir sicher: Unsere Zeit wird kommen, denn wir haben ein konkurrenzfähiges Auto. Wir werden kämpfen", sagt der Sauber-Fahrer und zeigt sich zuversichtlich. "Selbst in Barcelona, wo viele Teams ihre Updates am Start hatten, sahen wir noch immer recht wettbewerbsfähig aus. Es gibt also keine Engpässe bei der Entwicklung", stellt Perez heraus und merkt an: "Ich denke vielmehr, dass wir über die komplette Saison hinweg konkurrenzfähig bleiben können, wenn wir weiterhin - sowohl in der Fabrik als auch an der Strecke - gut zusammenarbeiten."
Lewis Hamilton bleibt zuversichtlich und scheint sich die gute Laune zu bewahren Zoom © xpbimages.com
Fünf Fahrer haben sich in diesem Jahr bereits in die Siegerliste der Formel 1 eingetragen, doch der Name von Lewis Hamilton taucht in diesen Statistiken bisher nicht auf. Der McLaren-Pilot war zwar in allen fünf Rennen im Ziel, kam dabei aber nicht über die dritte Stufe des Podests hinaus. Der Zweifel nagt aber nicht am Selbstbewusstsein des Ex-Champions. Dies betont Hamilton in Monte Carlo. Er sei "nicht frustriert" über seine sieglose Phase, meint der Brite. "So läuft es im Rennsport halt manchmal. Wir hätten angesichts unserer Ergebnisse in der Qualifikation natürlich gern besser abgeschnitten." Diesem "Problem" wolle man sich in den kommenden Rennen verstärkt widmen, um nicht noch weitere Punkte einzubüßen. Oder wie es Hamilton formuliert: "Wir müssen uns steigern." In der hart umkämpften Formel 1 bedeute Stillstand einen Rückschritt, erklärt Hamilton. Ein Handeln sei geboten, "wenn wir da bleiben wollen, wo wir sind, oder wenn wir uns davon ausgehend nochmals verbessern wollen", sagt der McLaren-Pilot. "Wir arbeiten schon sehr hart daran." Vorwürfe braucht sich der Weltmeister von 2008 jedoch nicht zu machen. Das meint zumindest Martin Whitmarsh. Der Teamchef von Hamilton stellt sich vor dem sechsten Rennen des Jahres demonstrativ hinter seinen Schützling: "Lewis wird in diesem Jahr nicht gerade vom Glück verfolgt. Wir glauben jedenfalls nicht, dass er das Siegen verlernt hat. Die WM ist vollkommen offen. Er darf sich als Siegkandidat in Monaco sehen - und als Anwärter auf viele weitere Siege und auch auf den WM-Titel", sagt der Brite. Dies macht Whitmarsh vor allem am Auftreten seines Landsmanns fest: "Seine Fahrweise ist sehr reif, kontrolliert und diszipliniert. Wahrscheinlich mehr als jemals zuvor", meint Whitmarsh und merkt an: "Er hat aber das Tempo und die Fähigkeit, um auf der Pole-Position zu stehen. Dieses Gefühl kann Lewis aus Barcelona mitnehmen. Dort hat er - trotz einer Strafe - eine fantastische Fahrt hingelegt."
Sergio Perez sieht sich schon seit einiger Zeit mit Ferrari-Gerüchten konfrontiert Zoom © xpbimages.com
Felipe Massa fährt diese Saison von Enttäuschung zu Enttäuschung. Das liegt nicht am Auto, denn Fernando Alonso rangiert mit dem F2012 punktegleich mit WM-Leader Sebastian Vettel auf Platz zwei in der Gesamtwertung. Kein Wunder, dass die Gerüchte um einen Rauswurf Massas immer lauter werden. Der logische Nachfolger wäre der Mexikaner Sergio Perez. Der Sauber-Pilot stammt aus dem Ferrari-Nachwuchsprogramm und gewann dieses Jahr mit einer sensationellen Leistung in Sepang beinahe sein erstes Rennen. Er gilt als eines der größten Formel-1-Nachwuchstalente. Doch Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali gab schon mehrmals bekannt, dass man nicht riskieren wolle, den Youngster aus seiner gewohnten Umgebung herauszureißen und ihn zu verheizen. Nun behauptet Perez gegenüber 'Formula1.com', dass er ein eventuelles Angebot von Ferrari, während der Saison zu wechseln, gar nicht annehmen würde: "Sollte es wirklich zu so einer Situation kommen, dann würde ich ablehnen, denn ich würde nicht während der Saison wechseln wollen." Daraufhin gibt er ein Versprechen ab: "Ich habe diese Saison mit Sauber begonnen, werde meine Saison mit Sauber beenden und gebe 100 Prozent für mein Team." Zudem glaubt er nicht, dass überhaupt etwas an den Gerüchten dran ist: "Dieser Hype über einen möglichen Wechsel wird massiv von den Medien aufgeblasen." Der Mexikaner rechnet sogar damit, dass sich Massa nach seinem schwachen Saisonstart noch einmal fängt: "Ich glaube, dass Felipe zurückschlagen und gute Arbeit leisten wird. Er ist ein starker Fahrer, und er hat ein großartiges Team im Rücken. Hat er einmal zurückgeschlagen, dann werden auch all diese Storys auf einmal verschwinden." Doch was wäre, wenn Motorenpartner Ferrari seinen Einfluss bei Sauber geltend macht und Perez nach Maranello holt? "Ich denke, dass die Leute nicht Motoren und Fahrer vermischen sollten", meint der Sauber-Pilot. "Die Gerüchte gibt es schon seit einer ganzen Weile, und natürlich habe ich eine Verbindung zu Ferrari und zur Fahrerakademie von Ferrari. Dennoch ist meine Position klar: Ich fahre für Sauber, und dort werde ich bleiben."
Alle wollen es wissen, wie es weitergeht: Aber Schumacher schweigt beharrlich Zoom © xpbimages.com
Es ist wie im 2006: Schon während dieser Saison drehte sich bei Michael Schumacher alles um die Frage, ob er nun den Helm an den Nagel hängt oder doch weiter Formel-1-Rennen bestreitet. Und das Rätselraten wird auch 2012 weitergehen, wie die Aussage des Rekord-Weltmeisters in der FIA-Pressekonferenz von Monaco zeigt: "Noch gibt es leider keine Neuigkeiten für euch. Ich möchte auch nicht zu tief in diese Diskussion einsteigen", weicht Schumacher aus. Um seine Motivation sei es aber gut bestellt, versichert der Mercedes-Pilot: "Wenn man bedenkt, wo wir im vergangenen Jahr standen, dann ist uns ein riesiger Fortschritt gelungen", insistiert Schumacher. "Wir haben unter Beweis gestellt, dass wir Rennen gewinnen können", unterstreicht er. Auch, wenn das bei den Silberpfeilen bislang Nico Rosberg vorbehalten war und Schumacher mit einigem Pech nur zwei WM-Zähler einfuhr. Motivation statt EnttäuschungSchumacher meint: "Ich fühle mich ganz und gar nicht enttäuscht. Wenn, dann ist es genau umgekehrt: Ich bin noch mehr motiviert, weil wir so viele Fortschritte machen." Rückendeckung erhält er von einem langjährigen Weggefährten: "Er war dieses Jahr doch sehr gut", bemerkt Ross Brawn gegenüber 'Autosport'. Der Mercedes-Teamchef räumt aber ein: "Wir haben nicht die Resultate eingefahren. die wir wollten." Brawn glaubt auch daran, dass von Schumacher sportlich bald mehr zu erwarten sein wird. "So viel Aufmerksamkeit, wie seinem Unfall in Spanien zuteil geworden ist, so viel wird es auch sein, wenn er Erfolg hat", blickt der Brite voraus. "So ist Michael: er mag die Herausforderung und darum geht es in der Formel 1. Er kniet sich rein, wenn Dinge nicht laufen, wie sie sollen", lobt Brawn die Vorzüge des siebenfachen Champions. Experten glauben an einen neuen VertragUnd auch die Stimmen aus dem Fahrerlager deuten darauf hin, dass Schumacher noch keinen zweiten Rücktritt wagt. Johnny Herbert erklärt gegenüber 'Sport Bild': "Michael ist psychisch und körperlich topfit, es gibt keinen Grund für ihn aufzuhören. Er ist jetzt besser als in den ersten beiden Jahren seines Comebacks", so der Brite. Und auch die TV Experten sind sich einig: Marc Surer glaubt an die Fortsetzung der Karriere, weil sich Mercedes nach Schumachers Wünschen richten würde. Christian Danner erkennt die Probleme des 43-Jährigen: "Er hat zwar am Sieg von Teamkollege Rosberg zu knabbern und auch daran, dass Kimi Räikkönen im Gegensatz zu ihm keinerlei Comeback-Probleme hat", so der 'RTL'-Fachmann. "Aber er will es noch mal wissen." Ex-Teamchef Peter Sauber bringt Schumachers gesündere, weil weniger verbissene Einstellung zum Motorsport ins Spiel. Sein früherer Teamkollege Felipe Massa wirft die Kämpfernatur des Kerpeners in der Waagschale. Keine Parallele zu Casey StonerVon den Journalisten in der FIA-PK ließ sich Schumacher auch bei der Frage nach seiner Meinung über den Abschied von MotoGP-Ass Casey Stoner aus dem aktiven Rennsport nichts entlocken. "Nun, ich habe vermutlich das Gleiche gefühlt wie diejenigen, die ein bisschen mit der Materie vertraut sind - sie waren überrascht", kommentiert der Mercedes-Pilot das Karriereende des Australiers, fordert aber: "Du musst es respektieren." Ein zu dezidiertes Urteil über Stoners Ankündigung will sich Schumacher jedoch nicht erlauben: "Ich kenne seine Gründe - oder seine genauen Gründe - nicht, doch er ist jung genug, um ein Sabbatical einzulegen, statt komplett aufzuhören. Es gibt sicherlich keine Parallele zu mir", spekuliert er über einen Rücktritt vom Rücktritt, den der Zweirad-Weltmeister vollführen könnte.
Das Starterfeld formiert sich - und könnte in Monaco einen sechsten Sieger haben Zoom © xpbimages.com
So abwechslungsreich wie in diesem Jahr hat sich die Formel 1 - wenn überhaupt - schon seit sehr langer Zeit nicht mehr präsentiert: In den bisherigen fünf Rennen stand am Ende jeweils ein anderer Fahrer auf dem obersten Treppchen, was an diesem Wochenende seine Fortsetzung finden könnte. Als wäre Monte Carlo nicht schon besonders genug - feiert im Fürstentum der sechste Sieger 2012? Mark Webber (Red Bull), in diesem Jahr einer der Topfahrer ohne Sieg, glaubt logischerweise auch aus eigenem Interesse daran, dass die angesprochene Serie weiterhin Bestand haben wird: "Es könnte einen sechsten Sieger geben. Natürlich. Warum auch nicht?", fragt der Australier und merkt an: "Es wäre schön, wenn ich es wäre." Klingt fast so wie der traditionelle Glückwunsch des Fürsten. Diesen Spruch ("Ich freue mich, dass sie es sind") kennt Webber aus der Vergangenheit, denn 2010 durfte der Red-Bull-Pilot in Monte Carlo (Alle Großen Preise von Monaco in der Datenbank!) jubeln. Auch Michael Schumacher (Mercedes) ist mit den Worten bei der Pokalübergabe bestens vertraut - und 2012 wie schon seit seinem Comeback vor mittlerweile fast zweieinhalb Jahren noch ohne Sieg. Ob sich das bereits am Sonntag ändert? "Ich bin ziemlich sicher, dass um uns herum einige sind, die bisher nicht gewonnen haben, die in diesem Rennen aber die Möglichkeit haben, zu gewinnen", sagt Schumacher. Was er mit diesem recht kryptisch anmutenden Satz meint: "Jeder von uns wäre glücklich darüber, dieser Sieger zu sein." Lewis Hamilton (McLaren) stimmt zu. Auch er wartet nach wie vor auf den ersten Saisonerfolg. "Es gibt einige Fahrer, die das Potenzial haben, um zu siegen, doch zwischen einigen Teams geht es wirklich eng zu. Ich denke, es ist völlig offen", sagt Hamilton vor seinem erklärten Lieblingsrennen. Weil gerade in Monte Carlo der Fahrer noch den Unterschied ausmachen könne, müsse man erst einmal abwarten. Traditionell bietet der Stadtkurs nämlich auch den Raum für Überraschungen. "Ein Auto, das auf Kursen wie Barcelona nicht so prächtig funktioniert, könnte in Monte Carlo ein bisschen besser laufen", meint Hamilton. Man darf also gespannt sein, wie sich die Dinge an der Côte d'Azur in den kommenden Tagen entwickeln. Laut Romain Grosjean (Lotus) ist es im Augenblick aber noch schwierig zu sagen, was geschieht: "Wir waren ja noch nicht einmal auf der Strecke ..."
Felipe Massa posiert im Fahrerlager von Monaco - läuft es diesmal besser? Zoom © Ferrari
Felipe Massas verzweifelte Ankündigungen erinnern bereits an den Hollywood-Klassiker "Und täglich grüßt das Murmeltier". Da macht auch der Formel-1-Klassiker in der Wahlheimat des Brasilianers keine Ausnahme. Im Vorfeld des Grand-Prix-Wochenendes stellt der schwer unter Druck stehende Ferrari-Star einmal mehr klar, dass es auf diese Art und Weise nicht weitergehen kann und dass es oft nur Kleinigkeiten brauche, um eine Trendwende einzuleiten. "Ich hoffe, dass meine Weltmeisterschaft 2012 an diesem Wochenende beginnt", übt sich Massa in Durchhalteparolen. "Vor allem, da es sich hier um mein zweites Heimrennen handelt und ich hier den Großteil des Jahres verbringe. Daher hoffe ich, dass es an diesem Wochenende besser läuft als bei den vergangenen Rennen. Dieses Rennen unterscheidet sich von ziemlichen allen außer Singapur, und daher hoffe ich, dass es für mich einen Neuanfang darstellt." Massa gibt zu, dass er sich in der größten Krise seiner bisherigen Karriere befindet: "Ich hatte in meiner Karriere schon einige schwierige Zeiten, und vielleicht war dieser Saisonstart die bisher schwierigste Zeit. Daher müssen wir aus dieser Lage herauskommen und in die richtige Richtung gehen - darauf konzentriere ich mich." Massa gibt mentales Tief zuZuletzt machten Spekulationen die Runde, wonach der 30-Jährige in Spanien und Monaco nur noch auf Bewährung fahre - demnach müsste er nun eine Glanzleistung zeigen, da das Barcelona-Wochenende in die Hose ging. Kein Wunder, dass Massa auch psychisch angeschlagen ist: "Ich musste mich mit der technischen Seite des Problems beschäftigen, aber das wirkt sich auch auf die mentale Seite aus, da es nicht einfach ist, mit dieser Situation umzugehen. Wenn man aber eine Sache löst, dann ist es leichter, auch die anderen zu lösen." "Ich musste mich mit der technischen Seite des Problems beschäftigen, aber das wirkt sich auch auf die mentale Seite aus." Felipe Massa Während Massa nach fünf Rennen in der WM-Wertung nur 17. Ist, liegt Teamkollege Fernando Alonso punktegleich mit WM-Leader Sebastian Vettel auf dem zweiten Platz. Sind die starken Leistungen des Spaniers ein Grund für die Krise des Ferrari-Routiniers? "Ich denke nicht, dass Fernando das Problem ist", winkt er ab. "Man hat immer großartige Teamkollegen und schwierige Zeiten mit dem Teamkollegen - starke Kerle treffen aufeinander." Massa vorsichtig optimistischMit seinen Erwartungen für dieses Wochenende hält sich Massa zurück, schließlich lief es auch bei den vergangenen fünf Rennen nicht nach Wunsch. Dennoch analysiert er das Potenzial des F2012 in den Häuserschluchten von Monaco: "Wenn wir trotz der Verbesserungen akzeptieren, dass die zwei Schwachpunkte des F2012 Traktion und Topspeed sind, dann sollte zumindest der Topspeed auf diesem langsamen Stadtkurs kein Problem sein - das könnte uns also helfen. Aber wir müssen natürlich abwarten, was im Training passiert, um die Situation zu verstehen." Immerhin sind die WM-Leader noch nicht völlig enteilt, denn dieses Jahr kann sich bisher kein Pilot im Klassement absetzen. "Normalerweise liegen die besten Autos an der Spitze, doch derzeit ist es schwer herauszufinden, welche Autos die besten sind", fällt Massa auf.
"Es ist schwer zu sagen, welches Auto bei welchem Rennen die meisten Punkte holen kann. Das liegt daran, dass sich die Situation von einer Strecke zur anderen ändern kann. Wir haben gesehen, dass Autos, die auf gewissen Strecken eingeschätzt wurden, den Erwartungen nicht entsprechen konnten. Normalerweise weiß man in einer Weltmeisterschaft nach ein paar Rennen, in welche Richtung es gehen wird. Dieses Jahr ist es aber viel schwieriger, sich ein Bild zu machen."
Immer von Journalisten umringt: Sebastian Vettel in Monte Carlo Zoom © Red Bull
(Motorsport-Total.com/SID) - Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel hat trotz fünf Siegern in fünf Rennen energisch bestritten, dass die aktuelle Formel 1 ein Glücksspiel sei - und die Schuld für Platz sechs zuletzt in Barcelona folgerichtig auf sich genommen: "Ich weiß, was ich gemacht habe. Das war mein Fehler", so der 24-Jährige auf die Frage, ob er nach seiner Durchfahrtstrafe in Barcelona noch einmal bei den Rennkommissaren vorstellig geworden sei. Zwar könne er sich die unterschiedliche Leistungsfähigkeit seines Autos im bisherigen Saisonverlauf nicht erklären, Glück und Pech spielten dennoch kaum eine Rolle, meint der Red-Bull-Pilot vor dem Rennen in Spielerparadies Monaco. "Es wird immer von Reifen-Roulette gesprochen, aber die Voraussetzungen sind für alle gleich", versichert er. "Wenn man sich den Durchschnitt der fünf Rennen anschaut, stehen doch die vorne, die es auch verdienen. Und wenn am Ende nach 20 Rennen einer Weltmeister wird, kann man sicher nicht sagen, er hatte Glück." Eine Siegerwette für Monaco will Vettel, der das WM-Klassement vor dem punktgleichen Spanier Fernando Alonso anführt, aber nicht abgeben: "Wenn es nach dem Trend geht, müsste es im sechsten Rennen den sechsten Sieger aus dem sechsten Team geben", meint er schmunzelnd. Auf die Frage, auf wen er zehn Euro setzen würde, erklärt der Hesse mit Blick auf den für das Hinterbänkler-Team Marussia fahrenden Timo Glock: "Ich würde ja sehr gerne auf Timo setzen, aber es ist ja nicht mein Geld. Aber ich setze auf Timo in den Top 10." Die Durchfahrstrafe in Barcelona hatte Vettel kassiert, weil er nach der Kollision zwischen Michael Schumacher und Bruno Senna unmittelbar hinter den beiden Streithähnen bei den geschwenkten gelben Flaggen nach Meinung der Rennkommissare nicht genügend vom Gas gegangen war. Direkt nach dem Rennen hatte er noch gesagt: "Ich wüsste nicht, wo ich schneller war."
Das Sextett der Monaco-PK stellte sich am Mittwoch den Fragen der Journalisten Zoom © xpbimages.com
Vor kaum einer Rennstrecke haben die Piloten der Formel 1 so viel Respekt wie vor dem Stadtkurs in Monte Carlo. Und gleichzeitig gibt es nur wenige Grands Prix, die einen ähnlich hohen Stellenwert im Kalender genießen. Deshalb ist Monaco etwas Besonders, was Romain Grosjean (Lotus), Lewis Hamilton (McLaren), Pastor Maldonado (Williams), Charles Pic (Marussia), Michael Schumacher (Mercedes) und Mark Webber (Red Bull) in der FIA-Pressekonferenz von Monte Carlo erläutern. Frage: "Romain, erzähle uns zuerst einmal ein bisschen über deine Erfahrungen mit der Rennstrecke in Monte Carlo ..." Romain Grosjean: "Nun, in Monaco hat man zunächst ganz andere Gefühle: Es ist eine spezielle Strecke und ein besonderer Grand Prix. Natürlich fühlt es sich ein bisschen wie ein Heimspiel für mich an, weil wir Frankreich so nahe sind. Ich freue mich sehr darüber, vor den Fans zu fahren, von denen hoffentlich viele blau-weiß-rote Fahnen schwenken werden." "Monaco ist eine besondere Strecke. Es war eine gute Erfahrung, hier 2009 in der GP2 zu siegen. Im vergangenen Jahr zeigte ich hier ein starkes Rennen. Ich begann als 26. und wurde Vierter. Ich hatte hier aber auch schon ein paar Unfälle. Schauen wir einmal, wie es sich in einem Formel-1-Auto darstellt. Viel besser, nehme ich an. Wir alle freuen uns sehr darauf, hier zu fahren." Frage: "Es gab Strecken, auf denen du vielleicht ein bisschen besser warst als auf anderen. Ist Monte Carlo ein Kurs, von dem du glaubst, dass er gut für dich sein könnte?" Grosjean: "Ich mag die Strecke. Schauen wir einmal, was wir hier erreichen können. Du musst aber wissen: Monaco ist ein bisschen anders. Normal ist es so: Wenn du in einer schnellen Kurve gut bist, weißt du, dass du mehr oder weniger auch in allen anderen schnellen Kurven gut sein wirst. Hier ist es aber holprig, weil es normale Straßen sind." Lewis Hamilton ist seit kurzer Zeit ein Einwohner des Fürstentums von Monaco Zoom © xpbimages.com "Die Strecke verbessert sich zudem extrem im Verlauf des Wochenendes. Es gibt vieles zu lernen und während der Veranstaltung geht alles ganz schnell. Es dürfte also interessant werden. Wir versuchen einfach, das Auto bestmöglich abzustimmen und ein weiteres gutes Ergebnis für mich und das Team zu erzielen. Wir wollen gute Punkte holen - und warum nicht auch mehr?" Frage: "In Frankreich wird die sicherlich große Unterstützung zuteil. 2012 hat dein Heimatland vermutlich die beste Chance seit Langem, dieses Rennen zu gewinnen ..." Grosjean: "(lacht; Anm. d. Red.) Der letzte französische Sieger bei diesem Rennen war Olivier Panis 1996. Es wäre schön, am Sonntag die Marseillaise zu hören, doch erst einmal müssen wir arbeiten und schauen, was drin ist. Es ist aber sicherlich immer gut, viele Fans und eine gute Unterstützung zu haben. Das macht es zu etwas Besonderem, wenn du auf der Strecke unterwegs bist und die Fahrerparade bestreitest." Frage: "Pastor, was hast du nach Barcelona gemacht? Was ist passiert, wie waren die Reaktionen in Venezuele und warst du bereits wieder in deiner Heimat? Hast du Williams einen Besuch abgestattet? Berichte uns ..."
Pastor Maldonado: "Ja, ich war in der Williams-Fabrik, habe mir den Ingenieuren und mit dem Team gearbeitet. Ich habe einige sehr gute Tage in der Fabrik verbracht. Es war etwas Besonderes, denn sie hatten schließlich acht Jahre lang kein Rennen gewonnen." "Man kann sich sicher vorstellen, wie es für sie war, diesen Sieg einzufahren. Es ist natürlich ein klasse Gefühl, Rennen zu gewinnen. Das Team macht so viel Druck - und das gilt auch für mich. Wir haben ein gutes Gefühl und freuen uns auf die nächsten Rennen." Frage: "Auf dieser Strecke hast du schon einige gute Ergebnisse eingefahren. Denkst du, du bist ein Monaco-Spezialist?" Maldonado: "Ich war hier schon immer schnell. Vor allem in der GP2, aber auch in der Renault-World-Series. Im vergangenen Jahr leistete ich gute Arbeit, denn ich lag an sechster Stelle. Es ist aber immer schwierig. Auf einer solchen Strecke weißt du nie, wie es mit dem Verkehr und all diesen Dingen läuft." "Der Kurs verändert sich im Verlauf des Wochenendes dramatisch. Wir müssen das genau im Auge behalten und zusehen, eine gute Balance ins Auto zu bekommen. Dann gilt es auch, zur richtigen Zeit auf der Strecke zu sein. Schauen wir einmal. Ich werde wieder mein Bestes geben. Ich glaube, es sollte möglich sein, auch hier konkurrenzfähig zu sein. Wir werden sehen."
Frage: "Fühlst du dich ein bisschen erleichtert, nachdem du deinen ersten Grand Prix gewonnen hast?" Vor zwei Wochen fuhr Pastor Maldonado in Barcelona seinen ersten Sieg ein Zoom © xpbimages.com Maldonado: "Es ist etwa ganz Besonderes, zu gewinnen - vor allem beim ersten Mal. Jetzt wird es aber ohne Zweifel eine schwierige Nummer. Die Abstände sind gering und das Niveau der Teams ist ähnlich. Da können Kleinigkeiten den Unterschied machen. Wir müssen alles auf die Reihe kriegen, um einen Fortschritt zu erzielen. Ich muss sagen: Williams leistet im Augenblick wirklich tolle Arbeit." "Ich spüre regelrecht, wie sehr die Angestellten motiviert sind. Sie machen so viel Druck - auch ich. Wir haben eine gute Stimmung im Team. Wir müssen uns aber trotz allem weiter steigern. Noch sind wir nicht bei einhundert Prozent. Wir sind nicht das beste Team. Davon sind wir vielleicht nicht weit entfernt, doch wir müssen uns trotzdem jedes Mal aufs Neue steigern." Frage: "Charles, du hast in Monaco bereits in der GP2 und auch in der Renault-World-Series gewonnen. Kannst du dir vorstellen, wie es in einem Formel-1-Auto sein wird? Ist es ein großer Unterschied? Was denkst du?" Charles Pic: "Es wird sicher sehr interessant, denke ich. Die Strecke verändert sich aber nicht. Es wird meine erste Formel-1-Erfahrung auf diesem Kurs sein. Monte Carlo ist eine sehr nette Bahn. Sie ist ein bisschen besonders, denn Fahrfehler sind hier nicht drin. Es könnte also ein richtig interessantes Wochenende werden - vor allem für uns. Wir sind gespannt auf unser Tempo auf einer solchen Strecke. Der Kurs unterscheidet sich ja sehr von anderen Strecken. Ja, schauen wir einmal." Frage: "Dein Saisonstart war alles andere als einfach: Du hattest vor Saisonbeginn kaum Gelegenheit, um zu testen. Wie, glaubst du, lief es im ersten Viertel der Meisterschaft für dich und das Team?" Pic: "Gut. Ich denke, unser Hauptziel ist, das Auto von Rennen zu Rennen zu verbessern. Das ist, was wir tun. Wir müssen aber weiterhin sehr hart arbeiten und weiterhin Druck machen, um zu versuchen, das Fahrzeug zu optimieren. Ich selbst habe noch viele Dinge zu lernen. Die ersten Rennen waren nicht einfach für mich, wo ich doch kaum getestet hatte. Ich machte aber das Beste daraus und fühlte mich von Rennen zu Rennen besser vorbereitet. So müssen wir weitermachen." Frage: "Mark, du hast hier in Monte Carlo dein erstes Formel-1-Podest erzielt. Daran erinnert man sich bestimmt immer. Ist es aus deiner Sicht eine besondere Strecke?" Mark Webber: "Ja, das war sie schon immer. Ich habe hier schon in der Formel 3000 gewonnen, hatte ein paar Podestplätze und 2010 einen schönen Sieg. Es ist ein erstaunlicher Rennplatz, ein klasse Wochenende. Für die Mechaniker ist es ziemlich stressig. Das gilt für alle Teams, die Medien und alle weiteren Beteiligten." "Es ist schon erstaunlich, wie es uns noch immer gelingt, einen Event in dieser Enge des Fürstentums abzuhalten. Es ist eine prima sportliche Veranstaltung und bei jedem von uns steht sie sehr hoch im Kurs. Und ja, ich freue mich darauf, das Auto hier zu fahren. Es ist immer toll, hier zu fahren. Am Donnerstag ist es endlich so weit." Frage: "Eine solche Saison haben wir bisher noch nicht erlebt. Ich denke, das ist für alle von euch etwas Neues. Es scheint einfach keine Konstanz zu geben. Es ist ein Auf und Ab. Ist das gut oder schlecht? Was denkst du darüber?" Webber: "Es kommt ganz darauf an, wer du bist. Wenn wir von einem Puristen reden, dann wird er sicherlich ein bisschen Zeit brauchen, um sich daran zu gewöhnen. Im Hinblick auf die Ergebnisse der Teams hat noch niemand wirklich den Durchblick. Es gibt aber einige Leute, die den Sport verfolgen, die es so lieben, wie es ist." "Es hängt davon ab, wen du fragst. Wenn es dir darum geht, möglichst viele konkurrenzfähige Teams zu haben, dann bist du derzeit vollkommen richtig. Ich denke nicht, dass das so schlecht ist, aber warten wir ab. Ich denke, unterm Strich werden die großen Teams auch am Ende des Jahres noch gut abschneiden." Frage: "Michael, du erhältst hier eine Strafversetzung um fünf Positionen. Andererseits musstest du in Monaco auch schon von ganz hinten starten. Das war 2006. Vor zwei Wochen hast du gesehen, was Lewis aus einer solchen Ausgangslage machte. Mit welchen Gefühlen gehst du in das anstehende Rennen?" Michael Schumacher scheint die Freude am Fahren nicht verloren zu haben ... Zoom © xpbimages.com Michael Schumacher: "Nun, im Prinzip gehe ich davon aus, dass wir uns hier in einer konkurrenzfähigen Position befinden sollten. Das Profil dieser Strecke sollte uns liegen. Und es stimmt: Ich kam hier schon von ganz hinten und wurde Fünfter, wenn ich mich nicht irre. Schauen wir einmal, wo ich mich letztlich qualifiziere, von wo ich dann losfahren werde und was damit zu machen ist. Es ist sicherlich nicht ideal, aber so ist es nun einmal. Ich freue mich darauf. Mir steht wahrscheinlich eine sehr aufregende Geschichte ins Haus." Frage: "Deine Bilanz auf dieser Strecke - wie auch auf den meisten aktuellen Kursen - ist beeindruckend. Du hast hier in der jüngeren Geschichte öfter gewonnen als irgendjemand sonst. Wie gelingt es dir, hier die ultimative Leistung abzurufen?" Schumacher: "Naja, Monaco ist sicherlich etwas Besonderes. Es geht um dich und dein Auto - alles muss bis ins Detail zueinander passen. Das gilt auf jeder Strecke, doch hier umso mehr. Du brauchst den Rhythmus, den Flow, das Momentum ... Wenn du all das hast, macht sich das bei der Rundenzeit viel stärker bemerkbar als auf anderen Strecken, weil hier alles so entscheidend und schwierig ist." Frage: "Ich wollte gerade fragen: Ist Monte Carlo noch immer ein Kurs, auf dem der Fahrer den Unterschied ausmachen kann? Mehr als auf jeder anderen aktuellen Strecke?" Schumacher: "Unterm Strich: Ja, das ist der Fall, absolut." Frage: "Du bist also gespannt darauf, das am Sonntag zu tun?" Schumacher: "Definitiv." Frage: "Lewis, vor zwei Wochen hast du eine klasse Fahrt hingelegt. Hat es dir Spaß gemacht? Du meintest vorher, es könnte eine unterhaltsame Nummer werden ..." Lewis Hamilton: "Hallo erstmal. Ja, absolut. Ich war sehr, sehr zufrieden mit der Leistung des Teams, aber auch mit meiner eigenen Leistung. Ich hatte es darauf abgesehen, mich zu verbessern. Mein Gefühl sagte mir, dass es im Vergleich zum Grand-Prix-Wochenende davor definitiv eine Steigerung war." Frage: "Du hast bisher bei jedem Rennen dieser Saison gepunktet und liegst derzeit acht Zähler hinter der Spitze. Du bist also konstant in den Punkten unterwegs. Ist es aus deiner Sicht eine konstante Saison?" Hamilton: "Für uns?" Frage: "Generell aus der Perspektive der Fahrer ..." Hamilton: "Ich weiß nicht, ob es eine nicht konstante Saison ist ... Nun, möglicherweise ja, ein bisschen - aufgrund der Reifen. Manchmal bekommst du die Pneus in das Arbeitsfenster, manchmal gelingt dir das einfach nicht. Ich denke, viele Teams kämpfen damit, zu verstehen, weshalb es hin und wieder klappt, hin und wieder aber nicht." "Das ist die Herausforderung, der wir uns gegenüber sehen. Ich glaube allerdings, dass es den Leuten Spaß macht. Mir fällt auf: Die Leute fragen danach, wir es sein kann, dass es fünf unterschiedlicher Sieger gab. Die Fans, die ich getroffen habe, meinen, es sei bisher eine fantastische Saison. Ich hoffe, das setzt sich so fort." Frage: "Ist es ein bisschen enttäuschend für dich, auf der Pole-Position gestanden zu haben und der Schnellste gewesen zu sein, aber noch immer keinen Saisonsieg eingefahren zu haben?" Hamilton: "Ich bin deshalb nicht frustriert, nein. So ist das manchmal im Rennsport. Natürlich: Wenn man sich die Qualifikationsergebnisse der ersten fünf Rennen ansieht, hätten wir natürlich gern ein bisschen weiter vorn die Zielflagge gesehen." Romain Grosjean und Lotus könnten in Monaco zu den Favoriten zählen Zoom © xpbimages.com "Wir müssen uns ganz klar steigern, um dafür zu sorgen, dass wir bleiben, wo wir sind oder sogar noch weiter nach vorn gelangen. Ja, wir hatten gute Startplätze und kamen etwas dahinter an. In gewisser Weise haben wir in den Rennen also leichte Rückschritte gemacht. Wir arbeiten aber hart daran, dass sich dieser Trend nicht fortsetzt." Frage: "Pastor, wie schwierig war es, mit der Feuersituation in Barcelona umzugehen? Wie knifflig war es für das Team, alles für diesen Grand Prix vorzubereiten?" Maldonado: "Nach dem Feuer haben wir hart gearbeitet, um alles neu aufzubauen. Die Jungs leisteten klasse Arbeit, denn wir sind bereit, um das Rennen zu fahren - mit allem, was wir brauchen, um das Maximum zu erzielen. Ich muss betonen, dass die Jungs komplette Tage dafür aufgewendet haben, um alles vorzubereiten. Sie haben einen guten Job gemacht." Frage: "Eine Frage an alle Fahrer: Glaubt ihr wirklich, dass es am Sonntag insgesamt sechs Saisonsieger geben wird? Und an alle außer Pastor: Denkt ihr, ihr werdet der sechste Sieger des Jahres sein?" Webber: "Ja. Ich glaube, es könnte einen sechsten Sieger geben. Natürlich. Warum auch nicht? Und es wäre schön, wenn ich es wäre, klar. Ich bin überzeugt davon, dass jeder von uns dergleichen sagen würde." Frage: "Wie schätzt ihr - alle außer Pastor - eure Siegchancen ein? Ist ein erster Platz realistisch oder nicht?" Schumacher: "Ich bin ziemlich sicher, dass um uns herum einige sind, die bisher nicht gewonnen haben, die in diesem Rennen aber die Möglichkeit haben, zu gewinnen. Ich denke, jeder von uns hier wäre glücklich darüber, dieser Sieger zu sein." Hamilton: "Ich stimme Michael zu. Wie er schon sagte: Es gibt einige Fahrer, die das Potenzial haben, um zu siegen, doch zwischen einigen Teams geht es wirklich sehr eng zu. Ich denke, es ist völlig offen. Schauen wir einmal. Besonders bei diesem Rennen kann der Fahrer einen großen Unterschied ausmachen. Ein Auto, das auf Kursen wie Barcelona nicht so prächtig funktioniert, könnte in Monte Carlo ein bisschen besser laufen, also ..." Frage: "Romain, wie schätzt du deine Chancen ein, der sechste Siegfahrer des Jahres zu werden?" Grosjean: "Im Augenblick ist das schwierig zu sagen, da wir noch nicht auf der Strecke waren. Ich wünsche mir aber, der sechste Saisonsieger zu werden." Frage: "Charles?" Pic: "Ich stimme zu: Es ist in diesem Jahr noch enger, doch wir befinden uns nicht in einer Position, um darum zu kämpfen. Wir konzentrieren uns vielmehr darauf, Schritt für Schritt eine Steigerung an den Tag zu legen. Für den Moment ist das alles." Frage: "Pastor, du hast erwähnt, wie sehr sich Williams ins Zeug gelegt hat, um das Boxenfeuer zu kompensieren. Viele Teams kamen Williams bei der Ausrüstung, der Infrastruktur und dergleichen zu Hilfe. Wie groß werden aber die Auswirkungen auf das Team an diesem Wochenende sein, wenn man den Verlust der Ausrüstung bedenkt?" Marussia-Fahrer Charles Pic ist einer von mehreren Monaco-Debütanten Zoom © xpbimages.com Maldonado: "Ja, das war ganz sicher ein frustrierender Moment für uns alle. Wir waren ja schließlich in diesem Augenblick in der Garage und sahen alles. Ich persönlich erschreckte mich sehr, denn wir waren alle zusammen und sprachen gerade mit Frank. Und ja, ich muss mich bei allen Teams bedanken, die uns geholfen haben - vor allem beim Löschen des Brandes." "Wie ich schon sagte: Das Team hat unermüdlich gearbeitet, um alles auf dieses Rennen hier vorzubereiten. Wir hatten nicht viel Zeit, sondern nur eine Woche oder eineinhalb, um alles herzurichten. Es war wenig Zeit. Ich möchte mich wirklich bei allen Teams bedanken, die uns geholfen haben, indem sie uns sogar Extradinge für dieses Rennen angeboten haben." Frage: "Lewis, du bist offenbar kürzlich nach Monaco gezogen. Wie anders ist es, zuhause zu fahren - oder nahe deiner Heimat? Vielleicht kann auch Michael etwas dazu sagen, denn auch er hat einmal hier gewohnt, und Pastor ebenfalls ..." Hamilton: "Mir gefällt es hier sehr. Es ist ein fantastisches Gefühl, in deinem eigenen Bett aufzuwachen und einfach nur die Straße hinunterzufahren, um bei der Arbeit anzukommen. Das erlebe ich heute zum ersten Mal, doch ich bin mir sicher: Es wird einen großen Unterschied ausmachen. Ich habe auch mein früheres Zuhause geliebt, doch das hier ist ein ganz anderer Ort. Ich mag ihn noch ein bisschen mehr, scheint mir." Schumacher: "Im Prinzip fühlst du dich hier - wie Lewis schon sagte - nicht nur zuhause, sondern du bekommst auch hautnah mit, wie die ganze Rennstrecke hier entsteht. Du wohnst hier und läufst durch die Straßen, wenn der Kurs aufgebaut wird, wenn die ganze Geschichte auch in deinem Kopf an Fahrt gewinnt. Und ganz zum Schluss kommt erst die Aufregung ins Spiel, dass du darauf fahren darfst. All dies macht es natürlich umso spezieller." Maldonado: "Ich stimme Michael und Lewis zu. Es ist natürlich richtig toll, hier zu leben und auch noch Rennen zu fahren. Ich kann noch dazu ein bisschen länger schlafen. Auch das ist gut." Frage: "Michael, in einer deutschen Zeitung wird Ross Brawn heute mit den Worten zitiert, dass dich das Team in Schwierigkeiten gebracht hätte. Ich weiß nicht, ob ich das korrekt übersetzt habe. Ich glaube, es soll heißen, dass sie dir beim Auto nicht so sehr entgegen gekommen sind, dass sie dir kein Auto hingestellt haben, das gut genug gewesen wäre. Stimmst du ihm zu? Ist da etwas dran oder nicht?" Schumacher: "Nein. Ich stimme dem nicht zu, was du da vielleicht übersetzt hast. Ich denke nämlich, wir haben ein ziemlich gutes Auto. Ganz ehrlich. Denn wenn man bedenkt, wo wir im vergangenen Jahr standen, dann ist uns ein riesiger Fortschritt gelungen. Wir haben unter Beweis gestellt, dass wir Rennen gewinnen können. Ja, es stimmt: Ich hatte das Pech ein bisschen auf meiner Seite." "Du musst aber auch sehen: Wir sind ein Team, eine große Familie. Wir gewinnen gemeinsam und wir verlieren gemeinsam. Das ist ein Teil des Spiels. Wahrscheinlich wollte er darüber reden. Doch nein, ich fühle mich ganz und gar nicht enttäuscht. Wenn, dann ist es genau umgekehrt: Ich bin noch mehr motiviert, weil wir so viele Fortschritte machen. Ich sehe die künftigen Fortschritte - und darauf konzentriere ich mich noch viel mehr." Frage: "Du warst in der vergangenen Woche in Le Mans und warst Zeuge davon, wie Casey Stoner seinen Rücktritt bekannt gab. Er meinte, nicht zufrieden mit den Regeln in der MotoGP und im Motorrad-Sport allgemein zu sein - und auch mit der Art und Weise, wie sich der Sport entwickelt hat. Kannst du sagen, wie du über diese Entscheidung denkst? Vielleicht ziehst du auch eine Parallele zu deinen Empfindungen, wie sich die Formel 1 entwickelt - in einer Situation, die du selbst nicht besonders magst ..." Schumacher: "Den ersten Teil kann ich ganz bestimmt beantworten. Was ist mein Gefühl? Nun, ich habe vermutlich das Gleiche gefühlt wie diejenigen, die ein bisschen mit der Materie vertraut sind - sie waren überrascht. Mir erging es nicht anders. Du musst es aber respektieren." "Ich kenne seine Gründe oder seine genauen Gründe nicht, doch er ist jung genug, um ein Sabbatical einzulegen, statt komplett aufzuhören. Es gibt sicherlich keine Parallele zu mir. Jeder ist doch sehr einzigartig darin, warum und weshalb er sich zu seinem Rücktritt entscheidet. Ich hatte vor drei Jahren das Gefühl, dass ich müde war. Das ist alles. Mit anderen Gründen hatte das rein gar nichts zu tun." In der Pressekonferenz von Monte Carlo wirkte Mark Webber sehr konzentriert Zoom © xpbimages.com Frage: "Lewis und Mark, Michael hat schon darüber gesprochen. Mark, du meintest, die Öffentlichkeit habe die ersten fünf Saisonrennen genossen. Lewis, du sagtest, dass im Hinblick auf die Regeln und die Reifensituation alle im selben Boot sitzen würden. Macht es euch abgesehen davon Spaß, unter diesen Regeln zu fahren? Könnt ihr einhundert Prozent aus dem Auto herausholen und euer Talent zu einhundert Prozent unter Beweis stellen?" Webber: "So, wie die Rennen in den vergangenen Jahren vonstatten gingen, war es in den Jahren davor nicht. Als wir noch Boxenstopps mit Nachtanken hatten, waren die Rennen unheimlich aggressiv. Es war im Prinzip ein Qualifying, das über die komplette Renndistanz ging. Du musstet viel Druck machen, um die beste Strategie durchzubringen." "Es galt, die Rundenzeiten mit dem jeweiligen Autogewicht genau zu treffen - mit dem Sprit, der eben gerade im Tank war. Es kam darauf an, ob du auf zwei Stopps oder auf drei Stopps oder was auch immer unterwegs warst. Dann wurde das Nachtanken aber verboten. Dadurch veränderte sich das Gesicht des Rennens schon ein bisschen." "Wenn man so will, wurde damit der Ausdauer-Aspekt ein bisschen an Bord geholt. Das betraf wahrscheinlich auch den Fahrstil und die persönliche Ausrichtung des Piloten im Rennen. Dann kam der Wechsel auf Pirelli. Dabei handelte es sich wahrscheinlich um die größte Umstellung bei der Fahrtechnik und dem Fahrstil, an den ich mich erinnern kann. Und ich habe in meiner Karriere ja schon einige Grands Prix bestritten." "Es gibt ein paar Rennen, die ich gewonnen habe - und die Mehrzahl davon auf Pirelli. Doch selbst wenn die Sieger siegen, fahren sie nicht bei einhundert Prozent, denn so ist es nun einmal - es geht nicht. Du musst das Auto ins Ziel bringen und dabei die besten Rundenzeiten fahren, die du über die Dauer des Rennens aufrecht erhalten kannst." "So ist es im Augenblick. Ich mag es noch immer, ein Formel-1-Auto zu fahren. Ich liebe es weiterhin, mit den Ingenieuren zu arbeiten und auf den tollsten Strecken gegen große Gegner zu fahren. All das liebe ich, doch wir müssen uns immer verändern. Wir müssen uns stets weiterentwickeln, weil sich auch die technische Seite des Sports verändert. Es wird immer angenehmere Wege geben, um ..." "Ich persönlich habe die Sprintrennen und das Nachtanken gemocht. Wahrscheinlich ging das allen Fahrern so. Die Rennen waren aber nicht so aufregend. Es war mehr Präzisionsarbeit. Du musstest präzise sein und mehr am Limit. Es ging darum, für die kompletten zwei Stunden ein Gefühl für das Auto zu haben. So ist es aber jetzt nicht mehr. Wir haben es mit anderen Herausforderungen zu tun und diesen müssen wir uns stellen." Hamilton: "Ich weiß gar nicht, was ich da noch sagen soll, wirklich. Mark hat alles gesagt. Ich mag das Rennfahren, wie es jetzt ist. Ich habe es in jedem Jahr gemacht. Jedes Jahr ist aber auch eine neue Herausforderung. Deshalb gibt es Regeln, um uns eine neue Herausforderung zu bescheren." "Es ist ein bisschen anders, wenn du im Rennen nicht zu einhundert Prozent Druck ausübst. Es gibt Augenblicke im Rennen, an denen du wirklich für geraume Zeit richtig Gas geben kannst, doch das hält nicht lange an. Es geht mehr um Ausdauer, wie Mark schon sagte. Du musst deine Reifen am Leben halten." So sah die Williams-Box nach dem Brand in Barcelona aus: Vieles ging kaputt Zoom © xpbimages.com "Es ist trotzdem noch immer eine anspruchsvolle Aufgabe, über einen langen Zeitraum das Beste aus deinen Reifen herauszuholen. Dazu braucht es Talent, Technik und Raffinesse. Wir alle - ich spreche da für mich - versuchen, da den Feinschliff hinzukriegen. Es ist auf jeden Fall trotz allem noch immer die Formel 1. Es macht Spaß und es gibt mehr Überholmanöver. Das wollen die Leute sehen." Frage: "Zwei Fragen an Pastor: Wie fühlt sich dein neues Leben als Grand-Prix-Sieger an? Hat sich in den vergangenen zwei Wochen etwas verändert? Ziehst du nun mehr Aufmerksamkeit auf dich? Zweite Frage: Du hast hier in Monaco schon in der GP2 gewonnen. Ist dir dieser Kurs wir auf den Leib geschneidert? Träumst du davon, diesen Sieg nun in der Formel 1 zu wiederholen?" Maldonado: "Okay. Was den Sieg angeht: Er verändert überhaupt nichts. Ich denke, wir müssen einfach so weiterarbeiten und auch künftig Druck machen. Wie ich schon sagte: Wir befinden uns im Vergleich zu den anderen Teams nicht in der besten Position. Wir müssen uns weiter steigern. Vor uns liegt eine Menge Arbeit." "Das Auto wird jedes Mal noch konkurrenzfähiger. Mir ergeht es nicht anders. Wir haben ein gutes Gefühl. Die Atmosphäre im Team wird besser und besser - vor allem natürlich nach dem Sieg. Damit müssen wir nun fortfahren und weiter Gas gaben. Und ja, Monaco ist etwas Besonderes für mich. Es ist meine Lieblingsstrecke. Ich war hier schon immer schnell." "Ich werde sicherlich mein Bestes geben, um auch an diesem Wochenende das Maximum zu erzielen. Wir werden konkurrenzfähig sein. Davon bin ich überzeugt, aber schauen wir einmal. Es ist eine klassische Strecke. Du musst alles auf die Reihe kriegen, um einen Unterschied zu machen. Gemeinsam mit dem Team werde ich versuchen, das Beste zu tun. Dann werden wir sehen." Frage: "Michael, dein Saisonstart war nicht so berauschend. Schaust du bereits nach vorn? Hast du schon entschieden, ob du auch 2013 fahren wirst? Denkst du darüber nach, ob du trotz deiner sieben Titel noch die Motivation und auch die Energie hast? Siehst du dich weiterhin bei Mercedes oder ist es einfach nur eine Frage, ob du 2013 weiterfahren willst oder nicht?" Motorrad-Fahrer Casey Stoner macht Schluss: Die Karriere endet schon 2012 Zoom © Repsol Schumacher: "Nein, die Entscheidung hat sich eigentlich nicht verändert. Bisher hatten wir uns nicht darauf konzentriert, was 2013 oder in der Zukunft passiert. Es geht mehr darum, was derzeit passiert. Das Team und ich werden uns zusammensetzen. Noch gibt es aber leider keine Neuigkeiten für euch. Ich möchte auch nicht zu tief in diese Diskussion einsteigen - abgesehen von dem, was ich gerade gesagt habe. Belassen wir es dabei." Frage: "Lewis, du meintest vorhin, hier in Monaco würdest du dich wohler fühlen als in der Schweiz. Kannst du uns Gründe dafür nennen? Was ist der Unterschied zwischen diesen beiden Orten? Zweite Frage: Du wachst in deinem eigenen Bett auf und fühlst dich generell wohler hier. Macht das einen Unterschied, wenn du in dieses Wochenende gehst? Wird das deiner Leistung an Schwung verleihen?" Hamilton: "Als ich in der Schweiz lebte, war das eines der schönsten Länder, die ich je besucht hatte. Das Wetter war ein bisschen wie in Großbritannien, doch es war meist viel schöner. Ich wohnte etwas weit weg von der Stadt und es war dort ziemlich ruhig. Es dauerte eine Ewigkeit, um bis zu einem Restaurant zu gelangen. Ich konnte nicht einfach nur hinlaufen oder hinfahren." "Hier scheint die Sonne jeden Tag, was einen Unterschied ausmacht. Wenige Minuten von meinem Zuhause gibt es einige tolle Restaurants. In der Nähe ist auch ein Fitnessklub, außerdem gibt es dort ein Schwimmbad. Vorher habe ich eine halbe Stunde mit dem Auto gebraucht, um zum Fitnesscenter zu gelangen. Das hat nicht so viel Spaß gemacht." "Ich bin noch immer ein Twen. Ich habe das Gefühl, das muss ich weiterhin genießen. Seit ich hier bin, bin ich viel glücklicher. Ich laufe jeden Tag auf der Strecke und laufe sie fast komplett ab. Es ist schon unglaublich, jeden Tag auf seiner Lieblingsstrecke herumlaufen zu können. Ich laufe durch den Tunnel und kann kaum glauben, dass ich hier bin. Du musst dich jeden Tag aufs Neue kneifen." "Du denkst: 'Wow, ich laufe durch den Tunnel, durch den solche Legenden wie Michael und Ayrton (Senna; Anm. d. Red.) gefahren sind. Jetzt bin ich einer dieser Rennfahrer und wohne noch dazu hier.' Das ist schon klasse - und spektakulär. Was das Rennwochenende betrifft: Ich weiß nicht, ob das einen Unterschied machen wird. Es wird mein Wochenende aber sicher nicht schädigen, wenn ich eine Umgebung habe, in der ich mich wohlfühle. Das zählt doch sicher auch etwas."
Quelle: motorsport-total.com
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| Formel 1 » Sauber: Keine Eile bei der Fahrerwahl |
Sauber: Keine Eile bei der Fahrerwahl
23.05.2012 - 19:31
Fernando Alonso war im ersten Training deutlich schneller als alle anderen Zoom © xpbimages.com
Für den Rest des Wochenendes ist der Wetterbericht instabil, aber während des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco präsentierte sich die Cote d'Azur von ihrer schönsten Seite. Zwar ist es nach rund acht Minuten unmöglich, Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis zu ziehen, aber die erste Bestzeit des Donnerstags sicherte sich Fernando Alonso in 1:16.265 Minuten. Der Ferrari-Pilot verpasste damit seine Donnerstags-Bestzeit aus dem Vorjahr (1:15.123 Minuten), distanzierte aber Romain Grosjean (Lotus) um 0,365 und Sergio Perez (Sauber) um 0,446 Sekunden. Perez war zu Beginn der Session der Erste, der einen kompletten Run absolvierte - möglicherweise auch, um sein Unfalltrauma des Vorjahres gleich zu Beginn des Wochenendes abzuschütteln. Das dürfte ihm gelungen sein. Kovalainens Renault-Motor geplatztEine Zeitenjagd am Ende blieb übrigens aus, weil die Session knapp zehn Minuten vor Schluss unterbrochen werden musste. Heikki Kovalainen (18./Caterham/+2,774) vernebelte erst den kompletten Tunnel, ehe der Motor vor der Hafenschikane komplett kaputt ging und blockierte, sodass der Finne an einer gefährlichen Stelle stehen bleiben musste. "Der Motor ist weg", funkte Kovalainen, ehe sein Caterham von neun Streckenposten weggeschoben wurde. Sergio Perez scheint den Schock des Vorjahres schon gut verdaut zu haben © xpbimages.com "Wir wissen nicht genau, was passiert ist", erklärt ein Caterham-Sprecher. "Als Heikki aus dem Tunnel herauskam, spürte er, wie die Hinterachse blockierte. Deshalb stellte er das Auto ab. Das Fahrzeug wurde nicht beschädigt, doch es gab reichlich Rauch. Für den Nachmittag dürfte ein Motorwechsel anstehen. Wenn der bisherige Motor dann wieder in der Renault-Fabrik ist und dort untersucht wird, dürfte sich die genaue Ursache feststellen lassen." "Das ist eine Stelle, an der man nicht stehen bleiben sollte, aber wo soll man hin, wenn der Motor blockiert?", meint Experte Marc Surer. Zum Glück ging die Situation glimpflich aus und alle nachfolgenden Autos konnten trotz der schlechten Sicht ausweichen. Aufgrund der von Kovalainen gelegten Ölspur im Tunnel wurde die Session nicht mehr neu gestartet - sehr zum Leidwesen von Sebastian Vettel (9./Red Bull/+0,957), der noch etwas ausprobieren wollte. Training: Jede Runde zählt"In Monaco", weiß der ehemalige Formel-1-Pilot Surer, "zählt jede Runde. Es ist eine Fahrerstrecke. Natürlich muss das Auto passen, aber der Einfluss des Fahrers ist hier größer als auf jeder anderen Strecke." Hofft auch der drittplatzierte Perez und meint selbstbewusst: "Wir sind hier ziemlich konkurrenzfähig. Es wird also unser Ziel sein, um das Podium zu kämpfen." Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari macht ihm Mut: "Sauber scheint einen Schritt gemacht zu haben." Ex-Weltmeister Mika Häkkinen hat eher seinen Landsmann Kimi Räikkönen auf der Rechnung: "Der Lotus scheint hier wirklich gut zu gehen." Aber während Grosjean im Drift-Fahrstil von Anfang an ganz vorne mitfuhr, hatte Räikkönen die Lotus-Box schon verlassen, als Kovalainens Renault-Motor noch gar nicht geplatzt war. Wegen eines Problems mit der Servolenkung musste der "Iceman" die erste Session nach der Installationsrunde spritzen. Massa bemüht, aber verkrampftDie Monaco-Spezialisten Lewis Hamilton (McLaren/+0,482) und Pastor Maldonado (Williams/+0,495) landeten auf den Plätzen vier und fünf, noch vor Felipe Massa (Ferrari/+0,578), der heute Morgen sehr couragiert wirkte und 19 Runden absolvierte. In einer davon streifte er unnötigerweise auf der Geraden (!) vor der Tabak-Kurve die Leitplanken, aber das Team nahm ihn via Funk in Schutz: "Schon okay, kann passieren, Felipe." Kimi Räikkönen musste im ersten Freien Training bis auf eine Runde zuschauen © Lotus Das Mercedes-Duo Rosberg/Schumacher landete mit jeweils rund einer Sekunde Rückstand auf den Plätzen zehn und elf, unmittelbar vor Nico Hülkenberg (Force India/+1,366). Apropos Mercedes: Schumacher bereitete seiner Crew ein wenig Arbeit, als er mit einem losen Frontflügel an die Box kam. Was die Ursache für dieses Problem war, ging aus den TV-Bildern jedoch nicht hervor. 13. wurde Mark Webber (Red Bull/+1,841). Jenson Button (+0,925) belegte zunächst Platz acht. McLaren testete aber nicht nur für dieses Wochenende, sondern auch schon 2013er-Komponenten - und die scheinen die Fahrer noch immer in der Sicht zu beschränken, wie Button über Funk lautstark bemängelte. Ansonsten gab es während des ersten Trainings keine Zwischenfälle oder Crashes, was für die Disziplin des Starterfeldes spricht. Übrigens: Freitagstester waren heute nicht im Einsatz.
Bestes Rennwetter in Monaco: Schmeckt das den Reifen oder tut es das nicht? Zoom © xpbimages.com
(Motorsport-Total.com/Sky) - Als wäre der Stadtkurs von Monte Carlo nicht schwierig genug: Die Pirelli-Reifen der Formel 1 werden die Fahrer und ihre Teams auch beim Glamour-Grand-Prix vor eine große Aufgabe stellen. Davon sind die unmittelbar Beteiligten überzeugt. Die Frage ist allerdings noch, wie groß der Einfluss der Pneus auf die Gesamtleistung sein wird. Michael Schumacher hat da einen gewissen Verdacht. Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister rechnet mit keinem allzu "wilden" Wochenende, was die Reifensituation anbelangt. "Hier sollte es etwas konstanter sein und nicht so dramatisch wie bei anderen Rennen. Es kommt aber ganz auf die Temperaturen an", meint Schumacher. Im ersten Freien Training gab es im Fürstentum noch frühlingshafte 22 Grad Celsius - optimale Bedingungen. "Wenn wir in einem solchen normalen Bereich liegen, sollte es halbwegs okay sein", erklärt "Schumi" und fügt hinzu: "Sollten wir in die 30er gelangen, wird es für alle problematisch." Generell sei das Fahren in Monaco "ein Drahtseilakt, bei dem du im Rennen 78 Runden lang jonglierst. Manchmal fällst du runter, manchmal bleibst du drauf. Dementsprechend verändert sich der Spaß", sagt Schumacher.
Jenson Button ist sich der Fehler aus den vergangenen Rennen wohl bewusst Zoom © xpbimages.com
Drei aus fünf: Jenson Button punktete in diesem Jahr nicht in jedem Rennen, was den britischen McLaren-Piloten bereits einiges an Boden kostete. Trotzdem zeigt sich der Weltmeister von 2009 vor dem Großen Preis von Monaco sehr zuversichtlich, schließlich liebt er diesen Grand Prix und hat ihn auch schon einmal gewonnen. In seiner Medienrunde spricht Button über den speziellen Reiz eines Rennens im Fürstentum und über seine Aussichten in der WM-Gesamtwertung der Formel 1. Frage: "Jenson, du hast auf dem einzigen Stadtkurs gewonnen, den die Formel 1 in diesem Jahr schon besucht hat. Monte Carlo ist aber eine etwas andere Nummer. Was denkst du vor dem Beginn dieses Wochenendes?" Jenson Button: "Es ist schön, wieder hier zu sein. Ich denke, wir alle lieben es, durch die Straßen von Monaco zu fahren. Es ist einer dieser Kurse, die keinen Fehler verzeihen." "In Melbourne kannst du dir vielleicht noch einen Schnitzer erlauben, doch hier bedeutet dergleichen schlichtweg 'Game Over'. Monte Carlo macht sehr viel Spaß, selbst im Simulator. Der Spaßfaktor ist beim Fahren einfach noch viel größer als auf anderen Strecken. Ich freue mich schon sehr darauf, am Freitag endlich loszulegen." Die Vorfreude ist großFrage: "Kannst du aus der Arbeit im Simulator schließen, dass das Auto in Monte Carlo konkurrenzfähig sein wird?" Button: "Nun, das Fahrzeug fühlte sich im Simulator sehr gut an. Schauen wir einmal, wie sich die Situation hier auf der Strecke darstellt. Du musst in jedem Fall große Vorsicht walten lassen, denn der Kurs verbessert sich im Verlauf des Wochenendes." "Es ist zudem der einzige Ort, an dem wir schon donnerstags fahren. Danach haben wir einen Tag frei und die Straßenautos fahren über die Strecke. Am Samstag steigt dann die Qualifikation. Da musst du aufmerksam sein und darfst dich nicht zu unbedarft verhalten. Das Überholen ist hier nicht so einfach." Frage: "Nach dem vergangenen Jahr hast du hier sicherlich noch eine offene Rechnung ..." Button: "Ja, wir haben uns erst wieder mit dem Rennverlauf von 2011 vertraut gemacht. Man könnte sagen, dass der Abbruch zum Schluss dafür gesorgt hat, dass unsere Chancen auf den Sieg ein bisschen vermindert wurden." "Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben." "Egal, das liegt nun in der Vergangenheit. Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben. Ob das drin ist, wird sich zeigen. Es ist so gesehen nicht anders als an jedem anderen Wochenende sonst. Die Situation gestaltet sich von Rennen zu Rennen derart unterschiedlich. Pastor (Maldonado; Anm. d. Red.) hatte sich in Bahrain noch auf Rang 17 qualifiziert, glaube ich." "In Barcelona qualifizierte er sich dagegen auf Platz zwei. Ich denke nicht, dass sich so viel verändert hat. Es ist schwierig. Aus Fahrersicht ist Monte Carlo eine etwas andere Nummer. Die Erfahrung spielt hier eine ziemlich wichtige Rolle. Entscheidend ist auch, das Auto auf einem solchen Kurs wirklich zu verstehen. Hoffentlich gelingt uns das bis Samstag."
Frage: "Nach dem Spanien-Rennen konntest du nur mit dem Kopf schütteln, weil es offenbar nicht so lief, wie du dir das gedacht hattest. Habt ihr eure Probleme in den Griff gekriegt?" Button: "Bisher habe ich das Auto noch nicht gefahren, also nein, ich weiß es nicht. Ja, wir haben gemeinsam mit den Ingenieuren einen Blick in die Daten geworfen. Es gibt ein paar Dinge, von denen wir glauben, ein paar Fehler gemacht zu haben. Trotzdem müssen wir abwarten und schauen, wie sich das Auto hier anfühlt." McLaren auf FehlersucheFrage: "Die jüngsten Rennen waren nicht gerade berauschend. Es gab ein paar Fehler seitens des Teams. War das ein Thema in der Fabrik?" Button: "Na klar. Jeder macht Fehler. Wir haben ein paar gemacht, doch damit wirst du nicht Weltmeister. Wichtig ist, daraus zu lernen und weiterzumachen. Es geht darum, sicherzustellen, dass sich dergleichen nicht wiederholt." "Wir haben das Team dahingehend auch ein bisschen umstrukturiert. Wir als Team müssen schauen, was wir speziell bei den Boxenstopps tun können. Wir haben hier einige Verbesserungen am Start, die uns ziemlich helfen sollten. Es kommt auf Konstanz und Tempo an. Hier ist es eh etwas Besonderes: In Monaco brauchst du eine gute Qualifikation, einen guten Start und gute Boxenstopps." Frage: "Verläuft die Saison bisher so, wie du es erwartet hast? In fünf Rennen gab es fünf Sieger - und auch du hast 2012 schon gewonnen ..." Button: "Nein, dergleichen hatte ich nicht erwartet. Wir gingen zuversichtlich in die Saison, denn wir hatten einen guten Winter gehabt. Die Saison begann stark für uns. Eben wie wir es uns erhofft hatten. Seither war es sehr durchwachsen für uns." "Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar." Jenson Button "Wir waren schnell in Malaysia und schnell in China, aber in Bahrain und Spanien waren wir zumindest im Renntrimm nicht konkurrenzfähig. Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar. Wir hatten geglaubt, dass uns die Hitze vor Probleme stellt, doch die beiden jüngsten Rennen waren heißer als die vorangegangenen. Wir versuchen noch immer, herauszufinden, was Sache ist."
Frage: "Die Meisterschaft ist jedenfalls noch vollkommen offen ..." Button: "So ist es. Ich habe aber schon in zwei Rennen keine Punkte geholt. Das ist sehr seltsam. Es ist so schwierig, schlau daraus zu werden. Du musst einfach bereit sein. Manchmal scheint das Auto zu funktionieren, manchmal nicht. Wichtig ist, keine Fehler zu machen. Dann bist du vorn mit dabei." Wie halten die Reifen in Monte Carlo?Frage: "Bist du im Hinblick auf die Reifen ein Zocker oder wartest du darauf, bis die letzte Karte aufgedeckt wird?" Button: "Ich war eigentlich immer gut darin, doch in diesem Jahr haben wir anscheinend ein paar Probleme damit, die Reifen zu verstehen. Ich denke, da sitzen wir alle im selben Boot." "Hoffentlich sehen wir vor dem Qualifying klarer, denn Monte Carlo kann die Reifen schon sehr intensiv rannehmen. Auf einmal sind die Pneus dann hinüber. Das sahen wir 2009 bei Sebastian Vettel, aber nicht nur damals. Wir hoffen einfach, ein besseres Reifenverständnis zu haben, als dies an den vergangenen Wochenenden der Fall war." "Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet." Jenson Button Frage: "Sebastian Vettel fuhr im vergangenen Jahr 50 Runden auf der weichen Mischung. Denkst du, das wäre auch mit den aktuellen Reifen möglich?" Button: "Waren es bei ihm wirklich 50 Runden oder kam ihm da die rote Flagge dazwischen? Es waren 50 Runden? Okay, cool. Es sah jedenfalls ganz nach einem sehr aufregenden Zieleinlauf aus. Ich weiß nicht, was passiert wäre. Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet. Wir werden es nie erfahren. So kam es nicht, weil das Rennen ja unterbrochen wurde." Frage: "Das Wetter könnte am Sonntag für eine nasse Strecke sorgen, vielleicht auch schon am Samstag. Gut für euch?" Button: "Ich werfe alle zwei Stunden einen Blick auf die Wettervorhersage. Sie verändert sich ständig. Am Dienstag hieß es noch, es würde Samstag und Sonntag regnen, jetzt soll es nur am Samstag regnen oder gar nicht, und erst am Montag." "Schauen wir einmal, was passiert. Im Qualifying hat man es natürlich gern trocken, weil es ein solcher Kick ist, wenn man das Auto ans Limit bringt. Das lieben wir. Im Nassen ist es ganz anders, doch wir würden trotzdem das Beste daraus machen." Frage: "Ich habe hier zehn Euro für dich, aber die musst du auf den Fahrer setzen, von dem du glaubst, dass er hier gewinnt ..." Button: "Ich! Einhundert Prozent." Frage: "Dann nimm das Geld ..." Button: "Nein. Ich nehme kein Bargeld (lacht; Anm. d. Red.)." Ein Traditionskurs, der Freude machtFrage: "Zurück zu Monaco: Dieser Kurs ist etwas Besonderes, nicht wahr?" Button: "Ja. Wir alle lieben es, hier durch die Straßen zu fahren. Es ist eine ungewöhnliche Strecke, denn die Leitplanken stehen so nah. Fehler werden nicht verziehen. Es ist ein Traditionskurs. Das ist gut." "Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Jenson Button "Wir lieben solche Orte - Suzuka, Spa-Francorchamps. Die Strecke an sich hat sich nicht viel verändert, doch es gibt nun bessere Auslaufzonen. Das macht viel Spaß. Wenn du hier im Qualifying alles aus dem Auto herausholen kannst, dann ist das einfach nur toll. Das lieben wir. Dann realisierst du, dass du einen Formel-1-Rennwagen mit 750 PS zähmst. Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Frage: "Du hast hier schon gewonnen. Wie aufregend ist dieser Kurs und wo sind die Schlüsselstellen?" Button: "Es ist der gesamte Kurs. Es ist völlig verrückt, hier mit einem Formel-1-Auto herumzufahren. Uns macht das aber sehr viel Spaß. Es gibt hier zwar nicht sehr viele schnelle Kurven, doch die sind sehr aufregend. Die Schwimmbad-Passage ist toll, aber auch der Hügel beim Kasino. Du musst dich herantasten, denn sonst schlägt dieser Ort zurück, wenn du nur einen kleinen Fehler machst. Deshalb ist es so spannend." Frage: "Am Ausgang des Tunnels wurden ein paar Bodenwellen entfernt. Ist das gut oder schlecht für das Überholen an dieser Stelle?" Button: "Nun, wir hatten schon 2011 kein DRS an dieser Stelle und auch in diesem Jahr ist das der Fall. Das ist gut so. Es wurden aber auch die Reifenstapel verschoben, in die Perez eingeschlagen war. Auch das ist gut. In den Auslaufzonen wurde zudem etwas Sand in die Farbe gemischt. Das sollte dabei helfen, die Autos rascher abzubremsen. Ebenfalls eine gute Sache."
Fernando Alonso tritt in Monaco mit einem in Gold und Weiß gehaltenen Helm an Zoom © Ferrari
Eine Stadtrundfahrt im Zuhause der Reichen und Schönen: Beim Großen Preis von Monaco geht es alljährlich um das Motto "sehen und gesehen werden". Wohl auch deshalb warten die Fahrer und Teams der Formel 1 meist bei diesem Rennen mit besonderen Lackierungen oder neuen Farben auf. Bei Fernando Alonso ist das 2012 nicht anders: Der Spanier bringt einen speziellen Helm an den Start. Der eigens für die Hatz im Leitplanken-Kanal von Monte Carlo entworfene Kopfputz besticht durch die Farben Gold und Weiß und stellt eine Hommage an das Traditionsrennen dar. Ebenfalls eingearbeitet sind Elemente aus dem Glücksspiel wie Jetons, Roulette und Würfel. Außerdem ist auf der Oberseite des Helms ein Ferrari 158 zu sehen, wie ihn John Surtees 1964 fuhr - und damit Weltmeister wurde. Zu sehen ist darüber hinaus das Viktoria-Kreuz von Asturien, der spanischen Heimat von Alonso. Und neben dem Monaco-Motto "Bet on Red" ("Setze auf Rot"; Anm. d. Red.) finden sich auf dem Helm noch diverse Zahlen, die allesamt mit der Formel-1-Karriere des zweimaligen Weltmeisters und der Formel 1 im Fürstentum in Verbindung stehen. Auch seine zwei Monaco-Siege sind dort verewigt. Die "78" steht beispielsweise für die Anzahl der Rennrunden beim Großen Preis von Monaco, die "70" für das runde Jubiläum des Traditionsrennens. 75 Mal stand Alonso bereits auf einem Formel-1-Podest, 20 Mal startete er von der Pole-Position. Die "19" entspricht der Anzahl der Kurven auf einer Runde in Monte Carlo, die "5" Alonsos Startnummer. Was die "14" bedeuten soll, wurde nicht verraten.
"Hallo, Jungs, wir müssen da was ändern." Bernie Ecclestone stört sich am Q3-Ablauf Zoom © xpbimages.com
Das Top-10-Finale im Qualifying ist nicht mehr das, was es einmal war. Denn statt mit einem letzten frischen Reifensatz auf die Jagd nach der Pole-Position oder einem vorderen Startplatz zu gehen, verzichten einige Piloten lieber auf eine schnelle Runde. Sie sparen sich ihre neuen Reifen auf, um dann im Rennen bessere Karten zu haben. Darunter leidet jedoch das Spektakel in der Qualifikation. Dies stört auch Formel-1-Chef Bernie Ecclestone. Dem 81-jährigen Briten ist die Umsetzung der aktuellen Regeln ein Dorn im Auge: "Was im Augenblick falsch läuft, ist, dass einige Fahrer denken, nicht auf die Pole-Position fahren zu können." Der Grund für diese Zurückhaltung sei das Kontingent an frischen Pirelli-Pneus. Doch mit einer neuen Verordnung könnte Abhilfe geschaffen werden. Ecclestone hat einen Vorschlag parat: "Ich sage ja schon lange, dass es einen weiteren Reifensatz geben sollte, der nach der Qualifikation abgegeben werden muss. Dann gibt es nichts, was man sich aufsparen könnte. Dann sind die Teams zum Wechseln gezwungen", meint Ecclestone und merkt an: "Was wir brauchen, ist ein weiterer Reifensatz, damit im Zeittraining mehr Runden abgespult werden." Mit den unvorhersehbaren Rennen ist der Formel-1-Chef indes vollkommen zufrieden und stellt seinen Reifenlieferanten - unabhängig von der Situation in der Qualifikation - ein sehr gutes Zeugnis aus: "Pirelli hat klasse Arbeit geleistet. Es ist weitaus schwieriger für sie, einen Reifen zu bauen, der nur 30 Prozent des Rennens durchsteht, als einen Reifen zu entwerfen, der die komplette Distanz meistert." "Es war ein Teil meines Vertrags mit ihnen, dass die Reifen nur für einen Teil des Rennens haltbar sein sollten. Ich war beeindruckt davon, dass es ihnen gelang", sagt Ecclestone. "Es hätte auch leicht anders kommen können, sodass nur zehn Runden drin gewesen wären oder das gesamte Rennen. Es war eine technische Meisterleistung", findet der Brite. "Ich hätte nicht gedacht, dass sie es schaffen."
Formel 1 zu Gast in Frankreich: Das bis dato letzte Rennen datiert aus 2008 ... Zoom © xpb.cc
Eine Neuauflage des Großen Preises von Frankreich schien in den vergangenen Monaten bereits gewaltig an Fahrt aufgenommen zu haben, doch just im Wahlmonat kamen die Vorhaben um das Comeback in der Formel 1 wieder ins Stocken. Offenbar ist nun auch der angestrebte Rennplatz in Paul Ricard, wo die Königsklasse in der Vergangenheit bereits fuhr, nicht mehr länger erste Wahl. Dabei hätte alles so einfach sein können, wie Formel-1-Chef Bernie Ecclestone gegenüber 'ESPN' betont. "Die Franzosen hatten genug Gelegenheiten, um es wahr zu machen, taten es aber nicht. Sie versprachen uns all die Dinge wie die Straßen von Paris oder Disney", meint der Brite. All diese Ansätze waren aber meist genauso schnell wieder vom Tisch, wie man sie aufgetischt hatte. Das Grand-Prix-Thema sei in Frankreich halt "sehr politisch", erklärt Ecclestone und merkt an: "Ich weiß nicht, ob es anders gewesen wäre, wenn Sarkozy wiedergewählt worden wäre. Keine Ahnung. Als er noch an der Macht war, hätten sie unterschreiben können. Sie hatten einen Vertrag vorliegen. Alles, was sie tun mussten, war, ihre Unterschrift darunter zu setzen", hält der Formel-1-Chef fest. Andererseits habe es ständig an der nötigen Konsequenz hinsichtlich eines Rennplatzes gefehlt, fügt Ecclestone hinzu: "Sie kamen eh nie zu einer Übereinkunft mit Paul Ricard. Dort würden Investitionen nötig werden, um Tribünen aufzubauen. Und der Paddock-Club ist nicht groß genug", sagt der 81-Jährige. Inzwischen ist auch nicht ausgeschlossen, dass die Formel 1 nach Magny-Cours zurückkehrt.
Teamchef Ross Brawn pocht auf die historische Bedeutung von Mercedes Zoom © xpbimages.com
Während beim letzten Concorde-Agreement, das im Jahr 2009 ratifiziert wurde, der Automobil-Weltverband FIA unter dem damaligen Präsidenten Max Mosley eine der treibenden Kräfte war, spielt die FIA bei den aktuellen Verhandlungen für 2013 bis 2020 praktisch keine Rolle. Bisher fanden die Gespräche fast ausschließlich zwischen Bernie Ecclestone und den Teams statt. Ross Brawn missfällt das: "Wir haben noch einen langen Weg vor uns, bevor wir finale Lösungen erreichen", sagt er und unterstreicht: "Ich denke, was man in all das einbeziehen sollte, ist die Rolle, die die FIA in Zukunft spielen wird, ihre Rolle in unserem Sport. Sie waren bisher ruhig, aber sie werden eine Rolle spielen. Ich bin einigermaßen zuversichtlich, dass wir vernünftige Lösungen für die Zukunft finden können. Ich glaube aber nicht, dass schon alles erledigt ist." Mercedes war bisher das einzige Topteam, das Ecclestone noch nicht signalisiert hatte, das neue Concorde-Agreement unterschreiben zu wollen. Bei einem Treffen mit Daimler-Konzernchef Dieter Zetsche - Brawn war aus gesundheitlichen Gründen abwesend - dürfte es zuletzt in Barcelona aber eine Annäherung zwischen Mercedes und den Inhabern der kommerziellen Rechte gegeben haben. Angeblich könnte dieses Wochenende alles unter Dach und Fach gebracht werden. Brawn schweigt zur Mercedes-Situation hinsichtlich des Concorde-Agreements: "Ich kann das immer noch nicht kommentieren", meint er und ergänzt in Anspielung auf die von Ecclestone angezweifelte historische Bedeutung der deutschen Marke: "Wir sind sehr stolz auf unsere Geschichte und glauben, dass sie für den Sport wichtig ist. Da sind die Menschen unterschiedlicher Auffassung. Aber das ist alles Teil der heiklen Verhandlungen, die stattfinden."
Nico Hülkenberg blickt skeptisch auf die Hackordnung in der Formel 1 Zoom © xpbimages.com
Ein Mal schrammte Force India knapp an einem Grand-Prix-Sieg vorbei: Das war mit Giancarlo Fisichella in Spa-Francorchamps. Dass diese Gelegenheit bald wieder kommt, glaubt Nico Hülkenberg nicht, wie er 'auto motor und sport' verrät: "Williams und Sauber waren nach unseren Messungen in Barcelona bei den schnellsten Autos dabei. Die muss man jetzt auch zu den Top-Teams zählen." Den Mercedes-befeuerten Inder dagegen nicht. Und das trotz der Fortschritte, die die Truppe um Besitzer Vijay Mallya gemacht hat: "Wir haben uns definitiv gesteigert, vor allem in der Traktion. Unsere Gegner sind diesen Schritt aber mitgegangen", erklärt Hülkenberg und verweist erneut auf die ehemaligen Mittelfeldkonkurrenten, von denen nur noch Toro Rosso hinter Force India rangiert. "In den schnellen Kurven sind Sauber und Williams besser als wir." Woher rührt es, dass Force India - denen rund drei Zehntelsekunden fehlen - nicht mit der Konkurrenz aus der Hinwil und Grove mithalten kann? Für Hülkenberg sekundär: "Uns bleibt nichts anderes übrig, als zu entwickeln, weil wir zurückliegen. Wir brauchen noch ein paar Zehntelchen, um an die anderen ranzukommen", insistiert er. "Es ist wichtig, eine gute Balance zwischen Entwicklung und dem Verständnis des Autos zu finden", macht Hülkenberg deutlich. Dann scheint das erklärte Saisonziel, nämlich Rang fünf in der Konstrukteurs-Wertung, nicht außer Reichweite. "Das ist immer noch möglich, wenn auch schwierig, weil die anderen auch weiter Punkte machen werden", befürchtet der Emmericher und hofft auf die Kurse, die 2011 im Sommer und Herbst im Grand-Prix-Kalender standen. "Da ist der Knoten bei uns auch erst in der zweiten Saisonhälfte aufgegangen", so Hülkenberg.
Seiner Heimat Großbritannien hat Hamilton schon lange den Rücken gekehrt Zoom © xpbimages.com
Viele Fahrer haben ihren Wohnsitz in das Steuer- und Lebensqualitäts-Paradies Monaco verlegt. Auch Lewis Hamilton gefällt es an der Cote d'Azur. Der Brite ist erst kürzlich aus der Schweiz in das Fürstentum gezogen und zeigt sich begeistert vom neuen Wohnort sowie dem kurzen Weg an den Arbeitsplatz: "Es ist ein fantastisches Gefühl, in deinem eigenen Bett aufzuwachen und einfach nur die Straße hinunterzufahren, um bei der Arbeit anzukommen", freut sich der McLaren-Pilot. Lebensgefährtin Nicole Scherzinger beim Vorbeifahren am heimischen Balkon theoretisch zuwinken zu können, gefällt Hamilton. "Das erlebe ich heute zum ersten Mal, doch ich bin mir sicher: Es wird einen großen Unterschied ausmachen", prognostiziert er. "Ich habe auch mein früheres Zuhause geliebt, doch das ist ein ganz anderer Ort. Ich mag ihn noch ein bisschen mehr, scheint mir", so Hamilton, der sich bekanntermaßen gerne mit Stars aus dem Showbusiness umgibt. Doch auch an seinem alten Wohnort fand der 27-Jährige Gefallen. "Als ich in der Schweiz lebte, war das eines der schönsten Länder, die ich je besucht hatte. Das Wetter war ein bisschen wie in Großbritannien, doch es war meist viel schöner", schmunzelt Hamilton und beschreibt den Unterschied als eklatant: "Es dauerte eine Ewigkeit, um bis zu einem Restaurant zu gelangen. Ich konnte nicht einfach nur hinlaufen oder hinfahren", so der Weltmeister von 2008 über die Abgeschiedenheit. Hamilton meint: "Ich habe das Gefühl, es weiterhin genießen zu müssen. Ich laufe jeden Tag auf der Strecke und laufe sie fast komplett ab. Es ist schon unglaublich, jeden Tag auf seiner Lieblingsstrecke herumlaufen zu können", so der Brite, der tagtäglich Sporthistorie lebt. "Du denkst: 'Wow, ich laufe durch den Tunnel, durch den solche Legenden wie Michael und Ayrton (Senna; Anm. d. Red.) gefahren sind. Jetzt bin ich einer dieser Rennfahrer und wohne noch dazu hier."
In Monaco gehen die Uhren anders: Auch für die V8-Motoren der Formel-1-Autos Zoom © xpb.cc
Ebenso einzigartig wie unberechenbar: Der Grand Prix von Monaco zählt zu den Highlights einer jeden Formel 1-Saison. Das Rennen durch die Straßen des glamourösen, normalerweise eher beschaulichen Fürstentums ist nach wie vor einzigartig auf der Welt. Der Stadtkurs selbst hat sich dabei im Laufe der Jahre kaum verändert. Die einzigartige Streckencharakteristik stellt die Ingenieure von Renault vor ganz besondere Herausforderungen, denn die Motoren müssenkomplexe Ansprüche erfüllen. "In Monaco lenken die Piloten ihre Boliden nicht nur mit dem Lenkrad, sondern auch mithilfe des Motors", erklärt Remi Taffin, Leiter des Grand-Prix-Teams. "Der Fahrer benötigt deswegen ein Triebwerk, das gleichmäßig und direkt auf Gaspedalbefehle anspricht." Nur so entwickele er das nötige Vertrauen, um jederzeit voll attackieren zu können. Die größte Herausforderung in Monte Carlo liege in den geringen Geschwindigkeiten, sagt Taffin. "Daher verwenden wir hier ein ganz spezielles Motor-Management, das auf keiner anderen Rennstrecke zum Einsatz kommt. Die Triebwerke sind auf Drehzahlen von bis zu 18.000 Umdrehungen pro Minute ausgelegt. Im Fürstentum müssen sie aber in den langsamen Kurven auch bei nur 5.000 Touren noch perfekt funktionieren", so Taffin. Der Renault Ingenieur betont die spezielle Herangehensweise der Franzosen: "Um uns auf dieses Wochenende perfekt vorzubereiten, testen wir im Vorfeld besonders ausgiebig auf unseren Motorenprüfständen. So stellen wir sicher, dass alles einwandfrei funktioniert. Dabei stimmen wir denV8 für unsere vier Partnerteams auch so ab, dass er bereits im Tourenkeller ein bissiges Ansprechverhalten an den Tag legt." Eine der anspruchsvollsten Aufgaben besteht darin, die Triebwerke so anzupassen, dass sie sehr agil am Gas hängen und direkt das nötige Drehmoment zur Verfügung stellen. Der Pilot muss darauf vertrauen können, dass der Motor sofort reagiert, wenn er ihn braucht - ganz gleich, welches Pedal-Einstellung er fährt oder in welcher Stellung sich das Gaspedal gerade befindet. Auch David Lamb unterstreicht die große Bedeutung einer perfekten Abstimmung für die Achtzylinder. "Monaco ist in jeder Beziehung einzigartig, so ein Rennen gibt es in der Formel 1 kein zweites Mal", so der Brite, der vor zwei Wochen als verantwortlicher Motoren-Ingenieur von Pastor Maldonado beim Grand Prix von Spanien gemeinsam mit Williams den ersten Sieg des wiedergewonnen Partners in dieser Saison feiern durfte. "Da wir auf diesem Kurs kaum auf die maximale Höchstgeschwindigkeit kommen, wirken sich ein paar Extra-Pferdestärken so gut wie gar nicht auf die Rundenzeit aus", meint Lamb. "Die Schlüsselfrage ist, wie wir die Power auf die Straße bringen - denn genau das macht den Unterschied aus und sorgt auf der Strecke für einen echten Zeitvorteil", geht er auf die feinen Differenzen ein. Der Williams-Techniker verdeutlicht die Besonderheiten eines Stadtkurses: "Aber auch darüber hinaus erwarten uns in Monaco einige Besonderheiten, die wir so von keiner anderen Rennstrecke kennen. Kurve sechs zum Beispiel, die enge Haarnadelkurve: Sie besitzt den engsten Radius der gesamten Saison. Hier bremsen die Piloten ihr Auto so stark zusammen." Ohne das korrekte Motor-Mapping kann dies dazu führen, dass ungewollt Schub einsetzt, weil die Elektronik ein Absterben des Aggregats unterbinden will.
Als eine von wenigen Rennstrecken verändert sich der Kurs von Monaco von einem Jahr auf das nächste kaum - immerhin handelt es sich um einen temporären Stadtkurs und nicht um eine permanente Strecke. Deswegen verfügen alle Teams über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz und umfangreiches Datenmaterial, um ein passendes Basis-Setup zu generieren. Nichtsdestotrotz erwartet Renault in jeder Saison Neuerungen. "Dieses Mal gehen wir die Sache sowieso etwas anders an", verrät Lamb. "Um die Kraft des Motors sicher auf die Straße zu bringen, schalten die Fahrer teilweise etwas früher als notwendig in den nächsthöheren Gang - wir nennen das 'Short-Shifting'. Darauf müssen wir auch das Mapping des Gaspdals angleichen, um unerwünschte Nebeneffekte auszuschließen. Bei einem 'normalen' Rennen kommt es niemals in einer gezeiteten Trainings- oder Qualifying-Runde, sondern ausschließlich in der In- und Out-Lap zum Einsatz." Die Unebenheiten im Asphalt führen dazu, dass die Reifen kurzzeitig den Kontakt zur Straße verlieren. Darunter leidet einerseits die Traktion, andererseits bedeuten die plötzlich hochschnellenden Drehzahlen eine enorme Zusatzbelastung für die mechanisch beweglichen Teile im Motor. "Ein klassisches Beispiel für eine solche Stelle ist die Bodenwelle zwischen dem Casino und der Mirabeau-Kurve", weiß Lamb.
Sergio Perez sieht sich und sein Team in der Formel 1 absolut auf Kurs liegen Zoom © xpbimages.com
Seit dem grandiosen Auftritt von Sergio Perez beim Großen Preis von Malaysia ist es um das Sauber-Team wieder ein bisschen ruhiger geworden. Auch, weil sich zu den 30 WM-Punkten aus den beiden Auftaktrennen in Australien und Malaysia seither "nur" elf weitere Zähler hinzugesellten. Gerät Sauber etwa zu Beginn der Europasaison bei der Entwicklung ins Hintertreffen? Weit gefehlt, sagt Perez. Der mexikanische Rennfahrer schiebt die geringe Ausbeute der vergangenen Wochen schlichtweg auf fehlendes Rennglück, wie er gegenüber 'Formula1.com' erklärt. Seit seinem zweiten Platz in Sepang sei es an Sonntagen einfach nicht immer nach Plan gelaufen: "In China hatten wir die falsche Taktik und ein Problem mit dem Frontflügel, in Bahrain hatten wir nicht die Geschwindigkeit", berichtet Perez. "In Spanien lag ich nach dem Start schon an Position vier, als mich Romain Grosjean traf und einen Reifenschaden verursachte." Wieder gingen wichtige Punkte verloren. Doch Perez hat den Mut nicht verloren - ganz im Gegenteil. "Ich bin mir sicher: Unsere Zeit wird kommen, denn wir haben ein konkurrenzfähiges Auto. Wir werden kämpfen", sagt der Sauber-Fahrer und zeigt sich zuversichtlich. "Selbst in Barcelona, wo viele Teams ihre Updates am Start hatten, sahen wir noch immer recht wettbewerbsfähig aus. Es gibt also keine Engpässe bei der Entwicklung", stellt Perez heraus und merkt an: "Ich denke vielmehr, dass wir über die komplette Saison hinweg konkurrenzfähig bleiben können, wenn wir weiterhin - sowohl in der Fabrik als auch an der Strecke - gut zusammenarbeiten."
Lewis Hamilton bleibt zuversichtlich und scheint sich die gute Laune zu bewahren Zoom © xpbimages.com
Fünf Fahrer haben sich in diesem Jahr bereits in die Siegerliste der Formel 1 eingetragen, doch der Name von Lewis Hamilton taucht in diesen Statistiken bisher nicht auf. Der McLaren-Pilot war zwar in allen fünf Rennen im Ziel, kam dabei aber nicht über die dritte Stufe des Podests hinaus. Der Zweifel nagt aber nicht am Selbstbewusstsein des Ex-Champions. Dies betont Hamilton in Monte Carlo. Er sei "nicht frustriert" über seine sieglose Phase, meint der Brite. "So läuft es im Rennsport halt manchmal. Wir hätten angesichts unserer Ergebnisse in der Qualifikation natürlich gern besser abgeschnitten." Diesem "Problem" wolle man sich in den kommenden Rennen verstärkt widmen, um nicht noch weitere Punkte einzubüßen. Oder wie es Hamilton formuliert: "Wir müssen uns steigern." In der hart umkämpften Formel 1 bedeute Stillstand einen Rückschritt, erklärt Hamilton. Ein Handeln sei geboten, "wenn wir da bleiben wollen, wo wir sind, oder wenn wir uns davon ausgehend nochmals verbessern wollen", sagt der McLaren-Pilot. "Wir arbeiten schon sehr hart daran." Vorwürfe braucht sich der Weltmeister von 2008 jedoch nicht zu machen. Das meint zumindest Martin Whitmarsh. Der Teamchef von Hamilton stellt sich vor dem sechsten Rennen des Jahres demonstrativ hinter seinen Schützling: "Lewis wird in diesem Jahr nicht gerade vom Glück verfolgt. Wir glauben jedenfalls nicht, dass er das Siegen verlernt hat. Die WM ist vollkommen offen. Er darf sich als Siegkandidat in Monaco sehen - und als Anwärter auf viele weitere Siege und auch auf den WM-Titel", sagt der Brite. Dies macht Whitmarsh vor allem am Auftreten seines Landsmanns fest: "Seine Fahrweise ist sehr reif, kontrolliert und diszipliniert. Wahrscheinlich mehr als jemals zuvor", meint Whitmarsh und merkt an: "Er hat aber das Tempo und die Fähigkeit, um auf der Pole-Position zu stehen. Dieses Gefühl kann Lewis aus Barcelona mitnehmen. Dort hat er - trotz einer Strafe - eine fantastische Fahrt hingelegt."
Sergio Perez sieht sich schon seit einiger Zeit mit Ferrari-Gerüchten konfrontiert Zoom © xpbimages.com
Felipe Massa fährt diese Saison von Enttäuschung zu Enttäuschung. Das liegt nicht am Auto, denn Fernando Alonso rangiert mit dem F2012 punktegleich mit WM-Leader Sebastian Vettel auf Platz zwei in der Gesamtwertung. Kein Wunder, dass die Gerüchte um einen Rauswurf Massas immer lauter werden. Der logische Nachfolger wäre der Mexikaner Sergio Perez. Der Sauber-Pilot stammt aus dem Ferrari-Nachwuchsprogramm und gewann dieses Jahr mit einer sensationellen Leistung in Sepang beinahe sein erstes Rennen. Er gilt als eines der größten Formel-1-Nachwuchstalente. Doch Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali gab schon mehrmals bekannt, dass man nicht riskieren wolle, den Youngster aus seiner gewohnten Umgebung herauszureißen und ihn zu verheizen. Nun behauptet Perez gegenüber 'Formula1.com', dass er ein eventuelles Angebot von Ferrari, während der Saison zu wechseln, gar nicht annehmen würde: "Sollte es wirklich zu so einer Situation kommen, dann würde ich ablehnen, denn ich würde nicht während der Saison wechseln wollen." Daraufhin gibt er ein Versprechen ab: "Ich habe diese Saison mit Sauber begonnen, werde meine Saison mit Sauber beenden und gebe 100 Prozent für mein Team." Zudem glaubt er nicht, dass überhaupt etwas an den Gerüchten dran ist: "Dieser Hype über einen möglichen Wechsel wird massiv von den Medien aufgeblasen." Der Mexikaner rechnet sogar damit, dass sich Massa nach seinem schwachen Saisonstart noch einmal fängt: "Ich glaube, dass Felipe zurückschlagen und gute Arbeit leisten wird. Er ist ein starker Fahrer, und er hat ein großartiges Team im Rücken. Hat er einmal zurückgeschlagen, dann werden auch all diese Storys auf einmal verschwinden." Doch was wäre, wenn Motorenpartner Ferrari seinen Einfluss bei Sauber geltend macht und Perez nach Maranello holt? "Ich denke, dass die Leute nicht Motoren und Fahrer vermischen sollten", meint der Sauber-Pilot. "Die Gerüchte gibt es schon seit einer ganzen Weile, und natürlich habe ich eine Verbindung zu Ferrari und zur Fahrerakademie von Ferrari. Dennoch ist meine Position klar: Ich fahre für Sauber, und dort werde ich bleiben."
Alle wollen es wissen, wie es weitergeht: Aber Schumacher schweigt beharrlich Zoom © xpbimages.com
Es ist wie im 2006: Schon während dieser Saison drehte sich bei Michael Schumacher alles um die Frage, ob er nun den Helm an den Nagel hängt oder doch weiter Formel-1-Rennen bestreitet. Und das Rätselraten wird auch 2012 weitergehen, wie die Aussage des Rekord-Weltmeisters in der FIA-Pressekonferenz von Monaco zeigt: "Noch gibt es leider keine Neuigkeiten für euch. Ich möchte auch nicht zu tief in diese Diskussion einsteigen", weicht Schumacher aus. Um seine Motivation sei es aber gut bestellt, versichert der Mercedes-Pilot: "Wenn man bedenkt, wo wir im vergangenen Jahr standen, dann ist uns ein riesiger Fortschritt gelungen", insistiert Schumacher. "Wir haben unter Beweis gestellt, dass wir Rennen gewinnen können", unterstreicht er. Auch, wenn das bei den Silberpfeilen bislang Nico Rosberg vorbehalten war und Schumacher mit einigem Pech nur zwei WM-Zähler einfuhr. Motivation statt EnttäuschungSchumacher meint: "Ich fühle mich ganz und gar nicht enttäuscht. Wenn, dann ist es genau umgekehrt: Ich bin noch mehr motiviert, weil wir so viele Fortschritte machen." Rückendeckung erhält er von einem langjährigen Weggefährten: "Er war dieses Jahr doch sehr gut", bemerkt Ross Brawn gegenüber 'Autosport'. Der Mercedes-Teamchef räumt aber ein: "Wir haben nicht die Resultate eingefahren. die wir wollten." Brawn glaubt auch daran, dass von Schumacher sportlich bald mehr zu erwarten sein wird. "So viel Aufmerksamkeit, wie seinem Unfall in Spanien zuteil geworden ist, so viel wird es auch sein, wenn er Erfolg hat", blickt der Brite voraus. "So ist Michael: er mag die Herausforderung und darum geht es in der Formel 1. Er kniet sich rein, wenn Dinge nicht laufen, wie sie sollen", lobt Brawn die Vorzüge des siebenfachen Champions. Experten glauben an einen neuen VertragUnd auch die Stimmen aus dem Fahrerlager deuten darauf hin, dass Schumacher noch keinen zweiten Rücktritt wagt. Johnny Herbert erklärt gegenüber 'Sport Bild': "Michael ist psychisch und körperlich topfit, es gibt keinen Grund für ihn aufzuhören. Er ist jetzt besser als in den ersten beiden Jahren seines Comebacks", so der Brite. Und auch die TV Experten sind sich einig: Marc Surer glaubt an die Fortsetzung der Karriere, weil sich Mercedes nach Schumachers Wünschen richten würde. Christian Danner erkennt die Probleme des 43-Jährigen: "Er hat zwar am Sieg von Teamkollege Rosberg zu knabbern und auch daran, dass Kimi Räikkönen im Gegensatz zu ihm keinerlei Comeback-Probleme hat", so der 'RTL'-Fachmann. "Aber er will es noch mal wissen." Ex-Teamchef Peter Sauber bringt Schumachers gesündere, weil weniger verbissene Einstellung zum Motorsport ins Spiel. Sein früherer Teamkollege Felipe Massa wirft die Kämpfernatur des Kerpeners in der Waagschale. Keine Parallele zu Casey StonerVon den Journalisten in der FIA-PK ließ sich Schumacher auch bei der Frage nach seiner Meinung über den Abschied von MotoGP-Ass Casey Stoner aus dem aktiven Rennsport nichts entlocken. "Nun, ich habe vermutlich das Gleiche gefühlt wie diejenigen, die ein bisschen mit der Materie vertraut sind - sie waren überrascht", kommentiert der Mercedes-Pilot das Karriereende des Australiers, fordert aber: "Du musst es respektieren." Ein zu dezidiertes Urteil über Stoners Ankündigung will sich Schumacher jedoch nicht erlauben: "Ich kenne seine Gründe - oder seine genauen Gründe - nicht, doch er ist jung genug, um ein Sabbatical einzulegen, statt komplett aufzuhören. Es gibt sicherlich keine Parallele zu mir", spekuliert er über einen Rücktritt vom Rücktritt, den der Zweirad-Weltmeister vollführen könnte.
Das Starterfeld formiert sich - und könnte in Monaco einen sechsten Sieger haben Zoom © xpbimages.com
So abwechslungsreich wie in diesem Jahr hat sich die Formel 1 - wenn überhaupt - schon seit sehr langer Zeit nicht mehr präsentiert: In den bisherigen fünf Rennen stand am Ende jeweils ein anderer Fahrer auf dem obersten Treppchen, was an diesem Wochenende seine Fortsetzung finden könnte. Als wäre Monte Carlo nicht schon besonders genug - feiert im Fürstentum der sechste Sieger 2012? Mark Webber (Red Bull), in diesem Jahr einer der Topfahrer ohne Sieg, glaubt logischerweise auch aus eigenem Interesse daran, dass die angesprochene Serie weiterhin Bestand haben wird: "Es könnte einen sechsten Sieger geben. Natürlich. Warum auch nicht?", fragt der Australier und merkt an: "Es wäre schön, wenn ich es wäre." Klingt fast so wie der traditionelle Glückwunsch des Fürsten. Diesen Spruch ("Ich freue mich, dass sie es sind") kennt Webber aus der Vergangenheit, denn 2010 durfte der Red-Bull-Pilot in Monte Carlo (Alle Großen Preise von Monaco in der Datenbank!) jubeln. Auch Michael Schumacher (Mercedes) ist mit den Worten bei der Pokalübergabe bestens vertraut - und 2012 wie schon seit seinem Comeback vor mittlerweile fast zweieinhalb Jahren noch ohne Sieg. Ob sich das bereits am Sonntag ändert? "Ich bin ziemlich sicher, dass um uns herum einige sind, die bisher nicht gewonnen haben, die in diesem Rennen aber die Möglichkeit haben, zu gewinnen", sagt Schumacher. Was er mit diesem recht kryptisch anmutenden Satz meint: "Jeder von uns wäre glücklich darüber, dieser Sieger zu sein." Lewis Hamilton (McLaren) stimmt zu. Auch er wartet nach wie vor auf den ersten Saisonerfolg. "Es gibt einige Fahrer, die das Potenzial haben, um zu siegen, doch zwischen einigen Teams geht es wirklich eng zu. Ich denke, es ist völlig offen", sagt Hamilton vor seinem erklärten Lieblingsrennen. Weil gerade in Monte Carlo der Fahrer noch den Unterschied ausmachen könne, müsse man erst einmal abwarten. Traditionell bietet der Stadtkurs nämlich auch den Raum für Überraschungen. "Ein Auto, das auf Kursen wie Barcelona nicht so prächtig funktioniert, könnte in Monte Carlo ein bisschen besser laufen", meint Hamilton. Man darf also gespannt sein, wie sich die Dinge an der Côte d'Azur in den kommenden Tagen entwickeln. Laut Romain Grosjean (Lotus) ist es im Augenblick aber noch schwierig zu sagen, was geschieht: "Wir waren ja noch nicht einmal auf der Strecke ..."
Felipe Massa posiert im Fahrerlager von Monaco - läuft es diesmal besser? Zoom © Ferrari
Felipe Massas verzweifelte Ankündigungen erinnern bereits an den Hollywood-Klassiker "Und täglich grüßt das Murmeltier". Da macht auch der Formel-1-Klassiker in der Wahlheimat des Brasilianers keine Ausnahme. Im Vorfeld des Grand-Prix-Wochenendes stellt der schwer unter Druck stehende Ferrari-Star einmal mehr klar, dass es auf diese Art und Weise nicht weitergehen kann und dass es oft nur Kleinigkeiten brauche, um eine Trendwende einzuleiten. "Ich hoffe, dass meine Weltmeisterschaft 2012 an diesem Wochenende beginnt", übt sich Massa in Durchhalteparolen. "Vor allem, da es sich hier um mein zweites Heimrennen handelt und ich hier den Großteil des Jahres verbringe. Daher hoffe ich, dass es an diesem Wochenende besser läuft als bei den vergangenen Rennen. Dieses Rennen unterscheidet sich von ziemlichen allen außer Singapur, und daher hoffe ich, dass es für mich einen Neuanfang darstellt." Massa gibt zu, dass er sich in der größten Krise seiner bisherigen Karriere befindet: "Ich hatte in meiner Karriere schon einige schwierige Zeiten, und vielleicht war dieser Saisonstart die bisher schwierigste Zeit. Daher müssen wir aus dieser Lage herauskommen und in die richtige Richtung gehen - darauf konzentriere ich mich." Massa gibt mentales Tief zuZuletzt machten Spekulationen die Runde, wonach der 30-Jährige in Spanien und Monaco nur noch auf Bewährung fahre - demnach müsste er nun eine Glanzleistung zeigen, da das Barcelona-Wochenende in die Hose ging. Kein Wunder, dass Massa auch psychisch angeschlagen ist: "Ich musste mich mit der technischen Seite des Problems beschäftigen, aber das wirkt sich auch auf die mentale Seite aus, da es nicht einfach ist, mit dieser Situation umzugehen. Wenn man aber eine Sache löst, dann ist es leichter, auch die anderen zu lösen." "Ich musste mich mit der technischen Seite des Problems beschäftigen, aber das wirkt sich auch auf die mentale Seite aus." Felipe Massa Während Massa nach fünf Rennen in der WM-Wertung nur 17. Ist, liegt Teamkollege Fernando Alonso punktegleich mit WM-Leader Sebastian Vettel auf dem zweiten Platz. Sind die starken Leistungen des Spaniers ein Grund für die Krise des Ferrari-Routiniers? "Ich denke nicht, dass Fernando das Problem ist", winkt er ab. "Man hat immer großartige Teamkollegen und schwierige Zeiten mit dem Teamkollegen - starke Kerle treffen aufeinander." Massa vorsichtig optimistischMit seinen Erwartungen für dieses Wochenende hält sich Massa zurück, schließlich lief es auch bei den vergangenen fünf Rennen nicht nach Wunsch. Dennoch analysiert er das Potenzial des F2012 in den Häuserschluchten von Monaco: "Wenn wir trotz der Verbesserungen akzeptieren, dass die zwei Schwachpunkte des F2012 Traktion und Topspeed sind, dann sollte zumindest der Topspeed auf diesem langsamen Stadtkurs kein Problem sein - das könnte uns also helfen. Aber wir müssen natürlich abwarten, was im Training passiert, um die Situation zu verstehen." Immerhin sind die WM-Leader noch nicht völlig enteilt, denn dieses Jahr kann sich bisher kein Pilot im Klassement absetzen. "Normalerweise liegen die besten Autos an der Spitze, doch derzeit ist es schwer herauszufinden, welche Autos die besten sind", fällt Massa auf.
"Es ist schwer zu sagen, welches Auto bei welchem Rennen die meisten Punkte holen kann. Das liegt daran, dass sich die Situation von einer Strecke zur anderen ändern kann. Wir haben gesehen, dass Autos, die auf gewissen Strecken eingeschätzt wurden, den Erwartungen nicht entsprechen konnten. Normalerweise weiß man in einer Weltmeisterschaft nach ein paar Rennen, in welche Richtung es gehen wird. Dieses Jahr ist es aber viel schwieriger, sich ein Bild zu machen."
Immer von Journalisten umringt: Sebastian Vettel in Monte Carlo Zoom © Red Bull
(Motorsport-Total.com/SID) - Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel hat trotz fünf Siegern in fünf Rennen energisch bestritten, dass die aktuelle Formel 1 ein Glücksspiel sei - und die Schuld für Platz sechs zuletzt in Barcelona folgerichtig auf sich genommen: "Ich weiß, was ich gemacht habe. Das war mein Fehler", so der 24-Jährige auf die Frage, ob er nach seiner Durchfahrtstrafe in Barcelona noch einmal bei den Rennkommissaren vorstellig geworden sei. Zwar könne er sich die unterschiedliche Leistungsfähigkeit seines Autos im bisherigen Saisonverlauf nicht erklären, Glück und Pech spielten dennoch kaum eine Rolle, meint der Red-Bull-Pilot vor dem Rennen in Spielerparadies Monaco. "Es wird immer von Reifen-Roulette gesprochen, aber die Voraussetzungen sind für alle gleich", versichert er. "Wenn man sich den Durchschnitt der fünf Rennen anschaut, stehen doch die vorne, die es auch verdienen. Und wenn am Ende nach 20 Rennen einer Weltmeister wird, kann man sicher nicht sagen, er hatte Glück." Eine Siegerwette für Monaco will Vettel, der das WM-Klassement vor dem punktgleichen Spanier Fernando Alonso anführt, aber nicht abgeben: "Wenn es nach dem Trend geht, müsste es im sechsten Rennen den sechsten Sieger aus dem sechsten Team geben", meint er schmunzelnd. Auf die Frage, auf wen er zehn Euro setzen würde, erklärt der Hesse mit Blick auf den für das Hinterbänkler-Team Marussia fahrenden Timo Glock: "Ich würde ja sehr gerne auf Timo setzen, aber es ist ja nicht mein Geld. Aber ich setze auf Timo in den Top 10." Die Durchfahrstrafe in Barcelona hatte Vettel kassiert, weil er nach der Kollision zwischen Michael Schumacher und Bruno Senna unmittelbar hinter den beiden Streithähnen bei den geschwenkten gelben Flaggen nach Meinung der Rennkommissare nicht genügend vom Gas gegangen war. Direkt nach dem Rennen hatte er noch gesagt: "Ich wüsste nicht, wo ich schneller war."
Das Sextett der Monaco-PK stellte sich am Mittwoch den Fragen der Journalisten Zoom © xpbimages.com
Vor kaum einer Rennstrecke haben die Piloten der Formel 1 so viel Respekt wie vor dem Stadtkurs in Monte Carlo. Und gleichzeitig gibt es nur wenige Grands Prix, die einen ähnlich hohen Stellenwert im Kalender genießen. Deshalb ist Monaco etwas Besonders, was Romain Grosjean (Lotus), Lewis Hamilton (McLaren), Pastor Maldonado (Williams), Charles Pic (Marussia), Michael Schumacher (Mercedes) und Mark Webber (Red Bull) in der FIA-Pressekonferenz von Monte Carlo erläutern. Frage: "Romain, erzähle uns zuerst einmal ein bisschen über deine Erfahrungen mit der Rennstrecke in Monte Carlo ..." Romain Grosjean: "Nun, in Monaco hat man zunächst ganz andere Gefühle: Es ist eine spezielle Strecke und ein besonderer Grand Prix. Natürlich fühlt es sich ein bisschen wie ein Heimspiel für mich an, weil wir Frankreich so nahe sind. Ich freue mich sehr darüber, vor den Fans zu fahren, von denen hoffentlich viele blau-weiß-rote Fahnen schwenken werden." "Monaco ist eine besondere Strecke. Es war eine gute Erfahrung, hier 2009 in der GP2 zu siegen. Im vergangenen Jahr zeigte ich hier ein starkes Rennen. Ich begann als 26. und wurde Vierter. Ich hatte hier aber auch schon ein paar Unfälle. Schauen wir einmal, wie es sich in einem Formel-1-Auto darstellt. Viel besser, nehme ich an. Wir alle freuen uns sehr darauf, hier zu fahren." Frage: "Es gab Strecken, auf denen du vielleicht ein bisschen besser warst als auf anderen. Ist Monte Carlo ein Kurs, von dem du glaubst, dass er gut für dich sein könnte?" Grosjean: "Ich mag die Strecke. Schauen wir einmal, was wir hier erreichen können. Du musst aber wissen: Monaco ist ein bisschen anders. Normal ist es so: Wenn du in einer schnellen Kurve gut bist, weißt du, dass du mehr oder weniger auch in allen anderen schnellen Kurven gut sein wirst. Hier ist es aber holprig, weil es normale Straßen sind." Lewis Hamilton ist seit kurzer Zeit ein Einwohner des Fürstentums von Monaco Zoom © xpbimages.com "Die Strecke verbessert sich zudem extrem im Verlauf des Wochenendes. Es gibt vieles zu lernen und während der Veranstaltung geht alles ganz schnell. Es dürfte also interessant werden. Wir versuchen einfach, das Auto bestmöglich abzustimmen und ein weiteres gutes Ergebnis für mich und das Team zu erzielen. Wir wollen gute Punkte holen - und warum nicht auch mehr?" Frage: "In Frankreich wird die sicherlich große Unterstützung zuteil. 2012 hat dein Heimatland vermutlich die beste Chance seit Langem, dieses Rennen zu gewinnen ..." Grosjean: "(lacht; Anm. d. Red.) Der letzte französische Sieger bei diesem Rennen war Olivier Panis 1996. Es wäre schön, am Sonntag die Marseillaise zu hören, doch erst einmal müssen wir arbeiten und schauen, was drin ist. Es ist aber sicherlich immer gut, viele Fans und eine gute Unterstützung zu haben. Das macht es zu etwas Besonderem, wenn du auf der Strecke unterwegs bist und die Fahrerparade bestreitest." Frage: "Pastor, was hast du nach Barcelona gemacht? Was ist passiert, wie waren die Reaktionen in Venezuele und warst du bereits wieder in deiner Heimat? Hast du Williams einen Besuch abgestattet? Berichte uns ..."
Pastor Maldonado: "Ja, ich war in der Williams-Fabrik, habe mir den Ingenieuren und mit dem Team gearbeitet. Ich habe einige sehr gute Tage in der Fabrik verbracht. Es war etwas Besonderes, denn sie hatten schließlich acht Jahre lang kein Rennen gewonnen." "Man kann sich sicher vorstellen, wie es für sie war, diesen Sieg einzufahren. Es ist natürlich ein klasse Gefühl, Rennen zu gewinnen. Das Team macht so viel Druck - und das gilt auch für mich. Wir haben ein gutes Gefühl und freuen uns auf die nächsten Rennen." Frage: "Auf dieser Strecke hast du schon einige gute Ergebnisse eingefahren. Denkst du, du bist ein Monaco-Spezialist?" Maldonado: "Ich war hier schon immer schnell. Vor allem in der GP2, aber auch in der Renault-World-Series. Im vergangenen Jahr leistete ich gute Arbeit, denn ich lag an sechster Stelle. Es ist aber immer schwierig. Auf einer solchen Strecke weißt du nie, wie es mit dem Verkehr und all diesen Dingen läuft." "Der Kurs verändert sich im Verlauf des Wochenendes dramatisch. Wir müssen das genau im Auge behalten und zusehen, eine gute Balance ins Auto zu bekommen. Dann gilt es auch, zur richtigen Zeit auf der Strecke zu sein. Schauen wir einmal. Ich werde wieder mein Bestes geben. Ich glaube, es sollte möglich sein, auch hier konkurrenzfähig zu sein. Wir werden sehen."
Frage: "Fühlst du dich ein bisschen erleichtert, nachdem du deinen ersten Grand Prix gewonnen hast?" Vor zwei Wochen fuhr Pastor Maldonado in Barcelona seinen ersten Sieg ein Zoom © xpbimages.com Maldonado: "Es ist etwa ganz Besonderes, zu gewinnen - vor allem beim ersten Mal. Jetzt wird es aber ohne Zweifel eine schwierige Nummer. Die Abstände sind gering und das Niveau der Teams ist ähnlich. Da können Kleinigkeiten den Unterschied machen. Wir müssen alles auf die Reihe kriegen, um einen Fortschritt zu erzielen. Ich muss sagen: Williams leistet im Augenblick wirklich tolle Arbeit." "Ich spüre regelrecht, wie sehr die Angestellten motiviert sind. Sie machen so viel Druck - auch ich. Wir haben eine gute Stimmung im Team. Wir müssen uns aber trotz allem weiter steigern. Noch sind wir nicht bei einhundert Prozent. Wir sind nicht das beste Team. Davon sind wir vielleicht nicht weit entfernt, doch wir müssen uns trotzdem jedes Mal aufs Neue steigern." Frage: "Charles, du hast in Monaco bereits in der GP2 und auch in der Renault-World-Series gewonnen. Kannst du dir vorstellen, wie es in einem Formel-1-Auto sein wird? Ist es ein großer Unterschied? Was denkst du?" Charles Pic: "Es wird sicher sehr interessant, denke ich. Die Strecke verändert sich aber nicht. Es wird meine erste Formel-1-Erfahrung auf diesem Kurs sein. Monte Carlo ist eine sehr nette Bahn. Sie ist ein bisschen besonders, denn Fahrfehler sind hier nicht drin. Es könnte also ein richtig interessantes Wochenende werden - vor allem für uns. Wir sind gespannt auf unser Tempo auf einer solchen Strecke. Der Kurs unterscheidet sich ja sehr von anderen Strecken. Ja, schauen wir einmal." Frage: "Dein Saisonstart war alles andere als einfach: Du hattest vor Saisonbeginn kaum Gelegenheit, um zu testen. Wie, glaubst du, lief es im ersten Viertel der Meisterschaft für dich und das Team?" Pic: "Gut. Ich denke, unser Hauptziel ist, das Auto von Rennen zu Rennen zu verbessern. Das ist, was wir tun. Wir müssen aber weiterhin sehr hart arbeiten und weiterhin Druck machen, um zu versuchen, das Fahrzeug zu optimieren. Ich selbst habe noch viele Dinge zu lernen. Die ersten Rennen waren nicht einfach für mich, wo ich doch kaum getestet hatte. Ich machte aber das Beste daraus und fühlte mich von Rennen zu Rennen besser vorbereitet. So müssen wir weitermachen." Frage: "Mark, du hast hier in Monte Carlo dein erstes Formel-1-Podest erzielt. Daran erinnert man sich bestimmt immer. Ist es aus deiner Sicht eine besondere Strecke?" Mark Webber: "Ja, das war sie schon immer. Ich habe hier schon in der Formel 3000 gewonnen, hatte ein paar Podestplätze und 2010 einen schönen Sieg. Es ist ein erstaunlicher Rennplatz, ein klasse Wochenende. Für die Mechaniker ist es ziemlich stressig. Das gilt für alle Teams, die Medien und alle weiteren Beteiligten." "Es ist schon erstaunlich, wie es uns noch immer gelingt, einen Event in dieser Enge des Fürstentums abzuhalten. Es ist eine prima sportliche Veranstaltung und bei jedem von uns steht sie sehr hoch im Kurs. Und ja, ich freue mich darauf, das Auto hier zu fahren. Es ist immer toll, hier zu fahren. Am Donnerstag ist es endlich so weit." Frage: "Eine solche Saison haben wir bisher noch nicht erlebt. Ich denke, das ist für alle von euch etwas Neues. Es scheint einfach keine Konstanz zu geben. Es ist ein Auf und Ab. Ist das gut oder schlecht? Was denkst du darüber?" Webber: "Es kommt ganz darauf an, wer du bist. Wenn wir von einem Puristen reden, dann wird er sicherlich ein bisschen Zeit brauchen, um sich daran zu gewöhnen. Im Hinblick auf die Ergebnisse der Teams hat noch niemand wirklich den Durchblick. Es gibt aber einige Leute, die den Sport verfolgen, die es so lieben, wie es ist." "Es hängt davon ab, wen du fragst. Wenn es dir darum geht, möglichst viele konkurrenzfähige Teams zu haben, dann bist du derzeit vollkommen richtig. Ich denke nicht, dass das so schlecht ist, aber warten wir ab. Ich denke, unterm Strich werden die großen Teams auch am Ende des Jahres noch gut abschneiden." Frage: "Michael, du erhältst hier eine Strafversetzung um fünf Positionen. Andererseits musstest du in Monaco auch schon von ganz hinten starten. Das war 2006. Vor zwei Wochen hast du gesehen, was Lewis aus einer solchen Ausgangslage machte. Mit welchen Gefühlen gehst du in das anstehende Rennen?" Michael Schumacher scheint die Freude am Fahren nicht verloren zu haben ... Zoom © xpbimages.com Michael Schumacher: "Nun, im Prinzip gehe ich davon aus, dass wir uns hier in einer konkurrenzfähigen Position befinden sollten. Das Profil dieser Strecke sollte uns liegen. Und es stimmt: Ich kam hier schon von ganz hinten und wurde Fünfter, wenn ich mich nicht irre. Schauen wir einmal, wo ich mich letztlich qualifiziere, von wo ich dann losfahren werde und was damit zu machen ist. Es ist sicherlich nicht ideal, aber so ist es nun einmal. Ich freue mich darauf. Mir steht wahrscheinlich eine sehr aufregende Geschichte ins Haus." Frage: "Deine Bilanz auf dieser Strecke - wie auch auf den meisten aktuellen Kursen - ist beeindruckend. Du hast hier in der jüngeren Geschichte öfter gewonnen als irgendjemand sonst. Wie gelingt es dir, hier die ultimative Leistung abzurufen?" Schumacher: "Naja, Monaco ist sicherlich etwas Besonderes. Es geht um dich und dein Auto - alles muss bis ins Detail zueinander passen. Das gilt auf jeder Strecke, doch hier umso mehr. Du brauchst den Rhythmus, den Flow, das Momentum ... Wenn du all das hast, macht sich das bei der Rundenzeit viel stärker bemerkbar als auf anderen Strecken, weil hier alles so entscheidend und schwierig ist." Frage: "Ich wollte gerade fragen: Ist Monte Carlo noch immer ein Kurs, auf dem der Fahrer den Unterschied ausmachen kann? Mehr als auf jeder anderen aktuellen Strecke?" Schumacher: "Unterm Strich: Ja, das ist der Fall, absolut." Frage: "Du bist also gespannt darauf, das am Sonntag zu tun?" Schumacher: "Definitiv." Frage: "Lewis, vor zwei Wochen hast du eine klasse Fahrt hingelegt. Hat es dir Spaß gemacht? Du meintest vorher, es könnte eine unterhaltsame Nummer werden ..." Lewis Hamilton: "Hallo erstmal. Ja, absolut. Ich war sehr, sehr zufrieden mit der Leistung des Teams, aber auch mit meiner eigenen Leistung. Ich hatte es darauf abgesehen, mich zu verbessern. Mein Gefühl sagte mir, dass es im Vergleich zum Grand-Prix-Wochenende davor definitiv eine Steigerung war." Frage: "Du hast bisher bei jedem Rennen dieser Saison gepunktet und liegst derzeit acht Zähler hinter der Spitze. Du bist also konstant in den Punkten unterwegs. Ist es aus deiner Sicht eine konstante Saison?" Hamilton: "Für uns?" Frage: "Generell aus der Perspektive der Fahrer ..." Hamilton: "Ich weiß nicht, ob es eine nicht konstante Saison ist ... Nun, möglicherweise ja, ein bisschen - aufgrund der Reifen. Manchmal bekommst du die Pneus in das Arbeitsfenster, manchmal gelingt dir das einfach nicht. Ich denke, viele Teams kämpfen damit, zu verstehen, weshalb es hin und wieder klappt, hin und wieder aber nicht." "Das ist die Herausforderung, der wir uns gegenüber sehen. Ich glaube allerdings, dass es den Leuten Spaß macht. Mir fällt auf: Die Leute fragen danach, wir es sein kann, dass es fünf unterschiedlicher Sieger gab. Die Fans, die ich getroffen habe, meinen, es sei bisher eine fantastische Saison. Ich hoffe, das setzt sich so fort." Frage: "Ist es ein bisschen enttäuschend für dich, auf der Pole-Position gestanden zu haben und der Schnellste gewesen zu sein, aber noch immer keinen Saisonsieg eingefahren zu haben?" Hamilton: "Ich bin deshalb nicht frustriert, nein. So ist das manchmal im Rennsport. Natürlich: Wenn man sich die Qualifikationsergebnisse der ersten fünf Rennen ansieht, hätten wir natürlich gern ein bisschen weiter vorn die Zielflagge gesehen." Romain Grosjean und Lotus könnten in Monaco zu den Favoriten zählen Zoom © xpbimages.com "Wir müssen uns ganz klar steigern, um dafür zu sorgen, dass wir bleiben, wo wir sind oder sogar noch weiter nach vorn gelangen. Ja, wir hatten gute Startplätze und kamen etwas dahinter an. In gewisser Weise haben wir in den Rennen also leichte Rückschritte gemacht. Wir arbeiten aber hart daran, dass sich dieser Trend nicht fortsetzt." Frage: "Pastor, wie schwierig war es, mit der Feuersituation in Barcelona umzugehen? Wie knifflig war es für das Team, alles für diesen Grand Prix vorzubereiten?" Maldonado: "Nach dem Feuer haben wir hart gearbeitet, um alles neu aufzubauen. Die Jungs leisteten klasse Arbeit, denn wir sind bereit, um das Rennen zu fahren - mit allem, was wir brauchen, um das Maximum zu erzielen. Ich muss betonen, dass die Jungs komplette Tage dafür aufgewendet haben, um alles vorzubereiten. Sie haben einen guten Job gemacht." Frage: "Eine Frage an alle Fahrer: Glaubt ihr wirklich, dass es am Sonntag insgesamt sechs Saisonsieger geben wird? Und an alle außer Pastor: Denkt ihr, ihr werdet der sechste Sieger des Jahres sein?" Webber: "Ja. Ich glaube, es könnte einen sechsten Sieger geben. Natürlich. Warum auch nicht? Und es wäre schön, wenn ich es wäre, klar. Ich bin überzeugt davon, dass jeder von uns dergleichen sagen würde." Frage: "Wie schätzt ihr - alle außer Pastor - eure Siegchancen ein? Ist ein erster Platz realistisch oder nicht?" Schumacher: "Ich bin ziemlich sicher, dass um uns herum einige sind, die bisher nicht gewonnen haben, die in diesem Rennen aber die Möglichkeit haben, zu gewinnen. Ich denke, jeder von uns hier wäre glücklich darüber, dieser Sieger zu sein." Hamilton: "Ich stimme Michael zu. Wie er schon sagte: Es gibt einige Fahrer, die das Potenzial haben, um zu siegen, doch zwischen einigen Teams geht es wirklich sehr eng zu. Ich denke, es ist völlig offen. Schauen wir einmal. Besonders bei diesem Rennen kann der Fahrer einen großen Unterschied ausmachen. Ein Auto, das auf Kursen wie Barcelona nicht so prächtig funktioniert, könnte in Monte Carlo ein bisschen besser laufen, also ..." Frage: "Romain, wie schätzt du deine Chancen ein, der sechste Siegfahrer des Jahres zu werden?" Grosjean: "Im Augenblick ist das schwierig zu sagen, da wir noch nicht auf der Strecke waren. Ich wünsche mir aber, der sechste Saisonsieger zu werden." Frage: "Charles?" Pic: "Ich stimme zu: Es ist in diesem Jahr noch enger, doch wir befinden uns nicht in einer Position, um darum zu kämpfen. Wir konzentrieren uns vielmehr darauf, Schritt für Schritt eine Steigerung an den Tag zu legen. Für den Moment ist das alles." Frage: "Pastor, du hast erwähnt, wie sehr sich Williams ins Zeug gelegt hat, um das Boxenfeuer zu kompensieren. Viele Teams kamen Williams bei der Ausrüstung, der Infrastruktur und dergleichen zu Hilfe. Wie groß werden aber die Auswirkungen auf das Team an diesem Wochenende sein, wenn man den Verlust der Ausrüstung bedenkt?" Marussia-Fahrer Charles Pic ist einer von mehreren Monaco-Debütanten Zoom © xpbimages.com Maldonado: "Ja, das war ganz sicher ein frustrierender Moment für uns alle. Wir waren ja schließlich in diesem Augenblick in der Garage und sahen alles. Ich persönlich erschreckte mich sehr, denn wir waren alle zusammen und sprachen gerade mit Frank. Und ja, ich muss mich bei allen Teams bedanken, die uns geholfen haben - vor allem beim Löschen des Brandes." "Wie ich schon sagte: Das Team hat unermüdlich gearbeitet, um alles auf dieses Rennen hier vorzubereiten. Wir hatten nicht viel Zeit, sondern nur eine Woche oder eineinhalb, um alles herzurichten. Es war wenig Zeit. Ich möchte mich wirklich bei allen Teams bedanken, die uns geholfen haben, indem sie uns sogar Extradinge für dieses Rennen angeboten haben." Frage: "Lewis, du bist offenbar kürzlich nach Monaco gezogen. Wie anders ist es, zuhause zu fahren - oder nahe deiner Heimat? Vielleicht kann auch Michael etwas dazu sagen, denn auch er hat einmal hier gewohnt, und Pastor ebenfalls ..." Hamilton: "Mir gefällt es hier sehr. Es ist ein fantastisches Gefühl, in deinem eigenen Bett aufzuwachen und einfach nur die Straße hinunterzufahren, um bei der Arbeit anzukommen. Das erlebe ich heute zum ersten Mal, doch ich bin mir sicher: Es wird einen großen Unterschied ausmachen. Ich habe auch mein früheres Zuhause geliebt, doch das hier ist ein ganz anderer Ort. Ich mag ihn noch ein bisschen mehr, scheint mir." Schumacher: "Im Prinzip fühlst du dich hier - wie Lewis schon sagte - nicht nur zuhause, sondern du bekommst auch hautnah mit, wie die ganze Rennstrecke hier entsteht. Du wohnst hier und läufst durch die Straßen, wenn der Kurs aufgebaut wird, wenn die ganze Geschichte auch in deinem Kopf an Fahrt gewinnt. Und ganz zum Schluss kommt erst die Aufregung ins Spiel, dass du darauf fahren darfst. All dies macht es natürlich umso spezieller." Maldonado: "Ich stimme Michael und Lewis zu. Es ist natürlich richtig toll, hier zu leben und auch noch Rennen zu fahren. Ich kann noch dazu ein bisschen länger schlafen. Auch das ist gut." Frage: "Michael, in einer deutschen Zeitung wird Ross Brawn heute mit den Worten zitiert, dass dich das Team in Schwierigkeiten gebracht hätte. Ich weiß nicht, ob ich das korrekt übersetzt habe. Ich glaube, es soll heißen, dass sie dir beim Auto nicht so sehr entgegen gekommen sind, dass sie dir kein Auto hingestellt haben, das gut genug gewesen wäre. Stimmst du ihm zu? Ist da etwas dran oder nicht?" Schumacher: "Nein. Ich stimme dem nicht zu, was du da vielleicht übersetzt hast. Ich denke nämlich, wir haben ein ziemlich gutes Auto. Ganz ehrlich. Denn wenn man bedenkt, wo wir im vergangenen Jahr standen, dann ist uns ein riesiger Fortschritt gelungen. Wir haben unter Beweis gestellt, dass wir Rennen gewinnen können. Ja, es stimmt: Ich hatte das Pech ein bisschen auf meiner Seite." "Du musst aber auch sehen: Wir sind ein Team, eine große Familie. Wir gewinnen gemeinsam und wir verlieren gemeinsam. Das ist ein Teil des Spiels. Wahrscheinlich wollte er darüber reden. Doch nein, ich fühle mich ganz und gar nicht enttäuscht. Wenn, dann ist es genau umgekehrt: Ich bin noch mehr motiviert, weil wir so viele Fortschritte machen. Ich sehe die künftigen Fortschritte - und darauf konzentriere ich mich noch viel mehr." Frage: "Du warst in der vergangenen Woche in Le Mans und warst Zeuge davon, wie Casey Stoner seinen Rücktritt bekannt gab. Er meinte, nicht zufrieden mit den Regeln in der MotoGP und im Motorrad-Sport allgemein zu sein - und auch mit der Art und Weise, wie sich der Sport entwickelt hat. Kannst du sagen, wie du über diese Entscheidung denkst? Vielleicht ziehst du auch eine Parallele zu deinen Empfindungen, wie sich die Formel 1 entwickelt - in einer Situation, die du selbst nicht besonders magst ..." Schumacher: "Den ersten Teil kann ich ganz bestimmt beantworten. Was ist mein Gefühl? Nun, ich habe vermutlich das Gleiche gefühlt wie diejenigen, die ein bisschen mit der Materie vertraut sind - sie waren überrascht. Mir erging es nicht anders. Du musst es aber respektieren." "Ich kenne seine Gründe oder seine genauen Gründe nicht, doch er ist jung genug, um ein Sabbatical einzulegen, statt komplett aufzuhören. Es gibt sicherlich keine Parallele zu mir. Jeder ist doch sehr einzigartig darin, warum und weshalb er sich zu seinem Rücktritt entscheidet. Ich hatte vor drei Jahren das Gefühl, dass ich müde war. Das ist alles. Mit anderen Gründen hatte das rein gar nichts zu tun." In der Pressekonferenz von Monte Carlo wirkte Mark Webber sehr konzentriert Zoom © xpbimages.com Frage: "Lewis und Mark, Michael hat schon darüber gesprochen. Mark, du meintest, die Öffentlichkeit habe die ersten fünf Saisonrennen genossen. Lewis, du sagtest, dass im Hinblick auf die Regeln und die Reifensituation alle im selben Boot sitzen würden. Macht es euch abgesehen davon Spaß, unter diesen Regeln zu fahren? Könnt ihr einhundert Prozent aus dem Auto herausholen und euer Talent zu einhundert Prozent unter Beweis stellen?" Webber: "So, wie die Rennen in den vergangenen Jahren vonstatten gingen, war es in den Jahren davor nicht. Als wir noch Boxenstopps mit Nachtanken hatten, waren die Rennen unheimlich aggressiv. Es war im Prinzip ein Qualifying, das über die komplette Renndistanz ging. Du musstet viel Druck machen, um die beste Strategie durchzubringen." "Es galt, die Rundenzeiten mit dem jeweiligen Autogewicht genau zu treffen - mit dem Sprit, der eben gerade im Tank war. Es kam darauf an, ob du auf zwei Stopps oder auf drei Stopps oder was auch immer unterwegs warst. Dann wurde das Nachtanken aber verboten. Dadurch veränderte sich das Gesicht des Rennens schon ein bisschen." "Wenn man so will, wurde damit der Ausdauer-Aspekt ein bisschen an Bord geholt. Das betraf wahrscheinlich auch den Fahrstil und die persönliche Ausrichtung des Piloten im Rennen. Dann kam der Wechsel auf Pirelli. Dabei handelte es sich wahrscheinlich um die größte Umstellung bei der Fahrtechnik und dem Fahrstil, an den ich mich erinnern kann. Und ich habe in meiner Karriere ja schon einige Grands Prix bestritten." "Es gibt ein paar Rennen, die ich gewonnen habe - und die Mehrzahl davon auf Pirelli. Doch selbst wenn die Sieger siegen, fahren sie nicht bei einhundert Prozent, denn so ist es nun einmal - es geht nicht. Du musst das Auto ins Ziel bringen und dabei die besten Rundenzeiten fahren, die du über die Dauer des Rennens aufrecht erhalten kannst." "So ist es im Augenblick. Ich mag es noch immer, ein Formel-1-Auto zu fahren. Ich liebe es weiterhin, mit den Ingenieuren zu arbeiten und auf den tollsten Strecken gegen große Gegner zu fahren. All das liebe ich, doch wir müssen uns immer verändern. Wir müssen uns stets weiterentwickeln, weil sich auch die technische Seite des Sports verändert. Es wird immer angenehmere Wege geben, um ..." "Ich persönlich habe die Sprintrennen und das Nachtanken gemocht. Wahrscheinlich ging das allen Fahrern so. Die Rennen waren aber nicht so aufregend. Es war mehr Präzisionsarbeit. Du musstest präzise sein und mehr am Limit. Es ging darum, für die kompletten zwei Stunden ein Gefühl für das Auto zu haben. So ist es aber jetzt nicht mehr. Wir haben es mit anderen Herausforderungen zu tun und diesen müssen wir uns stellen." Hamilton: "Ich weiß gar nicht, was ich da noch sagen soll, wirklich. Mark hat alles gesagt. Ich mag das Rennfahren, wie es jetzt ist. Ich habe es in jedem Jahr gemacht. Jedes Jahr ist aber auch eine neue Herausforderung. Deshalb gibt es Regeln, um uns eine neue Herausforderung zu bescheren." "Es ist ein bisschen anders, wenn du im Rennen nicht zu einhundert Prozent Druck ausübst. Es gibt Augenblicke im Rennen, an denen du wirklich für geraume Zeit richtig Gas geben kannst, doch das hält nicht lange an. Es geht mehr um Ausdauer, wie Mark schon sagte. Du musst deine Reifen am Leben halten." So sah die Williams-Box nach dem Brand in Barcelona aus: Vieles ging kaputt Zoom © xpbimages.com "Es ist trotzdem noch immer eine anspruchsvolle Aufgabe, über einen langen Zeitraum das Beste aus deinen Reifen herauszuholen. Dazu braucht es Talent, Technik und Raffinesse. Wir alle - ich spreche da für mich - versuchen, da den Feinschliff hinzukriegen. Es ist auf jeden Fall trotz allem noch immer die Formel 1. Es macht Spaß und es gibt mehr Überholmanöver. Das wollen die Leute sehen." Frage: "Zwei Fragen an Pastor: Wie fühlt sich dein neues Leben als Grand-Prix-Sieger an? Hat sich in den vergangenen zwei Wochen etwas verändert? Ziehst du nun mehr Aufmerksamkeit auf dich? Zweite Frage: Du hast hier in Monaco schon in der GP2 gewonnen. Ist dir dieser Kurs wir auf den Leib geschneidert? Träumst du davon, diesen Sieg nun in der Formel 1 zu wiederholen?" Maldonado: "Okay. Was den Sieg angeht: Er verändert überhaupt nichts. Ich denke, wir müssen einfach so weiterarbeiten und auch künftig Druck machen. Wie ich schon sagte: Wir befinden uns im Vergleich zu den anderen Teams nicht in der besten Position. Wir müssen uns weiter steigern. Vor uns liegt eine Menge Arbeit." "Das Auto wird jedes Mal noch konkurrenzfähiger. Mir ergeht es nicht anders. Wir haben ein gutes Gefühl. Die Atmosphäre im Team wird besser und besser - vor allem natürlich nach dem Sieg. Damit müssen wir nun fortfahren und weiter Gas gaben. Und ja, Monaco ist etwas Besonderes für mich. Es ist meine Lieblingsstrecke. Ich war hier schon immer schnell." "Ich werde sicherlich mein Bestes geben, um auch an diesem Wochenende das Maximum zu erzielen. Wir werden konkurrenzfähig sein. Davon bin ich überzeugt, aber schauen wir einmal. Es ist eine klassische Strecke. Du musst alles auf die Reihe kriegen, um einen Unterschied zu machen. Gemeinsam mit dem Team werde ich versuchen, das Beste zu tun. Dann werden wir sehen." Frage: "Michael, dein Saisonstart war nicht so berauschend. Schaust du bereits nach vorn? Hast du schon entschieden, ob du auch 2013 fahren wirst? Denkst du darüber nach, ob du trotz deiner sieben Titel noch die Motivation und auch die Energie hast? Siehst du dich weiterhin bei Mercedes oder ist es einfach nur eine Frage, ob du 2013 weiterfahren willst oder nicht?" Motorrad-Fahrer Casey Stoner macht Schluss: Die Karriere endet schon 2012 Zoom © Repsol Schumacher: "Nein, die Entscheidung hat sich eigentlich nicht verändert. Bisher hatten wir uns nicht darauf konzentriert, was 2013 oder in der Zukunft passiert. Es geht mehr darum, was derzeit passiert. Das Team und ich werden uns zusammensetzen. Noch gibt es aber leider keine Neuigkeiten für euch. Ich möchte auch nicht zu tief in diese Diskussion einsteigen - abgesehen von dem, was ich gerade gesagt habe. Belassen wir es dabei." Frage: "Lewis, du meintest vorhin, hier in Monaco würdest du dich wohler fühlen als in der Schweiz. Kannst du uns Gründe dafür nennen? Was ist der Unterschied zwischen diesen beiden Orten? Zweite Frage: Du wachst in deinem eigenen Bett auf und fühlst dich generell wohler hier. Macht das einen Unterschied, wenn du in dieses Wochenende gehst? Wird das deiner Leistung an Schwung verleihen?" Hamilton: "Als ich in der Schweiz lebte, war das eines der schönsten Länder, die ich je besucht hatte. Das Wetter war ein bisschen wie in Großbritannien, doch es war meist viel schöner. Ich wohnte etwas weit weg von der Stadt und es war dort ziemlich ruhig. Es dauerte eine Ewigkeit, um bis zu einem Restaurant zu gelangen. Ich konnte nicht einfach nur hinlaufen oder hinfahren." "Hier scheint die Sonne jeden Tag, was einen Unterschied ausmacht. Wenige Minuten von meinem Zuhause gibt es einige tolle Restaurants. In der Nähe ist auch ein Fitnessklub, außerdem gibt es dort ein Schwimmbad. Vorher habe ich eine halbe Stunde mit dem Auto gebraucht, um zum Fitnesscenter zu gelangen. Das hat nicht so viel Spaß gemacht." "Ich bin noch immer ein Twen. Ich habe das Gefühl, das muss ich weiterhin genießen. Seit ich hier bin, bin ich viel glücklicher. Ich laufe jeden Tag auf der Strecke und laufe sie fast komplett ab. Es ist schon unglaublich, jeden Tag auf seiner Lieblingsstrecke herumlaufen zu können. Ich laufe durch den Tunnel und kann kaum glauben, dass ich hier bin. Du musst dich jeden Tag aufs Neue kneifen." "Du denkst: 'Wow, ich laufe durch den Tunnel, durch den solche Legenden wie Michael und Ayrton (Senna; Anm. d. Red.) gefahren sind. Jetzt bin ich einer dieser Rennfahrer und wohne noch dazu hier.' Das ist schon klasse - und spektakulär. Was das Rennwochenende betrifft: Ich weiß nicht, ob das einen Unterschied machen wird. Es wird mein Wochenende aber sicher nicht schädigen, wenn ich eine Umgebung habe, in der ich mich wohlfühle. Das zählt doch sicher auch etwas."
Das Sauber-Trio 2012: Kamui Kobayashi, Sergio Perez und Esteban Gutierrez Zoom © xpb.cc
Mit dem Japaner Kamui Kobayashi und insbesondere dem seit Platz zwei in Malaysia hoch gehandelten Mexikaner Sergio Perez hat das Sauber-Team zwei Fahrer, mit denen man durchaus auch für 2013 planen könnte. Laut "Radio Fahrerlager" hat aber keiner der beiden einen Vertrag über die Saison 2012 hinaus. Wer nächstes Jahr in den Sauber-Boliden sitzen wird, dürfte auch noch länger nicht feststehen: "Wir sind nicht in Eile", winkt Neo-Anteilseignerin Monisha Kaltenborn ab. Auch Teamchef Peter Sauber will sich erst irgendwann "vor Weihnachten" mit dieser Frage beschäftigen - und ergänzt: "Das ist eine ernste Antwort. Es gibt Jahre, da ist es wichtig, dass man das möglichst schnell macht, und in anderen Jahren ist es besser, man legt es etwas nach hinten." Eine der Fragen ist, wen Ferrari als Nachfolger für Felipe Massa verpflichten wird. Dass Massa spätestens am Saisonende gehen muss, gilt als beschlossene Sache, aber neben Perez gibt es weitere Kandidaten, allen voran Paul di Resta und Adrian Sutil. Bei Sauber könnte theoretisch mit Esteban Gutierrez ein weiterer Mexikaner intern nachrücken, aber: "Ich glaube nicht, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um über Fahrer zu sprechen", sagt Sauber, auf den Testfahrer angesprochen. Kaltenborn ergänzt: "Wir hatten schon vor unserer Partnerschaft mit Telmex Kontakt zu ihm und holten ihn unter BMW als 'angehörigen Fahrer' an Bord, wenn ich mich richtig an die Bezeichnung erinnere. Diese Verbindung hielten wir aufrecht, als BMW ging. Das Team ist von seinem Talent überzeugt, aber jetzt muss er sich auf die Serie konzentrieren, in der er gerade fährt, und dann werden wir sehen, was in Zukunft passiert."
Quelle: motorsport-total.com
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Folgt nach der Schrecksekunde die Stunde des Triumphes?
23.05.2012 - 19:29
Fernando Alonso war im ersten Training deutlich schneller als alle anderen Zoom © xpbimages.com
Für den Rest des Wochenendes ist der Wetterbericht instabil, aber während des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco präsentierte sich die Cote d'Azur von ihrer schönsten Seite. Zwar ist es nach rund acht Minuten unmöglich, Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis zu ziehen, aber die erste Bestzeit des Donnerstags sicherte sich Fernando Alonso in 1:16.265 Minuten. Der Ferrari-Pilot verpasste damit seine Donnerstags-Bestzeit aus dem Vorjahr (1:15.123 Minuten), distanzierte aber Romain Grosjean (Lotus) um 0,365 und Sergio Perez (Sauber) um 0,446 Sekunden. Perez war zu Beginn der Session der Erste, der einen kompletten Run absolvierte - möglicherweise auch, um sein Unfalltrauma des Vorjahres gleich zu Beginn des Wochenendes abzuschütteln. Das dürfte ihm gelungen sein. Kovalainens Renault-Motor geplatztEine Zeitenjagd am Ende blieb übrigens aus, weil die Session knapp zehn Minuten vor Schluss unterbrochen werden musste. Heikki Kovalainen (18./Caterham/+2,774) vernebelte erst den kompletten Tunnel, ehe der Motor vor der Hafenschikane komplett kaputt ging und blockierte, sodass der Finne an einer gefährlichen Stelle stehen bleiben musste. "Der Motor ist weg", funkte Kovalainen, ehe sein Caterham von neun Streckenposten weggeschoben wurde. Sergio Perez scheint den Schock des Vorjahres schon gut verdaut zu haben © xpbimages.com "Wir wissen nicht genau, was passiert ist", erklärt ein Caterham-Sprecher. "Als Heikki aus dem Tunnel herauskam, spürte er, wie die Hinterachse blockierte. Deshalb stellte er das Auto ab. Das Fahrzeug wurde nicht beschädigt, doch es gab reichlich Rauch. Für den Nachmittag dürfte ein Motorwechsel anstehen. Wenn der bisherige Motor dann wieder in der Renault-Fabrik ist und dort untersucht wird, dürfte sich die genaue Ursache feststellen lassen." "Das ist eine Stelle, an der man nicht stehen bleiben sollte, aber wo soll man hin, wenn der Motor blockiert?", meint Experte Marc Surer. Zum Glück ging die Situation glimpflich aus und alle nachfolgenden Autos konnten trotz der schlechten Sicht ausweichen. Aufgrund der von Kovalainen gelegten Ölspur im Tunnel wurde die Session nicht mehr neu gestartet - sehr zum Leidwesen von Sebastian Vettel (9./Red Bull/+0,957), der noch etwas ausprobieren wollte. Training: Jede Runde zählt"In Monaco", weiß der ehemalige Formel-1-Pilot Surer, "zählt jede Runde. Es ist eine Fahrerstrecke. Natürlich muss das Auto passen, aber der Einfluss des Fahrers ist hier größer als auf jeder anderen Strecke." Hofft auch der drittplatzierte Perez und meint selbstbewusst: "Wir sind hier ziemlich konkurrenzfähig. Es wird also unser Ziel sein, um das Podium zu kämpfen." Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari macht ihm Mut: "Sauber scheint einen Schritt gemacht zu haben." Ex-Weltmeister Mika Häkkinen hat eher seinen Landsmann Kimi Räikkönen auf der Rechnung: "Der Lotus scheint hier wirklich gut zu gehen." Aber während Grosjean im Drift-Fahrstil von Anfang an ganz vorne mitfuhr, hatte Räikkönen die Lotus-Box schon verlassen, als Kovalainens Renault-Motor noch gar nicht geplatzt war. Wegen eines Problems mit der Servolenkung musste der "Iceman" die erste Session nach der Installationsrunde spritzen. Massa bemüht, aber verkrampftDie Monaco-Spezialisten Lewis Hamilton (McLaren/+0,482) und Pastor Maldonado (Williams/+0,495) landeten auf den Plätzen vier und fünf, noch vor Felipe Massa (Ferrari/+0,578), der heute Morgen sehr couragiert wirkte und 19 Runden absolvierte. In einer davon streifte er unnötigerweise auf der Geraden (!) vor der Tabak-Kurve die Leitplanken, aber das Team nahm ihn via Funk in Schutz: "Schon okay, kann passieren, Felipe." Kimi Räikkönen musste im ersten Freien Training bis auf eine Runde zuschauen © Lotus Das Mercedes-Duo Rosberg/Schumacher landete mit jeweils rund einer Sekunde Rückstand auf den Plätzen zehn und elf, unmittelbar vor Nico Hülkenberg (Force India/+1,366). Apropos Mercedes: Schumacher bereitete seiner Crew ein wenig Arbeit, als er mit einem losen Frontflügel an die Box kam. Was die Ursache für dieses Problem war, ging aus den TV-Bildern jedoch nicht hervor. 13. wurde Mark Webber (Red Bull/+1,841). Jenson Button (+0,925) belegte zunächst Platz acht. McLaren testete aber nicht nur für dieses Wochenende, sondern auch schon 2013er-Komponenten - und die scheinen die Fahrer noch immer in der Sicht zu beschränken, wie Button über Funk lautstark bemängelte. Ansonsten gab es während des ersten Trainings keine Zwischenfälle oder Crashes, was für die Disziplin des Starterfeldes spricht. Übrigens: Freitagstester waren heute nicht im Einsatz.
Bestes Rennwetter in Monaco: Schmeckt das den Reifen oder tut es das nicht? Zoom © xpbimages.com
(Motorsport-Total.com/Sky) - Als wäre der Stadtkurs von Monte Carlo nicht schwierig genug: Die Pirelli-Reifen der Formel 1 werden die Fahrer und ihre Teams auch beim Glamour-Grand-Prix vor eine große Aufgabe stellen. Davon sind die unmittelbar Beteiligten überzeugt. Die Frage ist allerdings noch, wie groß der Einfluss der Pneus auf die Gesamtleistung sein wird. Michael Schumacher hat da einen gewissen Verdacht. Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister rechnet mit keinem allzu "wilden" Wochenende, was die Reifensituation anbelangt. "Hier sollte es etwas konstanter sein und nicht so dramatisch wie bei anderen Rennen. Es kommt aber ganz auf die Temperaturen an", meint Schumacher. Im ersten Freien Training gab es im Fürstentum noch frühlingshafte 22 Grad Celsius - optimale Bedingungen. "Wenn wir in einem solchen normalen Bereich liegen, sollte es halbwegs okay sein", erklärt "Schumi" und fügt hinzu: "Sollten wir in die 30er gelangen, wird es für alle problematisch." Generell sei das Fahren in Monaco "ein Drahtseilakt, bei dem du im Rennen 78 Runden lang jonglierst. Manchmal fällst du runter, manchmal bleibst du drauf. Dementsprechend verändert sich der Spaß", sagt Schumacher.
Jenson Button ist sich der Fehler aus den vergangenen Rennen wohl bewusst Zoom © xpbimages.com
Drei aus fünf: Jenson Button punktete in diesem Jahr nicht in jedem Rennen, was den britischen McLaren-Piloten bereits einiges an Boden kostete. Trotzdem zeigt sich der Weltmeister von 2009 vor dem Großen Preis von Monaco sehr zuversichtlich, schließlich liebt er diesen Grand Prix und hat ihn auch schon einmal gewonnen. In seiner Medienrunde spricht Button über den speziellen Reiz eines Rennens im Fürstentum und über seine Aussichten in der WM-Gesamtwertung der Formel 1. Frage: "Jenson, du hast auf dem einzigen Stadtkurs gewonnen, den die Formel 1 in diesem Jahr schon besucht hat. Monte Carlo ist aber eine etwas andere Nummer. Was denkst du vor dem Beginn dieses Wochenendes?" Jenson Button: "Es ist schön, wieder hier zu sein. Ich denke, wir alle lieben es, durch die Straßen von Monaco zu fahren. Es ist einer dieser Kurse, die keinen Fehler verzeihen." "In Melbourne kannst du dir vielleicht noch einen Schnitzer erlauben, doch hier bedeutet dergleichen schlichtweg 'Game Over'. Monte Carlo macht sehr viel Spaß, selbst im Simulator. Der Spaßfaktor ist beim Fahren einfach noch viel größer als auf anderen Strecken. Ich freue mich schon sehr darauf, am Freitag endlich loszulegen." Die Vorfreude ist großFrage: "Kannst du aus der Arbeit im Simulator schließen, dass das Auto in Monte Carlo konkurrenzfähig sein wird?" Button: "Nun, das Fahrzeug fühlte sich im Simulator sehr gut an. Schauen wir einmal, wie sich die Situation hier auf der Strecke darstellt. Du musst in jedem Fall große Vorsicht walten lassen, denn der Kurs verbessert sich im Verlauf des Wochenendes." "Es ist zudem der einzige Ort, an dem wir schon donnerstags fahren. Danach haben wir einen Tag frei und die Straßenautos fahren über die Strecke. Am Samstag steigt dann die Qualifikation. Da musst du aufmerksam sein und darfst dich nicht zu unbedarft verhalten. Das Überholen ist hier nicht so einfach." Frage: "Nach dem vergangenen Jahr hast du hier sicherlich noch eine offene Rechnung ..." Button: "Ja, wir haben uns erst wieder mit dem Rennverlauf von 2011 vertraut gemacht. Man könnte sagen, dass der Abbruch zum Schluss dafür gesorgt hat, dass unsere Chancen auf den Sieg ein bisschen vermindert wurden." "Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben." "Egal, das liegt nun in der Vergangenheit. Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben. Ob das drin ist, wird sich zeigen. Es ist so gesehen nicht anders als an jedem anderen Wochenende sonst. Die Situation gestaltet sich von Rennen zu Rennen derart unterschiedlich. Pastor (Maldonado; Anm. d. Red.) hatte sich in Bahrain noch auf Rang 17 qualifiziert, glaube ich." "In Barcelona qualifizierte er sich dagegen auf Platz zwei. Ich denke nicht, dass sich so viel verändert hat. Es ist schwierig. Aus Fahrersicht ist Monte Carlo eine etwas andere Nummer. Die Erfahrung spielt hier eine ziemlich wichtige Rolle. Entscheidend ist auch, das Auto auf einem solchen Kurs wirklich zu verstehen. Hoffentlich gelingt uns das bis Samstag."
Frage: "Nach dem Spanien-Rennen konntest du nur mit dem Kopf schütteln, weil es offenbar nicht so lief, wie du dir das gedacht hattest. Habt ihr eure Probleme in den Griff gekriegt?" Button: "Bisher habe ich das Auto noch nicht gefahren, also nein, ich weiß es nicht. Ja, wir haben gemeinsam mit den Ingenieuren einen Blick in die Daten geworfen. Es gibt ein paar Dinge, von denen wir glauben, ein paar Fehler gemacht zu haben. Trotzdem müssen wir abwarten und schauen, wie sich das Auto hier anfühlt." McLaren auf FehlersucheFrage: "Die jüngsten Rennen waren nicht gerade berauschend. Es gab ein paar Fehler seitens des Teams. War das ein Thema in der Fabrik?" Button: "Na klar. Jeder macht Fehler. Wir haben ein paar gemacht, doch damit wirst du nicht Weltmeister. Wichtig ist, daraus zu lernen und weiterzumachen. Es geht darum, sicherzustellen, dass sich dergleichen nicht wiederholt." "Wir haben das Team dahingehend auch ein bisschen umstrukturiert. Wir als Team müssen schauen, was wir speziell bei den Boxenstopps tun können. Wir haben hier einige Verbesserungen am Start, die uns ziemlich helfen sollten. Es kommt auf Konstanz und Tempo an. Hier ist es eh etwas Besonderes: In Monaco brauchst du eine gute Qualifikation, einen guten Start und gute Boxenstopps." Frage: "Verläuft die Saison bisher so, wie du es erwartet hast? In fünf Rennen gab es fünf Sieger - und auch du hast 2012 schon gewonnen ..." Button: "Nein, dergleichen hatte ich nicht erwartet. Wir gingen zuversichtlich in die Saison, denn wir hatten einen guten Winter gehabt. Die Saison begann stark für uns. Eben wie wir es uns erhofft hatten. Seither war es sehr durchwachsen für uns." "Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar." Jenson Button "Wir waren schnell in Malaysia und schnell in China, aber in Bahrain und Spanien waren wir zumindest im Renntrimm nicht konkurrenzfähig. Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar. Wir hatten geglaubt, dass uns die Hitze vor Probleme stellt, doch die beiden jüngsten Rennen waren heißer als die vorangegangenen. Wir versuchen noch immer, herauszufinden, was Sache ist."
Frage: "Die Meisterschaft ist jedenfalls noch vollkommen offen ..." Button: "So ist es. Ich habe aber schon in zwei Rennen keine Punkte geholt. Das ist sehr seltsam. Es ist so schwierig, schlau daraus zu werden. Du musst einfach bereit sein. Manchmal scheint das Auto zu funktionieren, manchmal nicht. Wichtig ist, keine Fehler zu machen. Dann bist du vorn mit dabei." Wie halten die Reifen in Monte Carlo?Frage: "Bist du im Hinblick auf die Reifen ein Zocker oder wartest du darauf, bis die letzte Karte aufgedeckt wird?" Button: "Ich war eigentlich immer gut darin, doch in diesem Jahr haben wir anscheinend ein paar Probleme damit, die Reifen zu verstehen. Ich denke, da sitzen wir alle im selben Boot." "Hoffentlich sehen wir vor dem Qualifying klarer, denn Monte Carlo kann die Reifen schon sehr intensiv rannehmen. Auf einmal sind die Pneus dann hinüber. Das sahen wir 2009 bei Sebastian Vettel, aber nicht nur damals. Wir hoffen einfach, ein besseres Reifenverständnis zu haben, als dies an den vergangenen Wochenenden der Fall war." "Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet." Jenson Button Frage: "Sebastian Vettel fuhr im vergangenen Jahr 50 Runden auf der weichen Mischung. Denkst du, das wäre auch mit den aktuellen Reifen möglich?" Button: "Waren es bei ihm wirklich 50 Runden oder kam ihm da die rote Flagge dazwischen? Es waren 50 Runden? Okay, cool. Es sah jedenfalls ganz nach einem sehr aufregenden Zieleinlauf aus. Ich weiß nicht, was passiert wäre. Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet. Wir werden es nie erfahren. So kam es nicht, weil das Rennen ja unterbrochen wurde." Frage: "Das Wetter könnte am Sonntag für eine nasse Strecke sorgen, vielleicht auch schon am Samstag. Gut für euch?" Button: "Ich werfe alle zwei Stunden einen Blick auf die Wettervorhersage. Sie verändert sich ständig. Am Dienstag hieß es noch, es würde Samstag und Sonntag regnen, jetzt soll es nur am Samstag regnen oder gar nicht, und erst am Montag." "Schauen wir einmal, was passiert. Im Qualifying hat man es natürlich gern trocken, weil es ein solcher Kick ist, wenn man das Auto ans Limit bringt. Das lieben wir. Im Nassen ist es ganz anders, doch wir würden trotzdem das Beste daraus machen." Frage: "Ich habe hier zehn Euro für dich, aber die musst du auf den Fahrer setzen, von dem du glaubst, dass er hier gewinnt ..." Button: "Ich! Einhundert Prozent." Frage: "Dann nimm das Geld ..." Button: "Nein. Ich nehme kein Bargeld (lacht; Anm. d. Red.)." Ein Traditionskurs, der Freude machtFrage: "Zurück zu Monaco: Dieser Kurs ist etwas Besonderes, nicht wahr?" Button: "Ja. Wir alle lieben es, hier durch die Straßen zu fahren. Es ist eine ungewöhnliche Strecke, denn die Leitplanken stehen so nah. Fehler werden nicht verziehen. Es ist ein Traditionskurs. Das ist gut." "Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Jenson Button "Wir lieben solche Orte - Suzuka, Spa-Francorchamps. Die Strecke an sich hat sich nicht viel verändert, doch es gibt nun bessere Auslaufzonen. Das macht viel Spaß. Wenn du hier im Qualifying alles aus dem Auto herausholen kannst, dann ist das einfach nur toll. Das lieben wir. Dann realisierst du, dass du einen Formel-1-Rennwagen mit 750 PS zähmst. Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Frage: "Du hast hier schon gewonnen. Wie aufregend ist dieser Kurs und wo sind die Schlüsselstellen?" Button: "Es ist der gesamte Kurs. Es ist völlig verrückt, hier mit einem Formel-1-Auto herumzufahren. Uns macht das aber sehr viel Spaß. Es gibt hier zwar nicht sehr viele schnelle Kurven, doch die sind sehr aufregend. Die Schwimmbad-Passage ist toll, aber auch der Hügel beim Kasino. Du musst dich herantasten, denn sonst schlägt dieser Ort zurück, wenn du nur einen kleinen Fehler machst. Deshalb ist es so spannend." Frage: "Am Ausgang des Tunnels wurden ein paar Bodenwellen entfernt. Ist das gut oder schlecht für das Überholen an dieser Stelle?" Button: "Nun, wir hatten schon 2011 kein DRS an dieser Stelle und auch in diesem Jahr ist das der Fall. Das ist gut so. Es wurden aber auch die Reifenstapel verschoben, in die Perez eingeschlagen war. Auch das ist gut. In den Auslaufzonen wurde zudem etwas Sand in die Farbe gemischt. Das sollte dabei helfen, die Autos rascher abzubremsen. Ebenfalls eine gute Sache."
Fernando Alonso tritt in Monaco mit einem in Gold und Weiß gehaltenen Helm an Zoom © Ferrari
Eine Stadtrundfahrt im Zuhause der Reichen und Schönen: Beim Großen Preis von Monaco geht es alljährlich um das Motto "sehen und gesehen werden". Wohl auch deshalb warten die Fahrer und Teams der Formel 1 meist bei diesem Rennen mit besonderen Lackierungen oder neuen Farben auf. Bei Fernando Alonso ist das 2012 nicht anders: Der Spanier bringt einen speziellen Helm an den Start. Der eigens für die Hatz im Leitplanken-Kanal von Monte Carlo entworfene Kopfputz besticht durch die Farben Gold und Weiß und stellt eine Hommage an das Traditionsrennen dar. Ebenfalls eingearbeitet sind Elemente aus dem Glücksspiel wie Jetons, Roulette und Würfel. Außerdem ist auf der Oberseite des Helms ein Ferrari 158 zu sehen, wie ihn John Surtees 1964 fuhr - und damit Weltmeister wurde. Zu sehen ist darüber hinaus das Viktoria-Kreuz von Asturien, der spanischen Heimat von Alonso. Und neben dem Monaco-Motto "Bet on Red" ("Setze auf Rot"; Anm. d. Red.) finden sich auf dem Helm noch diverse Zahlen, die allesamt mit der Formel-1-Karriere des zweimaligen Weltmeisters und der Formel 1 im Fürstentum in Verbindung stehen. Auch seine zwei Monaco-Siege sind dort verewigt. Die "78" steht beispielsweise für die Anzahl der Rennrunden beim Großen Preis von Monaco, die "70" für das runde Jubiläum des Traditionsrennens. 75 Mal stand Alonso bereits auf einem Formel-1-Podest, 20 Mal startete er von der Pole-Position. Die "19" entspricht der Anzahl der Kurven auf einer Runde in Monte Carlo, die "5" Alonsos Startnummer. Was die "14" bedeuten soll, wurde nicht verraten.
"Hallo, Jungs, wir müssen da was ändern." Bernie Ecclestone stört sich am Q3-Ablauf Zoom © xpbimages.com
Das Top-10-Finale im Qualifying ist nicht mehr das, was es einmal war. Denn statt mit einem letzten frischen Reifensatz auf die Jagd nach der Pole-Position oder einem vorderen Startplatz zu gehen, verzichten einige Piloten lieber auf eine schnelle Runde. Sie sparen sich ihre neuen Reifen auf, um dann im Rennen bessere Karten zu haben. Darunter leidet jedoch das Spektakel in der Qualifikation. Dies stört auch Formel-1-Chef Bernie Ecclestone. Dem 81-jährigen Briten ist die Umsetzung der aktuellen Regeln ein Dorn im Auge: "Was im Augenblick falsch läuft, ist, dass einige Fahrer denken, nicht auf die Pole-Position fahren zu können." Der Grund für diese Zurückhaltung sei das Kontingent an frischen Pirelli-Pneus. Doch mit einer neuen Verordnung könnte Abhilfe geschaffen werden. Ecclestone hat einen Vorschlag parat: "Ich sage ja schon lange, dass es einen weiteren Reifensatz geben sollte, der nach der Qualifikation abgegeben werden muss. Dann gibt es nichts, was man sich aufsparen könnte. Dann sind die Teams zum Wechseln gezwungen", meint Ecclestone und merkt an: "Was wir brauchen, ist ein weiterer Reifensatz, damit im Zeittraining mehr Runden abgespult werden." Mit den unvorhersehbaren Rennen ist der Formel-1-Chef indes vollkommen zufrieden und stellt seinen Reifenlieferanten - unabhängig von der Situation in der Qualifikation - ein sehr gutes Zeugnis aus: "Pirelli hat klasse Arbeit geleistet. Es ist weitaus schwieriger für sie, einen Reifen zu bauen, der nur 30 Prozent des Rennens durchsteht, als einen Reifen zu entwerfen, der die komplette Distanz meistert." "Es war ein Teil meines Vertrags mit ihnen, dass die Reifen nur für einen Teil des Rennens haltbar sein sollten. Ich war beeindruckt davon, dass es ihnen gelang", sagt Ecclestone. "Es hätte auch leicht anders kommen können, sodass nur zehn Runden drin gewesen wären oder das gesamte Rennen. Es war eine technische Meisterleistung", findet der Brite. "Ich hätte nicht gedacht, dass sie es schaffen."
Formel 1 zu Gast in Frankreich: Das bis dato letzte Rennen datiert aus 2008 ... Zoom © xpb.cc
Eine Neuauflage des Großen Preises von Frankreich schien in den vergangenen Monaten bereits gewaltig an Fahrt aufgenommen zu haben, doch just im Wahlmonat kamen die Vorhaben um das Comeback in der Formel 1 wieder ins Stocken. Offenbar ist nun auch der angestrebte Rennplatz in Paul Ricard, wo die Königsklasse in der Vergangenheit bereits fuhr, nicht mehr länger erste Wahl. Dabei hätte alles so einfach sein können, wie Formel-1-Chef Bernie Ecclestone gegenüber 'ESPN' betont. "Die Franzosen hatten genug Gelegenheiten, um es wahr zu machen, taten es aber nicht. Sie versprachen uns all die Dinge wie die Straßen von Paris oder Disney", meint der Brite. All diese Ansätze waren aber meist genauso schnell wieder vom Tisch, wie man sie aufgetischt hatte. Das Grand-Prix-Thema sei in Frankreich halt "sehr politisch", erklärt Ecclestone und merkt an: "Ich weiß nicht, ob es anders gewesen wäre, wenn Sarkozy wiedergewählt worden wäre. Keine Ahnung. Als er noch an der Macht war, hätten sie unterschreiben können. Sie hatten einen Vertrag vorliegen. Alles, was sie tun mussten, war, ihre Unterschrift darunter zu setzen", hält der Formel-1-Chef fest. Andererseits habe es ständig an der nötigen Konsequenz hinsichtlich eines Rennplatzes gefehlt, fügt Ecclestone hinzu: "Sie kamen eh nie zu einer Übereinkunft mit Paul Ricard. Dort würden Investitionen nötig werden, um Tribünen aufzubauen. Und der Paddock-Club ist nicht groß genug", sagt der 81-Jährige. Inzwischen ist auch nicht ausgeschlossen, dass die Formel 1 nach Magny-Cours zurückkehrt.
Teamchef Ross Brawn pocht auf die historische Bedeutung von Mercedes Zoom © xpbimages.com
Während beim letzten Concorde-Agreement, das im Jahr 2009 ratifiziert wurde, der Automobil-Weltverband FIA unter dem damaligen Präsidenten Max Mosley eine der treibenden Kräfte war, spielt die FIA bei den aktuellen Verhandlungen für 2013 bis 2020 praktisch keine Rolle. Bisher fanden die Gespräche fast ausschließlich zwischen Bernie Ecclestone und den Teams statt. Ross Brawn missfällt das: "Wir haben noch einen langen Weg vor uns, bevor wir finale Lösungen erreichen", sagt er und unterstreicht: "Ich denke, was man in all das einbeziehen sollte, ist die Rolle, die die FIA in Zukunft spielen wird, ihre Rolle in unserem Sport. Sie waren bisher ruhig, aber sie werden eine Rolle spielen. Ich bin einigermaßen zuversichtlich, dass wir vernünftige Lösungen für die Zukunft finden können. Ich glaube aber nicht, dass schon alles erledigt ist." Mercedes war bisher das einzige Topteam, das Ecclestone noch nicht signalisiert hatte, das neue Concorde-Agreement unterschreiben zu wollen. Bei einem Treffen mit Daimler-Konzernchef Dieter Zetsche - Brawn war aus gesundheitlichen Gründen abwesend - dürfte es zuletzt in Barcelona aber eine Annäherung zwischen Mercedes und den Inhabern der kommerziellen Rechte gegeben haben. Angeblich könnte dieses Wochenende alles unter Dach und Fach gebracht werden. Brawn schweigt zur Mercedes-Situation hinsichtlich des Concorde-Agreements: "Ich kann das immer noch nicht kommentieren", meint er und ergänzt in Anspielung auf die von Ecclestone angezweifelte historische Bedeutung der deutschen Marke: "Wir sind sehr stolz auf unsere Geschichte und glauben, dass sie für den Sport wichtig ist. Da sind die Menschen unterschiedlicher Auffassung. Aber das ist alles Teil der heiklen Verhandlungen, die stattfinden."
Nico Hülkenberg blickt skeptisch auf die Hackordnung in der Formel 1 Zoom © xpbimages.com
Ein Mal schrammte Force India knapp an einem Grand-Prix-Sieg vorbei: Das war mit Giancarlo Fisichella in Spa-Francorchamps. Dass diese Gelegenheit bald wieder kommt, glaubt Nico Hülkenberg nicht, wie er 'auto motor und sport' verrät: "Williams und Sauber waren nach unseren Messungen in Barcelona bei den schnellsten Autos dabei. Die muss man jetzt auch zu den Top-Teams zählen." Den Mercedes-befeuerten Inder dagegen nicht. Und das trotz der Fortschritte, die die Truppe um Besitzer Vijay Mallya gemacht hat: "Wir haben uns definitiv gesteigert, vor allem in der Traktion. Unsere Gegner sind diesen Schritt aber mitgegangen", erklärt Hülkenberg und verweist erneut auf die ehemaligen Mittelfeldkonkurrenten, von denen nur noch Toro Rosso hinter Force India rangiert. "In den schnellen Kurven sind Sauber und Williams besser als wir." Woher rührt es, dass Force India - denen rund drei Zehntelsekunden fehlen - nicht mit der Konkurrenz aus der Hinwil und Grove mithalten kann? Für Hülkenberg sekundär: "Uns bleibt nichts anderes übrig, als zu entwickeln, weil wir zurückliegen. Wir brauchen noch ein paar Zehntelchen, um an die anderen ranzukommen", insistiert er. "Es ist wichtig, eine gute Balance zwischen Entwicklung und dem Verständnis des Autos zu finden", macht Hülkenberg deutlich. Dann scheint das erklärte Saisonziel, nämlich Rang fünf in der Konstrukteurs-Wertung, nicht außer Reichweite. "Das ist immer noch möglich, wenn auch schwierig, weil die anderen auch weiter Punkte machen werden", befürchtet der Emmericher und hofft auf die Kurse, die 2011 im Sommer und Herbst im Grand-Prix-Kalender standen. "Da ist der Knoten bei uns auch erst in der zweiten Saisonhälfte aufgegangen", so Hülkenberg.
Seiner Heimat Großbritannien hat Hamilton schon lange den Rücken gekehrt Zoom © xpbimages.com
Viele Fahrer haben ihren Wohnsitz in das Steuer- und Lebensqualitäts-Paradies Monaco verlegt. Auch Lewis Hamilton gefällt es an der Cote d'Azur. Der Brite ist erst kürzlich aus der Schweiz in das Fürstentum gezogen und zeigt sich begeistert vom neuen Wohnort sowie dem kurzen Weg an den Arbeitsplatz: "Es ist ein fantastisches Gefühl, in deinem eigenen Bett aufzuwachen und einfach nur die Straße hinunterzufahren, um bei der Arbeit anzukommen", freut sich der McLaren-Pilot. Lebensgefährtin Nicole Scherzinger beim Vorbeifahren am heimischen Balkon theoretisch zuwinken zu können, gefällt Hamilton. "Das erlebe ich heute zum ersten Mal, doch ich bin mir sicher: Es wird einen großen Unterschied ausmachen", prognostiziert er. "Ich habe auch mein früheres Zuhause geliebt, doch das ist ein ganz anderer Ort. Ich mag ihn noch ein bisschen mehr, scheint mir", so Hamilton, der sich bekanntermaßen gerne mit Stars aus dem Showbusiness umgibt. Doch auch an seinem alten Wohnort fand der 27-Jährige Gefallen. "Als ich in der Schweiz lebte, war das eines der schönsten Länder, die ich je besucht hatte. Das Wetter war ein bisschen wie in Großbritannien, doch es war meist viel schöner", schmunzelt Hamilton und beschreibt den Unterschied als eklatant: "Es dauerte eine Ewigkeit, um bis zu einem Restaurant zu gelangen. Ich konnte nicht einfach nur hinlaufen oder hinfahren", so der Weltmeister von 2008 über die Abgeschiedenheit. Hamilton meint: "Ich habe das Gefühl, es weiterhin genießen zu müssen. Ich laufe jeden Tag auf der Strecke und laufe sie fast komplett ab. Es ist schon unglaublich, jeden Tag auf seiner Lieblingsstrecke herumlaufen zu können", so der Brite, der tagtäglich Sporthistorie lebt. "Du denkst: 'Wow, ich laufe durch den Tunnel, durch den solche Legenden wie Michael und Ayrton (Senna; Anm. d. Red.) gefahren sind. Jetzt bin ich einer dieser Rennfahrer und wohne noch dazu hier."
In Monaco gehen die Uhren anders: Auch für die V8-Motoren der Formel-1-Autos Zoom © xpb.cc
Ebenso einzigartig wie unberechenbar: Der Grand Prix von Monaco zählt zu den Highlights einer jeden Formel 1-Saison. Das Rennen durch die Straßen des glamourösen, normalerweise eher beschaulichen Fürstentums ist nach wie vor einzigartig auf der Welt. Der Stadtkurs selbst hat sich dabei im Laufe der Jahre kaum verändert. Die einzigartige Streckencharakteristik stellt die Ingenieure von Renault vor ganz besondere Herausforderungen, denn die Motoren müssenkomplexe Ansprüche erfüllen. "In Monaco lenken die Piloten ihre Boliden nicht nur mit dem Lenkrad, sondern auch mithilfe des Motors", erklärt Remi Taffin, Leiter des Grand-Prix-Teams. "Der Fahrer benötigt deswegen ein Triebwerk, das gleichmäßig und direkt auf Gaspedalbefehle anspricht." Nur so entwickele er das nötige Vertrauen, um jederzeit voll attackieren zu können. Die größte Herausforderung in Monte Carlo liege in den geringen Geschwindigkeiten, sagt Taffin. "Daher verwenden wir hier ein ganz spezielles Motor-Management, das auf keiner anderen Rennstrecke zum Einsatz kommt. Die Triebwerke sind auf Drehzahlen von bis zu 18.000 Umdrehungen pro Minute ausgelegt. Im Fürstentum müssen sie aber in den langsamen Kurven auch bei nur 5.000 Touren noch perfekt funktionieren", so Taffin. Der Renault Ingenieur betont die spezielle Herangehensweise der Franzosen: "Um uns auf dieses Wochenende perfekt vorzubereiten, testen wir im Vorfeld besonders ausgiebig auf unseren Motorenprüfständen. So stellen wir sicher, dass alles einwandfrei funktioniert. Dabei stimmen wir denV8 für unsere vier Partnerteams auch so ab, dass er bereits im Tourenkeller ein bissiges Ansprechverhalten an den Tag legt." Eine der anspruchsvollsten Aufgaben besteht darin, die Triebwerke so anzupassen, dass sie sehr agil am Gas hängen und direkt das nötige Drehmoment zur Verfügung stellen. Der Pilot muss darauf vertrauen können, dass der Motor sofort reagiert, wenn er ihn braucht - ganz gleich, welches Pedal-Einstellung er fährt oder in welcher Stellung sich das Gaspedal gerade befindet. Auch David Lamb unterstreicht die große Bedeutung einer perfekten Abstimmung für die Achtzylinder. "Monaco ist in jeder Beziehung einzigartig, so ein Rennen gibt es in der Formel 1 kein zweites Mal", so der Brite, der vor zwei Wochen als verantwortlicher Motoren-Ingenieur von Pastor Maldonado beim Grand Prix von Spanien gemeinsam mit Williams den ersten Sieg des wiedergewonnen Partners in dieser Saison feiern durfte. "Da wir auf diesem Kurs kaum auf die maximale Höchstgeschwindigkeit kommen, wirken sich ein paar Extra-Pferdestärken so gut wie gar nicht auf die Rundenzeit aus", meint Lamb. "Die Schlüsselfrage ist, wie wir die Power auf die Straße bringen - denn genau das macht den Unterschied aus und sorgt auf der Strecke für einen echten Zeitvorteil", geht er auf die feinen Differenzen ein. Der Williams-Techniker verdeutlicht die Besonderheiten eines Stadtkurses: "Aber auch darüber hinaus erwarten uns in Monaco einige Besonderheiten, die wir so von keiner anderen Rennstrecke kennen. Kurve sechs zum Beispiel, die enge Haarnadelkurve: Sie besitzt den engsten Radius der gesamten Saison. Hier bremsen die Piloten ihr Auto so stark zusammen." Ohne das korrekte Motor-Mapping kann dies dazu führen, dass ungewollt Schub einsetzt, weil die Elektronik ein Absterben des Aggregats unterbinden will.
Als eine von wenigen Rennstrecken verändert sich der Kurs von Monaco von einem Jahr auf das nächste kaum - immerhin handelt es sich um einen temporären Stadtkurs und nicht um eine permanente Strecke. Deswegen verfügen alle Teams über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz und umfangreiches Datenmaterial, um ein passendes Basis-Setup zu generieren. Nichtsdestotrotz erwartet Renault in jeder Saison Neuerungen. "Dieses Mal gehen wir die Sache sowieso etwas anders an", verrät Lamb. "Um die Kraft des Motors sicher auf die Straße zu bringen, schalten die Fahrer teilweise etwas früher als notwendig in den nächsthöheren Gang - wir nennen das 'Short-Shifting'. Darauf müssen wir auch das Mapping des Gaspdals angleichen, um unerwünschte Nebeneffekte auszuschließen. Bei einem 'normalen' Rennen kommt es niemals in einer gezeiteten Trainings- oder Qualifying-Runde, sondern ausschließlich in der In- und Out-Lap zum Einsatz." Die Unebenheiten im Asphalt führen dazu, dass die Reifen kurzzeitig den Kontakt zur Straße verlieren. Darunter leidet einerseits die Traktion, andererseits bedeuten die plötzlich hochschnellenden Drehzahlen eine enorme Zusatzbelastung für die mechanisch beweglichen Teile im Motor. "Ein klassisches Beispiel für eine solche Stelle ist die Bodenwelle zwischen dem Casino und der Mirabeau-Kurve", weiß Lamb.
Sergio Perez sieht sich und sein Team in der Formel 1 absolut auf Kurs liegen Zoom © xpbimages.com
Seit dem grandiosen Auftritt von Sergio Perez beim Großen Preis von Malaysia ist es um das Sauber-Team wieder ein bisschen ruhiger geworden. Auch, weil sich zu den 30 WM-Punkten aus den beiden Auftaktrennen in Australien und Malaysia seither "nur" elf weitere Zähler hinzugesellten. Gerät Sauber etwa zu Beginn der Europasaison bei der Entwicklung ins Hintertreffen? Weit gefehlt, sagt Perez. Der mexikanische Rennfahrer schiebt die geringe Ausbeute der vergangenen Wochen schlichtweg auf fehlendes Rennglück, wie er gegenüber 'Formula1.com' erklärt. Seit seinem zweiten Platz in Sepang sei es an Sonntagen einfach nicht immer nach Plan gelaufen: "In China hatten wir die falsche Taktik und ein Problem mit dem Frontflügel, in Bahrain hatten wir nicht die Geschwindigkeit", berichtet Perez. "In Spanien lag ich nach dem Start schon an Position vier, als mich Romain Grosjean traf und einen Reifenschaden verursachte." Wieder gingen wichtige Punkte verloren. Doch Perez hat den Mut nicht verloren - ganz im Gegenteil. "Ich bin mir sicher: Unsere Zeit wird kommen, denn wir haben ein konkurrenzfähiges Auto. Wir werden kämpfen", sagt der Sauber-Fahrer und zeigt sich zuversichtlich. "Selbst in Barcelona, wo viele Teams ihre Updates am Start hatten, sahen wir noch immer recht wettbewerbsfähig aus. Es gibt also keine Engpässe bei der Entwicklung", stellt Perez heraus und merkt an: "Ich denke vielmehr, dass wir über die komplette Saison hinweg konkurrenzfähig bleiben können, wenn wir weiterhin - sowohl in der Fabrik als auch an der Strecke - gut zusammenarbeiten."
Lewis Hamilton bleibt zuversichtlich und scheint sich die gute Laune zu bewahren Zoom © xpbimages.com
Fünf Fahrer haben sich in diesem Jahr bereits in die Siegerliste der Formel 1 eingetragen, doch der Name von Lewis Hamilton taucht in diesen Statistiken bisher nicht auf. Der McLaren-Pilot war zwar in allen fünf Rennen im Ziel, kam dabei aber nicht über die dritte Stufe des Podests hinaus. Der Zweifel nagt aber nicht am Selbstbewusstsein des Ex-Champions. Dies betont Hamilton in Monte Carlo. Er sei "nicht frustriert" über seine sieglose Phase, meint der Brite. "So läuft es im Rennsport halt manchmal. Wir hätten angesichts unserer Ergebnisse in der Qualifikation natürlich gern besser abgeschnitten." Diesem "Problem" wolle man sich in den kommenden Rennen verstärkt widmen, um nicht noch weitere Punkte einzubüßen. Oder wie es Hamilton formuliert: "Wir müssen uns steigern." In der hart umkämpften Formel 1 bedeute Stillstand einen Rückschritt, erklärt Hamilton. Ein Handeln sei geboten, "wenn wir da bleiben wollen, wo wir sind, oder wenn wir uns davon ausgehend nochmals verbessern wollen", sagt der McLaren-Pilot. "Wir arbeiten schon sehr hart daran." Vorwürfe braucht sich der Weltmeister von 2008 jedoch nicht zu machen. Das meint zumindest Martin Whitmarsh. Der Teamchef von Hamilton stellt sich vor dem sechsten Rennen des Jahres demonstrativ hinter seinen Schützling: "Lewis wird in diesem Jahr nicht gerade vom Glück verfolgt. Wir glauben jedenfalls nicht, dass er das Siegen verlernt hat. Die WM ist vollkommen offen. Er darf sich als Siegkandidat in Monaco sehen - und als Anwärter auf viele weitere Siege und auch auf den WM-Titel", sagt der Brite. Dies macht Whitmarsh vor allem am Auftreten seines Landsmanns fest: "Seine Fahrweise ist sehr reif, kontrolliert und diszipliniert. Wahrscheinlich mehr als jemals zuvor", meint Whitmarsh und merkt an: "Er hat aber das Tempo und die Fähigkeit, um auf der Pole-Position zu stehen. Dieses Gefühl kann Lewis aus Barcelona mitnehmen. Dort hat er - trotz einer Strafe - eine fantastische Fahrt hingelegt."
Sergio Perez sieht sich schon seit einiger Zeit mit Ferrari-Gerüchten konfrontiert Zoom © xpbimages.com
Felipe Massa fährt diese Saison von Enttäuschung zu Enttäuschung. Das liegt nicht am Auto, denn Fernando Alonso rangiert mit dem F2012 punktegleich mit WM-Leader Sebastian Vettel auf Platz zwei in der Gesamtwertung. Kein Wunder, dass die Gerüchte um einen Rauswurf Massas immer lauter werden. Der logische Nachfolger wäre der Mexikaner Sergio Perez. Der Sauber-Pilot stammt aus dem Ferrari-Nachwuchsprogramm und gewann dieses Jahr mit einer sensationellen Leistung in Sepang beinahe sein erstes Rennen. Er gilt als eines der größten Formel-1-Nachwuchstalente. Doch Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali gab schon mehrmals bekannt, dass man nicht riskieren wolle, den Youngster aus seiner gewohnten Umgebung herauszureißen und ihn zu verheizen. Nun behauptet Perez gegenüber 'Formula1.com', dass er ein eventuelles Angebot von Ferrari, während der Saison zu wechseln, gar nicht annehmen würde: "Sollte es wirklich zu so einer Situation kommen, dann würde ich ablehnen, denn ich würde nicht während der Saison wechseln wollen." Daraufhin gibt er ein Versprechen ab: "Ich habe diese Saison mit Sauber begonnen, werde meine Saison mit Sauber beenden und gebe 100 Prozent für mein Team." Zudem glaubt er nicht, dass überhaupt etwas an den Gerüchten dran ist: "Dieser Hype über einen möglichen Wechsel wird massiv von den Medien aufgeblasen." Der Mexikaner rechnet sogar damit, dass sich Massa nach seinem schwachen Saisonstart noch einmal fängt: "Ich glaube, dass Felipe zurückschlagen und gute Arbeit leisten wird. Er ist ein starker Fahrer, und er hat ein großartiges Team im Rücken. Hat er einmal zurückgeschlagen, dann werden auch all diese Storys auf einmal verschwinden." Doch was wäre, wenn Motorenpartner Ferrari seinen Einfluss bei Sauber geltend macht und Perez nach Maranello holt? "Ich denke, dass die Leute nicht Motoren und Fahrer vermischen sollten", meint der Sauber-Pilot. "Die Gerüchte gibt es schon seit einer ganzen Weile, und natürlich habe ich eine Verbindung zu Ferrari und zur Fahrerakademie von Ferrari. Dennoch ist meine Position klar: Ich fahre für Sauber, und dort werde ich bleiben."
Alle wollen es wissen, wie es weitergeht: Aber Schumacher schweigt beharrlich Zoom © xpbimages.com
Es ist wie im 2006: Schon während dieser Saison drehte sich bei Michael Schumacher alles um die Frage, ob er nun den Helm an den Nagel hängt oder doch weiter Formel-1-Rennen bestreitet. Und das Rätselraten wird auch 2012 weitergehen, wie die Aussage des Rekord-Weltmeisters in der FIA-Pressekonferenz von Monaco zeigt: "Noch gibt es leider keine Neuigkeiten für euch. Ich möchte auch nicht zu tief in diese Diskussion einsteigen", weicht Schumacher aus. Um seine Motivation sei es aber gut bestellt, versichert der Mercedes-Pilot: "Wenn man bedenkt, wo wir im vergangenen Jahr standen, dann ist uns ein riesiger Fortschritt gelungen", insistiert Schumacher. "Wir haben unter Beweis gestellt, dass wir Rennen gewinnen können", unterstreicht er. Auch, wenn das bei den Silberpfeilen bislang Nico Rosberg vorbehalten war und Schumacher mit einigem Pech nur zwei WM-Zähler einfuhr. Motivation statt EnttäuschungSchumacher meint: "Ich fühle mich ganz und gar nicht enttäuscht. Wenn, dann ist es genau umgekehrt: Ich bin noch mehr motiviert, weil wir so viele Fortschritte machen." Rückendeckung erhält er von einem langjährigen Weggefährten: "Er war dieses Jahr doch sehr gut", bemerkt Ross Brawn gegenüber 'Autosport'. Der Mercedes-Teamchef räumt aber ein: "Wir haben nicht die Resultate eingefahren. die wir wollten." Brawn glaubt auch daran, dass von Schumacher sportlich bald mehr zu erwarten sein wird. "So viel Aufmerksamkeit, wie seinem Unfall in Spanien zuteil geworden ist, so viel wird es auch sein, wenn er Erfolg hat", blickt der Brite voraus. "So ist Michael: er mag die Herausforderung und darum geht es in der Formel 1. Er kniet sich rein, wenn Dinge nicht laufen, wie sie sollen", lobt Brawn die Vorzüge des siebenfachen Champions. Experten glauben an einen neuen VertragUnd auch die Stimmen aus dem Fahrerlager deuten darauf hin, dass Schumacher noch keinen zweiten Rücktritt wagt. Johnny Herbert erklärt gegenüber 'Sport Bild': "Michael ist psychisch und körperlich topfit, es gibt keinen Grund für ihn aufzuhören. Er ist jetzt besser als in den ersten beiden Jahren seines Comebacks", so der Brite. Und auch die TV Experten sind sich einig: Marc Surer glaubt an die Fortsetzung der Karriere, weil sich Mercedes nach Schumachers Wünschen richten würde. Christian Danner erkennt die Probleme des 43-Jährigen: "Er hat zwar am Sieg von Teamkollege Rosberg zu knabbern und auch daran, dass Kimi Räikkönen im Gegensatz zu ihm keinerlei Comeback-Probleme hat", so der 'RTL'-Fachmann. "Aber er will es noch mal wissen." Ex-Teamchef Peter Sauber bringt Schumachers gesündere, weil weniger verbissene Einstellung zum Motorsport ins Spiel. Sein früherer Teamkollege Felipe Massa wirft die Kämpfernatur des Kerpeners in der Waagschale. Keine Parallele zu Casey StonerVon den Journalisten in der FIA-PK ließ sich Schumacher auch bei der Frage nach seiner Meinung über den Abschied von MotoGP-Ass Casey Stoner aus dem aktiven Rennsport nichts entlocken. "Nun, ich habe vermutlich das Gleiche gefühlt wie diejenigen, die ein bisschen mit der Materie vertraut sind - sie waren überrascht", kommentiert der Mercedes-Pilot das Karriereende des Australiers, fordert aber: "Du musst es respektieren." Ein zu dezidiertes Urteil über Stoners Ankündigung will sich Schumacher jedoch nicht erlauben: "Ich kenne seine Gründe - oder seine genauen Gründe - nicht, doch er ist jung genug, um ein Sabbatical einzulegen, statt komplett aufzuhören. Es gibt sicherlich keine Parallele zu mir", spekuliert er über einen Rücktritt vom Rücktritt, den der Zweirad-Weltmeister vollführen könnte.
Das Starterfeld formiert sich - und könnte in Monaco einen sechsten Sieger haben Zoom © xpbimages.com
So abwechslungsreich wie in diesem Jahr hat sich die Formel 1 - wenn überhaupt - schon seit sehr langer Zeit nicht mehr präsentiert: In den bisherigen fünf Rennen stand am Ende jeweils ein anderer Fahrer auf dem obersten Treppchen, was an diesem Wochenende seine Fortsetzung finden könnte. Als wäre Monte Carlo nicht schon besonders genug - feiert im Fürstentum der sechste Sieger 2012? Mark Webber (Red Bull), in diesem Jahr einer der Topfahrer ohne Sieg, glaubt logischerweise auch aus eigenem Interesse daran, dass die angesprochene Serie weiterhin Bestand haben wird: "Es könnte einen sechsten Sieger geben. Natürlich. Warum auch nicht?", fragt der Australier und merkt an: "Es wäre schön, wenn ich es wäre." Klingt fast so wie der traditionelle Glückwunsch des Fürsten. Diesen Spruch ("Ich freue mich, dass sie es sind") kennt Webber aus der Vergangenheit, denn 2010 durfte der Red-Bull-Pilot in Monte Carlo (Alle Großen Preise von Monaco in der Datenbank!) jubeln. Auch Michael Schumacher (Mercedes) ist mit den Worten bei der Pokalübergabe bestens vertraut - und 2012 wie schon seit seinem Comeback vor mittlerweile fast zweieinhalb Jahren noch ohne Sieg. Ob sich das bereits am Sonntag ändert? "Ich bin ziemlich sicher, dass um uns herum einige sind, die bisher nicht gewonnen haben, die in diesem Rennen aber die Möglichkeit haben, zu gewinnen", sagt Schumacher. Was er mit diesem recht kryptisch anmutenden Satz meint: "Jeder von uns wäre glücklich darüber, dieser Sieger zu sein." Lewis Hamilton (McLaren) stimmt zu. Auch er wartet nach wie vor auf den ersten Saisonerfolg. "Es gibt einige Fahrer, die das Potenzial haben, um zu siegen, doch zwischen einigen Teams geht es wirklich eng zu. Ich denke, es ist völlig offen", sagt Hamilton vor seinem erklärten Lieblingsrennen. Weil gerade in Monte Carlo der Fahrer noch den Unterschied ausmachen könne, müsse man erst einmal abwarten. Traditionell bietet der Stadtkurs nämlich auch den Raum für Überraschungen. "Ein Auto, das auf Kursen wie Barcelona nicht so prächtig funktioniert, könnte in Monte Carlo ein bisschen besser laufen", meint Hamilton. Man darf also gespannt sein, wie sich die Dinge an der Côte d'Azur in den kommenden Tagen entwickeln. Laut Romain Grosjean (Lotus) ist es im Augenblick aber noch schwierig zu sagen, was geschieht: "Wir waren ja noch nicht einmal auf der Strecke ..."
Felipe Massa posiert im Fahrerlager von Monaco - läuft es diesmal besser? Zoom © Ferrari
Felipe Massas verzweifelte Ankündigungen erinnern bereits an den Hollywood-Klassiker "Und täglich grüßt das Murmeltier". Da macht auch der Formel-1-Klassiker in der Wahlheimat des Brasilianers keine Ausnahme. Im Vorfeld des Grand-Prix-Wochenendes stellt der schwer unter Druck stehende Ferrari-Star einmal mehr klar, dass es auf diese Art und Weise nicht weitergehen kann und dass es oft nur Kleinigkeiten brauche, um eine Trendwende einzuleiten. "Ich hoffe, dass meine Weltmeisterschaft 2012 an diesem Wochenende beginnt", übt sich Massa in Durchhalteparolen. "Vor allem, da es sich hier um mein zweites Heimrennen handelt und ich hier den Großteil des Jahres verbringe. Daher hoffe ich, dass es an diesem Wochenende besser läuft als bei den vergangenen Rennen. Dieses Rennen unterscheidet sich von ziemlichen allen außer Singapur, und daher hoffe ich, dass es für mich einen Neuanfang darstellt." Massa gibt zu, dass er sich in der größten Krise seiner bisherigen Karriere befindet: "Ich hatte in meiner Karriere schon einige schwierige Zeiten, und vielleicht war dieser Saisonstart die bisher schwierigste Zeit. Daher müssen wir aus dieser Lage herauskommen und in die richtige Richtung gehen - darauf konzentriere ich mich." Massa gibt mentales Tief zuZuletzt machten Spekulationen die Runde, wonach der 30-Jährige in Spanien und Monaco nur noch auf Bewährung fahre - demnach müsste er nun eine Glanzleistung zeigen, da das Barcelona-Wochenende in die Hose ging. Kein Wunder, dass Massa auch psychisch angeschlagen ist: "Ich musste mich mit der technischen Seite des Problems beschäftigen, aber das wirkt sich auch auf die mentale Seite aus, da es nicht einfach ist, mit dieser Situation umzugehen. Wenn man aber eine Sache löst, dann ist es leichter, auch die anderen zu lösen." "Ich musste mich mit der technischen Seite des Problems beschäftigen, aber das wirkt sich auch auf die mentale Seite aus." Felipe Massa Während Massa nach fünf Rennen in der WM-Wertung nur 17. Ist, liegt Teamkollege Fernando Alonso punktegleich mit WM-Leader Sebastian Vettel auf dem zweiten Platz. Sind die starken Leistungen des Spaniers ein Grund für die Krise des Ferrari-Routiniers? "Ich denke nicht, dass Fernando das Problem ist", winkt er ab. "Man hat immer großartige Teamkollegen und schwierige Zeiten mit dem Teamkollegen - starke Kerle treffen aufeinander." Massa vorsichtig optimistischMit seinen Erwartungen für dieses Wochenende hält sich Massa zurück, schließlich lief es auch bei den vergangenen fünf Rennen nicht nach Wunsch. Dennoch analysiert er das Potenzial des F2012 in den Häuserschluchten von Monaco: "Wenn wir trotz der Verbesserungen akzeptieren, dass die zwei Schwachpunkte des F2012 Traktion und Topspeed sind, dann sollte zumindest der Topspeed auf diesem langsamen Stadtkurs kein Problem sein - das könnte uns also helfen. Aber wir müssen natürlich abwarten, was im Training passiert, um die Situation zu verstehen." Immerhin sind die WM-Leader noch nicht völlig enteilt, denn dieses Jahr kann sich bisher kein Pilot im Klassement absetzen. "Normalerweise liegen die besten Autos an der Spitze, doch derzeit ist es schwer herauszufinden, welche Autos die besten sind", fällt Massa auf.
"Es ist schwer zu sagen, welches Auto bei welchem Rennen die meisten Punkte holen kann. Das liegt daran, dass sich die Situation von einer Strecke zur anderen ändern kann. Wir haben gesehen, dass Autos, die auf gewissen Strecken eingeschätzt wurden, den Erwartungen nicht entsprechen konnten. Normalerweise weiß man in einer Weltmeisterschaft nach ein paar Rennen, in welche Richtung es gehen wird. Dieses Jahr ist es aber viel schwieriger, sich ein Bild zu machen."
Immer von Journalisten umringt: Sebastian Vettel in Monte Carlo Zoom © Red Bull
(Motorsport-Total.com/SID) - Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel hat trotz fünf Siegern in fünf Rennen energisch bestritten, dass die aktuelle Formel 1 ein Glücksspiel sei - und die Schuld für Platz sechs zuletzt in Barcelona folgerichtig auf sich genommen: "Ich weiß, was ich gemacht habe. Das war mein Fehler", so der 24-Jährige auf die Frage, ob er nach seiner Durchfahrtstrafe in Barcelona noch einmal bei den Rennkommissaren vorstellig geworden sei. Zwar könne er sich die unterschiedliche Leistungsfähigkeit seines Autos im bisherigen Saisonverlauf nicht erklären, Glück und Pech spielten dennoch kaum eine Rolle, meint der Red-Bull-Pilot vor dem Rennen in Spielerparadies Monaco. "Es wird immer von Reifen-Roulette gesprochen, aber die Voraussetzungen sind für alle gleich", versichert er. "Wenn man sich den Durchschnitt der fünf Rennen anschaut, stehen doch die vorne, die es auch verdienen. Und wenn am Ende nach 20 Rennen einer Weltmeister wird, kann man sicher nicht sagen, er hatte Glück." Eine Siegerwette für Monaco will Vettel, der das WM-Klassement vor dem punktgleichen Spanier Fernando Alonso anführt, aber nicht abgeben: "Wenn es nach dem Trend geht, müsste es im sechsten Rennen den sechsten Sieger aus dem sechsten Team geben", meint er schmunzelnd. Auf die Frage, auf wen er zehn Euro setzen würde, erklärt der Hesse mit Blick auf den für das Hinterbänkler-Team Marussia fahrenden Timo Glock: "Ich würde ja sehr gerne auf Timo setzen, aber es ist ja nicht mein Geld. Aber ich setze auf Timo in den Top 10." Die Durchfahrstrafe in Barcelona hatte Vettel kassiert, weil er nach der Kollision zwischen Michael Schumacher und Bruno Senna unmittelbar hinter den beiden Streithähnen bei den geschwenkten gelben Flaggen nach Meinung der Rennkommissare nicht genügend vom Gas gegangen war. Direkt nach dem Rennen hatte er noch gesagt: "Ich wüsste nicht, wo ich schneller war."
Das Sextett der Monaco-PK stellte sich am Mittwoch den Fragen der Journalisten Zoom © xpbimages.com
Vor kaum einer Rennstrecke haben die Piloten der Formel 1 so viel Respekt wie vor dem Stadtkurs in Monte Carlo. Und gleichzeitig gibt es nur wenige Grands Prix, die einen ähnlich hohen Stellenwert im Kalender genießen. Deshalb ist Monaco etwas Besonders, was Romain Grosjean (Lotus), Lewis Hamilton (McLaren), Pastor Maldonado (Williams), Charles Pic (Marussia), Michael Schumacher (Mercedes) und Mark Webber (Red Bull) in der FIA-Pressekonferenz von Monte Carlo erläutern. Frage: "Romain, erzähle uns zuerst einmal ein bisschen über deine Erfahrungen mit der Rennstrecke in Monte Carlo ..." Romain Grosjean: "Nun, in Monaco hat man zunächst ganz andere Gefühle: Es ist eine spezielle Strecke und ein besonderer Grand Prix. Natürlich fühlt es sich ein bisschen wie ein Heimspiel für mich an, weil wir Frankreich so nahe sind. Ich freue mich sehr darüber, vor den Fans zu fahren, von denen hoffentlich viele blau-weiß-rote Fahnen schwenken werden." "Monaco ist eine besondere Strecke. Es war eine gute Erfahrung, hier 2009 in der GP2 zu siegen. Im vergangenen Jahr zeigte ich hier ein starkes Rennen. Ich begann als 26. und wurde Vierter. Ich hatte hier aber auch schon ein paar Unfälle. Schauen wir einmal, wie es sich in einem Formel-1-Auto darstellt. Viel besser, nehme ich an. Wir alle freuen uns sehr darauf, hier zu fahren." Frage: "Es gab Strecken, auf denen du vielleicht ein bisschen besser warst als auf anderen. Ist Monte Carlo ein Kurs, von dem du glaubst, dass er gut für dich sein könnte?" Grosjean: "Ich mag die Strecke. Schauen wir einmal, was wir hier erreichen können. Du musst aber wissen: Monaco ist ein bisschen anders. Normal ist es so: Wenn du in einer schnellen Kurve gut bist, weißt du, dass du mehr oder weniger auch in allen anderen schnellen Kurven gut sein wirst. Hier ist es aber holprig, weil es normale Straßen sind." Lewis Hamilton ist seit kurzer Zeit ein Einwohner des Fürstentums von Monaco Zoom © xpbimages.com "Die Strecke verbessert sich zudem extrem im Verlauf des Wochenendes. Es gibt vieles zu lernen und während der Veranstaltung geht alles ganz schnell. Es dürfte also interessant werden. Wir versuchen einfach, das Auto bestmöglich abzustimmen und ein weiteres gutes Ergebnis für mich und das Team zu erzielen. Wir wollen gute Punkte holen - und warum nicht auch mehr?" Frage: "In Frankreich wird die sicherlich große Unterstützung zuteil. 2012 hat dein Heimatland vermutlich die beste Chance seit Langem, dieses Rennen zu gewinnen ..." Grosjean: "(lacht; Anm. d. Red.) Der letzte französische Sieger bei diesem Rennen war Olivier Panis 1996. Es wäre schön, am Sonntag die Marseillaise zu hören, doch erst einmal müssen wir arbeiten und schauen, was drin ist. Es ist aber sicherlich immer gut, viele Fans und eine gute Unterstützung zu haben. Das macht es zu etwas Besonderem, wenn du auf der Strecke unterwegs bist und die Fahrerparade bestreitest." Frage: "Pastor, was hast du nach Barcelona gemacht? Was ist passiert, wie waren die Reaktionen in Venezuele und warst du bereits wieder in deiner Heimat? Hast du Williams einen Besuch abgestattet? Berichte uns ..."
Pastor Maldonado: "Ja, ich war in der Williams-Fabrik, habe mir den Ingenieuren und mit dem Team gearbeitet. Ich habe einige sehr gute Tage in der Fabrik verbracht. Es war etwas Besonderes, denn sie hatten schließlich acht Jahre lang kein Rennen gewonnen." "Man kann sich sicher vorstellen, wie es für sie war, diesen Sieg einzufahren. Es ist natürlich ein klasse Gefühl, Rennen zu gewinnen. Das Team macht so viel Druck - und das gilt auch für mich. Wir haben ein gutes Gefühl und freuen uns auf die nächsten Rennen." Frage: "Auf dieser Strecke hast du schon einige gute Ergebnisse eingefahren. Denkst du, du bist ein Monaco-Spezialist?" Maldonado: "Ich war hier schon immer schnell. Vor allem in der GP2, aber auch in der Renault-World-Series. Im vergangenen Jahr leistete ich gute Arbeit, denn ich lag an sechster Stelle. Es ist aber immer schwierig. Auf einer solchen Strecke weißt du nie, wie es mit dem Verkehr und all diesen Dingen läuft." "Der Kurs verändert sich im Verlauf des Wochenendes dramatisch. Wir müssen das genau im Auge behalten und zusehen, eine gute Balance ins Auto zu bekommen. Dann gilt es auch, zur richtigen Zeit auf der Strecke zu sein. Schauen wir einmal. Ich werde wieder mein Bestes geben. Ich glaube, es sollte möglich sein, auch hier konkurrenzfähig zu sein. Wir werden sehen."
Frage: "Fühlst du dich ein bisschen erleichtert, nachdem du deinen ersten Grand Prix gewonnen hast?" Vor zwei Wochen fuhr Pastor Maldonado in Barcelona seinen ersten Sieg ein Zoom © xpbimages.com Maldonado: "Es ist etwa ganz Besonderes, zu gewinnen - vor allem beim ersten Mal. Jetzt wird es aber ohne Zweifel eine schwierige Nummer. Die Abstände sind gering und das Niveau der Teams ist ähnlich. Da können Kleinigkeiten den Unterschied machen. Wir müssen alles auf die Reihe kriegen, um einen Fortschritt zu erzielen. Ich muss sagen: Williams leistet im Augenblick wirklich tolle Arbeit." "Ich spüre regelrecht, wie sehr die Angestellten motiviert sind. Sie machen so viel Druck - auch ich. Wir haben eine gute Stimmung im Team. Wir müssen uns aber trotz allem weiter steigern. Noch sind wir nicht bei einhundert Prozent. Wir sind nicht das beste Team. Davon sind wir vielleicht nicht weit entfernt, doch wir müssen uns trotzdem jedes Mal aufs Neue steigern." Frage: "Charles, du hast in Monaco bereits in der GP2 und auch in der Renault-World-Series gewonnen. Kannst du dir vorstellen, wie es in einem Formel-1-Auto sein wird? Ist es ein großer Unterschied? Was denkst du?" Charles Pic: "Es wird sicher sehr interessant, denke ich. Die Strecke verändert sich aber nicht. Es wird meine erste Formel-1-Erfahrung auf diesem Kurs sein. Monte Carlo ist eine sehr nette Bahn. Sie ist ein bisschen besonders, denn Fahrfehler sind hier nicht drin. Es könnte also ein richtig interessantes Wochenende werden - vor allem für uns. Wir sind gespannt auf unser Tempo auf einer solchen Strecke. Der Kurs unterscheidet sich ja sehr von anderen Strecken. Ja, schauen wir einmal." Frage: "Dein Saisonstart war alles andere als einfach: Du hattest vor Saisonbeginn kaum Gelegenheit, um zu testen. Wie, glaubst du, lief es im ersten Viertel der Meisterschaft für dich und das Team?" Pic: "Gut. Ich denke, unser Hauptziel ist, das Auto von Rennen zu Rennen zu verbessern. Das ist, was wir tun. Wir müssen aber weiterhin sehr hart arbeiten und weiterhin Druck machen, um zu versuchen, das Fahrzeug zu optimieren. Ich selbst habe noch viele Dinge zu lernen. Die ersten Rennen waren nicht einfach für mich, wo ich doch kaum getestet hatte. Ich machte aber das Beste daraus und fühlte mich von Rennen zu Rennen besser vorbereitet. So müssen wir weitermachen." Frage: "Mark, du hast hier in Monte Carlo dein erstes Formel-1-Podest erzielt. Daran erinnert man sich bestimmt immer. Ist es aus deiner Sicht eine besondere Strecke?" Mark Webber: "Ja, das war sie schon immer. Ich habe hier schon in der Formel 3000 gewonnen, hatte ein paar Podestplätze und 2010 einen schönen Sieg. Es ist ein erstaunlicher Rennplatz, ein klasse Wochenende. Für die Mechaniker ist es ziemlich stressig. Das gilt für alle Teams, die Medien und alle weiteren Beteiligten." "Es ist schon erstaunlich, wie es uns noch immer gelingt, einen Event in dieser Enge des Fürstentums abzuhalten. Es ist eine prima sportliche Veranstaltung und bei jedem von uns steht sie sehr hoch im Kurs. Und ja, ich freue mich darauf, das Auto hier zu fahren. Es ist immer toll, hier zu fahren. Am Donnerstag ist es endlich so weit." Frage: "Eine solche Saison haben wir bisher noch nicht erlebt. Ich denke, das ist für alle von euch etwas Neues. Es scheint einfach keine Konstanz zu geben. Es ist ein Auf und Ab. Ist das gut oder schlecht? Was denkst du darüber?" Webber: "Es kommt ganz darauf an, wer du bist. Wenn wir von einem Puristen reden, dann wird er sicherlich ein bisschen Zeit brauchen, um sich daran zu gewöhnen. Im Hinblick auf die Ergebnisse der Teams hat noch niemand wirklich den Durchblick. Es gibt aber einige Leute, die den Sport verfolgen, die es so lieben, wie es ist." "Es hängt davon ab, wen du fragst. Wenn es dir darum geht, möglichst viele konkurrenzfähige Teams zu haben, dann bist du derzeit vollkommen richtig. Ich denke nicht, dass das so schlecht ist, aber warten wir ab. Ich denke, unterm Strich werden die großen Teams auch am Ende des Jahres noch gut abschneiden." Frage: "Michael, du erhältst hier eine Strafversetzung um fünf Positionen. Andererseits musstest du in Monaco auch schon von ganz hinten starten. Das war 2006. Vor zwei Wochen hast du gesehen, was Lewis aus einer solchen Ausgangslage machte. Mit welchen Gefühlen gehst du in das anstehende Rennen?" Michael Schumacher scheint die Freude am Fahren nicht verloren zu haben ... Zoom © xpbimages.com Michael Schumacher: "Nun, im Prinzip gehe ich davon aus, dass wir uns hier in einer konkurrenzfähigen Position befinden sollten. Das Profil dieser Strecke sollte uns liegen. Und es stimmt: Ich kam hier schon von ganz hinten und wurde Fünfter, wenn ich mich nicht irre. Schauen wir einmal, wo ich mich letztlich qualifiziere, von wo ich dann losfahren werde und was damit zu machen ist. Es ist sicherlich nicht ideal, aber so ist es nun einmal. Ich freue mich darauf. Mir steht wahrscheinlich eine sehr aufregende Geschichte ins Haus." Frage: "Deine Bilanz auf dieser Strecke - wie auch auf den meisten aktuellen Kursen - ist beeindruckend. Du hast hier in der jüngeren Geschichte öfter gewonnen als irgendjemand sonst. Wie gelingt es dir, hier die ultimative Leistung abzurufen?" Schumacher: "Naja, Monaco ist sicherlich etwas Besonderes. Es geht um dich und dein Auto - alles muss bis ins Detail zueinander passen. Das gilt auf jeder Strecke, doch hier umso mehr. Du brauchst den Rhythmus, den Flow, das Momentum ... Wenn du all das hast, macht sich das bei der Rundenzeit viel stärker bemerkbar als auf anderen Strecken, weil hier alles so entscheidend und schwierig ist." Frage: "Ich wollte gerade fragen: Ist Monte Carlo noch immer ein Kurs, auf dem der Fahrer den Unterschied ausmachen kann? Mehr als auf jeder anderen aktuellen Strecke?" Schumacher: "Unterm Strich: Ja, das ist der Fall, absolut." Frage: "Du bist also gespannt darauf, das am Sonntag zu tun?" Schumacher: "Definitiv." Frage: "Lewis, vor zwei Wochen hast du eine klasse Fahrt hingelegt. Hat es dir Spaß gemacht? Du meintest vorher, es könnte eine unterhaltsame Nummer werden ..." Lewis Hamilton: "Hallo erstmal. Ja, absolut. Ich war sehr, sehr zufrieden mit der Leistung des Teams, aber auch mit meiner eigenen Leistung. Ich hatte es darauf abgesehen, mich zu verbessern. Mein Gefühl sagte mir, dass es im Vergleich zum Grand-Prix-Wochenende davor definitiv eine Steigerung war." Frage: "Du hast bisher bei jedem Rennen dieser Saison gepunktet und liegst derzeit acht Zähler hinter der Spitze. Du bist also konstant in den Punkten unterwegs. Ist es aus deiner Sicht eine konstante Saison?" Hamilton: "Für uns?" Frage: "Generell aus der Perspektive der Fahrer ..." Hamilton: "Ich weiß nicht, ob es eine nicht konstante Saison ist ... Nun, möglicherweise ja, ein bisschen - aufgrund der Reifen. Manchmal bekommst du die Pneus in das Arbeitsfenster, manchmal gelingt dir das einfach nicht. Ich denke, viele Teams kämpfen damit, zu verstehen, weshalb es hin und wieder klappt, hin und wieder aber nicht." "Das ist die Herausforderung, der wir uns gegenüber sehen. Ich glaube allerdings, dass es den Leuten Spaß macht. Mir fällt auf: Die Leute fragen danach, wir es sein kann, dass es fünf unterschiedlicher Sieger gab. Die Fans, die ich getroffen habe, meinen, es sei bisher eine fantastische Saison. Ich hoffe, das setzt sich so fort." Frage: "Ist es ein bisschen enttäuschend für dich, auf der Pole-Position gestanden zu haben und der Schnellste gewesen zu sein, aber noch immer keinen Saisonsieg eingefahren zu haben?" Hamilton: "Ich bin deshalb nicht frustriert, nein. So ist das manchmal im Rennsport. Natürlich: Wenn man sich die Qualifikationsergebnisse der ersten fünf Rennen ansieht, hätten wir natürlich gern ein bisschen weiter vorn die Zielflagge gesehen." Romain Grosjean und Lotus könnten in Monaco zu den Favoriten zählen Zoom © xpbimages.com "Wir müssen uns ganz klar steigern, um dafür zu sorgen, dass wir bleiben, wo wir sind oder sogar noch weiter nach vorn gelangen. Ja, wir hatten gute Startplätze und kamen etwas dahinter an. In gewisser Weise haben wir in den Rennen also leichte Rückschritte gemacht. Wir arbeiten aber hart daran, dass sich dieser Trend nicht fortsetzt." Frage: "Pastor, wie schwierig war es, mit der Feuersituation in Barcelona umzugehen? Wie knifflig war es für das Team, alles für diesen Grand Prix vorzubereiten?" Maldonado: "Nach dem Feuer haben wir hart gearbeitet, um alles neu aufzubauen. Die Jungs leisteten klasse Arbeit, denn wir sind bereit, um das Rennen zu fahren - mit allem, was wir brauchen, um das Maximum zu erzielen. Ich muss betonen, dass die Jungs komplette Tage dafür aufgewendet haben, um alles vorzubereiten. Sie haben einen guten Job gemacht." Frage: "Eine Frage an alle Fahrer: Glaubt ihr wirklich, dass es am Sonntag insgesamt sechs Saisonsieger geben wird? Und an alle außer Pastor: Denkt ihr, ihr werdet der sechste Sieger des Jahres sein?" Webber: "Ja. Ich glaube, es könnte einen sechsten Sieger geben. Natürlich. Warum auch nicht? Und es wäre schön, wenn ich es wäre, klar. Ich bin überzeugt davon, dass jeder von uns dergleichen sagen würde." Frage: "Wie schätzt ihr - alle außer Pastor - eure Siegchancen ein? Ist ein erster Platz realistisch oder nicht?" Schumacher: "Ich bin ziemlich sicher, dass um uns herum einige sind, die bisher nicht gewonnen haben, die in diesem Rennen aber die Möglichkeit haben, zu gewinnen. Ich denke, jeder von uns hier wäre glücklich darüber, dieser Sieger zu sein." Hamilton: "Ich stimme Michael zu. Wie er schon sagte: Es gibt einige Fahrer, die das Potenzial haben, um zu siegen, doch zwischen einigen Teams geht es wirklich sehr eng zu. Ich denke, es ist völlig offen. Schauen wir einmal. Besonders bei diesem Rennen kann der Fahrer einen großen Unterschied ausmachen. Ein Auto, das auf Kursen wie Barcelona nicht so prächtig funktioniert, könnte in Monte Carlo ein bisschen besser laufen, also ..." Frage: "Romain, wie schätzt du deine Chancen ein, der sechste Siegfahrer des Jahres zu werden?" Grosjean: "Im Augenblick ist das schwierig zu sagen, da wir noch nicht auf der Strecke waren. Ich wünsche mir aber, der sechste Saisonsieger zu werden." Frage: "Charles?" Pic: "Ich stimme zu: Es ist in diesem Jahr noch enger, doch wir befinden uns nicht in einer Position, um darum zu kämpfen. Wir konzentrieren uns vielmehr darauf, Schritt für Schritt eine Steigerung an den Tag zu legen. Für den Moment ist das alles." Frage: "Pastor, du hast erwähnt, wie sehr sich Williams ins Zeug gelegt hat, um das Boxenfeuer zu kompensieren. Viele Teams kamen Williams bei der Ausrüstung, der Infrastruktur und dergleichen zu Hilfe. Wie groß werden aber die Auswirkungen auf das Team an diesem Wochenende sein, wenn man den Verlust der Ausrüstung bedenkt?" Marussia-Fahrer Charles Pic ist einer von mehreren Monaco-Debütanten Zoom © xpbimages.com Maldonado: "Ja, das war ganz sicher ein frustrierender Moment für uns alle. Wir waren ja schließlich in diesem Augenblick in der Garage und sahen alles. Ich persönlich erschreckte mich sehr, denn wir waren alle zusammen und sprachen gerade mit Frank. Und ja, ich muss mich bei allen Teams bedanken, die uns geholfen haben - vor allem beim Löschen des Brandes." "Wie ich schon sagte: Das Team hat unermüdlich gearbeitet, um alles auf dieses Rennen hier vorzubereiten. Wir hatten nicht viel Zeit, sondern nur eine Woche oder eineinhalb, um alles herzurichten. Es war wenig Zeit. Ich möchte mich wirklich bei allen Teams bedanken, die uns geholfen haben, indem sie uns sogar Extradinge für dieses Rennen angeboten haben." Frage: "Lewis, du bist offenbar kürzlich nach Monaco gezogen. Wie anders ist es, zuhause zu fahren - oder nahe deiner Heimat? Vielleicht kann auch Michael etwas dazu sagen, denn auch er hat einmal hier gewohnt, und Pastor ebenfalls ..." Hamilton: "Mir gefällt es hier sehr. Es ist ein fantastisches Gefühl, in deinem eigenen Bett aufzuwachen und einfach nur die Straße hinunterzufahren, um bei der Arbeit anzukommen. Das erlebe ich heute zum ersten Mal, doch ich bin mir sicher: Es wird einen großen Unterschied ausmachen. Ich habe auch mein früheres Zuhause geliebt, doch das hier ist ein ganz anderer Ort. Ich mag ihn noch ein bisschen mehr, scheint mir." Schumacher: "Im Prinzip fühlst du dich hier - wie Lewis schon sagte - nicht nur zuhause, sondern du bekommst auch hautnah mit, wie die ganze Rennstrecke hier entsteht. Du wohnst hier und läufst durch die Straßen, wenn der Kurs aufgebaut wird, wenn die ganze Geschichte auch in deinem Kopf an Fahrt gewinnt. Und ganz zum Schluss kommt erst die Aufregung ins Spiel, dass du darauf fahren darfst. All dies macht es natürlich umso spezieller." Maldonado: "Ich stimme Michael und Lewis zu. Es ist natürlich richtig toll, hier zu leben und auch noch Rennen zu fahren. Ich kann noch dazu ein bisschen länger schlafen. Auch das ist gut." Frage: "Michael, in einer deutschen Zeitung wird Ross Brawn heute mit den Worten zitiert, dass dich das Team in Schwierigkeiten gebracht hätte. Ich weiß nicht, ob ich das korrekt übersetzt habe. Ich glaube, es soll heißen, dass sie dir beim Auto nicht so sehr entgegen gekommen sind, dass sie dir kein Auto hingestellt haben, das gut genug gewesen wäre. Stimmst du ihm zu? Ist da etwas dran oder nicht?" Schumacher: "Nein. Ich stimme dem nicht zu, was du da vielleicht übersetzt hast. Ich denke nämlich, wir haben ein ziemlich gutes Auto. Ganz ehrlich. Denn wenn man bedenkt, wo wir im vergangenen Jahr standen, dann ist uns ein riesiger Fortschritt gelungen. Wir haben unter Beweis gestellt, dass wir Rennen gewinnen können. Ja, es stimmt: Ich hatte das Pech ein bisschen auf meiner Seite." "Du musst aber auch sehen: Wir sind ein Team, eine große Familie. Wir gewinnen gemeinsam und wir verlieren gemeinsam. Das ist ein Teil des Spiels. Wahrscheinlich wollte er darüber reden. Doch nein, ich fühle mich ganz und gar nicht enttäuscht. Wenn, dann ist es genau umgekehrt: Ich bin noch mehr motiviert, weil wir so viele Fortschritte machen. Ich sehe die künftigen Fortschritte - und darauf konzentriere ich mich noch viel mehr." Frage: "Du warst in der vergangenen Woche in Le Mans und warst Zeuge davon, wie Casey Stoner seinen Rücktritt bekannt gab. Er meinte, nicht zufrieden mit den Regeln in der MotoGP und im Motorrad-Sport allgemein zu sein - und auch mit der Art und Weise, wie sich der Sport entwickelt hat. Kannst du sagen, wie du über diese Entscheidung denkst? Vielleicht ziehst du auch eine Parallele zu deinen Empfindungen, wie sich die Formel 1 entwickelt - in einer Situation, die du selbst nicht besonders magst ..." Schumacher: "Den ersten Teil kann ich ganz bestimmt beantworten. Was ist mein Gefühl? Nun, ich habe vermutlich das Gleiche gefühlt wie diejenigen, die ein bisschen mit der Materie vertraut sind - sie waren überrascht. Mir erging es nicht anders. Du musst es aber respektieren." "Ich kenne seine Gründe oder seine genauen Gründe nicht, doch er ist jung genug, um ein Sabbatical einzulegen, statt komplett aufzuhören. Es gibt sicherlich keine Parallele zu mir. Jeder ist doch sehr einzigartig darin, warum und weshalb er sich zu seinem Rücktritt entscheidet. Ich hatte vor drei Jahren das Gefühl, dass ich müde war. Das ist alles. Mit anderen Gründen hatte das rein gar nichts zu tun." In der Pressekonferenz von Monte Carlo wirkte Mark Webber sehr konzentriert Zoom © xpbimages.com Frage: "Lewis und Mark, Michael hat schon darüber gesprochen. Mark, du meintest, die Öffentlichkeit habe die ersten fünf Saisonrennen genossen. Lewis, du sagtest, dass im Hinblick auf die Regeln und die Reifensituation alle im selben Boot sitzen würden. Macht es euch abgesehen davon Spaß, unter diesen Regeln zu fahren? Könnt ihr einhundert Prozent aus dem Auto herausholen und euer Talent zu einhundert Prozent unter Beweis stellen?" Webber: "So, wie die Rennen in den vergangenen Jahren vonstatten gingen, war es in den Jahren davor nicht. Als wir noch Boxenstopps mit Nachtanken hatten, waren die Rennen unheimlich aggressiv. Es war im Prinzip ein Qualifying, das über die komplette Renndistanz ging. Du musstet viel Druck machen, um die beste Strategie durchzubringen." "Es galt, die Rundenzeiten mit dem jeweiligen Autogewicht genau zu treffen - mit dem Sprit, der eben gerade im Tank war. Es kam darauf an, ob du auf zwei Stopps oder auf drei Stopps oder was auch immer unterwegs warst. Dann wurde das Nachtanken aber verboten. Dadurch veränderte sich das Gesicht des Rennens schon ein bisschen." "Wenn man so will, wurde damit der Ausdauer-Aspekt ein bisschen an Bord geholt. Das betraf wahrscheinlich auch den Fahrstil und die persönliche Ausrichtung des Piloten im Rennen. Dann kam der Wechsel auf Pirelli. Dabei handelte es sich wahrscheinlich um die größte Umstellung bei der Fahrtechnik und dem Fahrstil, an den ich mich erinnern kann. Und ich habe in meiner Karriere ja schon einige Grands Prix bestritten." "Es gibt ein paar Rennen, die ich gewonnen habe - und die Mehrzahl davon auf Pirelli. Doch selbst wenn die Sieger siegen, fahren sie nicht bei einhundert Prozent, denn so ist es nun einmal - es geht nicht. Du musst das Auto ins Ziel bringen und dabei die besten Rundenzeiten fahren, die du über die Dauer des Rennens aufrecht erhalten kannst." "So ist es im Augenblick. Ich mag es noch immer, ein Formel-1-Auto zu fahren. Ich liebe es weiterhin, mit den Ingenieuren zu arbeiten und auf den tollsten Strecken gegen große Gegner zu fahren. All das liebe ich, doch wir müssen uns immer verändern. Wir müssen uns stets weiterentwickeln, weil sich auch die technische Seite des Sports verändert. Es wird immer angenehmere Wege geben, um ..." "Ich persönlich habe die Sprintrennen und das Nachtanken gemocht. Wahrscheinlich ging das allen Fahrern so. Die Rennen waren aber nicht so aufregend. Es war mehr Präzisionsarbeit. Du musstest präzise sein und mehr am Limit. Es ging darum, für die kompletten zwei Stunden ein Gefühl für das Auto zu haben. So ist es aber jetzt nicht mehr. Wir haben es mit anderen Herausforderungen zu tun und diesen müssen wir uns stellen." Hamilton: "Ich weiß gar nicht, was ich da noch sagen soll, wirklich. Mark hat alles gesagt. Ich mag das Rennfahren, wie es jetzt ist. Ich habe es in jedem Jahr gemacht. Jedes Jahr ist aber auch eine neue Herausforderung. Deshalb gibt es Regeln, um uns eine neue Herausforderung zu bescheren." "Es ist ein bisschen anders, wenn du im Rennen nicht zu einhundert Prozent Druck ausübst. Es gibt Augenblicke im Rennen, an denen du wirklich für geraume Zeit richtig Gas geben kannst, doch das hält nicht lange an. Es geht mehr um Ausdauer, wie Mark schon sagte. Du musst deine Reifen am Leben halten." So sah die Williams-Box nach dem Brand in Barcelona aus: Vieles ging kaputt Zoom © xpbimages.com "Es ist trotzdem noch immer eine anspruchsvolle Aufgabe, über einen langen Zeitraum das Beste aus deinen Reifen herauszuholen. Dazu braucht es Talent, Technik und Raffinesse. Wir alle - ich spreche da für mich - versuchen, da den Feinschliff hinzukriegen. Es ist auf jeden Fall trotz allem noch immer die Formel 1. Es macht Spaß und es gibt mehr Überholmanöver. Das wollen die Leute sehen." Frage: "Zwei Fragen an Pastor: Wie fühlt sich dein neues Leben als Grand-Prix-Sieger an? Hat sich in den vergangenen zwei Wochen etwas verändert? Ziehst du nun mehr Aufmerksamkeit auf dich? Zweite Frage: Du hast hier in Monaco schon in der GP2 gewonnen. Ist dir dieser Kurs wir auf den Leib geschneidert? Träumst du davon, diesen Sieg nun in der Formel 1 zu wiederholen?" Maldonado: "Okay. Was den Sieg angeht: Er verändert überhaupt nichts. Ich denke, wir müssen einfach so weiterarbeiten und auch künftig Druck machen. Wie ich schon sagte: Wir befinden uns im Vergleich zu den anderen Teams nicht in der besten Position. Wir müssen uns weiter steigern. Vor uns liegt eine Menge Arbeit." "Das Auto wird jedes Mal noch konkurrenzfähiger. Mir ergeht es nicht anders. Wir haben ein gutes Gefühl. Die Atmosphäre im Team wird besser und besser - vor allem natürlich nach dem Sieg. Damit müssen wir nun fortfahren und weiter Gas gaben. Und ja, Monaco ist etwas Besonderes für mich. Es ist meine Lieblingsstrecke. Ich war hier schon immer schnell." "Ich werde sicherlich mein Bestes geben, um auch an diesem Wochenende das Maximum zu erzielen. Wir werden konkurrenzfähig sein. Davon bin ich überzeugt, aber schauen wir einmal. Es ist eine klassische Strecke. Du musst alles auf die Reihe kriegen, um einen Unterschied zu machen. Gemeinsam mit dem Team werde ich versuchen, das Beste zu tun. Dann werden wir sehen." Frage: "Michael, dein Saisonstart war nicht so berauschend. Schaust du bereits nach vorn? Hast du schon entschieden, ob du auch 2013 fahren wirst? Denkst du darüber nach, ob du trotz deiner sieben Titel noch die Motivation und auch die Energie hast? Siehst du dich weiterhin bei Mercedes oder ist es einfach nur eine Frage, ob du 2013 weiterfahren willst oder nicht?" Motorrad-Fahrer Casey Stoner macht Schluss: Die Karriere endet schon 2012 Zoom © Repsol Schumacher: "Nein, die Entscheidung hat sich eigentlich nicht verändert. Bisher hatten wir uns nicht darauf konzentriert, was 2013 oder in der Zukunft passiert. Es geht mehr darum, was derzeit passiert. Das Team und ich werden uns zusammensetzen. Noch gibt es aber leider keine Neuigkeiten für euch. Ich möchte auch nicht zu tief in diese Diskussion einsteigen - abgesehen von dem, was ich gerade gesagt habe. Belassen wir es dabei." Frage: "Lewis, du meintest vorhin, hier in Monaco würdest du dich wohler fühlen als in der Schweiz. Kannst du uns Gründe dafür nennen? Was ist der Unterschied zwischen diesen beiden Orten? Zweite Frage: Du wachst in deinem eigenen Bett auf und fühlst dich generell wohler hier. Macht das einen Unterschied, wenn du in dieses Wochenende gehst? Wird das deiner Leistung an Schwung verleihen?" Hamilton: "Als ich in der Schweiz lebte, war das eines der schönsten Länder, die ich je besucht hatte. Das Wetter war ein bisschen wie in Großbritannien, doch es war meist viel schöner. Ich wohnte etwas weit weg von der Stadt und es war dort ziemlich ruhig. Es dauerte eine Ewigkeit, um bis zu einem Restaurant zu gelangen. Ich konnte nicht einfach nur hinlaufen oder hinfahren." "Hier scheint die Sonne jeden Tag, was einen Unterschied ausmacht. Wenige Minuten von meinem Zuhause gibt es einige tolle Restaurants. In der Nähe ist auch ein Fitnessklub, außerdem gibt es dort ein Schwimmbad. Vorher habe ich eine halbe Stunde mit dem Auto gebraucht, um zum Fitnesscenter zu gelangen. Das hat nicht so viel Spaß gemacht." "Ich bin noch immer ein Twen. Ich habe das Gefühl, das muss ich weiterhin genießen. Seit ich hier bin, bin ich viel glücklicher. Ich laufe jeden Tag auf der Strecke und laufe sie fast komplett ab. Es ist schon unglaublich, jeden Tag auf seiner Lieblingsstrecke herumlaufen zu können. Ich laufe durch den Tunnel und kann kaum glauben, dass ich hier bin. Du musst dich jeden Tag aufs Neue kneifen." "Du denkst: 'Wow, ich laufe durch den Tunnel, durch den solche Legenden wie Michael und Ayrton (Senna; Anm. d. Red.) gefahren sind. Jetzt bin ich einer dieser Rennfahrer und wohne noch dazu hier.' Das ist schon klasse - und spektakulär. Was das Rennwochenende betrifft: Ich weiß nicht, ob das einen Unterschied machen wird. Es wird mein Wochenende aber sicher nicht schädigen, wenn ich eine Umgebung habe, in der ich mich wohlfühle. Das zählt doch sicher auch etwas."
Das Sauber-Trio 2012: Kamui Kobayashi, Sergio Perez und Esteban Gutierrez Zoom © xpb.cc
Mit dem Japaner Kamui Kobayashi und insbesondere dem seit Platz zwei in Malaysia hoch gehandelten Mexikaner Sergio Perez hat das Sauber-Team zwei Fahrer, mit denen man durchaus auch für 2013 planen könnte. Laut "Radio Fahrerlager" hat aber keiner der beiden einen Vertrag über die Saison 2012 hinaus. Wer nächstes Jahr in den Sauber-Boliden sitzen wird, dürfte auch noch länger nicht feststehen: "Wir sind nicht in Eile", winkt Neo-Anteilseignerin Monisha Kaltenborn ab. Auch Teamchef Peter Sauber will sich erst irgendwann "vor Weihnachten" mit dieser Frage beschäftigen - und ergänzt: "Das ist eine ernste Antwort. Es gibt Jahre, da ist es wichtig, dass man das möglichst schnell macht, und in anderen Jahren ist es besser, man legt es etwas nach hinten." Eine der Fragen ist, wen Ferrari als Nachfolger für Felipe Massa verpflichten wird. Dass Massa spätestens am Saisonende gehen muss, gilt als beschlossene Sache, aber neben Perez gibt es weitere Kandidaten, allen voran Paul di Resta und Adrian Sutil. Bei Sauber könnte theoretisch mit Esteban Gutierrez ein weiterer Mexikaner intern nachrücken, aber: "Ich glaube nicht, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um über Fahrer zu sprechen", sagt Sauber, auf den Testfahrer angesprochen. Kaltenborn ergänzt: "Wir hatten schon vor unserer Partnerschaft mit Telmex Kontakt zu ihm und holten ihn unter BMW als 'angehörigen Fahrer' an Bord, wenn ich mich richtig an die Bezeichnung erinnere. Diese Verbindung hielten wir aufrecht, als BMW ging. Das Team ist von seinem Talent überzeugt, aber jetzt muss er sich auf die Serie konzentrieren, in der er gerade fährt, und dann werden wir sehen, was in Zukunft passiert."
Böse Erinnerungen will Perez an der Cote d'Azur über Bord werfen Zoom © xpbimages.com
Sergio Perez scheint starke Nerven zu haben: Nach seinem Highspeed-Crash im vergangenen Jahr kommt er zurück nach Monaco - und denkt nicht an den Einschlag in der Hafenschikane, sondern an den ersten Grand-Prix-Erfolg in der Formel 1. "Ich zähle uns zu den Sieganwärtern. Schon in den vergangenen Rennen haben wir um die ersten Plätze gekämpft", kündigt der Mexikaner im Gespräch mit 'Auto Motor und Sport' an. Seinen Optimismus erklärt Perez so: "Nach unserem zweiten Platz in Malaysia muss der nächste Schritt der Sieg sein. Ich weiß nicht, ob wir das schaffen werden. Aber die Möglichkeiten sind da", meint "Checo", der schon 2011 Ambitionen hatte. "Im vergangenen Jahr war ich in einer sehr guten Position. Das hätte ein sehr gutes Wochenende werden können", blickt der 22-Jährige zurück. Gänzlich abgehakt ist der Unfall für ihn aber nicht. "Es ist unglaublich für mich, nach so einem Unfall wieder hier zu sein", erklärt er, ohne dabei negative Gedanken zu haben. Er will Monaco den Status "Lieblingsstrecke" nicht aberkennen. "Ich freue mich schon richtig, wieder fahren zu können", blickt Perez voraus. Und so kann er mit den Gefahren im Fürstentum leben. "Es ist sicher kein gutes Gefühl, wenn man so nah an den Mauern entlangfährt. Aber man kennt das Risiko. Deshalb ist es ja auch so ein besonderer Kurs", meint Perez. Da ist es vielleicht besser, dass er sich nicht an alles erinnert, was 2011 geschah: "Danach weiß ich erst wieder, wie ich mich auf dem Weg zum Krankenhaus befand. Ich war einige Minuten bewusstlos." Es bleibt ein letzter Rest Ungewissheit über die Rückkehr in den Leitplanken-Dschungel: "Ich kann noch nicht sagen, wie es sein wird, wenn ich das erste Mal aus dem Tunnel komme. Aber ich glaube, dass ich wieder komplett frei im Kopf bin", hofft Perez. Er könnte es Robert Kubica gleichtun, der nach seinem schweren Unfall in Montreal nur zwölf Monate später am gleichen Ort seinen ersten Formel-1-Sieg feierte.
Quelle: motorsport-total.com
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Kobayashi kein Monaco-Fan: "Es geht nur um Glück"
23.05.2012 - 19:19
Fernando Alonso war im ersten Training deutlich schneller als alle anderen Zoom © xpbimages.com
Für den Rest des Wochenendes ist der Wetterbericht instabil, aber während des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco präsentierte sich die Cote d'Azur von ihrer schönsten Seite. Zwar ist es nach rund acht Minuten unmöglich, Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis zu ziehen, aber die erste Bestzeit des Donnerstags sicherte sich Fernando Alonso in 1:16.265 Minuten. Der Ferrari-Pilot verpasste damit seine Donnerstags-Bestzeit aus dem Vorjahr (1:15.123 Minuten), distanzierte aber Romain Grosjean (Lotus) um 0,365 und Sergio Perez (Sauber) um 0,446 Sekunden. Perez war zu Beginn der Session der Erste, der einen kompletten Run absolvierte - möglicherweise auch, um sein Unfalltrauma des Vorjahres gleich zu Beginn des Wochenendes abzuschütteln. Das dürfte ihm gelungen sein. Kovalainens Renault-Motor geplatztEine Zeitenjagd am Ende blieb übrigens aus, weil die Session knapp zehn Minuten vor Schluss unterbrochen werden musste. Heikki Kovalainen (18./Caterham/+2,774) vernebelte erst den kompletten Tunnel, ehe der Motor vor der Hafenschikane komplett kaputt ging und blockierte, sodass der Finne an einer gefährlichen Stelle stehen bleiben musste. "Der Motor ist weg", funkte Kovalainen, ehe sein Caterham von neun Streckenposten weggeschoben wurde. Sergio Perez scheint den Schock des Vorjahres schon gut verdaut zu haben © xpbimages.com "Wir wissen nicht genau, was passiert ist", erklärt ein Caterham-Sprecher. "Als Heikki aus dem Tunnel herauskam, spürte er, wie die Hinterachse blockierte. Deshalb stellte er das Auto ab. Das Fahrzeug wurde nicht beschädigt, doch es gab reichlich Rauch. Für den Nachmittag dürfte ein Motorwechsel anstehen. Wenn der bisherige Motor dann wieder in der Renault-Fabrik ist und dort untersucht wird, dürfte sich die genaue Ursache feststellen lassen." "Das ist eine Stelle, an der man nicht stehen bleiben sollte, aber wo soll man hin, wenn der Motor blockiert?", meint Experte Marc Surer. Zum Glück ging die Situation glimpflich aus und alle nachfolgenden Autos konnten trotz der schlechten Sicht ausweichen. Aufgrund der von Kovalainen gelegten Ölspur im Tunnel wurde die Session nicht mehr neu gestartet - sehr zum Leidwesen von Sebastian Vettel (9./Red Bull/+0,957), der noch etwas ausprobieren wollte. Training: Jede Runde zählt"In Monaco", weiß der ehemalige Formel-1-Pilot Surer, "zählt jede Runde. Es ist eine Fahrerstrecke. Natürlich muss das Auto passen, aber der Einfluss des Fahrers ist hier größer als auf jeder anderen Strecke." Hofft auch der drittplatzierte Perez und meint selbstbewusst: "Wir sind hier ziemlich konkurrenzfähig. Es wird also unser Ziel sein, um das Podium zu kämpfen." Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari macht ihm Mut: "Sauber scheint einen Schritt gemacht zu haben." Ex-Weltmeister Mika Häkkinen hat eher seinen Landsmann Kimi Räikkönen auf der Rechnung: "Der Lotus scheint hier wirklich gut zu gehen." Aber während Grosjean im Drift-Fahrstil von Anfang an ganz vorne mitfuhr, hatte Räikkönen die Lotus-Box schon verlassen, als Kovalainens Renault-Motor noch gar nicht geplatzt war. Wegen eines Problems mit der Servolenkung musste der "Iceman" die erste Session nach der Installationsrunde spritzen. Massa bemüht, aber verkrampftDie Monaco-Spezialisten Lewis Hamilton (McLaren/+0,482) und Pastor Maldonado (Williams/+0,495) landeten auf den Plätzen vier und fünf, noch vor Felipe Massa (Ferrari/+0,578), der heute Morgen sehr couragiert wirkte und 19 Runden absolvierte. In einer davon streifte er unnötigerweise auf der Geraden (!) vor der Tabak-Kurve die Leitplanken, aber das Team nahm ihn via Funk in Schutz: "Schon okay, kann passieren, Felipe." Kimi Räikkönen musste im ersten Freien Training bis auf eine Runde zuschauen © Lotus Das Mercedes-Duo Rosberg/Schumacher landete mit jeweils rund einer Sekunde Rückstand auf den Plätzen zehn und elf, unmittelbar vor Nico Hülkenberg (Force India/+1,366). Apropos Mercedes: Schumacher bereitete seiner Crew ein wenig Arbeit, als er mit einem losen Frontflügel an die Box kam. Was die Ursache für dieses Problem war, ging aus den TV-Bildern jedoch nicht hervor. 13. wurde Mark Webber (Red Bull/+1,841). Jenson Button (+0,925) belegte zunächst Platz acht. McLaren testete aber nicht nur für dieses Wochenende, sondern auch schon 2013er-Komponenten - und die scheinen die Fahrer noch immer in der Sicht zu beschränken, wie Button über Funk lautstark bemängelte. Ansonsten gab es während des ersten Trainings keine Zwischenfälle oder Crashes, was für die Disziplin des Starterfeldes spricht. Übrigens: Freitagstester waren heute nicht im Einsatz.
Bestes Rennwetter in Monaco: Schmeckt das den Reifen oder tut es das nicht? Zoom © xpbimages.com
(Motorsport-Total.com/Sky) - Als wäre der Stadtkurs von Monte Carlo nicht schwierig genug: Die Pirelli-Reifen der Formel 1 werden die Fahrer und ihre Teams auch beim Glamour-Grand-Prix vor eine große Aufgabe stellen. Davon sind die unmittelbar Beteiligten überzeugt. Die Frage ist allerdings noch, wie groß der Einfluss der Pneus auf die Gesamtleistung sein wird. Michael Schumacher hat da einen gewissen Verdacht. Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister rechnet mit keinem allzu "wilden" Wochenende, was die Reifensituation anbelangt. "Hier sollte es etwas konstanter sein und nicht so dramatisch wie bei anderen Rennen. Es kommt aber ganz auf die Temperaturen an", meint Schumacher. Im ersten Freien Training gab es im Fürstentum noch frühlingshafte 22 Grad Celsius - optimale Bedingungen. "Wenn wir in einem solchen normalen Bereich liegen, sollte es halbwegs okay sein", erklärt "Schumi" und fügt hinzu: "Sollten wir in die 30er gelangen, wird es für alle problematisch." Generell sei das Fahren in Monaco "ein Drahtseilakt, bei dem du im Rennen 78 Runden lang jonglierst. Manchmal fällst du runter, manchmal bleibst du drauf. Dementsprechend verändert sich der Spaß", sagt Schumacher.
Jenson Button ist sich der Fehler aus den vergangenen Rennen wohl bewusst Zoom © xpbimages.com
Drei aus fünf: Jenson Button punktete in diesem Jahr nicht in jedem Rennen, was den britischen McLaren-Piloten bereits einiges an Boden kostete. Trotzdem zeigt sich der Weltmeister von 2009 vor dem Großen Preis von Monaco sehr zuversichtlich, schließlich liebt er diesen Grand Prix und hat ihn auch schon einmal gewonnen. In seiner Medienrunde spricht Button über den speziellen Reiz eines Rennens im Fürstentum und über seine Aussichten in der WM-Gesamtwertung der Formel 1. Frage: "Jenson, du hast auf dem einzigen Stadtkurs gewonnen, den die Formel 1 in diesem Jahr schon besucht hat. Monte Carlo ist aber eine etwas andere Nummer. Was denkst du vor dem Beginn dieses Wochenendes?" Jenson Button: "Es ist schön, wieder hier zu sein. Ich denke, wir alle lieben es, durch die Straßen von Monaco zu fahren. Es ist einer dieser Kurse, die keinen Fehler verzeihen." "In Melbourne kannst du dir vielleicht noch einen Schnitzer erlauben, doch hier bedeutet dergleichen schlichtweg 'Game Over'. Monte Carlo macht sehr viel Spaß, selbst im Simulator. Der Spaßfaktor ist beim Fahren einfach noch viel größer als auf anderen Strecken. Ich freue mich schon sehr darauf, am Freitag endlich loszulegen." Die Vorfreude ist großFrage: "Kannst du aus der Arbeit im Simulator schließen, dass das Auto in Monte Carlo konkurrenzfähig sein wird?" Button: "Nun, das Fahrzeug fühlte sich im Simulator sehr gut an. Schauen wir einmal, wie sich die Situation hier auf der Strecke darstellt. Du musst in jedem Fall große Vorsicht walten lassen, denn der Kurs verbessert sich im Verlauf des Wochenendes." "Es ist zudem der einzige Ort, an dem wir schon donnerstags fahren. Danach haben wir einen Tag frei und die Straßenautos fahren über die Strecke. Am Samstag steigt dann die Qualifikation. Da musst du aufmerksam sein und darfst dich nicht zu unbedarft verhalten. Das Überholen ist hier nicht so einfach." Frage: "Nach dem vergangenen Jahr hast du hier sicherlich noch eine offene Rechnung ..." Button: "Ja, wir haben uns erst wieder mit dem Rennverlauf von 2011 vertraut gemacht. Man könnte sagen, dass der Abbruch zum Schluss dafür gesorgt hat, dass unsere Chancen auf den Sieg ein bisschen vermindert wurden." "Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben." "Egal, das liegt nun in der Vergangenheit. Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben. Ob das drin ist, wird sich zeigen. Es ist so gesehen nicht anders als an jedem anderen Wochenende sonst. Die Situation gestaltet sich von Rennen zu Rennen derart unterschiedlich. Pastor (Maldonado; Anm. d. Red.) hatte sich in Bahrain noch auf Rang 17 qualifiziert, glaube ich." "In Barcelona qualifizierte er sich dagegen auf Platz zwei. Ich denke nicht, dass sich so viel verändert hat. Es ist schwierig. Aus Fahrersicht ist Monte Carlo eine etwas andere Nummer. Die Erfahrung spielt hier eine ziemlich wichtige Rolle. Entscheidend ist auch, das Auto auf einem solchen Kurs wirklich zu verstehen. Hoffentlich gelingt uns das bis Samstag."
Frage: "Nach dem Spanien-Rennen konntest du nur mit dem Kopf schütteln, weil es offenbar nicht so lief, wie du dir das gedacht hattest. Habt ihr eure Probleme in den Griff gekriegt?" Button: "Bisher habe ich das Auto noch nicht gefahren, also nein, ich weiß es nicht. Ja, wir haben gemeinsam mit den Ingenieuren einen Blick in die Daten geworfen. Es gibt ein paar Dinge, von denen wir glauben, ein paar Fehler gemacht zu haben. Trotzdem müssen wir abwarten und schauen, wie sich das Auto hier anfühlt." McLaren auf FehlersucheFrage: "Die jüngsten Rennen waren nicht gerade berauschend. Es gab ein paar Fehler seitens des Teams. War das ein Thema in der Fabrik?" Button: "Na klar. Jeder macht Fehler. Wir haben ein paar gemacht, doch damit wirst du nicht Weltmeister. Wichtig ist, daraus zu lernen und weiterzumachen. Es geht darum, sicherzustellen, dass sich dergleichen nicht wiederholt." "Wir haben das Team dahingehend auch ein bisschen umstrukturiert. Wir als Team müssen schauen, was wir speziell bei den Boxenstopps tun können. Wir haben hier einige Verbesserungen am Start, die uns ziemlich helfen sollten. Es kommt auf Konstanz und Tempo an. Hier ist es eh etwas Besonderes: In Monaco brauchst du eine gute Qualifikation, einen guten Start und gute Boxenstopps." Frage: "Verläuft die Saison bisher so, wie du es erwartet hast? In fünf Rennen gab es fünf Sieger - und auch du hast 2012 schon gewonnen ..." Button: "Nein, dergleichen hatte ich nicht erwartet. Wir gingen zuversichtlich in die Saison, denn wir hatten einen guten Winter gehabt. Die Saison begann stark für uns. Eben wie wir es uns erhofft hatten. Seither war es sehr durchwachsen für uns." "Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar." Jenson Button "Wir waren schnell in Malaysia und schnell in China, aber in Bahrain und Spanien waren wir zumindest im Renntrimm nicht konkurrenzfähig. Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar. Wir hatten geglaubt, dass uns die Hitze vor Probleme stellt, doch die beiden jüngsten Rennen waren heißer als die vorangegangenen. Wir versuchen noch immer, herauszufinden, was Sache ist."
Frage: "Die Meisterschaft ist jedenfalls noch vollkommen offen ..." Button: "So ist es. Ich habe aber schon in zwei Rennen keine Punkte geholt. Das ist sehr seltsam. Es ist so schwierig, schlau daraus zu werden. Du musst einfach bereit sein. Manchmal scheint das Auto zu funktionieren, manchmal nicht. Wichtig ist, keine Fehler zu machen. Dann bist du vorn mit dabei." Wie halten die Reifen in Monte Carlo?Frage: "Bist du im Hinblick auf die Reifen ein Zocker oder wartest du darauf, bis die letzte Karte aufgedeckt wird?" Button: "Ich war eigentlich immer gut darin, doch in diesem Jahr haben wir anscheinend ein paar Probleme damit, die Reifen zu verstehen. Ich denke, da sitzen wir alle im selben Boot." "Hoffentlich sehen wir vor dem Qualifying klarer, denn Monte Carlo kann die Reifen schon sehr intensiv rannehmen. Auf einmal sind die Pneus dann hinüber. Das sahen wir 2009 bei Sebastian Vettel, aber nicht nur damals. Wir hoffen einfach, ein besseres Reifenverständnis zu haben, als dies an den vergangenen Wochenenden der Fall war." "Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet." Jenson Button Frage: "Sebastian Vettel fuhr im vergangenen Jahr 50 Runden auf der weichen Mischung. Denkst du, das wäre auch mit den aktuellen Reifen möglich?" Button: "Waren es bei ihm wirklich 50 Runden oder kam ihm da die rote Flagge dazwischen? Es waren 50 Runden? Okay, cool. Es sah jedenfalls ganz nach einem sehr aufregenden Zieleinlauf aus. Ich weiß nicht, was passiert wäre. Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet. Wir werden es nie erfahren. So kam es nicht, weil das Rennen ja unterbrochen wurde." Frage: "Das Wetter könnte am Sonntag für eine nasse Strecke sorgen, vielleicht auch schon am Samstag. Gut für euch?" Button: "Ich werfe alle zwei Stunden einen Blick auf die Wettervorhersage. Sie verändert sich ständig. Am Dienstag hieß es noch, es würde Samstag und Sonntag regnen, jetzt soll es nur am Samstag regnen oder gar nicht, und erst am Montag." "Schauen wir einmal, was passiert. Im Qualifying hat man es natürlich gern trocken, weil es ein solcher Kick ist, wenn man das Auto ans Limit bringt. Das lieben wir. Im Nassen ist es ganz anders, doch wir würden trotzdem das Beste daraus machen." Frage: "Ich habe hier zehn Euro für dich, aber die musst du auf den Fahrer setzen, von dem du glaubst, dass er hier gewinnt ..." Button: "Ich! Einhundert Prozent." Frage: "Dann nimm das Geld ..." Button: "Nein. Ich nehme kein Bargeld (lacht; Anm. d. Red.)." Ein Traditionskurs, der Freude machtFrage: "Zurück zu Monaco: Dieser Kurs ist etwas Besonderes, nicht wahr?" Button: "Ja. Wir alle lieben es, hier durch die Straßen zu fahren. Es ist eine ungewöhnliche Strecke, denn die Leitplanken stehen so nah. Fehler werden nicht verziehen. Es ist ein Traditionskurs. Das ist gut." "Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Jenson Button "Wir lieben solche Orte - Suzuka, Spa-Francorchamps. Die Strecke an sich hat sich nicht viel verändert, doch es gibt nun bessere Auslaufzonen. Das macht viel Spaß. Wenn du hier im Qualifying alles aus dem Auto herausholen kannst, dann ist das einfach nur toll. Das lieben wir. Dann realisierst du, dass du einen Formel-1-Rennwagen mit 750 PS zähmst. Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Frage: "Du hast hier schon gewonnen. Wie aufregend ist dieser Kurs und wo sind die Schlüsselstellen?" Button: "Es ist der gesamte Kurs. Es ist völlig verrückt, hier mit einem Formel-1-Auto herumzufahren. Uns macht das aber sehr viel Spaß. Es gibt hier zwar nicht sehr viele schnelle Kurven, doch die sind sehr aufregend. Die Schwimmbad-Passage ist toll, aber auch der Hügel beim Kasino. Du musst dich herantasten, denn sonst schlägt dieser Ort zurück, wenn du nur einen kleinen Fehler machst. Deshalb ist es so spannend." Frage: "Am Ausgang des Tunnels wurden ein paar Bodenwellen entfernt. Ist das gut oder schlecht für das Überholen an dieser Stelle?" Button: "Nun, wir hatten schon 2011 kein DRS an dieser Stelle und auch in diesem Jahr ist das der Fall. Das ist gut so. Es wurden aber auch die Reifenstapel verschoben, in die Perez eingeschlagen war. Auch das ist gut. In den Auslaufzonen wurde zudem etwas Sand in die Farbe gemischt. Das sollte dabei helfen, die Autos rascher abzubremsen. Ebenfalls eine gute Sache."
Fernando Alonso tritt in Monaco mit einem in Gold und Weiß gehaltenen Helm an Zoom © Ferrari
Eine Stadtrundfahrt im Zuhause der Reichen und Schönen: Beim Großen Preis von Monaco geht es alljährlich um das Motto "sehen und gesehen werden". Wohl auch deshalb warten die Fahrer und Teams der Formel 1 meist bei diesem Rennen mit besonderen Lackierungen oder neuen Farben auf. Bei Fernando Alonso ist das 2012 nicht anders: Der Spanier bringt einen speziellen Helm an den Start. Der eigens für die Hatz im Leitplanken-Kanal von Monte Carlo entworfene Kopfputz besticht durch die Farben Gold und Weiß und stellt eine Hommage an das Traditionsrennen dar. Ebenfalls eingearbeitet sind Elemente aus dem Glücksspiel wie Jetons, Roulette und Würfel. Außerdem ist auf der Oberseite des Helms ein Ferrari 158 zu sehen, wie ihn John Surtees 1964 fuhr - und damit Weltmeister wurde. Zu sehen ist darüber hinaus das Viktoria-Kreuz von Asturien, der spanischen Heimat von Alonso. Und neben dem Monaco-Motto "Bet on Red" ("Setze auf Rot"; Anm. d. Red.) finden sich auf dem Helm noch diverse Zahlen, die allesamt mit der Formel-1-Karriere des zweimaligen Weltmeisters und der Formel 1 im Fürstentum in Verbindung stehen. Auch seine zwei Monaco-Siege sind dort verewigt. Die "78" steht beispielsweise für die Anzahl der Rennrunden beim Großen Preis von Monaco, die "70" für das runde Jubiläum des Traditionsrennens. 75 Mal stand Alonso bereits auf einem Formel-1-Podest, 20 Mal startete er von der Pole-Position. Die "19" entspricht der Anzahl der Kurven auf einer Runde in Monte Carlo, die "5" Alonsos Startnummer. Was die "14" bedeuten soll, wurde nicht verraten.
"Hallo, Jungs, wir müssen da was ändern." Bernie Ecclestone stört sich am Q3-Ablauf Zoom © xpbimages.com
Das Top-10-Finale im Qualifying ist nicht mehr das, was es einmal war. Denn statt mit einem letzten frischen Reifensatz auf die Jagd nach der Pole-Position oder einem vorderen Startplatz zu gehen, verzichten einige Piloten lieber auf eine schnelle Runde. Sie sparen sich ihre neuen Reifen auf, um dann im Rennen bessere Karten zu haben. Darunter leidet jedoch das Spektakel in der Qualifikation. Dies stört auch Formel-1-Chef Bernie Ecclestone. Dem 81-jährigen Briten ist die Umsetzung der aktuellen Regeln ein Dorn im Auge: "Was im Augenblick falsch läuft, ist, dass einige Fahrer denken, nicht auf die Pole-Position fahren zu können." Der Grund für diese Zurückhaltung sei das Kontingent an frischen Pirelli-Pneus. Doch mit einer neuen Verordnung könnte Abhilfe geschaffen werden. Ecclestone hat einen Vorschlag parat: "Ich sage ja schon lange, dass es einen weiteren Reifensatz geben sollte, der nach der Qualifikation abgegeben werden muss. Dann gibt es nichts, was man sich aufsparen könnte. Dann sind die Teams zum Wechseln gezwungen", meint Ecclestone und merkt an: "Was wir brauchen, ist ein weiterer Reifensatz, damit im Zeittraining mehr Runden abgespult werden." Mit den unvorhersehbaren Rennen ist der Formel-1-Chef indes vollkommen zufrieden und stellt seinen Reifenlieferanten - unabhängig von der Situation in der Qualifikation - ein sehr gutes Zeugnis aus: "Pirelli hat klasse Arbeit geleistet. Es ist weitaus schwieriger für sie, einen Reifen zu bauen, der nur 30 Prozent des Rennens durchsteht, als einen Reifen zu entwerfen, der die komplette Distanz meistert." "Es war ein Teil meines Vertrags mit ihnen, dass die Reifen nur für einen Teil des Rennens haltbar sein sollten. Ich war beeindruckt davon, dass es ihnen gelang", sagt Ecclestone. "Es hätte auch leicht anders kommen können, sodass nur zehn Runden drin gewesen wären oder das gesamte Rennen. Es war eine technische Meisterleistung", findet der Brite. "Ich hätte nicht gedacht, dass sie es schaffen."
Formel 1 zu Gast in Frankreich: Das bis dato letzte Rennen datiert aus 2008 ... Zoom © xpb.cc
Eine Neuauflage des Großen Preises von Frankreich schien in den vergangenen Monaten bereits gewaltig an Fahrt aufgenommen zu haben, doch just im Wahlmonat kamen die Vorhaben um das Comeback in der Formel 1 wieder ins Stocken. Offenbar ist nun auch der angestrebte Rennplatz in Paul Ricard, wo die Königsklasse in der Vergangenheit bereits fuhr, nicht mehr länger erste Wahl. Dabei hätte alles so einfach sein können, wie Formel-1-Chef Bernie Ecclestone gegenüber 'ESPN' betont. "Die Franzosen hatten genug Gelegenheiten, um es wahr zu machen, taten es aber nicht. Sie versprachen uns all die Dinge wie die Straßen von Paris oder Disney", meint der Brite. All diese Ansätze waren aber meist genauso schnell wieder vom Tisch, wie man sie aufgetischt hatte. Das Grand-Prix-Thema sei in Frankreich halt "sehr politisch", erklärt Ecclestone und merkt an: "Ich weiß nicht, ob es anders gewesen wäre, wenn Sarkozy wiedergewählt worden wäre. Keine Ahnung. Als er noch an der Macht war, hätten sie unterschreiben können. Sie hatten einen Vertrag vorliegen. Alles, was sie tun mussten, war, ihre Unterschrift darunter zu setzen", hält der Formel-1-Chef fest. Andererseits habe es ständig an der nötigen Konsequenz hinsichtlich eines Rennplatzes gefehlt, fügt Ecclestone hinzu: "Sie kamen eh nie zu einer Übereinkunft mit Paul Ricard. Dort würden Investitionen nötig werden, um Tribünen aufzubauen. Und der Paddock-Club ist nicht groß genug", sagt der 81-Jährige. Inzwischen ist auch nicht ausgeschlossen, dass die Formel 1 nach Magny-Cours zurückkehrt.
Teamchef Ross Brawn pocht auf die historische Bedeutung von Mercedes Zoom © xpbimages.com
Während beim letzten Concorde-Agreement, das im Jahr 2009 ratifiziert wurde, der Automobil-Weltverband FIA unter dem damaligen Präsidenten Max Mosley eine der treibenden Kräfte war, spielt die FIA bei den aktuellen Verhandlungen für 2013 bis 2020 praktisch keine Rolle. Bisher fanden die Gespräche fast ausschließlich zwischen Bernie Ecclestone und den Teams statt. Ross Brawn missfällt das: "Wir haben noch einen langen Weg vor uns, bevor wir finale Lösungen erreichen", sagt er und unterstreicht: "Ich denke, was man in all das einbeziehen sollte, ist die Rolle, die die FIA in Zukunft spielen wird, ihre Rolle in unserem Sport. Sie waren bisher ruhig, aber sie werden eine Rolle spielen. Ich bin einigermaßen zuversichtlich, dass wir vernünftige Lösungen für die Zukunft finden können. Ich glaube aber nicht, dass schon alles erledigt ist." Mercedes war bisher das einzige Topteam, das Ecclestone noch nicht signalisiert hatte, das neue Concorde-Agreement unterschreiben zu wollen. Bei einem Treffen mit Daimler-Konzernchef Dieter Zetsche - Brawn war aus gesundheitlichen Gründen abwesend - dürfte es zuletzt in Barcelona aber eine Annäherung zwischen Mercedes und den Inhabern der kommerziellen Rechte gegeben haben. Angeblich könnte dieses Wochenende alles unter Dach und Fach gebracht werden. Brawn schweigt zur Mercedes-Situation hinsichtlich des Concorde-Agreements: "Ich kann das immer noch nicht kommentieren", meint er und ergänzt in Anspielung auf die von Ecclestone angezweifelte historische Bedeutung der deutschen Marke: "Wir sind sehr stolz auf unsere Geschichte und glauben, dass sie für den Sport wichtig ist. Da sind die Menschen unterschiedlicher Auffassung. Aber das ist alles Teil der heiklen Verhandlungen, die stattfinden."
Nico Hülkenberg blickt skeptisch auf die Hackordnung in der Formel 1 Zoom © xpbimages.com
Ein Mal schrammte Force India knapp an einem Grand-Prix-Sieg vorbei: Das war mit Giancarlo Fisichella in Spa-Francorchamps. Dass diese Gelegenheit bald wieder kommt, glaubt Nico Hülkenberg nicht, wie er 'auto motor und sport' verrät: "Williams und Sauber waren nach unseren Messungen in Barcelona bei den schnellsten Autos dabei. Die muss man jetzt auch zu den Top-Teams zählen." Den Mercedes-befeuerten Inder dagegen nicht. Und das trotz der Fortschritte, die die Truppe um Besitzer Vijay Mallya gemacht hat: "Wir haben uns definitiv gesteigert, vor allem in der Traktion. Unsere Gegner sind diesen Schritt aber mitgegangen", erklärt Hülkenberg und verweist erneut auf die ehemaligen Mittelfeldkonkurrenten, von denen nur noch Toro Rosso hinter Force India rangiert. "In den schnellen Kurven sind Sauber und Williams besser als wir." Woher rührt es, dass Force India - denen rund drei Zehntelsekunden fehlen - nicht mit der Konkurrenz aus der Hinwil und Grove mithalten kann? Für Hülkenberg sekundär: "Uns bleibt nichts anderes übrig, als zu entwickeln, weil wir zurückliegen. Wir brauchen noch ein paar Zehntelchen, um an die anderen ranzukommen", insistiert er. "Es ist wichtig, eine gute Balance zwischen Entwicklung und dem Verständnis des Autos zu finden", macht Hülkenberg deutlich. Dann scheint das erklärte Saisonziel, nämlich Rang fünf in der Konstrukteurs-Wertung, nicht außer Reichweite. "Das ist immer noch möglich, wenn auch schwierig, weil die anderen auch weiter Punkte machen werden", befürchtet der Emmericher und hofft auf die Kurse, die 2011 im Sommer und Herbst im Grand-Prix-Kalender standen. "Da ist der Knoten bei uns auch erst in der zweiten Saisonhälfte aufgegangen", so Hülkenberg.
Seiner Heimat Großbritannien hat Hamilton schon lange den Rücken gekehrt Zoom © xpbimages.com
Viele Fahrer haben ihren Wohnsitz in das Steuer- und Lebensqualitäts-Paradies Monaco verlegt. Auch Lewis Hamilton gefällt es an der Cote d'Azur. Der Brite ist erst kürzlich aus der Schweiz in das Fürstentum gezogen und zeigt sich begeistert vom neuen Wohnort sowie dem kurzen Weg an den Arbeitsplatz: "Es ist ein fantastisches Gefühl, in deinem eigenen Bett aufzuwachen und einfach nur die Straße hinunterzufahren, um bei der Arbeit anzukommen", freut sich der McLaren-Pilot. Lebensgefährtin Nicole Scherzinger beim Vorbeifahren am heimischen Balkon theoretisch zuwinken zu können, gefällt Hamilton. "Das erlebe ich heute zum ersten Mal, doch ich bin mir sicher: Es wird einen großen Unterschied ausmachen", prognostiziert er. "Ich habe auch mein früheres Zuhause geliebt, doch das ist ein ganz anderer Ort. Ich mag ihn noch ein bisschen mehr, scheint mir", so Hamilton, der sich bekanntermaßen gerne mit Stars aus dem Showbusiness umgibt. Doch auch an seinem alten Wohnort fand der 27-Jährige Gefallen. "Als ich in der Schweiz lebte, war das eines der schönsten Länder, die ich je besucht hatte. Das Wetter war ein bisschen wie in Großbritannien, doch es war meist viel schöner", schmunzelt Hamilton und beschreibt den Unterschied als eklatant: "Es dauerte eine Ewigkeit, um bis zu einem Restaurant zu gelangen. Ich konnte nicht einfach nur hinlaufen oder hinfahren", so der Weltmeister von 2008 über die Abgeschiedenheit. Hamilton meint: "Ich habe das Gefühl, es weiterhin genießen zu müssen. Ich laufe jeden Tag auf der Strecke und laufe sie fast komplett ab. Es ist schon unglaublich, jeden Tag auf seiner Lieblingsstrecke herumlaufen zu können", so der Brite, der tagtäglich Sporthistorie lebt. "Du denkst: 'Wow, ich laufe durch den Tunnel, durch den solche Legenden wie Michael und Ayrton (Senna; Anm. d. Red.) gefahren sind. Jetzt bin ich einer dieser Rennfahrer und wohne noch dazu hier."
In Monaco gehen die Uhren anders: Auch für die V8-Motoren der Formel-1-Autos Zoom © xpb.cc
Ebenso einzigartig wie unberechenbar: Der Grand Prix von Monaco zählt zu den Highlights einer jeden Formel 1-Saison. Das Rennen durch die Straßen des glamourösen, normalerweise eher beschaulichen Fürstentums ist nach wie vor einzigartig auf der Welt. Der Stadtkurs selbst hat sich dabei im Laufe der Jahre kaum verändert. Die einzigartige Streckencharakteristik stellt die Ingenieure von Renault vor ganz besondere Herausforderungen, denn die Motoren müssenkomplexe Ansprüche erfüllen. "In Monaco lenken die Piloten ihre Boliden nicht nur mit dem Lenkrad, sondern auch mithilfe des Motors", erklärt Remi Taffin, Leiter des Grand-Prix-Teams. "Der Fahrer benötigt deswegen ein Triebwerk, das gleichmäßig und direkt auf Gaspedalbefehle anspricht." Nur so entwickele er das nötige Vertrauen, um jederzeit voll attackieren zu können. Die größte Herausforderung in Monte Carlo liege in den geringen Geschwindigkeiten, sagt Taffin. "Daher verwenden wir hier ein ganz spezielles Motor-Management, das auf keiner anderen Rennstrecke zum Einsatz kommt. Die Triebwerke sind auf Drehzahlen von bis zu 18.000 Umdrehungen pro Minute ausgelegt. Im Fürstentum müssen sie aber in den langsamen Kurven auch bei nur 5.000 Touren noch perfekt funktionieren", so Taffin. Der Renault Ingenieur betont die spezielle Herangehensweise der Franzosen: "Um uns auf dieses Wochenende perfekt vorzubereiten, testen wir im Vorfeld besonders ausgiebig auf unseren Motorenprüfständen. So stellen wir sicher, dass alles einwandfrei funktioniert. Dabei stimmen wir denV8 für unsere vier Partnerteams auch so ab, dass er bereits im Tourenkeller ein bissiges Ansprechverhalten an den Tag legt." Eine der anspruchsvollsten Aufgaben besteht darin, die Triebwerke so anzupassen, dass sie sehr agil am Gas hängen und direkt das nötige Drehmoment zur Verfügung stellen. Der Pilot muss darauf vertrauen können, dass der Motor sofort reagiert, wenn er ihn braucht - ganz gleich, welches Pedal-Einstellung er fährt oder in welcher Stellung sich das Gaspedal gerade befindet. Auch David Lamb unterstreicht die große Bedeutung einer perfekten Abstimmung für die Achtzylinder. "Monaco ist in jeder Beziehung einzigartig, so ein Rennen gibt es in der Formel 1 kein zweites Mal", so der Brite, der vor zwei Wochen als verantwortlicher Motoren-Ingenieur von Pastor Maldonado beim Grand Prix von Spanien gemeinsam mit Williams den ersten Sieg des wiedergewonnen Partners in dieser Saison feiern durfte. "Da wir auf diesem Kurs kaum auf die maximale Höchstgeschwindigkeit kommen, wirken sich ein paar Extra-Pferdestärken so gut wie gar nicht auf die Rundenzeit aus", meint Lamb. "Die Schlüsselfrage ist, wie wir die Power auf die Straße bringen - denn genau das macht den Unterschied aus und sorgt auf der Strecke für einen echten Zeitvorteil", geht er auf die feinen Differenzen ein. Der Williams-Techniker verdeutlicht die Besonderheiten eines Stadtkurses: "Aber auch darüber hinaus erwarten uns in Monaco einige Besonderheiten, die wir so von keiner anderen Rennstrecke kennen. Kurve sechs zum Beispiel, die enge Haarnadelkurve: Sie besitzt den engsten Radius der gesamten Saison. Hier bremsen die Piloten ihr Auto so stark zusammen." Ohne das korrekte Motor-Mapping kann dies dazu führen, dass ungewollt Schub einsetzt, weil die Elektronik ein Absterben des Aggregats unterbinden will.
Als eine von wenigen Rennstrecken verändert sich der Kurs von Monaco von einem Jahr auf das nächste kaum - immerhin handelt es sich um einen temporären Stadtkurs und nicht um eine permanente Strecke. Deswegen verfügen alle Teams über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz und umfangreiches Datenmaterial, um ein passendes Basis-Setup zu generieren. Nichtsdestotrotz erwartet Renault in jeder Saison Neuerungen. "Dieses Mal gehen wir die Sache sowieso etwas anders an", verrät Lamb. "Um die Kraft des Motors sicher auf die Straße zu bringen, schalten die Fahrer teilweise etwas früher als notwendig in den nächsthöheren Gang - wir nennen das 'Short-Shifting'. Darauf müssen wir auch das Mapping des Gaspdals angleichen, um unerwünschte Nebeneffekte auszuschließen. Bei einem 'normalen' Rennen kommt es niemals in einer gezeiteten Trainings- oder Qualifying-Runde, sondern ausschließlich in der In- und Out-Lap zum Einsatz." Die Unebenheiten im Asphalt führen dazu, dass die Reifen kurzzeitig den Kontakt zur Straße verlieren. Darunter leidet einerseits die Traktion, andererseits bedeuten die plötzlich hochschnellenden Drehzahlen eine enorme Zusatzbelastung für die mechanisch beweglichen Teile im Motor. "Ein klassisches Beispiel für eine solche Stelle ist die Bodenwelle zwischen dem Casino und der Mirabeau-Kurve", weiß Lamb.
Sergio Perez sieht sich und sein Team in der Formel 1 absolut auf Kurs liegen Zoom © xpbimages.com
Seit dem grandiosen Auftritt von Sergio Perez beim Großen Preis von Malaysia ist es um das Sauber-Team wieder ein bisschen ruhiger geworden. Auch, weil sich zu den 30 WM-Punkten aus den beiden Auftaktrennen in Australien und Malaysia seither "nur" elf weitere Zähler hinzugesellten. Gerät Sauber etwa zu Beginn der Europasaison bei der Entwicklung ins Hintertreffen? Weit gefehlt, sagt Perez. Der mexikanische Rennfahrer schiebt die geringe Ausbeute der vergangenen Wochen schlichtweg auf fehlendes Rennglück, wie er gegenüber 'Formula1.com' erklärt. Seit seinem zweiten Platz in Sepang sei es an Sonntagen einfach nicht immer nach Plan gelaufen: "In China hatten wir die falsche Taktik und ein Problem mit dem Frontflügel, in Bahrain hatten wir nicht die Geschwindigkeit", berichtet Perez. "In Spanien lag ich nach dem Start schon an Position vier, als mich Romain Grosjean traf und einen Reifenschaden verursachte." Wieder gingen wichtige Punkte verloren. Doch Perez hat den Mut nicht verloren - ganz im Gegenteil. "Ich bin mir sicher: Unsere Zeit wird kommen, denn wir haben ein konkurrenzfähiges Auto. Wir werden kämpfen", sagt der Sauber-Fahrer und zeigt sich zuversichtlich. "Selbst in Barcelona, wo viele Teams ihre Updates am Start hatten, sahen wir noch immer recht wettbewerbsfähig aus. Es gibt also keine Engpässe bei der Entwicklung", stellt Perez heraus und merkt an: "Ich denke vielmehr, dass wir über die komplette Saison hinweg konkurrenzfähig bleiben können, wenn wir weiterhin - sowohl in der Fabrik als auch an der Strecke - gut zusammenarbeiten."
Lewis Hamilton bleibt zuversichtlich und scheint sich die gute Laune zu bewahren Zoom © xpbimages.com
Fünf Fahrer haben sich in diesem Jahr bereits in die Siegerliste der Formel 1 eingetragen, doch der Name von Lewis Hamilton taucht in diesen Statistiken bisher nicht auf. Der McLaren-Pilot war zwar in allen fünf Rennen im Ziel, kam dabei aber nicht über die dritte Stufe des Podests hinaus. Der Zweifel nagt aber nicht am Selbstbewusstsein des Ex-Champions. Dies betont Hamilton in Monte Carlo. Er sei "nicht frustriert" über seine sieglose Phase, meint der Brite. "So läuft es im Rennsport halt manchmal. Wir hätten angesichts unserer Ergebnisse in der Qualifikation natürlich gern besser abgeschnitten." Diesem "Problem" wolle man sich in den kommenden Rennen verstärkt widmen, um nicht noch weitere Punkte einzubüßen. Oder wie es Hamilton formuliert: "Wir müssen uns steigern." In der hart umkämpften Formel 1 bedeute Stillstand einen Rückschritt, erklärt Hamilton. Ein Handeln sei geboten, "wenn wir da bleiben wollen, wo wir sind, oder wenn wir uns davon ausgehend nochmals verbessern wollen", sagt der McLaren-Pilot. "Wir arbeiten schon sehr hart daran." Vorwürfe braucht sich der Weltmeister von 2008 jedoch nicht zu machen. Das meint zumindest Martin Whitmarsh. Der Teamchef von Hamilton stellt sich vor dem sechsten Rennen des Jahres demonstrativ hinter seinen Schützling: "Lewis wird in diesem Jahr nicht gerade vom Glück verfolgt. Wir glauben jedenfalls nicht, dass er das Siegen verlernt hat. Die WM ist vollkommen offen. Er darf sich als Siegkandidat in Monaco sehen - und als Anwärter auf viele weitere Siege und auch auf den WM-Titel", sagt der Brite. Dies macht Whitmarsh vor allem am Auftreten seines Landsmanns fest: "Seine Fahrweise ist sehr reif, kontrolliert und diszipliniert. Wahrscheinlich mehr als jemals zuvor", meint Whitmarsh und merkt an: "Er hat aber das Tempo und die Fähigkeit, um auf der Pole-Position zu stehen. Dieses Gefühl kann Lewis aus Barcelona mitnehmen. Dort hat er - trotz einer Strafe - eine fantastische Fahrt hingelegt."
Sergio Perez sieht sich schon seit einiger Zeit mit Ferrari-Gerüchten konfrontiert Zoom © xpbimages.com
Felipe Massa fährt diese Saison von Enttäuschung zu Enttäuschung. Das liegt nicht am Auto, denn Fernando Alonso rangiert mit dem F2012 punktegleich mit WM-Leader Sebastian Vettel auf Platz zwei in der Gesamtwertung. Kein Wunder, dass die Gerüchte um einen Rauswurf Massas immer lauter werden. Der logische Nachfolger wäre der Mexikaner Sergio Perez. Der Sauber-Pilot stammt aus dem Ferrari-Nachwuchsprogramm und gewann dieses Jahr mit einer sensationellen Leistung in Sepang beinahe sein erstes Rennen. Er gilt als eines der größten Formel-1-Nachwuchstalente. Doch Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali gab schon mehrmals bekannt, dass man nicht riskieren wolle, den Youngster aus seiner gewohnten Umgebung herauszureißen und ihn zu verheizen. Nun behauptet Perez gegenüber 'Formula1.com', dass er ein eventuelles Angebot von Ferrari, während der Saison zu wechseln, gar nicht annehmen würde: "Sollte es wirklich zu so einer Situation kommen, dann würde ich ablehnen, denn ich würde nicht während der Saison wechseln wollen." Daraufhin gibt er ein Versprechen ab: "Ich habe diese Saison mit Sauber begonnen, werde meine Saison mit Sauber beenden und gebe 100 Prozent für mein Team." Zudem glaubt er nicht, dass überhaupt etwas an den Gerüchten dran ist: "Dieser Hype über einen möglichen Wechsel wird massiv von den Medien aufgeblasen." Der Mexikaner rechnet sogar damit, dass sich Massa nach seinem schwachen Saisonstart noch einmal fängt: "Ich glaube, dass Felipe zurückschlagen und gute Arbeit leisten wird. Er ist ein starker Fahrer, und er hat ein großartiges Team im Rücken. Hat er einmal zurückgeschlagen, dann werden auch all diese Storys auf einmal verschwinden." Doch was wäre, wenn Motorenpartner Ferrari seinen Einfluss bei Sauber geltend macht und Perez nach Maranello holt? "Ich denke, dass die Leute nicht Motoren und Fahrer vermischen sollten", meint der Sauber-Pilot. "Die Gerüchte gibt es schon seit einer ganzen Weile, und natürlich habe ich eine Verbindung zu Ferrari und zur Fahrerakademie von Ferrari. Dennoch ist meine Position klar: Ich fahre für Sauber, und dort werde ich bleiben."
Alle wollen es wissen, wie es weitergeht: Aber Schumacher schweigt beharrlich Zoom © xpbimages.com
Es ist wie im 2006: Schon während dieser Saison drehte sich bei Michael Schumacher alles um die Frage, ob er nun den Helm an den Nagel hängt oder doch weiter Formel-1-Rennen bestreitet. Und das Rätselraten wird auch 2012 weitergehen, wie die Aussage des Rekord-Weltmeisters in der FIA-Pressekonferenz von Monaco zeigt: "Noch gibt es leider keine Neuigkeiten für euch. Ich möchte auch nicht zu tief in diese Diskussion einsteigen", weicht Schumacher aus. Um seine Motivation sei es aber gut bestellt, versichert der Mercedes-Pilot: "Wenn man bedenkt, wo wir im vergangenen Jahr standen, dann ist uns ein riesiger Fortschritt gelungen", insistiert Schumacher. "Wir haben unter Beweis gestellt, dass wir Rennen gewinnen können", unterstreicht er. Auch, wenn das bei den Silberpfeilen bislang Nico Rosberg vorbehalten war und Schumacher mit einigem Pech nur zwei WM-Zähler einfuhr. Motivation statt EnttäuschungSchumacher meint: "Ich fühle mich ganz und gar nicht enttäuscht. Wenn, dann ist es genau umgekehrt: Ich bin noch mehr motiviert, weil wir so viele Fortschritte machen." Rückendeckung erhält er von einem langjährigen Weggefährten: "Er war dieses Jahr doch sehr gut", bemerkt Ross Brawn gegenüber 'Autosport'. Der Mercedes-Teamchef räumt aber ein: "Wir haben nicht die Resultate eingefahren. die wir wollten." Brawn glaubt auch daran, dass von Schumacher sportlich bald mehr zu erwarten sein wird. "So viel Aufmerksamkeit, wie seinem Unfall in Spanien zuteil geworden ist, so viel wird es auch sein, wenn er Erfolg hat", blickt der Brite voraus. "So ist Michael: er mag die Herausforderung und darum geht es in der Formel 1. Er kniet sich rein, wenn Dinge nicht laufen, wie sie sollen", lobt Brawn die Vorzüge des siebenfachen Champions. Experten glauben an einen neuen VertragUnd auch die Stimmen aus dem Fahrerlager deuten darauf hin, dass Schumacher noch keinen zweiten Rücktritt wagt. Johnny Herbert erklärt gegenüber 'Sport Bild': "Michael ist psychisch und körperlich topfit, es gibt keinen Grund für ihn aufzuhören. Er ist jetzt besser als in den ersten beiden Jahren seines Comebacks", so der Brite. Und auch die TV Experten sind sich einig: Marc Surer glaubt an die Fortsetzung der Karriere, weil sich Mercedes nach Schumachers Wünschen richten würde. Christian Danner erkennt die Probleme des 43-Jährigen: "Er hat zwar am Sieg von Teamkollege Rosberg zu knabbern und auch daran, dass Kimi Räikkönen im Gegensatz zu ihm keinerlei Comeback-Probleme hat", so der 'RTL'-Fachmann. "Aber er will es noch mal wissen." Ex-Teamchef Peter Sauber bringt Schumachers gesündere, weil weniger verbissene Einstellung zum Motorsport ins Spiel. Sein früherer Teamkollege Felipe Massa wirft die Kämpfernatur des Kerpeners in der Waagschale. Keine Parallele zu Casey StonerVon den Journalisten in der FIA-PK ließ sich Schumacher auch bei der Frage nach seiner Meinung über den Abschied von MotoGP-Ass Casey Stoner aus dem aktiven Rennsport nichts entlocken. "Nun, ich habe vermutlich das Gleiche gefühlt wie diejenigen, die ein bisschen mit der Materie vertraut sind - sie waren überrascht", kommentiert der Mercedes-Pilot das Karriereende des Australiers, fordert aber: "Du musst es respektieren." Ein zu dezidiertes Urteil über Stoners Ankündigung will sich Schumacher jedoch nicht erlauben: "Ich kenne seine Gründe - oder seine genauen Gründe - nicht, doch er ist jung genug, um ein Sabbatical einzulegen, statt komplett aufzuhören. Es gibt sicherlich keine Parallele zu mir", spekuliert er über einen Rücktritt vom Rücktritt, den der Zweirad-Weltmeister vollführen könnte.
Das Starterfeld formiert sich - und könnte in Monaco einen sechsten Sieger haben Zoom © xpbimages.com
So abwechslungsreich wie in diesem Jahr hat sich die Formel 1 - wenn überhaupt - schon seit sehr langer Zeit nicht mehr präsentiert: In den bisherigen fünf Rennen stand am Ende jeweils ein anderer Fahrer auf dem obersten Treppchen, was an diesem Wochenende seine Fortsetzung finden könnte. Als wäre Monte Carlo nicht schon besonders genug - feiert im Fürstentum der sechste Sieger 2012? Mark Webber (Red Bull), in diesem Jahr einer der Topfahrer ohne Sieg, glaubt logischerweise auch aus eigenem Interesse daran, dass die angesprochene Serie weiterhin Bestand haben wird: "Es könnte einen sechsten Sieger geben. Natürlich. Warum auch nicht?", fragt der Australier und merkt an: "Es wäre schön, wenn ich es wäre." Klingt fast so wie der traditionelle Glückwunsch des Fürsten. Diesen Spruch ("Ich freue mich, dass sie es sind") kennt Webber aus der Vergangenheit, denn 2010 durfte der Red-Bull-Pilot in Monte Carlo (Alle Großen Preise von Monaco in der Datenbank!) jubeln. Auch Michael Schumacher (Mercedes) ist mit den Worten bei der Pokalübergabe bestens vertraut - und 2012 wie schon seit seinem Comeback vor mittlerweile fast zweieinhalb Jahren noch ohne Sieg. Ob sich das bereits am Sonntag ändert? "Ich bin ziemlich sicher, dass um uns herum einige sind, die bisher nicht gewonnen haben, die in diesem Rennen aber die Möglichkeit haben, zu gewinnen", sagt Schumacher. Was er mit diesem recht kryptisch anmutenden Satz meint: "Jeder von uns wäre glücklich darüber, dieser Sieger zu sein." Lewis Hamilton (McLaren) stimmt zu. Auch er wartet nach wie vor auf den ersten Saisonerfolg. "Es gibt einige Fahrer, die das Potenzial haben, um zu siegen, doch zwischen einigen Teams geht es wirklich eng zu. Ich denke, es ist völlig offen", sagt Hamilton vor seinem erklärten Lieblingsrennen. Weil gerade in Monte Carlo der Fahrer noch den Unterschied ausmachen könne, müsse man erst einmal abwarten. Traditionell bietet der Stadtkurs nämlich auch den Raum für Überraschungen. "Ein Auto, das auf Kursen wie Barcelona nicht so prächtig funktioniert, könnte in Monte Carlo ein bisschen besser laufen", meint Hamilton. Man darf also gespannt sein, wie sich die Dinge an der Côte d'Azur in den kommenden Tagen entwickeln. Laut Romain Grosjean (Lotus) ist es im Augenblick aber noch schwierig zu sagen, was geschieht: "Wir waren ja noch nicht einmal auf der Strecke ..."
Felipe Massa posiert im Fahrerlager von Monaco - läuft es diesmal besser? Zoom © Ferrari
Felipe Massas verzweifelte Ankündigungen erinnern bereits an den Hollywood-Klassiker "Und täglich grüßt das Murmeltier". Da macht auch der Formel-1-Klassiker in der Wahlheimat des Brasilianers keine Ausnahme. Im Vorfeld des Grand-Prix-Wochenendes stellt der schwer unter Druck stehende Ferrari-Star einmal mehr klar, dass es auf diese Art und Weise nicht weitergehen kann und dass es oft nur Kleinigkeiten brauche, um eine Trendwende einzuleiten. "Ich hoffe, dass meine Weltmeisterschaft 2012 an diesem Wochenende beginnt", übt sich Massa in Durchhalteparolen. "Vor allem, da es sich hier um mein zweites Heimrennen handelt und ich hier den Großteil des Jahres verbringe. Daher hoffe ich, dass es an diesem Wochenende besser läuft als bei den vergangenen Rennen. Dieses Rennen unterscheidet sich von ziemlichen allen außer Singapur, und daher hoffe ich, dass es für mich einen Neuanfang darstellt." Massa gibt zu, dass er sich in der größten Krise seiner bisherigen Karriere befindet: "Ich hatte in meiner Karriere schon einige schwierige Zeiten, und vielleicht war dieser Saisonstart die bisher schwierigste Zeit. Daher müssen wir aus dieser Lage herauskommen und in die richtige Richtung gehen - darauf konzentriere ich mich." Massa gibt mentales Tief zuZuletzt machten Spekulationen die Runde, wonach der 30-Jährige in Spanien und Monaco nur noch auf Bewährung fahre - demnach müsste er nun eine Glanzleistung zeigen, da das Barcelona-Wochenende in die Hose ging. Kein Wunder, dass Massa auch psychisch angeschlagen ist: "Ich musste mich mit der technischen Seite des Problems beschäftigen, aber das wirkt sich auch auf die mentale Seite aus, da es nicht einfach ist, mit dieser Situation umzugehen. Wenn man aber eine Sache löst, dann ist es leichter, auch die anderen zu lösen." "Ich musste mich mit der technischen Seite des Problems beschäftigen, aber das wirkt sich auch auf die mentale Seite aus." Felipe Massa Während Massa nach fünf Rennen in der WM-Wertung nur 17. Ist, liegt Teamkollege Fernando Alonso punktegleich mit WM-Leader Sebastian Vettel auf dem zweiten Platz. Sind die starken Leistungen des Spaniers ein Grund für die Krise des Ferrari-Routiniers? "Ich denke nicht, dass Fernando das Problem ist", winkt er ab. "Man hat immer großartige Teamkollegen und schwierige Zeiten mit dem Teamkollegen - starke Kerle treffen aufeinander." Massa vorsichtig optimistischMit seinen Erwartungen für dieses Wochenende hält sich Massa zurück, schließlich lief es auch bei den vergangenen fünf Rennen nicht nach Wunsch. Dennoch analysiert er das Potenzial des F2012 in den Häuserschluchten von Monaco: "Wenn wir trotz der Verbesserungen akzeptieren, dass die zwei Schwachpunkte des F2012 Traktion und Topspeed sind, dann sollte zumindest der Topspeed auf diesem langsamen Stadtkurs kein Problem sein - das könnte uns also helfen. Aber wir müssen natürlich abwarten, was im Training passiert, um die Situation zu verstehen." Immerhin sind die WM-Leader noch nicht völlig enteilt, denn dieses Jahr kann sich bisher kein Pilot im Klassement absetzen. "Normalerweise liegen die besten Autos an der Spitze, doch derzeit ist es schwer herauszufinden, welche Autos die besten sind", fällt Massa auf.
"Es ist schwer zu sagen, welches Auto bei welchem Rennen die meisten Punkte holen kann. Das liegt daran, dass sich die Situation von einer Strecke zur anderen ändern kann. Wir haben gesehen, dass Autos, die auf gewissen Strecken eingeschätzt wurden, den Erwartungen nicht entsprechen konnten. Normalerweise weiß man in einer Weltmeisterschaft nach ein paar Rennen, in welche Richtung es gehen wird. Dieses Jahr ist es aber viel schwieriger, sich ein Bild zu machen."
Immer von Journalisten umringt: Sebastian Vettel in Monte Carlo Zoom © Red Bull
(Motorsport-Total.com/SID) - Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel hat trotz fünf Siegern in fünf Rennen energisch bestritten, dass die aktuelle Formel 1 ein Glücksspiel sei - und die Schuld für Platz sechs zuletzt in Barcelona folgerichtig auf sich genommen: "Ich weiß, was ich gemacht habe. Das war mein Fehler", so der 24-Jährige auf die Frage, ob er nach seiner Durchfahrtstrafe in Barcelona noch einmal bei den Rennkommissaren vorstellig geworden sei. Zwar könne er sich die unterschiedliche Leistungsfähigkeit seines Autos im bisherigen Saisonverlauf nicht erklären, Glück und Pech spielten dennoch kaum eine Rolle, meint der Red-Bull-Pilot vor dem Rennen in Spielerparadies Monaco. "Es wird immer von Reifen-Roulette gesprochen, aber die Voraussetzungen sind für alle gleich", versichert er. "Wenn man sich den Durchschnitt der fünf Rennen anschaut, stehen doch die vorne, die es auch verdienen. Und wenn am Ende nach 20 Rennen einer Weltmeister wird, kann man sicher nicht sagen, er hatte Glück." Eine Siegerwette für Monaco will Vettel, der das WM-Klassement vor dem punktgleichen Spanier Fernando Alonso anführt, aber nicht abgeben: "Wenn es nach dem Trend geht, müsste es im sechsten Rennen den sechsten Sieger aus dem sechsten Team geben", meint er schmunzelnd. Auf die Frage, auf wen er zehn Euro setzen würde, erklärt der Hesse mit Blick auf den für das Hinterbänkler-Team Marussia fahrenden Timo Glock: "Ich würde ja sehr gerne auf Timo setzen, aber es ist ja nicht mein Geld. Aber ich setze auf Timo in den Top 10." Die Durchfahrstrafe in Barcelona hatte Vettel kassiert, weil er nach der Kollision zwischen Michael Schumacher und Bruno Senna unmittelbar hinter den beiden Streithähnen bei den geschwenkten gelben Flaggen nach Meinung der Rennkommissare nicht genügend vom Gas gegangen war. Direkt nach dem Rennen hatte er noch gesagt: "Ich wüsste nicht, wo ich schneller war."
Das Sextett der Monaco-PK stellte sich am Mittwoch den Fragen der Journalisten Zoom © xpbimages.com
Vor kaum einer Rennstrecke haben die Piloten der Formel 1 so viel Respekt wie vor dem Stadtkurs in Monte Carlo. Und gleichzeitig gibt es nur wenige Grands Prix, die einen ähnlich hohen Stellenwert im Kalender genießen. Deshalb ist Monaco etwas Besonders, was Romain Grosjean (Lotus), Lewis Hamilton (McLaren), Pastor Maldonado (Williams), Charles Pic (Marussia), Michael Schumacher (Mercedes) und Mark Webber (Red Bull) in der FIA-Pressekonferenz von Monte Carlo erläutern. Frage: "Romain, erzähle uns zuerst einmal ein bisschen über deine Erfahrungen mit der Rennstrecke in Monte Carlo ..." Romain Grosjean: "Nun, in Monaco hat man zunächst ganz andere Gefühle: Es ist eine spezielle Strecke und ein besonderer Grand Prix. Natürlich fühlt es sich ein bisschen wie ein Heimspiel für mich an, weil wir Frankreich so nahe sind. Ich freue mich sehr darüber, vor den Fans zu fahren, von denen hoffentlich viele blau-weiß-rote Fahnen schwenken werden." "Monaco ist eine besondere Strecke. Es war eine gute Erfahrung, hier 2009 in der GP2 zu siegen. Im vergangenen Jahr zeigte ich hier ein starkes Rennen. Ich begann als 26. und wurde Vierter. Ich hatte hier aber auch schon ein paar Unfälle. Schauen wir einmal, wie es sich in einem Formel-1-Auto darstellt. Viel besser, nehme ich an. Wir alle freuen uns sehr darauf, hier zu fahren." Frage: "Es gab Strecken, auf denen du vielleicht ein bisschen besser warst als auf anderen. Ist Monte Carlo ein Kurs, von dem du glaubst, dass er gut für dich sein könnte?" Grosjean: "Ich mag die Strecke. Schauen wir einmal, was wir hier erreichen können. Du musst aber wissen: Monaco ist ein bisschen anders. Normal ist es so: Wenn du in einer schnellen Kurve gut bist, weißt du, dass du mehr oder weniger auch in allen anderen schnellen Kurven gut sein wirst. Hier ist es aber holprig, weil es normale Straßen sind." Lewis Hamilton ist seit kurzer Zeit ein Einwohner des Fürstentums von Monaco Zoom © xpbimages.com "Die Strecke verbessert sich zudem extrem im Verlauf des Wochenendes. Es gibt vieles zu lernen und während der Veranstaltung geht alles ganz schnell. Es dürfte also interessant werden. Wir versuchen einfach, das Auto bestmöglich abzustimmen und ein weiteres gutes Ergebnis für mich und das Team zu erzielen. Wir wollen gute Punkte holen - und warum nicht auch mehr?" Frage: "In Frankreich wird die sicherlich große Unterstützung zuteil. 2012 hat dein Heimatland vermutlich die beste Chance seit Langem, dieses Rennen zu gewinnen ..." Grosjean: "(lacht; Anm. d. Red.) Der letzte französische Sieger bei diesem Rennen war Olivier Panis 1996. Es wäre schön, am Sonntag die Marseillaise zu hören, doch erst einmal müssen wir arbeiten und schauen, was drin ist. Es ist aber sicherlich immer gut, viele Fans und eine gute Unterstützung zu haben. Das macht es zu etwas Besonderem, wenn du auf der Strecke unterwegs bist und die Fahrerparade bestreitest." Frage: "Pastor, was hast du nach Barcelona gemacht? Was ist passiert, wie waren die Reaktionen in Venezuele und warst du bereits wieder in deiner Heimat? Hast du Williams einen Besuch abgestattet? Berichte uns ..."
Pastor Maldonado: "Ja, ich war in der Williams-Fabrik, habe mir den Ingenieuren und mit dem Team gearbeitet. Ich habe einige sehr gute Tage in der Fabrik verbracht. Es war etwas Besonderes, denn sie hatten schließlich acht Jahre lang kein Rennen gewonnen." "Man kann sich sicher vorstellen, wie es für sie war, diesen Sieg einzufahren. Es ist natürlich ein klasse Gefühl, Rennen zu gewinnen. Das Team macht so viel Druck - und das gilt auch für mich. Wir haben ein gutes Gefühl und freuen uns auf die nächsten Rennen." Frage: "Auf dieser Strecke hast du schon einige gute Ergebnisse eingefahren. Denkst du, du bist ein Monaco-Spezialist?" Maldonado: "Ich war hier schon immer schnell. Vor allem in der GP2, aber auch in der Renault-World-Series. Im vergangenen Jahr leistete ich gute Arbeit, denn ich lag an sechster Stelle. Es ist aber immer schwierig. Auf einer solchen Strecke weißt du nie, wie es mit dem Verkehr und all diesen Dingen läuft." "Der Kurs verändert sich im Verlauf des Wochenendes dramatisch. Wir müssen das genau im Auge behalten und zusehen, eine gute Balance ins Auto zu bekommen. Dann gilt es auch, zur richtigen Zeit auf der Strecke zu sein. Schauen wir einmal. Ich werde wieder mein Bestes geben. Ich glaube, es sollte möglich sein, auch hier konkurrenzfähig zu sein. Wir werden sehen."
Frage: "Fühlst du dich ein bisschen erleichtert, nachdem du deinen ersten Grand Prix gewonnen hast?" Vor zwei Wochen fuhr Pastor Maldonado in Barcelona seinen ersten Sieg ein Zoom © xpbimages.com Maldonado: "Es ist etwa ganz Besonderes, zu gewinnen - vor allem beim ersten Mal. Jetzt wird es aber ohne Zweifel eine schwierige Nummer. Die Abstände sind gering und das Niveau der Teams ist ähnlich. Da können Kleinigkeiten den Unterschied machen. Wir müssen alles auf die Reihe kriegen, um einen Fortschritt zu erzielen. Ich muss sagen: Williams leistet im Augenblick wirklich tolle Arbeit." "Ich spüre regelrecht, wie sehr die Angestellten motiviert sind. Sie machen so viel Druck - auch ich. Wir haben eine gute Stimmung im Team. Wir müssen uns aber trotz allem weiter steigern. Noch sind wir nicht bei einhundert Prozent. Wir sind nicht das beste Team. Davon sind wir vielleicht nicht weit entfernt, doch wir müssen uns trotzdem jedes Mal aufs Neue steigern." Frage: "Charles, du hast in Monaco bereits in der GP2 und auch in der Renault-World-Series gewonnen. Kannst du dir vorstellen, wie es in einem Formel-1-Auto sein wird? Ist es ein großer Unterschied? Was denkst du?" Charles Pic: "Es wird sicher sehr interessant, denke ich. Die Strecke verändert sich aber nicht. Es wird meine erste Formel-1-Erfahrung auf diesem Kurs sein. Monte Carlo ist eine sehr nette Bahn. Sie ist ein bisschen besonders, denn Fahrfehler sind hier nicht drin. Es könnte also ein richtig interessantes Wochenende werden - vor allem für uns. Wir sind gespannt auf unser Tempo auf einer solchen Strecke. Der Kurs unterscheidet sich ja sehr von anderen Strecken. Ja, schauen wir einmal." Frage: "Dein Saisonstart war alles andere als einfach: Du hattest vor Saisonbeginn kaum Gelegenheit, um zu testen. Wie, glaubst du, lief es im ersten Viertel der Meisterschaft für dich und das Team?" Pic: "Gut. Ich denke, unser Hauptziel ist, das Auto von Rennen zu Rennen zu verbessern. Das ist, was wir tun. Wir müssen aber weiterhin sehr hart arbeiten und weiterhin Druck machen, um zu versuchen, das Fahrzeug zu optimieren. Ich selbst habe noch viele Dinge zu lernen. Die ersten Rennen waren nicht einfach für mich, wo ich doch kaum getestet hatte. Ich machte aber das Beste daraus und fühlte mich von Rennen zu Rennen besser vorbereitet. So müssen wir weitermachen." Frage: "Mark, du hast hier in Monte Carlo dein erstes Formel-1-Podest erzielt. Daran erinnert man sich bestimmt immer. Ist es aus deiner Sicht eine besondere Strecke?" Mark Webber: "Ja, das war sie schon immer. Ich habe hier schon in der Formel 3000 gewonnen, hatte ein paar Podestplätze und 2010 einen schönen Sieg. Es ist ein erstaunlicher Rennplatz, ein klasse Wochenende. Für die Mechaniker ist es ziemlich stressig. Das gilt für alle Teams, die Medien und alle weiteren Beteiligten." "Es ist schon erstaunlich, wie es uns noch immer gelingt, einen Event in dieser Enge des Fürstentums abzuhalten. Es ist eine prima sportliche Veranstaltung und bei jedem von uns steht sie sehr hoch im Kurs. Und ja, ich freue mich darauf, das Auto hier zu fahren. Es ist immer toll, hier zu fahren. Am Donnerstag ist es endlich so weit." Frage: "Eine solche Saison haben wir bisher noch nicht erlebt. Ich denke, das ist für alle von euch etwas Neues. Es scheint einfach keine Konstanz zu geben. Es ist ein Auf und Ab. Ist das gut oder schlecht? Was denkst du darüber?" Webber: "Es kommt ganz darauf an, wer du bist. Wenn wir von einem Puristen reden, dann wird er sicherlich ein bisschen Zeit brauchen, um sich daran zu gewöhnen. Im Hinblick auf die Ergebnisse der Teams hat noch niemand wirklich den Durchblick. Es gibt aber einige Leute, die den Sport verfolgen, die es so lieben, wie es ist." "Es hängt davon ab, wen du fragst. Wenn es dir darum geht, möglichst viele konkurrenzfähige Teams zu haben, dann bist du derzeit vollkommen richtig. Ich denke nicht, dass das so schlecht ist, aber warten wir ab. Ich denke, unterm Strich werden die großen Teams auch am Ende des Jahres noch gut abschneiden." Frage: "Michael, du erhältst hier eine Strafversetzung um fünf Positionen. Andererseits musstest du in Monaco auch schon von ganz hinten starten. Das war 2006. Vor zwei Wochen hast du gesehen, was Lewis aus einer solchen Ausgangslage machte. Mit welchen Gefühlen gehst du in das anstehende Rennen?" Michael Schumacher scheint die Freude am Fahren nicht verloren zu haben ... Zoom © xpbimages.com Michael Schumacher: "Nun, im Prinzip gehe ich davon aus, dass wir uns hier in einer konkurrenzfähigen Position befinden sollten. Das Profil dieser Strecke sollte uns liegen. Und es stimmt: Ich kam hier schon von ganz hinten und wurde Fünfter, wenn ich mich nicht irre. Schauen wir einmal, wo ich mich letztlich qualifiziere, von wo ich dann losfahren werde und was damit zu machen ist. Es ist sicherlich nicht ideal, aber so ist es nun einmal. Ich freue mich darauf. Mir steht wahrscheinlich eine sehr aufregende Geschichte ins Haus." Frage: "Deine Bilanz auf dieser Strecke - wie auch auf den meisten aktuellen Kursen - ist beeindruckend. Du hast hier in der jüngeren Geschichte öfter gewonnen als irgendjemand sonst. Wie gelingt es dir, hier die ultimative Leistung abzurufen?" Schumacher: "Naja, Monaco ist sicherlich etwas Besonderes. Es geht um dich und dein Auto - alles muss bis ins Detail zueinander passen. Das gilt auf jeder Strecke, doch hier umso mehr. Du brauchst den Rhythmus, den Flow, das Momentum ... Wenn du all das hast, macht sich das bei der Rundenzeit viel stärker bemerkbar als auf anderen Strecken, weil hier alles so entscheidend und schwierig ist." Frage: "Ich wollte gerade fragen: Ist Monte Carlo noch immer ein Kurs, auf dem der Fahrer den Unterschied ausmachen kann? Mehr als auf jeder anderen aktuellen Strecke?" Schumacher: "Unterm Strich: Ja, das ist der Fall, absolut." Frage: "Du bist also gespannt darauf, das am Sonntag zu tun?" Schumacher: "Definitiv." Frage: "Lewis, vor zwei Wochen hast du eine klasse Fahrt hingelegt. Hat es dir Spaß gemacht? Du meintest vorher, es könnte eine unterhaltsame Nummer werden ..." Lewis Hamilton: "Hallo erstmal. Ja, absolut. Ich war sehr, sehr zufrieden mit der Leistung des Teams, aber auch mit meiner eigenen Leistung. Ich hatte es darauf abgesehen, mich zu verbessern. Mein Gefühl sagte mir, dass es im Vergleich zum Grand-Prix-Wochenende davor definitiv eine Steigerung war." Frage: "Du hast bisher bei jedem Rennen dieser Saison gepunktet und liegst derzeit acht Zähler hinter der Spitze. Du bist also konstant in den Punkten unterwegs. Ist es aus deiner Sicht eine konstante Saison?" Hamilton: "Für uns?" Frage: "Generell aus der Perspektive der Fahrer ..." Hamilton: "Ich weiß nicht, ob es eine nicht konstante Saison ist ... Nun, möglicherweise ja, ein bisschen - aufgrund der Reifen. Manchmal bekommst du die Pneus in das Arbeitsfenster, manchmal gelingt dir das einfach nicht. Ich denke, viele Teams kämpfen damit, zu verstehen, weshalb es hin und wieder klappt, hin und wieder aber nicht." "Das ist die Herausforderung, der wir uns gegenüber sehen. Ich glaube allerdings, dass es den Leuten Spaß macht. Mir fällt auf: Die Leute fragen danach, wir es sein kann, dass es fünf unterschiedlicher Sieger gab. Die Fans, die ich getroffen habe, meinen, es sei bisher eine fantastische Saison. Ich hoffe, das setzt sich so fort." Frage: "Ist es ein bisschen enttäuschend für dich, auf der Pole-Position gestanden zu haben und der Schnellste gewesen zu sein, aber noch immer keinen Saisonsieg eingefahren zu haben?" Hamilton: "Ich bin deshalb nicht frustriert, nein. So ist das manchmal im Rennsport. Natürlich: Wenn man sich die Qualifikationsergebnisse der ersten fünf Rennen ansieht, hätten wir natürlich gern ein bisschen weiter vorn die Zielflagge gesehen." Romain Grosjean und Lotus könnten in Monaco zu den Favoriten zählen Zoom © xpbimages.com "Wir müssen uns ganz klar steigern, um dafür zu sorgen, dass wir bleiben, wo wir sind oder sogar noch weiter nach vorn gelangen. Ja, wir hatten gute Startplätze und kamen etwas dahinter an. In gewisser Weise haben wir in den Rennen also leichte Rückschritte gemacht. Wir arbeiten aber hart daran, dass sich dieser Trend nicht fortsetzt." Frage: "Pastor, wie schwierig war es, mit der Feuersituation in Barcelona umzugehen? Wie knifflig war es für das Team, alles für diesen Grand Prix vorzubereiten?" Maldonado: "Nach dem Feuer haben wir hart gearbeitet, um alles neu aufzubauen. Die Jungs leisteten klasse Arbeit, denn wir sind bereit, um das Rennen zu fahren - mit allem, was wir brauchen, um das Maximum zu erzielen. Ich muss betonen, dass die Jungs komplette Tage dafür aufgewendet haben, um alles vorzubereiten. Sie haben einen guten Job gemacht." Frage: "Eine Frage an alle Fahrer: Glaubt ihr wirklich, dass es am Sonntag insgesamt sechs Saisonsieger geben wird? Und an alle außer Pastor: Denkt ihr, ihr werdet der sechste Sieger des Jahres sein?" Webber: "Ja. Ich glaube, es könnte einen sechsten Sieger geben. Natürlich. Warum auch nicht? Und es wäre schön, wenn ich es wäre, klar. Ich bin überzeugt davon, dass jeder von uns dergleichen sagen würde." Frage: "Wie schätzt ihr - alle außer Pastor - eure Siegchancen ein? Ist ein erster Platz realistisch oder nicht?" Schumacher: "Ich bin ziemlich sicher, dass um uns herum einige sind, die bisher nicht gewonnen haben, die in diesem Rennen aber die Möglichkeit haben, zu gewinnen. Ich denke, jeder von uns hier wäre glücklich darüber, dieser Sieger zu sein." Hamilton: "Ich stimme Michael zu. Wie er schon sagte: Es gibt einige Fahrer, die das Potenzial haben, um zu siegen, doch zwischen einigen Teams geht es wirklich sehr eng zu. Ich denke, es ist völlig offen. Schauen wir einmal. Besonders bei diesem Rennen kann der Fahrer einen großen Unterschied ausmachen. Ein Auto, das auf Kursen wie Barcelona nicht so prächtig funktioniert, könnte in Monte Carlo ein bisschen besser laufen, also ..." Frage: "Romain, wie schätzt du deine Chancen ein, der sechste Siegfahrer des Jahres zu werden?" Grosjean: "Im Augenblick ist das schwierig zu sagen, da wir noch nicht auf der Strecke waren. Ich wünsche mir aber, der sechste Saisonsieger zu werden." Frage: "Charles?" Pic: "Ich stimme zu: Es ist in diesem Jahr noch enger, doch wir befinden uns nicht in einer Position, um darum zu kämpfen. Wir konzentrieren uns vielmehr darauf, Schritt für Schritt eine Steigerung an den Tag zu legen. Für den Moment ist das alles." Frage: "Pastor, du hast erwähnt, wie sehr sich Williams ins Zeug gelegt hat, um das Boxenfeuer zu kompensieren. Viele Teams kamen Williams bei der Ausrüstung, der Infrastruktur und dergleichen zu Hilfe. Wie groß werden aber die Auswirkungen auf das Team an diesem Wochenende sein, wenn man den Verlust der Ausrüstung bedenkt?" Marussia-Fahrer Charles Pic ist einer von mehreren Monaco-Debütanten Zoom © xpbimages.com Maldonado: "Ja, das war ganz sicher ein frustrierender Moment für uns alle. Wir waren ja schließlich in diesem Augenblick in der Garage und sahen alles. Ich persönlich erschreckte mich sehr, denn wir waren alle zusammen und sprachen gerade mit Frank. Und ja, ich muss mich bei allen Teams bedanken, die uns geholfen haben - vor allem beim Löschen des Brandes." "Wie ich schon sagte: Das Team hat unermüdlich gearbeitet, um alles auf dieses Rennen hier vorzubereiten. Wir hatten nicht viel Zeit, sondern nur eine Woche oder eineinhalb, um alles herzurichten. Es war wenig Zeit. Ich möchte mich wirklich bei allen Teams bedanken, die uns geholfen haben, indem sie uns sogar Extradinge für dieses Rennen angeboten haben." Frage: "Lewis, du bist offenbar kürzlich nach Monaco gezogen. Wie anders ist es, zuhause zu fahren - oder nahe deiner Heimat? Vielleicht kann auch Michael etwas dazu sagen, denn auch er hat einmal hier gewohnt, und Pastor ebenfalls ..." Hamilton: "Mir gefällt es hier sehr. Es ist ein fantastisches Gefühl, in deinem eigenen Bett aufzuwachen und einfach nur die Straße hinunterzufahren, um bei der Arbeit anzukommen. Das erlebe ich heute zum ersten Mal, doch ich bin mir sicher: Es wird einen großen Unterschied ausmachen. Ich habe auch mein früheres Zuhause geliebt, doch das hier ist ein ganz anderer Ort. Ich mag ihn noch ein bisschen mehr, scheint mir." Schumacher: "Im Prinzip fühlst du dich hier - wie Lewis schon sagte - nicht nur zuhause, sondern du bekommst auch hautnah mit, wie die ganze Rennstrecke hier entsteht. Du wohnst hier und läufst durch die Straßen, wenn der Kurs aufgebaut wird, wenn die ganze Geschichte auch in deinem Kopf an Fahrt gewinnt. Und ganz zum Schluss kommt erst die Aufregung ins Spiel, dass du darauf fahren darfst. All dies macht es natürlich umso spezieller." Maldonado: "Ich stimme Michael und Lewis zu. Es ist natürlich richtig toll, hier zu leben und auch noch Rennen zu fahren. Ich kann noch dazu ein bisschen länger schlafen. Auch das ist gut." Frage: "Michael, in einer deutschen Zeitung wird Ross Brawn heute mit den Worten zitiert, dass dich das Team in Schwierigkeiten gebracht hätte. Ich weiß nicht, ob ich das korrekt übersetzt habe. Ich glaube, es soll heißen, dass sie dir beim Auto nicht so sehr entgegen gekommen sind, dass sie dir kein Auto hingestellt haben, das gut genug gewesen wäre. Stimmst du ihm zu? Ist da etwas dran oder nicht?" Schumacher: "Nein. Ich stimme dem nicht zu, was du da vielleicht übersetzt hast. Ich denke nämlich, wir haben ein ziemlich gutes Auto. Ganz ehrlich. Denn wenn man bedenkt, wo wir im vergangenen Jahr standen, dann ist uns ein riesiger Fortschritt gelungen. Wir haben unter Beweis gestellt, dass wir Rennen gewinnen können. Ja, es stimmt: Ich hatte das Pech ein bisschen auf meiner Seite." "Du musst aber auch sehen: Wir sind ein Team, eine große Familie. Wir gewinnen gemeinsam und wir verlieren gemeinsam. Das ist ein Teil des Spiels. Wahrscheinlich wollte er darüber reden. Doch nein, ich fühle mich ganz und gar nicht enttäuscht. Wenn, dann ist es genau umgekehrt: Ich bin noch mehr motiviert, weil wir so viele Fortschritte machen. Ich sehe die künftigen Fortschritte - und darauf konzentriere ich mich noch viel mehr." Frage: "Du warst in der vergangenen Woche in Le Mans und warst Zeuge davon, wie Casey Stoner seinen Rücktritt bekannt gab. Er meinte, nicht zufrieden mit den Regeln in der MotoGP und im Motorrad-Sport allgemein zu sein - und auch mit der Art und Weise, wie sich der Sport entwickelt hat. Kannst du sagen, wie du über diese Entscheidung denkst? Vielleicht ziehst du auch eine Parallele zu deinen Empfindungen, wie sich die Formel 1 entwickelt - in einer Situation, die du selbst nicht besonders magst ..." Schumacher: "Den ersten Teil kann ich ganz bestimmt beantworten. Was ist mein Gefühl? Nun, ich habe vermutlich das Gleiche gefühlt wie diejenigen, die ein bisschen mit der Materie vertraut sind - sie waren überrascht. Mir erging es nicht anders. Du musst es aber respektieren." "Ich kenne seine Gründe oder seine genauen Gründe nicht, doch er ist jung genug, um ein Sabbatical einzulegen, statt komplett aufzuhören. Es gibt sicherlich keine Parallele zu mir. Jeder ist doch sehr einzigartig darin, warum und weshalb er sich zu seinem Rücktritt entscheidet. Ich hatte vor drei Jahren das Gefühl, dass ich müde war. Das ist alles. Mit anderen Gründen hatte das rein gar nichts zu tun." In der Pressekonferenz von Monte Carlo wirkte Mark Webber sehr konzentriert Zoom © xpbimages.com Frage: "Lewis und Mark, Michael hat schon darüber gesprochen. Mark, du meintest, die Öffentlichkeit habe die ersten fünf Saisonrennen genossen. Lewis, du sagtest, dass im Hinblick auf die Regeln und die Reifensituation alle im selben Boot sitzen würden. Macht es euch abgesehen davon Spaß, unter diesen Regeln zu fahren? Könnt ihr einhundert Prozent aus dem Auto herausholen und euer Talent zu einhundert Prozent unter Beweis stellen?" Webber: "So, wie die Rennen in den vergangenen Jahren vonstatten gingen, war es in den Jahren davor nicht. Als wir noch Boxenstopps mit Nachtanken hatten, waren die Rennen unheimlich aggressiv. Es war im Prinzip ein Qualifying, das über die komplette Renndistanz ging. Du musstet viel Druck machen, um die beste Strategie durchzubringen." "Es galt, die Rundenzeiten mit dem jeweiligen Autogewicht genau zu treffen - mit dem Sprit, der eben gerade im Tank war. Es kam darauf an, ob du auf zwei Stopps oder auf drei Stopps oder was auch immer unterwegs warst. Dann wurde das Nachtanken aber verboten. Dadurch veränderte sich das Gesicht des Rennens schon ein bisschen." "Wenn man so will, wurde damit der Ausdauer-Aspekt ein bisschen an Bord geholt. Das betraf wahrscheinlich auch den Fahrstil und die persönliche Ausrichtung des Piloten im Rennen. Dann kam der Wechsel auf Pirelli. Dabei handelte es sich wahrscheinlich um die größte Umstellung bei der Fahrtechnik und dem Fahrstil, an den ich mich erinnern kann. Und ich habe in meiner Karriere ja schon einige Grands Prix bestritten." "Es gibt ein paar Rennen, die ich gewonnen habe - und die Mehrzahl davon auf Pirelli. Doch selbst wenn die Sieger siegen, fahren sie nicht bei einhundert Prozent, denn so ist es nun einmal - es geht nicht. Du musst das Auto ins Ziel bringen und dabei die besten Rundenzeiten fahren, die du über die Dauer des Rennens aufrecht erhalten kannst." "So ist es im Augenblick. Ich mag es noch immer, ein Formel-1-Auto zu fahren. Ich liebe es weiterhin, mit den Ingenieuren zu arbeiten und auf den tollsten Strecken gegen große Gegner zu fahren. All das liebe ich, doch wir müssen uns immer verändern. Wir müssen uns stets weiterentwickeln, weil sich auch die technische Seite des Sports verändert. Es wird immer angenehmere Wege geben, um ..." "Ich persönlich habe die Sprintrennen und das Nachtanken gemocht. Wahrscheinlich ging das allen Fahrern so. Die Rennen waren aber nicht so aufregend. Es war mehr Präzisionsarbeit. Du musstest präzise sein und mehr am Limit. Es ging darum, für die kompletten zwei Stunden ein Gefühl für das Auto zu haben. So ist es aber jetzt nicht mehr. Wir haben es mit anderen Herausforderungen zu tun und diesen müssen wir uns stellen." Hamilton: "Ich weiß gar nicht, was ich da noch sagen soll, wirklich. Mark hat alles gesagt. Ich mag das Rennfahren, wie es jetzt ist. Ich habe es in jedem Jahr gemacht. Jedes Jahr ist aber auch eine neue Herausforderung. Deshalb gibt es Regeln, um uns eine neue Herausforderung zu bescheren." "Es ist ein bisschen anders, wenn du im Rennen nicht zu einhundert Prozent Druck ausübst. Es gibt Augenblicke im Rennen, an denen du wirklich für geraume Zeit richtig Gas geben kannst, doch das hält nicht lange an. Es geht mehr um Ausdauer, wie Mark schon sagte. Du musst deine Reifen am Leben halten." So sah die Williams-Box nach dem Brand in Barcelona aus: Vieles ging kaputt Zoom © xpbimages.com "Es ist trotzdem noch immer eine anspruchsvolle Aufgabe, über einen langen Zeitraum das Beste aus deinen Reifen herauszuholen. Dazu braucht es Talent, Technik und Raffinesse. Wir alle - ich spreche da für mich - versuchen, da den Feinschliff hinzukriegen. Es ist auf jeden Fall trotz allem noch immer die Formel 1. Es macht Spaß und es gibt mehr Überholmanöver. Das wollen die Leute sehen." Frage: "Zwei Fragen an Pastor: Wie fühlt sich dein neues Leben als Grand-Prix-Sieger an? Hat sich in den vergangenen zwei Wochen etwas verändert? Ziehst du nun mehr Aufmerksamkeit auf dich? Zweite Frage: Du hast hier in Monaco schon in der GP2 gewonnen. Ist dir dieser Kurs wir auf den Leib geschneidert? Träumst du davon, diesen Sieg nun in der Formel 1 zu wiederholen?" Maldonado: "Okay. Was den Sieg angeht: Er verändert überhaupt nichts. Ich denke, wir müssen einfach so weiterarbeiten und auch künftig Druck machen. Wie ich schon sagte: Wir befinden uns im Vergleich zu den anderen Teams nicht in der besten Position. Wir müssen uns weiter steigern. Vor uns liegt eine Menge Arbeit." "Das Auto wird jedes Mal noch konkurrenzfähiger. Mir ergeht es nicht anders. Wir haben ein gutes Gefühl. Die Atmosphäre im Team wird besser und besser - vor allem natürlich nach dem Sieg. Damit müssen wir nun fortfahren und weiter Gas gaben. Und ja, Monaco ist etwas Besonderes für mich. Es ist meine Lieblingsstrecke. Ich war hier schon immer schnell." "Ich werde sicherlich mein Bestes geben, um auch an diesem Wochenende das Maximum zu erzielen. Wir werden konkurrenzfähig sein. Davon bin ich überzeugt, aber schauen wir einmal. Es ist eine klassische Strecke. Du musst alles auf die Reihe kriegen, um einen Unterschied zu machen. Gemeinsam mit dem Team werde ich versuchen, das Beste zu tun. Dann werden wir sehen." Frage: "Michael, dein Saisonstart war nicht so berauschend. Schaust du bereits nach vorn? Hast du schon entschieden, ob du auch 2013 fahren wirst? Denkst du darüber nach, ob du trotz deiner sieben Titel noch die Motivation und auch die Energie hast? Siehst du dich weiterhin bei Mercedes oder ist es einfach nur eine Frage, ob du 2013 weiterfahren willst oder nicht?" Motorrad-Fahrer Casey Stoner macht Schluss: Die Karriere endet schon 2012 Zoom © Repsol Schumacher: "Nein, die Entscheidung hat sich eigentlich nicht verändert. Bisher hatten wir uns nicht darauf konzentriert, was 2013 oder in der Zukunft passiert. Es geht mehr darum, was derzeit passiert. Das Team und ich werden uns zusammensetzen. Noch gibt es aber leider keine Neuigkeiten für euch. Ich möchte auch nicht zu tief in diese Diskussion einsteigen - abgesehen von dem, was ich gerade gesagt habe. Belassen wir es dabei." Frage: "Lewis, du meintest vorhin, hier in Monaco würdest du dich wohler fühlen als in der Schweiz. Kannst du uns Gründe dafür nennen? Was ist der Unterschied zwischen diesen beiden Orten? Zweite Frage: Du wachst in deinem eigenen Bett auf und fühlst dich generell wohler hier. Macht das einen Unterschied, wenn du in dieses Wochenende gehst? Wird das deiner Leistung an Schwung verleihen?" Hamilton: "Als ich in der Schweiz lebte, war das eines der schönsten Länder, die ich je besucht hatte. Das Wetter war ein bisschen wie in Großbritannien, doch es war meist viel schöner. Ich wohnte etwas weit weg von der Stadt und es war dort ziemlich ruhig. Es dauerte eine Ewigkeit, um bis zu einem Restaurant zu gelangen. Ich konnte nicht einfach nur hinlaufen oder hinfahren." "Hier scheint die Sonne jeden Tag, was einen Unterschied ausmacht. Wenige Minuten von meinem Zuhause gibt es einige tolle Restaurants. In der Nähe ist auch ein Fitnessklub, außerdem gibt es dort ein Schwimmbad. Vorher habe ich eine halbe Stunde mit dem Auto gebraucht, um zum Fitnesscenter zu gelangen. Das hat nicht so viel Spaß gemacht." "Ich bin noch immer ein Twen. Ich habe das Gefühl, das muss ich weiterhin genießen. Seit ich hier bin, bin ich viel glücklicher. Ich laufe jeden Tag auf der Strecke und laufe sie fast komplett ab. Es ist schon unglaublich, jeden Tag auf seiner Lieblingsstrecke herumlaufen zu können. Ich laufe durch den Tunnel und kann kaum glauben, dass ich hier bin. Du musst dich jeden Tag aufs Neue kneifen." "Du denkst: 'Wow, ich laufe durch den Tunnel, durch den solche Legenden wie Michael und Ayrton (Senna; Anm. d. Red.) gefahren sind. Jetzt bin ich einer dieser Rennfahrer und wohne noch dazu hier.' Das ist schon klasse - und spektakulär. Was das Rennwochenende betrifft: Ich weiß nicht, ob das einen Unterschied machen wird. Es wird mein Wochenende aber sicher nicht schädigen, wenn ich eine Umgebung habe, in der ich mich wohlfühle. Das zählt doch sicher auch etwas."
Das Sauber-Trio 2012: Kamui Kobayashi, Sergio Perez und Esteban Gutierrez Zoom © xpb.cc
Mit dem Japaner Kamui Kobayashi und insbesondere dem seit Platz zwei in Malaysia hoch gehandelten Mexikaner Sergio Perez hat das Sauber-Team zwei Fahrer, mit denen man durchaus auch für 2013 planen könnte. Laut "Radio Fahrerlager" hat aber keiner der beiden einen Vertrag über die Saison 2012 hinaus. Wer nächstes Jahr in den Sauber-Boliden sitzen wird, dürfte auch noch länger nicht feststehen: "Wir sind nicht in Eile", winkt Neo-Anteilseignerin Monisha Kaltenborn ab. Auch Teamchef Peter Sauber will sich erst irgendwann "vor Weihnachten" mit dieser Frage beschäftigen - und ergänzt: "Das ist eine ernste Antwort. Es gibt Jahre, da ist es wichtig, dass man das möglichst schnell macht, und in anderen Jahren ist es besser, man legt es etwas nach hinten." Eine der Fragen ist, wen Ferrari als Nachfolger für Felipe Massa verpflichten wird. Dass Massa spätestens am Saisonende gehen muss, gilt als beschlossene Sache, aber neben Perez gibt es weitere Kandidaten, allen voran Paul di Resta und Adrian Sutil. Bei Sauber könnte theoretisch mit Esteban Gutierrez ein weiterer Mexikaner intern nachrücken, aber: "Ich glaube nicht, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um über Fahrer zu sprechen", sagt Sauber, auf den Testfahrer angesprochen. Kaltenborn ergänzt: "Wir hatten schon vor unserer Partnerschaft mit Telmex Kontakt zu ihm und holten ihn unter BMW als 'angehörigen Fahrer' an Bord, wenn ich mich richtig an die Bezeichnung erinnere. Diese Verbindung hielten wir aufrecht, als BMW ging. Das Team ist von seinem Talent überzeugt, aber jetzt muss er sich auf die Serie konzentrieren, in der er gerade fährt, und dann werden wir sehen, was in Zukunft passiert."
Böse Erinnerungen will Perez an der Cote d'Azur über Bord werfen Zoom © xpbimages.com
Sergio Perez scheint starke Nerven zu haben: Nach seinem Highspeed-Crash im vergangenen Jahr kommt er zurück nach Monaco - und denkt nicht an den Einschlag in der Hafenschikane, sondern an den ersten Grand-Prix-Erfolg in der Formel 1. "Ich zähle uns zu den Sieganwärtern. Schon in den vergangenen Rennen haben wir um die ersten Plätze gekämpft", kündigt der Mexikaner im Gespräch mit 'Auto Motor und Sport' an. Seinen Optimismus erklärt Perez so: "Nach unserem zweiten Platz in Malaysia muss der nächste Schritt der Sieg sein. Ich weiß nicht, ob wir das schaffen werden. Aber die Möglichkeiten sind da", meint "Checo", der schon 2011 Ambitionen hatte. "Im vergangenen Jahr war ich in einer sehr guten Position. Das hätte ein sehr gutes Wochenende werden können", blickt der 22-Jährige zurück. Gänzlich abgehakt ist der Unfall für ihn aber nicht. "Es ist unglaublich für mich, nach so einem Unfall wieder hier zu sein", erklärt er, ohne dabei negative Gedanken zu haben. Er will Monaco den Status "Lieblingsstrecke" nicht aberkennen. "Ich freue mich schon richtig, wieder fahren zu können", blickt Perez voraus. Und so kann er mit den Gefahren im Fürstentum leben. "Es ist sicher kein gutes Gefühl, wenn man so nah an den Mauern entlangfährt. Aber man kennt das Risiko. Deshalb ist es ja auch so ein besonderer Kurs", meint Perez. Da ist es vielleicht besser, dass er sich nicht an alles erinnert, was 2011 geschah: "Danach weiß ich erst wieder, wie ich mich auf dem Weg zum Krankenhaus befand. Ich war einige Minuten bewusstlos." Es bleibt ein letzter Rest Ungewissheit über die Rückkehr in den Leitplanken-Dschungel: "Ich kann noch nicht sagen, wie es sein wird, wenn ich das erste Mal aus dem Tunnel komme. Aber ich glaube, dass ich wieder komplett frei im Kopf bin", hofft Perez. Er könnte es Robert Kubica gleichtun, der nach seinem schweren Unfall in Montreal nur zwölf Monate später am gleichen Ort seinen ersten Formel-1-Sieg feierte.
Kamui Kobayshi gibt zu, dass er kein Fan der berühmtesten Formel-1-Strecke ist Zoom © xpbimages.com
Beim Grand Prix von Spanien glänzte Kamui Kobayashi mit tollen Überholmanövern, die ihn schließlich auf den großartigen fünften Platz brachten. Ob es ihn Monaco ähnlich gut läuft, ist allerdings fraglich, denn in den Häuserschluchten von Monaco wird selbst Überhol-Spezialist Kobayashi Schwierigkeiten haben, an anderen Piloten vorbeizugehen - zudem gilt das Qualifying nicht gerade als große Stärke des Japaners. Im Tischgespräch macht er aus seiner Abneigung gegen das Traditionsrennen kein Geheimnis, spricht über seine Qualifying-Schwankungen und gibt Einblicke in die schwierigen Umgang mit den Pirelli-Reifen.
Frage: "Kamui, glaubst du, dass diese Strecke eurem Auto eingekommen wird?" Kamui Kobayashi: "Das Auto ist gleich wie zuletzt, wir nützen nur den maximalen Abtrieb, der uns zur Verfügung steht. Hier gibt es viele langsame Kurven. Vielleicht sind wir besser als im Vorjahr, aber es ist schwer zu sagen. Es ist nicht einmal hundertprozentig sicher, dass wir viel stärker als im vergangenen Jahr sein werden." Frage: "Im Qualifying von Barcelona lag das andere Auto im dritten Sektor auf Rang fünf oder sechs. Das lässt darauf schließen, dass es euch hier gutgehen könnte." Kobayashi: "Ich hoffe, dass uns das hilft. Bei dieser Strecke kann man kaum etwas sagen, denn wir verwenden hier einen anderen Reifen. Wir nützen die Randsteine mehr als in Barcelona, wo das keine große Rolle spielt. Daher kann man es nicht wirklich vergleichen. Vielleicht läuft es besser als letztes Jahr." "Ich würde in Monaco gerne vier, fünf Stopps sehen." Kamui Kobayashi Frage: "Was erwartest du von den Reifen? Ihr verwendet hier die Mischungen Soft und Supersoft." Kobayashi: "Das ist gut für mich. Vielleicht hätte ich sogar gerne mehr Supersupersoft-Reifen. Selbst im Vorjahr bin ich mit einem Stopp durchgekommen. Dieses Jahr ist die Soft-Mischung vielleicht etwas weicher, aber dennoch ist ein Stopp möglich. Ich würde in Monaco gerne vier, fünf Stopps sehen, denn viele Boxenstopps machen es viel herausfordernder. Manche Teams machen vielleicht Fehler, da kann es kleine Katastrophen geben. So macht Monaco meiner Meinung nach mehr Spaß." Frage: "Glaubst du, dass hier ähnliche Dinge passieren könnten wie im Qualifying von Barcelona, wo plötzlich einigen Teams in Q3 die weichen Reifen ausgingen?" Kobayashi: "Nein, das glaube ich nicht. Alle werden fahren. Das ist Scheiße - ich bin beim letzten Rennen in Q3 nicht gefahren. Sonst hätte ich vielleicht vom siebten Startplatz starten können." Frage: "Die Reifen werden hier also nicht so eine große Rolle spielen?" Kobayashi: "Das ist in Ordnung. Mit den Supersoft-Reifen ist es glaube ich möglich, zwei drei Runden lang die Rundenzeit zu halten. Es wird also anders sein." Frage: "Hier kann es sich wohl kaum jemand leisten, Reifen im Qualiying zu sparen, denn man benötigt eine gute Startposition. Man kann hier im Rennen drei Sekunden langsamer fahren, und der Kerl hinter dir kann trotzdem nicht überholen..." Kobayashi: "Ja, das ist wahr." "Ich war in Spanien ähnlich schnell wie Maldonado, vielleicht schneller. Ich hätte definitiv eine große Chance gehabt." Kamui Kobayashi Frage: "In Barcelona hattest du dieses Qualifying-Problem, und am Ende des Rennens warst du an der Spitze dieses großen Pulks. Wie weit vorne hättest du mit einer Startposition wie dein Teamkollege landen können?" Kobayashi: "Ich hätte mit der Spitze kämpfen können. Wenn ich meinen letzten Stint analysiere - da war ich ähnlich schnell wie Maldonado, vielleicht schneller. Ich hätte definitiv eine große Chance gehabt. Ich hatte aber ständig Verkehr. Da kann man nichts machen."
Frage: "Kann der Fahrer hier einen größeren Unterschied machen?" Kobayashi: "Ich denke, dass es hier auf das Selbstvertrauen ankommt. Mit dem nötigen Selbstvertrauen könnte hier jeder eine gute Rundenzeit fahren. Ich weiß nicht. Ich komme hier gut zurecht. Es handelt sich um einen Stadtkurs, das ist keine richtige Formel-1-Strecke. Da geht es eher darum, in Monaco mit der Formel 1 eine Show zu machen. Fast alle Strecken sind heute mittelschnell oder schnell. Das sind eher Strecken, wo wir eine Formel-1-Performance zeigen können. Hier müssen wir einfach das Rennen durchziehen und so viele Punkte wie möglich mitnehmen." Frage: "Welche Kurven sind hier am aufregendsten?" Kobayashi: "Die Haarnadel." Frage: "Warum?" Kobayashi: "Weil wir nicht ordentlich lenken können. Das ist recht witzig für die Formel 1." Frage: "Und die Schwimmbad-Passage? Du scheinst von dieser Strecke nicht wirklich begeistert zu sein..." Kobayashi: "Nein."
Frage: "Ist sie dir zu langsam?" Kobayashi: "Die Geschwindigkeit ist niedrig, man ist nur nahe an den Mauern." Frage: "Spielst du mit den Mauern?" Kobayashi: "Manchmal kann man sie berühren. Manchmal versuche ich wirklich, sie zu berühren - um zu wissen, wo das Limit ist. Das ist einfach." "Manchmal versuche ich wirklich, die Mauern zu berühren - um zu wissen, wo das Limit ist." Kamui Kobayashi Frage: "Wo ist es einfach, die Mauern zu berühren oder die Randsteine zu nutzen?" Kobayashi: "Man muss immer am Limit sein. Aber das ist nicht mein Lieblingsort, um Rennen zu fahren. Rennfahren bedeutet für mich hohe Geschwindigkeit und Überholmanöver. Hier ist es eher eine Show. Natürlich brauchen wir hier Glück, und wenn wir Glück haben, dann schaffen wir es vielleicht in die Punkte. Ohne Glück ist das hier eine Katastrophe." "Man weiß nie, ob das Safety-Car herauskommt, wann die anderen Autos an die Box fahren. Selbst mit einem guten Reifen kann man nicht überholen. Es geht die ganze Zeit nur ums Glück. Grundsätzlich passiert hier sehr oft das Unerwartete. Es passiert nicht das, womit man rechnet. Ich konzentriere mich mehr auf das Fahren und glaube dem Team. Wir warten auf das Glück." Frage: "Du bist im Qualifying nicht immer konstant. Hängt das von der Strecke ab?" Kobayashi: "Das liegt am Auto." Frage: "In China warst du sehr gut. Warum..." Kobayashi: "Selbst in Barcelona hätte es gut laufen können, aber ich bin nicht gefahren. (lacht) man darf nicht nur auf die Zahlen schauen. Vielleicht waren wir in Bahrain nicht gut, Schanghai war gut, Melbourne war in Ordnung. Wir konnten nur die Reifen nicht auf Temperatur bringen." Frage: "Das Team hat im Winter hart am Umgang des Autos mit den Reifen gearbeitet. Wie gut versteht ihr die Reifen jetzt?" Kobayashi: "Wir versuchen, die Reifen zu verstehen, und lernen ständig dazu. Es entwickelt sich gut, und wir sind wirklich zuversichtlich. Aber ich brauche etwas Glück." (lacht) Frage: "Der Grip kann sich hier von einem auf den anderen Moment verändern." Kobayashi: "Wirklich? Das glaube ich nicht." Frage: "Manche Fahrer sagen, dass es ihnen am ersten Tag gut geht, aber am zweiten Tag ist alles anders." Kobayashi: "Ja, weil die Straßenautos hier fahren. Aber von einer Minute auf die andere? Nein." "Ich denke, dass nicht einmal Williams genau weiß, was sie genau getan haben." Kamui Kobayashi Frage: "Manchmal verändern sich auch die Temperaturen um zwei, drei Grad..." Kobayashi: "Nein. Vielleicht gibt es kleine Unterschiede, aber das ist für alle gleich. Das passiert auf jeder Strecke, nicht nur in Monaco. Wir haben dieses Problem ständig. Manchmal läuft es gut, manchmal nicht. In Schanghai im letzten Qualifying, da waren wir vor Q3 um drei, vier Zehntel schneller, aber dann ging nichts mehr." Frage: "Seltsam..." Kobayashi: "Das ist nicht seltsam. Das ist der Reifen. Das kann passieren. Es ist nicht die Strecke. Ich hatte mich verbessert, und deswegen ist es mir davor gelungen. Wenn ich früher gefahren wäre, wäre ich viel schneller gewesen." Frage: "Man muss den Reifen in das Arbeitsfenster bringen..." Kobayashi: "Das ist nicht so einfach. Alles hängt mit dem Reifendruck zusammen, mit dem Aufwärmen und anderen Dingen. Ich denke, dass nicht einmal Williams genau weiß, was sie genau getan haben. Vielleicht haben sie bei den letzten Rennen gut gearbeitet bla bla bla, aber bei diesem Reifen weißt du nie. Man muss immer gut arbeiten, man muss die Sache immer planen und die Reifentemperatur vielleicht jede Minute überprüfen. Ich glaube nicht, dass irgendjemand diesen Reifen versteht. Es ist verblüffend - wir haben nie eine Antwort, man weiß nie was passiert." Frage: "Glaubst du, dass DRS hier im Rennen eine Wirkung haben wird?" Kobayashi: "Nein."
Quelle: motorsport-total.com
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| Formel 1 » Williams zurückhaltend: Sieg nicht das Ziel |
Williams zurückhaltend: Sieg nicht das Ziel
23.05.2012 - 19:14
Fernando Alonso war im ersten Training deutlich schneller als alle anderen Zoom © xpbimages.com
Für den Rest des Wochenendes ist der Wetterbericht instabil, aber während des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco präsentierte sich die Cote d'Azur von ihrer schönsten Seite. Zwar ist es nach rund acht Minuten unmöglich, Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis zu ziehen, aber die erste Bestzeit des Donnerstags sicherte sich Fernando Alonso in 1:16.265 Minuten. Der Ferrari-Pilot verpasste damit seine Donnerstags-Bestzeit aus dem Vorjahr (1:15.123 Minuten), distanzierte aber Romain Grosjean (Lotus) um 0,365 und Sergio Perez (Sauber) um 0,446 Sekunden. Perez war zu Beginn der Session der Erste, der einen kompletten Run absolvierte - möglicherweise auch, um sein Unfalltrauma des Vorjahres gleich zu Beginn des Wochenendes abzuschütteln. Das dürfte ihm gelungen sein. Kovalainens Renault-Motor geplatztEine Zeitenjagd am Ende blieb übrigens aus, weil die Session knapp zehn Minuten vor Schluss unterbrochen werden musste. Heikki Kovalainen (18./Caterham/+2,774) vernebelte erst den kompletten Tunnel, ehe der Motor vor der Hafenschikane komplett kaputt ging und blockierte, sodass der Finne an einer gefährlichen Stelle stehen bleiben musste. "Der Motor ist weg", funkte Kovalainen, ehe sein Caterham von neun Streckenposten weggeschoben wurde. Sergio Perez scheint den Schock des Vorjahres schon gut verdaut zu haben © xpbimages.com "Wir wissen nicht genau, was passiert ist", erklärt ein Caterham-Sprecher. "Als Heikki aus dem Tunnel herauskam, spürte er, wie die Hinterachse blockierte. Deshalb stellte er das Auto ab. Das Fahrzeug wurde nicht beschädigt, doch es gab reichlich Rauch. Für den Nachmittag dürfte ein Motorwechsel anstehen. Wenn der bisherige Motor dann wieder in der Renault-Fabrik ist und dort untersucht wird, dürfte sich die genaue Ursache feststellen lassen." "Das ist eine Stelle, an der man nicht stehen bleiben sollte, aber wo soll man hin, wenn der Motor blockiert?", meint Experte Marc Surer. Zum Glück ging die Situation glimpflich aus und alle nachfolgenden Autos konnten trotz der schlechten Sicht ausweichen. Aufgrund der von Kovalainen gelegten Ölspur im Tunnel wurde die Session nicht mehr neu gestartet - sehr zum Leidwesen von Sebastian Vettel (9./Red Bull/+0,957), der noch etwas ausprobieren wollte. Training: Jede Runde zählt"In Monaco", weiß der ehemalige Formel-1-Pilot Surer, "zählt jede Runde. Es ist eine Fahrerstrecke. Natürlich muss das Auto passen, aber der Einfluss des Fahrers ist hier größer als auf jeder anderen Strecke." Hofft auch der drittplatzierte Perez und meint selbstbewusst: "Wir sind hier ziemlich konkurrenzfähig. Es wird also unser Ziel sein, um das Podium zu kämpfen." Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari macht ihm Mut: "Sauber scheint einen Schritt gemacht zu haben." Ex-Weltmeister Mika Häkkinen hat eher seinen Landsmann Kimi Räikkönen auf der Rechnung: "Der Lotus scheint hier wirklich gut zu gehen." Aber während Grosjean im Drift-Fahrstil von Anfang an ganz vorne mitfuhr, hatte Räikkönen die Lotus-Box schon verlassen, als Kovalainens Renault-Motor noch gar nicht geplatzt war. Wegen eines Problems mit der Servolenkung musste der "Iceman" die erste Session nach der Installationsrunde spritzen. Massa bemüht, aber verkrampftDie Monaco-Spezialisten Lewis Hamilton (McLaren/+0,482) und Pastor Maldonado (Williams/+0,495) landeten auf den Plätzen vier und fünf, noch vor Felipe Massa (Ferrari/+0,578), der heute Morgen sehr couragiert wirkte und 19 Runden absolvierte. In einer davon streifte er unnötigerweise auf der Geraden (!) vor der Tabak-Kurve die Leitplanken, aber das Team nahm ihn via Funk in Schutz: "Schon okay, kann passieren, Felipe." Kimi Räikkönen musste im ersten Freien Training bis auf eine Runde zuschauen © Lotus Das Mercedes-Duo Rosberg/Schumacher landete mit jeweils rund einer Sekunde Rückstand auf den Plätzen zehn und elf, unmittelbar vor Nico Hülkenberg (Force India/+1,366). Apropos Mercedes: Schumacher bereitete seiner Crew ein wenig Arbeit, als er mit einem losen Frontflügel an die Box kam. Was die Ursache für dieses Problem war, ging aus den TV-Bildern jedoch nicht hervor. 13. wurde Mark Webber (Red Bull/+1,841). Jenson Button (+0,925) belegte zunächst Platz acht. McLaren testete aber nicht nur für dieses Wochenende, sondern auch schon 2013er-Komponenten - und die scheinen die Fahrer noch immer in der Sicht zu beschränken, wie Button über Funk lautstark bemängelte. Ansonsten gab es während des ersten Trainings keine Zwischenfälle oder Crashes, was für die Disziplin des Starterfeldes spricht. Übrigens: Freitagstester waren heute nicht im Einsatz.
Bestes Rennwetter in Monaco: Schmeckt das den Reifen oder tut es das nicht? Zoom © xpbimages.com
(Motorsport-Total.com/Sky) - Als wäre der Stadtkurs von Monte Carlo nicht schwierig genug: Die Pirelli-Reifen der Formel 1 werden die Fahrer und ihre Teams auch beim Glamour-Grand-Prix vor eine große Aufgabe stellen. Davon sind die unmittelbar Beteiligten überzeugt. Die Frage ist allerdings noch, wie groß der Einfluss der Pneus auf die Gesamtleistung sein wird. Michael Schumacher hat da einen gewissen Verdacht. Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister rechnet mit keinem allzu "wilden" Wochenende, was die Reifensituation anbelangt. "Hier sollte es etwas konstanter sein und nicht so dramatisch wie bei anderen Rennen. Es kommt aber ganz auf die Temperaturen an", meint Schumacher. Im ersten Freien Training gab es im Fürstentum noch frühlingshafte 22 Grad Celsius - optimale Bedingungen. "Wenn wir in einem solchen normalen Bereich liegen, sollte es halbwegs okay sein", erklärt "Schumi" und fügt hinzu: "Sollten wir in die 30er gelangen, wird es für alle problematisch." Generell sei das Fahren in Monaco "ein Drahtseilakt, bei dem du im Rennen 78 Runden lang jonglierst. Manchmal fällst du runter, manchmal bleibst du drauf. Dementsprechend verändert sich der Spaß", sagt Schumacher.
Jenson Button ist sich der Fehler aus den vergangenen Rennen wohl bewusst Zoom © xpbimages.com
Drei aus fünf: Jenson Button punktete in diesem Jahr nicht in jedem Rennen, was den britischen McLaren-Piloten bereits einiges an Boden kostete. Trotzdem zeigt sich der Weltmeister von 2009 vor dem Großen Preis von Monaco sehr zuversichtlich, schließlich liebt er diesen Grand Prix und hat ihn auch schon einmal gewonnen. In seiner Medienrunde spricht Button über den speziellen Reiz eines Rennens im Fürstentum und über seine Aussichten in der WM-Gesamtwertung der Formel 1. Frage: "Jenson, du hast auf dem einzigen Stadtkurs gewonnen, den die Formel 1 in diesem Jahr schon besucht hat. Monte Carlo ist aber eine etwas andere Nummer. Was denkst du vor dem Beginn dieses Wochenendes?" Jenson Button: "Es ist schön, wieder hier zu sein. Ich denke, wir alle lieben es, durch die Straßen von Monaco zu fahren. Es ist einer dieser Kurse, die keinen Fehler verzeihen." "In Melbourne kannst du dir vielleicht noch einen Schnitzer erlauben, doch hier bedeutet dergleichen schlichtweg 'Game Over'. Monte Carlo macht sehr viel Spaß, selbst im Simulator. Der Spaßfaktor ist beim Fahren einfach noch viel größer als auf anderen Strecken. Ich freue mich schon sehr darauf, am Freitag endlich loszulegen." Die Vorfreude ist großFrage: "Kannst du aus der Arbeit im Simulator schließen, dass das Auto in Monte Carlo konkurrenzfähig sein wird?" Button: "Nun, das Fahrzeug fühlte sich im Simulator sehr gut an. Schauen wir einmal, wie sich die Situation hier auf der Strecke darstellt. Du musst in jedem Fall große Vorsicht walten lassen, denn der Kurs verbessert sich im Verlauf des Wochenendes." "Es ist zudem der einzige Ort, an dem wir schon donnerstags fahren. Danach haben wir einen Tag frei und die Straßenautos fahren über die Strecke. Am Samstag steigt dann die Qualifikation. Da musst du aufmerksam sein und darfst dich nicht zu unbedarft verhalten. Das Überholen ist hier nicht so einfach." Frage: "Nach dem vergangenen Jahr hast du hier sicherlich noch eine offene Rechnung ..." Button: "Ja, wir haben uns erst wieder mit dem Rennverlauf von 2011 vertraut gemacht. Man könnte sagen, dass der Abbruch zum Schluss dafür gesorgt hat, dass unsere Chancen auf den Sieg ein bisschen vermindert wurden." "Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben." "Egal, das liegt nun in der Vergangenheit. Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben. Ob das drin ist, wird sich zeigen. Es ist so gesehen nicht anders als an jedem anderen Wochenende sonst. Die Situation gestaltet sich von Rennen zu Rennen derart unterschiedlich. Pastor (Maldonado; Anm. d. Red.) hatte sich in Bahrain noch auf Rang 17 qualifiziert, glaube ich." "In Barcelona qualifizierte er sich dagegen auf Platz zwei. Ich denke nicht, dass sich so viel verändert hat. Es ist schwierig. Aus Fahrersicht ist Monte Carlo eine etwas andere Nummer. Die Erfahrung spielt hier eine ziemlich wichtige Rolle. Entscheidend ist auch, das Auto auf einem solchen Kurs wirklich zu verstehen. Hoffentlich gelingt uns das bis Samstag."
Frage: "Nach dem Spanien-Rennen konntest du nur mit dem Kopf schütteln, weil es offenbar nicht so lief, wie du dir das gedacht hattest. Habt ihr eure Probleme in den Griff gekriegt?" Button: "Bisher habe ich das Auto noch nicht gefahren, also nein, ich weiß es nicht. Ja, wir haben gemeinsam mit den Ingenieuren einen Blick in die Daten geworfen. Es gibt ein paar Dinge, von denen wir glauben, ein paar Fehler gemacht zu haben. Trotzdem müssen wir abwarten und schauen, wie sich das Auto hier anfühlt." McLaren auf FehlersucheFrage: "Die jüngsten Rennen waren nicht gerade berauschend. Es gab ein paar Fehler seitens des Teams. War das ein Thema in der Fabrik?" Button: "Na klar. Jeder macht Fehler. Wir haben ein paar gemacht, doch damit wirst du nicht Weltmeister. Wichtig ist, daraus zu lernen und weiterzumachen. Es geht darum, sicherzustellen, dass sich dergleichen nicht wiederholt." "Wir haben das Team dahingehend auch ein bisschen umstrukturiert. Wir als Team müssen schauen, was wir speziell bei den Boxenstopps tun können. Wir haben hier einige Verbesserungen am Start, die uns ziemlich helfen sollten. Es kommt auf Konstanz und Tempo an. Hier ist es eh etwas Besonderes: In Monaco brauchst du eine gute Qualifikation, einen guten Start und gute Boxenstopps." Frage: "Verläuft die Saison bisher so, wie du es erwartet hast? In fünf Rennen gab es fünf Sieger - und auch du hast 2012 schon gewonnen ..." Button: "Nein, dergleichen hatte ich nicht erwartet. Wir gingen zuversichtlich in die Saison, denn wir hatten einen guten Winter gehabt. Die Saison begann stark für uns. Eben wie wir es uns erhofft hatten. Seither war es sehr durchwachsen für uns." "Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar." Jenson Button "Wir waren schnell in Malaysia und schnell in China, aber in Bahrain und Spanien waren wir zumindest im Renntrimm nicht konkurrenzfähig. Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar. Wir hatten geglaubt, dass uns die Hitze vor Probleme stellt, doch die beiden jüngsten Rennen waren heißer als die vorangegangenen. Wir versuchen noch immer, herauszufinden, was Sache ist."
Frage: "Die Meisterschaft ist jedenfalls noch vollkommen offen ..." Button: "So ist es. Ich habe aber schon in zwei Rennen keine Punkte geholt. Das ist sehr seltsam. Es ist so schwierig, schlau daraus zu werden. Du musst einfach bereit sein. Manchmal scheint das Auto zu funktionieren, manchmal nicht. Wichtig ist, keine Fehler zu machen. Dann bist du vorn mit dabei." Wie halten die Reifen in Monte Carlo?Frage: "Bist du im Hinblick auf die Reifen ein Zocker oder wartest du darauf, bis die letzte Karte aufgedeckt wird?" Button: "Ich war eigentlich immer gut darin, doch in diesem Jahr haben wir anscheinend ein paar Probleme damit, die Reifen zu verstehen. Ich denke, da sitzen wir alle im selben Boot." "Hoffentlich sehen wir vor dem Qualifying klarer, denn Monte Carlo kann die Reifen schon sehr intensiv rannehmen. Auf einmal sind die Pneus dann hinüber. Das sahen wir 2009 bei Sebastian Vettel, aber nicht nur damals. Wir hoffen einfach, ein besseres Reifenverständnis zu haben, als dies an den vergangenen Wochenenden der Fall war." "Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet." Jenson Button Frage: "Sebastian Vettel fuhr im vergangenen Jahr 50 Runden auf der weichen Mischung. Denkst du, das wäre auch mit den aktuellen Reifen möglich?" Button: "Waren es bei ihm wirklich 50 Runden oder kam ihm da die rote Flagge dazwischen? Es waren 50 Runden? Okay, cool. Es sah jedenfalls ganz nach einem sehr aufregenden Zieleinlauf aus. Ich weiß nicht, was passiert wäre. Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet. Wir werden es nie erfahren. So kam es nicht, weil das Rennen ja unterbrochen wurde." Frage: "Das Wetter könnte am Sonntag für eine nasse Strecke sorgen, vielleicht auch schon am Samstag. Gut für euch?" Button: "Ich werfe alle zwei Stunden einen Blick auf die Wettervorhersage. Sie verändert sich ständig. Am Dienstag hieß es noch, es würde Samstag und Sonntag regnen, jetzt soll es nur am Samstag regnen oder gar nicht, und erst am Montag." "Schauen wir einmal, was passiert. Im Qualifying hat man es natürlich gern trocken, weil es ein solcher Kick ist, wenn man das Auto ans Limit bringt. Das lieben wir. Im Nassen ist es ganz anders, doch wir würden trotzdem das Beste daraus machen." Frage: "Ich habe hier zehn Euro für dich, aber die musst du auf den Fahrer setzen, von dem du glaubst, dass er hier gewinnt ..." Button: "Ich! Einhundert Prozent." Frage: "Dann nimm das Geld ..." Button: "Nein. Ich nehme kein Bargeld (lacht; Anm. d. Red.)." Ein Traditionskurs, der Freude machtFrage: "Zurück zu Monaco: Dieser Kurs ist etwas Besonderes, nicht wahr?" Button: "Ja. Wir alle lieben es, hier durch die Straßen zu fahren. Es ist eine ungewöhnliche Strecke, denn die Leitplanken stehen so nah. Fehler werden nicht verziehen. Es ist ein Traditionskurs. Das ist gut." "Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Jenson Button "Wir lieben solche Orte - Suzuka, Spa-Francorchamps. Die Strecke an sich hat sich nicht viel verändert, doch es gibt nun bessere Auslaufzonen. Das macht viel Spaß. Wenn du hier im Qualifying alles aus dem Auto herausholen kannst, dann ist das einfach nur toll. Das lieben wir. Dann realisierst du, dass du einen Formel-1-Rennwagen mit 750 PS zähmst. Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Frage: "Du hast hier schon gewonnen. Wie aufregend ist dieser Kurs und wo sind die Schlüsselstellen?" Button: "Es ist der gesamte Kurs. Es ist völlig verrückt, hier mit einem Formel-1-Auto herumzufahren. Uns macht das aber sehr viel Spaß. Es gibt hier zwar nicht sehr viele schnelle Kurven, doch die sind sehr aufregend. Die Schwimmbad-Passage ist toll, aber auch der Hügel beim Kasino. Du musst dich herantasten, denn sonst schlägt dieser Ort zurück, wenn du nur einen kleinen Fehler machst. Deshalb ist es so spannend." Frage: "Am Ausgang des Tunnels wurden ein paar Bodenwellen entfernt. Ist das gut oder schlecht für das Überholen an dieser Stelle?" Button: "Nun, wir hatten schon 2011 kein DRS an dieser Stelle und auch in diesem Jahr ist das der Fall. Das ist gut so. Es wurden aber auch die Reifenstapel verschoben, in die Perez eingeschlagen war. Auch das ist gut. In den Auslaufzonen wurde zudem etwas Sand in die Farbe gemischt. Das sollte dabei helfen, die Autos rascher abzubremsen. Ebenfalls eine gute Sache."
Fernando Alonso tritt in Monaco mit einem in Gold und Weiß gehaltenen Helm an Zoom © Ferrari
Eine Stadtrundfahrt im Zuhause der Reichen und Schönen: Beim Großen Preis von Monaco geht es alljährlich um das Motto "sehen und gesehen werden". Wohl auch deshalb warten die Fahrer und Teams der Formel 1 meist bei diesem Rennen mit besonderen Lackierungen oder neuen Farben auf. Bei Fernando Alonso ist das 2012 nicht anders: Der Spanier bringt einen speziellen Helm an den Start. Der eigens für die Hatz im Leitplanken-Kanal von Monte Carlo entworfene Kopfputz besticht durch die Farben Gold und Weiß und stellt eine Hommage an das Traditionsrennen dar. Ebenfalls eingearbeitet sind Elemente aus dem Glücksspiel wie Jetons, Roulette und Würfel. Außerdem ist auf der Oberseite des Helms ein Ferrari 158 zu sehen, wie ihn John Surtees 1964 fuhr - und damit Weltmeister wurde. Zu sehen ist darüber hinaus das Viktoria-Kreuz von Asturien, der spanischen Heimat von Alonso. Und neben dem Monaco-Motto "Bet on Red" ("Setze auf Rot"; Anm. d. Red.) finden sich auf dem Helm noch diverse Zahlen, die allesamt mit der Formel-1-Karriere des zweimaligen Weltmeisters und der Formel 1 im Fürstentum in Verbindung stehen. Auch seine zwei Monaco-Siege sind dort verewigt. Die "78" steht beispielsweise für die Anzahl der Rennrunden beim Großen Preis von Monaco, die "70" für das runde Jubiläum des Traditionsrennens. 75 Mal stand Alonso bereits auf einem Formel-1-Podest, 20 Mal startete er von der Pole-Position. Die "19" entspricht der Anzahl der Kurven auf einer Runde in Monte Carlo, die "5" Alonsos Startnummer. Was die "14" bedeuten soll, wurde nicht verraten.
"Hallo, Jungs, wir müssen da was ändern." Bernie Ecclestone stört sich am Q3-Ablauf Zoom © xpbimages.com
Das Top-10-Finale im Qualifying ist nicht mehr das, was es einmal war. Denn statt mit einem letzten frischen Reifensatz auf die Jagd nach der Pole-Position oder einem vorderen Startplatz zu gehen, verzichten einige Piloten lieber auf eine schnelle Runde. Sie sparen sich ihre neuen Reifen auf, um dann im Rennen bessere Karten zu haben. Darunter leidet jedoch das Spektakel in der Qualifikation. Dies stört auch Formel-1-Chef Bernie Ecclestone. Dem 81-jährigen Briten ist die Umsetzung der aktuellen Regeln ein Dorn im Auge: "Was im Augenblick falsch läuft, ist, dass einige Fahrer denken, nicht auf die Pole-Position fahren zu können." Der Grund für diese Zurückhaltung sei das Kontingent an frischen Pirelli-Pneus. Doch mit einer neuen Verordnung könnte Abhilfe geschaffen werden. Ecclestone hat einen Vorschlag parat: "Ich sage ja schon lange, dass es einen weiteren Reifensatz geben sollte, der nach der Qualifikation abgegeben werden muss. Dann gibt es nichts, was man sich aufsparen könnte. Dann sind die Teams zum Wechseln gezwungen", meint Ecclestone und merkt an: "Was wir brauchen, ist ein weiterer Reifensatz, damit im Zeittraining mehr Runden abgespult werden." Mit den unvorhersehbaren Rennen ist der Formel-1-Chef indes vollkommen zufrieden und stellt seinen Reifenlieferanten - unabhängig von der Situation in der Qualifikation - ein sehr gutes Zeugnis aus: "Pirelli hat klasse Arbeit geleistet. Es ist weitaus schwieriger für sie, einen Reifen zu bauen, der nur 30 Prozent des Rennens durchsteht, als einen Reifen zu entwerfen, der die komplette Distanz meistert." "Es war ein Teil meines Vertrags mit ihnen, dass die Reifen nur für einen Teil des Rennens haltbar sein sollten. Ich war beeindruckt davon, dass es ihnen gelang", sagt Ecclestone. "Es hätte auch leicht anders kommen können, sodass nur zehn Runden drin gewesen wären oder das gesamte Rennen. Es war eine technische Meisterleistung", findet der Brite. "Ich hätte nicht gedacht, dass sie es schaffen."
Formel 1 zu Gast in Frankreich: Das bis dato letzte Rennen datiert aus 2008 ... Zoom © xpb.cc
Eine Neuauflage des Großen Preises von Frankreich schien in den vergangenen Monaten bereits gewaltig an Fahrt aufgenommen zu haben, doch just im Wahlmonat kamen die Vorhaben um das Comeback in der Formel 1 wieder ins Stocken. Offenbar ist nun auch der angestrebte Rennplatz in Paul Ricard, wo die Königsklasse in der Vergangenheit bereits fuhr, nicht mehr länger erste Wahl. Dabei hätte alles so einfach sein können, wie Formel-1-Chef Bernie Ecclestone gegenüber 'ESPN' betont. "Die Franzosen hatten genug Gelegenheiten, um es wahr zu machen, taten es aber nicht. Sie versprachen uns all die Dinge wie die Straßen von Paris oder Disney", meint der Brite. All diese Ansätze waren aber meist genauso schnell wieder vom Tisch, wie man sie aufgetischt hatte. Das Grand-Prix-Thema sei in Frankreich halt "sehr politisch", erklärt Ecclestone und merkt an: "Ich weiß nicht, ob es anders gewesen wäre, wenn Sarkozy wiedergewählt worden wäre. Keine Ahnung. Als er noch an der Macht war, hätten sie unterschreiben können. Sie hatten einen Vertrag vorliegen. Alles, was sie tun mussten, war, ihre Unterschrift darunter zu setzen", hält der Formel-1-Chef fest. Andererseits habe es ständig an der nötigen Konsequenz hinsichtlich eines Rennplatzes gefehlt, fügt Ecclestone hinzu: "Sie kamen eh nie zu einer Übereinkunft mit Paul Ricard. Dort würden Investitionen nötig werden, um Tribünen aufzubauen. Und der Paddock-Club ist nicht groß genug", sagt der 81-Jährige. Inzwischen ist auch nicht ausgeschlossen, dass die Formel 1 nach Magny-Cours zurückkehrt.
Teamchef Ross Brawn pocht auf die historische Bedeutung von Mercedes Zoom © xpbimages.com
Während beim letzten Concorde-Agreement, das im Jahr 2009 ratifiziert wurde, der Automobil-Weltverband FIA unter dem damaligen Präsidenten Max Mosley eine der treibenden Kräfte war, spielt die FIA bei den aktuellen Verhandlungen für 2013 bis 2020 praktisch keine Rolle. Bisher fanden die Gespräche fast ausschließlich zwischen Bernie Ecclestone und den Teams statt. Ross Brawn missfällt das: "Wir haben noch einen langen Weg vor uns, bevor wir finale Lösungen erreichen", sagt er und unterstreicht: "Ich denke, was man in all das einbeziehen sollte, ist die Rolle, die die FIA in Zukunft spielen wird, ihre Rolle in unserem Sport. Sie waren bisher ruhig, aber sie werden eine Rolle spielen. Ich bin einigermaßen zuversichtlich, dass wir vernünftige Lösungen für die Zukunft finden können. Ich glaube aber nicht, dass schon alles erledigt ist." Mercedes war bisher das einzige Topteam, das Ecclestone noch nicht signalisiert hatte, das neue Concorde-Agreement unterschreiben zu wollen. Bei einem Treffen mit Daimler-Konzernchef Dieter Zetsche - Brawn war aus gesundheitlichen Gründen abwesend - dürfte es zuletzt in Barcelona aber eine Annäherung zwischen Mercedes und den Inhabern der kommerziellen Rechte gegeben haben. Angeblich könnte dieses Wochenende alles unter Dach und Fach gebracht werden. Brawn schweigt zur Mercedes-Situation hinsichtlich des Concorde-Agreements: "Ich kann das immer noch nicht kommentieren", meint er und ergänzt in Anspielung auf die von Ecclestone angezweifelte historische Bedeutung der deutschen Marke: "Wir sind sehr stolz auf unsere Geschichte und glauben, dass sie für den Sport wichtig ist. Da sind die Menschen unterschiedlicher Auffassung. Aber das ist alles Teil der heiklen Verhandlungen, die stattfinden."
Nico Hülkenberg blickt skeptisch auf die Hackordnung in der Formel 1 Zoom © xpbimages.com
Ein Mal schrammte Force India knapp an einem Grand-Prix-Sieg vorbei: Das war mit Giancarlo Fisichella in Spa-Francorchamps. Dass diese Gelegenheit bald wieder kommt, glaubt Nico Hülkenberg nicht, wie er 'auto motor und sport' verrät: "Williams und Sauber waren nach unseren Messungen in Barcelona bei den schnellsten Autos dabei. Die muss man jetzt auch zu den Top-Teams zählen." Den Mercedes-befeuerten Inder dagegen nicht. Und das trotz der Fortschritte, die die Truppe um Besitzer Vijay Mallya gemacht hat: "Wir haben uns definitiv gesteigert, vor allem in der Traktion. Unsere Gegner sind diesen Schritt aber mitgegangen", erklärt Hülkenberg und verweist erneut auf die ehemaligen Mittelfeldkonkurrenten, von denen nur noch Toro Rosso hinter Force India rangiert. "In den schnellen Kurven sind Sauber und Williams besser als wir." Woher rührt es, dass Force India - denen rund drei Zehntelsekunden fehlen - nicht mit der Konkurrenz aus der Hinwil und Grove mithalten kann? Für Hülkenberg sekundär: "Uns bleibt nichts anderes übrig, als zu entwickeln, weil wir zurückliegen. Wir brauchen noch ein paar Zehntelchen, um an die anderen ranzukommen", insistiert er. "Es ist wichtig, eine gute Balance zwischen Entwicklung und dem Verständnis des Autos zu finden", macht Hülkenberg deutlich. Dann scheint das erklärte Saisonziel, nämlich Rang fünf in der Konstrukteurs-Wertung, nicht außer Reichweite. "Das ist immer noch möglich, wenn auch schwierig, weil die anderen auch weiter Punkte machen werden", befürchtet der Emmericher und hofft auf die Kurse, die 2011 im Sommer und Herbst im Grand-Prix-Kalender standen. "Da ist der Knoten bei uns auch erst in der zweiten Saisonhälfte aufgegangen", so Hülkenberg.
Seiner Heimat Großbritannien hat Hamilton schon lange den Rücken gekehrt Zoom © xpbimages.com
Viele Fahrer haben ihren Wohnsitz in das Steuer- und Lebensqualitäts-Paradies Monaco verlegt. Auch Lewis Hamilton gefällt es an der Cote d'Azur. Der Brite ist erst kürzlich aus der Schweiz in das Fürstentum gezogen und zeigt sich begeistert vom neuen Wohnort sowie dem kurzen Weg an den Arbeitsplatz: "Es ist ein fantastisches Gefühl, in deinem eigenen Bett aufzuwachen und einfach nur die Straße hinunterzufahren, um bei der Arbeit anzukommen", freut sich der McLaren-Pilot. Lebensgefährtin Nicole Scherzinger beim Vorbeifahren am heimischen Balkon theoretisch zuwinken zu können, gefällt Hamilton. "Das erlebe ich heute zum ersten Mal, doch ich bin mir sicher: Es wird einen großen Unterschied ausmachen", prognostiziert er. "Ich habe auch mein früheres Zuhause geliebt, doch das ist ein ganz anderer Ort. Ich mag ihn noch ein bisschen mehr, scheint mir", so Hamilton, der sich bekanntermaßen gerne mit Stars aus dem Showbusiness umgibt. Doch auch an seinem alten Wohnort fand der 27-Jährige Gefallen. "Als ich in der Schweiz lebte, war das eines der schönsten Länder, die ich je besucht hatte. Das Wetter war ein bisschen wie in Großbritannien, doch es war meist viel schöner", schmunzelt Hamilton und beschreibt den Unterschied als eklatant: "Es dauerte eine Ewigkeit, um bis zu einem Restaurant zu gelangen. Ich konnte nicht einfach nur hinlaufen oder hinfahren", so der Weltmeister von 2008 über die Abgeschiedenheit. Hamilton meint: "Ich habe das Gefühl, es weiterhin genießen zu müssen. Ich laufe jeden Tag auf der Strecke und laufe sie fast komplett ab. Es ist schon unglaublich, jeden Tag auf seiner Lieblingsstrecke herumlaufen zu können", so der Brite, der tagtäglich Sporthistorie lebt. "Du denkst: 'Wow, ich laufe durch den Tunnel, durch den solche Legenden wie Michael und Ayrton (Senna; Anm. d. Red.) gefahren sind. Jetzt bin ich einer dieser Rennfahrer und wohne noch dazu hier."
In Monaco gehen die Uhren anders: Auch für die V8-Motoren der Formel-1-Autos Zoom © xpb.cc
Ebenso einzigartig wie unberechenbar: Der Grand Prix von Monaco zählt zu den Highlights einer jeden Formel 1-Saison. Das Rennen durch die Straßen des glamourösen, normalerweise eher beschaulichen Fürstentums ist nach wie vor einzigartig auf der Welt. Der Stadtkurs selbst hat sich dabei im Laufe der Jahre kaum verändert. Die einzigartige Streckencharakteristik stellt die Ingenieure von Renault vor ganz besondere Herausforderungen, denn die Motoren müssenkomplexe Ansprüche erfüllen. "In Monaco lenken die Piloten ihre Boliden nicht nur mit dem Lenkrad, sondern auch mithilfe des Motors", erklärt Remi Taffin, Leiter des Grand-Prix-Teams. "Der Fahrer benötigt deswegen ein Triebwerk, das gleichmäßig und direkt auf Gaspedalbefehle anspricht." Nur so entwickele er das nötige Vertrauen, um jederzeit voll attackieren zu können. Die größte Herausforderung in Monte Carlo liege in den geringen Geschwindigkeiten, sagt Taffin. "Daher verwenden wir hier ein ganz spezielles Motor-Management, das auf keiner anderen Rennstrecke zum Einsatz kommt. Die Triebwerke sind auf Drehzahlen von bis zu 18.000 Umdrehungen pro Minute ausgelegt. Im Fürstentum müssen sie aber in den langsamen Kurven auch bei nur 5.000 Touren noch perfekt funktionieren", so Taffin. Der Renault Ingenieur betont die spezielle Herangehensweise der Franzosen: "Um uns auf dieses Wochenende perfekt vorzubereiten, testen wir im Vorfeld besonders ausgiebig auf unseren Motorenprüfständen. So stellen wir sicher, dass alles einwandfrei funktioniert. Dabei stimmen wir denV8 für unsere vier Partnerteams auch so ab, dass er bereits im Tourenkeller ein bissiges Ansprechverhalten an den Tag legt." Eine der anspruchsvollsten Aufgaben besteht darin, die Triebwerke so anzupassen, dass sie sehr agil am Gas hängen und direkt das nötige Drehmoment zur Verfügung stellen. Der Pilot muss darauf vertrauen können, dass der Motor sofort reagiert, wenn er ihn braucht - ganz gleich, welches Pedal-Einstellung er fährt oder in welcher Stellung sich das Gaspedal gerade befindet. Auch David Lamb unterstreicht die große Bedeutung einer perfekten Abstimmung für die Achtzylinder. "Monaco ist in jeder Beziehung einzigartig, so ein Rennen gibt es in der Formel 1 kein zweites Mal", so der Brite, der vor zwei Wochen als verantwortlicher Motoren-Ingenieur von Pastor Maldonado beim Grand Prix von Spanien gemeinsam mit Williams den ersten Sieg des wiedergewonnen Partners in dieser Saison feiern durfte. "Da wir auf diesem Kurs kaum auf die maximale Höchstgeschwindigkeit kommen, wirken sich ein paar Extra-Pferdestärken so gut wie gar nicht auf die Rundenzeit aus", meint Lamb. "Die Schlüsselfrage ist, wie wir die Power auf die Straße bringen - denn genau das macht den Unterschied aus und sorgt auf der Strecke für einen echten Zeitvorteil", geht er auf die feinen Differenzen ein. Der Williams-Techniker verdeutlicht die Besonderheiten eines Stadtkurses: "Aber auch darüber hinaus erwarten uns in Monaco einige Besonderheiten, die wir so von keiner anderen Rennstrecke kennen. Kurve sechs zum Beispiel, die enge Haarnadelkurve: Sie besitzt den engsten Radius der gesamten Saison. Hier bremsen die Piloten ihr Auto so stark zusammen." Ohne das korrekte Motor-Mapping kann dies dazu führen, dass ungewollt Schub einsetzt, weil die Elektronik ein Absterben des Aggregats unterbinden will.
Als eine von wenigen Rennstrecken verändert sich der Kurs von Monaco von einem Jahr auf das nächste kaum - immerhin handelt es sich um einen temporären Stadtkurs und nicht um eine permanente Strecke. Deswegen verfügen alle Teams über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz und umfangreiches Datenmaterial, um ein passendes Basis-Setup zu generieren. Nichtsdestotrotz erwartet Renault in jeder Saison Neuerungen. "Dieses Mal gehen wir die Sache sowieso etwas anders an", verrät Lamb. "Um die Kraft des Motors sicher auf die Straße zu bringen, schalten die Fahrer teilweise etwas früher als notwendig in den nächsthöheren Gang - wir nennen das 'Short-Shifting'. Darauf müssen wir auch das Mapping des Gaspdals angleichen, um unerwünschte Nebeneffekte auszuschließen. Bei einem 'normalen' Rennen kommt es niemals in einer gezeiteten Trainings- oder Qualifying-Runde, sondern ausschließlich in der In- und Out-Lap zum Einsatz." Die Unebenheiten im Asphalt führen dazu, dass die Reifen kurzzeitig den Kontakt zur Straße verlieren. Darunter leidet einerseits die Traktion, andererseits bedeuten die plötzlich hochschnellenden Drehzahlen eine enorme Zusatzbelastung für die mechanisch beweglichen Teile im Motor. "Ein klassisches Beispiel für eine solche Stelle ist die Bodenwelle zwischen dem Casino und der Mirabeau-Kurve", weiß Lamb.
Sergio Perez sieht sich und sein Team in der Formel 1 absolut auf Kurs liegen Zoom © xpbimages.com
Seit dem grandiosen Auftritt von Sergio Perez beim Großen Preis von Malaysia ist es um das Sauber-Team wieder ein bisschen ruhiger geworden. Auch, weil sich zu den 30 WM-Punkten aus den beiden Auftaktrennen in Australien und Malaysia seither "nur" elf weitere Zähler hinzugesellten. Gerät Sauber etwa zu Beginn der Europasaison bei der Entwicklung ins Hintertreffen? Weit gefehlt, sagt Perez. Der mexikanische Rennfahrer schiebt die geringe Ausbeute der vergangenen Wochen schlichtweg auf fehlendes Rennglück, wie er gegenüber 'Formula1.com' erklärt. Seit seinem zweiten Platz in Sepang sei es an Sonntagen einfach nicht immer nach Plan gelaufen: "In China hatten wir die falsche Taktik und ein Problem mit dem Frontflügel, in Bahrain hatten wir nicht die Geschwindigkeit", berichtet Perez. "In Spanien lag ich nach dem Start schon an Position vier, als mich Romain Grosjean traf und einen Reifenschaden verursachte." Wieder gingen wichtige Punkte verloren. Doch Perez hat den Mut nicht verloren - ganz im Gegenteil. "Ich bin mir sicher: Unsere Zeit wird kommen, denn wir haben ein konkurrenzfähiges Auto. Wir werden kämpfen", sagt der Sauber-Fahrer und zeigt sich zuversichtlich. "Selbst in Barcelona, wo viele Teams ihre Updates am Start hatten, sahen wir noch immer recht wettbewerbsfähig aus. Es gibt also keine Engpässe bei der Entwicklung", stellt Perez heraus und merkt an: "Ich denke vielmehr, dass wir über die komplette Saison hinweg konkurrenzfähig bleiben können, wenn wir weiterhin - sowohl in der Fabrik als auch an der Strecke - gut zusammenarbeiten."
Lewis Hamilton bleibt zuversichtlich und scheint sich die gute Laune zu bewahren Zoom © xpbimages.com
Fünf Fahrer haben sich in diesem Jahr bereits in die Siegerliste der Formel 1 eingetragen, doch der Name von Lewis Hamilton taucht in diesen Statistiken bisher nicht auf. Der McLaren-Pilot war zwar in allen fünf Rennen im Ziel, kam dabei aber nicht über die dritte Stufe des Podests hinaus. Der Zweifel nagt aber nicht am Selbstbewusstsein des Ex-Champions. Dies betont Hamilton in Monte Carlo. Er sei "nicht frustriert" über seine sieglose Phase, meint der Brite. "So läuft es im Rennsport halt manchmal. Wir hätten angesichts unserer Ergebnisse in der Qualifikation natürlich gern besser abgeschnitten." Diesem "Problem" wolle man sich in den kommenden Rennen verstärkt widmen, um nicht noch weitere Punkte einzubüßen. Oder wie es Hamilton formuliert: "Wir müssen uns steigern." In der hart umkämpften Formel 1 bedeute Stillstand einen Rückschritt, erklärt Hamilton. Ein Handeln sei geboten, "wenn wir da bleiben wollen, wo wir sind, oder wenn wir uns davon ausgehend nochmals verbessern wollen", sagt der McLaren-Pilot. "Wir arbeiten schon sehr hart daran." Vorwürfe braucht sich der Weltmeister von 2008 jedoch nicht zu machen. Das meint zumindest Martin Whitmarsh. Der Teamchef von Hamilton stellt sich vor dem sechsten Rennen des Jahres demonstrativ hinter seinen Schützling: "Lewis wird in diesem Jahr nicht gerade vom Glück verfolgt. Wir glauben jedenfalls nicht, dass er das Siegen verlernt hat. Die WM ist vollkommen offen. Er darf sich als Siegkandidat in Monaco sehen - und als Anwärter auf viele weitere Siege und auch auf den WM-Titel", sagt der Brite. Dies macht Whitmarsh vor allem am Auftreten seines Landsmanns fest: "Seine Fahrweise ist sehr reif, kontrolliert und diszipliniert. Wahrscheinlich mehr als jemals zuvor", meint Whitmarsh und merkt an: "Er hat aber das Tempo und die Fähigkeit, um auf der Pole-Position zu stehen. Dieses Gefühl kann Lewis aus Barcelona mitnehmen. Dort hat er - trotz einer Strafe - eine fantastische Fahrt hingelegt."
Sergio Perez sieht sich schon seit einiger Zeit mit Ferrari-Gerüchten konfrontiert Zoom © xpbimages.com
Felipe Massa fährt diese Saison von Enttäuschung zu Enttäuschung. Das liegt nicht am Auto, denn Fernando Alonso rangiert mit dem F2012 punktegleich mit WM-Leader Sebastian Vettel auf Platz zwei in der Gesamtwertung. Kein Wunder, dass die Gerüchte um einen Rauswurf Massas immer lauter werden. Der logische Nachfolger wäre der Mexikaner Sergio Perez. Der Sauber-Pilot stammt aus dem Ferrari-Nachwuchsprogramm und gewann dieses Jahr mit einer sensationellen Leistung in Sepang beinahe sein erstes Rennen. Er gilt als eines der größten Formel-1-Nachwuchstalente. Doch Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali gab schon mehrmals bekannt, dass man nicht riskieren wolle, den Youngster aus seiner gewohnten Umgebung herauszureißen und ihn zu verheizen. Nun behauptet Perez gegenüber 'Formula1.com', dass er ein eventuelles Angebot von Ferrari, während der Saison zu wechseln, gar nicht annehmen würde: "Sollte es wirklich zu so einer Situation kommen, dann würde ich ablehnen, denn ich würde nicht während der Saison wechseln wollen." Daraufhin gibt er ein Versprechen ab: "Ich habe diese Saison mit Sauber begonnen, werde meine Saison mit Sauber beenden und gebe 100 Prozent für mein Team." Zudem glaubt er nicht, dass überhaupt etwas an den Gerüchten dran ist: "Dieser Hype über einen möglichen Wechsel wird massiv von den Medien aufgeblasen." Der Mexikaner rechnet sogar damit, dass sich Massa nach seinem schwachen Saisonstart noch einmal fängt: "Ich glaube, dass Felipe zurückschlagen und gute Arbeit leisten wird. Er ist ein starker Fahrer, und er hat ein großartiges Team im Rücken. Hat er einmal zurückgeschlagen, dann werden auch all diese Storys auf einmal verschwinden." Doch was wäre, wenn Motorenpartner Ferrari seinen Einfluss bei Sauber geltend macht und Perez nach Maranello holt? "Ich denke, dass die Leute nicht Motoren und Fahrer vermischen sollten", meint der Sauber-Pilot. "Die Gerüchte gibt es schon seit einer ganzen Weile, und natürlich habe ich eine Verbindung zu Ferrari und zur Fahrerakademie von Ferrari. Dennoch ist meine Position klar: Ich fahre für Sauber, und dort werde ich bleiben."
Alle wollen es wissen, wie es weitergeht: Aber Schumacher schweigt beharrlich Zoom © xpbimages.com
Es ist wie im 2006: Schon während dieser Saison drehte sich bei Michael Schumacher alles um die Frage, ob er nun den Helm an den Nagel hängt oder doch weiter Formel-1-Rennen bestreitet. Und das Rätselraten wird auch 2012 weitergehen, wie die Aussage des Rekord-Weltmeisters in der FIA-Pressekonferenz von Monaco zeigt: "Noch gibt es leider keine Neuigkeiten für euch. Ich möchte auch nicht zu tief in diese Diskussion einsteigen", weicht Schumacher aus. Um seine Motivation sei es aber gut bestellt, versichert der Mercedes-Pilot: "Wenn man bedenkt, wo wir im vergangenen Jahr standen, dann ist uns ein riesiger Fortschritt gelungen", insistiert Schumacher. "Wir haben unter Beweis gestellt, dass wir Rennen gewinnen können", unterstreicht er. Auch, wenn das bei den Silberpfeilen bislang Nico Rosberg vorbehalten war und Schumacher mit einigem Pech nur zwei WM-Zähler einfuhr. Motivation statt EnttäuschungSchumacher meint: "Ich fühle mich ganz und gar nicht enttäuscht. Wenn, dann ist es genau umgekehrt: Ich bin noch mehr motiviert, weil wir so viele Fortschritte machen." Rückendeckung erhält er von einem langjährigen Weggefährten: "Er war dieses Jahr doch sehr gut", bemerkt Ross Brawn gegenüber 'Autosport'. Der Mercedes-Teamchef räumt aber ein: "Wir haben nicht die Resultate eingefahren. die wir wollten." Brawn glaubt auch daran, dass von Schumacher sportlich bald mehr zu erwarten sein wird. "So viel Aufmerksamkeit, wie seinem Unfall in Spanien zuteil geworden ist, so viel wird es auch sein, wenn er Erfolg hat", blickt der Brite voraus. "So ist Michael: er mag die Herausforderung und darum geht es in der Formel 1. Er kniet sich rein, wenn Dinge nicht laufen, wie sie sollen", lobt Brawn die Vorzüge des siebenfachen Champions. Experten glauben an einen neuen VertragUnd auch die Stimmen aus dem Fahrerlager deuten darauf hin, dass Schumacher noch keinen zweiten Rücktritt wagt. Johnny Herbert erklärt gegenüber 'Sport Bild': "Michael ist psychisch und körperlich topfit, es gibt keinen Grund für ihn aufzuhören. Er ist jetzt besser als in den ersten beiden Jahren seines Comebacks", so der Brite. Und auch die TV Experten sind sich einig: Marc Surer glaubt an die Fortsetzung der Karriere, weil sich Mercedes nach Schumachers Wünschen richten würde. Christian Danner erkennt die Probleme des 43-Jährigen: "Er hat zwar am Sieg von Teamkollege Rosberg zu knabbern und auch daran, dass Kimi Räikkönen im Gegensatz zu ihm keinerlei Comeback-Probleme hat", so der 'RTL'-Fachmann. "Aber er will es noch mal wissen." Ex-Teamchef Peter Sauber bringt Schumachers gesündere, weil weniger verbissene Einstellung zum Motorsport ins Spiel. Sein früherer Teamkollege Felipe Massa wirft die Kämpfernatur des Kerpeners in der Waagschale. Keine Parallele zu Casey StonerVon den Journalisten in der FIA-PK ließ sich Schumacher auch bei der Frage nach seiner Meinung über den Abschied von MotoGP-Ass Casey Stoner aus dem aktiven Rennsport nichts entlocken. "Nun, ich habe vermutlich das Gleiche gefühlt wie diejenigen, die ein bisschen mit der Materie vertraut sind - sie waren überrascht", kommentiert der Mercedes-Pilot das Karriereende des Australiers, fordert aber: "Du musst es respektieren." Ein zu dezidiertes Urteil über Stoners Ankündigung will sich Schumacher jedoch nicht erlauben: "Ich kenne seine Gründe - oder seine genauen Gründe - nicht, doch er ist jung genug, um ein Sabbatical einzulegen, statt komplett aufzuhören. Es gibt sicherlich keine Parallele zu mir", spekuliert er über einen Rücktritt vom Rücktritt, den der Zweirad-Weltmeister vollführen könnte.
Das Starterfeld formiert sich - und könnte in Monaco einen sechsten Sieger haben Zoom © xpbimages.com
So abwechslungsreich wie in diesem Jahr hat sich die Formel 1 - wenn überhaupt - schon seit sehr langer Zeit nicht mehr präsentiert: In den bisherigen fünf Rennen stand am Ende jeweils ein anderer Fahrer auf dem obersten Treppchen, was an diesem Wochenende seine Fortsetzung finden könnte. Als wäre Monte Carlo nicht schon besonders genug - feiert im Fürstentum der sechste Sieger 2012? Mark Webber (Red Bull), in diesem Jahr einer der Topfahrer ohne Sieg, glaubt logischerweise auch aus eigenem Interesse daran, dass die angesprochene Serie weiterhin Bestand haben wird: "Es könnte einen sechsten Sieger geben. Natürlich. Warum auch nicht?", fragt der Australier und merkt an: "Es wäre schön, wenn ich es wäre." Klingt fast so wie der traditionelle Glückwunsch des Fürsten. Diesen Spruch ("Ich freue mich, dass sie es sind") kennt Webber aus der Vergangenheit, denn 2010 durfte der Red-Bull-Pilot in Monte Carlo (Alle Großen Preise von Monaco in der Datenbank!) jubeln. Auch Michael Schumacher (Mercedes) ist mit den Worten bei der Pokalübergabe bestens vertraut - und 2012 wie schon seit seinem Comeback vor mittlerweile fast zweieinhalb Jahren noch ohne Sieg. Ob sich das bereits am Sonntag ändert? "Ich bin ziemlich sicher, dass um uns herum einige sind, die bisher nicht gewonnen haben, die in diesem Rennen aber die Möglichkeit haben, zu gewinnen", sagt Schumacher. Was er mit diesem recht kryptisch anmutenden Satz meint: "Jeder von uns wäre glücklich darüber, dieser Sieger zu sein." Lewis Hamilton (McLaren) stimmt zu. Auch er wartet nach wie vor auf den ersten Saisonerfolg. "Es gibt einige Fahrer, die das Potenzial haben, um zu siegen, doch zwischen einigen Teams geht es wirklich eng zu. Ich denke, es ist völlig offen", sagt Hamilton vor seinem erklärten Lieblingsrennen. Weil gerade in Monte Carlo der Fahrer noch den Unterschied ausmachen könne, müsse man erst einmal abwarten. Traditionell bietet der Stadtkurs nämlich auch den Raum für Überraschungen. "Ein Auto, das auf Kursen wie Barcelona nicht so prächtig funktioniert, könnte in Monte Carlo ein bisschen besser laufen", meint Hamilton. Man darf also gespannt sein, wie sich die Dinge an der Côte d'Azur in den kommenden Tagen entwickeln. Laut Romain Grosjean (Lotus) ist es im Augenblick aber noch schwierig zu sagen, was geschieht: "Wir waren ja noch nicht einmal auf der Strecke ..."
Felipe Massa posiert im Fahrerlager von Monaco - läuft es diesmal besser? Zoom © Ferrari
Felipe Massas verzweifelte Ankündigungen erinnern bereits an den Hollywood-Klassiker "Und täglich grüßt das Murmeltier". Da macht auch der Formel-1-Klassiker in der Wahlheimat des Brasilianers keine Ausnahme. Im Vorfeld des Grand-Prix-Wochenendes stellt der schwer unter Druck stehende Ferrari-Star einmal mehr klar, dass es auf diese Art und Weise nicht weitergehen kann und dass es oft nur Kleinigkeiten brauche, um eine Trendwende einzuleiten. "Ich hoffe, dass meine Weltmeisterschaft 2012 an diesem Wochenende beginnt", übt sich Massa in Durchhalteparolen. "Vor allem, da es sich hier um mein zweites Heimrennen handelt und ich hier den Großteil des Jahres verbringe. Daher hoffe ich, dass es an diesem Wochenende besser läuft als bei den vergangenen Rennen. Dieses Rennen unterscheidet sich von ziemlichen allen außer Singapur, und daher hoffe ich, dass es für mich einen Neuanfang darstellt." Massa gibt zu, dass er sich in der größten Krise seiner bisherigen Karriere befindet: "Ich hatte in meiner Karriere schon einige schwierige Zeiten, und vielleicht war dieser Saisonstart die bisher schwierigste Zeit. Daher müssen wir aus dieser Lage herauskommen und in die richtige Richtung gehen - darauf konzentriere ich mich." Massa gibt mentales Tief zuZuletzt machten Spekulationen die Runde, wonach der 30-Jährige in Spanien und Monaco nur noch auf Bewährung fahre - demnach müsste er nun eine Glanzleistung zeigen, da das Barcelona-Wochenende in die Hose ging. Kein Wunder, dass Massa auch psychisch angeschlagen ist: "Ich musste mich mit der technischen Seite des Problems beschäftigen, aber das wirkt sich auch auf die mentale Seite aus, da es nicht einfach ist, mit dieser Situation umzugehen. Wenn man aber eine Sache löst, dann ist es leichter, auch die anderen zu lösen." "Ich musste mich mit der technischen Seite des Problems beschäftigen, aber das wirkt sich auch auf die mentale Seite aus." Felipe Massa Während Massa nach fünf Rennen in der WM-Wertung nur 17. Ist, liegt Teamkollege Fernando Alonso punktegleich mit WM-Leader Sebastian Vettel auf dem zweiten Platz. Sind die starken Leistungen des Spaniers ein Grund für die Krise des Ferrari-Routiniers? "Ich denke nicht, dass Fernando das Problem ist", winkt er ab. "Man hat immer großartige Teamkollegen und schwierige Zeiten mit dem Teamkollegen - starke Kerle treffen aufeinander." Massa vorsichtig optimistischMit seinen Erwartungen für dieses Wochenende hält sich Massa zurück, schließlich lief es auch bei den vergangenen fünf Rennen nicht nach Wunsch. Dennoch analysiert er das Potenzial des F2012 in den Häuserschluchten von Monaco: "Wenn wir trotz der Verbesserungen akzeptieren, dass die zwei Schwachpunkte des F2012 Traktion und Topspeed sind, dann sollte zumindest der Topspeed auf diesem langsamen Stadtkurs kein Problem sein - das könnte uns also helfen. Aber wir müssen natürlich abwarten, was im Training passiert, um die Situation zu verstehen." Immerhin sind die WM-Leader noch nicht völlig enteilt, denn dieses Jahr kann sich bisher kein Pilot im Klassement absetzen. "Normalerweise liegen die besten Autos an der Spitze, doch derzeit ist es schwer herauszufinden, welche Autos die besten sind", fällt Massa auf.
"Es ist schwer zu sagen, welches Auto bei welchem Rennen die meisten Punkte holen kann. Das liegt daran, dass sich die Situation von einer Strecke zur anderen ändern kann. Wir haben gesehen, dass Autos, die auf gewissen Strecken eingeschätzt wurden, den Erwartungen nicht entsprechen konnten. Normalerweise weiß man in einer Weltmeisterschaft nach ein paar Rennen, in welche Richtung es gehen wird. Dieses Jahr ist es aber viel schwieriger, sich ein Bild zu machen."
Immer von Journalisten umringt: Sebastian Vettel in Monte Carlo Zoom © Red Bull
(Motorsport-Total.com/SID) - Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel hat trotz fünf Siegern in fünf Rennen energisch bestritten, dass die aktuelle Formel 1 ein Glücksspiel sei - und die Schuld für Platz sechs zuletzt in Barcelona folgerichtig auf sich genommen: "Ich weiß, was ich gemacht habe. Das war mein Fehler", so der 24-Jährige auf die Frage, ob er nach seiner Durchfahrtstrafe in Barcelona noch einmal bei den Rennkommissaren vorstellig geworden sei. Zwar könne er sich die unterschiedliche Leistungsfähigkeit seines Autos im bisherigen Saisonverlauf nicht erklären, Glück und Pech spielten dennoch kaum eine Rolle, meint der Red-Bull-Pilot vor dem Rennen in Spielerparadies Monaco. "Es wird immer von Reifen-Roulette gesprochen, aber die Voraussetzungen sind für alle gleich", versichert er. "Wenn man sich den Durchschnitt der fünf Rennen anschaut, stehen doch die vorne, die es auch verdienen. Und wenn am Ende nach 20 Rennen einer Weltmeister wird, kann man sicher nicht sagen, er hatte Glück." Eine Siegerwette für Monaco will Vettel, der das WM-Klassement vor dem punktgleichen Spanier Fernando Alonso anführt, aber nicht abgeben: "Wenn es nach dem Trend geht, müsste es im sechsten Rennen den sechsten Sieger aus dem sechsten Team geben", meint er schmunzelnd. Auf die Frage, auf wen er zehn Euro setzen würde, erklärt der Hesse mit Blick auf den für das Hinterbänkler-Team Marussia fahrenden Timo Glock: "Ich würde ja sehr gerne auf Timo setzen, aber es ist ja nicht mein Geld. Aber ich setze auf Timo in den Top 10." Die Durchfahrstrafe in Barcelona hatte Vettel kassiert, weil er nach der Kollision zwischen Michael Schumacher und Bruno Senna unmittelbar hinter den beiden Streithähnen bei den geschwenkten gelben Flaggen nach Meinung der Rennkommissare nicht genügend vom Gas gegangen war. Direkt nach dem Rennen hatte er noch gesagt: "Ich wüsste nicht, wo ich schneller war."
Das Sextett der Monaco-PK stellte sich am Mittwoch den Fragen der Journalisten Zoom © xpbimages.com
Vor kaum einer Rennstrecke haben die Piloten der Formel 1 so viel Respekt wie vor dem Stadtkurs in Monte Carlo. Und gleichzeitig gibt es nur wenige Grands Prix, die einen ähnlich hohen Stellenwert im Kalender genießen. Deshalb ist Monaco etwas Besonders, was Romain Grosjean (Lotus), Lewis Hamilton (McLaren), Pastor Maldonado (Williams), Charles Pic (Marussia), Michael Schumacher (Mercedes) und Mark Webber (Red Bull) in der FIA-Pressekonferenz von Monte Carlo erläutern. Frage: "Romain, erzähle uns zuerst einmal ein bisschen über deine Erfahrungen mit der Rennstrecke in Monte Carlo ..." Romain Grosjean: "Nun, in Monaco hat man zunächst ganz andere Gefühle: Es ist eine spezielle Strecke und ein besonderer Grand Prix. Natürlich fühlt es sich ein bisschen wie ein Heimspiel für mich an, weil wir Frankreich so nahe sind. Ich freue mich sehr darüber, vor den Fans zu fahren, von denen hoffentlich viele blau-weiß-rote Fahnen schwenken werden." "Monaco ist eine besondere Strecke. Es war eine gute Erfahrung, hier 2009 in der GP2 zu siegen. Im vergangenen Jahr zeigte ich hier ein starkes Rennen. Ich begann als 26. und wurde Vierter. Ich hatte hier aber auch schon ein paar Unfälle. Schauen wir einmal, wie es sich in einem Formel-1-Auto darstellt. Viel besser, nehme ich an. Wir alle freuen uns sehr darauf, hier zu fahren." Frage: "Es gab Strecken, auf denen du vielleicht ein bisschen besser warst als auf anderen. Ist Monte Carlo ein Kurs, von dem du glaubst, dass er gut für dich sein könnte?" Grosjean: "Ich mag die Strecke. Schauen wir einmal, was wir hier erreichen können. Du musst aber wissen: Monaco ist ein bisschen anders. Normal ist es so: Wenn du in einer schnellen Kurve gut bist, weißt du, dass du mehr oder weniger auch in allen anderen schnellen Kurven gut sein wirst. Hier ist es aber holprig, weil es normale Straßen sind." Lewis Hamilton ist seit kurzer Zeit ein Einwohner des Fürstentums von Monaco Zoom © xpbimages.com "Die Strecke verbessert sich zudem extrem im Verlauf des Wochenendes. Es gibt vieles zu lernen und während der Veranstaltung geht alles ganz schnell. Es dürfte also interessant werden. Wir versuchen einfach, das Auto bestmöglich abzustimmen und ein weiteres gutes Ergebnis für mich und das Team zu erzielen. Wir wollen gute Punkte holen - und warum nicht auch mehr?" Frage: "In Frankreich wird die sicherlich große Unterstützung zuteil. 2012 hat dein Heimatland vermutlich die beste Chance seit Langem, dieses Rennen zu gewinnen ..." Grosjean: "(lacht; Anm. d. Red.) Der letzte französische Sieger bei diesem Rennen war Olivier Panis 1996. Es wäre schön, am Sonntag die Marseillaise zu hören, doch erst einmal müssen wir arbeiten und schauen, was drin ist. Es ist aber sicherlich immer gut, viele Fans und eine gute Unterstützung zu haben. Das macht es zu etwas Besonderem, wenn du auf der Strecke unterwegs bist und die Fahrerparade bestreitest." Frage: "Pastor, was hast du nach Barcelona gemacht? Was ist passiert, wie waren die Reaktionen in Venezuele und warst du bereits wieder in deiner Heimat? Hast du Williams einen Besuch abgestattet? Berichte uns ..."
Pastor Maldonado: "Ja, ich war in der Williams-Fabrik, habe mir den Ingenieuren und mit dem Team gearbeitet. Ich habe einige sehr gute Tage in der Fabrik verbracht. Es war etwas Besonderes, denn sie hatten schließlich acht Jahre lang kein Rennen gewonnen." "Man kann sich sicher vorstellen, wie es für sie war, diesen Sieg einzufahren. Es ist natürlich ein klasse Gefühl, Rennen zu gewinnen. Das Team macht so viel Druck - und das gilt auch für mich. Wir haben ein gutes Gefühl und freuen uns auf die nächsten Rennen." Frage: "Auf dieser Strecke hast du schon einige gute Ergebnisse eingefahren. Denkst du, du bist ein Monaco-Spezialist?" Maldonado: "Ich war hier schon immer schnell. Vor allem in der GP2, aber auch in der Renault-World-Series. Im vergangenen Jahr leistete ich gute Arbeit, denn ich lag an sechster Stelle. Es ist aber immer schwierig. Auf einer solchen Strecke weißt du nie, wie es mit dem Verkehr und all diesen Dingen läuft." "Der Kurs verändert sich im Verlauf des Wochenendes dramatisch. Wir müssen das genau im Auge behalten und zusehen, eine gute Balance ins Auto zu bekommen. Dann gilt es auch, zur richtigen Zeit auf der Strecke zu sein. Schauen wir einmal. Ich werde wieder mein Bestes geben. Ich glaube, es sollte möglich sein, auch hier konkurrenzfähig zu sein. Wir werden sehen."
Frage: "Fühlst du dich ein bisschen erleichtert, nachdem du deinen ersten Grand Prix gewonnen hast?" Vor zwei Wochen fuhr Pastor Maldonado in Barcelona seinen ersten Sieg ein Zoom © xpbimages.com Maldonado: "Es ist etwa ganz Besonderes, zu gewinnen - vor allem beim ersten Mal. Jetzt wird es aber ohne Zweifel eine schwierige Nummer. Die Abstände sind gering und das Niveau der Teams ist ähnlich. Da können Kleinigkeiten den Unterschied machen. Wir müssen alles auf die Reihe kriegen, um einen Fortschritt zu erzielen. Ich muss sagen: Williams leistet im Augenblick wirklich tolle Arbeit." "Ich spüre regelrecht, wie sehr die Angestellten motiviert sind. Sie machen so viel Druck - auch ich. Wir haben eine gute Stimmung im Team. Wir müssen uns aber trotz allem weiter steigern. Noch sind wir nicht bei einhundert Prozent. Wir sind nicht das beste Team. Davon sind wir vielleicht nicht weit entfernt, doch wir müssen uns trotzdem jedes Mal aufs Neue steigern." Frage: "Charles, du hast in Monaco bereits in der GP2 und auch in der Renault-World-Series gewonnen. Kannst du dir vorstellen, wie es in einem Formel-1-Auto sein wird? Ist es ein großer Unterschied? Was denkst du?" Charles Pic: "Es wird sicher sehr interessant, denke ich. Die Strecke verändert sich aber nicht. Es wird meine erste Formel-1-Erfahrung auf diesem Kurs sein. Monte Carlo ist eine sehr nette Bahn. Sie ist ein bisschen besonders, denn Fahrfehler sind hier nicht drin. Es könnte also ein richtig interessantes Wochenende werden - vor allem für uns. Wir sind gespannt auf unser Tempo auf einer solchen Strecke. Der Kurs unterscheidet sich ja sehr von anderen Strecken. Ja, schauen wir einmal." Frage: "Dein Saisonstart war alles andere als einfach: Du hattest vor Saisonbeginn kaum Gelegenheit, um zu testen. Wie, glaubst du, lief es im ersten Viertel der Meisterschaft für dich und das Team?" Pic: "Gut. Ich denke, unser Hauptziel ist, das Auto von Rennen zu Rennen zu verbessern. Das ist, was wir tun. Wir müssen aber weiterhin sehr hart arbeiten und weiterhin Druck machen, um zu versuchen, das Fahrzeug zu optimieren. Ich selbst habe noch viele Dinge zu lernen. Die ersten Rennen waren nicht einfach für mich, wo ich doch kaum getestet hatte. Ich machte aber das Beste daraus und fühlte mich von Rennen zu Rennen besser vorbereitet. So müssen wir weitermachen." Frage: "Mark, du hast hier in Monte Carlo dein erstes Formel-1-Podest erzielt. Daran erinnert man sich bestimmt immer. Ist es aus deiner Sicht eine besondere Strecke?" Mark Webber: "Ja, das war sie schon immer. Ich habe hier schon in der Formel 3000 gewonnen, hatte ein paar Podestplätze und 2010 einen schönen Sieg. Es ist ein erstaunlicher Rennplatz, ein klasse Wochenende. Für die Mechaniker ist es ziemlich stressig. Das gilt für alle Teams, die Medien und alle weiteren Beteiligten." "Es ist schon erstaunlich, wie es uns noch immer gelingt, einen Event in dieser Enge des Fürstentums abzuhalten. Es ist eine prima sportliche Veranstaltung und bei jedem von uns steht sie sehr hoch im Kurs. Und ja, ich freue mich darauf, das Auto hier zu fahren. Es ist immer toll, hier zu fahren. Am Donnerstag ist es endlich so weit." Frage: "Eine solche Saison haben wir bisher noch nicht erlebt. Ich denke, das ist für alle von euch etwas Neues. Es scheint einfach keine Konstanz zu geben. Es ist ein Auf und Ab. Ist das gut oder schlecht? Was denkst du darüber?" Webber: "Es kommt ganz darauf an, wer du bist. Wenn wir von einem Puristen reden, dann wird er sicherlich ein bisschen Zeit brauchen, um sich daran zu gewöhnen. Im Hinblick auf die Ergebnisse der Teams hat noch niemand wirklich den Durchblick. Es gibt aber einige Leute, die den Sport verfolgen, die es so lieben, wie es ist." "Es hängt davon ab, wen du fragst. Wenn es dir darum geht, möglichst viele konkurrenzfähige Teams zu haben, dann bist du derzeit vollkommen richtig. Ich denke nicht, dass das so schlecht ist, aber warten wir ab. Ich denke, unterm Strich werden die großen Teams auch am Ende des Jahres noch gut abschneiden." Frage: "Michael, du erhältst hier eine Strafversetzung um fünf Positionen. Andererseits musstest du in Monaco auch schon von ganz hinten starten. Das war 2006. Vor zwei Wochen hast du gesehen, was Lewis aus einer solchen Ausgangslage machte. Mit welchen Gefühlen gehst du in das anstehende Rennen?" Michael Schumacher scheint die Freude am Fahren nicht verloren zu haben ... Zoom © xpbimages.com Michael Schumacher: "Nun, im Prinzip gehe ich davon aus, dass wir uns hier in einer konkurrenzfähigen Position befinden sollten. Das Profil dieser Strecke sollte uns liegen. Und es stimmt: Ich kam hier schon von ganz hinten und wurde Fünfter, wenn ich mich nicht irre. Schauen wir einmal, wo ich mich letztlich qualifiziere, von wo ich dann losfahren werde und was damit zu machen ist. Es ist sicherlich nicht ideal, aber so ist es nun einmal. Ich freue mich darauf. Mir steht wahrscheinlich eine sehr aufregende Geschichte ins Haus." Frage: "Deine Bilanz auf dieser Strecke - wie auch auf den meisten aktuellen Kursen - ist beeindruckend. Du hast hier in der jüngeren Geschichte öfter gewonnen als irgendjemand sonst. Wie gelingt es dir, hier die ultimative Leistung abzurufen?" Schumacher: "Naja, Monaco ist sicherlich etwas Besonderes. Es geht um dich und dein Auto - alles muss bis ins Detail zueinander passen. Das gilt auf jeder Strecke, doch hier umso mehr. Du brauchst den Rhythmus, den Flow, das Momentum ... Wenn du all das hast, macht sich das bei der Rundenzeit viel stärker bemerkbar als auf anderen Strecken, weil hier alles so entscheidend und schwierig ist." Frage: "Ich wollte gerade fragen: Ist Monte Carlo noch immer ein Kurs, auf dem der Fahrer den Unterschied ausmachen kann? Mehr als auf jeder anderen aktuellen Strecke?" Schumacher: "Unterm Strich: Ja, das ist der Fall, absolut." Frage: "Du bist also gespannt darauf, das am Sonntag zu tun?" Schumacher: "Definitiv." Frage: "Lewis, vor zwei Wochen hast du eine klasse Fahrt hingelegt. Hat es dir Spaß gemacht? Du meintest vorher, es könnte eine unterhaltsame Nummer werden ..." Lewis Hamilton: "Hallo erstmal. Ja, absolut. Ich war sehr, sehr zufrieden mit der Leistung des Teams, aber auch mit meiner eigenen Leistung. Ich hatte es darauf abgesehen, mich zu verbessern. Mein Gefühl sagte mir, dass es im Vergleich zum Grand-Prix-Wochenende davor definitiv eine Steigerung war." Frage: "Du hast bisher bei jedem Rennen dieser Saison gepunktet und liegst derzeit acht Zähler hinter der Spitze. Du bist also konstant in den Punkten unterwegs. Ist es aus deiner Sicht eine konstante Saison?" Hamilton: "Für uns?" Frage: "Generell aus der Perspektive der Fahrer ..." Hamilton: "Ich weiß nicht, ob es eine nicht konstante Saison ist ... Nun, möglicherweise ja, ein bisschen - aufgrund der Reifen. Manchmal bekommst du die Pneus in das Arbeitsfenster, manchmal gelingt dir das einfach nicht. Ich denke, viele Teams kämpfen damit, zu verstehen, weshalb es hin und wieder klappt, hin und wieder aber nicht." "Das ist die Herausforderung, der wir uns gegenüber sehen. Ich glaube allerdings, dass es den Leuten Spaß macht. Mir fällt auf: Die Leute fragen danach, wir es sein kann, dass es fünf unterschiedlicher Sieger gab. Die Fans, die ich getroffen habe, meinen, es sei bisher eine fantastische Saison. Ich hoffe, das setzt sich so fort." Frage: "Ist es ein bisschen enttäuschend für dich, auf der Pole-Position gestanden zu haben und der Schnellste gewesen zu sein, aber noch immer keinen Saisonsieg eingefahren zu haben?" Hamilton: "Ich bin deshalb nicht frustriert, nein. So ist das manchmal im Rennsport. Natürlich: Wenn man sich die Qualifikationsergebnisse der ersten fünf Rennen ansieht, hätten wir natürlich gern ein bisschen weiter vorn die Zielflagge gesehen." Romain Grosjean und Lotus könnten in Monaco zu den Favoriten zählen Zoom © xpbimages.com "Wir müssen uns ganz klar steigern, um dafür zu sorgen, dass wir bleiben, wo wir sind oder sogar noch weiter nach vorn gelangen. Ja, wir hatten gute Startplätze und kamen etwas dahinter an. In gewisser Weise haben wir in den Rennen also leichte Rückschritte gemacht. Wir arbeiten aber hart daran, dass sich dieser Trend nicht fortsetzt." Frage: "Pastor, wie schwierig war es, mit der Feuersituation in Barcelona umzugehen? Wie knifflig war es für das Team, alles für diesen Grand Prix vorzubereiten?" Maldonado: "Nach dem Feuer haben wir hart gearbeitet, um alles neu aufzubauen. Die Jungs leisteten klasse Arbeit, denn wir sind bereit, um das Rennen zu fahren - mit allem, was wir brauchen, um das Maximum zu erzielen. Ich muss betonen, dass die Jungs komplette Tage dafür aufgewendet haben, um alles vorzubereiten. Sie haben einen guten Job gemacht." Frage: "Eine Frage an alle Fahrer: Glaubt ihr wirklich, dass es am Sonntag insgesamt sechs Saisonsieger geben wird? Und an alle außer Pastor: Denkt ihr, ihr werdet der sechste Sieger des Jahres sein?" Webber: "Ja. Ich glaube, es könnte einen sechsten Sieger geben. Natürlich. Warum auch nicht? Und es wäre schön, wenn ich es wäre, klar. Ich bin überzeugt davon, dass jeder von uns dergleichen sagen würde." Frage: "Wie schätzt ihr - alle außer Pastor - eure Siegchancen ein? Ist ein erster Platz realistisch oder nicht?" Schumacher: "Ich bin ziemlich sicher, dass um uns herum einige sind, die bisher nicht gewonnen haben, die in diesem Rennen aber die Möglichkeit haben, zu gewinnen. Ich denke, jeder von uns hier wäre glücklich darüber, dieser Sieger zu sein." Hamilton: "Ich stimme Michael zu. Wie er schon sagte: Es gibt einige Fahrer, die das Potenzial haben, um zu siegen, doch zwischen einigen Teams geht es wirklich sehr eng zu. Ich denke, es ist völlig offen. Schauen wir einmal. Besonders bei diesem Rennen kann der Fahrer einen großen Unterschied ausmachen. Ein Auto, das auf Kursen wie Barcelona nicht so prächtig funktioniert, könnte in Monte Carlo ein bisschen besser laufen, also ..." Frage: "Romain, wie schätzt du deine Chancen ein, der sechste Siegfahrer des Jahres zu werden?" Grosjean: "Im Augenblick ist das schwierig zu sagen, da wir noch nicht auf der Strecke waren. Ich wünsche mir aber, der sechste Saisonsieger zu werden." Frage: "Charles?" Pic: "Ich stimme zu: Es ist in diesem Jahr noch enger, doch wir befinden uns nicht in einer Position, um darum zu kämpfen. Wir konzentrieren uns vielmehr darauf, Schritt für Schritt eine Steigerung an den Tag zu legen. Für den Moment ist das alles." Frage: "Pastor, du hast erwähnt, wie sehr sich Williams ins Zeug gelegt hat, um das Boxenfeuer zu kompensieren. Viele Teams kamen Williams bei der Ausrüstung, der Infrastruktur und dergleichen zu Hilfe. Wie groß werden aber die Auswirkungen auf das Team an diesem Wochenende sein, wenn man den Verlust der Ausrüstung bedenkt?" Marussia-Fahrer Charles Pic ist einer von mehreren Monaco-Debütanten Zoom © xpbimages.com Maldonado: "Ja, das war ganz sicher ein frustrierender Moment für uns alle. Wir waren ja schließlich in diesem Augenblick in der Garage und sahen alles. Ich persönlich erschreckte mich sehr, denn wir waren alle zusammen und sprachen gerade mit Frank. Und ja, ich muss mich bei allen Teams bedanken, die uns geholfen haben - vor allem beim Löschen des Brandes." "Wie ich schon sagte: Das Team hat unermüdlich gearbeitet, um alles auf dieses Rennen hier vorzubereiten. Wir hatten nicht viel Zeit, sondern nur eine Woche oder eineinhalb, um alles herzurichten. Es war wenig Zeit. Ich möchte mich wirklich bei allen Teams bedanken, die uns geholfen haben, indem sie uns sogar Extradinge für dieses Rennen angeboten haben." Frage: "Lewis, du bist offenbar kürzlich nach Monaco gezogen. Wie anders ist es, zuhause zu fahren - oder nahe deiner Heimat? Vielleicht kann auch Michael etwas dazu sagen, denn auch er hat einmal hier gewohnt, und Pastor ebenfalls ..." Hamilton: "Mir gefällt es hier sehr. Es ist ein fantastisches Gefühl, in deinem eigenen Bett aufzuwachen und einfach nur die Straße hinunterzufahren, um bei der Arbeit anzukommen. Das erlebe ich heute zum ersten Mal, doch ich bin mir sicher: Es wird einen großen Unterschied ausmachen. Ich habe auch mein früheres Zuhause geliebt, doch das hier ist ein ganz anderer Ort. Ich mag ihn noch ein bisschen mehr, scheint mir." Schumacher: "Im Prinzip fühlst du dich hier - wie Lewis schon sagte - nicht nur zuhause, sondern du bekommst auch hautnah mit, wie die ganze Rennstrecke hier entsteht. Du wohnst hier und läufst durch die Straßen, wenn der Kurs aufgebaut wird, wenn die ganze Geschichte auch in deinem Kopf an Fahrt gewinnt. Und ganz zum Schluss kommt erst die Aufregung ins Spiel, dass du darauf fahren darfst. All dies macht es natürlich umso spezieller." Maldonado: "Ich stimme Michael und Lewis zu. Es ist natürlich richtig toll, hier zu leben und auch noch Rennen zu fahren. Ich kann noch dazu ein bisschen länger schlafen. Auch das ist gut." Frage: "Michael, in einer deutschen Zeitung wird Ross Brawn heute mit den Worten zitiert, dass dich das Team in Schwierigkeiten gebracht hätte. Ich weiß nicht, ob ich das korrekt übersetzt habe. Ich glaube, es soll heißen, dass sie dir beim Auto nicht so sehr entgegen gekommen sind, dass sie dir kein Auto hingestellt haben, das gut genug gewesen wäre. Stimmst du ihm zu? Ist da etwas dran oder nicht?" Schumacher: "Nein. Ich stimme dem nicht zu, was du da vielleicht übersetzt hast. Ich denke nämlich, wir haben ein ziemlich gutes Auto. Ganz ehrlich. Denn wenn man bedenkt, wo wir im vergangenen Jahr standen, dann ist uns ein riesiger Fortschritt gelungen. Wir haben unter Beweis gestellt, dass wir Rennen gewinnen können. Ja, es stimmt: Ich hatte das Pech ein bisschen auf meiner Seite." "Du musst aber auch sehen: Wir sind ein Team, eine große Familie. Wir gewinnen gemeinsam und wir verlieren gemeinsam. Das ist ein Teil des Spiels. Wahrscheinlich wollte er darüber reden. Doch nein, ich fühle mich ganz und gar nicht enttäuscht. Wenn, dann ist es genau umgekehrt: Ich bin noch mehr motiviert, weil wir so viele Fortschritte machen. Ich sehe die künftigen Fortschritte - und darauf konzentriere ich mich noch viel mehr." Frage: "Du warst in der vergangenen Woche in Le Mans und warst Zeuge davon, wie Casey Stoner seinen Rücktritt bekannt gab. Er meinte, nicht zufrieden mit den Regeln in der MotoGP und im Motorrad-Sport allgemein zu sein - und auch mit der Art und Weise, wie sich der Sport entwickelt hat. Kannst du sagen, wie du über diese Entscheidung denkst? Vielleicht ziehst du auch eine Parallele zu deinen Empfindungen, wie sich die Formel 1 entwickelt - in einer Situation, die du selbst nicht besonders magst ..." Schumacher: "Den ersten Teil kann ich ganz bestimmt beantworten. Was ist mein Gefühl? Nun, ich habe vermutlich das Gleiche gefühlt wie diejenigen, die ein bisschen mit der Materie vertraut sind - sie waren überrascht. Mir erging es nicht anders. Du musst es aber respektieren." "Ich kenne seine Gründe oder seine genauen Gründe nicht, doch er ist jung genug, um ein Sabbatical einzulegen, statt komplett aufzuhören. Es gibt sicherlich keine Parallele zu mir. Jeder ist doch sehr einzigartig darin, warum und weshalb er sich zu seinem Rücktritt entscheidet. Ich hatte vor drei Jahren das Gefühl, dass ich müde war. Das ist alles. Mit anderen Gründen hatte das rein gar nichts zu tun." In der Pressekonferenz von Monte Carlo wirkte Mark Webber sehr konzentriert Zoom © xpbimages.com Frage: "Lewis und Mark, Michael hat schon darüber gesprochen. Mark, du meintest, die Öffentlichkeit habe die ersten fünf Saisonrennen genossen. Lewis, du sagtest, dass im Hinblick auf die Regeln und die Reifensituation alle im selben Boot sitzen würden. Macht es euch abgesehen davon Spaß, unter diesen Regeln zu fahren? Könnt ihr einhundert Prozent aus dem Auto herausholen und euer Talent zu einhundert Prozent unter Beweis stellen?" Webber: "So, wie die Rennen in den vergangenen Jahren vonstatten gingen, war es in den Jahren davor nicht. Als wir noch Boxenstopps mit Nachtanken hatten, waren die Rennen unheimlich aggressiv. Es war im Prinzip ein Qualifying, das über die komplette Renndistanz ging. Du musstet viel Druck machen, um die beste Strategie durchzubringen." "Es galt, die Rundenzeiten mit dem jeweiligen Autogewicht genau zu treffen - mit dem Sprit, der eben gerade im Tank war. Es kam darauf an, ob du auf zwei Stopps oder auf drei Stopps oder was auch immer unterwegs warst. Dann wurde das Nachtanken aber verboten. Dadurch veränderte sich das Gesicht des Rennens schon ein bisschen." "Wenn man so will, wurde damit der Ausdauer-Aspekt ein bisschen an Bord geholt. Das betraf wahrscheinlich auch den Fahrstil und die persönliche Ausrichtung des Piloten im Rennen. Dann kam der Wechsel auf Pirelli. Dabei handelte es sich wahrscheinlich um die größte Umstellung bei der Fahrtechnik und dem Fahrstil, an den ich mich erinnern kann. Und ich habe in meiner Karriere ja schon einige Grands Prix bestritten." "Es gibt ein paar Rennen, die ich gewonnen habe - und die Mehrzahl davon auf Pirelli. Doch selbst wenn die Sieger siegen, fahren sie nicht bei einhundert Prozent, denn so ist es nun einmal - es geht nicht. Du musst das Auto ins Ziel bringen und dabei die besten Rundenzeiten fahren, die du über die Dauer des Rennens aufrecht erhalten kannst." "So ist es im Augenblick. Ich mag es noch immer, ein Formel-1-Auto zu fahren. Ich liebe es weiterhin, mit den Ingenieuren zu arbeiten und auf den tollsten Strecken gegen große Gegner zu fahren. All das liebe ich, doch wir müssen uns immer verändern. Wir müssen uns stets weiterentwickeln, weil sich auch die technische Seite des Sports verändert. Es wird immer angenehmere Wege geben, um ..." "Ich persönlich habe die Sprintrennen und das Nachtanken gemocht. Wahrscheinlich ging das allen Fahrern so. Die Rennen waren aber nicht so aufregend. Es war mehr Präzisionsarbeit. Du musstest präzise sein und mehr am Limit. Es ging darum, für die kompletten zwei Stunden ein Gefühl für das Auto zu haben. So ist es aber jetzt nicht mehr. Wir haben es mit anderen Herausforderungen zu tun und diesen müssen wir uns stellen." Hamilton: "Ich weiß gar nicht, was ich da noch sagen soll, wirklich. Mark hat alles gesagt. Ich mag das Rennfahren, wie es jetzt ist. Ich habe es in jedem Jahr gemacht. Jedes Jahr ist aber auch eine neue Herausforderung. Deshalb gibt es Regeln, um uns eine neue Herausforderung zu bescheren." "Es ist ein bisschen anders, wenn du im Rennen nicht zu einhundert Prozent Druck ausübst. Es gibt Augenblicke im Rennen, an denen du wirklich für geraume Zeit richtig Gas geben kannst, doch das hält nicht lange an. Es geht mehr um Ausdauer, wie Mark schon sagte. Du musst deine Reifen am Leben halten." So sah die Williams-Box nach dem Brand in Barcelona aus: Vieles ging kaputt Zoom © xpbimages.com "Es ist trotzdem noch immer eine anspruchsvolle Aufgabe, über einen langen Zeitraum das Beste aus deinen Reifen herauszuholen. Dazu braucht es Talent, Technik und Raffinesse. Wir alle - ich spreche da für mich - versuchen, da den Feinschliff hinzukriegen. Es ist auf jeden Fall trotz allem noch immer die Formel 1. Es macht Spaß und es gibt mehr Überholmanöver. Das wollen die Leute sehen." Frage: "Zwei Fragen an Pastor: Wie fühlt sich dein neues Leben als Grand-Prix-Sieger an? Hat sich in den vergangenen zwei Wochen etwas verändert? Ziehst du nun mehr Aufmerksamkeit auf dich? Zweite Frage: Du hast hier in Monaco schon in der GP2 gewonnen. Ist dir dieser Kurs wir auf den Leib geschneidert? Träumst du davon, diesen Sieg nun in der Formel 1 zu wiederholen?" Maldonado: "Okay. Was den Sieg angeht: Er verändert überhaupt nichts. Ich denke, wir müssen einfach so weiterarbeiten und auch künftig Druck machen. Wie ich schon sagte: Wir befinden uns im Vergleich zu den anderen Teams nicht in der besten Position. Wir müssen uns weiter steigern. Vor uns liegt eine Menge Arbeit." "Das Auto wird jedes Mal noch konkurrenzfähiger. Mir ergeht es nicht anders. Wir haben ein gutes Gefühl. Die Atmosphäre im Team wird besser und besser - vor allem natürlich nach dem Sieg. Damit müssen wir nun fortfahren und weiter Gas gaben. Und ja, Monaco ist etwas Besonderes für mich. Es ist meine Lieblingsstrecke. Ich war hier schon immer schnell." "Ich werde sicherlich mein Bestes geben, um auch an diesem Wochenende das Maximum zu erzielen. Wir werden konkurrenzfähig sein. Davon bin ich überzeugt, aber schauen wir einmal. Es ist eine klassische Strecke. Du musst alles auf die Reihe kriegen, um einen Unterschied zu machen. Gemeinsam mit dem Team werde ich versuchen, das Beste zu tun. Dann werden wir sehen." Frage: "Michael, dein Saisonstart war nicht so berauschend. Schaust du bereits nach vorn? Hast du schon entschieden, ob du auch 2013 fahren wirst? Denkst du darüber nach, ob du trotz deiner sieben Titel noch die Motivation und auch die Energie hast? Siehst du dich weiterhin bei Mercedes oder ist es einfach nur eine Frage, ob du 2013 weiterfahren willst oder nicht?" Motorrad-Fahrer Casey Stoner macht Schluss: Die Karriere endet schon 2012 Zoom © Repsol Schumacher: "Nein, die Entscheidung hat sich eigentlich nicht verändert. Bisher hatten wir uns nicht darauf konzentriert, was 2013 oder in der Zukunft passiert. Es geht mehr darum, was derzeit passiert. Das Team und ich werden uns zusammensetzen. Noch gibt es aber leider keine Neuigkeiten für euch. Ich möchte auch nicht zu tief in diese Diskussion einsteigen - abgesehen von dem, was ich gerade gesagt habe. Belassen wir es dabei." Frage: "Lewis, du meintest vorhin, hier in Monaco würdest du dich wohler fühlen als in der Schweiz. Kannst du uns Gründe dafür nennen? Was ist der Unterschied zwischen diesen beiden Orten? Zweite Frage: Du wachst in deinem eigenen Bett auf und fühlst dich generell wohler hier. Macht das einen Unterschied, wenn du in dieses Wochenende gehst? Wird das deiner Leistung an Schwung verleihen?" Hamilton: "Als ich in der Schweiz lebte, war das eines der schönsten Länder, die ich je besucht hatte. Das Wetter war ein bisschen wie in Großbritannien, doch es war meist viel schöner. Ich wohnte etwas weit weg von der Stadt und es war dort ziemlich ruhig. Es dauerte eine Ewigkeit, um bis zu einem Restaurant zu gelangen. Ich konnte nicht einfach nur hinlaufen oder hinfahren." "Hier scheint die Sonne jeden Tag, was einen Unterschied ausmacht. Wenige Minuten von meinem Zuhause gibt es einige tolle Restaurants. In der Nähe ist auch ein Fitnessklub, außerdem gibt es dort ein Schwimmbad. Vorher habe ich eine halbe Stunde mit dem Auto gebraucht, um zum Fitnesscenter zu gelangen. Das hat nicht so viel Spaß gemacht." "Ich bin noch immer ein Twen. Ich habe das Gefühl, das muss ich weiterhin genießen. Seit ich hier bin, bin ich viel glücklicher. Ich laufe jeden Tag auf der Strecke und laufe sie fast komplett ab. Es ist schon unglaublich, jeden Tag auf seiner Lieblingsstrecke herumlaufen zu können. Ich laufe durch den Tunnel und kann kaum glauben, dass ich hier bin. Du musst dich jeden Tag aufs Neue kneifen." "Du denkst: 'Wow, ich laufe durch den Tunnel, durch den solche Legenden wie Michael und Ayrton (Senna; Anm. d. Red.) gefahren sind. Jetzt bin ich einer dieser Rennfahrer und wohne noch dazu hier.' Das ist schon klasse - und spektakulär. Was das Rennwochenende betrifft: Ich weiß nicht, ob das einen Unterschied machen wird. Es wird mein Wochenende aber sicher nicht schädigen, wenn ich eine Umgebung habe, in der ich mich wohlfühle. Das zählt doch sicher auch etwas."
Das Sauber-Trio 2012: Kamui Kobayashi, Sergio Perez und Esteban Gutierrez Zoom © xpb.cc
Mit dem Japaner Kamui Kobayashi und insbesondere dem seit Platz zwei in Malaysia hoch gehandelten Mexikaner Sergio Perez hat das Sauber-Team zwei Fahrer, mit denen man durchaus auch für 2013 planen könnte. Laut "Radio Fahrerlager" hat aber keiner der beiden einen Vertrag über die Saison 2012 hinaus. Wer nächstes Jahr in den Sauber-Boliden sitzen wird, dürfte auch noch länger nicht feststehen: "Wir sind nicht in Eile", winkt Neo-Anteilseignerin Monisha Kaltenborn ab. Auch Teamchef Peter Sauber will sich erst irgendwann "vor Weihnachten" mit dieser Frage beschäftigen - und ergänzt: "Das ist eine ernste Antwort. Es gibt Jahre, da ist es wichtig, dass man das möglichst schnell macht, und in anderen Jahren ist es besser, man legt es etwas nach hinten." Eine der Fragen ist, wen Ferrari als Nachfolger für Felipe Massa verpflichten wird. Dass Massa spätestens am Saisonende gehen muss, gilt als beschlossene Sache, aber neben Perez gibt es weitere Kandidaten, allen voran Paul di Resta und Adrian Sutil. Bei Sauber könnte theoretisch mit Esteban Gutierrez ein weiterer Mexikaner intern nachrücken, aber: "Ich glaube nicht, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um über Fahrer zu sprechen", sagt Sauber, auf den Testfahrer angesprochen. Kaltenborn ergänzt: "Wir hatten schon vor unserer Partnerschaft mit Telmex Kontakt zu ihm und holten ihn unter BMW als 'angehörigen Fahrer' an Bord, wenn ich mich richtig an die Bezeichnung erinnere. Diese Verbindung hielten wir aufrecht, als BMW ging. Das Team ist von seinem Talent überzeugt, aber jetzt muss er sich auf die Serie konzentrieren, in der er gerade fährt, und dann werden wir sehen, was in Zukunft passiert."
Böse Erinnerungen will Perez an der Cote d'Azur über Bord werfen Zoom © xpbimages.com
Sergio Perez scheint starke Nerven zu haben: Nach seinem Highspeed-Crash im vergangenen Jahr kommt er zurück nach Monaco - und denkt nicht an den Einschlag in der Hafenschikane, sondern an den ersten Grand-Prix-Erfolg in der Formel 1. "Ich zähle uns zu den Sieganwärtern. Schon in den vergangenen Rennen haben wir um die ersten Plätze gekämpft", kündigt der Mexikaner im Gespräch mit 'Auto Motor und Sport' an. Seinen Optimismus erklärt Perez so: "Nach unserem zweiten Platz in Malaysia muss der nächste Schritt der Sieg sein. Ich weiß nicht, ob wir das schaffen werden. Aber die Möglichkeiten sind da", meint "Checo", der schon 2011 Ambitionen hatte. "Im vergangenen Jahr war ich in einer sehr guten Position. Das hätte ein sehr gutes Wochenende werden können", blickt der 22-Jährige zurück. Gänzlich abgehakt ist der Unfall für ihn aber nicht. "Es ist unglaublich für mich, nach so einem Unfall wieder hier zu sein", erklärt er, ohne dabei negative Gedanken zu haben. Er will Monaco den Status "Lieblingsstrecke" nicht aberkennen. "Ich freue mich schon richtig, wieder fahren zu können", blickt Perez voraus. Und so kann er mit den Gefahren im Fürstentum leben. "Es ist sicher kein gutes Gefühl, wenn man so nah an den Mauern entlangfährt. Aber man kennt das Risiko. Deshalb ist es ja auch so ein besonderer Kurs", meint Perez. Da ist es vielleicht besser, dass er sich nicht an alles erinnert, was 2011 geschah: "Danach weiß ich erst wieder, wie ich mich auf dem Weg zum Krankenhaus befand. Ich war einige Minuten bewusstlos." Es bleibt ein letzter Rest Ungewissheit über die Rückkehr in den Leitplanken-Dschungel: "Ich kann noch nicht sagen, wie es sein wird, wenn ich das erste Mal aus dem Tunnel komme. Aber ich glaube, dass ich wieder komplett frei im Kopf bin", hofft Perez. Er könnte es Robert Kubica gleichtun, der nach seinem schweren Unfall in Montreal nur zwölf Monate später am gleichen Ort seinen ersten Formel-1-Sieg feierte.
Kamui Kobayshi gibt zu, dass er kein Fan der berühmtesten Formel-1-Strecke ist Zoom © xpbimages.com
Beim Grand Prix von Spanien glänzte Kamui Kobayashi mit tollen Überholmanövern, die ihn schließlich auf den großartigen fünften Platz brachten. Ob es ihn Monaco ähnlich gut läuft, ist allerdings fraglich, denn in den Häuserschluchten von Monaco wird selbst Überhol-Spezialist Kobayashi Schwierigkeiten haben, an anderen Piloten vorbeizugehen - zudem gilt das Qualifying nicht gerade als große Stärke des Japaners. Im Tischgespräch macht er aus seiner Abneigung gegen das Traditionsrennen kein Geheimnis, spricht über seine Qualifying-Schwankungen und gibt Einblicke in die schwierigen Umgang mit den Pirelli-Reifen.
Frage: "Kamui, glaubst du, dass diese Strecke eurem Auto eingekommen wird?" Kamui Kobayashi: "Das Auto ist gleich wie zuletzt, wir nützen nur den maximalen Abtrieb, der uns zur Verfügung steht. Hier gibt es viele langsame Kurven. Vielleicht sind wir besser als im Vorjahr, aber es ist schwer zu sagen. Es ist nicht einmal hundertprozentig sicher, dass wir viel stärker als im vergangenen Jahr sein werden." Frage: "Im Qualifying von Barcelona lag das andere Auto im dritten Sektor auf Rang fünf oder sechs. Das lässt darauf schließen, dass es euch hier gutgehen könnte." Kobayashi: "Ich hoffe, dass uns das hilft. Bei dieser Strecke kann man kaum etwas sagen, denn wir verwenden hier einen anderen Reifen. Wir nützen die Randsteine mehr als in Barcelona, wo das keine große Rolle spielt. Daher kann man es nicht wirklich vergleichen. Vielleicht läuft es besser als letztes Jahr." "Ich würde in Monaco gerne vier, fünf Stopps sehen." Kamui Kobayashi Frage: "Was erwartest du von den Reifen? Ihr verwendet hier die Mischungen Soft und Supersoft." Kobayashi: "Das ist gut für mich. Vielleicht hätte ich sogar gerne mehr Supersupersoft-Reifen. Selbst im Vorjahr bin ich mit einem Stopp durchgekommen. Dieses Jahr ist die Soft-Mischung vielleicht etwas weicher, aber dennoch ist ein Stopp möglich. Ich würde in Monaco gerne vier, fünf Stopps sehen, denn viele Boxenstopps machen es viel herausfordernder. Manche Teams machen vielleicht Fehler, da kann es kleine Katastrophen geben. So macht Monaco meiner Meinung nach mehr Spaß." Frage: "Glaubst du, dass hier ähnliche Dinge passieren könnten wie im Qualifying von Barcelona, wo plötzlich einigen Teams in Q3 die weichen Reifen ausgingen?" Kobayashi: "Nein, das glaube ich nicht. Alle werden fahren. Das ist Scheiße - ich bin beim letzten Rennen in Q3 nicht gefahren. Sonst hätte ich vielleicht vom siebten Startplatz starten können." Frage: "Die Reifen werden hier also nicht so eine große Rolle spielen?" Kobayashi: "Das ist in Ordnung. Mit den Supersoft-Reifen ist es glaube ich möglich, zwei drei Runden lang die Rundenzeit zu halten. Es wird also anders sein." Frage: "Hier kann es sich wohl kaum jemand leisten, Reifen im Qualiying zu sparen, denn man benötigt eine gute Startposition. Man kann hier im Rennen drei Sekunden langsamer fahren, und der Kerl hinter dir kann trotzdem nicht überholen..." Kobayashi: "Ja, das ist wahr." "Ich war in Spanien ähnlich schnell wie Maldonado, vielleicht schneller. Ich hätte definitiv eine große Chance gehabt." Kamui Kobayashi Frage: "In Barcelona hattest du dieses Qualifying-Problem, und am Ende des Rennens warst du an der Spitze dieses großen Pulks. Wie weit vorne hättest du mit einer Startposition wie dein Teamkollege landen können?" Kobayashi: "Ich hätte mit der Spitze kämpfen können. Wenn ich meinen letzten Stint analysiere - da war ich ähnlich schnell wie Maldonado, vielleicht schneller. Ich hätte definitiv eine große Chance gehabt. Ich hatte aber ständig Verkehr. Da kann man nichts machen."
Frage: "Kann der Fahrer hier einen größeren Unterschied machen?" Kobayashi: "Ich denke, dass es hier auf das Selbstvertrauen ankommt. Mit dem nötigen Selbstvertrauen könnte hier jeder eine gute Rundenzeit fahren. Ich weiß nicht. Ich komme hier gut zurecht. Es handelt sich um einen Stadtkurs, das ist keine richtige Formel-1-Strecke. Da geht es eher darum, in Monaco mit der Formel 1 eine Show zu machen. Fast alle Strecken sind heute mittelschnell oder schnell. Das sind eher Strecken, wo wir eine Formel-1-Performance zeigen können. Hier müssen wir einfach das Rennen durchziehen und so viele Punkte wie möglich mitnehmen." Frage: "Welche Kurven sind hier am aufregendsten?" Kobayashi: "Die Haarnadel." Frage: "Warum?" Kobayashi: "Weil wir nicht ordentlich lenken können. Das ist recht witzig für die Formel 1." Frage: "Und die Schwimmbad-Passage? Du scheinst von dieser Strecke nicht wirklich begeistert zu sein..." Kobayashi: "Nein."
Frage: "Ist sie dir zu langsam?" Kobayashi: "Die Geschwindigkeit ist niedrig, man ist nur nahe an den Mauern." Frage: "Spielst du mit den Mauern?" Kobayashi: "Manchmal kann man sie berühren. Manchmal versuche ich wirklich, sie zu berühren - um zu wissen, wo das Limit ist. Das ist einfach." "Manchmal versuche ich wirklich, die Mauern zu berühren - um zu wissen, wo das Limit ist." Kamui Kobayashi Frage: "Wo ist es einfach, die Mauern zu berühren oder die Randsteine zu nutzen?" Kobayashi: "Man muss immer am Limit sein. Aber das ist nicht mein Lieblingsort, um Rennen zu fahren. Rennfahren bedeutet für mich hohe Geschwindigkeit und Überholmanöver. Hier ist es eher eine Show. Natürlich brauchen wir hier Glück, und wenn wir Glück haben, dann schaffen wir es vielleicht in die Punkte. Ohne Glück ist das hier eine Katastrophe." "Man weiß nie, ob das Safety-Car herauskommt, wann die anderen Autos an die Box fahren. Selbst mit einem guten Reifen kann man nicht überholen. Es geht die ganze Zeit nur ums Glück. Grundsätzlich passiert hier sehr oft das Unerwartete. Es passiert nicht das, womit man rechnet. Ich konzentriere mich mehr auf das Fahren und glaube dem Team. Wir warten auf das Glück." Frage: "Du bist im Qualifying nicht immer konstant. Hängt das von der Strecke ab?" Kobayashi: "Das liegt am Auto." Frage: "In China warst du sehr gut. Warum..." Kobayashi: "Selbst in Barcelona hätte es gut laufen können, aber ich bin nicht gefahren. (lacht) man darf nicht nur auf die Zahlen schauen. Vielleicht waren wir in Bahrain nicht gut, Schanghai war gut, Melbourne war in Ordnung. Wir konnten nur die Reifen nicht auf Temperatur bringen." Frage: "Das Team hat im Winter hart am Umgang des Autos mit den Reifen gearbeitet. Wie gut versteht ihr die Reifen jetzt?" Kobayashi: "Wir versuchen, die Reifen zu verstehen, und lernen ständig dazu. Es entwickelt sich gut, und wir sind wirklich zuversichtlich. Aber ich brauche etwas Glück." (lacht) Frage: "Der Grip kann sich hier von einem auf den anderen Moment verändern." Kobayashi: "Wirklich? Das glaube ich nicht." Frage: "Manche Fahrer sagen, dass es ihnen am ersten Tag gut geht, aber am zweiten Tag ist alles anders." Kobayashi: "Ja, weil die Straßenautos hier fahren. Aber von einer Minute auf die andere? Nein." "Ich denke, dass nicht einmal Williams genau weiß, was sie genau getan haben." Kamui Kobayashi Frage: "Manchmal verändern sich auch die Temperaturen um zwei, drei Grad..." Kobayashi: "Nein. Vielleicht gibt es kleine Unterschiede, aber das ist für alle gleich. Das passiert auf jeder Strecke, nicht nur in Monaco. Wir haben dieses Problem ständig. Manchmal läuft es gut, manchmal nicht. In Schanghai im letzten Qualifying, da waren wir vor Q3 um drei, vier Zehntel schneller, aber dann ging nichts mehr." Frage: "Seltsam..." Kobayashi: "Das ist nicht seltsam. Das ist der Reifen. Das kann passieren. Es ist nicht die Strecke. Ich hatte mich verbessert, und deswegen ist es mir davor gelungen. Wenn ich früher gefahren wäre, wäre ich viel schneller gewesen." Frage: "Man muss den Reifen in das Arbeitsfenster bringen..." Kobayashi: "Das ist nicht so einfach. Alles hängt mit dem Reifendruck zusammen, mit dem Aufwärmen und anderen Dingen. Ich denke, dass nicht einmal Williams genau weiß, was sie genau getan haben. Vielleicht haben sie bei den letzten Rennen gut gearbeitet bla bla bla, aber bei diesem Reifen weißt du nie. Man muss immer gut arbeiten, man muss die Sache immer planen und die Reifentemperatur vielleicht jede Minute überprüfen. Ich glaube nicht, dass irgendjemand diesen Reifen versteht. Es ist verblüffend - wir haben nie eine Antwort, man weiß nie was passiert." Frage: "Glaubst du, dass DRS hier im Rennen eine Wirkung haben wird?" Kobayashi: "Nein."
Mark Gillan weiß, dass Barcelona wohl nicht der neue Williams-Standard ist Zoom © Williams
Obwohl Pastor Maldonado als Monaco-Spezialist gilt und der kurvenreiche Kurs im Fürstentum dem Williams-Renault FW34 liegen müsste, gibt sich das Williams-Team nicht der Illusion hin, dass der Sieg beim Grand Prix von Spanien nun zur Regel werden könnte: "Barcelona war sehr gut. Wir sind aber noch weit davon entfernt, regelmäßig so gut zu sein", gesteht Chefingenieur Mark Gillan. "Unser Ziel für dieses Wochenende ist, beide Autos in die Punkte zu bekommen. Alles, was darüber hinaus geht, würde uns glücklich machen." Barcelona war eine Sternstunde für Williams, die das Team bei einem kleinen Empfang in Grove gefeiert hat. Nach einer Ansprache an die Belegschaft stellte sich Pastor Maldonado für Autogramme und Fotos zur Verfügung. Die Stimmung war wegen des Boxenfeuers in Barcelona aber getrübt: "Wir konnten den Sieg nicht so richtig genießen", so Gillan, "aber wir kommen mit einem großartigen Ergebnis im Rücken hierher. Wir freuen uns wirklich auf dieses Wochenende - beide Fahrer. Wir haben im Simulator gearbeitet und das Auto war in Barcelona sehr stark." Dass vor allem das Team besser geworden ist, lässt er nicht als einzige Erklärung für den überraschenden Sieg gelten: "Ich würde sagen, es war auch eine sehr gute Fahrt von Pastor", sagt Gillan. "Da sind viele Dinge zusammengekommen. Das Feld ist im Moment so umkämpft, dass du Zweiter oder ganz schnell nur noch Zehnter sein kannst, abhängig davon, ob du alle Parameter richtig triffst - Performance des Fahrers eingeschlossen." Vor allem die Reifen zu verstehen, sei "eine unendliche Geschichte. Selbst die Eigenschaften des gleichen Reifensatzes können auf unterschiedlichen Strecken komplett verschieden sein. Der Schlüssel zur Rennstrategie ist, die schnelle Einzelrunde ebenso zu verstehen wie das Ausmaß des Abbaus auf eine längere Distanz", erläutert Gillan.
Quelle: motorsport-total.com
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| Formel 1 » Button setzt in Monaco voll auf Erfahrung |
Button setzt in Monaco voll auf Erfahrung
23.05.2012 - 19:09
Fernando Alonso war im ersten Training deutlich schneller als alle anderen Zoom © xpbimages.com
Für den Rest des Wochenendes ist der Wetterbericht instabil, aber während des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco präsentierte sich die Cote d'Azur von ihrer schönsten Seite. Zwar ist es nach rund acht Minuten unmöglich, Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis zu ziehen, aber die erste Bestzeit des Donnerstags sicherte sich Fernando Alonso in 1:16.265 Minuten. Der Ferrari-Pilot verpasste damit seine Donnerstags-Bestzeit aus dem Vorjahr (1:15.123 Minuten), distanzierte aber Romain Grosjean (Lotus) um 0,365 und Sergio Perez (Sauber) um 0,446 Sekunden. Perez war zu Beginn der Session der Erste, der einen kompletten Run absolvierte - möglicherweise auch, um sein Unfalltrauma des Vorjahres gleich zu Beginn des Wochenendes abzuschütteln. Das dürfte ihm gelungen sein. Kovalainens Renault-Motor geplatztEine Zeitenjagd am Ende blieb übrigens aus, weil die Session knapp zehn Minuten vor Schluss unterbrochen werden musste. Heikki Kovalainen (18./Caterham/+2,774) vernebelte erst den kompletten Tunnel, ehe der Motor vor der Hafenschikane komplett kaputt ging und blockierte, sodass der Finne an einer gefährlichen Stelle stehen bleiben musste. "Der Motor ist weg", funkte Kovalainen, ehe sein Caterham von neun Streckenposten weggeschoben wurde. Sergio Perez scheint den Schock des Vorjahres schon gut verdaut zu haben © xpbimages.com "Wir wissen nicht genau, was passiert ist", erklärt ein Caterham-Sprecher. "Als Heikki aus dem Tunnel herauskam, spürte er, wie die Hinterachse blockierte. Deshalb stellte er das Auto ab. Das Fahrzeug wurde nicht beschädigt, doch es gab reichlich Rauch. Für den Nachmittag dürfte ein Motorwechsel anstehen. Wenn der bisherige Motor dann wieder in der Renault-Fabrik ist und dort untersucht wird, dürfte sich die genaue Ursache feststellen lassen." "Das ist eine Stelle, an der man nicht stehen bleiben sollte, aber wo soll man hin, wenn der Motor blockiert?", meint Experte Marc Surer. Zum Glück ging die Situation glimpflich aus und alle nachfolgenden Autos konnten trotz der schlechten Sicht ausweichen. Aufgrund der von Kovalainen gelegten Ölspur im Tunnel wurde die Session nicht mehr neu gestartet - sehr zum Leidwesen von Sebastian Vettel (9./Red Bull/+0,957), der noch etwas ausprobieren wollte. Training: Jede Runde zählt"In Monaco", weiß der ehemalige Formel-1-Pilot Surer, "zählt jede Runde. Es ist eine Fahrerstrecke. Natürlich muss das Auto passen, aber der Einfluss des Fahrers ist hier größer als auf jeder anderen Strecke." Hofft auch der drittplatzierte Perez und meint selbstbewusst: "Wir sind hier ziemlich konkurrenzfähig. Es wird also unser Ziel sein, um das Podium zu kämpfen." Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari macht ihm Mut: "Sauber scheint einen Schritt gemacht zu haben." Ex-Weltmeister Mika Häkkinen hat eher seinen Landsmann Kimi Räikkönen auf der Rechnung: "Der Lotus scheint hier wirklich gut zu gehen." Aber während Grosjean im Drift-Fahrstil von Anfang an ganz vorne mitfuhr, hatte Räikkönen die Lotus-Box schon verlassen, als Kovalainens Renault-Motor noch gar nicht geplatzt war. Wegen eines Problems mit der Servolenkung musste der "Iceman" die erste Session nach der Installationsrunde spritzen. Massa bemüht, aber verkrampftDie Monaco-Spezialisten Lewis Hamilton (McLaren/+0,482) und Pastor Maldonado (Williams/+0,495) landeten auf den Plätzen vier und fünf, noch vor Felipe Massa (Ferrari/+0,578), der heute Morgen sehr couragiert wirkte und 19 Runden absolvierte. In einer davon streifte er unnötigerweise auf der Geraden (!) vor der Tabak-Kurve die Leitplanken, aber das Team nahm ihn via Funk in Schutz: "Schon okay, kann passieren, Felipe." Kimi Räikkönen musste im ersten Freien Training bis auf eine Runde zuschauen © Lotus Das Mercedes-Duo Rosberg/Schumacher landete mit jeweils rund einer Sekunde Rückstand auf den Plätzen zehn und elf, unmittelbar vor Nico Hülkenberg (Force India/+1,366). Apropos Mercedes: Schumacher bereitete seiner Crew ein wenig Arbeit, als er mit einem losen Frontflügel an die Box kam. Was die Ursache für dieses Problem war, ging aus den TV-Bildern jedoch nicht hervor. 13. wurde Mark Webber (Red Bull/+1,841). Jenson Button (+0,925) belegte zunächst Platz acht. McLaren testete aber nicht nur für dieses Wochenende, sondern auch schon 2013er-Komponenten - und die scheinen die Fahrer noch immer in der Sicht zu beschränken, wie Button über Funk lautstark bemängelte. Ansonsten gab es während des ersten Trainings keine Zwischenfälle oder Crashes, was für die Disziplin des Starterfeldes spricht. Übrigens: Freitagstester waren heute nicht im Einsatz.
Bestes Rennwetter in Monaco: Schmeckt das den Reifen oder tut es das nicht? Zoom © xpbimages.com
(Motorsport-Total.com/Sky) - Als wäre der Stadtkurs von Monte Carlo nicht schwierig genug: Die Pirelli-Reifen der Formel 1 werden die Fahrer und ihre Teams auch beim Glamour-Grand-Prix vor eine große Aufgabe stellen. Davon sind die unmittelbar Beteiligten überzeugt. Die Frage ist allerdings noch, wie groß der Einfluss der Pneus auf die Gesamtleistung sein wird. Michael Schumacher hat da einen gewissen Verdacht. Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister rechnet mit keinem allzu "wilden" Wochenende, was die Reifensituation anbelangt. "Hier sollte es etwas konstanter sein und nicht so dramatisch wie bei anderen Rennen. Es kommt aber ganz auf die Temperaturen an", meint Schumacher. Im ersten Freien Training gab es im Fürstentum noch frühlingshafte 22 Grad Celsius - optimale Bedingungen. "Wenn wir in einem solchen normalen Bereich liegen, sollte es halbwegs okay sein", erklärt "Schumi" und fügt hinzu: "Sollten wir in die 30er gelangen, wird es für alle problematisch." Generell sei das Fahren in Monaco "ein Drahtseilakt, bei dem du im Rennen 78 Runden lang jonglierst. Manchmal fällst du runter, manchmal bleibst du drauf. Dementsprechend verändert sich der Spaß", sagt Schumacher.
Jenson Button ist sich der Fehler aus den vergangenen Rennen wohl bewusst Zoom © xpbimages.com
Drei aus fünf: Jenson Button punktete in diesem Jahr nicht in jedem Rennen, was den britischen McLaren-Piloten bereits einiges an Boden kostete. Trotzdem zeigt sich der Weltmeister von 2009 vor dem Großen Preis von Monaco sehr zuversichtlich, schließlich liebt er diesen Grand Prix und hat ihn auch schon einmal gewonnen. In seiner Medienrunde spricht Button über den speziellen Reiz eines Rennens im Fürstentum und über seine Aussichten in der WM-Gesamtwertung der Formel 1. Frage: "Jenson, du hast auf dem einzigen Stadtkurs gewonnen, den die Formel 1 in diesem Jahr schon besucht hat. Monte Carlo ist aber eine etwas andere Nummer. Was denkst du vor dem Beginn dieses Wochenendes?" Jenson Button: "Es ist schön, wieder hier zu sein. Ich denke, wir alle lieben es, durch die Straßen von Monaco zu fahren. Es ist einer dieser Kurse, die keinen Fehler verzeihen." "In Melbourne kannst du dir vielleicht noch einen Schnitzer erlauben, doch hier bedeutet dergleichen schlichtweg 'Game Over'. Monte Carlo macht sehr viel Spaß, selbst im Simulator. Der Spaßfaktor ist beim Fahren einfach noch viel größer als auf anderen Strecken. Ich freue mich schon sehr darauf, am Freitag endlich loszulegen." Die Vorfreude ist großFrage: "Kannst du aus der Arbeit im Simulator schließen, dass das Auto in Monte Carlo konkurrenzfähig sein wird?" Button: "Nun, das Fahrzeug fühlte sich im Simulator sehr gut an. Schauen wir einmal, wie sich die Situation hier auf der Strecke darstellt. Du musst in jedem Fall große Vorsicht walten lassen, denn der Kurs verbessert sich im Verlauf des Wochenendes." "Es ist zudem der einzige Ort, an dem wir schon donnerstags fahren. Danach haben wir einen Tag frei und die Straßenautos fahren über die Strecke. Am Samstag steigt dann die Qualifikation. Da musst du aufmerksam sein und darfst dich nicht zu unbedarft verhalten. Das Überholen ist hier nicht so einfach." Frage: "Nach dem vergangenen Jahr hast du hier sicherlich noch eine offene Rechnung ..." Button: "Ja, wir haben uns erst wieder mit dem Rennverlauf von 2011 vertraut gemacht. Man könnte sagen, dass der Abbruch zum Schluss dafür gesorgt hat, dass unsere Chancen auf den Sieg ein bisschen vermindert wurden." "Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben." "Egal, das liegt nun in der Vergangenheit. Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben. Ob das drin ist, wird sich zeigen. Es ist so gesehen nicht anders als an jedem anderen Wochenende sonst. Die Situation gestaltet sich von Rennen zu Rennen derart unterschiedlich. Pastor (Maldonado; Anm. d. Red.) hatte sich in Bahrain noch auf Rang 17 qualifiziert, glaube ich." "In Barcelona qualifizierte er sich dagegen auf Platz zwei. Ich denke nicht, dass sich so viel verändert hat. Es ist schwierig. Aus Fahrersicht ist Monte Carlo eine etwas andere Nummer. Die Erfahrung spielt hier eine ziemlich wichtige Rolle. Entscheidend ist auch, das Auto auf einem solchen Kurs wirklich zu verstehen. Hoffentlich gelingt uns das bis Samstag."
Frage: "Nach dem Spanien-Rennen konntest du nur mit dem Kopf schütteln, weil es offenbar nicht so lief, wie du dir das gedacht hattest. Habt ihr eure Probleme in den Griff gekriegt?" Button: "Bisher habe ich das Auto noch nicht gefahren, also nein, ich weiß es nicht. Ja, wir haben gemeinsam mit den Ingenieuren einen Blick in die Daten geworfen. Es gibt ein paar Dinge, von denen wir glauben, ein paar Fehler gemacht zu haben. Trotzdem müssen wir abwarten und schauen, wie sich das Auto hier anfühlt." McLaren auf FehlersucheFrage: "Die jüngsten Rennen waren nicht gerade berauschend. Es gab ein paar Fehler seitens des Teams. War das ein Thema in der Fabrik?" Button: "Na klar. Jeder macht Fehler. Wir haben ein paar gemacht, doch damit wirst du nicht Weltmeister. Wichtig ist, daraus zu lernen und weiterzumachen. Es geht darum, sicherzustellen, dass sich dergleichen nicht wiederholt." "Wir haben das Team dahingehend auch ein bisschen umstrukturiert. Wir als Team müssen schauen, was wir speziell bei den Boxenstopps tun können. Wir haben hier einige Verbesserungen am Start, die uns ziemlich helfen sollten. Es kommt auf Konstanz und Tempo an. Hier ist es eh etwas Besonderes: In Monaco brauchst du eine gute Qualifikation, einen guten Start und gute Boxenstopps." Frage: "Verläuft die Saison bisher so, wie du es erwartet hast? In fünf Rennen gab es fünf Sieger - und auch du hast 2012 schon gewonnen ..." Button: "Nein, dergleichen hatte ich nicht erwartet. Wir gingen zuversichtlich in die Saison, denn wir hatten einen guten Winter gehabt. Die Saison begann stark für uns. Eben wie wir es uns erhofft hatten. Seither war es sehr durchwachsen für uns." "Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar." Jenson Button "Wir waren schnell in Malaysia und schnell in China, aber in Bahrain und Spanien waren wir zumindest im Renntrimm nicht konkurrenzfähig. Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar. Wir hatten geglaubt, dass uns die Hitze vor Probleme stellt, doch die beiden jüngsten Rennen waren heißer als die vorangegangenen. Wir versuchen noch immer, herauszufinden, was Sache ist."
Frage: "Die Meisterschaft ist jedenfalls noch vollkommen offen ..." Button: "So ist es. Ich habe aber schon in zwei Rennen keine Punkte geholt. Das ist sehr seltsam. Es ist so schwierig, schlau daraus zu werden. Du musst einfach bereit sein. Manchmal scheint das Auto zu funktionieren, manchmal nicht. Wichtig ist, keine Fehler zu machen. Dann bist du vorn mit dabei." Wie halten die Reifen in Monte Carlo?Frage: "Bist du im Hinblick auf die Reifen ein Zocker oder wartest du darauf, bis die letzte Karte aufgedeckt wird?" Button: "Ich war eigentlich immer gut darin, doch in diesem Jahr haben wir anscheinend ein paar Probleme damit, die Reifen zu verstehen. Ich denke, da sitzen wir alle im selben Boot." "Hoffentlich sehen wir vor dem Qualifying klarer, denn Monte Carlo kann die Reifen schon sehr intensiv rannehmen. Auf einmal sind die Pneus dann hinüber. Das sahen wir 2009 bei Sebastian Vettel, aber nicht nur damals. Wir hoffen einfach, ein besseres Reifenverständnis zu haben, als dies an den vergangenen Wochenenden der Fall war." "Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet." Jenson Button Frage: "Sebastian Vettel fuhr im vergangenen Jahr 50 Runden auf der weichen Mischung. Denkst du, das wäre auch mit den aktuellen Reifen möglich?" Button: "Waren es bei ihm wirklich 50 Runden oder kam ihm da die rote Flagge dazwischen? Es waren 50 Runden? Okay, cool. Es sah jedenfalls ganz nach einem sehr aufregenden Zieleinlauf aus. Ich weiß nicht, was passiert wäre. Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet. Wir werden es nie erfahren. So kam es nicht, weil das Rennen ja unterbrochen wurde." Frage: "Das Wetter könnte am Sonntag für eine nasse Strecke sorgen, vielleicht auch schon am Samstag. Gut für euch?" Button: "Ich werfe alle zwei Stunden einen Blick auf die Wettervorhersage. Sie verändert sich ständig. Am Dienstag hieß es noch, es würde Samstag und Sonntag regnen, jetzt soll es nur am Samstag regnen oder gar nicht, und erst am Montag." "Schauen wir einmal, was passiert. Im Qualifying hat man es natürlich gern trocken, weil es ein solcher Kick ist, wenn man das Auto ans Limit bringt. Das lieben wir. Im Nassen ist es ganz anders, doch wir würden trotzdem das Beste daraus machen." Frage: "Ich habe hier zehn Euro für dich, aber die musst du auf den Fahrer setzen, von dem du glaubst, dass er hier gewinnt ..." Button: "Ich! Einhundert Prozent." Frage: "Dann nimm das Geld ..." Button: "Nein. Ich nehme kein Bargeld (lacht; Anm. d. Red.)." Ein Traditionskurs, der Freude machtFrage: "Zurück zu Monaco: Dieser Kurs ist etwas Besonderes, nicht wahr?" Button: "Ja. Wir alle lieben es, hier durch die Straßen zu fahren. Es ist eine ungewöhnliche Strecke, denn die Leitplanken stehen so nah. Fehler werden nicht verziehen. Es ist ein Traditionskurs. Das ist gut." "Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Jenson Button "Wir lieben solche Orte - Suzuka, Spa-Francorchamps. Die Strecke an sich hat sich nicht viel verändert, doch es gibt nun bessere Auslaufzonen. Das macht viel Spaß. Wenn du hier im Qualifying alles aus dem Auto herausholen kannst, dann ist das einfach nur toll. Das lieben wir. Dann realisierst du, dass du einen Formel-1-Rennwagen mit 750 PS zähmst. Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Frage: "Du hast hier schon gewonnen. Wie aufregend ist dieser Kurs und wo sind die Schlüsselstellen?" Button: "Es ist der gesamte Kurs. Es ist völlig verrückt, hier mit einem Formel-1-Auto herumzufahren. Uns macht das aber sehr viel Spaß. Es gibt hier zwar nicht sehr viele schnelle Kurven, doch die sind sehr aufregend. Die Schwimmbad-Passage ist toll, aber auch der Hügel beim Kasino. Du musst dich herantasten, denn sonst schlägt dieser Ort zurück, wenn du nur einen kleinen Fehler machst. Deshalb ist es so spannend." Frage: "Am Ausgang des Tunnels wurden ein paar Bodenwellen entfernt. Ist das gut oder schlecht für das Überholen an dieser Stelle?" Button: "Nun, wir hatten schon 2011 kein DRS an dieser Stelle und auch in diesem Jahr ist das der Fall. Das ist gut so. Es wurden aber auch die Reifenstapel verschoben, in die Perez eingeschlagen war. Auch das ist gut. In den Auslaufzonen wurde zudem etwas Sand in die Farbe gemischt. Das sollte dabei helfen, die Autos rascher abzubremsen. Ebenfalls eine gute Sache."
Fernando Alonso tritt in Monaco mit einem in Gold und Weiß gehaltenen Helm an Zoom © Ferrari
Eine Stadtrundfahrt im Zuhause der Reichen und Schönen: Beim Großen Preis von Monaco geht es alljährlich um das Motto "sehen und gesehen werden". Wohl auch deshalb warten die Fahrer und Teams der Formel 1 meist bei diesem Rennen mit besonderen Lackierungen oder neuen Farben auf. Bei Fernando Alonso ist das 2012 nicht anders: Der Spanier bringt einen speziellen Helm an den Start. Der eigens für die Hatz im Leitplanken-Kanal von Monte Carlo entworfene Kopfputz besticht durch die Farben Gold und Weiß und stellt eine Hommage an das Traditionsrennen dar. Ebenfalls eingearbeitet sind Elemente aus dem Glücksspiel wie Jetons, Roulette und Würfel. Außerdem ist auf der Oberseite des Helms ein Ferrari 158 zu sehen, wie ihn John Surtees 1964 fuhr - und damit Weltmeister wurde. Zu sehen ist darüber hinaus das Viktoria-Kreuz von Asturien, der spanischen Heimat von Alonso. Und neben dem Monaco-Motto "Bet on Red" ("Setze auf Rot"; Anm. d. Red.) finden sich auf dem Helm noch diverse Zahlen, die allesamt mit der Formel-1-Karriere des zweimaligen Weltmeisters und der Formel 1 im Fürstentum in Verbindung stehen. Auch seine zwei Monaco-Siege sind dort verewigt. Die "78" steht beispielsweise für die Anzahl der Rennrunden beim Großen Preis von Monaco, die "70" für das runde Jubiläum des Traditionsrennens. 75 Mal stand Alonso bereits auf einem Formel-1-Podest, 20 Mal startete er von der Pole-Position. Die "19" entspricht der Anzahl der Kurven auf einer Runde in Monte Carlo, die "5" Alonsos Startnummer. Was die "14" bedeuten soll, wurde nicht verraten.
"Hallo, Jungs, wir müssen da was ändern." Bernie Ecclestone stört sich am Q3-Ablauf Zoom © xpbimages.com
Das Top-10-Finale im Qualifying ist nicht mehr das, was es einmal war. Denn statt mit einem letzten frischen Reifensatz auf die Jagd nach der Pole-Position oder einem vorderen Startplatz zu gehen, verzichten einige Piloten lieber auf eine schnelle Runde. Sie sparen sich ihre neuen Reifen auf, um dann im Rennen bessere Karten zu haben. Darunter leidet jedoch das Spektakel in der Qualifikation. Dies stört auch Formel-1-Chef Bernie Ecclestone. Dem 81-jährigen Briten ist die Umsetzung der aktuellen Regeln ein Dorn im Auge: "Was im Augenblick falsch läuft, ist, dass einige Fahrer denken, nicht auf die Pole-Position fahren zu können." Der Grund für diese Zurückhaltung sei das Kontingent an frischen Pirelli-Pneus. Doch mit einer neuen Verordnung könnte Abhilfe geschaffen werden. Ecclestone hat einen Vorschlag parat: "Ich sage ja schon lange, dass es einen weiteren Reifensatz geben sollte, der nach der Qualifikation abgegeben werden muss. Dann gibt es nichts, was man sich aufsparen könnte. Dann sind die Teams zum Wechseln gezwungen", meint Ecclestone und merkt an: "Was wir brauchen, ist ein weiterer Reifensatz, damit im Zeittraining mehr Runden abgespult werden." Mit den unvorhersehbaren Rennen ist der Formel-1-Chef indes vollkommen zufrieden und stellt seinen Reifenlieferanten - unabhängig von der Situation in der Qualifikation - ein sehr gutes Zeugnis aus: "Pirelli hat klasse Arbeit geleistet. Es ist weitaus schwieriger für sie, einen Reifen zu bauen, der nur 30 Prozent des Rennens durchsteht, als einen Reifen zu entwerfen, der die komplette Distanz meistert." "Es war ein Teil meines Vertrags mit ihnen, dass die Reifen nur für einen Teil des Rennens haltbar sein sollten. Ich war beeindruckt davon, dass es ihnen gelang", sagt Ecclestone. "Es hätte auch leicht anders kommen können, sodass nur zehn Runden drin gewesen wären oder das gesamte Rennen. Es war eine technische Meisterleistung", findet der Brite. "Ich hätte nicht gedacht, dass sie es schaffen."
Formel 1 zu Gast in Frankreich: Das bis dato letzte Rennen datiert aus 2008 ... Zoom © xpb.cc
Eine Neuauflage des Großen Preises von Frankreich schien in den vergangenen Monaten bereits gewaltig an Fahrt aufgenommen zu haben, doch just im Wahlmonat kamen die Vorhaben um das Comeback in der Formel 1 wieder ins Stocken. Offenbar ist nun auch der angestrebte Rennplatz in Paul Ricard, wo die Königsklasse in der Vergangenheit bereits fuhr, nicht mehr länger erste Wahl. Dabei hätte alles so einfach sein können, wie Formel-1-Chef Bernie Ecclestone gegenüber 'ESPN' betont. "Die Franzosen hatten genug Gelegenheiten, um es wahr zu machen, taten es aber nicht. Sie versprachen uns all die Dinge wie die Straßen von Paris oder Disney", meint der Brite. All diese Ansätze waren aber meist genauso schnell wieder vom Tisch, wie man sie aufgetischt hatte. Das Grand-Prix-Thema sei in Frankreich halt "sehr politisch", erklärt Ecclestone und merkt an: "Ich weiß nicht, ob es anders gewesen wäre, wenn Sarkozy wiedergewählt worden wäre. Keine Ahnung. Als er noch an der Macht war, hätten sie unterschreiben können. Sie hatten einen Vertrag vorliegen. Alles, was sie tun mussten, war, ihre Unterschrift darunter zu setzen", hält der Formel-1-Chef fest. Andererseits habe es ständig an der nötigen Konsequenz hinsichtlich eines Rennplatzes gefehlt, fügt Ecclestone hinzu: "Sie kamen eh nie zu einer Übereinkunft mit Paul Ricard. Dort würden Investitionen nötig werden, um Tribünen aufzubauen. Und der Paddock-Club ist nicht groß genug", sagt der 81-Jährige. Inzwischen ist auch nicht ausgeschlossen, dass die Formel 1 nach Magny-Cours zurückkehrt.
Teamchef Ross Brawn pocht auf die historische Bedeutung von Mercedes Zoom © xpbimages.com
Während beim letzten Concorde-Agreement, das im Jahr 2009 ratifiziert wurde, der Automobil-Weltverband FIA unter dem damaligen Präsidenten Max Mosley eine der treibenden Kräfte war, spielt die FIA bei den aktuellen Verhandlungen für 2013 bis 2020 praktisch keine Rolle. Bisher fanden die Gespräche fast ausschließlich zwischen Bernie Ecclestone und den Teams statt. Ross Brawn missfällt das: "Wir haben noch einen langen Weg vor uns, bevor wir finale Lösungen erreichen", sagt er und unterstreicht: "Ich denke, was man in all das einbeziehen sollte, ist die Rolle, die die FIA in Zukunft spielen wird, ihre Rolle in unserem Sport. Sie waren bisher ruhig, aber sie werden eine Rolle spielen. Ich bin einigermaßen zuversichtlich, dass wir vernünftige Lösungen für die Zukunft finden können. Ich glaube aber nicht, dass schon alles erledigt ist." Mercedes war bisher das einzige Topteam, das Ecclestone noch nicht signalisiert hatte, das neue Concorde-Agreement unterschreiben zu wollen. Bei einem Treffen mit Daimler-Konzernchef Dieter Zetsche - Brawn war aus gesundheitlichen Gründen abwesend - dürfte es zuletzt in Barcelona aber eine Annäherung zwischen Mercedes und den Inhabern der kommerziellen Rechte gegeben haben. Angeblich könnte dieses Wochenende alles unter Dach und Fach gebracht werden. Brawn schweigt zur Mercedes-Situation hinsichtlich des Concorde-Agreements: "Ich kann das immer noch nicht kommentieren", meint er und ergänzt in Anspielung auf die von Ecclestone angezweifelte historische Bedeutung der deutschen Marke: "Wir sind sehr stolz auf unsere Geschichte und glauben, dass sie für den Sport wichtig ist. Da sind die Menschen unterschiedlicher Auffassung. Aber das ist alles Teil der heiklen Verhandlungen, die stattfinden."
Nico Hülkenberg blickt skeptisch auf die Hackordnung in der Formel 1 Zoom © xpbimages.com
Ein Mal schrammte Force India knapp an einem Grand-Prix-Sieg vorbei: Das war mit Giancarlo Fisichella in Spa-Francorchamps. Dass diese Gelegenheit bald wieder kommt, glaubt Nico Hülkenberg nicht, wie er 'auto motor und sport' verrät: "Williams und Sauber waren nach unseren Messungen in Barcelona bei den schnellsten Autos dabei. Die muss man jetzt auch zu den Top-Teams zählen." Den Mercedes-befeuerten Inder dagegen nicht. Und das trotz der Fortschritte, die die Truppe um Besitzer Vijay Mallya gemacht hat: "Wir haben uns definitiv gesteigert, vor allem in der Traktion. Unsere Gegner sind diesen Schritt aber mitgegangen", erklärt Hülkenberg und verweist erneut auf die ehemaligen Mittelfeldkonkurrenten, von denen nur noch Toro Rosso hinter Force India rangiert. "In den schnellen Kurven sind Sauber und Williams besser als wir." Woher rührt es, dass Force India - denen rund drei Zehntelsekunden fehlen - nicht mit der Konkurrenz aus der Hinwil und Grove mithalten kann? Für Hülkenberg sekundär: "Uns bleibt nichts anderes übrig, als zu entwickeln, weil wir zurückliegen. Wir brauchen noch ein paar Zehntelchen, um an die anderen ranzukommen", insistiert er. "Es ist wichtig, eine gute Balance zwischen Entwicklung und dem Verständnis des Autos zu finden", macht Hülkenberg deutlich. Dann scheint das erklärte Saisonziel, nämlich Rang fünf in der Konstrukteurs-Wertung, nicht außer Reichweite. "Das ist immer noch möglich, wenn auch schwierig, weil die anderen auch weiter Punkte machen werden", befürchtet der Emmericher und hofft auf die Kurse, die 2011 im Sommer und Herbst im Grand-Prix-Kalender standen. "Da ist der Knoten bei uns auch erst in der zweiten Saisonhälfte aufgegangen", so Hülkenberg.
Seiner Heimat Großbritannien hat Hamilton schon lange den Rücken gekehrt Zoom © xpbimages.com
Viele Fahrer haben ihren Wohnsitz in das Steuer- und Lebensqualitäts-Paradies Monaco verlegt. Auch Lewis Hamilton gefällt es an der Cote d'Azur. Der Brite ist erst kürzlich aus der Schweiz in das Fürstentum gezogen und zeigt sich begeistert vom neuen Wohnort sowie dem kurzen Weg an den Arbeitsplatz: "Es ist ein fantastisches Gefühl, in deinem eigenen Bett aufzuwachen und einfach nur die Straße hinunterzufahren, um bei der Arbeit anzukommen", freut sich der McLaren-Pilot. Lebensgefährtin Nicole Scherzinger beim Vorbeifahren am heimischen Balkon theoretisch zuwinken zu können, gefällt Hamilton. "Das erlebe ich heute zum ersten Mal, doch ich bin mir sicher: Es wird einen großen Unterschied ausmachen", prognostiziert er. "Ich habe auch mein früheres Zuhause geliebt, doch das ist ein ganz anderer Ort. Ich mag ihn noch ein bisschen mehr, scheint mir", so Hamilton, der sich bekanntermaßen gerne mit Stars aus dem Showbusiness umgibt. Doch auch an seinem alten Wohnort fand der 27-Jährige Gefallen. "Als ich in der Schweiz lebte, war das eines der schönsten Länder, die ich je besucht hatte. Das Wetter war ein bisschen wie in Großbritannien, doch es war meist viel schöner", schmunzelt Hamilton und beschreibt den Unterschied als eklatant: "Es dauerte eine Ewigkeit, um bis zu einem Restaurant zu gelangen. Ich konnte nicht einfach nur hinlaufen oder hinfahren", so der Weltmeister von 2008 über die Abgeschiedenheit. Hamilton meint: "Ich habe das Gefühl, es weiterhin genießen zu müssen. Ich laufe jeden Tag auf der Strecke und laufe sie fast komplett ab. Es ist schon unglaublich, jeden Tag auf seiner Lieblingsstrecke herumlaufen zu können", so der Brite, der tagtäglich Sporthistorie lebt. "Du denkst: 'Wow, ich laufe durch den Tunnel, durch den solche Legenden wie Michael und Ayrton (Senna; Anm. d. Red.) gefahren sind. Jetzt bin ich einer dieser Rennfahrer und wohne noch dazu hier."
In Monaco gehen die Uhren anders: Auch für die V8-Motoren der Formel-1-Autos Zoom © xpb.cc
Ebenso einzigartig wie unberechenbar: Der Grand Prix von Monaco zählt zu den Highlights einer jeden Formel 1-Saison. Das Rennen durch die Straßen des glamourösen, normalerweise eher beschaulichen Fürstentums ist nach wie vor einzigartig auf der Welt. Der Stadtkurs selbst hat sich dabei im Laufe der Jahre kaum verändert. Die einzigartige Streckencharakteristik stellt die Ingenieure von Renault vor ganz besondere Herausforderungen, denn die Motoren müssenkomplexe Ansprüche erfüllen. "In Monaco lenken die Piloten ihre Boliden nicht nur mit dem Lenkrad, sondern auch mithilfe des Motors", erklärt Remi Taffin, Leiter des Grand-Prix-Teams. "Der Fahrer benötigt deswegen ein Triebwerk, das gleichmäßig und direkt auf Gaspedalbefehle anspricht." Nur so entwickele er das nötige Vertrauen, um jederzeit voll attackieren zu können. Die größte Herausforderung in Monte Carlo liege in den geringen Geschwindigkeiten, sagt Taffin. "Daher verwenden wir hier ein ganz spezielles Motor-Management, das auf keiner anderen Rennstrecke zum Einsatz kommt. Die Triebwerke sind auf Drehzahlen von bis zu 18.000 Umdrehungen pro Minute ausgelegt. Im Fürstentum müssen sie aber in den langsamen Kurven auch bei nur 5.000 Touren noch perfekt funktionieren", so Taffin. Der Renault Ingenieur betont die spezielle Herangehensweise der Franzosen: "Um uns auf dieses Wochenende perfekt vorzubereiten, testen wir im Vorfeld besonders ausgiebig auf unseren Motorenprüfständen. So stellen wir sicher, dass alles einwandfrei funktioniert. Dabei stimmen wir denV8 für unsere vier Partnerteams auch so ab, dass er bereits im Tourenkeller ein bissiges Ansprechverhalten an den Tag legt." Eine der anspruchsvollsten Aufgaben besteht darin, die Triebwerke so anzupassen, dass sie sehr agil am Gas hängen und direkt das nötige Drehmoment zur Verfügung stellen. Der Pilot muss darauf vertrauen können, dass der Motor sofort reagiert, wenn er ihn braucht - ganz gleich, welches Pedal-Einstellung er fährt oder in welcher Stellung sich das Gaspedal gerade befindet. Auch David Lamb unterstreicht die große Bedeutung einer perfekten Abstimmung für die Achtzylinder. "Monaco ist in jeder Beziehung einzigartig, so ein Rennen gibt es in der Formel 1 kein zweites Mal", so der Brite, der vor zwei Wochen als verantwortlicher Motoren-Ingenieur von Pastor Maldonado beim Grand Prix von Spanien gemeinsam mit Williams den ersten Sieg des wiedergewonnen Partners in dieser Saison feiern durfte. "Da wir auf diesem Kurs kaum auf die maximale Höchstgeschwindigkeit kommen, wirken sich ein paar Extra-Pferdestärken so gut wie gar nicht auf die Rundenzeit aus", meint Lamb. "Die Schlüsselfrage ist, wie wir die Power auf die Straße bringen - denn genau das macht den Unterschied aus und sorgt auf der Strecke für einen echten Zeitvorteil", geht er auf die feinen Differenzen ein. Der Williams-Techniker verdeutlicht die Besonderheiten eines Stadtkurses: "Aber auch darüber hinaus erwarten uns in Monaco einige Besonderheiten, die wir so von keiner anderen Rennstrecke kennen. Kurve sechs zum Beispiel, die enge Haarnadelkurve: Sie besitzt den engsten Radius der gesamten Saison. Hier bremsen die Piloten ihr Auto so stark zusammen." Ohne das korrekte Motor-Mapping kann dies dazu führen, dass ungewollt Schub einsetzt, weil die Elektronik ein Absterben des Aggregats unterbinden will.
Als eine von wenigen Rennstrecken verändert sich der Kurs von Monaco von einem Jahr auf das nächste kaum - immerhin handelt es sich um einen temporären Stadtkurs und nicht um eine permanente Strecke. Deswegen verfügen alle Teams über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz und umfangreiches Datenmaterial, um ein passendes Basis-Setup zu generieren. Nichtsdestotrotz erwartet Renault in jeder Saison Neuerungen. "Dieses Mal gehen wir die Sache sowieso etwas anders an", verrät Lamb. "Um die Kraft des Motors sicher auf die Straße zu bringen, schalten die Fahrer teilweise etwas früher als notwendig in den nächsthöheren Gang - wir nennen das 'Short-Shifting'. Darauf müssen wir auch das Mapping des Gaspdals angleichen, um unerwünschte Nebeneffekte auszuschließen. Bei einem 'normalen' Rennen kommt es niemals in einer gezeiteten Trainings- oder Qualifying-Runde, sondern ausschließlich in der In- und Out-Lap zum Einsatz." Die Unebenheiten im Asphalt führen dazu, dass die Reifen kurzzeitig den Kontakt zur Straße verlieren. Darunter leidet einerseits die Traktion, andererseits bedeuten die plötzlich hochschnellenden Drehzahlen eine enorme Zusatzbelastung für die mechanisch beweglichen Teile im Motor. "Ein klassisches Beispiel für eine solche Stelle ist die Bodenwelle zwischen dem Casino und der Mirabeau-Kurve", weiß Lamb.
Sergio Perez sieht sich und sein Team in der Formel 1 absolut auf Kurs liegen Zoom © xpbimages.com
Seit dem grandiosen Auftritt von Sergio Perez beim Großen Preis von Malaysia ist es um das Sauber-Team wieder ein bisschen ruhiger geworden. Auch, weil sich zu den 30 WM-Punkten aus den beiden Auftaktrennen in Australien und Malaysia seither "nur" elf weitere Zähler hinzugesellten. Gerät Sauber etwa zu Beginn der Europasaison bei der Entwicklung ins Hintertreffen? Weit gefehlt, sagt Perez. Der mexikanische Rennfahrer schiebt die geringe Ausbeute der vergangenen Wochen schlichtweg auf fehlendes Rennglück, wie er gegenüber 'Formula1.com' erklärt. Seit seinem zweiten Platz in Sepang sei es an Sonntagen einfach nicht immer nach Plan gelaufen: "In China hatten wir die falsche Taktik und ein Problem mit dem Frontflügel, in Bahrain hatten wir nicht die Geschwindigkeit", berichtet Perez. "In Spanien lag ich nach dem Start schon an Position vier, als mich Romain Grosjean traf und einen Reifenschaden verursachte." Wieder gingen wichtige Punkte verloren. Doch Perez hat den Mut nicht verloren - ganz im Gegenteil. "Ich bin mir sicher: Unsere Zeit wird kommen, denn wir haben ein konkurrenzfähiges Auto. Wir werden kämpfen", sagt der Sauber-Fahrer und zeigt sich zuversichtlich. "Selbst in Barcelona, wo viele Teams ihre Updates am Start hatten, sahen wir noch immer recht wettbewerbsfähig aus. Es gibt also keine Engpässe bei der Entwicklung", stellt Perez heraus und merkt an: "Ich denke vielmehr, dass wir über die komplette Saison hinweg konkurrenzfähig bleiben können, wenn wir weiterhin - sowohl in der Fabrik als auch an der Strecke - gut zusammenarbeiten."
Lewis Hamilton bleibt zuversichtlich und scheint sich die gute Laune zu bewahren Zoom © xpbimages.com
Fünf Fahrer haben sich in diesem Jahr bereits in die Siegerliste der Formel 1 eingetragen, doch der Name von Lewis Hamilton taucht in diesen Statistiken bisher nicht auf. Der McLaren-Pilot war zwar in allen fünf Rennen im Ziel, kam dabei aber nicht über die dritte Stufe des Podests hinaus. Der Zweifel nagt aber nicht am Selbstbewusstsein des Ex-Champions. Dies betont Hamilton in Monte Carlo. Er sei "nicht frustriert" über seine sieglose Phase, meint der Brite. "So läuft es im Rennsport halt manchmal. Wir hätten angesichts unserer Ergebnisse in der Qualifikation natürlich gern besser abgeschnitten." Diesem "Problem" wolle man sich in den kommenden Rennen verstärkt widmen, um nicht noch weitere Punkte einzubüßen. Oder wie es Hamilton formuliert: "Wir müssen uns steigern." In der hart umkämpften Formel 1 bedeute Stillstand einen Rückschritt, erklärt Hamilton. Ein Handeln sei geboten, "wenn wir da bleiben wollen, wo wir sind, oder wenn wir uns davon ausgehend nochmals verbessern wollen", sagt der McLaren-Pilot. "Wir arbeiten schon sehr hart daran." Vorwürfe braucht sich der Weltmeister von 2008 jedoch nicht zu machen. Das meint zumindest Martin Whitmarsh. Der Teamchef von Hamilton stellt sich vor dem sechsten Rennen des Jahres demonstrativ hinter seinen Schützling: "Lewis wird in diesem Jahr nicht gerade vom Glück verfolgt. Wir glauben jedenfalls nicht, dass er das Siegen verlernt hat. Die WM ist vollkommen offen. Er darf sich als Siegkandidat in Monaco sehen - und als Anwärter auf viele weitere Siege und auch auf den WM-Titel", sagt der Brite. Dies macht Whitmarsh vor allem am Auftreten seines Landsmanns fest: "Seine Fahrweise ist sehr reif, kontrolliert und diszipliniert. Wahrscheinlich mehr als jemals zuvor", meint Whitmarsh und merkt an: "Er hat aber das Tempo und die Fähigkeit, um auf der Pole-Position zu stehen. Dieses Gefühl kann Lewis aus Barcelona mitnehmen. Dort hat er - trotz einer Strafe - eine fantastische Fahrt hingelegt."
Sergio Perez sieht sich schon seit einiger Zeit mit Ferrari-Gerüchten konfrontiert Zoom © xpbimages.com
Felipe Massa fährt diese Saison von Enttäuschung zu Enttäuschung. Das liegt nicht am Auto, denn Fernando Alonso rangiert mit dem F2012 punktegleich mit WM-Leader Sebastian Vettel auf Platz zwei in der Gesamtwertung. Kein Wunder, dass die Gerüchte um einen Rauswurf Massas immer lauter werden. Der logische Nachfolger wäre der Mexikaner Sergio Perez. Der Sauber-Pilot stammt aus dem Ferrari-Nachwuchsprogramm und gewann dieses Jahr mit einer sensationellen Leistung in Sepang beinahe sein erstes Rennen. Er gilt als eines der größten Formel-1-Nachwuchstalente. Doch Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali gab schon mehrmals bekannt, dass man nicht riskieren wolle, den Youngster aus seiner gewohnten Umgebung herauszureißen und ihn zu verheizen. Nun behauptet Perez gegenüber 'Formula1.com', dass er ein eventuelles Angebot von Ferrari, während der Saison zu wechseln, gar nicht annehmen würde: "Sollte es wirklich zu so einer Situation kommen, dann würde ich ablehnen, denn ich würde nicht während der Saison wechseln wollen." Daraufhin gibt er ein Versprechen ab: "Ich habe diese Saison mit Sauber begonnen, werde meine Saison mit Sauber beenden und gebe 100 Prozent für mein Team." Zudem glaubt er nicht, dass überhaupt etwas an den Gerüchten dran ist: "Dieser Hype über einen möglichen Wechsel wird massiv von den Medien aufgeblasen." Der Mexikaner rechnet sogar damit, dass sich Massa nach seinem schwachen Saisonstart noch einmal fängt: "Ich glaube, dass Felipe zurückschlagen und gute Arbeit leisten wird. Er ist ein starker Fahrer, und er hat ein großartiges Team im Rücken. Hat er einmal zurückgeschlagen, dann werden auch all diese Storys auf einmal verschwinden." Doch was wäre, wenn Motorenpartner Ferrari seinen Einfluss bei Sauber geltend macht und Perez nach Maranello holt? "Ich denke, dass die Leute nicht Motoren und Fahrer vermischen sollten", meint der Sauber-Pilot. "Die Gerüchte gibt es schon seit einer ganzen Weile, und natürlich habe ich eine Verbindung zu Ferrari und zur Fahrerakademie von Ferrari. Dennoch ist meine Position klar: Ich fahre für Sauber, und dort werde ich bleiben."
Alle wollen es wissen, wie es weitergeht: Aber Schumacher schweigt beharrlich Zoom © xpbimages.com
Es ist wie im 2006: Schon während dieser Saison drehte sich bei Michael Schumacher alles um die Frage, ob er nun den Helm an den Nagel hängt oder doch weiter Formel-1-Rennen bestreitet. Und das Rätselraten wird auch 2012 weitergehen, wie die Aussage des Rekord-Weltmeisters in der FIA-Pressekonferenz von Monaco zeigt: "Noch gibt es leider keine Neuigkeiten für euch. Ich möchte auch nicht zu tief in diese Diskussion einsteigen", weicht Schumacher aus. Um seine Motivation sei es aber gut bestellt, versichert der Mercedes-Pilot: "Wenn man bedenkt, wo wir im vergangenen Jahr standen, dann ist uns ein riesiger Fortschritt gelungen", insistiert Schumacher. "Wir haben unter Beweis gestellt, dass wir Rennen gewinnen können", unterstreicht er. Auch, wenn das bei den Silberpfeilen bislang Nico Rosberg vorbehalten war und Schumacher mit einigem Pech nur zwei WM-Zähler einfuhr. Motivation statt EnttäuschungSchumacher meint: "Ich fühle mich ganz und gar nicht enttäuscht. Wenn, dann ist es genau umgekehrt: Ich bin noch mehr motiviert, weil wir so viele Fortschritte machen." Rückendeckung erhält er von einem langjährigen Weggefährten: "Er war dieses Jahr doch sehr gut", bemerkt Ross Brawn gegenüber 'Autosport'. Der Mercedes-Teamchef räumt aber ein: "Wir haben nicht die Resultate eingefahren. die wir wollten." Brawn glaubt auch daran, dass von Schumacher sportlich bald mehr zu erwarten sein wird. "So viel Aufmerksamkeit, wie seinem Unfall in Spanien zuteil geworden ist, so viel wird es auch sein, wenn er Erfolg hat", blickt der Brite voraus. "So ist Michael: er mag die Herausforderung und darum geht es in der Formel 1. Er kniet sich rein, wenn Dinge nicht laufen, wie sie sollen", lobt Brawn die Vorzüge des siebenfachen Champions. Experten glauben an einen neuen VertragUnd auch die Stimmen aus dem Fahrerlager deuten darauf hin, dass Schumacher noch keinen zweiten Rücktritt wagt. Johnny Herbert erklärt gegenüber 'Sport Bild': "Michael ist psychisch und körperlich topfit, es gibt keinen Grund für ihn aufzuhören. Er ist jetzt besser als in den ersten beiden Jahren seines Comebacks", so der Brite. Und auch die TV Experten sind sich einig: Marc Surer glaubt an die Fortsetzung der Karriere, weil sich Mercedes nach Schumachers Wünschen richten würde. Christian Danner erkennt die Probleme des 43-Jährigen: "Er hat zwar am Sieg von Teamkollege Rosberg zu knabbern und auch daran, dass Kimi Räikkönen im Gegensatz zu ihm keinerlei Comeback-Probleme hat", so der 'RTL'-Fachmann. "Aber er will es noch mal wissen." Ex-Teamchef Peter Sauber bringt Schumachers gesündere, weil weniger verbissene Einstellung zum Motorsport ins Spiel. Sein früherer Teamkollege Felipe Massa wirft die Kämpfernatur des Kerpeners in der Waagschale. Keine Parallele zu Casey StonerVon den Journalisten in der FIA-PK ließ sich Schumacher auch bei der Frage nach seiner Meinung über den Abschied von MotoGP-Ass Casey Stoner aus dem aktiven Rennsport nichts entlocken. "Nun, ich habe vermutlich das Gleiche gefühlt wie diejenigen, die ein bisschen mit der Materie vertraut sind - sie waren überrascht", kommentiert der Mercedes-Pilot das Karriereende des Australiers, fordert aber: "Du musst es respektieren." Ein zu dezidiertes Urteil über Stoners Ankündigung will sich Schumacher jedoch nicht erlauben: "Ich kenne seine Gründe - oder seine genauen Gründe - nicht, doch er ist jung genug, um ein Sabbatical einzulegen, statt komplett aufzuhören. Es gibt sicherlich keine Parallele zu mir", spekuliert er über einen Rücktritt vom Rücktritt, den der Zweirad-Weltmeister vollführen könnte.
Das Starterfeld formiert sich - und könnte in Monaco einen sechsten Sieger haben Zoom © xpbimages.com
So abwechslungsreich wie in diesem Jahr hat sich die Formel 1 - wenn überhaupt - schon seit sehr langer Zeit nicht mehr präsentiert: In den bisherigen fünf Rennen stand am Ende jeweils ein anderer Fahrer auf dem obersten Treppchen, was an diesem Wochenende seine Fortsetzung finden könnte. Als wäre Monte Carlo nicht schon besonders genug - feiert im Fürstentum der sechste Sieger 2012? Mark Webber (Red Bull), in diesem Jahr einer der Topfahrer ohne Sieg, glaubt logischerweise auch aus eigenem Interesse daran, dass die angesprochene Serie weiterhin Bestand haben wird: "Es könnte einen sechsten Sieger geben. Natürlich. Warum auch nicht?", fragt der Australier und merkt an: "Es wäre schön, wenn ich es wäre." Klingt fast so wie der traditionelle Glückwunsch des Fürsten. Diesen Spruch ("Ich freue mich, dass sie es sind") kennt Webber aus der Vergangenheit, denn 2010 durfte der Red-Bull-Pilot in Monte Carlo (Alle Großen Preise von Monaco in der Datenbank!) jubeln. Auch Michael Schumacher (Mercedes) ist mit den Worten bei der Pokalübergabe bestens vertraut - und 2012 wie schon seit seinem Comeback vor mittlerweile fast zweieinhalb Jahren noch ohne Sieg. Ob sich das bereits am Sonntag ändert? "Ich bin ziemlich sicher, dass um uns herum einige sind, die bisher nicht gewonnen haben, die in diesem Rennen aber die Möglichkeit haben, zu gewinnen", sagt Schumacher. Was er mit diesem recht kryptisch anmutenden Satz meint: "Jeder von uns wäre glücklich darüber, dieser Sieger zu sein." Lewis Hamilton (McLaren) stimmt zu. Auch er wartet nach wie vor auf den ersten Saisonerfolg. "Es gibt einige Fahrer, die das Potenzial haben, um zu siegen, doch zwischen einigen Teams geht es wirklich eng zu. Ich denke, es ist völlig offen", sagt Hamilton vor seinem erklärten Lieblingsrennen. Weil gerade in Monte Carlo der Fahrer noch den Unterschied ausmachen könne, müsse man erst einmal abwarten. Traditionell bietet der Stadtkurs nämlich auch den Raum für Überraschungen. "Ein Auto, das auf Kursen wie Barcelona nicht so prächtig funktioniert, könnte in Monte Carlo ein bisschen besser laufen", meint Hamilton. Man darf also gespannt sein, wie sich die Dinge an der Côte d'Azur in den kommenden Tagen entwickeln. Laut Romain Grosjean (Lotus) ist es im Augenblick aber noch schwierig zu sagen, was geschieht: "Wir waren ja noch nicht einmal auf der Strecke ..."
Felipe Massa posiert im Fahrerlager von Monaco - läuft es diesmal besser? Zoom © Ferrari
Felipe Massas verzweifelte Ankündigungen erinnern bereits an den Hollywood-Klassiker "Und täglich grüßt das Murmeltier". Da macht auch der Formel-1-Klassiker in der Wahlheimat des Brasilianers keine Ausnahme. Im Vorfeld des Grand-Prix-Wochenendes stellt der schwer unter Druck stehende Ferrari-Star einmal mehr klar, dass es auf diese Art und Weise nicht weitergehen kann und dass es oft nur Kleinigkeiten brauche, um eine Trendwende einzuleiten. "Ich hoffe, dass meine Weltmeisterschaft 2012 an diesem Wochenende beginnt", übt sich Massa in Durchhalteparolen. "Vor allem, da es sich hier um mein zweites Heimrennen handelt und ich hier den Großteil des Jahres verbringe. Daher hoffe ich, dass es an diesem Wochenende besser läuft als bei den vergangenen Rennen. Dieses Rennen unterscheidet sich von ziemlichen allen außer Singapur, und daher hoffe ich, dass es für mich einen Neuanfang darstellt." Massa gibt zu, dass er sich in der größten Krise seiner bisherigen Karriere befindet: "Ich hatte in meiner Karriere schon einige schwierige Zeiten, und vielleicht war dieser Saisonstart die bisher schwierigste Zeit. Daher müssen wir aus dieser Lage herauskommen und in die richtige Richtung gehen - darauf konzentriere ich mich." Massa gibt mentales Tief zuZuletzt machten Spekulationen die Runde, wonach der 30-Jährige in Spanien und Monaco nur noch auf Bewährung fahre - demnach müsste er nun eine Glanzleistung zeigen, da das Barcelona-Wochenende in die Hose ging. Kein Wunder, dass Massa auch psychisch angeschlagen ist: "Ich musste mich mit der technischen Seite des Problems beschäftigen, aber das wirkt sich auch auf die mentale Seite aus, da es nicht einfach ist, mit dieser Situation umzugehen. Wenn man aber eine Sache löst, dann ist es leichter, auch die anderen zu lösen." "Ich musste mich mit der technischen Seite des Problems beschäftigen, aber das wirkt sich auch auf die mentale Seite aus." Felipe Massa Während Massa nach fünf Rennen in der WM-Wertung nur 17. Ist, liegt Teamkollege Fernando Alonso punktegleich mit WM-Leader Sebastian Vettel auf dem zweiten Platz. Sind die starken Leistungen des Spaniers ein Grund für die Krise des Ferrari-Routiniers? "Ich denke nicht, dass Fernando das Problem ist", winkt er ab. "Man hat immer großartige Teamkollegen und schwierige Zeiten mit dem Teamkollegen - starke Kerle treffen aufeinander." Massa vorsichtig optimistischMit seinen Erwartungen für dieses Wochenende hält sich Massa zurück, schließlich lief es auch bei den vergangenen fünf Rennen nicht nach Wunsch. Dennoch analysiert er das Potenzial des F2012 in den Häuserschluchten von Monaco: "Wenn wir trotz der Verbesserungen akzeptieren, dass die zwei Schwachpunkte des F2012 Traktion und Topspeed sind, dann sollte zumindest der Topspeed auf diesem langsamen Stadtkurs kein Problem sein - das könnte uns also helfen. Aber wir müssen natürlich abwarten, was im Training passiert, um die Situation zu verstehen." Immerhin sind die WM-Leader noch nicht völlig enteilt, denn dieses Jahr kann sich bisher kein Pilot im Klassement absetzen. "Normalerweise liegen die besten Autos an der Spitze, doch derzeit ist es schwer herauszufinden, welche Autos die besten sind", fällt Massa auf.
"Es ist schwer zu sagen, welches Auto bei welchem Rennen die meisten Punkte holen kann. Das liegt daran, dass sich die Situation von einer Strecke zur anderen ändern kann. Wir haben gesehen, dass Autos, die auf gewissen Strecken eingeschätzt wurden, den Erwartungen nicht entsprechen konnten. Normalerweise weiß man in einer Weltmeisterschaft nach ein paar Rennen, in welche Richtung es gehen wird. Dieses Jahr ist es aber viel schwieriger, sich ein Bild zu machen."
Immer von Journalisten umringt: Sebastian Vettel in Monte Carlo Zoom © Red Bull
(Motorsport-Total.com/SID) - Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel hat trotz fünf Siegern in fünf Rennen energisch bestritten, dass die aktuelle Formel 1 ein Glücksspiel sei - und die Schuld für Platz sechs zuletzt in Barcelona folgerichtig auf sich genommen: "Ich weiß, was ich gemacht habe. Das war mein Fehler", so der 24-Jährige auf die Frage, ob er nach seiner Durchfahrtstrafe in Barcelona noch einmal bei den Rennkommissaren vorstellig geworden sei. Zwar könne er sich die unterschiedliche Leistungsfähigkeit seines Autos im bisherigen Saisonverlauf nicht erklären, Glück und Pech spielten dennoch kaum eine Rolle, meint der Red-Bull-Pilot vor dem Rennen in Spielerparadies Monaco. "Es wird immer von Reifen-Roulette gesprochen, aber die Voraussetzungen sind für alle gleich", versichert er. "Wenn man sich den Durchschnitt der fünf Rennen anschaut, stehen doch die vorne, die es auch verdienen. Und wenn am Ende nach 20 Rennen einer Weltmeister wird, kann man sicher nicht sagen, er hatte Glück." Eine Siegerwette für Monaco will Vettel, der das WM-Klassement vor dem punktgleichen Spanier Fernando Alonso anführt, aber nicht abgeben: "Wenn es nach dem Trend geht, müsste es im sechsten Rennen den sechsten Sieger aus dem sechsten Team geben", meint er schmunzelnd. Auf die Frage, auf wen er zehn Euro setzen würde, erklärt der Hesse mit Blick auf den für das Hinterbänkler-Team Marussia fahrenden Timo Glock: "Ich würde ja sehr gerne auf Timo setzen, aber es ist ja nicht mein Geld. Aber ich setze auf Timo in den Top 10." Die Durchfahrstrafe in Barcelona hatte Vettel kassiert, weil er nach der Kollision zwischen Michael Schumacher und Bruno Senna unmittelbar hinter den beiden Streithähnen bei den geschwenkten gelben Flaggen nach Meinung der Rennkommissare nicht genügend vom Gas gegangen war. Direkt nach dem Rennen hatte er noch gesagt: "Ich wüsste nicht, wo ich schneller war."
Das Sextett der Monaco-PK stellte sich am Mittwoch den Fragen der Journalisten Zoom © xpbimages.com
Vor kaum einer Rennstrecke haben die Piloten der Formel 1 so viel Respekt wie vor dem Stadtkurs in Monte Carlo. Und gleichzeitig gibt es nur wenige Grands Prix, die einen ähnlich hohen Stellenwert im Kalender genießen. Deshalb ist Monaco etwas Besonders, was Romain Grosjean (Lotus), Lewis Hamilton (McLaren), Pastor Maldonado (Williams), Charles Pic (Marussia), Michael Schumacher (Mercedes) und Mark Webber (Red Bull) in der FIA-Pressekonferenz von Monte Carlo erläutern. Frage: "Romain, erzähle uns zuerst einmal ein bisschen über deine Erfahrungen mit der Rennstrecke in Monte Carlo ..." Romain Grosjean: "Nun, in Monaco hat man zunächst ganz andere Gefühle: Es ist eine spezielle Strecke und ein besonderer Grand Prix. Natürlich fühlt es sich ein bisschen wie ein Heimspiel für mich an, weil wir Frankreich so nahe sind. Ich freue mich sehr darüber, vor den Fans zu fahren, von denen hoffentlich viele blau-weiß-rote Fahnen schwenken werden." "Monaco ist eine besondere Strecke. Es war eine gute Erfahrung, hier 2009 in der GP2 zu siegen. Im vergangenen Jahr zeigte ich hier ein starkes Rennen. Ich begann als 26. und wurde Vierter. Ich hatte hier aber auch schon ein paar Unfälle. Schauen wir einmal, wie es sich in einem Formel-1-Auto darstellt. Viel besser, nehme ich an. Wir alle freuen uns sehr darauf, hier zu fahren." Frage: "Es gab Strecken, auf denen du vielleicht ein bisschen besser warst als auf anderen. Ist Monte Carlo ein Kurs, von dem du glaubst, dass er gut für dich sein könnte?" Grosjean: "Ich mag die Strecke. Schauen wir einmal, was wir hier erreichen können. Du musst aber wissen: Monaco ist ein bisschen anders. Normal ist es so: Wenn du in einer schnellen Kurve gut bist, weißt du, dass du mehr oder weniger auch in allen anderen schnellen Kurven gut sein wirst. Hier ist es aber holprig, weil es normale Straßen sind." Lewis Hamilton ist seit kurzer Zeit ein Einwohner des Fürstentums von Monaco Zoom © xpbimages.com "Die Strecke verbessert sich zudem extrem im Verlauf des Wochenendes. Es gibt vieles zu lernen und während der Veranstaltung geht alles ganz schnell. Es dürfte also interessant werden. Wir versuchen einfach, das Auto bestmöglich abzustimmen und ein weiteres gutes Ergebnis für mich und das Team zu erzielen. Wir wollen gute Punkte holen - und warum nicht auch mehr?" Frage: "In Frankreich wird die sicherlich große Unterstützung zuteil. 2012 hat dein Heimatland vermutlich die beste Chance seit Langem, dieses Rennen zu gewinnen ..." Grosjean: "(lacht; Anm. d. Red.) Der letzte französische Sieger bei diesem Rennen war Olivier Panis 1996. Es wäre schön, am Sonntag die Marseillaise zu hören, doch erst einmal müssen wir arbeiten und schauen, was drin ist. Es ist aber sicherlich immer gut, viele Fans und eine gute Unterstützung zu haben. Das macht es zu etwas Besonderem, wenn du auf der Strecke unterwegs bist und die Fahrerparade bestreitest." Frage: "Pastor, was hast du nach Barcelona gemacht? Was ist passiert, wie waren die Reaktionen in Venezuele und warst du bereits wieder in deiner Heimat? Hast du Williams einen Besuch abgestattet? Berichte uns ..."
Pastor Maldonado: "Ja, ich war in der Williams-Fabrik, habe mir den Ingenieuren und mit dem Team gearbeitet. Ich habe einige sehr gute Tage in der Fabrik verbracht. Es war etwas Besonderes, denn sie hatten schließlich acht Jahre lang kein Rennen gewonnen." "Man kann sich sicher vorstellen, wie es für sie war, diesen Sieg einzufahren. Es ist natürlich ein klasse Gefühl, Rennen zu gewinnen. Das Team macht so viel Druck - und das gilt auch für mich. Wir haben ein gutes Gefühl und freuen uns auf die nächsten Rennen." Frage: "Auf dieser Strecke hast du schon einige gute Ergebnisse eingefahren. Denkst du, du bist ein Monaco-Spezialist?" Maldonado: "Ich war hier schon immer schnell. Vor allem in der GP2, aber auch in der Renault-World-Series. Im vergangenen Jahr leistete ich gute Arbeit, denn ich lag an sechster Stelle. Es ist aber immer schwierig. Auf einer solchen Strecke weißt du nie, wie es mit dem Verkehr und all diesen Dingen läuft." "Der Kurs verändert sich im Verlauf des Wochenendes dramatisch. Wir müssen das genau im Auge behalten und zusehen, eine gute Balance ins Auto zu bekommen. Dann gilt es auch, zur richtigen Zeit auf der Strecke zu sein. Schauen wir einmal. Ich werde wieder mein Bestes geben. Ich glaube, es sollte möglich sein, auch hier konkurrenzfähig zu sein. Wir werden sehen."
Frage: "Fühlst du dich ein bisschen erleichtert, nachdem du deinen ersten Grand Prix gewonnen hast?" Vor zwei Wochen fuhr Pastor Maldonado in Barcelona seinen ersten Sieg ein Zoom © xpbimages.com Maldonado: "Es ist etwa ganz Besonderes, zu gewinnen - vor allem beim ersten Mal. Jetzt wird es aber ohne Zweifel eine schwierige Nummer. Die Abstände sind gering und das Niveau der Teams ist ähnlich. Da können Kleinigkeiten den Unterschied machen. Wir müssen alles auf die Reihe kriegen, um einen Fortschritt zu erzielen. Ich muss sagen: Williams leistet im Augenblick wirklich tolle Arbeit." "Ich spüre regelrecht, wie sehr die Angestellten motiviert sind. Sie machen so viel Druck - auch ich. Wir haben eine gute Stimmung im Team. Wir müssen uns aber trotz allem weiter steigern. Noch sind wir nicht bei einhundert Prozent. Wir sind nicht das beste Team. Davon sind wir vielleicht nicht weit entfernt, doch wir müssen uns trotzdem jedes Mal aufs Neue steigern." Frage: "Charles, du hast in Monaco bereits in der GP2 und auch in der Renault-World-Series gewonnen. Kannst du dir vorstellen, wie es in einem Formel-1-Auto sein wird? Ist es ein großer Unterschied? Was denkst du?" Charles Pic: "Es wird sicher sehr interessant, denke ich. Die Strecke verändert sich aber nicht. Es wird meine erste Formel-1-Erfahrung auf diesem Kurs sein. Monte Carlo ist eine sehr nette Bahn. Sie ist ein bisschen besonders, denn Fahrfehler sind hier nicht drin. Es könnte also ein richtig interessantes Wochenende werden - vor allem für uns. Wir sind gespannt auf unser Tempo auf einer solchen Strecke. Der Kurs unterscheidet sich ja sehr von anderen Strecken. Ja, schauen wir einmal." Frage: "Dein Saisonstart war alles andere als einfach: Du hattest vor Saisonbeginn kaum Gelegenheit, um zu testen. Wie, glaubst du, lief es im ersten Viertel der Meisterschaft für dich und das Team?" Pic: "Gut. Ich denke, unser Hauptziel ist, das Auto von Rennen zu Rennen zu verbessern. Das ist, was wir tun. Wir müssen aber weiterhin sehr hart arbeiten und weiterhin Druck machen, um zu versuchen, das Fahrzeug zu optimieren. Ich selbst habe noch viele Dinge zu lernen. Die ersten Rennen waren nicht einfach für mich, wo ich doch kaum getestet hatte. Ich machte aber das Beste daraus und fühlte mich von Rennen zu Rennen besser vorbereitet. So müssen wir weitermachen." Frage: "Mark, du hast hier in Monte Carlo dein erstes Formel-1-Podest erzielt. Daran erinnert man sich bestimmt immer. Ist es aus deiner Sicht eine besondere Strecke?" Mark Webber: "Ja, das war sie schon immer. Ich habe hier schon in der Formel 3000 gewonnen, hatte ein paar Podestplätze und 2010 einen schönen Sieg. Es ist ein erstaunlicher Rennplatz, ein klasse Wochenende. Für die Mechaniker ist es ziemlich stressig. Das gilt für alle Teams, die Medien und alle weiteren Beteiligten." "Es ist schon erstaunlich, wie es uns noch immer gelingt, einen Event in dieser Enge des Fürstentums abzuhalten. Es ist eine prima sportliche Veranstaltung und bei jedem von uns steht sie sehr hoch im Kurs. Und ja, ich freue mich darauf, das Auto hier zu fahren. Es ist immer toll, hier zu fahren. Am Donnerstag ist es endlich so weit." Frage: "Eine solche Saison haben wir bisher noch nicht erlebt. Ich denke, das ist für alle von euch etwas Neues. Es scheint einfach keine Konstanz zu geben. Es ist ein Auf und Ab. Ist das gut oder schlecht? Was denkst du darüber?" Webber: "Es kommt ganz darauf an, wer du bist. Wenn wir von einem Puristen reden, dann wird er sicherlich ein bisschen Zeit brauchen, um sich daran zu gewöhnen. Im Hinblick auf die Ergebnisse der Teams hat noch niemand wirklich den Durchblick. Es gibt aber einige Leute, die den Sport verfolgen, die es so lieben, wie es ist." "Es hängt davon ab, wen du fragst. Wenn es dir darum geht, möglichst viele konkurrenzfähige Teams zu haben, dann bist du derzeit vollkommen richtig. Ich denke nicht, dass das so schlecht ist, aber warten wir ab. Ich denke, unterm Strich werden die großen Teams auch am Ende des Jahres noch gut abschneiden." Frage: "Michael, du erhältst hier eine Strafversetzung um fünf Positionen. Andererseits musstest du in Monaco auch schon von ganz hinten starten. Das war 2006. Vor zwei Wochen hast du gesehen, was Lewis aus einer solchen Ausgangslage machte. Mit welchen Gefühlen gehst du in das anstehende Rennen?" Michael Schumacher scheint die Freude am Fahren nicht verloren zu haben ... Zoom © xpbimages.com Michael Schumacher: "Nun, im Prinzip gehe ich davon aus, dass wir uns hier in einer konkurrenzfähigen Position befinden sollten. Das Profil dieser Strecke sollte uns liegen. Und es stimmt: Ich kam hier schon von ganz hinten und wurde Fünfter, wenn ich mich nicht irre. Schauen wir einmal, wo ich mich letztlich qualifiziere, von wo ich dann losfahren werde und was damit zu machen ist. Es ist sicherlich nicht ideal, aber so ist es nun einmal. Ich freue mich darauf. Mir steht wahrscheinlich eine sehr aufregende Geschichte ins Haus." Frage: "Deine Bilanz auf dieser Strecke - wie auch auf den meisten aktuellen Kursen - ist beeindruckend. Du hast hier in der jüngeren Geschichte öfter gewonnen als irgendjemand sonst. Wie gelingt es dir, hier die ultimative Leistung abzurufen?" Schumacher: "Naja, Monaco ist sicherlich etwas Besonderes. Es geht um dich und dein Auto - alles muss bis ins Detail zueinander passen. Das gilt auf jeder Strecke, doch hier umso mehr. Du brauchst den Rhythmus, den Flow, das Momentum ... Wenn du all das hast, macht sich das bei der Rundenzeit viel stärker bemerkbar als auf anderen Strecken, weil hier alles so entscheidend und schwierig ist." Frage: "Ich wollte gerade fragen: Ist Monte Carlo noch immer ein Kurs, auf dem der Fahrer den Unterschied ausmachen kann? Mehr als auf jeder anderen aktuellen Strecke?" Schumacher: "Unterm Strich: Ja, das ist der Fall, absolut." Frage: "Du bist also gespannt darauf, das am Sonntag zu tun?" Schumacher: "Definitiv." Frage: "Lewis, vor zwei Wochen hast du eine klasse Fahrt hingelegt. Hat es dir Spaß gemacht? Du meintest vorher, es könnte eine unterhaltsame Nummer werden ..." Lewis Hamilton: "Hallo erstmal. Ja, absolut. Ich war sehr, sehr zufrieden mit der Leistung des Teams, aber auch mit meiner eigenen Leistung. Ich hatte es darauf abgesehen, mich zu verbessern. Mein Gefühl sagte mir, dass es im Vergleich zum Grand-Prix-Wochenende davor definitiv eine Steigerung war." Frage: "Du hast bisher bei jedem Rennen dieser Saison gepunktet und liegst derzeit acht Zähler hinter der Spitze. Du bist also konstant in den Punkten unterwegs. Ist es aus deiner Sicht eine konstante Saison?" Hamilton: "Für uns?" Frage: "Generell aus der Perspektive der Fahrer ..." Hamilton: "Ich weiß nicht, ob es eine nicht konstante Saison ist ... Nun, möglicherweise ja, ein bisschen - aufgrund der Reifen. Manchmal bekommst du die Pneus in das Arbeitsfenster, manchmal gelingt dir das einfach nicht. Ich denke, viele Teams kämpfen damit, zu verstehen, weshalb es hin und wieder klappt, hin und wieder aber nicht." "Das ist die Herausforderung, der wir uns gegenüber sehen. Ich glaube allerdings, dass es den Leuten Spaß macht. Mir fällt auf: Die Leute fragen danach, wir es sein kann, dass es fünf unterschiedlicher Sieger gab. Die Fans, die ich getroffen habe, meinen, es sei bisher eine fantastische Saison. Ich hoffe, das setzt sich so fort." Frage: "Ist es ein bisschen enttäuschend für dich, auf der Pole-Position gestanden zu haben und der Schnellste gewesen zu sein, aber noch immer keinen Saisonsieg eingefahren zu haben?" Hamilton: "Ich bin deshalb nicht frustriert, nein. So ist das manchmal im Rennsport. Natürlich: Wenn man sich die Qualifikationsergebnisse der ersten fünf Rennen ansieht, hätten wir natürlich gern ein bisschen weiter vorn die Zielflagge gesehen." Romain Grosjean und Lotus könnten in Monaco zu den Favoriten zählen Zoom © xpbimages.com "Wir müssen uns ganz klar steigern, um dafür zu sorgen, dass wir bleiben, wo wir sind oder sogar noch weiter nach vorn gelangen. Ja, wir hatten gute Startplätze und kamen etwas dahinter an. In gewisser Weise haben wir in den Rennen also leichte Rückschritte gemacht. Wir arbeiten aber hart daran, dass sich dieser Trend nicht fortsetzt." Frage: "Pastor, wie schwierig war es, mit der Feuersituation in Barcelona umzugehen? Wie knifflig war es für das Team, alles für diesen Grand Prix vorzubereiten?" Maldonado: "Nach dem Feuer haben wir hart gearbeitet, um alles neu aufzubauen. Die Jungs leisteten klasse Arbeit, denn wir sind bereit, um das Rennen zu fahren - mit allem, was wir brauchen, um das Maximum zu erzielen. Ich muss betonen, dass die Jungs komplette Tage dafür aufgewendet haben, um alles vorzubereiten. Sie haben einen guten Job gemacht." Frage: "Eine Frage an alle Fahrer: Glaubt ihr wirklich, dass es am Sonntag insgesamt sechs Saisonsieger geben wird? Und an alle außer Pastor: Denkt ihr, ihr werdet der sechste Sieger des Jahres sein?" Webber: "Ja. Ich glaube, es könnte einen sechsten Sieger geben. Natürlich. Warum auch nicht? Und es wäre schön, wenn ich es wäre, klar. Ich bin überzeugt davon, dass jeder von uns dergleichen sagen würde." Frage: "Wie schätzt ihr - alle außer Pastor - eure Siegchancen ein? Ist ein erster Platz realistisch oder nicht?" Schumacher: "Ich bin ziemlich sicher, dass um uns herum einige sind, die bisher nicht gewonnen haben, die in diesem Rennen aber die Möglichkeit haben, zu gewinnen. Ich denke, jeder von uns hier wäre glücklich darüber, dieser Sieger zu sein." Hamilton: "Ich stimme Michael zu. Wie er schon sagte: Es gibt einige Fahrer, die das Potenzial haben, um zu siegen, doch zwischen einigen Teams geht es wirklich sehr eng zu. Ich denke, es ist völlig offen. Schauen wir einmal. Besonders bei diesem Rennen kann der Fahrer einen großen Unterschied ausmachen. Ein Auto, das auf Kursen wie Barcelona nicht so prächtig funktioniert, könnte in Monte Carlo ein bisschen besser laufen, also ..." Frage: "Romain, wie schätzt du deine Chancen ein, der sechste Siegfahrer des Jahres zu werden?" Grosjean: "Im Augenblick ist das schwierig zu sagen, da wir noch nicht auf der Strecke waren. Ich wünsche mir aber, der sechste Saisonsieger zu werden." Frage: "Charles?" Pic: "Ich stimme zu: Es ist in diesem Jahr noch enger, doch wir befinden uns nicht in einer Position, um darum zu kämpfen. Wir konzentrieren uns vielmehr darauf, Schritt für Schritt eine Steigerung an den Tag zu legen. Für den Moment ist das alles." Frage: "Pastor, du hast erwähnt, wie sehr sich Williams ins Zeug gelegt hat, um das Boxenfeuer zu kompensieren. Viele Teams kamen Williams bei der Ausrüstung, der Infrastruktur und dergleichen zu Hilfe. Wie groß werden aber die Auswirkungen auf das Team an diesem Wochenende sein, wenn man den Verlust der Ausrüstung bedenkt?" Marussia-Fahrer Charles Pic ist einer von mehreren Monaco-Debütanten Zoom © xpbimages.com Maldonado: "Ja, das war ganz sicher ein frustrierender Moment für uns alle. Wir waren ja schließlich in diesem Augenblick in der Garage und sahen alles. Ich persönlich erschreckte mich sehr, denn wir waren alle zusammen und sprachen gerade mit Frank. Und ja, ich muss mich bei allen Teams bedanken, die uns geholfen haben - vor allem beim Löschen des Brandes." "Wie ich schon sagte: Das Team hat unermüdlich gearbeitet, um alles auf dieses Rennen hier vorzubereiten. Wir hatten nicht viel Zeit, sondern nur eine Woche oder eineinhalb, um alles herzurichten. Es war wenig Zeit. Ich möchte mich wirklich bei allen Teams bedanken, die uns geholfen haben, indem sie uns sogar Extradinge für dieses Rennen angeboten haben." Frage: "Lewis, du bist offenbar kürzlich nach Monaco gezogen. Wie anders ist es, zuhause zu fahren - oder nahe deiner Heimat? Vielleicht kann auch Michael etwas dazu sagen, denn auch er hat einmal hier gewohnt, und Pastor ebenfalls ..." Hamilton: "Mir gefällt es hier sehr. Es ist ein fantastisches Gefühl, in deinem eigenen Bett aufzuwachen und einfach nur die Straße hinunterzufahren, um bei der Arbeit anzukommen. Das erlebe ich heute zum ersten Mal, doch ich bin mir sicher: Es wird einen großen Unterschied ausmachen. Ich habe auch mein früheres Zuhause geliebt, doch das hier ist ein ganz anderer Ort. Ich mag ihn noch ein bisschen mehr, scheint mir." Schumacher: "Im Prinzip fühlst du dich hier - wie Lewis schon sagte - nicht nur zuhause, sondern du bekommst auch hautnah mit, wie die ganze Rennstrecke hier entsteht. Du wohnst hier und läufst durch die Straßen, wenn der Kurs aufgebaut wird, wenn die ganze Geschichte auch in deinem Kopf an Fahrt gewinnt. Und ganz zum Schluss kommt erst die Aufregung ins Spiel, dass du darauf fahren darfst. All dies macht es natürlich umso spezieller." Maldonado: "Ich stimme Michael und Lewis zu. Es ist natürlich richtig toll, hier zu leben und auch noch Rennen zu fahren. Ich kann noch dazu ein bisschen länger schlafen. Auch das ist gut." Frage: "Michael, in einer deutschen Zeitung wird Ross Brawn heute mit den Worten zitiert, dass dich das Team in Schwierigkeiten gebracht hätte. Ich weiß nicht, ob ich das korrekt übersetzt habe. Ich glaube, es soll heißen, dass sie dir beim Auto nicht so sehr entgegen gekommen sind, dass sie dir kein Auto hingestellt haben, das gut genug gewesen wäre. Stimmst du ihm zu? Ist da etwas dran oder nicht?" Schumacher: "Nein. Ich stimme dem nicht zu, was du da vielleicht übersetzt hast. Ich denke nämlich, wir haben ein ziemlich gutes Auto. Ganz ehrlich. Denn wenn man bedenkt, wo wir im vergangenen Jahr standen, dann ist uns ein riesiger Fortschritt gelungen. Wir haben unter Beweis gestellt, dass wir Rennen gewinnen können. Ja, es stimmt: Ich hatte das Pech ein bisschen auf meiner Seite." "Du musst aber auch sehen: Wir sind ein Team, eine große Familie. Wir gewinnen gemeinsam und wir verlieren gemeinsam. Das ist ein Teil des Spiels. Wahrscheinlich wollte er darüber reden. Doch nein, ich fühle mich ganz und gar nicht enttäuscht. Wenn, dann ist es genau umgekehrt: Ich bin noch mehr motiviert, weil wir so viele Fortschritte machen. Ich sehe die künftigen Fortschritte - und darauf konzentriere ich mich noch viel mehr." Frage: "Du warst in der vergangenen Woche in Le Mans und warst Zeuge davon, wie Casey Stoner seinen Rücktritt bekannt gab. Er meinte, nicht zufrieden mit den Regeln in der MotoGP und im Motorrad-Sport allgemein zu sein - und auch mit der Art und Weise, wie sich der Sport entwickelt hat. Kannst du sagen, wie du über diese Entscheidung denkst? Vielleicht ziehst du auch eine Parallele zu deinen Empfindungen, wie sich die Formel 1 entwickelt - in einer Situation, die du selbst nicht besonders magst ..." Schumacher: "Den ersten Teil kann ich ganz bestimmt beantworten. Was ist mein Gefühl? Nun, ich habe vermutlich das Gleiche gefühlt wie diejenigen, die ein bisschen mit der Materie vertraut sind - sie waren überrascht. Mir erging es nicht anders. Du musst es aber respektieren." "Ich kenne seine Gründe oder seine genauen Gründe nicht, doch er ist jung genug, um ein Sabbatical einzulegen, statt komplett aufzuhören. Es gibt sicherlich keine Parallele zu mir. Jeder ist doch sehr einzigartig darin, warum und weshalb er sich zu seinem Rücktritt entscheidet. Ich hatte vor drei Jahren das Gefühl, dass ich müde war. Das ist alles. Mit anderen Gründen hatte das rein gar nichts zu tun." In der Pressekonferenz von Monte Carlo wirkte Mark Webber sehr konzentriert Zoom © xpbimages.com Frage: "Lewis und Mark, Michael hat schon darüber gesprochen. Mark, du meintest, die Öffentlichkeit habe die ersten fünf Saisonrennen genossen. Lewis, du sagtest, dass im Hinblick auf die Regeln und die Reifensituation alle im selben Boot sitzen würden. Macht es euch abgesehen davon Spaß, unter diesen Regeln zu fahren? Könnt ihr einhundert Prozent aus dem Auto herausholen und euer Talent zu einhundert Prozent unter Beweis stellen?" Webber: "So, wie die Rennen in den vergangenen Jahren vonstatten gingen, war es in den Jahren davor nicht. Als wir noch Boxenstopps mit Nachtanken hatten, waren die Rennen unheimlich aggressiv. Es war im Prinzip ein Qualifying, das über die komplette Renndistanz ging. Du musstet viel Druck machen, um die beste Strategie durchzubringen." "Es galt, die Rundenzeiten mit dem jeweiligen Autogewicht genau zu treffen - mit dem Sprit, der eben gerade im Tank war. Es kam darauf an, ob du auf zwei Stopps oder auf drei Stopps oder was auch immer unterwegs warst. Dann wurde das Nachtanken aber verboten. Dadurch veränderte sich das Gesicht des Rennens schon ein bisschen." "Wenn man so will, wurde damit der Ausdauer-Aspekt ein bisschen an Bord geholt. Das betraf wahrscheinlich auch den Fahrstil und die persönliche Ausrichtung des Piloten im Rennen. Dann kam der Wechsel auf Pirelli. Dabei handelte es sich wahrscheinlich um die größte Umstellung bei der Fahrtechnik und dem Fahrstil, an den ich mich erinnern kann. Und ich habe in meiner Karriere ja schon einige Grands Prix bestritten." "Es gibt ein paar Rennen, die ich gewonnen habe - und die Mehrzahl davon auf Pirelli. Doch selbst wenn die Sieger siegen, fahren sie nicht bei einhundert Prozent, denn so ist es nun einmal - es geht nicht. Du musst das Auto ins Ziel bringen und dabei die besten Rundenzeiten fahren, die du über die Dauer des Rennens aufrecht erhalten kannst." "So ist es im Augenblick. Ich mag es noch immer, ein Formel-1-Auto zu fahren. Ich liebe es weiterhin, mit den Ingenieuren zu arbeiten und auf den tollsten Strecken gegen große Gegner zu fahren. All das liebe ich, doch wir müssen uns immer verändern. Wir müssen uns stets weiterentwickeln, weil sich auch die technische Seite des Sports verändert. Es wird immer angenehmere Wege geben, um ..." "Ich persönlich habe die Sprintrennen und das Nachtanken gemocht. Wahrscheinlich ging das allen Fahrern so. Die Rennen waren aber nicht so aufregend. Es war mehr Präzisionsarbeit. Du musstest präzise sein und mehr am Limit. Es ging darum, für die kompletten zwei Stunden ein Gefühl für das Auto zu haben. So ist es aber jetzt nicht mehr. Wir haben es mit anderen Herausforderungen zu tun und diesen müssen wir uns stellen." Hamilton: "Ich weiß gar nicht, was ich da noch sagen soll, wirklich. Mark hat alles gesagt. Ich mag das Rennfahren, wie es jetzt ist. Ich habe es in jedem Jahr gemacht. Jedes Jahr ist aber auch eine neue Herausforderung. Deshalb gibt es Regeln, um uns eine neue Herausforderung zu bescheren." "Es ist ein bisschen anders, wenn du im Rennen nicht zu einhundert Prozent Druck ausübst. Es gibt Augenblicke im Rennen, an denen du wirklich für geraume Zeit richtig Gas geben kannst, doch das hält nicht lange an. Es geht mehr um Ausdauer, wie Mark schon sagte. Du musst deine Reifen am Leben halten." So sah die Williams-Box nach dem Brand in Barcelona aus: Vieles ging kaputt Zoom © xpbimages.com "Es ist trotzdem noch immer eine anspruchsvolle Aufgabe, über einen langen Zeitraum das Beste aus deinen Reifen herauszuholen. Dazu braucht es Talent, Technik und Raffinesse. Wir alle - ich spreche da für mich - versuchen, da den Feinschliff hinzukriegen. Es ist auf jeden Fall trotz allem noch immer die Formel 1. Es macht Spaß und es gibt mehr Überholmanöver. Das wollen die Leute sehen." Frage: "Zwei Fragen an Pastor: Wie fühlt sich dein neues Leben als Grand-Prix-Sieger an? Hat sich in den vergangenen zwei Wochen etwas verändert? Ziehst du nun mehr Aufmerksamkeit auf dich? Zweite Frage: Du hast hier in Monaco schon in der GP2 gewonnen. Ist dir dieser Kurs wir auf den Leib geschneidert? Träumst du davon, diesen Sieg nun in der Formel 1 zu wiederholen?" Maldonado: "Okay. Was den Sieg angeht: Er verändert überhaupt nichts. Ich denke, wir müssen einfach so weiterarbeiten und auch künftig Druck machen. Wie ich schon sagte: Wir befinden uns im Vergleich zu den anderen Teams nicht in der besten Position. Wir müssen uns weiter steigern. Vor uns liegt eine Menge Arbeit." "Das Auto wird jedes Mal noch konkurrenzfähiger. Mir ergeht es nicht anders. Wir haben ein gutes Gefühl. Die Atmosphäre im Team wird besser und besser - vor allem natürlich nach dem Sieg. Damit müssen wir nun fortfahren und weiter Gas gaben. Und ja, Monaco ist etwas Besonderes für mich. Es ist meine Lieblingsstrecke. Ich war hier schon immer schnell." "Ich werde sicherlich mein Bestes geben, um auch an diesem Wochenende das Maximum zu erzielen. Wir werden konkurrenzfähig sein. Davon bin ich überzeugt, aber schauen wir einmal. Es ist eine klassische Strecke. Du musst alles auf die Reihe kriegen, um einen Unterschied zu machen. Gemeinsam mit dem Team werde ich versuchen, das Beste zu tun. Dann werden wir sehen." Frage: "Michael, dein Saisonstart war nicht so berauschend. Schaust du bereits nach vorn? Hast du schon entschieden, ob du auch 2013 fahren wirst? Denkst du darüber nach, ob du trotz deiner sieben Titel noch die Motivation und auch die Energie hast? Siehst du dich weiterhin bei Mercedes oder ist es einfach nur eine Frage, ob du 2013 weiterfahren willst oder nicht?" Motorrad-Fahrer Casey Stoner macht Schluss: Die Karriere endet schon 2012 Zoom © Repsol Schumacher: "Nein, die Entscheidung hat sich eigentlich nicht verändert. Bisher hatten wir uns nicht darauf konzentriert, was 2013 oder in der Zukunft passiert. Es geht mehr darum, was derzeit passiert. Das Team und ich werden uns zusammensetzen. Noch gibt es aber leider keine Neuigkeiten für euch. Ich möchte auch nicht zu tief in diese Diskussion einsteigen - abgesehen von dem, was ich gerade gesagt habe. Belassen wir es dabei." Frage: "Lewis, du meintest vorhin, hier in Monaco würdest du dich wohler fühlen als in der Schweiz. Kannst du uns Gründe dafür nennen? Was ist der Unterschied zwischen diesen beiden Orten? Zweite Frage: Du wachst in deinem eigenen Bett auf und fühlst dich generell wohler hier. Macht das einen Unterschied, wenn du in dieses Wochenende gehst? Wird das deiner Leistung an Schwung verleihen?" Hamilton: "Als ich in der Schweiz lebte, war das eines der schönsten Länder, die ich je besucht hatte. Das Wetter war ein bisschen wie in Großbritannien, doch es war meist viel schöner. Ich wohnte etwas weit weg von der Stadt und es war dort ziemlich ruhig. Es dauerte eine Ewigkeit, um bis zu einem Restaurant zu gelangen. Ich konnte nicht einfach nur hinlaufen oder hinfahren." "Hier scheint die Sonne jeden Tag, was einen Unterschied ausmacht. Wenige Minuten von meinem Zuhause gibt es einige tolle Restaurants. In der Nähe ist auch ein Fitnessklub, außerdem gibt es dort ein Schwimmbad. Vorher habe ich eine halbe Stunde mit dem Auto gebraucht, um zum Fitnesscenter zu gelangen. Das hat nicht so viel Spaß gemacht." "Ich bin noch immer ein Twen. Ich habe das Gefühl, das muss ich weiterhin genießen. Seit ich hier bin, bin ich viel glücklicher. Ich laufe jeden Tag auf der Strecke und laufe sie fast komplett ab. Es ist schon unglaublich, jeden Tag auf seiner Lieblingsstrecke herumlaufen zu können. Ich laufe durch den Tunnel und kann kaum glauben, dass ich hier bin. Du musst dich jeden Tag aufs Neue kneifen." "Du denkst: 'Wow, ich laufe durch den Tunnel, durch den solche Legenden wie Michael und Ayrton (Senna; Anm. d. Red.) gefahren sind. Jetzt bin ich einer dieser Rennfahrer und wohne noch dazu hier.' Das ist schon klasse - und spektakulär. Was das Rennwochenende betrifft: Ich weiß nicht, ob das einen Unterschied machen wird. Es wird mein Wochenende aber sicher nicht schädigen, wenn ich eine Umgebung habe, in der ich mich wohlfühle. Das zählt doch sicher auch etwas."
Das Sauber-Trio 2012: Kamui Kobayashi, Sergio Perez und Esteban Gutierrez Zoom © xpb.cc
Mit dem Japaner Kamui Kobayashi und insbesondere dem seit Platz zwei in Malaysia hoch gehandelten Mexikaner Sergio Perez hat das Sauber-Team zwei Fahrer, mit denen man durchaus auch für 2013 planen könnte. Laut "Radio Fahrerlager" hat aber keiner der beiden einen Vertrag über die Saison 2012 hinaus. Wer nächstes Jahr in den Sauber-Boliden sitzen wird, dürfte auch noch länger nicht feststehen: "Wir sind nicht in Eile", winkt Neo-Anteilseignerin Monisha Kaltenborn ab. Auch Teamchef Peter Sauber will sich erst irgendwann "vor Weihnachten" mit dieser Frage beschäftigen - und ergänzt: "Das ist eine ernste Antwort. Es gibt Jahre, da ist es wichtig, dass man das möglichst schnell macht, und in anderen Jahren ist es besser, man legt es etwas nach hinten." Eine der Fragen ist, wen Ferrari als Nachfolger für Felipe Massa verpflichten wird. Dass Massa spätestens am Saisonende gehen muss, gilt als beschlossene Sache, aber neben Perez gibt es weitere Kandidaten, allen voran Paul di Resta und Adrian Sutil. Bei Sauber könnte theoretisch mit Esteban Gutierrez ein weiterer Mexikaner intern nachrücken, aber: "Ich glaube nicht, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um über Fahrer zu sprechen", sagt Sauber, auf den Testfahrer angesprochen. Kaltenborn ergänzt: "Wir hatten schon vor unserer Partnerschaft mit Telmex Kontakt zu ihm und holten ihn unter BMW als 'angehörigen Fahrer' an Bord, wenn ich mich richtig an die Bezeichnung erinnere. Diese Verbindung hielten wir aufrecht, als BMW ging. Das Team ist von seinem Talent überzeugt, aber jetzt muss er sich auf die Serie konzentrieren, in der er gerade fährt, und dann werden wir sehen, was in Zukunft passiert."
Böse Erinnerungen will Perez an der Cote d'Azur über Bord werfen Zoom © xpbimages.com
Sergio Perez scheint starke Nerven zu haben: Nach seinem Highspeed-Crash im vergangenen Jahr kommt er zurück nach Monaco - und denkt nicht an den Einschlag in der Hafenschikane, sondern an den ersten Grand-Prix-Erfolg in der Formel 1. "Ich zähle uns zu den Sieganwärtern. Schon in den vergangenen Rennen haben wir um die ersten Plätze gekämpft", kündigt der Mexikaner im Gespräch mit 'Auto Motor und Sport' an. Seinen Optimismus erklärt Perez so: "Nach unserem zweiten Platz in Malaysia muss der nächste Schritt der Sieg sein. Ich weiß nicht, ob wir das schaffen werden. Aber die Möglichkeiten sind da", meint "Checo", der schon 2011 Ambitionen hatte. "Im vergangenen Jahr war ich in einer sehr guten Position. Das hätte ein sehr gutes Wochenende werden können", blickt der 22-Jährige zurück. Gänzlich abgehakt ist der Unfall für ihn aber nicht. "Es ist unglaublich für mich, nach so einem Unfall wieder hier zu sein", erklärt er, ohne dabei negative Gedanken zu haben. Er will Monaco den Status "Lieblingsstrecke" nicht aberkennen. "Ich freue mich schon richtig, wieder fahren zu können", blickt Perez voraus. Und so kann er mit den Gefahren im Fürstentum leben. "Es ist sicher kein gutes Gefühl, wenn man so nah an den Mauern entlangfährt. Aber man kennt das Risiko. Deshalb ist es ja auch so ein besonderer Kurs", meint Perez. Da ist es vielleicht besser, dass er sich nicht an alles erinnert, was 2011 geschah: "Danach weiß ich erst wieder, wie ich mich auf dem Weg zum Krankenhaus befand. Ich war einige Minuten bewusstlos." Es bleibt ein letzter Rest Ungewissheit über die Rückkehr in den Leitplanken-Dschungel: "Ich kann noch nicht sagen, wie es sein wird, wenn ich das erste Mal aus dem Tunnel komme. Aber ich glaube, dass ich wieder komplett frei im Kopf bin", hofft Perez. Er könnte es Robert Kubica gleichtun, der nach seinem schweren Unfall in Montreal nur zwölf Monate später am gleichen Ort seinen ersten Formel-1-Sieg feierte.
Kamui Kobayshi gibt zu, dass er kein Fan der berühmtesten Formel-1-Strecke ist Zoom © xpbimages.com
Beim Grand Prix von Spanien glänzte Kamui Kobayashi mit tollen Überholmanövern, die ihn schließlich auf den großartigen fünften Platz brachten. Ob es ihn Monaco ähnlich gut läuft, ist allerdings fraglich, denn in den Häuserschluchten von Monaco wird selbst Überhol-Spezialist Kobayashi Schwierigkeiten haben, an anderen Piloten vorbeizugehen - zudem gilt das Qualifying nicht gerade als große Stärke des Japaners. Im Tischgespräch macht er aus seiner Abneigung gegen das Traditionsrennen kein Geheimnis, spricht über seine Qualifying-Schwankungen und gibt Einblicke in die schwierigen Umgang mit den Pirelli-Reifen.
Frage: "Kamui, glaubst du, dass diese Strecke eurem Auto eingekommen wird?" Kamui Kobayashi: "Das Auto ist gleich wie zuletzt, wir nützen nur den maximalen Abtrieb, der uns zur Verfügung steht. Hier gibt es viele langsame Kurven. Vielleicht sind wir besser als im Vorjahr, aber es ist schwer zu sagen. Es ist nicht einmal hundertprozentig sicher, dass wir viel stärker als im vergangenen Jahr sein werden." Frage: "Im Qualifying von Barcelona lag das andere Auto im dritten Sektor auf Rang fünf oder sechs. Das lässt darauf schließen, dass es euch hier gutgehen könnte." Kobayashi: "Ich hoffe, dass uns das hilft. Bei dieser Strecke kann man kaum etwas sagen, denn wir verwenden hier einen anderen Reifen. Wir nützen die Randsteine mehr als in Barcelona, wo das keine große Rolle spielt. Daher kann man es nicht wirklich vergleichen. Vielleicht läuft es besser als letztes Jahr." "Ich würde in Monaco gerne vier, fünf Stopps sehen." Kamui Kobayashi Frage: "Was erwartest du von den Reifen? Ihr verwendet hier die Mischungen Soft und Supersoft." Kobayashi: "Das ist gut für mich. Vielleicht hätte ich sogar gerne mehr Supersupersoft-Reifen. Selbst im Vorjahr bin ich mit einem Stopp durchgekommen. Dieses Jahr ist die Soft-Mischung vielleicht etwas weicher, aber dennoch ist ein Stopp möglich. Ich würde in Monaco gerne vier, fünf Stopps sehen, denn viele Boxenstopps machen es viel herausfordernder. Manche Teams machen vielleicht Fehler, da kann es kleine Katastrophen geben. So macht Monaco meiner Meinung nach mehr Spaß." Frage: "Glaubst du, dass hier ähnliche Dinge passieren könnten wie im Qualifying von Barcelona, wo plötzlich einigen Teams in Q3 die weichen Reifen ausgingen?" Kobayashi: "Nein, das glaube ich nicht. Alle werden fahren. Das ist Scheiße - ich bin beim letzten Rennen in Q3 nicht gefahren. Sonst hätte ich vielleicht vom siebten Startplatz starten können." Frage: "Die Reifen werden hier also nicht so eine große Rolle spielen?" Kobayashi: "Das ist in Ordnung. Mit den Supersoft-Reifen ist es glaube ich möglich, zwei drei Runden lang die Rundenzeit zu halten. Es wird also anders sein." Frage: "Hier kann es sich wohl kaum jemand leisten, Reifen im Qualiying zu sparen, denn man benötigt eine gute Startposition. Man kann hier im Rennen drei Sekunden langsamer fahren, und der Kerl hinter dir kann trotzdem nicht überholen..." Kobayashi: "Ja, das ist wahr." "Ich war in Spanien ähnlich schnell wie Maldonado, vielleicht schneller. Ich hätte definitiv eine große Chance gehabt." Kamui Kobayashi Frage: "In Barcelona hattest du dieses Qualifying-Problem, und am Ende des Rennens warst du an der Spitze dieses großen Pulks. Wie weit vorne hättest du mit einer Startposition wie dein Teamkollege landen können?" Kobayashi: "Ich hätte mit der Spitze kämpfen können. Wenn ich meinen letzten Stint analysiere - da war ich ähnlich schnell wie Maldonado, vielleicht schneller. Ich hätte definitiv eine große Chance gehabt. Ich hatte aber ständig Verkehr. Da kann man nichts machen."
Frage: "Kann der Fahrer hier einen größeren Unterschied machen?" Kobayashi: "Ich denke, dass es hier auf das Selbstvertrauen ankommt. Mit dem nötigen Selbstvertrauen könnte hier jeder eine gute Rundenzeit fahren. Ich weiß nicht. Ich komme hier gut zurecht. Es handelt sich um einen Stadtkurs, das ist keine richtige Formel-1-Strecke. Da geht es eher darum, in Monaco mit der Formel 1 eine Show zu machen. Fast alle Strecken sind heute mittelschnell oder schnell. Das sind eher Strecken, wo wir eine Formel-1-Performance zeigen können. Hier müssen wir einfach das Rennen durchziehen und so viele Punkte wie möglich mitnehmen." Frage: "Welche Kurven sind hier am aufregendsten?" Kobayashi: "Die Haarnadel." Frage: "Warum?" Kobayashi: "Weil wir nicht ordentlich lenken können. Das ist recht witzig für die Formel 1." Frage: "Und die Schwimmbad-Passage? Du scheinst von dieser Strecke nicht wirklich begeistert zu sein..." Kobayashi: "Nein."
Frage: "Ist sie dir zu langsam?" Kobayashi: "Die Geschwindigkeit ist niedrig, man ist nur nahe an den Mauern." Frage: "Spielst du mit den Mauern?" Kobayashi: "Manchmal kann man sie berühren. Manchmal versuche ich wirklich, sie zu berühren - um zu wissen, wo das Limit ist. Das ist einfach." "Manchmal versuche ich wirklich, die Mauern zu berühren - um zu wissen, wo das Limit ist." Kamui Kobayashi Frage: "Wo ist es einfach, die Mauern zu berühren oder die Randsteine zu nutzen?" Kobayashi: "Man muss immer am Limit sein. Aber das ist nicht mein Lieblingsort, um Rennen zu fahren. Rennfahren bedeutet für mich hohe Geschwindigkeit und Überholmanöver. Hier ist es eher eine Show. Natürlich brauchen wir hier Glück, und wenn wir Glück haben, dann schaffen wir es vielleicht in die Punkte. Ohne Glück ist das hier eine Katastrophe." "Man weiß nie, ob das Safety-Car herauskommt, wann die anderen Autos an die Box fahren. Selbst mit einem guten Reifen kann man nicht überholen. Es geht die ganze Zeit nur ums Glück. Grundsätzlich passiert hier sehr oft das Unerwartete. Es passiert nicht das, womit man rechnet. Ich konzentriere mich mehr auf das Fahren und glaube dem Team. Wir warten auf das Glück." Frage: "Du bist im Qualifying nicht immer konstant. Hängt das von der Strecke ab?" Kobayashi: "Das liegt am Auto." Frage: "In China warst du sehr gut. Warum..." Kobayashi: "Selbst in Barcelona hätte es gut laufen können, aber ich bin nicht gefahren. (lacht) man darf nicht nur auf die Zahlen schauen. Vielleicht waren wir in Bahrain nicht gut, Schanghai war gut, Melbourne war in Ordnung. Wir konnten nur die Reifen nicht auf Temperatur bringen." Frage: "Das Team hat im Winter hart am Umgang des Autos mit den Reifen gearbeitet. Wie gut versteht ihr die Reifen jetzt?" Kobayashi: "Wir versuchen, die Reifen zu verstehen, und lernen ständig dazu. Es entwickelt sich gut, und wir sind wirklich zuversichtlich. Aber ich brauche etwas Glück." (lacht) Frage: "Der Grip kann sich hier von einem auf den anderen Moment verändern." Kobayashi: "Wirklich? Das glaube ich nicht." Frage: "Manche Fahrer sagen, dass es ihnen am ersten Tag gut geht, aber am zweiten Tag ist alles anders." Kobayashi: "Ja, weil die Straßenautos hier fahren. Aber von einer Minute auf die andere? Nein." "Ich denke, dass nicht einmal Williams genau weiß, was sie genau getan haben." Kamui Kobayashi Frage: "Manchmal verändern sich auch die Temperaturen um zwei, drei Grad..." Kobayashi: "Nein. Vielleicht gibt es kleine Unterschiede, aber das ist für alle gleich. Das passiert auf jeder Strecke, nicht nur in Monaco. Wir haben dieses Problem ständig. Manchmal läuft es gut, manchmal nicht. In Schanghai im letzten Qualifying, da waren wir vor Q3 um drei, vier Zehntel schneller, aber dann ging nichts mehr." Frage: "Seltsam..." Kobayashi: "Das ist nicht seltsam. Das ist der Reifen. Das kann passieren. Es ist nicht die Strecke. Ich hatte mich verbessert, und deswegen ist es mir davor gelungen. Wenn ich früher gefahren wäre, wäre ich viel schneller gewesen." Frage: "Man muss den Reifen in das Arbeitsfenster bringen..." Kobayashi: "Das ist nicht so einfach. Alles hängt mit dem Reifendruck zusammen, mit dem Aufwärmen und anderen Dingen. Ich denke, dass nicht einmal Williams genau weiß, was sie genau getan haben. Vielleicht haben sie bei den letzten Rennen gut gearbeitet bla bla bla, aber bei diesem Reifen weißt du nie. Man muss immer gut arbeiten, man muss die Sache immer planen und die Reifentemperatur vielleicht jede Minute überprüfen. Ich glaube nicht, dass irgendjemand diesen Reifen versteht. Es ist verblüffend - wir haben nie eine Antwort, man weiß nie was passiert." Frage: "Glaubst du, dass DRS hier im Rennen eine Wirkung haben wird?" Kobayashi: "Nein."
Mark Gillan weiß, dass Barcelona wohl nicht der neue Williams-Standard ist Zoom © Williams
Obwohl Pastor Maldonado als Monaco-Spezialist gilt und der kurvenreiche Kurs im Fürstentum dem Williams-Renault FW34 liegen müsste, gibt sich das Williams-Team nicht der Illusion hin, dass der Sieg beim Grand Prix von Spanien nun zur Regel werden könnte: "Barcelona war sehr gut. Wir sind aber noch weit davon entfernt, regelmäßig so gut zu sein", gesteht Chefingenieur Mark Gillan. "Unser Ziel für dieses Wochenende ist, beide Autos in die Punkte zu bekommen. Alles, was darüber hinaus geht, würde uns glücklich machen." Barcelona war eine Sternstunde für Williams, die das Team bei einem kleinen Empfang in Grove gefeiert hat. Nach einer Ansprache an die Belegschaft stellte sich Pastor Maldonado für Autogramme und Fotos zur Verfügung. Die Stimmung war wegen des Boxenfeuers in Barcelona aber getrübt: "Wir konnten den Sieg nicht so richtig genießen", so Gillan, "aber wir kommen mit einem großartigen Ergebnis im Rücken hierher. Wir freuen uns wirklich auf dieses Wochenende - beide Fahrer. Wir haben im Simulator gearbeitet und das Auto war in Barcelona sehr stark." Dass vor allem das Team besser geworden ist, lässt er nicht als einzige Erklärung für den überraschenden Sieg gelten: "Ich würde sagen, es war auch eine sehr gute Fahrt von Pastor", sagt Gillan. "Da sind viele Dinge zusammengekommen. Das Feld ist im Moment so umkämpft, dass du Zweiter oder ganz schnell nur noch Zehnter sein kannst, abhängig davon, ob du alle Parameter richtig triffst - Performance des Fahrers eingeschlossen." Vor allem die Reifen zu verstehen, sei "eine unendliche Geschichte. Selbst die Eigenschaften des gleichen Reifensatzes können auf unterschiedlichen Strecken komplett verschieden sein. Der Schlüssel zur Rennstrategie ist, die schnelle Einzelrunde ebenso zu verstehen wie das Ausmaß des Abbaus auf eine längere Distanz", erläutert Gillan.
Endlich wieder Grip? Button hätte den in Monaco dringend nötig Zoom © xpbimages.com
In den ersten drei Rennen der Saison 2012 fuhr Jenson Button noch konstant um Grand-Prix-Siege, in Bahrain und in Spanien haderte der McLaren-Pilot allerdings mit fehlendem Grip und kam nicht mehr in Reichweite des Podiums. Konnte die Mannschaft aus Woking das Problem ausräumen, wie Teamchef Martin Whitmarsh glaubt? "Ich bin noch nicht gefahren, daher weiß ich es nicht", meint Button gegenüber 'Sky Sport News'. Dennoch glaubt der 32-Jährige, Grund zum Optimismus zu haben. "Wenn ich mir die Daten mit meinen Ingenieuren ansehe, dann gibt es da einige Dinge, die wir vielleicht falsch gemacht haben", erklärt er, ohne zu früh über einen verbesserten McLaren jubeln zu wollen. "Aber wir müssen abwarten, wie sich das Auto anfühlt", bremst er. Den Schlüssel zum Erfolg sieht Button in einer guten Balance des Fahrzeugs. "Du kommst hier an und willst ein gutes Resultat. Ob du es erreichen kannst - keine Ahnung", rätselt der Monaco-Sieger aus dem Jahre 2009 wie schon so oft in den vergangenen Monaten. "Ich denke, so war es bisher bei jedem Rennen in dieser Saison", fügt er hinzu. Präzedenzfall Pastor Maldonado, der sich in Barcelona vor der Strafversetzung von Lewis Hamilton Startplatz zwei sicherte: "Es gibt so große Unterschiede von Rennen zu Rennen: Pastor war in Bahrain noch 17.", staunt Button, der sich das Wechselspiel nicht wirklich erklären kann. "Ich denke, an der Leistung hat sich nicht viel geändert. Das ist also verdammt knifflig." Mit 213 Grand-Prix-Starts sollte der Mann aus Frome gute Karten haben, wenn seine Prognose stimmt: "Monaco ist ganz anders als die Kurse, auf denen wir sonst fahren. Die Erfahrung spielt eine ziemlich große Rolle", meint er. "Und es ist wichtig ein Auto zu verstehen", so Button.
Quelle: motorsport-total.com
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Karthikeyan: "Schlimmer als in Barcelona geht es nicht"
23.05.2012 - 18:37
Fernando Alonso war im ersten Training deutlich schneller als alle anderen Zoom © xpbimages.com
Für den Rest des Wochenendes ist der Wetterbericht instabil, aber während des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco präsentierte sich die Cote d'Azur von ihrer schönsten Seite. Zwar ist es nach rund acht Minuten unmöglich, Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis zu ziehen, aber die erste Bestzeit des Donnerstags sicherte sich Fernando Alonso in 1:16.265 Minuten. Der Ferrari-Pilot verpasste damit seine Donnerstags-Bestzeit aus dem Vorjahr (1:15.123 Minuten), distanzierte aber Romain Grosjean (Lotus) um 0,365 und Sergio Perez (Sauber) um 0,446 Sekunden. Perez war zu Beginn der Session der Erste, der einen kompletten Run absolvierte - möglicherweise auch, um sein Unfalltrauma des Vorjahres gleich zu Beginn des Wochenendes abzuschütteln. Das dürfte ihm gelungen sein. Kovalainens Renault-Motor geplatztEine Zeitenjagd am Ende blieb übrigens aus, weil die Session knapp zehn Minuten vor Schluss unterbrochen werden musste. Heikki Kovalainen (18./Caterham/+2,774) vernebelte erst den kompletten Tunnel, ehe der Motor vor der Hafenschikane komplett kaputt ging und blockierte, sodass der Finne an einer gefährlichen Stelle stehen bleiben musste. "Der Motor ist weg", funkte Kovalainen, ehe sein Caterham von neun Streckenposten weggeschoben wurde. Sergio Perez scheint den Schock des Vorjahres schon gut verdaut zu haben © xpbimages.com "Wir wissen nicht genau, was passiert ist", erklärt ein Caterham-Sprecher. "Als Heikki aus dem Tunnel herauskam, spürte er, wie die Hinterachse blockierte. Deshalb stellte er das Auto ab. Das Fahrzeug wurde nicht beschädigt, doch es gab reichlich Rauch. Für den Nachmittag dürfte ein Motorwechsel anstehen. Wenn der bisherige Motor dann wieder in der Renault-Fabrik ist und dort untersucht wird, dürfte sich die genaue Ursache feststellen lassen." "Das ist eine Stelle, an der man nicht stehen bleiben sollte, aber wo soll man hin, wenn der Motor blockiert?", meint Experte Marc Surer. Zum Glück ging die Situation glimpflich aus und alle nachfolgenden Autos konnten trotz der schlechten Sicht ausweichen. Aufgrund der von Kovalainen gelegten Ölspur im Tunnel wurde die Session nicht mehr neu gestartet - sehr zum Leidwesen von Sebastian Vettel (9./Red Bull/+0,957), der noch etwas ausprobieren wollte. Training: Jede Runde zählt"In Monaco", weiß der ehemalige Formel-1-Pilot Surer, "zählt jede Runde. Es ist eine Fahrerstrecke. Natürlich muss das Auto passen, aber der Einfluss des Fahrers ist hier größer als auf jeder anderen Strecke." Hofft auch der drittplatzierte Perez und meint selbstbewusst: "Wir sind hier ziemlich konkurrenzfähig. Es wird also unser Ziel sein, um das Podium zu kämpfen." Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari macht ihm Mut: "Sauber scheint einen Schritt gemacht zu haben." Ex-Weltmeister Mika Häkkinen hat eher seinen Landsmann Kimi Räikkönen auf der Rechnung: "Der Lotus scheint hier wirklich gut zu gehen." Aber während Grosjean im Drift-Fahrstil von Anfang an ganz vorne mitfuhr, hatte Räikkönen die Lotus-Box schon verlassen, als Kovalainens Renault-Motor noch gar nicht geplatzt war. Wegen eines Problems mit der Servolenkung musste der "Iceman" die erste Session nach der Installationsrunde spritzen. Massa bemüht, aber verkrampftDie Monaco-Spezialisten Lewis Hamilton (McLaren/+0,482) und Pastor Maldonado (Williams/+0,495) landeten auf den Plätzen vier und fünf, noch vor Felipe Massa (Ferrari/+0,578), der heute Morgen sehr couragiert wirkte und 19 Runden absolvierte. In einer davon streifte er unnötigerweise auf der Geraden (!) vor der Tabak-Kurve die Leitplanken, aber das Team nahm ihn via Funk in Schutz: "Schon okay, kann passieren, Felipe." Kimi Räikkönen musste im ersten Freien Training bis auf eine Runde zuschauen © Lotus Das Mercedes-Duo Rosberg/Schumacher landete mit jeweils rund einer Sekunde Rückstand auf den Plätzen zehn und elf, unmittelbar vor Nico Hülkenberg (Force India/+1,366). Apropos Mercedes: Schumacher bereitete seiner Crew ein wenig Arbeit, als er mit einem losen Frontflügel an die Box kam. Was die Ursache für dieses Problem war, ging aus den TV-Bildern jedoch nicht hervor. 13. wurde Mark Webber (Red Bull/+1,841). Jenson Button (+0,925) belegte zunächst Platz acht. McLaren testete aber nicht nur für dieses Wochenende, sondern auch schon 2013er-Komponenten - und die scheinen die Fahrer noch immer in der Sicht zu beschränken, wie Button über Funk lautstark bemängelte. Ansonsten gab es während des ersten Trainings keine Zwischenfälle oder Crashes, was für die Disziplin des Starterfeldes spricht. Übrigens: Freitagstester waren heute nicht im Einsatz.
Bestes Rennwetter in Monaco: Schmeckt das den Reifen oder tut es das nicht? Zoom © xpbimages.com
(Motorsport-Total.com/Sky) - Als wäre der Stadtkurs von Monte Carlo nicht schwierig genug: Die Pirelli-Reifen der Formel 1 werden die Fahrer und ihre Teams auch beim Glamour-Grand-Prix vor eine große Aufgabe stellen. Davon sind die unmittelbar Beteiligten überzeugt. Die Frage ist allerdings noch, wie groß der Einfluss der Pneus auf die Gesamtleistung sein wird. Michael Schumacher hat da einen gewissen Verdacht. Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister rechnet mit keinem allzu "wilden" Wochenende, was die Reifensituation anbelangt. "Hier sollte es etwas konstanter sein und nicht so dramatisch wie bei anderen Rennen. Es kommt aber ganz auf die Temperaturen an", meint Schumacher. Im ersten Freien Training gab es im Fürstentum noch frühlingshafte 22 Grad Celsius - optimale Bedingungen. "Wenn wir in einem solchen normalen Bereich liegen, sollte es halbwegs okay sein", erklärt "Schumi" und fügt hinzu: "Sollten wir in die 30er gelangen, wird es für alle problematisch." Generell sei das Fahren in Monaco "ein Drahtseilakt, bei dem du im Rennen 78 Runden lang jonglierst. Manchmal fällst du runter, manchmal bleibst du drauf. Dementsprechend verändert sich der Spaß", sagt Schumacher.
Jenson Button ist sich der Fehler aus den vergangenen Rennen wohl bewusst Zoom © xpbimages.com
Drei aus fünf: Jenson Button punktete in diesem Jahr nicht in jedem Rennen, was den britischen McLaren-Piloten bereits einiges an Boden kostete. Trotzdem zeigt sich der Weltmeister von 2009 vor dem Großen Preis von Monaco sehr zuversichtlich, schließlich liebt er diesen Grand Prix und hat ihn auch schon einmal gewonnen. In seiner Medienrunde spricht Button über den speziellen Reiz eines Rennens im Fürstentum und über seine Aussichten in der WM-Gesamtwertung der Formel 1. Frage: "Jenson, du hast auf dem einzigen Stadtkurs gewonnen, den die Formel 1 in diesem Jahr schon besucht hat. Monte Carlo ist aber eine etwas andere Nummer. Was denkst du vor dem Beginn dieses Wochenendes?" Jenson Button: "Es ist schön, wieder hier zu sein. Ich denke, wir alle lieben es, durch die Straßen von Monaco zu fahren. Es ist einer dieser Kurse, die keinen Fehler verzeihen." "In Melbourne kannst du dir vielleicht noch einen Schnitzer erlauben, doch hier bedeutet dergleichen schlichtweg 'Game Over'. Monte Carlo macht sehr viel Spaß, selbst im Simulator. Der Spaßfaktor ist beim Fahren einfach noch viel größer als auf anderen Strecken. Ich freue mich schon sehr darauf, am Freitag endlich loszulegen." Die Vorfreude ist großFrage: "Kannst du aus der Arbeit im Simulator schließen, dass das Auto in Monte Carlo konkurrenzfähig sein wird?" Button: "Nun, das Fahrzeug fühlte sich im Simulator sehr gut an. Schauen wir einmal, wie sich die Situation hier auf der Strecke darstellt. Du musst in jedem Fall große Vorsicht walten lassen, denn der Kurs verbessert sich im Verlauf des Wochenendes." "Es ist zudem der einzige Ort, an dem wir schon donnerstags fahren. Danach haben wir einen Tag frei und die Straßenautos fahren über die Strecke. Am Samstag steigt dann die Qualifikation. Da musst du aufmerksam sein und darfst dich nicht zu unbedarft verhalten. Das Überholen ist hier nicht so einfach." Frage: "Nach dem vergangenen Jahr hast du hier sicherlich noch eine offene Rechnung ..." Button: "Ja, wir haben uns erst wieder mit dem Rennverlauf von 2011 vertraut gemacht. Man könnte sagen, dass der Abbruch zum Schluss dafür gesorgt hat, dass unsere Chancen auf den Sieg ein bisschen vermindert wurden." "Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben." "Egal, das liegt nun in der Vergangenheit. Wir sind hier, weil wir es auf ein gutes Ergebnis abgesehen haben. Ob das drin ist, wird sich zeigen. Es ist so gesehen nicht anders als an jedem anderen Wochenende sonst. Die Situation gestaltet sich von Rennen zu Rennen derart unterschiedlich. Pastor (Maldonado; Anm. d. Red.) hatte sich in Bahrain noch auf Rang 17 qualifiziert, glaube ich." "In Barcelona qualifizierte er sich dagegen auf Platz zwei. Ich denke nicht, dass sich so viel verändert hat. Es ist schwierig. Aus Fahrersicht ist Monte Carlo eine etwas andere Nummer. Die Erfahrung spielt hier eine ziemlich wichtige Rolle. Entscheidend ist auch, das Auto auf einem solchen Kurs wirklich zu verstehen. Hoffentlich gelingt uns das bis Samstag."
Frage: "Nach dem Spanien-Rennen konntest du nur mit dem Kopf schütteln, weil es offenbar nicht so lief, wie du dir das gedacht hattest. Habt ihr eure Probleme in den Griff gekriegt?" Button: "Bisher habe ich das Auto noch nicht gefahren, also nein, ich weiß es nicht. Ja, wir haben gemeinsam mit den Ingenieuren einen Blick in die Daten geworfen. Es gibt ein paar Dinge, von denen wir glauben, ein paar Fehler gemacht zu haben. Trotzdem müssen wir abwarten und schauen, wie sich das Auto hier anfühlt." McLaren auf FehlersucheFrage: "Die jüngsten Rennen waren nicht gerade berauschend. Es gab ein paar Fehler seitens des Teams. War das ein Thema in der Fabrik?" Button: "Na klar. Jeder macht Fehler. Wir haben ein paar gemacht, doch damit wirst du nicht Weltmeister. Wichtig ist, daraus zu lernen und weiterzumachen. Es geht darum, sicherzustellen, dass sich dergleichen nicht wiederholt." "Wir haben das Team dahingehend auch ein bisschen umstrukturiert. Wir als Team müssen schauen, was wir speziell bei den Boxenstopps tun können. Wir haben hier einige Verbesserungen am Start, die uns ziemlich helfen sollten. Es kommt auf Konstanz und Tempo an. Hier ist es eh etwas Besonderes: In Monaco brauchst du eine gute Qualifikation, einen guten Start und gute Boxenstopps." Frage: "Verläuft die Saison bisher so, wie du es erwartet hast? In fünf Rennen gab es fünf Sieger - und auch du hast 2012 schon gewonnen ..." Button: "Nein, dergleichen hatte ich nicht erwartet. Wir gingen zuversichtlich in die Saison, denn wir hatten einen guten Winter gehabt. Die Saison begann stark für uns. Eben wie wir es uns erhofft hatten. Seither war es sehr durchwachsen für uns." "Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar." Jenson Button "Wir waren schnell in Malaysia und schnell in China, aber in Bahrain und Spanien waren wir zumindest im Renntrimm nicht konkurrenzfähig. Das ist seltsam und schwer nachvollziehbar. Wir hatten geglaubt, dass uns die Hitze vor Probleme stellt, doch die beiden jüngsten Rennen waren heißer als die vorangegangenen. Wir versuchen noch immer, herauszufinden, was Sache ist."
Frage: "Die Meisterschaft ist jedenfalls noch vollkommen offen ..." Button: "So ist es. Ich habe aber schon in zwei Rennen keine Punkte geholt. Das ist sehr seltsam. Es ist so schwierig, schlau daraus zu werden. Du musst einfach bereit sein. Manchmal scheint das Auto zu funktionieren, manchmal nicht. Wichtig ist, keine Fehler zu machen. Dann bist du vorn mit dabei." Wie halten die Reifen in Monte Carlo?Frage: "Bist du im Hinblick auf die Reifen ein Zocker oder wartest du darauf, bis die letzte Karte aufgedeckt wird?" Button: "Ich war eigentlich immer gut darin, doch in diesem Jahr haben wir anscheinend ein paar Probleme damit, die Reifen zu verstehen. Ich denke, da sitzen wir alle im selben Boot." "Hoffentlich sehen wir vor dem Qualifying klarer, denn Monte Carlo kann die Reifen schon sehr intensiv rannehmen. Auf einmal sind die Pneus dann hinüber. Das sahen wir 2009 bei Sebastian Vettel, aber nicht nur damals. Wir hoffen einfach, ein besseres Reifenverständnis zu haben, als dies an den vergangenen Wochenenden der Fall war." "Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet." Jenson Button Frage: "Sebastian Vettel fuhr im vergangenen Jahr 50 Runden auf der weichen Mischung. Denkst du, das wäre auch mit den aktuellen Reifen möglich?" Button: "Waren es bei ihm wirklich 50 Runden oder kam ihm da die rote Flagge dazwischen? Es waren 50 Runden? Okay, cool. Es sah jedenfalls ganz nach einem sehr aufregenden Zieleinlauf aus. Ich weiß nicht, was passiert wäre. Vielleicht wären wir alle in Kurve eins in der Leitplanke gelandet. Wir werden es nie erfahren. So kam es nicht, weil das Rennen ja unterbrochen wurde." Frage: "Das Wetter könnte am Sonntag für eine nasse Strecke sorgen, vielleicht auch schon am Samstag. Gut für euch?" Button: "Ich werfe alle zwei Stunden einen Blick auf die Wettervorhersage. Sie verändert sich ständig. Am Dienstag hieß es noch, es würde Samstag und Sonntag regnen, jetzt soll es nur am Samstag regnen oder gar nicht, und erst am Montag." "Schauen wir einmal, was passiert. Im Qualifying hat man es natürlich gern trocken, weil es ein solcher Kick ist, wenn man das Auto ans Limit bringt. Das lieben wir. Im Nassen ist es ganz anders, doch wir würden trotzdem das Beste daraus machen." Frage: "Ich habe hier zehn Euro für dich, aber die musst du auf den Fahrer setzen, von dem du glaubst, dass er hier gewinnt ..." Button: "Ich! Einhundert Prozent." Frage: "Dann nimm das Geld ..." Button: "Nein. Ich nehme kein Bargeld (lacht; Anm. d. Red.)." Ein Traditionskurs, der Freude machtFrage: "Zurück zu Monaco: Dieser Kurs ist etwas Besonderes, nicht wahr?" Button: "Ja. Wir alle lieben es, hier durch die Straßen zu fahren. Es ist eine ungewöhnliche Strecke, denn die Leitplanken stehen so nah. Fehler werden nicht verziehen. Es ist ein Traditionskurs. Das ist gut." "Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Jenson Button "Wir lieben solche Orte - Suzuka, Spa-Francorchamps. Die Strecke an sich hat sich nicht viel verändert, doch es gibt nun bessere Auslaufzonen. Das macht viel Spaß. Wenn du hier im Qualifying alles aus dem Auto herausholen kannst, dann ist das einfach nur toll. Das lieben wir. Dann realisierst du, dass du einen Formel-1-Rennwagen mit 750 PS zähmst. Und das in den Straßen hier. Das ist beeindruckend." Frage: "Du hast hier schon gewonnen. Wie aufregend ist dieser Kurs und wo sind die Schlüsselstellen?" Button: "Es ist der gesamte Kurs. Es ist völlig verrückt, hier mit einem Formel-1-Auto herumzufahren. Uns macht das aber sehr viel Spaß. Es gibt hier zwar nicht sehr viele schnelle Kurven, doch die sind sehr aufregend. Die Schwimmbad-Passage ist toll, aber auch der Hügel beim Kasino. Du musst dich herantasten, denn sonst schlägt dieser Ort zurück, wenn du nur einen kleinen Fehler machst. Deshalb ist es so spannend." Frage: "Am Ausgang des Tunnels wurden ein paar Bodenwellen entfernt. Ist das gut oder schlecht für das Überholen an dieser Stelle?" Button: "Nun, wir hatten schon 2011 kein DRS an dieser Stelle und auch in diesem Jahr ist das der Fall. Das ist gut so. Es wurden aber auch die Reifenstapel verschoben, in die Perez eingeschlagen war. Auch das ist gut. In den Auslaufzonen wurde zudem etwas Sand in die Farbe gemischt. Das sollte dabei helfen, die Autos rascher abzubremsen. Ebenfalls eine gute Sache."
Fernando Alonso tritt in Monaco mit einem in Gold und Weiß gehaltenen Helm an Zoom © Ferrari
Eine Stadtrundfahrt im Zuhause der Reichen und Schönen: Beim Großen Preis von Monaco geht es alljährlich um das Motto "sehen und gesehen werden". Wohl auch deshalb warten die Fahrer und Teams der Formel 1 meist bei diesem Rennen mit besonderen Lackierungen oder neuen Farben auf. Bei Fernando Alonso ist das 2012 nicht anders: Der Spanier bringt einen speziellen Helm an den Start. Der eigens für die Hatz im Leitplanken-Kanal von Monte Carlo entworfene Kopfputz besticht durch die Farben Gold und Weiß und stellt eine Hommage an das Traditionsrennen dar. Ebenfalls eingearbeitet sind Elemente aus dem Glücksspiel wie Jetons, Roulette und Würfel. Außerdem ist auf der Oberseite des Helms ein Ferrari 158 zu sehen, wie ihn John Surtees 1964 fuhr - und damit Weltmeister wurde. Zu sehen ist darüber hinaus das Viktoria-Kreuz von Asturien, der spanischen Heimat von Alonso. Und neben dem Monaco-Motto "Bet on Red" ("Setze auf Rot"; Anm. d. Red.) finden sich auf dem Helm noch diverse Zahlen, die allesamt mit der Formel-1-Karriere des zweimaligen Weltmeisters und der Formel 1 im Fürstentum in Verbindung stehen. Auch seine zwei Monaco-Siege sind dort verewigt. Die "78" steht beispielsweise für die Anzahl der Rennrunden beim Großen Preis von Monaco, die "70" für das runde Jubiläum des Traditionsrennens. 75 Mal stand Alonso bereits auf einem Formel-1-Podest, 20 Mal startete er von der Pole-Position. Die "19" entspricht der Anzahl der Kurven auf einer Runde in Monte Carlo, die "5" Alonsos Startnummer. Was die "14" bedeuten soll, wurde nicht verraten.
"Hallo, Jungs, wir müssen da was ändern." Bernie Ecclestone stört sich am Q3-Ablauf Zoom © xpbimages.com
Das Top-10-Finale im Qualifying ist nicht mehr das, was es einmal war. Denn statt mit einem letzten frischen Reifensatz auf die Jagd nach der Pole-Position oder einem vorderen Startplatz zu gehen, verzichten einige Piloten lieber auf eine schnelle Runde. Sie sparen sich ihre neuen Reifen auf, um dann im Rennen bessere Karten zu haben. Darunter leidet jedoch das Spektakel in der Qualifikation. Dies stört auch Formel-1-Chef Bernie Ecclestone. Dem 81-jährigen Briten ist die Umsetzung der aktuellen Regeln ein Dorn im Auge: "Was im Augenblick falsch läuft, ist, dass einige Fahrer denken, nicht auf die Pole-Position fahren zu können." Der Grund für diese Zurückhaltung sei das Kontingent an frischen Pirelli-Pneus. Doch mit einer neuen Verordnung könnte Abhilfe geschaffen werden. Ecclestone hat einen Vorschlag parat: "Ich sage ja schon lange, dass es einen weiteren Reifensatz geben sollte, der nach der Qualifikation abgegeben werden muss. Dann gibt es nichts, was man sich aufsparen könnte. Dann sind die Teams zum Wechseln gezwungen", meint Ecclestone und merkt an: "Was wir brauchen, ist ein weiterer Reifensatz, damit im Zeittraining mehr Runden abgespult werden." Mit den unvorhersehbaren Rennen ist der Formel-1-Chef indes vollkommen zufrieden und stellt seinen Reifenlieferanten - unabhängig von der Situation in der Qualifikation - ein sehr gutes Zeugnis aus: "Pirelli hat klasse Arbeit geleistet. Es ist weitaus schwieriger für sie, einen Reifen zu bauen, der nur 30 Prozent des Rennens durchsteht, als einen Reifen zu entwerfen, der die komplette Distanz meistert." "Es war ein Teil meines Vertrags mit ihnen, dass die Reifen nur für einen Teil des Rennens haltbar sein sollten. Ich war beeindruckt davon, dass es ihnen gelang", sagt Ecclestone. "Es hätte auch leicht anders kommen können, sodass nur zehn Runden drin gewesen wären oder das gesamte Rennen. Es war eine technische Meisterleistung", findet der Brite. "Ich hätte nicht gedacht, dass sie es schaffen."
Formel 1 zu Gast in Frankreich: Das bis dato letzte Rennen datiert aus 2008 ... Zoom © xpb.cc
Eine Neuauflage des Großen Preises von Frankreich schien in den vergangenen Monaten bereits gewaltig an Fahrt aufgenommen zu haben, doch just im Wahlmonat kamen die Vorhaben um das Comeback in der Formel 1 wieder ins Stocken. Offenbar ist nun auch der angestrebte Rennplatz in Paul Ricard, wo die Königsklasse in der Vergangenheit bereits fuhr, nicht mehr länger erste Wahl. Dabei hätte alles so einfach sein können, wie Formel-1-Chef Bernie Ecclestone gegenüber 'ESPN' betont. "Die Franzosen hatten genug Gelegenheiten, um es wahr zu machen, taten es aber nicht. Sie versprachen uns all die Dinge wie die Straßen von Paris oder Disney", meint der Brite. All diese Ansätze waren aber meist genauso schnell wieder vom Tisch, wie man sie aufgetischt hatte. Das Grand-Prix-Thema sei in Frankreich halt "sehr politisch", erklärt Ecclestone und merkt an: "Ich weiß nicht, ob es anders gewesen wäre, wenn Sarkozy wiedergewählt worden wäre. Keine Ahnung. Als er noch an der Macht war, hätten sie unterschreiben können. Sie hatten einen Vertrag vorliegen. Alles, was sie tun mussten, war, ihre Unterschrift darunter zu setzen", hält der Formel-1-Chef fest. Andererseits habe es ständig an der nötigen Konsequenz hinsichtlich eines Rennplatzes gefehlt, fügt Ecclestone hinzu: "Sie kamen eh nie zu einer Übereinkunft mit Paul Ricard. Dort würden Investitionen nötig werden, um Tribünen aufzubauen. Und der Paddock-Club ist nicht groß genug", sagt der 81-Jährige. Inzwischen ist auch nicht ausgeschlossen, dass die Formel 1 nach Magny-Cours zurückkehrt.
Teamchef Ross Brawn pocht auf die historische Bedeutung von Mercedes Zoom © xpbimages.com
Während beim letzten Concorde-Agreement, das im Jahr 2009 ratifiziert wurde, der Automobil-Weltverband FIA unter dem damaligen Präsidenten Max Mosley eine der treibenden Kräfte war, spielt die FIA bei den aktuellen Verhandlungen für 2013 bis 2020 praktisch keine Rolle. Bisher fanden die Gespräche fast ausschließlich zwischen Bernie Ecclestone und den Teams statt. Ross Brawn missfällt das: "Wir haben noch einen langen Weg vor uns, bevor wir finale Lösungen erreichen", sagt er und unterstreicht: "Ich denke, was man in all das einbeziehen sollte, ist die Rolle, die die FIA in Zukunft spielen wird, ihre Rolle in unserem Sport. Sie waren bisher ruhig, aber sie werden eine Rolle spielen. Ich bin einigermaßen zuversichtlich, dass wir vernünftige Lösungen für die Zukunft finden können. Ich glaube aber nicht, dass schon alles erledigt ist." Mercedes war bisher das einzige Topteam, das Ecclestone noch nicht signalisiert hatte, das neue Concorde-Agreement unterschreiben zu wollen. Bei einem Treffen mit Daimler-Konzernchef Dieter Zetsche - Brawn war aus gesundheitlichen Gründen abwesend - dürfte es zuletzt in Barcelona aber eine Annäherung zwischen Mercedes und den Inhabern der kommerziellen Rechte gegeben haben. Angeblich könnte dieses Wochenende alles unter Dach und Fach gebracht werden. Brawn schweigt zur Mercedes-Situation hinsichtlich des Concorde-Agreements: "Ich kann das immer noch nicht kommentieren", meint er und ergänzt in Anspielung auf die von Ecclestone angezweifelte historische Bedeutung der deutschen Marke: "Wir sind sehr stolz auf unsere Geschichte und glauben, dass sie für den Sport wichtig ist. Da sind die Menschen unterschiedlicher Auffassung. Aber das ist alles Teil der heiklen Verhandlungen, die stattfinden."
Nico Hülkenberg blickt skeptisch auf die Hackordnung in der Formel 1 Zoom © xpbimages.com
Ein Mal schrammte Force India knapp an einem Grand-Prix-Sieg vorbei: Das war mit Giancarlo Fisichella in Spa-Francorchamps. Dass diese Gelegenheit bald wieder kommt, glaubt Nico Hülkenberg nicht, wie er 'auto motor und sport' verrät: "Williams und Sauber waren nach unseren Messungen in Barcelona bei den schnellsten Autos dabei. Die muss man jetzt auch zu den Top-Teams zählen." Den Mercedes-befeuerten Inder dagegen nicht. Und das trotz der Fortschritte, die die Truppe um Besitzer Vijay Mallya gemacht hat: "Wir haben uns definitiv gesteigert, vor allem in der Traktion. Unsere Gegner sind diesen Schritt aber mitgegangen", erklärt Hülkenberg und verweist erneut auf die ehemaligen Mittelfeldkonkurrenten, von denen nur noch Toro Rosso hinter Force India rangiert. "In den schnellen Kurven sind Sauber und Williams besser als wir." Woher rührt es, dass Force India - denen rund drei Zehntelsekunden fehlen - nicht mit der Konkurrenz aus der Hinwil und Grove mithalten kann? Für Hülkenberg sekundär: "Uns bleibt nichts anderes übrig, als zu entwickeln, weil wir zurückliegen. Wir brauchen noch ein paar Zehntelchen, um an die anderen ranzukommen", insistiert er. "Es ist wichtig, eine gute Balance zwischen Entwicklung und dem Verständnis des Autos zu finden", macht Hülkenberg deutlich. Dann scheint das erklärte Saisonziel, nämlich Rang fünf in der Konstrukteurs-Wertung, nicht außer Reichweite. "Das ist immer noch möglich, wenn auch schwierig, weil die anderen auch weiter Punkte machen werden", befürchtet der Emmericher und hofft auf die Kurse, die 2011 im Sommer und Herbst im Grand-Prix-Kalender standen. "Da ist der Knoten bei uns auch erst in der zweiten Saisonhälfte aufgegangen", so Hülkenberg.
Seiner Heimat Großbritannien hat Hamilton schon lange den Rücken gekehrt Zoom © xpbimages.com
Viele Fahrer haben ihren Wohnsitz in das Steuer- und Lebensqualitäts-Paradies Monaco verlegt. Auch Lewis Hamilton gefällt es an der Cote d'Azur. Der Brite ist erst kürzlich aus der Schweiz in das Fürstentum gezogen und zeigt sich begeistert vom neuen Wohnort sowie dem kurzen Weg an den Arbeitsplatz: "Es ist ein fantastisches Gefühl, in deinem eigenen Bett aufzuwachen und einfach nur die Straße hinunterzufahren, um bei der Arbeit anzukommen", freut sich der McLaren-Pilot. Lebensgefährtin Nicole Scherzinger beim Vorbeifahren am heimischen Balkon theoretisch zuwinken zu können, gefällt Hamilton. "Das erlebe ich heute zum ersten Mal, doch ich bin mir sicher: Es wird einen großen Unterschied ausmachen", prognostiziert er. "Ich habe auch mein früheres Zuhause geliebt, doch das ist ein ganz anderer Ort. Ich mag ihn noch ein bisschen mehr, scheint mir", so Hamilton, der sich bekanntermaßen gerne mit Stars aus dem Showbusiness umgibt. Doch auch an seinem alten Wohnort fand der 27-Jährige Gefallen. "Als ich in der Schweiz lebte, war das eines der schönsten Länder, die ich je besucht hatte. Das Wetter war ein bisschen wie in Großbritannien, doch es war meist viel schöner", schmunzelt Hamilton und beschreibt den Unterschied als eklatant: "Es dauerte eine Ewigkeit, um bis zu einem Restaurant zu gelangen. Ich konnte nicht einfach nur hinlaufen oder hinfahren", so der Weltmeister von 2008 über die Abgeschiedenheit. Hamilton meint: "Ich habe das Gefühl, es weiterhin genießen zu müssen. Ich laufe jeden Tag auf der Strecke und laufe sie fast komplett ab. Es ist schon unglaublich, jeden Tag auf seiner Lieblingsstrecke herumlaufen zu können", so der Brite, der tagtäglich Sporthistorie lebt. "Du denkst: 'Wow, ich laufe durch den Tunnel, durch den solche Legenden wie Michael und Ayrton (Senna; Anm. d. Red.) gefahren sind. Jetzt bin ich einer dieser Rennfahrer und wohne noch dazu hier."
In Monaco gehen die Uhren anders: Auch für die V8-Motoren der Formel-1-Autos Zoom © xpb.cc
Ebenso einzigartig wie unberechenbar: Der Grand Prix von Monaco zählt zu den Highlights einer jeden Formel 1-Saison. Das Rennen durch die Straßen des glamourösen, normalerweise eher beschaulichen Fürstentums ist nach wie vor einzigartig auf der Welt. Der Stadtkurs selbst hat sich dabei im Laufe der Jahre kaum verändert. Die einzigartige Streckencharakteristik stellt die Ingenieure von Renault vor ganz besondere Herausforderungen, denn die Motoren müssenkomplexe Ansprüche erfüllen. "In Monaco lenken die Piloten ihre Boliden nicht nur mit dem Lenkrad, sondern auch mithilfe des Motors", erklärt Remi Taffin, Leiter des Grand-Prix-Teams. "Der Fahrer benötigt deswegen ein Triebwerk, das gleichmäßig und direkt auf Gaspedalbefehle anspricht." Nur so entwickele er das nötige Vertrauen, um jederzeit voll attackieren zu können. Die größte Herausforderung in Monte Carlo liege in den geringen Geschwindigkeiten, sagt Taffin. "Daher verwenden wir hier ein ganz spezielles Motor-Management, das auf keiner anderen Rennstrecke zum Einsatz kommt. Die Triebwerke sind auf Drehzahlen von bis zu 18.000 Umdrehungen pro Minute ausgelegt. Im Fürstentum müssen sie aber in den langsamen Kurven auch bei nur 5.000 Touren noch perfekt funktionieren", so Taffin. Der Renault Ingenieur betont die spezielle Herangehensweise der Franzosen: "Um uns auf dieses Wochenende perfekt vorzubereiten, testen wir im Vorfeld besonders ausgiebig auf unseren Motorenprüfständen. So stellen wir sicher, dass alles einwandfrei funktioniert. Dabei stimmen wir denV8 für unsere vier Partnerteams auch so ab, dass er bereits im Tourenkeller ein bissiges Ansprechverhalten an den Tag legt." Eine der anspruchsvollsten Aufgaben besteht darin, die Triebwerke so anzupassen, dass sie sehr agil am Gas hängen und direkt das nötige Drehmoment zur Verfügung stellen. Der Pilot muss darauf vertrauen können, dass der Motor sofort reagiert, wenn er ihn braucht - ganz gleich, welches Pedal-Einstellung er fährt oder in welcher Stellung sich das Gaspedal gerade befindet. Auch David Lamb unterstreicht die große Bedeutung einer perfekten Abstimmung für die Achtzylinder. "Monaco ist in jeder Beziehung einzigartig, so ein Rennen gibt es in der Formel 1 kein zweites Mal", so der Brite, der vor zwei Wochen als verantwortlicher Motoren-Ingenieur von Pastor Maldonado beim Grand Prix von Spanien gemeinsam mit Williams den ersten Sieg des wiedergewonnen Partners in dieser Saison feiern durfte. "Da wir auf diesem Kurs kaum auf die maximale Höchstgeschwindigkeit kommen, wirken sich ein paar Extra-Pferdestärken so gut wie gar nicht auf die Rundenzeit aus", meint Lamb. "Die Schlüsselfrage ist, wie wir die Power auf die Straße bringen - denn genau das macht den Unterschied aus und sorgt auf der Strecke für einen echten Zeitvorteil", geht er auf die feinen Differenzen ein. Der Williams-Techniker verdeutlicht die Besonderheiten eines Stadtkurses: "Aber auch darüber hinaus erwarten uns in Monaco einige Besonderheiten, die wir so von keiner anderen Rennstrecke kennen. Kurve sechs zum Beispiel, die enge Haarnadelkurve: Sie besitzt den engsten Radius der gesamten Saison. Hier bremsen die Piloten ihr Auto so stark zusammen." Ohne das korrekte Motor-Mapping kann dies dazu führen, dass ungewollt Schub einsetzt, weil die Elektronik ein Absterben des Aggregats unterbinden will.
Als eine von wenigen Rennstrecken verändert sich der Kurs von Monaco von einem Jahr auf das nächste kaum - immerhin handelt es sich um einen temporären Stadtkurs und nicht um eine permanente Strecke. Deswegen verfügen alle Teams über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz und umfangreiches Datenmaterial, um ein passendes Basis-Setup zu generieren. Nichtsdestotrotz erwartet Renault in jeder Saison Neuerungen. "Dieses Mal gehen wir die Sache sowieso etwas anders an", verrät Lamb. "Um die Kraft des Motors sicher auf die Straße zu bringen, schalten die Fahrer teilweise etwas früher als notwendig in den nächsthöheren Gang - wir nennen das 'Short-Shifting'. Darauf müssen wir auch das Mapping des Gaspdals angleichen, um unerwünschte Nebeneffekte auszuschließen. Bei einem 'normalen' Rennen kommt es niemals in einer gezeiteten Trainings- oder Qualifying-Runde, sondern ausschließlich in der In- und Out-Lap zum Einsatz." Die Unebenheiten im Asphalt führen dazu, dass die Reifen kurzzeitig den Kontakt zur Straße verlieren. Darunter leidet einerseits die Traktion, andererseits bedeuten die plötzlich hochschnellenden Drehzahlen eine enorme Zusatzbelastung für die mechanisch beweglichen Teile im Motor. "Ein klassisches Beispiel für eine solche Stelle ist die Bodenwelle zwischen dem Casino und der Mirabeau-Kurve", weiß Lamb.
Sergio Perez sieht sich und sein Team in der Formel 1 absolut auf Kurs liegen Zoom © xpbimages.com
Seit dem grandiosen Auftritt von Sergio Perez beim Großen Preis von Malaysia ist es um das Sauber-Team wieder ein bisschen ruhiger geworden. Auch, weil sich zu den 30 WM-Punkten aus den beiden Auftaktrennen in Australien und Malaysia seither "nur" elf weitere Zähler hinzugesellten. Gerät Sauber etwa zu Beginn der Europasaison bei der Entwicklung ins Hintertreffen? Weit gefehlt, sagt Perez. Der mexikanische Rennfahrer schiebt die geringe Ausbeute der vergangenen Wochen schlichtweg auf fehlendes Rennglück, wie er gegenüber 'Formula1.com' erklärt. Seit seinem zweiten Platz in Sepang sei es an Sonntagen einfach nicht immer nach Plan gelaufen: "In China hatten wir die falsche Taktik und ein Problem mit dem Frontflügel, in Bahrain hatten wir nicht die Geschwindigkeit", berichtet Perez. "In Spanien lag ich nach dem Start schon an Position vier, als mich Romain Grosjean traf und einen Reifenschaden verursachte." Wieder gingen wichtige Punkte verloren. Doch Perez hat den Mut nicht verloren - ganz im Gegenteil. "Ich bin mir sicher: Unsere Zeit wird kommen, denn wir haben ein konkurrenzfähiges Auto. Wir werden kämpfen", sagt der Sauber-Fahrer und zeigt sich zuversichtlich. "Selbst in Barcelona, wo viele Teams ihre Updates am Start hatten, sahen wir noch immer recht wettbewerbsfähig aus. Es gibt also keine Engpässe bei der Entwicklung", stellt Perez heraus und merkt an: "Ich denke vielmehr, dass wir über die komplette Saison hinweg konkurrenzfähig bleiben können, wenn wir weiterhin - sowohl in der Fabrik als auch an der Strecke - gut zusammenarbeiten."
Lewis Hamilton bleibt zuversichtlich und scheint sich die gute Laune zu bewahren Zoom © xpbimages.com
Fünf Fahrer haben sich in diesem Jahr bereits in die Siegerliste der Formel 1 eingetragen, doch der Name von Lewis Hamilton taucht in diesen Statistiken bisher nicht auf. Der McLaren-Pilot war zwar in allen fünf Rennen im Ziel, kam dabei aber nicht über die dritte Stufe des Podests hinaus. Der Zweifel nagt aber nicht am Selbstbewusstsein des Ex-Champions. Dies betont Hamilton in Monte Carlo. Er sei "nicht frustriert" über seine sieglose Phase, meint der Brite. "So läuft es im Rennsport halt manchmal. Wir hätten angesichts unserer Ergebnisse in der Qualifikation natürlich gern besser abgeschnitten." Diesem "Problem" wolle man sich in den kommenden Rennen verstärkt widmen, um nicht noch weitere Punkte einzubüßen. Oder wie es Hamilton formuliert: "Wir müssen uns steigern." In der hart umkämpften Formel 1 bedeute Stillstand einen Rückschritt, erklärt Hamilton. Ein Handeln sei geboten, "wenn wir da bleiben wollen, wo wir sind, oder wenn wir uns davon ausgehend nochmals verbessern wollen", sagt der McLaren-Pilot. "Wir arbeiten schon sehr hart daran." Vorwürfe braucht sich der Weltmeister von 2008 jedoch nicht zu machen. Das meint zumindest Martin Whitmarsh. Der Teamchef von Hamilton stellt sich vor dem sechsten Rennen des Jahres demonstrativ hinter seinen Schützling: "Lewis wird in diesem Jahr nicht gerade vom Glück verfolgt. Wir glauben jedenfalls nicht, dass er das Siegen verlernt hat. Die WM ist vollkommen offen. Er darf sich als Siegkandidat in Monaco sehen - und als Anwärter auf viele weitere Siege und auch auf den WM-Titel", sagt der Brite. Dies macht Whitmarsh vor allem am Auftreten seines Landsmanns fest: "Seine Fahrweise ist sehr reif, kontrolliert und diszipliniert. Wahrscheinlich mehr als jemals zuvor", meint Whitmarsh und merkt an: "Er hat aber das Tempo und die Fähigkeit, um auf der Pole-Position zu stehen. Dieses Gefühl kann Lewis aus Barcelona mitnehmen. Dort hat er - trotz einer Strafe - eine fantastische Fahrt hingelegt."
Sergio Perez sieht sich schon seit einiger Zeit mit Ferrari-Gerüchten konfrontiert Zoom © xpbimages.com
Felipe Massa fährt diese Saison von Enttäuschung zu Enttäuschung. Das liegt nicht am Auto, denn Fernando Alonso rangiert mit dem F2012 punktegleich mit WM-Leader Sebastian Vettel auf Platz zwei in der Gesamtwertung. Kein Wunder, dass die Gerüchte um einen Rauswurf Massas immer lauter werden. Der logische Nachfolger wäre der Mexikaner Sergio Perez. Der Sauber-Pilot stammt aus dem Ferrari-Nachwuchsprogramm und gewann dieses Jahr mit einer sensationellen Leistung in Sepang beinahe sein erstes Rennen. Er gilt als eines der größten Formel-1-Nachwuchstalente. Doch Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali gab schon mehrmals bekannt, dass man nicht riskieren wolle, den Youngster aus seiner gewohnten Umgebung herauszureißen und ihn zu verheizen. Nun behauptet Perez gegenüber 'Formula1.com', dass er ein eventuelles Angebot von Ferrari, während der Saison zu wechseln, gar nicht annehmen würde: "Sollte es wirklich zu so einer Situation kommen, dann würde ich ablehnen, denn ich würde nicht während der Saison wechseln wollen." Daraufhin gibt er ein Versprechen ab: "Ich habe diese Saison mit Sauber begonnen, werde meine Saison mit Sauber beenden und gebe 100 Prozent für mein Team." Zudem glaubt er nicht, dass überhaupt etwas an den Gerüchten dran ist: "Dieser Hype über einen möglichen Wechsel wird massiv von den Medien aufgeblasen." Der Mexikaner rechnet sogar damit, dass sich Massa nach seinem schwachen Saisonstart noch einmal fängt: "Ich glaube, dass Felipe zurückschlagen und gute Arbeit leisten wird. Er ist ein starker Fahrer, und er hat ein großartiges Team im Rücken. Hat er einmal zurückgeschlagen, dann werden auch all diese Storys auf einmal verschwinden." Doch was wäre, wenn Motorenpartner Ferrari seinen Einfluss bei Sauber geltend macht und Perez nach Maranello holt? "Ich denke, dass die Leute nicht Motoren und Fahrer vermischen sollten", meint der Sauber-Pilot. "Die Gerüchte gibt es schon seit einer ganzen Weile, und natürlich habe ich eine Verbindung zu Ferrari und zur Fahrerakademie von Ferrari. Dennoch ist meine Position klar: Ich fahre für Sauber, und dort werde ich bleiben."
Alle wollen es wissen, wie es weitergeht: Aber Schumacher schweigt beharrlich Zoom © xpbimages.com
Es ist wie im 2006: Schon während dieser Saison drehte sich bei Michael Schumacher alles um die Frage, ob er nun den Helm an den Nagel hängt oder doch weiter Formel-1-Rennen bestreitet. Und das Rätselraten wird auch 2012 weitergehen, wie die Aussage des Rekord-Weltmeisters in der FIA-Pressekonferenz von Monaco zeigt: "Noch gibt es leider keine Neuigkeiten für euch. Ich möchte auch nicht zu tief in diese Diskussion einsteigen", weicht Schumacher aus. Um seine Motivation sei es aber gut bestellt, versichert der Mercedes-Pilot: "Wenn man bedenkt, wo wir im vergangenen Jahr standen, dann ist uns ein riesiger Fortschritt gelungen", insistiert Schumacher. "Wir haben unter Beweis gestellt, dass wir Rennen gewinnen können", unterstreicht er. Auch, wenn das bei den Silberpfeilen bislang Nico Rosberg vorbehalten war und Schumacher mit einigem Pech nur zwei WM-Zähler einfuhr. Motivation statt EnttäuschungSchumacher meint: "Ich fühle mich ganz und gar nicht enttäuscht. Wenn, dann ist es genau umgekehrt: Ich bin noch mehr motiviert, weil wir so viele Fortschritte machen." Rückendeckung erhält er von einem langjährigen Weggefährten: "Er war dieses Jahr doch sehr gut", bemerkt Ross Brawn gegenüber 'Autosport'. Der Mercedes-Teamchef räumt aber ein: "Wir haben nicht die Resultate eingefahren. die wir wollten." Brawn glaubt auch daran, dass von Schumacher sportlich bald mehr zu erwarten sein wird. "So viel Aufmerksamkeit, wie seinem Unfall in Spanien zuteil geworden ist, so viel wird es auch sein, wenn er Erfolg hat", blickt der Brite voraus. "So ist Michael: er mag die Herausforderung und darum geht es in der Formel 1. Er kniet sich rein, wenn Dinge nicht laufen, wie sie sollen", lobt Brawn die Vorzüge des siebenfachen Champions. Experten glauben an einen neuen VertragUnd auch die Stimmen aus dem Fahrerlager deuten darauf hin, dass Schumacher noch keinen zweiten Rücktritt wagt. Johnny Herbert erklärt gegenüber 'Sport Bild': "Michael ist psychisch und körperlich topfit, es gibt keinen Grund für ihn aufzuhören. Er ist jetzt besser als in den ersten beiden Jahren seines Comebacks", so der Brite. Und auch die TV Experten sind sich einig: Marc Surer glaubt an die Fortsetzung der Karriere, weil sich Mercedes nach Schumachers Wünschen richten würde. Christian Danner erkennt die Probleme des 43-Jährigen: "Er hat zwar am Sieg von Teamkollege Rosberg zu knabbern und auch daran, dass Kimi Räikkönen im Gegensatz zu ihm keinerlei Comeback-Probleme hat", so der 'RTL'-Fachmann. "Aber er will es noch mal wissen." Ex-Teamchef Peter Sauber bringt Schumachers gesündere, weil weniger verbissene Einstellung zum Motorsport ins Spiel. Sein früherer Teamkollege Felipe Massa wirft die Kämpfernatur des Kerpeners in der Waagschale. Keine Parallele zu Casey StonerVon den Journalisten in der FIA-PK ließ sich Schumacher auch bei der Frage nach seiner Meinung über den Abschied von MotoGP-Ass Casey Stoner aus dem aktiven Rennsport nichts entlocken. "Nun, ich habe vermutlich das Gleiche gefühlt wie diejenigen, die ein bisschen mit der Materie vertraut sind - sie waren überrascht", kommentiert der Mercedes-Pilot das Karriereende des Australiers, fordert aber: "Du musst es respektieren." Ein zu dezidiertes Urteil über Stoners Ankündigung will sich Schumacher jedoch nicht erlauben: "Ich kenne seine Gründe - oder seine genauen Gründe - nicht, doch er ist jung genug, um ein Sabbatical einzulegen, statt komplett aufzuhören. Es gibt sicherlich keine Parallele zu mir", spekuliert er über einen Rücktritt vom Rücktritt, den der Zweirad-Weltmeister vollführen könnte.
Das Starterfeld formiert sich - und könnte in Monaco einen sechsten Sieger haben Zoom © xpbimages.com
So abwechslungsreich wie in diesem Jahr hat sich die Formel 1 - wenn überhaupt - schon seit sehr langer Zeit nicht mehr präsentiert: In den bisherigen fünf Rennen stand am Ende jeweils ein anderer Fahrer auf dem obersten Treppchen, was an diesem Wochenende seine Fortsetzung finden könnte. Als wäre Monte Carlo nicht schon besonders genug - feiert im Fürstentum der sechste Sieger 2012? Mark Webber (Red Bull), in diesem Jahr einer der Topfahrer ohne Sieg, glaubt logischerweise auch aus eigenem Interesse daran, dass die angesprochene Serie weiterhin Bestand haben wird: "Es könnte einen sechsten Sieger geben. Natürlich. Warum auch nicht?", fragt der Australier und merkt an: "Es wäre schön, wenn ich es wäre." Klingt fast so wie der traditionelle Glückwunsch des Fürsten. Diesen Spruch ("Ich freue mich, dass sie es sind") kennt Webber aus der Vergangenheit, denn 2010 durfte der Red-Bull-Pilot in Monte Carlo (Alle Großen Preise von Monaco in der Datenbank!) jubeln. Auch Michael Schumacher (Mercedes) ist mit den Worten bei der Pokalübergabe bestens vertraut - und 2012 wie schon seit seinem Comeback vor mittlerweile fast zweieinhalb Jahren noch ohne Sieg. Ob sich das bereits am Sonntag ändert? "Ich bin ziemlich sicher, dass um uns herum einige sind, die bisher nicht gewonnen haben, die in diesem Rennen aber die Möglichkeit haben, zu gewinnen", sagt Schumacher. Was er mit diesem recht kryptisch anmutenden Satz meint: "Jeder von uns wäre glücklich darüber, dieser Sieger zu sein." Lewis Hamilton (McLaren) stimmt zu. Auch er wartet nach wie vor auf den ersten Saisonerfolg. "Es gibt einige Fahrer, die das Potenzial haben, um zu siegen, doch zwischen einigen Teams geht es wirklich eng zu. Ich denke, es ist völlig offen", sagt Hamilton vor seinem erklärten Lieblingsrennen. Weil gerade in Monte Carlo der Fahrer noch den Unterschied ausmachen könne, müsse man erst einmal abwarten. Traditionell bietet der Stadtkurs nämlich auch den Raum für Überraschungen. "Ein Auto, das auf Kursen wie Barcelona nicht so prächtig funktioniert, könnte in Monte Carlo ein bisschen besser laufen", meint Hamilton. Man darf also gespannt sein, wie sich die Dinge an der Côte d'Azur in den kommenden Tagen entwickeln. Laut Romain Grosjean (Lotus) ist es im Augenblick aber noch schwierig zu sagen, was geschieht: "Wir waren ja noch nicht einmal auf der Strecke ..."
Felipe Massa posiert im Fahrerlager von Monaco - läuft es diesmal besser? Zoom © Ferrari
Felipe Massas verzweifelte Ankündigungen erinnern bereits an den Hollywood-Klassiker "Und täglich grüßt das Murmeltier". Da macht auch der Formel-1-Klassiker in der Wahlheimat des Brasilianers keine Ausnahme. Im Vorfeld des Grand-Prix-Wochenendes stellt der schwer unter Druck stehende Ferrari-Star einmal mehr klar, dass es auf diese Art und Weise nicht weitergehen kann und dass es oft nur Kleinigkeiten brauche, um eine Trendwende einzuleiten. "Ich hoffe, dass meine Weltmeisterschaft 2012 an diesem Wochenende beginnt", übt sich Massa in Durchhalteparolen. "Vor allem, da es sich hier um mein zweites Heimrennen handelt und ich hier den Großteil des Jahres verbringe. Daher hoffe ich, dass es an diesem Wochenende besser läuft als bei den vergangenen Rennen. Dieses Rennen unterscheidet sich von ziemlichen allen außer Singapur, und daher hoffe ich, dass es für mich einen Neuanfang darstellt." Massa gibt zu, dass er sich in der größten Krise seiner bisherigen Karriere befindet: "Ich hatte in meiner Karriere schon einige schwierige Zeiten, und vielleicht war dieser Saisonstart die bisher schwierigste Zeit. Daher müssen wir aus dieser Lage herauskommen und in die richtige Richtung gehen - darauf konzentriere ich mich." Massa gibt mentales Tief zuZuletzt machten Spekulationen die Runde, wonach der 30-Jährige in Spanien und Monaco nur noch auf Bewährung fahre - demnach müsste er nun eine Glanzleistung zeigen, da das Barcelona-Wochenende in die Hose ging. Kein Wunder, dass Massa auch psychisch angeschlagen ist: "Ich musste mich mit der technischen Seite des Problems beschäftigen, aber das wirkt sich auch auf die mentale Seite aus, da es nicht einfach ist, mit dieser Situation umzugehen. Wenn man aber eine Sache löst, dann ist es leichter, auch die anderen zu lösen." "Ich musste mich mit der technischen Seite des Problems beschäftigen, aber das wirkt sich auch auf die mentale Seite aus." Felipe Massa Während Massa nach fünf Rennen in der WM-Wertung nur 17. Ist, liegt Teamkollege Fernando Alonso punktegleich mit WM-Leader Sebastian Vettel auf dem zweiten Platz. Sind die starken Leistungen des Spaniers ein Grund für die Krise des Ferrari-Routiniers? "Ich denke nicht, dass Fernando das Problem ist", winkt er ab. "Man hat immer großartige Teamkollegen und schwierige Zeiten mit dem Teamkollegen - starke Kerle treffen aufeinander." Massa vorsichtig optimistischMit seinen Erwartungen für dieses Wochenende hält sich Massa zurück, schließlich lief es auch bei den vergangenen fünf Rennen nicht nach Wunsch. Dennoch analysiert er das Potenzial des F2012 in den Häuserschluchten von Monaco: "Wenn wir trotz der Verbesserungen akzeptieren, dass die zwei Schwachpunkte des F2012 Traktion und Topspeed sind, dann sollte zumindest der Topspeed auf diesem langsamen Stadtkurs kein Problem sein - das könnte uns also helfen. Aber wir müssen natürlich abwarten, was im Training passiert, um die Situation zu verstehen." Immerhin sind die WM-Leader noch nicht völlig enteilt, denn dieses Jahr kann sich bisher kein Pilot im Klassement absetzen. "Normalerweise liegen die besten Autos an der Spitze, doch derzeit ist es schwer herauszufinden, welche Autos die besten sind", fällt Massa auf.
"Es ist schwer zu sagen, welches Auto bei welchem Rennen die meisten Punkte holen kann. Das liegt daran, dass sich die Situation von einer Strecke zur anderen ändern kann. Wir haben gesehen, dass Autos, die auf gewissen Strecken eingeschätzt wurden, den Erwartungen nicht entsprechen konnten. Normalerweise weiß man in einer Weltmeisterschaft nach ein paar Rennen, in welche Richtung es gehen wird. Dieses Jahr ist es aber viel schwieriger, sich ein Bild zu machen."
Immer von Journalisten umringt: Sebastian Vettel in Monte Carlo Zoom © Red Bull
(Motorsport-Total.com/SID) - Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel hat trotz fünf Siegern in fünf Rennen energisch bestritten, dass die aktuelle Formel 1 ein Glücksspiel sei - und die Schuld für Platz sechs zuletzt in Barcelona folgerichtig auf sich genommen: "Ich weiß, was ich gemacht habe. Das war mein Fehler", so der 24-Jährige auf die Frage, ob er nach seiner Durchfahrtstrafe in Barcelona noch einmal bei den Rennkommissaren vorstellig geworden sei. Zwar könne er sich die unterschiedliche Leistungsfähigkeit seines Autos im bisherigen Saisonverlauf nicht erklären, Glück und Pech spielten dennoch kaum eine Rolle, meint der Red-Bull-Pilot vor dem Rennen in Spielerparadies Monaco. "Es wird immer von Reifen-Roulette gesprochen, aber die Voraussetzungen sind für alle gleich", versichert er. "Wenn man sich den Durchschnitt der fünf Rennen anschaut, stehen doch die vorne, die es auch verdienen. Und wenn am Ende nach 20 Rennen einer Weltmeister wird, kann man sicher nicht sagen, er hatte Glück." Eine Siegerwette für Monaco will Vettel, der das WM-Klassement vor dem punktgleichen Spanier Fernando Alonso anführt, aber nicht abgeben: "Wenn es nach dem Trend geht, müsste es im sechsten Rennen den sechsten Sieger aus dem sechsten Team geben", meint er schmunzelnd. Auf die Frage, auf wen er zehn Euro setzen würde, erklärt der Hesse mit Blick auf den für das Hinterbänkler-Team Marussia fahrenden Timo Glock: "Ich würde ja sehr gerne auf Timo setzen, aber es ist ja nicht mein Geld. Aber ich setze auf Timo in den Top 10." Die Durchfahrstrafe in Barcelona hatte Vettel kassiert, weil er nach der Kollision zwischen Michael Schumacher und Bruno Senna unmittelbar hinter den beiden Streithähnen bei den geschwenkten gelben Flaggen nach Meinung der Rennkommissare nicht genügend vom Gas gegangen war. Direkt nach dem Rennen hatte er noch gesagt: "Ich wüsste nicht, wo ich schneller war."
Das Sextett der Monaco-PK stellte sich am Mittwoch den Fragen der Journalisten Zoom © xpbimages.com
Vor kaum einer Rennstrecke haben die Piloten der Formel 1 so viel Respekt wie vor dem Stadtkurs in Monte Carlo. Und gleichzeitig gibt es nur wenige Grands Prix, die einen ähnlich hohen Stellenwert im Kalender genießen. Deshalb ist Monaco etwas Besonders, was Romain Grosjean (Lotus), Lewis Hamilton (McLaren), Pastor Maldonado (Williams), Charles Pic (Marussia), Michael Schumacher (Mercedes) und Mark Webber (Red Bull) in der FIA-Pressekonferenz von Monte Carlo erläutern. Frage: "Romain, erzähle uns zuerst einmal ein bisschen über deine Erfahrungen mit der Rennstrecke in Monte Carlo ..." Romain Grosjean: "Nun, in Monaco hat man zunächst ganz andere Gefühle: Es ist eine spezielle Strecke und ein besonderer Grand Prix. Natürlich fühlt es sich ein bisschen wie ein Heimspiel für mich an, weil wir Frankreich so nahe sind. Ich freue mich sehr darüber, vor den Fans zu fahren, von denen hoffentlich viele blau-weiß-rote Fahnen schwenken werden." "Monaco ist eine besondere Strecke. Es war eine gute Erfahrung, hier 2009 in der GP2 zu siegen. Im vergangenen Jahr zeigte ich hier ein starkes Rennen. Ich begann als 26. und wurde Vierter. Ich hatte hier aber auch schon ein paar Unfälle. Schauen wir einmal, wie es sich in einem Formel-1-Auto darstellt. Viel besser, nehme ich an. Wir alle freuen uns sehr darauf, hier zu fahren." Frage: "Es gab Strecken, auf denen du vielleicht ein bisschen besser warst als auf anderen. Ist Monte Carlo ein Kurs, von dem du glaubst, dass er gut für dich sein könnte?" Grosjean: "Ich mag die Strecke. Schauen wir einmal, was wir hier erreichen können. Du musst aber wissen: Monaco ist ein bisschen anders. Normal ist es so: Wenn du in einer schnellen Kurve gut bist, weißt du, dass du mehr oder weniger auch in allen anderen schnellen Kurven gut sein wirst. Hier ist es aber holprig, weil es normale Straßen sind." Lewis Hamilton ist seit kurzer Zeit ein Einwohner des Fürstentums von Monaco Zoom © xpbimages.com "Die Strecke verbessert sich zudem extrem im Verlauf des Wochenendes. Es gibt vieles zu lernen und während der Veranstaltung geht alles ganz schnell. Es dürfte also interessant werden. Wir versuchen einfach, das Auto bestmöglich abzustimmen und ein weiteres gutes Ergebnis für mich und das Team zu erzielen. Wir wollen gute Punkte holen - und warum nicht auch mehr?" Frage: "In Frankreich wird die sicherlich große Unterstützung zuteil. 2012 hat dein Heimatland vermutlich die beste Chance seit Langem, dieses Rennen zu gewinnen ..." Grosjean: "(lacht; Anm. d. Red.) Der letzte französische Sieger bei diesem Rennen war Olivier Panis 1996. Es wäre schön, am Sonntag die Marseillaise zu hören, doch erst einmal müssen wir arbeiten und schauen, was drin ist. Es ist aber sicherlich immer gut, viele Fans und eine gute Unterstützung zu haben. Das macht es zu etwas Besonderem, wenn du auf der Strecke unterwegs bist und die Fahrerparade bestreitest." Frage: "Pastor, was hast du nach Barcelona gemacht? Was ist passiert, wie waren die Reaktionen in Venezuele und warst du bereits wieder in deiner Heimat? Hast du Williams einen Besuch abgestattet? Berichte uns ..."
Pastor Maldonado: "Ja, ich war in der Williams-Fabrik, habe mir den Ingenieuren und mit dem Team gearbeitet. Ich habe einige sehr gute Tage in der Fabrik verbracht. Es war etwas Besonderes, denn sie hatten schließlich acht Jahre lang kein Rennen gewonnen." "Man kann sich sicher vorstellen, wie es für sie war, diesen Sieg einzufahren. Es ist natürlich ein klasse Gefühl, Rennen zu gewinnen. Das Team macht so viel Druck - und das gilt auch für mich. Wir haben ein gutes Gefühl und freuen uns auf die nächsten Rennen." Frage: "Auf dieser Strecke hast du schon einige gute Ergebnisse eingefahren. Denkst du, du bist ein Monaco-Spezialist?" Maldonado: "Ich war hier schon immer schnell. Vor allem in der GP2, aber auch in der Renault-World-Series. Im vergangenen Jahr leistete ich gute Arbeit, denn ich lag an sechster Stelle. Es ist aber immer schwierig. Auf einer solchen Strecke weißt du nie, wie es mit dem Verkehr und all diesen Dingen läuft." "Der Kurs verändert sich im Verlauf des Wochenendes dramatisch. Wir müssen das genau im Auge behalten und zusehen, eine gute Balance ins Auto zu bekommen. Dann gilt es auch, zur richtigen Zeit auf der Strecke zu sein. Schauen wir einmal. Ich werde wieder mein Bestes geben. Ich glaube, es sollte möglich sein, auch hier konkurrenzfähig zu sein. Wir werden sehen."
Frage: "Fühlst du dich ein bisschen erleichtert, nachdem du deinen ersten Grand Prix gewonnen hast?" Vor zwei Wochen fuhr Pastor Maldonado in Barcelona seinen ersten Sieg ein Zoom © xpbimages.com Maldonado: "Es ist etwa ganz Besonderes, zu gewinnen - vor allem beim ersten Mal. Jetzt wird es aber ohne Zweifel eine schwierige Nummer. Die Abstände sind gering und das Niveau der Teams ist ähnlich. Da können Kleinigkeiten den Unterschied machen. Wir müssen alles auf die Reihe kriegen, um einen Fortschritt zu erzielen. Ich muss sagen: Williams leistet im Augenblick wirklich tolle Arbeit." "Ich spüre regelrecht, wie sehr die Angestellten motiviert sind. Sie machen so viel Druck - auch ich. Wir haben eine gute Stimmung im Team. Wir müssen uns aber trotz allem weiter steigern. Noch sind wir nicht bei einhundert Prozent. Wir sind nicht das beste Team. Davon sind wir vielleicht nicht weit entfernt, doch wir müssen uns trotzdem jedes Mal aufs Neue steigern." Frage: "Charles, du hast in Monaco bereits in der GP2 und auch in der Renault-World-Series gewonnen. Kannst du dir vorstellen, wie es in einem Formel-1-Auto sein wird? Ist es ein großer Unterschied? Was denkst du?" Charles Pic: "Es wird sicher sehr interessant, denke ich. Die Strecke verändert sich aber nicht. Es wird meine erste Formel-1-Erfahrung auf diesem Kurs sein. Monte Carlo ist eine sehr nette Bahn. Sie ist ein bisschen besonders, denn Fahrfehler sind hier nicht drin. Es könnte also ein richtig interessantes Wochenende werden - vor allem für uns. Wir sind gespannt auf unser Tempo auf einer solchen Strecke. Der Kurs unterscheidet sich ja sehr von anderen Strecken. Ja, schauen wir einmal." Frage: "Dein Saisonstart war alles andere als einfach: Du hattest vor Saisonbeginn kaum Gelegenheit, um zu testen. Wie, glaubst du, lief es im ersten Viertel der Meisterschaft für dich und das Team?" Pic: "Gut. Ich denke, unser Hauptziel ist, das Auto von Rennen zu Rennen zu verbessern. Das ist, was wir tun. Wir müssen aber weiterhin sehr hart arbeiten und weiterhin Druck machen, um zu versuchen, das Fahrzeug zu optimieren. Ich selbst habe noch viele Dinge zu lernen. Die ersten Rennen waren nicht einfach für mich, wo ich doch kaum getestet hatte. Ich machte aber das Beste daraus und fühlte mich von Rennen zu Rennen besser vorbereitet. So müssen wir weitermachen." Frage: "Mark, du hast hier in Monte Carlo dein erstes Formel-1-Podest erzielt. Daran erinnert man sich bestimmt immer. Ist es aus deiner Sicht eine besondere Strecke?" Mark Webber: "Ja, das war sie schon immer. Ich habe hier schon in der Formel 3000 gewonnen, hatte ein paar Podestplätze und 2010 einen schönen Sieg. Es ist ein erstaunlicher Rennplatz, ein klasse Wochenende. Für die Mechaniker ist es ziemlich stressig. Das gilt für alle Teams, die Medien und alle weiteren Beteiligten." "Es ist schon erstaunlich, wie es uns noch immer gelingt, einen Event in dieser Enge des Fürstentums abzuhalten. Es ist eine prima sportliche Veranstaltung und bei jedem von uns steht sie sehr hoch im Kurs. Und ja, ich freue mich darauf, das Auto hier zu fahren. Es ist immer toll, hier zu fahren. Am Donnerstag ist es endlich so weit." Frage: "Eine solche Saison haben wir bisher noch nicht erlebt. Ich denke, das ist für alle von euch etwas Neues. Es scheint einfach keine Konstanz zu geben. Es ist ein Auf und Ab. Ist das gut oder schlecht? Was denkst du darüber?" Webber: "Es kommt ganz darauf an, wer du bist. Wenn wir von einem Puristen reden, dann wird er sicherlich ein bisschen Zeit brauchen, um sich daran zu gewöhnen. Im Hinblick auf die Ergebnisse der Teams hat noch niemand wirklich den Durchblick. Es gibt aber einige Leute, die den Sport verfolgen, die es so lieben, wie es ist." "Es hängt davon ab, wen du fragst. Wenn es dir darum geht, möglichst viele konkurrenzfähige Teams zu haben, dann bist du derzeit vollkommen richtig. Ich denke nicht, dass das so schlecht ist, aber warten wir ab. Ich denke, unterm Strich werden die großen Teams auch am Ende des Jahres noch gut abschneiden." Frage: "Michael, du erhältst hier eine Strafversetzung um fünf Positionen. Andererseits musstest du in Monaco auch schon von ganz hinten starten. Das war 2006. Vor zwei Wochen hast du gesehen, was Lewis aus einer solchen Ausgangslage machte. Mit welchen Gefühlen gehst du in das anstehende Rennen?" Michael Schumacher scheint die Freude am Fahren nicht verloren zu haben ... Zoom © xpbimages.com Michael Schumacher: "Nun, im Prinzip gehe ich davon aus, dass wir uns hier in einer konkurrenzfähigen Position befinden sollten. Das Profil dieser Strecke sollte uns liegen. Und es stimmt: Ich kam hier schon von ganz hinten und wurde Fünfter, wenn ich mich nicht irre. Schauen wir einmal, wo ich mich letztlich qualifiziere, von wo ich dann losfahren werde und was damit zu machen ist. Es ist sicherlich nicht ideal, aber so ist es nun einmal. Ich freue mich darauf. Mir steht wahrscheinlich eine sehr aufregende Geschichte ins Haus." Frage: "Deine Bilanz auf dieser Strecke - wie auch auf den meisten aktuellen Kursen - ist beeindruckend. Du hast hier in der jüngeren Geschichte öfter gewonnen als irgendjemand sonst. Wie gelingt es dir, hier die ultimative Leistung abzurufen?" Schumacher: "Naja, Monaco ist sicherlich etwas Besonderes. Es geht um dich und dein Auto - alles muss bis ins Detail zueinander passen. Das gilt auf jeder Strecke, doch hier umso mehr. Du brauchst den Rhythmus, den Flow, das Momentum ... Wenn du all das hast, macht sich das bei der Rundenzeit viel stärker bemerkbar als auf anderen Strecken, weil hier alles so entscheidend und schwierig ist." Frage: "Ich wollte gerade fragen: Ist Monte Carlo noch immer ein Kurs, auf dem der Fahrer den Unterschied ausmachen kann? Mehr als auf jeder anderen aktuellen Strecke?" Schumacher: "Unterm Strich: Ja, das ist der Fall, absolut." Frage: "Du bist also gespannt darauf, das am Sonntag zu tun?" Schumacher: "Definitiv." Frage: "Lewis, vor zwei Wochen hast du eine klasse Fahrt hingelegt. Hat es dir Spaß gemacht? Du meintest vorher, es könnte eine unterhaltsame Nummer werden ..." Lewis Hamilton: "Hallo erstmal. Ja, absolut. Ich war sehr, sehr zufrieden mit der Leistung des Teams, aber auch mit meiner eigenen Leistung. Ich hatte es darauf abgesehen, mich zu verbessern. Mein Gefühl sagte mir, dass es im Vergleich zum Grand-Prix-Wochenende davor definitiv eine Steigerung war." Frage: "Du hast bisher bei jedem Rennen dieser Saison gepunktet und liegst derzeit acht Zähler hinter der Spitze. Du bist also konstant in den Punkten unterwegs. Ist es aus deiner Sicht eine konstante Saison?" Hamilton: "Für uns?" Frage: "Generell aus der Perspektive der Fahrer ..." Hamilton: "Ich weiß nicht, ob es eine nicht konstante Saison ist ... Nun, möglicherweise ja, ein bisschen - aufgrund der Reifen. Manchmal bekommst du die Pneus in das Arbeitsfenster, manchmal gelingt dir das einfach nicht. Ich denke, viele Teams kämpfen damit, zu verstehen, weshalb es hin und wieder klappt, hin und wieder aber nicht." "Das ist die Herausforderung, der wir uns gegenüber sehen. Ich glaube allerdings, dass es den Leuten Spaß macht. Mir fällt auf: Die Leute fragen danach, wir es sein kann, dass es fünf unterschiedlicher Sieger gab. Die Fans, die ich getroffen habe, meinen, es sei bisher eine fantastische Saison. Ich hoffe, das setzt sich so fort." Frage: "Ist es ein bisschen enttäuschend für dich, auf der Pole-Position gestanden zu haben und der Schnellste gewesen zu sein, aber noch immer keinen Saisonsieg eingefahren zu haben?" Hamilton: "Ich bin deshalb nicht frustriert, nein. So ist das manchmal im Rennsport. Natürlich: Wenn man sich die Qualifikationsergebnisse der ersten fünf Rennen ansieht, hätten wir natürlich gern ein bisschen weiter vorn die Zielflagge gesehen." Romain Grosjean und Lotus könnten in Monaco zu den Favoriten zählen Zoom © xpbimages.com "Wir müssen uns ganz klar steigern, um dafür zu sorgen, dass wir bleiben, wo wir sind oder sogar noch weiter nach vorn gelangen. Ja, wir hatten gute Startplätze und kamen etwas dahinter an. In gewisser Weise haben wir in den Rennen also leichte Rückschritte gemacht. Wir arbeiten aber hart daran, dass sich dieser Trend nicht fortsetzt." Frage: "Pastor, wie schwierig war es, mit der Feuersituation in Barcelona umzugehen? Wie knifflig war es für das Team, alles für diesen Grand Prix vorzubereiten?" Maldonado: "Nach dem Feuer haben wir hart gearbeitet, um alles neu aufzubauen. Die Jungs leisteten klasse Arbeit, denn wir sind bereit, um das Rennen zu fahren - mit allem, was wir brauchen, um das Maximum zu erzielen. Ich muss betonen, dass die Jungs komplette Tage dafür aufgewendet haben, um alles vorzubereiten. Sie haben einen guten Job gemacht." Frage: "Eine Frage an alle Fahrer: Glaubt ihr wirklich, dass es am Sonntag insgesamt sechs Saisonsieger geben wird? Und an alle außer Pastor: Denkt ihr, ihr werdet der sechste Sieger des Jahres sein?" Webber: "Ja. Ich glaube, es könnte einen sechsten Sieger geben. Natürlich. Warum auch nicht? Und es wäre schön, wenn ich es wäre, klar. Ich bin überzeugt davon, dass jeder von uns dergleichen sagen würde." Frage: "Wie schätzt ihr - alle außer Pastor - eure Siegchancen ein? Ist ein erster Platz realistisch oder nicht?" Schumacher: "Ich bin ziemlich sicher, dass um uns herum einige sind, die bisher nicht gewonnen haben, die in diesem Rennen aber die Möglichkeit haben, zu gewinnen. Ich denke, jeder von uns hier wäre glücklich darüber, dieser Sieger zu sein." Hamilton: "Ich stimme Michael zu. Wie er schon sagte: Es gibt einige Fahrer, die das Potenzial haben, um zu siegen, doch zwischen einigen Teams geht es wirklich sehr eng zu. Ich denke, es ist völlig offen. Schauen wir einmal. Besonders bei diesem Rennen kann der Fahrer einen großen Unterschied ausmachen. Ein Auto, das auf Kursen wie Barcelona nicht so prächtig funktioniert, könnte in Monte Carlo ein bisschen besser laufen, also ..." Frage: "Romain, wie schätzt du deine Chancen ein, der sechste Siegfahrer des Jahres zu werden?" Grosjean: "Im Augenblick ist das schwierig zu sagen, da wir noch nicht auf der Strecke waren. Ich wünsche mir aber, der sechste Saisonsieger zu werden." Frage: "Charles?" Pic: "Ich stimme zu: Es ist in diesem Jahr noch enger, doch wir befinden uns nicht in einer Position, um darum zu kämpfen. Wir konzentrieren uns vielmehr darauf, Schritt für Schritt eine Steigerung an den Tag zu legen. Für den Moment ist das alles." Frage: "Pastor, du hast erwähnt, wie sehr sich Williams ins Zeug gelegt hat, um das Boxenfeuer zu kompensieren. Viele Teams kamen Williams bei der Ausrüstung, der Infrastruktur und dergleichen zu Hilfe. Wie groß werden aber die Auswirkungen auf das Team an diesem Wochenende sein, wenn man den Verlust der Ausrüstung bedenkt?" Marussia-Fahrer Charles Pic ist einer von mehreren Monaco-Debütanten Zoom © xpbimages.com Maldonado: "Ja, das war ganz sicher ein frustrierender Moment für uns alle. Wir waren ja schließlich in diesem Augenblick in der Garage und sahen alles. Ich persönlich erschreckte mich sehr, denn wir waren alle zusammen und sprachen gerade mit Frank. Und ja, ich muss mich bei allen Teams bedanken, die uns geholfen haben - vor allem beim Löschen des Brandes." "Wie ich schon sagte: Das Team hat unermüdlich gearbeitet, um alles auf dieses Rennen hier vorzubereiten. Wir hatten nicht viel Zeit, sondern nur eine Woche oder eineinhalb, um alles herzurichten. Es war wenig Zeit. Ich möchte mich wirklich bei allen Teams bedanken, die uns geholfen haben, indem sie uns sogar Extradinge für dieses Rennen angeboten haben." Frage: "Lewis, du bist offenbar kürzlich nach Monaco gezogen. Wie anders ist es, zuhause zu fahren - oder nahe deiner Heimat? Vielleicht kann auch Michael etwas dazu sagen, denn auch er hat einmal hier gewohnt, und Pastor ebenfalls ..." Hamilton: "Mir gefällt es hier sehr. Es ist ein fantastisches Gefühl, in deinem eigenen Bett aufzuwachen und einfach nur die Straße hinunterzufahren, um bei der Arbeit anzukommen. Das erlebe ich heute zum ersten Mal, doch ich bin mir sicher: Es wird einen großen Unterschied ausmachen. Ich habe auch mein früheres Zuhause geliebt, doch das hier ist ein ganz anderer Ort. Ich mag ihn noch ein bisschen mehr, scheint mir." Schumacher: "Im Prinzip fühlst du dich hier - wie Lewis schon sagte - nicht nur zuhause, sondern du bekommst auch hautnah mit, wie die ganze Rennstrecke hier entsteht. Du wohnst hier und läufst durch die Straßen, wenn der Kurs aufgebaut wird, wenn die ganze Geschichte auch in deinem Kopf an Fahrt gewinnt. Und ganz zum Schluss kommt erst die Aufregung ins Spiel, dass du darauf fahren darfst. All dies macht es natürlich umso spezieller." Maldonado: "Ich stimme Michael und Lewis zu. Es ist natürlich richtig toll, hier zu leben und auch noch Rennen zu fahren. Ich kann noch dazu ein bisschen länger schlafen. Auch das ist gut." Frage: "Michael, in einer deutschen Zeitung wird Ross Brawn heute mit den Worten zitiert, dass dich das Team in Schwierigkeiten gebracht hätte. Ich weiß nicht, ob ich das korrekt übersetzt habe. Ich glaube, es soll heißen, dass sie dir beim Auto nicht so sehr entgegen gekommen sind, dass sie dir kein Auto hingestellt haben, das gut genug gewesen wäre. Stimmst du ihm zu? Ist da etwas dran oder nicht?" Schumacher: "Nein. Ich stimme dem nicht zu, was du da vielleicht übersetzt hast. Ich denke nämlich, wir haben ein ziemlich gutes Auto. Ganz ehrlich. Denn wenn man bedenkt, wo wir im vergangenen Jahr standen, dann ist uns ein riesiger Fortschritt gelungen. Wir haben unter Beweis gestellt, dass wir Rennen gewinnen können. Ja, es stimmt: Ich hatte das Pech ein bisschen auf meiner Seite." "Du musst aber auch sehen: Wir sind ein Team, eine große Familie. Wir gewinnen gemeinsam und wir verlieren gemeinsam. Das ist ein Teil des Spiels. Wahrscheinlich wollte er darüber reden. Doch nein, ich fühle mich ganz und gar nicht enttäuscht. Wenn, dann ist es genau umgekehrt: Ich bin noch mehr motiviert, weil wir so viele Fortschritte machen. Ich sehe die künftigen Fortschritte - und darauf konzentriere ich mich noch viel mehr." Frage: "Du warst in der vergangenen Woche in Le Mans und warst Zeuge davon, wie Casey Stoner seinen Rücktritt bekannt gab. Er meinte, nicht zufrieden mit den Regeln in der MotoGP und im Motorrad-Sport allgemein zu sein - und auch mit der Art und Weise, wie sich der Sport entwickelt hat. Kannst du sagen, wie du über diese Entscheidung denkst? Vielleicht ziehst du auch eine Parallele zu deinen Empfindungen, wie sich die Formel 1 entwickelt - in einer Situation, die du selbst nicht besonders magst ..." Schumacher: "Den ersten Teil kann ich ganz bestimmt beantworten. Was ist mein Gefühl? Nun, ich habe vermutlich das Gleiche gefühlt wie diejenigen, die ein bisschen mit der Materie vertraut sind - sie waren überrascht. Mir erging es nicht anders. Du musst es aber respektieren." "Ich kenne seine Gründe oder seine genauen Gründe nicht, doch er ist jung genug, um ein Sabbatical einzulegen, statt komplett aufzuhören. Es gibt sicherlich keine Parallele zu mir. Jeder ist doch sehr einzigartig darin, warum und weshalb er sich zu seinem Rücktritt entscheidet. Ich hatte vor drei Jahren das Gefühl, dass ich müde war. Das ist alles. Mit anderen Gründen hatte das rein gar nichts zu tun." In der Pressekonferenz von Monte Carlo wirkte Mark Webber sehr konzentriert Zoom © xpbimages.com Frage: "Lewis und Mark, Michael hat schon darüber gesprochen. Mark, du meintest, die Öffentlichkeit habe die ersten fünf Saisonrennen genossen. Lewis, du sagtest, dass im Hinblick auf die Regeln und die Reifensituation alle im selben Boot sitzen würden. Macht es euch abgesehen davon Spaß, unter diesen Regeln zu fahren? Könnt ihr einhundert Prozent aus dem Auto herausholen und euer Talent zu einhundert Prozent unter Beweis stellen?" Webber: "So, wie die Rennen in den vergangenen Jahren vonstatten gingen, war es in den Jahren davor nicht. Als wir noch Boxenstopps mit Nachtanken hatten, waren die Rennen unheimlich aggressiv. Es war im Prinzip ein Qualifying, das über die komplette Renndistanz ging. Du musstet viel Druck machen, um die beste Strategie durchzubringen." "Es galt, die Rundenzeiten mit dem jeweiligen Autogewicht genau zu treffen - mit dem Sprit, der eben gerade im Tank war. Es kam darauf an, ob du auf zwei Stopps oder auf drei Stopps oder was auch immer unterwegs warst. Dann wurde das Nachtanken aber verboten. Dadurch veränderte sich das Gesicht des Rennens schon ein bisschen." "Wenn man so will, wurde damit der Ausdauer-Aspekt ein bisschen an Bord geholt. Das betraf wahrscheinlich auch den Fahrstil und die persönliche Ausrichtung des Piloten im Rennen. Dann kam der Wechsel auf Pirelli. Dabei handelte es sich wahrscheinlich um die größte Umstellung bei der Fahrtechnik und dem Fahrstil, an den ich mich erinnern kann. Und ich habe in meiner Karriere ja schon einige Grands Prix bestritten." "Es gibt ein paar Rennen, die ich gewonnen habe - und die Mehrzahl davon auf Pirelli. Doch selbst wenn die Sieger siegen, fahren sie nicht bei einhundert Prozent, denn so ist es nun einmal - es geht nicht. Du musst das Auto ins Ziel bringen und dabei die besten Rundenzeiten fahren, die du über die Dauer des Rennens aufrecht erhalten kannst." "So ist es im Augenblick. Ich mag es noch immer, ein Formel-1-Auto zu fahren. Ich liebe es weiterhin, mit den Ingenieuren zu arbeiten und auf den tollsten Strecken gegen große Gegner zu fahren. All das liebe ich, doch wir müssen uns immer verändern. Wir müssen uns stets weiterentwickeln, weil sich auch die technische Seite des Sports verändert. Es wird immer angenehmere Wege geben, um ..." "Ich persönlich habe die Sprintrennen und das Nachtanken gemocht. Wahrscheinlich ging das allen Fahrern so. Die Rennen waren aber nicht so aufregend. Es war mehr Präzisionsarbeit. Du musstest präzise sein und mehr am Limit. Es ging darum, für die kompletten zwei Stunden ein Gefühl für das Auto zu haben. So ist es aber jetzt nicht mehr. Wir haben es mit anderen Herausforderungen zu tun und diesen müssen wir uns stellen." Hamilton: "Ich weiß gar nicht, was ich da noch sagen soll, wirklich. Mark hat alles gesagt. Ich mag das Rennfahren, wie es jetzt ist. Ich habe es in jedem Jahr gemacht. Jedes Jahr ist aber auch eine neue Herausforderung. Deshalb gibt es Regeln, um uns eine neue Herausforderung zu bescheren." "Es ist ein bisschen anders, wenn du im Rennen nicht zu einhundert Prozent Druck ausübst. Es gibt Augenblicke im Rennen, an denen du wirklich für geraume Zeit richtig Gas geben kannst, doch das hält nicht lange an. Es geht mehr um Ausdauer, wie Mark schon sagte. Du musst deine Reifen am Leben halten." So sah die Williams-Box nach dem Brand in Barcelona aus: Vieles ging kaputt Zoom © xpbimages.com "Es ist trotzdem noch immer eine anspruchsvolle Aufgabe, über einen langen Zeitraum das Beste aus deinen Reifen herauszuholen. Dazu braucht es Talent, Technik und Raffinesse. Wir alle - ich spreche da für mich - versuchen, da den Feinschliff hinzukriegen. Es ist auf jeden Fall trotz allem noch immer die Formel 1. Es macht Spaß und es gibt mehr Überholmanöver. Das wollen die Leute sehen." Frage: "Zwei Fragen an Pastor: Wie fühlt sich dein neues Leben als Grand-Prix-Sieger an? Hat sich in den vergangenen zwei Wochen etwas verändert? Ziehst du nun mehr Aufmerksamkeit auf dich? Zweite Frage: Du hast hier in Monaco schon in der GP2 gewonnen. Ist dir dieser Kurs wir auf den Leib geschneidert? Träumst du davon, diesen Sieg nun in der Formel 1 zu wiederholen?" Maldonado: "Okay. Was den Sieg angeht: Er verändert überhaupt nichts. Ich denke, wir müssen einfach so weiterarbeiten und auch künftig Druck machen. Wie ich schon sagte: Wir befinden uns im Vergleich zu den anderen Teams nicht in der besten Position. Wir müssen uns weiter steigern. Vor uns liegt eine Menge Arbeit." "Das Auto wird jedes Mal noch konkurrenzfähiger. Mir ergeht es nicht anders. Wir haben ein gutes Gefühl. Die Atmosphäre im Team wird besser und besser - vor allem natürlich nach dem Sieg. Damit müssen wir nun fortfahren und weiter Gas gaben. Und ja, Monaco ist etwas Besonderes für mich. Es ist meine Lieblingsstrecke. Ich war hier schon immer schnell." "Ich werde sicherlich mein Bestes geben, um auch an diesem Wochenende das Maximum zu erzielen. Wir werden konkurrenzfähig sein. Davon bin ich überzeugt, aber schauen wir einmal. Es ist eine klassische Strecke. Du musst alles auf die Reihe kriegen, um einen Unterschied zu machen. Gemeinsam mit dem Team werde ich versuchen, das Beste zu tun. Dann werden wir sehen." Frage: "Michael, dein Saisonstart war nicht so berauschend. Schaust du bereits nach vorn? Hast du schon entschieden, ob du auch 2013 fahren wirst? Denkst du darüber nach, ob du trotz deiner sieben Titel noch die Motivation und auch die Energie hast? Siehst du dich weiterhin bei Mercedes oder ist es einfach nur eine Frage, ob du 2013 weiterfahren willst oder nicht?" Motorrad-Fahrer Casey Stoner macht Schluss: Die Karriere endet schon 2012 Zoom © Repsol Schumacher: "Nein, die Entscheidung hat sich eigentlich nicht verändert. Bisher hatten wir uns nicht darauf konzentriert, was 2013 oder in der Zukunft passiert. Es geht mehr darum, was derzeit passiert. Das Team und ich werden uns zusammensetzen. Noch gibt es aber leider keine Neuigkeiten für euch. Ich möchte auch nicht zu tief in diese Diskussion einsteigen - abgesehen von dem, was ich gerade gesagt habe. Belassen wir es dabei." Frage: "Lewis, du meintest vorhin, hier in Monaco würdest du dich wohler fühlen als in der Schweiz. Kannst du uns Gründe dafür nennen? Was ist der Unterschied zwischen diesen beiden Orten? Zweite Frage: Du wachst in deinem eigenen Bett auf und fühlst dich generell wohler hier. Macht das einen Unterschied, wenn du in dieses Wochenende gehst? Wird das deiner Leistung an Schwung verleihen?" Hamilton: "Als ich in der Schweiz lebte, war das eines der schönsten Länder, die ich je besucht hatte. Das Wetter war ein bisschen wie in Großbritannien, doch es war meist viel schöner. Ich wohnte etwas weit weg von der Stadt und es war dort ziemlich ruhig. Es dauerte eine Ewigkeit, um bis zu einem Restaurant zu gelangen. Ich konnte nicht einfach nur hinlaufen oder hinfahren." "Hier scheint die Sonne jeden Tag, was einen Unterschied ausmacht. Wenige Minuten von meinem Zuhause gibt es einige tolle Restaurants. In der Nähe ist auch ein Fitnessklub, außerdem gibt es dort ein Schwimmbad. Vorher habe ich eine halbe Stunde mit dem Auto gebraucht, um zum Fitnesscenter zu gelangen. Das hat nicht so viel Spaß gemacht." "Ich bin noch immer ein Twen. Ich habe das Gefühl, das muss ich weiterhin genießen. Seit ich hier bin, bin ich viel glücklicher. Ich laufe jeden Tag auf der Strecke und laufe sie fast komplett ab. Es ist schon unglaublich, jeden Tag auf seiner Lieblingsstrecke herumlaufen zu können. Ich laufe durch den Tunnel und kann kaum glauben, dass ich hier bin. Du musst dich jeden Tag aufs Neue kneifen." "Du denkst: 'Wow, ich laufe durch den Tunnel, durch den solche Legenden wie Michael und Ayrton (Senna; Anm. d. Red.) gefahren sind. Jetzt bin ich einer dieser Rennfahrer und wohne noch dazu hier.' Das ist schon klasse - und spektakulär. Was das Rennwochenende betrifft: Ich weiß nicht, ob das einen Unterschied machen wird. Es wird mein Wochenende aber sicher nicht schädigen, wenn ich eine Umgebung habe, in der ich mich wohlfühle. Das zählt doch sicher auch etwas."
Das Sauber-Trio 2012: Kamui Kobayashi, Sergio Perez und Esteban Gutierrez Zoom © xpb.cc
Mit dem Japaner Kamui Kobayashi und insbesondere dem seit Platz zwei in Malaysia hoch gehandelten Mexikaner Sergio Perez hat das Sauber-Team zwei Fahrer, mit denen man durchaus auch für 2013 planen könnte. Laut "Radio Fahrerlager" hat aber keiner der beiden einen Vertrag über die Saison 2012 hinaus. Wer nächstes Jahr in den Sauber-Boliden sitzen wird, dürfte auch noch länger nicht feststehen: "Wir sind nicht in Eile", winkt Neo-Anteilseignerin Monisha Kaltenborn ab. Auch Teamchef Peter Sauber will sich erst irgendwann "vor Weihnachten" mit dieser Frage beschäftigen - und ergänzt: "Das ist eine ernste Antwort. Es gibt Jahre, da ist es wichtig, dass man das möglichst schnell macht, und in anderen Jahren ist es besser, man legt es etwas nach hinten." Eine der Fragen ist, wen Ferrari als Nachfolger für Felipe Massa verpflichten wird. Dass Massa spätestens am Saisonende gehen muss, gilt als beschlossene Sache, aber neben Perez gibt es weitere Kandidaten, allen voran Paul di Resta und Adrian Sutil. Bei Sauber könnte theoretisch mit Esteban Gutierrez ein weiterer Mexikaner intern nachrücken, aber: "Ich glaube nicht, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um über Fahrer zu sprechen", sagt Sauber, auf den Testfahrer angesprochen. Kaltenborn ergänzt: "Wir hatten schon vor unserer Partnerschaft mit Telmex Kontakt zu ihm und holten ihn unter BMW als 'angehörigen Fahrer' an Bord, wenn ich mich richtig an die Bezeichnung erinnere. Diese Verbindung hielten wir aufrecht, als BMW ging. Das Team ist von seinem Talent überzeugt, aber jetzt muss er sich auf die Serie konzentrieren, in der er gerade fährt, und dann werden wir sehen, was in Zukunft passiert."
Böse Erinnerungen will Perez an der Cote d'Azur über Bord werfen Zoom © xpbimages.com
Sergio Perez scheint starke Nerven zu haben: Nach seinem Highspeed-Crash im vergangenen Jahr kommt er zurück nach Monaco - und denkt nicht an den Einschlag in der Hafenschikane, sondern an den ersten Grand-Prix-Erfolg in der Formel 1. "Ich zähle uns zu den Sieganwärtern. Schon in den vergangenen Rennen haben wir um die ersten Plätze gekämpft", kündigt der Mexikaner im Gespräch mit 'Auto Motor und Sport' an. Seinen Optimismus erklärt Perez so: "Nach unserem zweiten Platz in Malaysia muss der nächste Schritt der Sieg sein. Ich weiß nicht, ob wir das schaffen werden. Aber die Möglichkeiten sind da", meint "Checo", der schon 2011 Ambitionen hatte. "Im vergangenen Jahr war ich in einer sehr guten Position. Das hätte ein sehr gutes Wochenende werden können", blickt der 22-Jährige zurück. Gänzlich abgehakt ist der Unfall für ihn aber nicht. "Es ist unglaublich für mich, nach so einem Unfall wieder hier zu sein", erklärt er, ohne dabei negative Gedanken zu haben. Er will Monaco den Status "Lieblingsstrecke" nicht aberkennen. "Ich freue mich schon richtig, wieder fahren zu können", blickt Perez voraus. Und so kann er mit den Gefahren im Fürstentum leben. "Es ist sicher kein gutes Gefühl, wenn man so nah an den Mauern entlangfährt. Aber man kennt das Risiko. Deshalb ist es ja auch so ein besonderer Kurs", meint Perez. Da ist es vielleicht besser, dass er sich nicht an alles erinnert, was 2011 geschah: "Danach weiß ich erst wieder, wie ich mich auf dem Weg zum Krankenhaus befand. Ich war einige Minuten bewusstlos." Es bleibt ein letzter Rest Ungewissheit über die Rückkehr in den Leitplanken-Dschungel: "Ich kann noch nicht sagen, wie es sein wird, wenn ich das erste Mal aus dem Tunnel komme. Aber ich glaube, dass ich wieder komplett frei im Kopf bin", hofft Perez. Er könnte es Robert Kubica gleichtun, der nach seinem schweren Unfall in Montreal nur zwölf Monate später am gleichen Ort seinen ersten Formel-1-Sieg feierte.
Kamui Kobayshi gibt zu, dass er kein Fan der berühmtesten Formel-1-Strecke ist Zoom © xpbimages.com
Beim Grand Prix von Spanien glänzte Kamui Kobayashi mit tollen Überholmanövern, die ihn schließlich auf den großartigen fünften Platz brachten. Ob es ihn Monaco ähnlich gut läuft, ist allerdings fraglich, denn in den Häuserschluchten von Monaco wird selbst Überhol-Spezialist Kobayashi Schwierigkeiten haben, an anderen Piloten vorbeizugehen - zudem gilt das Qualifying nicht gerade als große Stärke des Japaners. Im Tischgespräch macht er aus seiner Abneigung gegen das Traditionsrennen kein Geheimnis, spricht über seine Qualifying-Schwankungen und gibt Einblicke in die schwierigen Umgang mit den Pirelli-Reifen.
Frage: "Kamui, glaubst du, dass diese Strecke eurem Auto eingekommen wird?" Kamui Kobayashi: "Das Auto ist gleich wie zuletzt, wir nützen nur den maximalen Abtrieb, der uns zur Verfügung steht. Hier gibt es viele langsame Kurven. Vielleicht sind wir besser als im Vorjahr, aber es ist schwer zu sagen. Es ist nicht einmal hundertprozentig sicher, dass wir viel stärker als im vergangenen Jahr sein werden." Frage: "Im Qualifying von Barcelona lag das andere Auto im dritten Sektor auf Rang fünf oder sechs. Das lässt darauf schließen, dass es euch hier gutgehen könnte." Kobayashi: "Ich hoffe, dass uns das hilft. Bei dieser Strecke kann man kaum etwas sagen, denn wir verwenden hier einen anderen Reifen. Wir nützen die Randsteine mehr als in Barcelona, wo das keine große Rolle spielt. Daher kann man es nicht wirklich vergleichen. Vielleicht läuft es besser als letztes Jahr." "Ich würde in Monaco gerne vier, fünf Stopps sehen." Kamui Kobayashi Frage: "Was erwartest du von den Reifen? Ihr verwendet hier die Mischungen Soft und Supersoft." Kobayashi: "Das ist gut für mich. Vielleicht hätte ich sogar gerne mehr Supersupersoft-Reifen. Selbst im Vorjahr bin ich mit einem Stopp durchgekommen. Dieses Jahr ist die Soft-Mischung vielleicht etwas weicher, aber dennoch ist ein Stopp möglich. Ich würde in Monaco gerne vier, fünf Stopps sehen, denn viele Boxenstopps machen es viel herausfordernder. Manche Teams machen vielleicht Fehler, da kann es kleine Katastrophen geben. So macht Monaco meiner Meinung nach mehr Spaß." Frage: "Glaubst du, dass hier ähnliche Dinge passieren könnten wie im Qualifying von Barcelona, wo plötzlich einigen Teams in Q3 die weichen Reifen ausgingen?" Kobayashi: "Nein, das glaube ich nicht. Alle werden fahren. Das ist Scheiße - ich bin beim letzten Rennen in Q3 nicht gefahren. Sonst hätte ich vielleicht vom siebten Startplatz starten können." Frage: "Die Reifen werden hier also nicht so eine große Rolle spielen?" Kobayashi: "Das ist in Ordnung. Mit den Supersoft-Reifen ist es glaube ich möglich, zwei drei Runden lang die Rundenzeit zu halten. Es wird also anders sein." Frage: "Hier kann es sich wohl kaum jemand leisten, Reifen im Qualiying zu sparen, denn man benötigt eine gute Startposition. Man kann hier im Rennen drei Sekunden langsamer fahren, und der Kerl hinter dir kann trotzdem nicht überholen..." Kobayashi: "Ja, das ist wahr." "Ich war in Spanien ähnlich schnell wie Maldonado, vielleicht schneller. Ich hätte definitiv eine große Chance gehabt." Kamui Kobayashi Frage: "In Barcelona hattest du dieses Qualifying-Problem, und am Ende des Rennens warst du an der Spitze dieses großen Pulks. Wie weit vorne hättest du mit einer Startposition wie dein Teamkollege landen können?" Kobayashi: "Ich hätte mit der Spitze kämpfen können. Wenn ich meinen letzten Stint analysiere - da war ich ähnlich schnell wie Maldonado, vielleicht schneller. Ich hätte definitiv eine große Chance gehabt. Ich hatte aber ständig Verkehr. Da kann man nichts machen."
Frage: "Kann der Fahrer hier einen größeren Unterschied machen?" Kobayashi: "Ich denke, dass es hier auf das Selbstvertrauen ankommt. Mit dem nötigen Selbstvertrauen könnte hier jeder eine gute Rundenzeit fahren. Ich weiß nicht. Ich komme hier gut zurecht. Es handelt sich um einen Stadtkurs, das ist keine richtige Formel-1-Strecke. Da geht es eher darum, in Monaco mit der Formel 1 eine Show zu machen. Fast alle Strecken sind heute mittelschnell oder schnell. Das sind eher Strecken, wo wir eine Formel-1-Performance zeigen können. Hier müssen wir einfach das Rennen durchziehen und so viele Punkte wie möglich mitnehmen." Frage: "Welche Kurven sind hier am aufregendsten?" Kobayashi: "Die Haarnadel." Frage: "Warum?" Kobayashi: "Weil wir nicht ordentlich lenken können. Das ist recht witzig für die Formel 1." Frage: "Und die Schwimmbad-Passage? Du scheinst von dieser Strecke nicht wirklich begeistert zu sein..." Kobayashi: "Nein."
Frage: "Ist sie dir zu langsam?" Kobayashi: "Die Geschwindigkeit ist niedrig, man ist nur nahe an den Mauern." Frage: "Spielst du mit den Mauern?" Kobayashi: "Manchmal kann man sie berühren. Manchmal versuche ich wirklich, sie zu berühren - um zu wissen, wo das Limit ist. Das ist einfach." "Manchmal versuche ich wirklich, die Mauern zu berühren - um zu wissen, wo das Limit ist." Kamui Kobayashi Frage: "Wo ist es einfach, die Mauern zu berühren oder die Randsteine zu nutzen?" Kobayashi: "Man muss immer am Limit sein. Aber das ist nicht mein Lieblingsort, um Rennen zu fahren. Rennfahren bedeutet für mich hohe Geschwindigkeit und Überholmanöver. Hier ist es eher eine Show. Natürlich brauchen wir hier Glück, und wenn wir Glück haben, dann schaffen wir es vielleicht in die Punkte. Ohne Glück ist das hier eine Katastrophe." "Man weiß nie, ob das Safety-Car herauskommt, wann die anderen Autos an die Box fahren. Selbst mit einem guten Reifen kann man nicht überholen. Es geht die ganze Zeit nur ums Glück. Grundsätzlich passiert hier sehr oft das Unerwartete. Es passiert nicht das, womit man rechnet. Ich konzentriere mich mehr auf das Fahren und glaube dem Team. Wir warten auf das Glück." Frage: "Du bist im Qualifying nicht immer konstant. Hängt das von der Strecke ab?" Kobayashi: "Das liegt am Auto." Frage: "In China warst du sehr gut. Warum..." Kobayashi: "Selbst in Barcelona hätte es gut laufen können, aber ich bin nicht gefahren. (lacht) man darf nicht nur auf die Zahlen schauen. Vielleicht waren wir in Bahrain nicht gut, Schanghai war gut, Melbourne war in Ordnung. Wir konnten nur die Reifen nicht auf Temperatur bringen." Frage: "Das Team hat im Winter hart am Umgang des Autos mit den Reifen gearbeitet. Wie gut versteht ihr die Reifen jetzt?" Kobayashi: "Wir versuchen, die Reifen zu verstehen, und lernen ständig dazu. Es entwickelt sich gut, und wir sind wirklich zuversichtlich. Aber ich brauche etwas Glück." (lacht) Frage: "Der Grip kann sich hier von einem auf den anderen Moment verändern." Kobayashi: "Wirklich? Das glaube ich nicht." Frage: "Manche Fahrer sagen, dass es ihnen am ersten Tag gut geht, aber am zweiten Tag ist alles anders." Kobayashi: "Ja, weil die Straßenautos hier fahren. Aber von einer Minute auf die andere? Nein." "Ich denke, dass nicht einmal Williams genau weiß, was sie genau getan haben." Kamui Kobayashi Frage: "Manchmal verändern sich auch die Temperaturen um zwei, drei Grad..." Kobayashi: "Nein. Vielleicht gibt es kleine Unterschiede, aber das ist für alle gleich. Das passiert auf jeder Strecke, nicht nur in Monaco. Wir haben dieses Problem ständig. Manchmal läuft es gut, manchmal nicht. In Schanghai im letzten Qualifying, da waren wir vor Q3 um drei, vier Zehntel schneller, aber dann ging nichts mehr." Frage: "Seltsam..." Kobayashi: "Das ist nicht seltsam. Das ist der Reifen. Das kann passieren. Es ist nicht die Strecke. Ich hatte mich verbessert, und deswegen ist es mir davor gelungen. Wenn ich früher gefahren wäre, wäre ich viel schneller gewesen." Frage: "Man muss den Reifen in das Arbeitsfenster bringen..." Kobayashi: "Das ist nicht so einfach. Alles hängt mit dem Reifendruck zusammen, mit dem Aufwärmen und anderen Dingen. Ich denke, dass nicht einmal Williams genau weiß, was sie genau getan haben. Vielleicht haben sie bei den letzten Rennen gut gearbeitet bla bla bla, aber bei diesem Reifen weißt du nie. Man muss immer gut arbeiten, man muss die Sache immer planen und die Reifentemperatur vielleicht jede Minute überprüfen. Ich glaube nicht, dass irgendjemand diesen Reifen versteht. Es ist verblüffend - wir haben nie eine Antwort, man weiß nie was passiert." Frage: "Glaubst du, dass DRS hier im Rennen eine Wirkung haben wird?" Kobayashi: "Nein."
Mark Gillan weiß, dass Barcelona wohl nicht der neue Williams-Standard ist Zoom © Williams
Obwohl Pastor Maldonado als Monaco-Spezialist gilt und der kurvenreiche Kurs im Fürstentum dem Williams-Renault FW34 liegen müsste, gibt sich das Williams-Team nicht der Illusion hin, dass der Sieg beim Grand Prix von Spanien nun zur Regel werden könnte: "Barcelona war sehr gut. Wir sind aber noch weit davon entfernt, regelmäßig so gut zu sein", gesteht Chefingenieur Mark Gillan. "Unser Ziel für dieses Wochenende ist, beide Autos in die Punkte zu bekommen. Alles, was darüber hinaus geht, würde uns glücklich machen." Barcelona war eine Sternstunde für Williams, die das Team bei einem kleinen Empfang in Grove gefeiert hat. Nach einer Ansprache an die Belegschaft stellte sich Pastor Maldonado für Autogramme und Fotos zur Verfügung. Die Stimmung war wegen des Boxenfeuers in Barcelona aber getrübt: "Wir konnten den Sieg nicht so richtig genießen", so Gillan, "aber wir kommen mit einem großartigen Ergebnis im Rücken hierher. Wir freuen uns wirklich auf dieses Wochenende - beide Fahrer. Wir haben im Simulator gearbeitet und das Auto war in Barcelona sehr stark." Dass vor allem das Team besser geworden ist, lässt er nicht als einzige Erklärung für den überraschenden Sieg gelten: "Ich würde sagen, es war auch eine sehr gute Fahrt von Pastor", sagt Gillan. "Da sind viele Dinge zusammengekommen. Das Feld ist im Moment so umkämpft, dass du Zweiter oder ganz schnell nur noch Zehnter sein kannst, abhängig davon, ob du alle Parameter richtig triffst - Performance des Fahrers eingeschlossen." Vor allem die Reifen zu verstehen, sei "eine unendliche Geschichte. Selbst die Eigenschaften des gleichen Reifensatzes können auf unterschiedlichen Strecken komplett verschieden sein. Der Schlüssel zur Rennstrategie ist, die schnelle Einzelrunde ebenso zu verstehen wie das Ausmaß des Abbaus auf eine längere Distanz", erläutert Gillan.
Endlich wieder Grip? Button hätte den in Monaco dringend nötig Zoom © xpbimages.com
In den ersten drei Rennen der Saison 2012 fuhr Jenson Button noch konstant um Grand-Prix-Siege, in Bahrain und in Spanien haderte der McLaren-Pilot allerdings mit fehlendem Grip und kam nicht mehr in Reichweite des Podiums. Konnte die Mannschaft aus Woking das Problem ausräumen, wie Teamchef Martin Whitmarsh glaubt? "Ich bin noch nicht gefahren, daher weiß ich es nicht", meint Button gegenüber 'Sky Sport News'. Dennoch glaubt der 32-Jährige, Grund zum Optimismus zu haben. "Wenn ich mir die Daten mit meinen Ingenieuren ansehe, dann gibt es da einige Dinge, die wir vielleicht falsch gemacht haben", erklärt er, ohne zu früh über einen verbesserten McLaren jubeln zu wollen. "Aber wir müssen abwarten, wie sich das Auto anfühlt", bremst er. Den Schlüssel zum Erfolg sieht Button in einer guten Balance des Fahrzeugs. "Du kommst hier an und willst ein gutes Resultat. Ob du es erreichen kannst - keine Ahnung", rätselt der Monaco-Sieger aus dem Jahre 2009 wie schon so oft in den vergangenen Monaten. "Ich denke, so war es bisher bei jedem Rennen in dieser Saison", fügt er hinzu. Präzedenzfall Pastor Maldonado, der sich in Barcelona vor der Strafversetzung von Lewis Hamilton Startplatz zwei sicherte: "Es gibt so große Unterschiede von Rennen zu Rennen: Pastor war in Bahrain noch 17.", staunt Button, der sich das Wechselspiel nicht wirklich erklären kann. "Ich denke, an der Leistung hat sich nicht viel geändert. Das ist also verdammt knifflig." Mit 213 Grand-Prix-Starts sollte der Mann aus Frome gute Karten haben, wenn seine Prognose stimmt: "Monaco ist ganz anders als die Kurse, auf denen wir sonst fahren. Die Erfahrung spielt eine ziemlich große Rolle", meint er. "Und es ist wichtig ein Auto zu verstehen", so Button.
Während die Toppiloten in Monaco über die Reifen diskutieren und wegen ihrer Siegchancen rätseln, erklingen am Ende des Feldes bescheidenere Töne. Für HRT geht es darum, mit vielen Updates am Auto kleine Verbesserungen zu erzielen und Fahrpraxis zu sammeln. Narain Karthikeyan hat den Stadtkurs an der Cote d'Azur mit der Zeit lieben gelernt. Frage: "Narain, Monaco ist eine Fahrerstrecke. Hat hier das Auto wirklich den geringsten Einfluss?" Narain Karthikeyan: "Der Abstand zur Spitze wird etwas kleiner sein. Aber alle werden das Beste aus den Autos herausholen und könnten das Gleiche sagen. Wir versuchen jedenfalls alles. Wenn ich die Aussagen von Lewis (Hamilton, Anm. d. Red.) und den anderen höre, erkenne ich, dass wir uns auf das konzentrieren müssen, was wir haben. Und nicht darauf, irgendwen zu verfolgen." Frage: "Es gab an eurem Auto einige mechanische Updates." Karthikeyan: "Wir sollten tatsächlich mehr mechanische Grip haben. Und wir haben auch Verbesserungen an der Aerodynamik vorgenommen. Das gesamte Paket sollte also besser sein." Frage: "Ihr scheint das Auto besser zu verstehen. Baut ihr darauf jetzt auf?" Karthikeyan: "Ja, das ist richtig. Wir haben eine gute Basis, mit der wir arbeiten können. Auf dieser Grundlage können wir uns verbessern. Hier in Monaco und in Kanada wird eine Veränderung erkennbar sein." Frage: "Vielleicht wird es ein verrücktes Rennen. Davon könntet ihr doch profitieren?" Karthikeyan: "Ja, es könnte wirklich interessant werden. Der Wetterbericht ist nicht eindeutig - wir werden sehen. Es ist wirklich eine schöne Stadt. Ich mochte Monaco zuvor nicht, weil ich hier nicht viele Runden gefahren bin. Jetzt habe ich mich aber gut zurechtgefunden und erkannt, dass es eine fließende Strecke ist. Normalerweise bin ich auf Stadtkursen immer ganz gut unterwegs. Da könnte ich auch hier einen Schritt nach vorne machen." Frage: "Das Rennen in Barcelona war ein Tiefpunkt für dich." Karthikeyan: "Spanien war wirklich fürchterlich, aber das war nicht meine Schuld. Aber manchmal gibt es Wochenenden wie diese. Nur hoffentlich nicht zu häufig. Aber wir haben das erneuerte Auto und es kann mit Sicherheit nicht schlimmer werden. Wir müssen in Monaco viele Runden fahren."
Quelle: motorsport-total.com
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