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| Formel 1 » Monaco ist für Senna ein Stück Familiengeschichte |
Monaco ist für Senna ein Stück Familiengeschichte
24.05.2012 - 14:42
Senna ist froh, in einem Formel-1-Auto nach Monaco zurückkehren zu dürfen Zoom © xpbimages.com
Senna und Monaco - diese Verbindung scheint in den Genen zu liegen, schließlich sagt ein erfreuter Bruno Senna nach dem Freien Training am Freitagnachmittag bei 'Sky Sports F1': "Es ist eine meiner Lieblingsstrecken." Auf einen motorsportlichen Besuch an der Cote d'Azur musste der Brasilianer, der das Renault-Cockpit in der vergangenen Saison erst im Herbst ergatterte, zwei Jahre warten. Die Wiedersehensfreude ist groß: "Schön, nach einer langen Zeit, in der ich hier nicht Formel 1 gefahren bin, zurückkehren zu können", meint Senna. Dass die Wetterbedingungen ziemlich wankelmütig waren, stört den 28-Jährigen nicht. "Am Nachmittag wollte sich der Regen nicht so wirklich entscheiden, ob er nun kommt oder nicht. Das hat es zu einer verrückten Session gemacht", erklärt er. Zuletzt raste Senna im Jahre 2010 durch das Fürstentum - damals noch auf Bridgestone-Pneus. "Mit den Pirelli-Reifen ist es eine ganz andere Erfahrung als damals im HRT", stellt er fest. Der Magie Monte Carlos kann sich der Träger eines großen Namens nicht entziehen. "Wenn du selbstbewusst und eins mit dem Autos bist, vergisst du alles um dich herum. Dann kommt die Rundenzeit ganz von alleine", schwärmt Senna. In der höchsten Nachwuchsklasse siegte der vor drei Jahren. "Ich erinnere mich noch gut an den GP2-Erfolg. Hoffentlich gelingt mir das ein weiteres Mal." Sechs Siege des berühmten Onkels Ayrton verpflichten: "Wir haben hier so viel Geschichte geschrieben. Glücklicherweise auch ich mit meinem GP2-Sieg - aber die Formel 1 ist das, was zählt", blickt Senna voraus.
Quelle: motorsport-total.com
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| Formel 1 » Williams will noch nicht zurücktreten |
Williams will noch nicht zurücktreten
24.05.2012 - 14:42
Senna ist froh, in einem Formel-1-Auto nach Monaco zurückkehren zu dürfen Zoom © xpbimages.com
Senna und Monaco - diese Verbindung scheint in den Genen zu liegen, schließlich sagt ein erfreuter Bruno Senna nach dem Freien Training am Freitagnachmittag bei 'Sky Sports F1': "Es ist eine meiner Lieblingsstrecken." Auf einen motorsportlichen Besuch an der Cote d'Azur musste der Brasilianer, der das Renault-Cockpit in der vergangenen Saison erst im Herbst ergatterte, zwei Jahre warten. Die Wiedersehensfreude ist groß: "Schön, nach einer langen Zeit, in der ich hier nicht Formel 1 gefahren bin, zurückkehren zu können", meint Senna. Dass die Wetterbedingungen ziemlich wankelmütig waren, stört den 28-Jährigen nicht. "Am Nachmittag wollte sich der Regen nicht so wirklich entscheiden, ob er nun kommt oder nicht. Das hat es zu einer verrückten Session gemacht", erklärt er. Zuletzt raste Senna im Jahre 2010 durch das Fürstentum - damals noch auf Bridgestone-Pneus. "Mit den Pirelli-Reifen ist es eine ganz andere Erfahrung als damals im HRT", stellt er fest. Der Magie Monte Carlos kann sich der Träger eines großen Namens nicht entziehen. "Wenn du selbstbewusst und eins mit dem Autos bist, vergisst du alles um dich herum. Dann kommt die Rundenzeit ganz von alleine", schwärmt Senna. In der höchsten Nachwuchsklasse siegte der vor drei Jahren. "Ich erinnere mich noch gut an den GP2-Erfolg. Hoffentlich gelingt mir das ein weiteres Mal." Sechs Siege des berühmten Onkels Ayrton verpflichten: "Wir haben hier so viel Geschichte geschrieben. Glücklicherweise auch ich mit meinem GP2-Sieg - aber die Formel 1 ist das, was zählt", blickt Senna voraus.
Der große Sir Frank Williams kann seit dem Sieg in Barcelona wieder lachen Zoom © Williams
Mit 70 Jahren ist Frank Williams der älteste Teamchef der Formel 1, aber während der 68-jährige Peter Sauber schon seinen Rücktritt mit Jahresende angekündigt hat, will der an den Rollstuhl gefesselte Brite noch nicht loslassen. Zwar zieht er sich schrittweise aus dem Tagesgeschäft zurückziehen - ein Prozess, der bereits eingeleitet wurde -, aber vorerst möchte er weiterhin an der Spitze des Rennstalls bleiben. Dass er seinen Sitz im Vorstand an Tochter Claire übergeben hat, ändere "nichts", denn: "All die Einzelpersonen mit ihren aufgeteilten Verantwortungsbereichen machen einen super Job. Ich bin aber immer noch kontrollierender Mehrheitseigentümer und Teamchef", stellt Williams im Interview mit dem 'Telegraph' klar. "Jemand muss zu mir kommen und mir sagen: 'Frank, du vergisst zu viel' oder 'Frank, du stehst langsam im Weg'." Williams sieht die Zeit noch nicht gekommenDas sei momentan noch nicht der Fall, meint der liebevoll "Rollstuhlgeneral" genannte Brite und widerspricht damit Kritikern, die nur hinter vorgehaltener Hand flüstern, dass sein Gesundheitszustand schon bald einen Wechsel erforderlich machen könnte. Würdest du dann zurücktreten, Frank? "Wenn ich wirklich glauben würde, dass ich die Dinge aufhalte, dann ja", sagt er. "Aber ich glaube nicht, dass es schon so weit ist." Teamintern war Adam Parr derjenige, der in den vergangenen Jahren den besten Draht zu Williams hatte, aber der Vorstandsvorsitzende musste im Zuge der Concorde-Verhandlungen mit Bernie Ecclestone gehen. Die neue Garde um Claire Williams und Großaktionär Toto Wolff steht schon eher für die nächste Generation. Wolff freute sich zuletzt in Barcelona "rasend, dass Frank das miterleben kann". Gemeint war der erste Sieg seit acht Jahren. Auch sonst gönnt man Williams die Rückkehr auf die Siegerstraße. Viele sind der Meinung: Es wäre ein unwürdiger Abgang eines großen Mannes gewesen, wenn Williams bis zu seinem endgültigen Rücktritt jahrelang sieglos geblieben wäre. "Er ist einer der Besten in unserem Zirkus, ein harter Kerl, ein Kämpfer", lobt Gerhard Berger. "Wir haben alle riesigen Respekt vor ihm, sind alle Fans von ihm. Und wir alle haben ein bisschen gelitten, als er immer mehr ins Hintertreffen geraten ist." Berger freut sich auch für Landsmann WolffFranks Tochter Claire Williams im Gespräch mit Bernie Ecclestone © xpbimages.com "Den letzten Sieg habe ich ihm sehr gegönnt - und das auch noch zu seinem Geburtstag! Das war wirklich toll", sagt Berger. "Ich freue mich auch für Toto Wolff, der als Österreicher jetzt Miteigentümer in dem Team ist. Ich glaube, die sind auf einem guten Weg. Die machen in diesem Jahr schon die ganze Zeit eine gute Figur. Und Maldonado scheint ein Treffer zu sein. Aber dafür hatte Frank immer schon ein Näschen." Die Frage ist: Wie lange noch? Der Racing-Virus lässt den 70-Jährigen jedenfalls nicht los: "Ich bin immer noch renn- und geschwindigkeitsverrückt", gibt der seit einem Vierteljahrhundert querschnittgelähmte Gründer des dritterfolgreichsten Formel-1-Teams aller Zeiten zu. "Seitlich mit 140 km/h durch eine Kurve zu rutschen, packt mich. Die Weltmeisterschaft nicht zu gewinnen, ist eher Nebensache. Es geht mir ums Racing."
Quelle: motorsport-total.com
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| Formel 1 » Berger rechnet auch in Monaco mit Maldonado |
Berger rechnet auch in Monaco mit Maldonado
24.05.2012 - 14:40
Senna ist froh, in einem Formel-1-Auto nach Monaco zurückkehren zu dürfen Zoom © xpbimages.com
Senna und Monaco - diese Verbindung scheint in den Genen zu liegen, schließlich sagt ein erfreuter Bruno Senna nach dem Freien Training am Freitagnachmittag bei 'Sky Sports F1': "Es ist eine meiner Lieblingsstrecken." Auf einen motorsportlichen Besuch an der Cote d'Azur musste der Brasilianer, der das Renault-Cockpit in der vergangenen Saison erst im Herbst ergatterte, zwei Jahre warten. Die Wiedersehensfreude ist groß: "Schön, nach einer langen Zeit, in der ich hier nicht Formel 1 gefahren bin, zurückkehren zu können", meint Senna. Dass die Wetterbedingungen ziemlich wankelmütig waren, stört den 28-Jährigen nicht. "Am Nachmittag wollte sich der Regen nicht so wirklich entscheiden, ob er nun kommt oder nicht. Das hat es zu einer verrückten Session gemacht", erklärt er. Zuletzt raste Senna im Jahre 2010 durch das Fürstentum - damals noch auf Bridgestone-Pneus. "Mit den Pirelli-Reifen ist es eine ganz andere Erfahrung als damals im HRT", stellt er fest. Der Magie Monte Carlos kann sich der Träger eines großen Namens nicht entziehen. "Wenn du selbstbewusst und eins mit dem Autos bist, vergisst du alles um dich herum. Dann kommt die Rundenzeit ganz von alleine", schwärmt Senna. In der höchsten Nachwuchsklasse siegte der vor drei Jahren. "Ich erinnere mich noch gut an den GP2-Erfolg. Hoffentlich gelingt mir das ein weiteres Mal." Sechs Siege des berühmten Onkels Ayrton verpflichten: "Wir haben hier so viel Geschichte geschrieben. Glücklicherweise auch ich mit meinem GP2-Sieg - aber die Formel 1 ist das, was zählt", blickt Senna voraus.
Der große Sir Frank Williams kann seit dem Sieg in Barcelona wieder lachen Zoom © Williams
Mit 70 Jahren ist Frank Williams der älteste Teamchef der Formel 1, aber während der 68-jährige Peter Sauber schon seinen Rücktritt mit Jahresende angekündigt hat, will der an den Rollstuhl gefesselte Brite noch nicht loslassen. Zwar zieht er sich schrittweise aus dem Tagesgeschäft zurückziehen - ein Prozess, der bereits eingeleitet wurde -, aber vorerst möchte er weiterhin an der Spitze des Rennstalls bleiben. Dass er seinen Sitz im Vorstand an Tochter Claire übergeben hat, ändere "nichts", denn: "All die Einzelpersonen mit ihren aufgeteilten Verantwortungsbereichen machen einen super Job. Ich bin aber immer noch kontrollierender Mehrheitseigentümer und Teamchef", stellt Williams im Interview mit dem 'Telegraph' klar. "Jemand muss zu mir kommen und mir sagen: 'Frank, du vergisst zu viel' oder 'Frank, du stehst langsam im Weg'." Williams sieht die Zeit noch nicht gekommenDas sei momentan noch nicht der Fall, meint der liebevoll "Rollstuhlgeneral" genannte Brite und widerspricht damit Kritikern, die nur hinter vorgehaltener Hand flüstern, dass sein Gesundheitszustand schon bald einen Wechsel erforderlich machen könnte. Würdest du dann zurücktreten, Frank? "Wenn ich wirklich glauben würde, dass ich die Dinge aufhalte, dann ja", sagt er. "Aber ich glaube nicht, dass es schon so weit ist." Teamintern war Adam Parr derjenige, der in den vergangenen Jahren den besten Draht zu Williams hatte, aber der Vorstandsvorsitzende musste im Zuge der Concorde-Verhandlungen mit Bernie Ecclestone gehen. Die neue Garde um Claire Williams und Großaktionär Toto Wolff steht schon eher für die nächste Generation. Wolff freute sich zuletzt in Barcelona "rasend, dass Frank das miterleben kann". Gemeint war der erste Sieg seit acht Jahren. Auch sonst gönnt man Williams die Rückkehr auf die Siegerstraße. Viele sind der Meinung: Es wäre ein unwürdiger Abgang eines großen Mannes gewesen, wenn Williams bis zu seinem endgültigen Rücktritt jahrelang sieglos geblieben wäre. "Er ist einer der Besten in unserem Zirkus, ein harter Kerl, ein Kämpfer", lobt Gerhard Berger. "Wir haben alle riesigen Respekt vor ihm, sind alle Fans von ihm. Und wir alle haben ein bisschen gelitten, als er immer mehr ins Hintertreffen geraten ist." Berger freut sich auch für Landsmann WolffFranks Tochter Claire Williams im Gespräch mit Bernie Ecclestone © xpbimages.com "Den letzten Sieg habe ich ihm sehr gegönnt - und das auch noch zu seinem Geburtstag! Das war wirklich toll", sagt Berger. "Ich freue mich auch für Toto Wolff, der als Österreicher jetzt Miteigentümer in dem Team ist. Ich glaube, die sind auf einem guten Weg. Die machen in diesem Jahr schon die ganze Zeit eine gute Figur. Und Maldonado scheint ein Treffer zu sein. Aber dafür hatte Frank immer schon ein Näschen." Die Frage ist: Wie lange noch? Der Racing-Virus lässt den 70-Jährigen jedenfalls nicht los: "Ich bin immer noch renn- und geschwindigkeitsverrückt", gibt der seit einem Vierteljahrhundert querschnittgelähmte Gründer des dritterfolgreichsten Formel-1-Teams aller Zeiten zu. "Seitlich mit 140 km/h durch eine Kurve zu rutschen, packt mich. Die Weltmeisterschaft nicht zu gewinnen, ist eher Nebensache. Es geht mir ums Racing."
Gerhard Berger hat Pastor Maldonado auch in Monaco auf der Rechnung Zoom © xpbimages.com
Gerhard Berger übt zwar keine offizieller Funktion mehr in der Formel 1 aus, dennoch ist er ein gern gesehener Gast im Fahrerlager. An diesem Wochenende sind dabei die Wege für den Österreicher recht kurz, denn wie viele der Piloten lebt er in Monaco. Berger kennt die Formel 1 sowohl aus der Perspektive des Fahrers als auch aus dem Blickwinkel von der Boxengasse aus, wo er als Motorsport-Direktor von BMW und Mitinhaber von Toro Rosso am Kommandostand saß. Doch an ein Rennjahr wie 2012 kann sich der 52-Jährige spontan auch nicht erinnern. "Es ist bisher eine ganz besondere Saison. Bei jedem Rennen gibt es einen anderen Sieger", sagt Berger im Gespräch mit 'SkySportsF1'. "Wir sehen einen sehr starken Williams, einen starken Sauber, einen sehr konkurrenzfähigen Ferrari. Vettel und Alonso führen die WM an. Es ist eine völlig andere Saison als in den vergangenen Jahren." In einer ohnehin turbulenten Saison, in der die Vorhersage des Sieger vor dem Rennwochenende kaum möglich ist, folgt nun mit Monaco ein Grand Prix, der von sich aus schon unberechenbar ist. Auch Berger freut sich auf das Rennen an der Cote d'Azur. "Jetzt kommen wir hier nach Monaco und es wird sehr interessant sein zu sehen, war hier alles zusammenbekommt." Doch der Österreicher ist sich schon jetzt sicher, welche Piloten im Kampf um den Sieg eine Rolle spielen werden. "Alonso wird einer derjenigen sein, die um den Sieg mitkämpfen. Hamilton, Alonso, Rosberg, und auch Maldonado dürfen wir nicht vergessen. Er war mit jedem Auto schnell, mit dem er hier gefahren ist", erinnert Berger an Maldonados Glanzleistungen in der GP2. "Vielleicht wird er auch an diesem Wochenende wieder eine Rolle spielen." Beeindruckender ist für Berger aber einer der Piloten seines ehemaligen Teams. "Ein großer Faktor bei Ferrari ist Alonso", sagt der 52-Jährige. "Er ist einer der besten, wenn nicht sogar der beste Fahrer im Feld. Er macht einen unglaublichen Job. Er fährt ständig am Limit, egal ob im Freien Training, Qualifying oder im Rennen. Er ist eine Garantie für gute Resultate. Aber Ferrari hat einen Schritt nach vorne gemacht. Vor allem beim vergangenen Rennen, aber auch heute Morgen. Er ist in guter Form." Sein ehemaliger Schützling Sebastian Vettel, mit dem Berger 2008 in Monza den Sieg bei Toro Rosso feiert, sticht in dieser Saison trotz der Sieges in Bahrain nicht so heraus wie noch im Vorjahr. Für Berger eine Folge der aktuellen Entwicklung der Formel 1. "Eine dominierende Rolle gibt es in diesem Jahr nicht", sagt der Österreicher bei den deutschen Kollegen von 'Sky Sport'. "Aber letztendlich führt Sebastian immer noch in der Weltmeisterschaft." Daran wird sich nach Ansicht von Berger auch bis zum Ende der Saison nichts ändern. "Sie sind immer dabei und werden am Ende auch wieder mitkämpfen." Die unberechenbare Formel 1 2012, die bei manchem Beobachter für Verwirrung, sorgt bei Berger, der nurmehr die Rolle des Zuschauers innehat, für Begeisterung. "Für uns Fans ist es natürlich besser, wenn es knapper zugeht, als wenn einer vorne wegfährt."
Quelle: motorsport-total.com
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| Formel 1 » "Eher frustrierender Tag" für Toro Rosso |
"Eher frustrierender Tag" für Toro Rosso
24.05.2012 - 14:36
Senna ist froh, in einem Formel-1-Auto nach Monaco zurückkehren zu dürfen Zoom © xpbimages.com
Senna und Monaco - diese Verbindung scheint in den Genen zu liegen, schließlich sagt ein erfreuter Bruno Senna nach dem Freien Training am Freitagnachmittag bei 'Sky Sports F1': "Es ist eine meiner Lieblingsstrecken." Auf einen motorsportlichen Besuch an der Cote d'Azur musste der Brasilianer, der das Renault-Cockpit in der vergangenen Saison erst im Herbst ergatterte, zwei Jahre warten. Die Wiedersehensfreude ist groß: "Schön, nach einer langen Zeit, in der ich hier nicht Formel 1 gefahren bin, zurückkehren zu können", meint Senna. Dass die Wetterbedingungen ziemlich wankelmütig waren, stört den 28-Jährigen nicht. "Am Nachmittag wollte sich der Regen nicht so wirklich entscheiden, ob er nun kommt oder nicht. Das hat es zu einer verrückten Session gemacht", erklärt er. Zuletzt raste Senna im Jahre 2010 durch das Fürstentum - damals noch auf Bridgestone-Pneus. "Mit den Pirelli-Reifen ist es eine ganz andere Erfahrung als damals im HRT", stellt er fest. Der Magie Monte Carlos kann sich der Träger eines großen Namens nicht entziehen. "Wenn du selbstbewusst und eins mit dem Autos bist, vergisst du alles um dich herum. Dann kommt die Rundenzeit ganz von alleine", schwärmt Senna. In der höchsten Nachwuchsklasse siegte der vor drei Jahren. "Ich erinnere mich noch gut an den GP2-Erfolg. Hoffentlich gelingt mir das ein weiteres Mal." Sechs Siege des berühmten Onkels Ayrton verpflichten: "Wir haben hier so viel Geschichte geschrieben. Glücklicherweise auch ich mit meinem GP2-Sieg - aber die Formel 1 ist das, was zählt", blickt Senna voraus.
Der große Sir Frank Williams kann seit dem Sieg in Barcelona wieder lachen Zoom © Williams
Mit 70 Jahren ist Frank Williams der älteste Teamchef der Formel 1, aber während der 68-jährige Peter Sauber schon seinen Rücktritt mit Jahresende angekündigt hat, will der an den Rollstuhl gefesselte Brite noch nicht loslassen. Zwar zieht er sich schrittweise aus dem Tagesgeschäft zurückziehen - ein Prozess, der bereits eingeleitet wurde -, aber vorerst möchte er weiterhin an der Spitze des Rennstalls bleiben. Dass er seinen Sitz im Vorstand an Tochter Claire übergeben hat, ändere "nichts", denn: "All die Einzelpersonen mit ihren aufgeteilten Verantwortungsbereichen machen einen super Job. Ich bin aber immer noch kontrollierender Mehrheitseigentümer und Teamchef", stellt Williams im Interview mit dem 'Telegraph' klar. "Jemand muss zu mir kommen und mir sagen: 'Frank, du vergisst zu viel' oder 'Frank, du stehst langsam im Weg'." Williams sieht die Zeit noch nicht gekommenDas sei momentan noch nicht der Fall, meint der liebevoll "Rollstuhlgeneral" genannte Brite und widerspricht damit Kritikern, die nur hinter vorgehaltener Hand flüstern, dass sein Gesundheitszustand schon bald einen Wechsel erforderlich machen könnte. Würdest du dann zurücktreten, Frank? "Wenn ich wirklich glauben würde, dass ich die Dinge aufhalte, dann ja", sagt er. "Aber ich glaube nicht, dass es schon so weit ist." Teamintern war Adam Parr derjenige, der in den vergangenen Jahren den besten Draht zu Williams hatte, aber der Vorstandsvorsitzende musste im Zuge der Concorde-Verhandlungen mit Bernie Ecclestone gehen. Die neue Garde um Claire Williams und Großaktionär Toto Wolff steht schon eher für die nächste Generation. Wolff freute sich zuletzt in Barcelona "rasend, dass Frank das miterleben kann". Gemeint war der erste Sieg seit acht Jahren. Auch sonst gönnt man Williams die Rückkehr auf die Siegerstraße. Viele sind der Meinung: Es wäre ein unwürdiger Abgang eines großen Mannes gewesen, wenn Williams bis zu seinem endgültigen Rücktritt jahrelang sieglos geblieben wäre. "Er ist einer der Besten in unserem Zirkus, ein harter Kerl, ein Kämpfer", lobt Gerhard Berger. "Wir haben alle riesigen Respekt vor ihm, sind alle Fans von ihm. Und wir alle haben ein bisschen gelitten, als er immer mehr ins Hintertreffen geraten ist." Berger freut sich auch für Landsmann WolffFranks Tochter Claire Williams im Gespräch mit Bernie Ecclestone © xpbimages.com "Den letzten Sieg habe ich ihm sehr gegönnt - und das auch noch zu seinem Geburtstag! Das war wirklich toll", sagt Berger. "Ich freue mich auch für Toto Wolff, der als Österreicher jetzt Miteigentümer in dem Team ist. Ich glaube, die sind auf einem guten Weg. Die machen in diesem Jahr schon die ganze Zeit eine gute Figur. Und Maldonado scheint ein Treffer zu sein. Aber dafür hatte Frank immer schon ein Näschen." Die Frage ist: Wie lange noch? Der Racing-Virus lässt den 70-Jährigen jedenfalls nicht los: "Ich bin immer noch renn- und geschwindigkeitsverrückt", gibt der seit einem Vierteljahrhundert querschnittgelähmte Gründer des dritterfolgreichsten Formel-1-Teams aller Zeiten zu. "Seitlich mit 140 km/h durch eine Kurve zu rutschen, packt mich. Die Weltmeisterschaft nicht zu gewinnen, ist eher Nebensache. Es geht mir ums Racing."
Gerhard Berger hat Pastor Maldonado auch in Monaco auf der Rechnung Zoom © xpbimages.com
Gerhard Berger übt zwar keine offizieller Funktion mehr in der Formel 1 aus, dennoch ist er ein gern gesehener Gast im Fahrerlager. An diesem Wochenende sind dabei die Wege für den Österreicher recht kurz, denn wie viele der Piloten lebt er in Monaco. Berger kennt die Formel 1 sowohl aus der Perspektive des Fahrers als auch aus dem Blickwinkel von der Boxengasse aus, wo er als Motorsport-Direktor von BMW und Mitinhaber von Toro Rosso am Kommandostand saß. Doch an ein Rennjahr wie 2012 kann sich der 52-Jährige spontan auch nicht erinnern. "Es ist bisher eine ganz besondere Saison. Bei jedem Rennen gibt es einen anderen Sieger", sagt Berger im Gespräch mit 'SkySportsF1'. "Wir sehen einen sehr starken Williams, einen starken Sauber, einen sehr konkurrenzfähigen Ferrari. Vettel und Alonso führen die WM an. Es ist eine völlig andere Saison als in den vergangenen Jahren." In einer ohnehin turbulenten Saison, in der die Vorhersage des Sieger vor dem Rennwochenende kaum möglich ist, folgt nun mit Monaco ein Grand Prix, der von sich aus schon unberechenbar ist. Auch Berger freut sich auf das Rennen an der Cote d'Azur. "Jetzt kommen wir hier nach Monaco und es wird sehr interessant sein zu sehen, war hier alles zusammenbekommt." Doch der Österreicher ist sich schon jetzt sicher, welche Piloten im Kampf um den Sieg eine Rolle spielen werden. "Alonso wird einer derjenigen sein, die um den Sieg mitkämpfen. Hamilton, Alonso, Rosberg, und auch Maldonado dürfen wir nicht vergessen. Er war mit jedem Auto schnell, mit dem er hier gefahren ist", erinnert Berger an Maldonados Glanzleistungen in der GP2. "Vielleicht wird er auch an diesem Wochenende wieder eine Rolle spielen." Beeindruckender ist für Berger aber einer der Piloten seines ehemaligen Teams. "Ein großer Faktor bei Ferrari ist Alonso", sagt der 52-Jährige. "Er ist einer der besten, wenn nicht sogar der beste Fahrer im Feld. Er macht einen unglaublichen Job. Er fährt ständig am Limit, egal ob im Freien Training, Qualifying oder im Rennen. Er ist eine Garantie für gute Resultate. Aber Ferrari hat einen Schritt nach vorne gemacht. Vor allem beim vergangenen Rennen, aber auch heute Morgen. Er ist in guter Form." Sein ehemaliger Schützling Sebastian Vettel, mit dem Berger 2008 in Monza den Sieg bei Toro Rosso feiert, sticht in dieser Saison trotz der Sieges in Bahrain nicht so heraus wie noch im Vorjahr. Für Berger eine Folge der aktuellen Entwicklung der Formel 1. "Eine dominierende Rolle gibt es in diesem Jahr nicht", sagt der Österreicher bei den deutschen Kollegen von 'Sky Sport'. "Aber letztendlich führt Sebastian immer noch in der Weltmeisterschaft." Daran wird sich nach Ansicht von Berger auch bis zum Ende der Saison nichts ändern. "Sie sind immer dabei und werden am Ende auch wieder mitkämpfen." Die unberechenbare Formel 1 2012, die bei manchem Beobachter für Verwirrung, sorgt bei Berger, der nurmehr die Rolle des Zuschauers innehat, für Begeisterung. "Für uns Fans ist es natürlich besser, wenn es knapper zugeht, als wenn einer vorne wegfährt."
Jean-Eric Vergne konnte seine "Angst" vor der Strecke schnell ablegen Zoom © xpbimages.com
Das Toro-Rosso-Team bezeichnete den ersten Tag zum Großen Preis von Monaco als "eher frustrierend". Zum einen musste man den Neulingen in erster Linie Fahrzeit auf der Strecke geben, sodass man nicht viel am Setup arbeiten konnte. Zum anderen kam natürlich noch das wechselhafte Wetter hinzu. Am Ende fuhr Jean-Eric Vergne auf Platz 16 der schnellsten Zeiten des Tages, 2,463 Sekunden hinter Jenson Button und 0,043 Sekunden vor Teamkollege Daniel Ricciardo, der Position 17 auf der Liste der schnellsten Zeiten belegt. "Für mich war es hier das erste Mal in einem Formel-1-Auto", so Vergne. "Ich habe es wirklich genossen. Da ich im vergangenen Jahr in der World Series in Monaco nicht besonders gut unterwegs war, war ich bezüglich des heutigen Tages ein wenig besorgt, auch wenn ich mich auf die neue Erfahrung freute und nicht wusste, was ich zu erwarten habe." "Meiner Meinung nach sieht meine Leistung im Vergleich zu der meines Teamkollegen gut aus, schließlich hat Daniel auf dieser Strecke zwei Rennen in der World Series gewonnen und er hat vergangenes Jahr im Formel-1-Auto etwas Trainingszeit gehabt. So gesehen bin ich ganz glücklich und habe das Gefühl, dass die Rundenzeit nicht wichtig war, besonders da ich in etwas Verkehr geriet und meine letzte Runde in der Boxengasse beendete." "Mit der Balance des Autos bin ich relativ zufrieden, welche wir noch etwas verfeinern können. Ich benötige jedoch noch etwas mehr Zeit, um mich selbst an den Kurs anzupassen, selbst wenn ich gern im Nassen gefahren bin. Ich fühle mich vorbereitet, egal, auf welche Bedingungen wir im Verlauf des restlichen Wochenendes treffen sollten." "Aufgrund des Wetters am Nachmittag liefen die Dinge nicht ganz so reibungslos, wie wir dies geplant hatten", so Ricciardo. "Wir waren nicht in der Lage, alles auszuprobieren, was wir uns erhofft hatten." "Es ist aus diesem Grund etwas frustrierend, besonders da wir morgen einen freien Tag haben. Ich würde es vorziehen zu fahren, aber es ist womöglich eine gute Sache, denn wir können wirklich darüber nachdenken, was wir brauchen, um nach vorne zu kommen." "Es gibt auch ein paar Gebiete, auf denen wir uns verbessern müssen, und ich bin mir sicher, dass sich unsere Leistung komplett verändern wird, wenn wir das in den Griff bekommen. Hoffentlich werden wir am Samstag ein gutes Qualifying haben." "Alles in allem war dies ein eher frustrierender Tag", so Chefingenieur Laurent Mekies. "Denn die Streckenbedingungen waren während der Einheit am Nachmittag ziemlich wechselhaft." "Angesichts der Tatsache, dass Daniel vergangenes Jahr lediglich im 1. Freien Training für uns gefahren ist und Jean-Eric hier noch nie in einem Formel-1-Auto unterwegs war, lag der Hauptfokus des Tages darauf, beiden Fahrern auf dieser einzigartigen Strecke so viel Zeit zu geben wie nur möglich."
"Aus diesem Grund waren wir am Vormittag die ersten, welche aus den Boxen fuhren, denn wir wollten sie in den richtigen Rhythmus bringen. Dieser Teil unseres Planes verlief erfolgreich. Sie schienen die Erfahrung genossen zu haben. Wir haben auch am Nachmittag trotz der wechselhaften Bedingungen versucht, jede Menge Runden zu fahren." "Aber alles in allem haben wir in Bezug auf die übliche Arbeit am Setup des Autos nicht so viel erreicht. Abgesehen davon hatten wir einen problemlosen Tag und die Fahrer leisteten sich keinerlei Fehler. Aufgrund des unglücklichen Zeitplans dieser Veranstaltung haben wir morgen einen ganzen Tag, an dem wir darüber nachdenken können, wie wir das Auto für den Rest des Wochenendes verbessern können."
Quelle: motorsport-total.com
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| Formel 1 » Kobayashi: "Vermisse im Vergleich zu Perez Abtrieb" |
Kobayashi: "Vermisse im Vergleich zu Perez Abtrieb"
24.05.2012 - 14:29
Senna ist froh, in einem Formel-1-Auto nach Monaco zurückkehren zu dürfen Zoom © xpbimages.com
Senna und Monaco - diese Verbindung scheint in den Genen zu liegen, schließlich sagt ein erfreuter Bruno Senna nach dem Freien Training am Freitagnachmittag bei 'Sky Sports F1': "Es ist eine meiner Lieblingsstrecken." Auf einen motorsportlichen Besuch an der Cote d'Azur musste der Brasilianer, der das Renault-Cockpit in der vergangenen Saison erst im Herbst ergatterte, zwei Jahre warten. Die Wiedersehensfreude ist groß: "Schön, nach einer langen Zeit, in der ich hier nicht Formel 1 gefahren bin, zurückkehren zu können", meint Senna. Dass die Wetterbedingungen ziemlich wankelmütig waren, stört den 28-Jährigen nicht. "Am Nachmittag wollte sich der Regen nicht so wirklich entscheiden, ob er nun kommt oder nicht. Das hat es zu einer verrückten Session gemacht", erklärt er. Zuletzt raste Senna im Jahre 2010 durch das Fürstentum - damals noch auf Bridgestone-Pneus. "Mit den Pirelli-Reifen ist es eine ganz andere Erfahrung als damals im HRT", stellt er fest. Der Magie Monte Carlos kann sich der Träger eines großen Namens nicht entziehen. "Wenn du selbstbewusst und eins mit dem Autos bist, vergisst du alles um dich herum. Dann kommt die Rundenzeit ganz von alleine", schwärmt Senna. In der höchsten Nachwuchsklasse siegte der vor drei Jahren. "Ich erinnere mich noch gut an den GP2-Erfolg. Hoffentlich gelingt mir das ein weiteres Mal." Sechs Siege des berühmten Onkels Ayrton verpflichten: "Wir haben hier so viel Geschichte geschrieben. Glücklicherweise auch ich mit meinem GP2-Sieg - aber die Formel 1 ist das, was zählt", blickt Senna voraus.
Der große Sir Frank Williams kann seit dem Sieg in Barcelona wieder lachen Zoom © Williams
Mit 70 Jahren ist Frank Williams der älteste Teamchef der Formel 1, aber während der 68-jährige Peter Sauber schon seinen Rücktritt mit Jahresende angekündigt hat, will der an den Rollstuhl gefesselte Brite noch nicht loslassen. Zwar zieht er sich schrittweise aus dem Tagesgeschäft zurückziehen - ein Prozess, der bereits eingeleitet wurde -, aber vorerst möchte er weiterhin an der Spitze des Rennstalls bleiben. Dass er seinen Sitz im Vorstand an Tochter Claire übergeben hat, ändere "nichts", denn: "All die Einzelpersonen mit ihren aufgeteilten Verantwortungsbereichen machen einen super Job. Ich bin aber immer noch kontrollierender Mehrheitseigentümer und Teamchef", stellt Williams im Interview mit dem 'Telegraph' klar. "Jemand muss zu mir kommen und mir sagen: 'Frank, du vergisst zu viel' oder 'Frank, du stehst langsam im Weg'." Williams sieht die Zeit noch nicht gekommenDas sei momentan noch nicht der Fall, meint der liebevoll "Rollstuhlgeneral" genannte Brite und widerspricht damit Kritikern, die nur hinter vorgehaltener Hand flüstern, dass sein Gesundheitszustand schon bald einen Wechsel erforderlich machen könnte. Würdest du dann zurücktreten, Frank? "Wenn ich wirklich glauben würde, dass ich die Dinge aufhalte, dann ja", sagt er. "Aber ich glaube nicht, dass es schon so weit ist." Teamintern war Adam Parr derjenige, der in den vergangenen Jahren den besten Draht zu Williams hatte, aber der Vorstandsvorsitzende musste im Zuge der Concorde-Verhandlungen mit Bernie Ecclestone gehen. Die neue Garde um Claire Williams und Großaktionär Toto Wolff steht schon eher für die nächste Generation. Wolff freute sich zuletzt in Barcelona "rasend, dass Frank das miterleben kann". Gemeint war der erste Sieg seit acht Jahren. Auch sonst gönnt man Williams die Rückkehr auf die Siegerstraße. Viele sind der Meinung: Es wäre ein unwürdiger Abgang eines großen Mannes gewesen, wenn Williams bis zu seinem endgültigen Rücktritt jahrelang sieglos geblieben wäre. "Er ist einer der Besten in unserem Zirkus, ein harter Kerl, ein Kämpfer", lobt Gerhard Berger. "Wir haben alle riesigen Respekt vor ihm, sind alle Fans von ihm. Und wir alle haben ein bisschen gelitten, als er immer mehr ins Hintertreffen geraten ist." Berger freut sich auch für Landsmann WolffFranks Tochter Claire Williams im Gespräch mit Bernie Ecclestone © xpbimages.com "Den letzten Sieg habe ich ihm sehr gegönnt - und das auch noch zu seinem Geburtstag! Das war wirklich toll", sagt Berger. "Ich freue mich auch für Toto Wolff, der als Österreicher jetzt Miteigentümer in dem Team ist. Ich glaube, die sind auf einem guten Weg. Die machen in diesem Jahr schon die ganze Zeit eine gute Figur. Und Maldonado scheint ein Treffer zu sein. Aber dafür hatte Frank immer schon ein Näschen." Die Frage ist: Wie lange noch? Der Racing-Virus lässt den 70-Jährigen jedenfalls nicht los: "Ich bin immer noch renn- und geschwindigkeitsverrückt", gibt der seit einem Vierteljahrhundert querschnittgelähmte Gründer des dritterfolgreichsten Formel-1-Teams aller Zeiten zu. "Seitlich mit 140 km/h durch eine Kurve zu rutschen, packt mich. Die Weltmeisterschaft nicht zu gewinnen, ist eher Nebensache. Es geht mir ums Racing."
Gerhard Berger hat Pastor Maldonado auch in Monaco auf der Rechnung Zoom © xpbimages.com
Gerhard Berger übt zwar keine offizieller Funktion mehr in der Formel 1 aus, dennoch ist er ein gern gesehener Gast im Fahrerlager. An diesem Wochenende sind dabei die Wege für den Österreicher recht kurz, denn wie viele der Piloten lebt er in Monaco. Berger kennt die Formel 1 sowohl aus der Perspektive des Fahrers als auch aus dem Blickwinkel von der Boxengasse aus, wo er als Motorsport-Direktor von BMW und Mitinhaber von Toro Rosso am Kommandostand saß. Doch an ein Rennjahr wie 2012 kann sich der 52-Jährige spontan auch nicht erinnern. "Es ist bisher eine ganz besondere Saison. Bei jedem Rennen gibt es einen anderen Sieger", sagt Berger im Gespräch mit 'SkySportsF1'. "Wir sehen einen sehr starken Williams, einen starken Sauber, einen sehr konkurrenzfähigen Ferrari. Vettel und Alonso führen die WM an. Es ist eine völlig andere Saison als in den vergangenen Jahren." In einer ohnehin turbulenten Saison, in der die Vorhersage des Sieger vor dem Rennwochenende kaum möglich ist, folgt nun mit Monaco ein Grand Prix, der von sich aus schon unberechenbar ist. Auch Berger freut sich auf das Rennen an der Cote d'Azur. "Jetzt kommen wir hier nach Monaco und es wird sehr interessant sein zu sehen, war hier alles zusammenbekommt." Doch der Österreicher ist sich schon jetzt sicher, welche Piloten im Kampf um den Sieg eine Rolle spielen werden. "Alonso wird einer derjenigen sein, die um den Sieg mitkämpfen. Hamilton, Alonso, Rosberg, und auch Maldonado dürfen wir nicht vergessen. Er war mit jedem Auto schnell, mit dem er hier gefahren ist", erinnert Berger an Maldonados Glanzleistungen in der GP2. "Vielleicht wird er auch an diesem Wochenende wieder eine Rolle spielen." Beeindruckender ist für Berger aber einer der Piloten seines ehemaligen Teams. "Ein großer Faktor bei Ferrari ist Alonso", sagt der 52-Jährige. "Er ist einer der besten, wenn nicht sogar der beste Fahrer im Feld. Er macht einen unglaublichen Job. Er fährt ständig am Limit, egal ob im Freien Training, Qualifying oder im Rennen. Er ist eine Garantie für gute Resultate. Aber Ferrari hat einen Schritt nach vorne gemacht. Vor allem beim vergangenen Rennen, aber auch heute Morgen. Er ist in guter Form." Sein ehemaliger Schützling Sebastian Vettel, mit dem Berger 2008 in Monza den Sieg bei Toro Rosso feiert, sticht in dieser Saison trotz der Sieges in Bahrain nicht so heraus wie noch im Vorjahr. Für Berger eine Folge der aktuellen Entwicklung der Formel 1. "Eine dominierende Rolle gibt es in diesem Jahr nicht", sagt der Österreicher bei den deutschen Kollegen von 'Sky Sport'. "Aber letztendlich führt Sebastian immer noch in der Weltmeisterschaft." Daran wird sich nach Ansicht von Berger auch bis zum Ende der Saison nichts ändern. "Sie sind immer dabei und werden am Ende auch wieder mitkämpfen." Die unberechenbare Formel 1 2012, die bei manchem Beobachter für Verwirrung, sorgt bei Berger, der nurmehr die Rolle des Zuschauers innehat, für Begeisterung. "Für uns Fans ist es natürlich besser, wenn es knapper zugeht, als wenn einer vorne wegfährt."
Jean-Eric Vergne konnte seine "Angst" vor der Strecke schnell ablegen Zoom © xpbimages.com
Das Toro-Rosso-Team bezeichnete den ersten Tag zum Großen Preis von Monaco als "eher frustrierend". Zum einen musste man den Neulingen in erster Linie Fahrzeit auf der Strecke geben, sodass man nicht viel am Setup arbeiten konnte. Zum anderen kam natürlich noch das wechselhafte Wetter hinzu. Am Ende fuhr Jean-Eric Vergne auf Platz 16 der schnellsten Zeiten des Tages, 2,463 Sekunden hinter Jenson Button und 0,043 Sekunden vor Teamkollege Daniel Ricciardo, der Position 17 auf der Liste der schnellsten Zeiten belegt. "Für mich war es hier das erste Mal in einem Formel-1-Auto", so Vergne. "Ich habe es wirklich genossen. Da ich im vergangenen Jahr in der World Series in Monaco nicht besonders gut unterwegs war, war ich bezüglich des heutigen Tages ein wenig besorgt, auch wenn ich mich auf die neue Erfahrung freute und nicht wusste, was ich zu erwarten habe." "Meiner Meinung nach sieht meine Leistung im Vergleich zu der meines Teamkollegen gut aus, schließlich hat Daniel auf dieser Strecke zwei Rennen in der World Series gewonnen und er hat vergangenes Jahr im Formel-1-Auto etwas Trainingszeit gehabt. So gesehen bin ich ganz glücklich und habe das Gefühl, dass die Rundenzeit nicht wichtig war, besonders da ich in etwas Verkehr geriet und meine letzte Runde in der Boxengasse beendete." "Mit der Balance des Autos bin ich relativ zufrieden, welche wir noch etwas verfeinern können. Ich benötige jedoch noch etwas mehr Zeit, um mich selbst an den Kurs anzupassen, selbst wenn ich gern im Nassen gefahren bin. Ich fühle mich vorbereitet, egal, auf welche Bedingungen wir im Verlauf des restlichen Wochenendes treffen sollten." "Aufgrund des Wetters am Nachmittag liefen die Dinge nicht ganz so reibungslos, wie wir dies geplant hatten", so Ricciardo. "Wir waren nicht in der Lage, alles auszuprobieren, was wir uns erhofft hatten." "Es ist aus diesem Grund etwas frustrierend, besonders da wir morgen einen freien Tag haben. Ich würde es vorziehen zu fahren, aber es ist womöglich eine gute Sache, denn wir können wirklich darüber nachdenken, was wir brauchen, um nach vorne zu kommen." "Es gibt auch ein paar Gebiete, auf denen wir uns verbessern müssen, und ich bin mir sicher, dass sich unsere Leistung komplett verändern wird, wenn wir das in den Griff bekommen. Hoffentlich werden wir am Samstag ein gutes Qualifying haben." "Alles in allem war dies ein eher frustrierender Tag", so Chefingenieur Laurent Mekies. "Denn die Streckenbedingungen waren während der Einheit am Nachmittag ziemlich wechselhaft." "Angesichts der Tatsache, dass Daniel vergangenes Jahr lediglich im 1. Freien Training für uns gefahren ist und Jean-Eric hier noch nie in einem Formel-1-Auto unterwegs war, lag der Hauptfokus des Tages darauf, beiden Fahrern auf dieser einzigartigen Strecke so viel Zeit zu geben wie nur möglich."
"Aus diesem Grund waren wir am Vormittag die ersten, welche aus den Boxen fuhren, denn wir wollten sie in den richtigen Rhythmus bringen. Dieser Teil unseres Planes verlief erfolgreich. Sie schienen die Erfahrung genossen zu haben. Wir haben auch am Nachmittag trotz der wechselhaften Bedingungen versucht, jede Menge Runden zu fahren." "Aber alles in allem haben wir in Bezug auf die übliche Arbeit am Setup des Autos nicht so viel erreicht. Abgesehen davon hatten wir einen problemlosen Tag und die Fahrer leisteten sich keinerlei Fehler. Aufgrund des unglücklichen Zeitplans dieser Veranstaltung haben wir morgen einen ganzen Tag, an dem wir darüber nachdenken können, wie wir das Auto für den Rest des Wochenendes verbessern können."
Kamui Kobayashi ist mit seinem Sauber noch nicht restlos glücklich Zoom © xpbimages.com
Starker Trainingsauftakt in Monaco für das Sauber-Team. Während Sergio Perez im Gesamtergebnis auf den beachtlichen fünften Platz fuhr, kam Teamkollege Kamui Kobayashi, der kein Fan des engen Kurses im Fürstentum ist, immerhin auf den neunten Gesamtrang. Auf die Bestzeit von McLaren-Pilot Jenson Button fehlten ihm 1,292 Sekunden. Dennoch erlebte der Japaner, der in Spanien großartiger Fünfter wurde, keinen problemlosen Trainingsstart. Er klagt gegenüber 'Sky Sports' über mangelnden Abtrieb: "Ich verwende den gleichen Unterboden wie mein Teamkollege, aber im Vergleich zu ihm vermissen wir aus einem unbekannten Grund etwas Abtrieb. Aus diesem Grund hatten wir hier ein paar Probleme." Das Team wechselte daher auf den Ersatz-Unterboden. Auch die Umstände machen es dem Sauber-Piloten nicht leicht: "Die Strecke ist immer ziemlich schmutzig - es ist sehr rutschig. Daher ist es immer sehr schwierig, das richtige Setup zu finden, aber ich denke, dass es in Ordnung ist. Wir sind nicht so weit weg. Am Samstag werden wir dann sehen, was das Wetter macht. Die Streckenbedingungen sind hier an diesem Wochenende eine ziemliche Unbekannte - und das macht es sehr knifflig." Obwohl am Freitag für die Formel-1-Piloten Ruhetag ist, wurde Kobayashi von seinem Team eingeteilt: "Ich habe einen etwas seltsamen Zeitplan. Es gibt eine Autogrammstunde an der Strecke, was eine Überraschung ist. Ich muss also leider zur Strecke kommen." Obwohl er den Kurs nicht für eine wirkliche Formel-1-Strecke hält, kann er dem Rennen etwas abgewinnen: "In Monaco ist die Aufregung immer sehr groß - und das ist gut für die Formel 1."
Quelle: motorsport-total.com
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| Formel 1 » Williams über Sennas Situation: "Ein Tritt in den Hintern" |
Williams über Sennas Situation: "Ein Tritt in den Hintern"
24.05.2012 - 13:54
Senna ist froh, in einem Formel-1-Auto nach Monaco zurückkehren zu dürfen Zoom © xpbimages.com
Senna und Monaco - diese Verbindung scheint in den Genen zu liegen, schließlich sagt ein erfreuter Bruno Senna nach dem Freien Training am Freitagnachmittag bei 'Sky Sports F1': "Es ist eine meiner Lieblingsstrecken." Auf einen motorsportlichen Besuch an der Cote d'Azur musste der Brasilianer, der das Renault-Cockpit in der vergangenen Saison erst im Herbst ergatterte, zwei Jahre warten. Die Wiedersehensfreude ist groß: "Schön, nach einer langen Zeit, in der ich hier nicht Formel 1 gefahren bin, zurückkehren zu können", meint Senna. Dass die Wetterbedingungen ziemlich wankelmütig waren, stört den 28-Jährigen nicht. "Am Nachmittag wollte sich der Regen nicht so wirklich entscheiden, ob er nun kommt oder nicht. Das hat es zu einer verrückten Session gemacht", erklärt er. Zuletzt raste Senna im Jahre 2010 durch das Fürstentum - damals noch auf Bridgestone-Pneus. "Mit den Pirelli-Reifen ist es eine ganz andere Erfahrung als damals im HRT", stellt er fest. Der Magie Monte Carlos kann sich der Träger eines großen Namens nicht entziehen. "Wenn du selbstbewusst und eins mit dem Autos bist, vergisst du alles um dich herum. Dann kommt die Rundenzeit ganz von alleine", schwärmt Senna. In der höchsten Nachwuchsklasse siegte der vor drei Jahren. "Ich erinnere mich noch gut an den GP2-Erfolg. Hoffentlich gelingt mir das ein weiteres Mal." Sechs Siege des berühmten Onkels Ayrton verpflichten: "Wir haben hier so viel Geschichte geschrieben. Glücklicherweise auch ich mit meinem GP2-Sieg - aber die Formel 1 ist das, was zählt", blickt Senna voraus.
Der große Sir Frank Williams kann seit dem Sieg in Barcelona wieder lachen Zoom © Williams
Mit 70 Jahren ist Frank Williams der älteste Teamchef der Formel 1, aber während der 68-jährige Peter Sauber schon seinen Rücktritt mit Jahresende angekündigt hat, will der an den Rollstuhl gefesselte Brite noch nicht loslassen. Zwar zieht er sich schrittweise aus dem Tagesgeschäft zurückziehen - ein Prozess, der bereits eingeleitet wurde -, aber vorerst möchte er weiterhin an der Spitze des Rennstalls bleiben. Dass er seinen Sitz im Vorstand an Tochter Claire übergeben hat, ändere "nichts", denn: "All die Einzelpersonen mit ihren aufgeteilten Verantwortungsbereichen machen einen super Job. Ich bin aber immer noch kontrollierender Mehrheitseigentümer und Teamchef", stellt Williams im Interview mit dem 'Telegraph' klar. "Jemand muss zu mir kommen und mir sagen: 'Frank, du vergisst zu viel' oder 'Frank, du stehst langsam im Weg'." Williams sieht die Zeit noch nicht gekommenDas sei momentan noch nicht der Fall, meint der liebevoll "Rollstuhlgeneral" genannte Brite und widerspricht damit Kritikern, die nur hinter vorgehaltener Hand flüstern, dass sein Gesundheitszustand schon bald einen Wechsel erforderlich machen könnte. Würdest du dann zurücktreten, Frank? "Wenn ich wirklich glauben würde, dass ich die Dinge aufhalte, dann ja", sagt er. "Aber ich glaube nicht, dass es schon so weit ist." Teamintern war Adam Parr derjenige, der in den vergangenen Jahren den besten Draht zu Williams hatte, aber der Vorstandsvorsitzende musste im Zuge der Concorde-Verhandlungen mit Bernie Ecclestone gehen. Die neue Garde um Claire Williams und Großaktionär Toto Wolff steht schon eher für die nächste Generation. Wolff freute sich zuletzt in Barcelona "rasend, dass Frank das miterleben kann". Gemeint war der erste Sieg seit acht Jahren. Auch sonst gönnt man Williams die Rückkehr auf die Siegerstraße. Viele sind der Meinung: Es wäre ein unwürdiger Abgang eines großen Mannes gewesen, wenn Williams bis zu seinem endgültigen Rücktritt jahrelang sieglos geblieben wäre. "Er ist einer der Besten in unserem Zirkus, ein harter Kerl, ein Kämpfer", lobt Gerhard Berger. "Wir haben alle riesigen Respekt vor ihm, sind alle Fans von ihm. Und wir alle haben ein bisschen gelitten, als er immer mehr ins Hintertreffen geraten ist." Berger freut sich auch für Landsmann WolffFranks Tochter Claire Williams im Gespräch mit Bernie Ecclestone © xpbimages.com "Den letzten Sieg habe ich ihm sehr gegönnt - und das auch noch zu seinem Geburtstag! Das war wirklich toll", sagt Berger. "Ich freue mich auch für Toto Wolff, der als Österreicher jetzt Miteigentümer in dem Team ist. Ich glaube, die sind auf einem guten Weg. Die machen in diesem Jahr schon die ganze Zeit eine gute Figur. Und Maldonado scheint ein Treffer zu sein. Aber dafür hatte Frank immer schon ein Näschen." Die Frage ist: Wie lange noch? Der Racing-Virus lässt den 70-Jährigen jedenfalls nicht los: "Ich bin immer noch renn- und geschwindigkeitsverrückt", gibt der seit einem Vierteljahrhundert querschnittgelähmte Gründer des dritterfolgreichsten Formel-1-Teams aller Zeiten zu. "Seitlich mit 140 km/h durch eine Kurve zu rutschen, packt mich. Die Weltmeisterschaft nicht zu gewinnen, ist eher Nebensache. Es geht mir ums Racing."
Gerhard Berger hat Pastor Maldonado auch in Monaco auf der Rechnung Zoom © xpbimages.com
Gerhard Berger übt zwar keine offizieller Funktion mehr in der Formel 1 aus, dennoch ist er ein gern gesehener Gast im Fahrerlager. An diesem Wochenende sind dabei die Wege für den Österreicher recht kurz, denn wie viele der Piloten lebt er in Monaco. Berger kennt die Formel 1 sowohl aus der Perspektive des Fahrers als auch aus dem Blickwinkel von der Boxengasse aus, wo er als Motorsport-Direktor von BMW und Mitinhaber von Toro Rosso am Kommandostand saß. Doch an ein Rennjahr wie 2012 kann sich der 52-Jährige spontan auch nicht erinnern. "Es ist bisher eine ganz besondere Saison. Bei jedem Rennen gibt es einen anderen Sieger", sagt Berger im Gespräch mit 'SkySportsF1'. "Wir sehen einen sehr starken Williams, einen starken Sauber, einen sehr konkurrenzfähigen Ferrari. Vettel und Alonso führen die WM an. Es ist eine völlig andere Saison als in den vergangenen Jahren." In einer ohnehin turbulenten Saison, in der die Vorhersage des Sieger vor dem Rennwochenende kaum möglich ist, folgt nun mit Monaco ein Grand Prix, der von sich aus schon unberechenbar ist. Auch Berger freut sich auf das Rennen an der Cote d'Azur. "Jetzt kommen wir hier nach Monaco und es wird sehr interessant sein zu sehen, war hier alles zusammenbekommt." Doch der Österreicher ist sich schon jetzt sicher, welche Piloten im Kampf um den Sieg eine Rolle spielen werden. "Alonso wird einer derjenigen sein, die um den Sieg mitkämpfen. Hamilton, Alonso, Rosberg, und auch Maldonado dürfen wir nicht vergessen. Er war mit jedem Auto schnell, mit dem er hier gefahren ist", erinnert Berger an Maldonados Glanzleistungen in der GP2. "Vielleicht wird er auch an diesem Wochenende wieder eine Rolle spielen." Beeindruckender ist für Berger aber einer der Piloten seines ehemaligen Teams. "Ein großer Faktor bei Ferrari ist Alonso", sagt der 52-Jährige. "Er ist einer der besten, wenn nicht sogar der beste Fahrer im Feld. Er macht einen unglaublichen Job. Er fährt ständig am Limit, egal ob im Freien Training, Qualifying oder im Rennen. Er ist eine Garantie für gute Resultate. Aber Ferrari hat einen Schritt nach vorne gemacht. Vor allem beim vergangenen Rennen, aber auch heute Morgen. Er ist in guter Form." Sein ehemaliger Schützling Sebastian Vettel, mit dem Berger 2008 in Monza den Sieg bei Toro Rosso feiert, sticht in dieser Saison trotz der Sieges in Bahrain nicht so heraus wie noch im Vorjahr. Für Berger eine Folge der aktuellen Entwicklung der Formel 1. "Eine dominierende Rolle gibt es in diesem Jahr nicht", sagt der Österreicher bei den deutschen Kollegen von 'Sky Sport'. "Aber letztendlich führt Sebastian immer noch in der Weltmeisterschaft." Daran wird sich nach Ansicht von Berger auch bis zum Ende der Saison nichts ändern. "Sie sind immer dabei und werden am Ende auch wieder mitkämpfen." Die unberechenbare Formel 1 2012, die bei manchem Beobachter für Verwirrung, sorgt bei Berger, der nurmehr die Rolle des Zuschauers innehat, für Begeisterung. "Für uns Fans ist es natürlich besser, wenn es knapper zugeht, als wenn einer vorne wegfährt."
Jean-Eric Vergne konnte seine "Angst" vor der Strecke schnell ablegen Zoom © xpbimages.com
Das Toro-Rosso-Team bezeichnete den ersten Tag zum Großen Preis von Monaco als "eher frustrierend". Zum einen musste man den Neulingen in erster Linie Fahrzeit auf der Strecke geben, sodass man nicht viel am Setup arbeiten konnte. Zum anderen kam natürlich noch das wechselhafte Wetter hinzu. Am Ende fuhr Jean-Eric Vergne auf Platz 16 der schnellsten Zeiten des Tages, 2,463 Sekunden hinter Jenson Button und 0,043 Sekunden vor Teamkollege Daniel Ricciardo, der Position 17 auf der Liste der schnellsten Zeiten belegt. "Für mich war es hier das erste Mal in einem Formel-1-Auto", so Vergne. "Ich habe es wirklich genossen. Da ich im vergangenen Jahr in der World Series in Monaco nicht besonders gut unterwegs war, war ich bezüglich des heutigen Tages ein wenig besorgt, auch wenn ich mich auf die neue Erfahrung freute und nicht wusste, was ich zu erwarten habe." "Meiner Meinung nach sieht meine Leistung im Vergleich zu der meines Teamkollegen gut aus, schließlich hat Daniel auf dieser Strecke zwei Rennen in der World Series gewonnen und er hat vergangenes Jahr im Formel-1-Auto etwas Trainingszeit gehabt. So gesehen bin ich ganz glücklich und habe das Gefühl, dass die Rundenzeit nicht wichtig war, besonders da ich in etwas Verkehr geriet und meine letzte Runde in der Boxengasse beendete." "Mit der Balance des Autos bin ich relativ zufrieden, welche wir noch etwas verfeinern können. Ich benötige jedoch noch etwas mehr Zeit, um mich selbst an den Kurs anzupassen, selbst wenn ich gern im Nassen gefahren bin. Ich fühle mich vorbereitet, egal, auf welche Bedingungen wir im Verlauf des restlichen Wochenendes treffen sollten." "Aufgrund des Wetters am Nachmittag liefen die Dinge nicht ganz so reibungslos, wie wir dies geplant hatten", so Ricciardo. "Wir waren nicht in der Lage, alles auszuprobieren, was wir uns erhofft hatten." "Es ist aus diesem Grund etwas frustrierend, besonders da wir morgen einen freien Tag haben. Ich würde es vorziehen zu fahren, aber es ist womöglich eine gute Sache, denn wir können wirklich darüber nachdenken, was wir brauchen, um nach vorne zu kommen." "Es gibt auch ein paar Gebiete, auf denen wir uns verbessern müssen, und ich bin mir sicher, dass sich unsere Leistung komplett verändern wird, wenn wir das in den Griff bekommen. Hoffentlich werden wir am Samstag ein gutes Qualifying haben." "Alles in allem war dies ein eher frustrierender Tag", so Chefingenieur Laurent Mekies. "Denn die Streckenbedingungen waren während der Einheit am Nachmittag ziemlich wechselhaft." "Angesichts der Tatsache, dass Daniel vergangenes Jahr lediglich im 1. Freien Training für uns gefahren ist und Jean-Eric hier noch nie in einem Formel-1-Auto unterwegs war, lag der Hauptfokus des Tages darauf, beiden Fahrern auf dieser einzigartigen Strecke so viel Zeit zu geben wie nur möglich."
"Aus diesem Grund waren wir am Vormittag die ersten, welche aus den Boxen fuhren, denn wir wollten sie in den richtigen Rhythmus bringen. Dieser Teil unseres Planes verlief erfolgreich. Sie schienen die Erfahrung genossen zu haben. Wir haben auch am Nachmittag trotz der wechselhaften Bedingungen versucht, jede Menge Runden zu fahren." "Aber alles in allem haben wir in Bezug auf die übliche Arbeit am Setup des Autos nicht so viel erreicht. Abgesehen davon hatten wir einen problemlosen Tag und die Fahrer leisteten sich keinerlei Fehler. Aufgrund des unglücklichen Zeitplans dieser Veranstaltung haben wir morgen einen ganzen Tag, an dem wir darüber nachdenken können, wie wir das Auto für den Rest des Wochenendes verbessern können."
Kamui Kobayashi ist mit seinem Sauber noch nicht restlos glücklich Zoom © xpbimages.com
Starker Trainingsauftakt in Monaco für das Sauber-Team. Während Sergio Perez im Gesamtergebnis auf den beachtlichen fünften Platz fuhr, kam Teamkollege Kamui Kobayashi, der kein Fan des engen Kurses im Fürstentum ist, immerhin auf den neunten Gesamtrang. Auf die Bestzeit von McLaren-Pilot Jenson Button fehlten ihm 1,292 Sekunden. Dennoch erlebte der Japaner, der in Spanien großartiger Fünfter wurde, keinen problemlosen Trainingsstart. Er klagt gegenüber 'Sky Sports' über mangelnden Abtrieb: "Ich verwende den gleichen Unterboden wie mein Teamkollege, aber im Vergleich zu ihm vermissen wir aus einem unbekannten Grund etwas Abtrieb. Aus diesem Grund hatten wir hier ein paar Probleme." Das Team wechselte daher auf den Ersatz-Unterboden. Auch die Umstände machen es dem Sauber-Piloten nicht leicht: "Die Strecke ist immer ziemlich schmutzig - es ist sehr rutschig. Daher ist es immer sehr schwierig, das richtige Setup zu finden, aber ich denke, dass es in Ordnung ist. Wir sind nicht so weit weg. Am Samstag werden wir dann sehen, was das Wetter macht. Die Streckenbedingungen sind hier an diesem Wochenende eine ziemliche Unbekannte - und das macht es sehr knifflig." Obwohl am Freitag für die Formel-1-Piloten Ruhetag ist, wurde Kobayashi von seinem Team eingeteilt: "Ich habe einen etwas seltsamen Zeitplan. Es gibt eine Autogrammstunde an der Strecke, was eine Überraschung ist. Ich muss also leider zur Strecke kommen." Obwohl er den Kurs nicht für eine wirkliche Formel-1-Strecke hält, kann er dem Rennen etwas abgewinnen: "In Monaco ist die Aufregung immer sehr groß - und das ist gut für die Formel 1."
Hat Fahrer noch nie mit Samthandschuhen angefasst: Frank Williams Zoom © xpbimages.com
Bruno Sennas Stuhl bei Williams wackelt nach dem Sieg von Pastor Maldonado beim Spanien-Grand-Prix bedenklich. Und der Teamchef rüttelt weiter am Sitz des Brasilianers: "Bruno muss jetzt antworten", zitiert die britische Tageszeitung "The Telegraph" Frank Williams und findet gewohnt deutliche Worte: "Maldos (Maldonados, Anm. d. Red.) Erfolg sollte für ihn ein Tritt in den Hintern sein." Williams, der sich von den starken Leitungen des Venezolaners überrascht zeigt, redet auch bei den Finanzen nicht lange um den heißen Brei herum. "Völlig unpolitisch, aber er bringt eine nützliche Menge an Sponsorengeldern mit." Insider beziffern diese "nützliche" Summe auf rund 30 Millionen britische Pfund, die Caracas staatlicher Ölkonzern PDVSA auf das Williams-Konto überweist. Die Maldonado zugeschriebene Favoritenrolle - er hat in Monaco mit Ausnahme der Königsklasse in allen Serien, die er gefahren ist, bereits gewonnen - will Williams nicht bestätigen. "Die Formel 1 ist böse. Wenn du den kleinsten Fehler machst, bist du tot. Es ist das beste, bescheiden zu sein", so Sir Frank.
Quelle: motorsport-total.com
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| Formel 1 » Boxenfeuer: Williams wollte in der Box helfen |
Boxenfeuer: Williams wollte in der Box helfen
24.05.2012 - 13:42
Senna ist froh, in einem Formel-1-Auto nach Monaco zurückkehren zu dürfen Zoom © xpbimages.com
Senna und Monaco - diese Verbindung scheint in den Genen zu liegen, schließlich sagt ein erfreuter Bruno Senna nach dem Freien Training am Freitagnachmittag bei 'Sky Sports F1': "Es ist eine meiner Lieblingsstrecken." Auf einen motorsportlichen Besuch an der Cote d'Azur musste der Brasilianer, der das Renault-Cockpit in der vergangenen Saison erst im Herbst ergatterte, zwei Jahre warten. Die Wiedersehensfreude ist groß: "Schön, nach einer langen Zeit, in der ich hier nicht Formel 1 gefahren bin, zurückkehren zu können", meint Senna. Dass die Wetterbedingungen ziemlich wankelmütig waren, stört den 28-Jährigen nicht. "Am Nachmittag wollte sich der Regen nicht so wirklich entscheiden, ob er nun kommt oder nicht. Das hat es zu einer verrückten Session gemacht", erklärt er. Zuletzt raste Senna im Jahre 2010 durch das Fürstentum - damals noch auf Bridgestone-Pneus. "Mit den Pirelli-Reifen ist es eine ganz andere Erfahrung als damals im HRT", stellt er fest. Der Magie Monte Carlos kann sich der Träger eines großen Namens nicht entziehen. "Wenn du selbstbewusst und eins mit dem Autos bist, vergisst du alles um dich herum. Dann kommt die Rundenzeit ganz von alleine", schwärmt Senna. In der höchsten Nachwuchsklasse siegte der vor drei Jahren. "Ich erinnere mich noch gut an den GP2-Erfolg. Hoffentlich gelingt mir das ein weiteres Mal." Sechs Siege des berühmten Onkels Ayrton verpflichten: "Wir haben hier so viel Geschichte geschrieben. Glücklicherweise auch ich mit meinem GP2-Sieg - aber die Formel 1 ist das, was zählt", blickt Senna voraus.
Der große Sir Frank Williams kann seit dem Sieg in Barcelona wieder lachen Zoom © Williams
Mit 70 Jahren ist Frank Williams der älteste Teamchef der Formel 1, aber während der 68-jährige Peter Sauber schon seinen Rücktritt mit Jahresende angekündigt hat, will der an den Rollstuhl gefesselte Brite noch nicht loslassen. Zwar zieht er sich schrittweise aus dem Tagesgeschäft zurückziehen - ein Prozess, der bereits eingeleitet wurde -, aber vorerst möchte er weiterhin an der Spitze des Rennstalls bleiben. Dass er seinen Sitz im Vorstand an Tochter Claire übergeben hat, ändere "nichts", denn: "All die Einzelpersonen mit ihren aufgeteilten Verantwortungsbereichen machen einen super Job. Ich bin aber immer noch kontrollierender Mehrheitseigentümer und Teamchef", stellt Williams im Interview mit dem 'Telegraph' klar. "Jemand muss zu mir kommen und mir sagen: 'Frank, du vergisst zu viel' oder 'Frank, du stehst langsam im Weg'." Williams sieht die Zeit noch nicht gekommenDas sei momentan noch nicht der Fall, meint der liebevoll "Rollstuhlgeneral" genannte Brite und widerspricht damit Kritikern, die nur hinter vorgehaltener Hand flüstern, dass sein Gesundheitszustand schon bald einen Wechsel erforderlich machen könnte. Würdest du dann zurücktreten, Frank? "Wenn ich wirklich glauben würde, dass ich die Dinge aufhalte, dann ja", sagt er. "Aber ich glaube nicht, dass es schon so weit ist." Teamintern war Adam Parr derjenige, der in den vergangenen Jahren den besten Draht zu Williams hatte, aber der Vorstandsvorsitzende musste im Zuge der Concorde-Verhandlungen mit Bernie Ecclestone gehen. Die neue Garde um Claire Williams und Großaktionär Toto Wolff steht schon eher für die nächste Generation. Wolff freute sich zuletzt in Barcelona "rasend, dass Frank das miterleben kann". Gemeint war der erste Sieg seit acht Jahren. Auch sonst gönnt man Williams die Rückkehr auf die Siegerstraße. Viele sind der Meinung: Es wäre ein unwürdiger Abgang eines großen Mannes gewesen, wenn Williams bis zu seinem endgültigen Rücktritt jahrelang sieglos geblieben wäre. "Er ist einer der Besten in unserem Zirkus, ein harter Kerl, ein Kämpfer", lobt Gerhard Berger. "Wir haben alle riesigen Respekt vor ihm, sind alle Fans von ihm. Und wir alle haben ein bisschen gelitten, als er immer mehr ins Hintertreffen geraten ist." Berger freut sich auch für Landsmann WolffFranks Tochter Claire Williams im Gespräch mit Bernie Ecclestone © xpbimages.com "Den letzten Sieg habe ich ihm sehr gegönnt - und das auch noch zu seinem Geburtstag! Das war wirklich toll", sagt Berger. "Ich freue mich auch für Toto Wolff, der als Österreicher jetzt Miteigentümer in dem Team ist. Ich glaube, die sind auf einem guten Weg. Die machen in diesem Jahr schon die ganze Zeit eine gute Figur. Und Maldonado scheint ein Treffer zu sein. Aber dafür hatte Frank immer schon ein Näschen." Die Frage ist: Wie lange noch? Der Racing-Virus lässt den 70-Jährigen jedenfalls nicht los: "Ich bin immer noch renn- und geschwindigkeitsverrückt", gibt der seit einem Vierteljahrhundert querschnittgelähmte Gründer des dritterfolgreichsten Formel-1-Teams aller Zeiten zu. "Seitlich mit 140 km/h durch eine Kurve zu rutschen, packt mich. Die Weltmeisterschaft nicht zu gewinnen, ist eher Nebensache. Es geht mir ums Racing."
Gerhard Berger hat Pastor Maldonado auch in Monaco auf der Rechnung Zoom © xpbimages.com
Gerhard Berger übt zwar keine offizieller Funktion mehr in der Formel 1 aus, dennoch ist er ein gern gesehener Gast im Fahrerlager. An diesem Wochenende sind dabei die Wege für den Österreicher recht kurz, denn wie viele der Piloten lebt er in Monaco. Berger kennt die Formel 1 sowohl aus der Perspektive des Fahrers als auch aus dem Blickwinkel von der Boxengasse aus, wo er als Motorsport-Direktor von BMW und Mitinhaber von Toro Rosso am Kommandostand saß. Doch an ein Rennjahr wie 2012 kann sich der 52-Jährige spontan auch nicht erinnern. "Es ist bisher eine ganz besondere Saison. Bei jedem Rennen gibt es einen anderen Sieger", sagt Berger im Gespräch mit 'SkySportsF1'. "Wir sehen einen sehr starken Williams, einen starken Sauber, einen sehr konkurrenzfähigen Ferrari. Vettel und Alonso führen die WM an. Es ist eine völlig andere Saison als in den vergangenen Jahren." In einer ohnehin turbulenten Saison, in der die Vorhersage des Sieger vor dem Rennwochenende kaum möglich ist, folgt nun mit Monaco ein Grand Prix, der von sich aus schon unberechenbar ist. Auch Berger freut sich auf das Rennen an der Cote d'Azur. "Jetzt kommen wir hier nach Monaco und es wird sehr interessant sein zu sehen, war hier alles zusammenbekommt." Doch der Österreicher ist sich schon jetzt sicher, welche Piloten im Kampf um den Sieg eine Rolle spielen werden. "Alonso wird einer derjenigen sein, die um den Sieg mitkämpfen. Hamilton, Alonso, Rosberg, und auch Maldonado dürfen wir nicht vergessen. Er war mit jedem Auto schnell, mit dem er hier gefahren ist", erinnert Berger an Maldonados Glanzleistungen in der GP2. "Vielleicht wird er auch an diesem Wochenende wieder eine Rolle spielen." Beeindruckender ist für Berger aber einer der Piloten seines ehemaligen Teams. "Ein großer Faktor bei Ferrari ist Alonso", sagt der 52-Jährige. "Er ist einer der besten, wenn nicht sogar der beste Fahrer im Feld. Er macht einen unglaublichen Job. Er fährt ständig am Limit, egal ob im Freien Training, Qualifying oder im Rennen. Er ist eine Garantie für gute Resultate. Aber Ferrari hat einen Schritt nach vorne gemacht. Vor allem beim vergangenen Rennen, aber auch heute Morgen. Er ist in guter Form." Sein ehemaliger Schützling Sebastian Vettel, mit dem Berger 2008 in Monza den Sieg bei Toro Rosso feiert, sticht in dieser Saison trotz der Sieges in Bahrain nicht so heraus wie noch im Vorjahr. Für Berger eine Folge der aktuellen Entwicklung der Formel 1. "Eine dominierende Rolle gibt es in diesem Jahr nicht", sagt der Österreicher bei den deutschen Kollegen von 'Sky Sport'. "Aber letztendlich führt Sebastian immer noch in der Weltmeisterschaft." Daran wird sich nach Ansicht von Berger auch bis zum Ende der Saison nichts ändern. "Sie sind immer dabei und werden am Ende auch wieder mitkämpfen." Die unberechenbare Formel 1 2012, die bei manchem Beobachter für Verwirrung, sorgt bei Berger, der nurmehr die Rolle des Zuschauers innehat, für Begeisterung. "Für uns Fans ist es natürlich besser, wenn es knapper zugeht, als wenn einer vorne wegfährt."
Jean-Eric Vergne konnte seine "Angst" vor der Strecke schnell ablegen Zoom © xpbimages.com
Das Toro-Rosso-Team bezeichnete den ersten Tag zum Großen Preis von Monaco als "eher frustrierend". Zum einen musste man den Neulingen in erster Linie Fahrzeit auf der Strecke geben, sodass man nicht viel am Setup arbeiten konnte. Zum anderen kam natürlich noch das wechselhafte Wetter hinzu. Am Ende fuhr Jean-Eric Vergne auf Platz 16 der schnellsten Zeiten des Tages, 2,463 Sekunden hinter Jenson Button und 0,043 Sekunden vor Teamkollege Daniel Ricciardo, der Position 17 auf der Liste der schnellsten Zeiten belegt. "Für mich war es hier das erste Mal in einem Formel-1-Auto", so Vergne. "Ich habe es wirklich genossen. Da ich im vergangenen Jahr in der World Series in Monaco nicht besonders gut unterwegs war, war ich bezüglich des heutigen Tages ein wenig besorgt, auch wenn ich mich auf die neue Erfahrung freute und nicht wusste, was ich zu erwarten habe." "Meiner Meinung nach sieht meine Leistung im Vergleich zu der meines Teamkollegen gut aus, schließlich hat Daniel auf dieser Strecke zwei Rennen in der World Series gewonnen und er hat vergangenes Jahr im Formel-1-Auto etwas Trainingszeit gehabt. So gesehen bin ich ganz glücklich und habe das Gefühl, dass die Rundenzeit nicht wichtig war, besonders da ich in etwas Verkehr geriet und meine letzte Runde in der Boxengasse beendete." "Mit der Balance des Autos bin ich relativ zufrieden, welche wir noch etwas verfeinern können. Ich benötige jedoch noch etwas mehr Zeit, um mich selbst an den Kurs anzupassen, selbst wenn ich gern im Nassen gefahren bin. Ich fühle mich vorbereitet, egal, auf welche Bedingungen wir im Verlauf des restlichen Wochenendes treffen sollten." "Aufgrund des Wetters am Nachmittag liefen die Dinge nicht ganz so reibungslos, wie wir dies geplant hatten", so Ricciardo. "Wir waren nicht in der Lage, alles auszuprobieren, was wir uns erhofft hatten." "Es ist aus diesem Grund etwas frustrierend, besonders da wir morgen einen freien Tag haben. Ich würde es vorziehen zu fahren, aber es ist womöglich eine gute Sache, denn wir können wirklich darüber nachdenken, was wir brauchen, um nach vorne zu kommen." "Es gibt auch ein paar Gebiete, auf denen wir uns verbessern müssen, und ich bin mir sicher, dass sich unsere Leistung komplett verändern wird, wenn wir das in den Griff bekommen. Hoffentlich werden wir am Samstag ein gutes Qualifying haben." "Alles in allem war dies ein eher frustrierender Tag", so Chefingenieur Laurent Mekies. "Denn die Streckenbedingungen waren während der Einheit am Nachmittag ziemlich wechselhaft." "Angesichts der Tatsache, dass Daniel vergangenes Jahr lediglich im 1. Freien Training für uns gefahren ist und Jean-Eric hier noch nie in einem Formel-1-Auto unterwegs war, lag der Hauptfokus des Tages darauf, beiden Fahrern auf dieser einzigartigen Strecke so viel Zeit zu geben wie nur möglich."
"Aus diesem Grund waren wir am Vormittag die ersten, welche aus den Boxen fuhren, denn wir wollten sie in den richtigen Rhythmus bringen. Dieser Teil unseres Planes verlief erfolgreich. Sie schienen die Erfahrung genossen zu haben. Wir haben auch am Nachmittag trotz der wechselhaften Bedingungen versucht, jede Menge Runden zu fahren." "Aber alles in allem haben wir in Bezug auf die übliche Arbeit am Setup des Autos nicht so viel erreicht. Abgesehen davon hatten wir einen problemlosen Tag und die Fahrer leisteten sich keinerlei Fehler. Aufgrund des unglücklichen Zeitplans dieser Veranstaltung haben wir morgen einen ganzen Tag, an dem wir darüber nachdenken können, wie wir das Auto für den Rest des Wochenendes verbessern können."
Kamui Kobayashi ist mit seinem Sauber noch nicht restlos glücklich Zoom © xpbimages.com
Starker Trainingsauftakt in Monaco für das Sauber-Team. Während Sergio Perez im Gesamtergebnis auf den beachtlichen fünften Platz fuhr, kam Teamkollege Kamui Kobayashi, der kein Fan des engen Kurses im Fürstentum ist, immerhin auf den neunten Gesamtrang. Auf die Bestzeit von McLaren-Pilot Jenson Button fehlten ihm 1,292 Sekunden. Dennoch erlebte der Japaner, der in Spanien großartiger Fünfter wurde, keinen problemlosen Trainingsstart. Er klagt gegenüber 'Sky Sports' über mangelnden Abtrieb: "Ich verwende den gleichen Unterboden wie mein Teamkollege, aber im Vergleich zu ihm vermissen wir aus einem unbekannten Grund etwas Abtrieb. Aus diesem Grund hatten wir hier ein paar Probleme." Das Team wechselte daher auf den Ersatz-Unterboden. Auch die Umstände machen es dem Sauber-Piloten nicht leicht: "Die Strecke ist immer ziemlich schmutzig - es ist sehr rutschig. Daher ist es immer sehr schwierig, das richtige Setup zu finden, aber ich denke, dass es in Ordnung ist. Wir sind nicht so weit weg. Am Samstag werden wir dann sehen, was das Wetter macht. Die Streckenbedingungen sind hier an diesem Wochenende eine ziemliche Unbekannte - und das macht es sehr knifflig." Obwohl am Freitag für die Formel-1-Piloten Ruhetag ist, wurde Kobayashi von seinem Team eingeteilt: "Ich habe einen etwas seltsamen Zeitplan. Es gibt eine Autogrammstunde an der Strecke, was eine Überraschung ist. Ich muss also leider zur Strecke kommen." Obwohl er den Kurs nicht für eine wirkliche Formel-1-Strecke hält, kann er dem Rennen etwas abgewinnen: "In Monaco ist die Aufregung immer sehr groß - und das ist gut für die Formel 1."
Hat Fahrer noch nie mit Samthandschuhen angefasst: Frank Williams Zoom © xpbimages.com
Bruno Sennas Stuhl bei Williams wackelt nach dem Sieg von Pastor Maldonado beim Spanien-Grand-Prix bedenklich. Und der Teamchef rüttelt weiter am Sitz des Brasilianers: "Bruno muss jetzt antworten", zitiert die britische Tageszeitung "The Telegraph" Frank Williams und findet gewohnt deutliche Worte: "Maldos (Maldonados, Anm. d. Red.) Erfolg sollte für ihn ein Tritt in den Hintern sein." Williams, der sich von den starken Leitungen des Venezolaners überrascht zeigt, redet auch bei den Finanzen nicht lange um den heißen Brei herum. "Völlig unpolitisch, aber er bringt eine nützliche Menge an Sponsorengeldern mit." Insider beziffern diese "nützliche" Summe auf rund 30 Millionen britische Pfund, die Caracas staatlicher Ölkonzern PDVSA auf das Williams-Konto überweist. Die Maldonado zugeschriebene Favoritenrolle - er hat in Monaco mit Ausnahme der Königsklasse in allen Serien, die er gefahren ist, bereits gewonnen - will Williams nicht bestätigen. "Die Formel 1 ist böse. Wenn du den kleinsten Fehler machst, bist du tot. Es ist das beste, bescheiden zu sein", so Sir Frank.
Frank Williams wollte sein Team in der Notlage nicht im Stich lassen Zoom © Williams
Die Formel 1 gilt als zerstrittener Haufen. Missgunst und Misstrauen, Spionage und Tricksereien gehören im Fahrerlager zur Tagesordnung. Doch wenn es zu Katastrophen kommt, dann rückt die Königsklasse des Motorsports zusammen. Bestes Beispiel dafür ist der Feuerunfall in der Williams-Box, der das Sensationsteam nach dem Überraschungsteam hart getroffen hat. "Ich habe die Zeit nach dem Rennen genossen, war in der Garage und blieb stehen, um mit jemandem zu sprechen, als es zu meiner Rechten etwas zerrissen hat", erinnert sich Teamchef Frank Williams gegenüber dem 'Telegraph' an den folgenschweren Knall. "Sofort breiteten sich schwarze Rauchwolken aus." Eine brenzlige Situation für den Querschnitt-gelähmten Teamboss. Doch sein Betreuer reagierte rasch. "Schnell wie der Blitz wurde ich aus der Box gerollt", erzählt er. Dabei war ihm dies zunächst gar nicht recht: "Ich schrie: 'Michael, du musst verdammt noch mal stehenbleiben. Ich sollte eigentlich die Leitung übernehmen, und kann mich nicht einfach aus dem Staub machen." Williams wollte zurück in die BoxSein Betreuer folgte dem Befehl des Chefs und schob den "Rollstuhl-General" wieder in Richtung Box. "Aber ich konnte dort nicht viel tun", erkannte Williams. Doch was war passiert? Williams-Mitbesitzer Christian "Toto" Wolff gibt gegenüber 'Sky' Einblicke: "Eine Funkstation aus Plastik, wo die Funkgeräte dran hängen, ist geschmolzen und hat zu dieser Rauchentwicklung geführt." Die Ursache dafür ist noch immer nicht ganz klar, wie Wolff erklärt: "Es wird immer noch analysiert, aber vermutlich war es eine statische Entladung, wie sie jeden Tag passieren kann, wenn wir jemandem die Hand schütteln und wir einen Schlag kriegen. Diese statische Entladung hat Dämpfe entzündet, und dann ist ein Fass in die Luft geflogen. Das ist extrem unüblich, wie ich gehört habe, aber es kann passieren." Gesamtes Fahrerlager kämpfte gegen FlammenAls das Feuer ausbrach, half plötzlich fast gesamte Fahrerlager mit, eine Katastrophe zu verhindern. Mechaniker unterschiedlicher Teams nahmen ihre Feuerlöscher und bekämpften die Flammen. "Es gehört einiges an Mut dazu, sich da hineinzustürzen, vor allem, wenn es nicht einmal das eigene Team ist", zollt der Österreicher den Helfern seine Anerkennung. "Es zeigt, wie die Mannschaften da zusammenhalten. Das war das die schöne Seite an der Tragödie." Toto Wolff glaubt, dass es einen balalen Grund für den Unfall geben könnte © xpbimages.com Freilich hätte aber auch ihr eigenes Team betroffen sein können, hätte man das Feuer nicht unter Kontrolle gebracht. "Sie wussten, dass sie helfen müssen, denn sonst hätte das Feuer auch auf andere Boxen übergreifen können", meint Wolff. Inzwischen wird nur noch ein Williams-Teammitglied im Krankenhaus behandelt - der Mitarbeiter leidet an Verbrennungen an Händen und Füßen. "Er wird nächste Woche aus dem Krankenhaus entlassen - also sind wir mit dem Schrecken davongekommen", ist Wolff froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist. "Er hat einen starken Charakter", stellt Williams klar, dass es seinem Teammitglied den Umständen entsprechend gut geht. "Er wird zurückkommen, wenn es für ihn passt - in einem Monat oder zwei." Williams bedankt sich für HilfeAuch der 70-jährige Brite zeigt sich vom Zusammenhalt im Fahrerlager angetan: "Es hat mich sehr glücklich gemacht, als ich im Nachhinein gehört habe, dass jeder Feuerlöscher im Fahrer von fast jedem Team benutzt wurde. Die Reaktion war außergewöhnlich, wirklich überwältigend."
Damit war es aber nicht getan, denn auch nach dem gelöschten Brand zeigten die anderen Teams ihre Hilfsbereitschaft. "Alle Teams sagten zu mir: 'Was auch immer ihr braucht - wir werden euch helfen'", erinnert sich die lebende Formel-1-Legende. "Ich weiß nicht genau, was wir angenommen haben, aber ich habe darum gebeten, dass eine Liste angefertigt wird. Meine Hauptaufgabe in Monaco ist es, alle Teamchefs zu treffen, ihnen zu danken und zurückzuzahlen, was auch immer sie uns gegeben haben."
Quelle: motorsport-total.com
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Verregneter Nachmittag in Monaco: Button vor Grosjean
24.05.2012 - 13:32
Senna ist froh, in einem Formel-1-Auto nach Monaco zurückkehren zu dürfen Zoom © xpbimages.com
Senna und Monaco - diese Verbindung scheint in den Genen zu liegen, schließlich sagt ein erfreuter Bruno Senna nach dem Freien Training am Freitagnachmittag bei 'Sky Sports F1': "Es ist eine meiner Lieblingsstrecken." Auf einen motorsportlichen Besuch an der Cote d'Azur musste der Brasilianer, der das Renault-Cockpit in der vergangenen Saison erst im Herbst ergatterte, zwei Jahre warten. Die Wiedersehensfreude ist groß: "Schön, nach einer langen Zeit, in der ich hier nicht Formel 1 gefahren bin, zurückkehren zu können", meint Senna. Dass die Wetterbedingungen ziemlich wankelmütig waren, stört den 28-Jährigen nicht. "Am Nachmittag wollte sich der Regen nicht so wirklich entscheiden, ob er nun kommt oder nicht. Das hat es zu einer verrückten Session gemacht", erklärt er. Zuletzt raste Senna im Jahre 2010 durch das Fürstentum - damals noch auf Bridgestone-Pneus. "Mit den Pirelli-Reifen ist es eine ganz andere Erfahrung als damals im HRT", stellt er fest. Der Magie Monte Carlos kann sich der Träger eines großen Namens nicht entziehen. "Wenn du selbstbewusst und eins mit dem Autos bist, vergisst du alles um dich herum. Dann kommt die Rundenzeit ganz von alleine", schwärmt Senna. In der höchsten Nachwuchsklasse siegte der vor drei Jahren. "Ich erinnere mich noch gut an den GP2-Erfolg. Hoffentlich gelingt mir das ein weiteres Mal." Sechs Siege des berühmten Onkels Ayrton verpflichten: "Wir haben hier so viel Geschichte geschrieben. Glücklicherweise auch ich mit meinem GP2-Sieg - aber die Formel 1 ist das, was zählt", blickt Senna voraus.
Der große Sir Frank Williams kann seit dem Sieg in Barcelona wieder lachen Zoom © Williams
Mit 70 Jahren ist Frank Williams der älteste Teamchef der Formel 1, aber während der 68-jährige Peter Sauber schon seinen Rücktritt mit Jahresende angekündigt hat, will der an den Rollstuhl gefesselte Brite noch nicht loslassen. Zwar zieht er sich schrittweise aus dem Tagesgeschäft zurückziehen - ein Prozess, der bereits eingeleitet wurde -, aber vorerst möchte er weiterhin an der Spitze des Rennstalls bleiben. Dass er seinen Sitz im Vorstand an Tochter Claire übergeben hat, ändere "nichts", denn: "All die Einzelpersonen mit ihren aufgeteilten Verantwortungsbereichen machen einen super Job. Ich bin aber immer noch kontrollierender Mehrheitseigentümer und Teamchef", stellt Williams im Interview mit dem 'Telegraph' klar. "Jemand muss zu mir kommen und mir sagen: 'Frank, du vergisst zu viel' oder 'Frank, du stehst langsam im Weg'." Williams sieht die Zeit noch nicht gekommenDas sei momentan noch nicht der Fall, meint der liebevoll "Rollstuhlgeneral" genannte Brite und widerspricht damit Kritikern, die nur hinter vorgehaltener Hand flüstern, dass sein Gesundheitszustand schon bald einen Wechsel erforderlich machen könnte. Würdest du dann zurücktreten, Frank? "Wenn ich wirklich glauben würde, dass ich die Dinge aufhalte, dann ja", sagt er. "Aber ich glaube nicht, dass es schon so weit ist." Teamintern war Adam Parr derjenige, der in den vergangenen Jahren den besten Draht zu Williams hatte, aber der Vorstandsvorsitzende musste im Zuge der Concorde-Verhandlungen mit Bernie Ecclestone gehen. Die neue Garde um Claire Williams und Großaktionär Toto Wolff steht schon eher für die nächste Generation. Wolff freute sich zuletzt in Barcelona "rasend, dass Frank das miterleben kann". Gemeint war der erste Sieg seit acht Jahren. Auch sonst gönnt man Williams die Rückkehr auf die Siegerstraße. Viele sind der Meinung: Es wäre ein unwürdiger Abgang eines großen Mannes gewesen, wenn Williams bis zu seinem endgültigen Rücktritt jahrelang sieglos geblieben wäre. "Er ist einer der Besten in unserem Zirkus, ein harter Kerl, ein Kämpfer", lobt Gerhard Berger. "Wir haben alle riesigen Respekt vor ihm, sind alle Fans von ihm. Und wir alle haben ein bisschen gelitten, als er immer mehr ins Hintertreffen geraten ist." Berger freut sich auch für Landsmann WolffFranks Tochter Claire Williams im Gespräch mit Bernie Ecclestone © xpbimages.com "Den letzten Sieg habe ich ihm sehr gegönnt - und das auch noch zu seinem Geburtstag! Das war wirklich toll", sagt Berger. "Ich freue mich auch für Toto Wolff, der als Österreicher jetzt Miteigentümer in dem Team ist. Ich glaube, die sind auf einem guten Weg. Die machen in diesem Jahr schon die ganze Zeit eine gute Figur. Und Maldonado scheint ein Treffer zu sein. Aber dafür hatte Frank immer schon ein Näschen." Die Frage ist: Wie lange noch? Der Racing-Virus lässt den 70-Jährigen jedenfalls nicht los: "Ich bin immer noch renn- und geschwindigkeitsverrückt", gibt der seit einem Vierteljahrhundert querschnittgelähmte Gründer des dritterfolgreichsten Formel-1-Teams aller Zeiten zu. "Seitlich mit 140 km/h durch eine Kurve zu rutschen, packt mich. Die Weltmeisterschaft nicht zu gewinnen, ist eher Nebensache. Es geht mir ums Racing."
Gerhard Berger hat Pastor Maldonado auch in Monaco auf der Rechnung Zoom © xpbimages.com
Gerhard Berger übt zwar keine offizieller Funktion mehr in der Formel 1 aus, dennoch ist er ein gern gesehener Gast im Fahrerlager. An diesem Wochenende sind dabei die Wege für den Österreicher recht kurz, denn wie viele der Piloten lebt er in Monaco. Berger kennt die Formel 1 sowohl aus der Perspektive des Fahrers als auch aus dem Blickwinkel von der Boxengasse aus, wo er als Motorsport-Direktor von BMW und Mitinhaber von Toro Rosso am Kommandostand saß. Doch an ein Rennjahr wie 2012 kann sich der 52-Jährige spontan auch nicht erinnern. "Es ist bisher eine ganz besondere Saison. Bei jedem Rennen gibt es einen anderen Sieger", sagt Berger im Gespräch mit 'SkySportsF1'. "Wir sehen einen sehr starken Williams, einen starken Sauber, einen sehr konkurrenzfähigen Ferrari. Vettel und Alonso führen die WM an. Es ist eine völlig andere Saison als in den vergangenen Jahren." In einer ohnehin turbulenten Saison, in der die Vorhersage des Sieger vor dem Rennwochenende kaum möglich ist, folgt nun mit Monaco ein Grand Prix, der von sich aus schon unberechenbar ist. Auch Berger freut sich auf das Rennen an der Cote d'Azur. "Jetzt kommen wir hier nach Monaco und es wird sehr interessant sein zu sehen, war hier alles zusammenbekommt." Doch der Österreicher ist sich schon jetzt sicher, welche Piloten im Kampf um den Sieg eine Rolle spielen werden. "Alonso wird einer derjenigen sein, die um den Sieg mitkämpfen. Hamilton, Alonso, Rosberg, und auch Maldonado dürfen wir nicht vergessen. Er war mit jedem Auto schnell, mit dem er hier gefahren ist", erinnert Berger an Maldonados Glanzleistungen in der GP2. "Vielleicht wird er auch an diesem Wochenende wieder eine Rolle spielen." Beeindruckender ist für Berger aber einer der Piloten seines ehemaligen Teams. "Ein großer Faktor bei Ferrari ist Alonso", sagt der 52-Jährige. "Er ist einer der besten, wenn nicht sogar der beste Fahrer im Feld. Er macht einen unglaublichen Job. Er fährt ständig am Limit, egal ob im Freien Training, Qualifying oder im Rennen. Er ist eine Garantie für gute Resultate. Aber Ferrari hat einen Schritt nach vorne gemacht. Vor allem beim vergangenen Rennen, aber auch heute Morgen. Er ist in guter Form." Sein ehemaliger Schützling Sebastian Vettel, mit dem Berger 2008 in Monza den Sieg bei Toro Rosso feiert, sticht in dieser Saison trotz der Sieges in Bahrain nicht so heraus wie noch im Vorjahr. Für Berger eine Folge der aktuellen Entwicklung der Formel 1. "Eine dominierende Rolle gibt es in diesem Jahr nicht", sagt der Österreicher bei den deutschen Kollegen von 'Sky Sport'. "Aber letztendlich führt Sebastian immer noch in der Weltmeisterschaft." Daran wird sich nach Ansicht von Berger auch bis zum Ende der Saison nichts ändern. "Sie sind immer dabei und werden am Ende auch wieder mitkämpfen." Die unberechenbare Formel 1 2012, die bei manchem Beobachter für Verwirrung, sorgt bei Berger, der nurmehr die Rolle des Zuschauers innehat, für Begeisterung. "Für uns Fans ist es natürlich besser, wenn es knapper zugeht, als wenn einer vorne wegfährt."
Jean-Eric Vergne konnte seine "Angst" vor der Strecke schnell ablegen Zoom © xpbimages.com
Das Toro-Rosso-Team bezeichnete den ersten Tag zum Großen Preis von Monaco als "eher frustrierend". Zum einen musste man den Neulingen in erster Linie Fahrzeit auf der Strecke geben, sodass man nicht viel am Setup arbeiten konnte. Zum anderen kam natürlich noch das wechselhafte Wetter hinzu. Am Ende fuhr Jean-Eric Vergne auf Platz 16 der schnellsten Zeiten des Tages, 2,463 Sekunden hinter Jenson Button und 0,043 Sekunden vor Teamkollege Daniel Ricciardo, der Position 17 auf der Liste der schnellsten Zeiten belegt. "Für mich war es hier das erste Mal in einem Formel-1-Auto", so Vergne. "Ich habe es wirklich genossen. Da ich im vergangenen Jahr in der World Series in Monaco nicht besonders gut unterwegs war, war ich bezüglich des heutigen Tages ein wenig besorgt, auch wenn ich mich auf die neue Erfahrung freute und nicht wusste, was ich zu erwarten habe." "Meiner Meinung nach sieht meine Leistung im Vergleich zu der meines Teamkollegen gut aus, schließlich hat Daniel auf dieser Strecke zwei Rennen in der World Series gewonnen und er hat vergangenes Jahr im Formel-1-Auto etwas Trainingszeit gehabt. So gesehen bin ich ganz glücklich und habe das Gefühl, dass die Rundenzeit nicht wichtig war, besonders da ich in etwas Verkehr geriet und meine letzte Runde in der Boxengasse beendete." "Mit der Balance des Autos bin ich relativ zufrieden, welche wir noch etwas verfeinern können. Ich benötige jedoch noch etwas mehr Zeit, um mich selbst an den Kurs anzupassen, selbst wenn ich gern im Nassen gefahren bin. Ich fühle mich vorbereitet, egal, auf welche Bedingungen wir im Verlauf des restlichen Wochenendes treffen sollten." "Aufgrund des Wetters am Nachmittag liefen die Dinge nicht ganz so reibungslos, wie wir dies geplant hatten", so Ricciardo. "Wir waren nicht in der Lage, alles auszuprobieren, was wir uns erhofft hatten." "Es ist aus diesem Grund etwas frustrierend, besonders da wir morgen einen freien Tag haben. Ich würde es vorziehen zu fahren, aber es ist womöglich eine gute Sache, denn wir können wirklich darüber nachdenken, was wir brauchen, um nach vorne zu kommen." "Es gibt auch ein paar Gebiete, auf denen wir uns verbessern müssen, und ich bin mir sicher, dass sich unsere Leistung komplett verändern wird, wenn wir das in den Griff bekommen. Hoffentlich werden wir am Samstag ein gutes Qualifying haben." "Alles in allem war dies ein eher frustrierender Tag", so Chefingenieur Laurent Mekies. "Denn die Streckenbedingungen waren während der Einheit am Nachmittag ziemlich wechselhaft." "Angesichts der Tatsache, dass Daniel vergangenes Jahr lediglich im 1. Freien Training für uns gefahren ist und Jean-Eric hier noch nie in einem Formel-1-Auto unterwegs war, lag der Hauptfokus des Tages darauf, beiden Fahrern auf dieser einzigartigen Strecke so viel Zeit zu geben wie nur möglich."
"Aus diesem Grund waren wir am Vormittag die ersten, welche aus den Boxen fuhren, denn wir wollten sie in den richtigen Rhythmus bringen. Dieser Teil unseres Planes verlief erfolgreich. Sie schienen die Erfahrung genossen zu haben. Wir haben auch am Nachmittag trotz der wechselhaften Bedingungen versucht, jede Menge Runden zu fahren." "Aber alles in allem haben wir in Bezug auf die übliche Arbeit am Setup des Autos nicht so viel erreicht. Abgesehen davon hatten wir einen problemlosen Tag und die Fahrer leisteten sich keinerlei Fehler. Aufgrund des unglücklichen Zeitplans dieser Veranstaltung haben wir morgen einen ganzen Tag, an dem wir darüber nachdenken können, wie wir das Auto für den Rest des Wochenendes verbessern können."
Kamui Kobayashi ist mit seinem Sauber noch nicht restlos glücklich Zoom © xpbimages.com
Starker Trainingsauftakt in Monaco für das Sauber-Team. Während Sergio Perez im Gesamtergebnis auf den beachtlichen fünften Platz fuhr, kam Teamkollege Kamui Kobayashi, der kein Fan des engen Kurses im Fürstentum ist, immerhin auf den neunten Gesamtrang. Auf die Bestzeit von McLaren-Pilot Jenson Button fehlten ihm 1,292 Sekunden. Dennoch erlebte der Japaner, der in Spanien großartiger Fünfter wurde, keinen problemlosen Trainingsstart. Er klagt gegenüber 'Sky Sports' über mangelnden Abtrieb: "Ich verwende den gleichen Unterboden wie mein Teamkollege, aber im Vergleich zu ihm vermissen wir aus einem unbekannten Grund etwas Abtrieb. Aus diesem Grund hatten wir hier ein paar Probleme." Das Team wechselte daher auf den Ersatz-Unterboden. Auch die Umstände machen es dem Sauber-Piloten nicht leicht: "Die Strecke ist immer ziemlich schmutzig - es ist sehr rutschig. Daher ist es immer sehr schwierig, das richtige Setup zu finden, aber ich denke, dass es in Ordnung ist. Wir sind nicht so weit weg. Am Samstag werden wir dann sehen, was das Wetter macht. Die Streckenbedingungen sind hier an diesem Wochenende eine ziemliche Unbekannte - und das macht es sehr knifflig." Obwohl am Freitag für die Formel-1-Piloten Ruhetag ist, wurde Kobayashi von seinem Team eingeteilt: "Ich habe einen etwas seltsamen Zeitplan. Es gibt eine Autogrammstunde an der Strecke, was eine Überraschung ist. Ich muss also leider zur Strecke kommen." Obwohl er den Kurs nicht für eine wirkliche Formel-1-Strecke hält, kann er dem Rennen etwas abgewinnen: "In Monaco ist die Aufregung immer sehr groß - und das ist gut für die Formel 1."
Hat Fahrer noch nie mit Samthandschuhen angefasst: Frank Williams Zoom © xpbimages.com
Bruno Sennas Stuhl bei Williams wackelt nach dem Sieg von Pastor Maldonado beim Spanien-Grand-Prix bedenklich. Und der Teamchef rüttelt weiter am Sitz des Brasilianers: "Bruno muss jetzt antworten", zitiert die britische Tageszeitung "The Telegraph" Frank Williams und findet gewohnt deutliche Worte: "Maldos (Maldonados, Anm. d. Red.) Erfolg sollte für ihn ein Tritt in den Hintern sein." Williams, der sich von den starken Leitungen des Venezolaners überrascht zeigt, redet auch bei den Finanzen nicht lange um den heißen Brei herum. "Völlig unpolitisch, aber er bringt eine nützliche Menge an Sponsorengeldern mit." Insider beziffern diese "nützliche" Summe auf rund 30 Millionen britische Pfund, die Caracas staatlicher Ölkonzern PDVSA auf das Williams-Konto überweist. Die Maldonado zugeschriebene Favoritenrolle - er hat in Monaco mit Ausnahme der Königsklasse in allen Serien, die er gefahren ist, bereits gewonnen - will Williams nicht bestätigen. "Die Formel 1 ist böse. Wenn du den kleinsten Fehler machst, bist du tot. Es ist das beste, bescheiden zu sein", so Sir Frank.
Frank Williams wollte sein Team in der Notlage nicht im Stich lassen Zoom © Williams
Die Formel 1 gilt als zerstrittener Haufen. Missgunst und Misstrauen, Spionage und Tricksereien gehören im Fahrerlager zur Tagesordnung. Doch wenn es zu Katastrophen kommt, dann rückt die Königsklasse des Motorsports zusammen. Bestes Beispiel dafür ist der Feuerunfall in der Williams-Box, der das Sensationsteam nach dem Überraschungsteam hart getroffen hat. "Ich habe die Zeit nach dem Rennen genossen, war in der Garage und blieb stehen, um mit jemandem zu sprechen, als es zu meiner Rechten etwas zerrissen hat", erinnert sich Teamchef Frank Williams gegenüber dem 'Telegraph' an den folgenschweren Knall. "Sofort breiteten sich schwarze Rauchwolken aus." Eine brenzlige Situation für den Querschnitt-gelähmten Teamboss. Doch sein Betreuer reagierte rasch. "Schnell wie der Blitz wurde ich aus der Box gerollt", erzählt er. Dabei war ihm dies zunächst gar nicht recht: "Ich schrie: 'Michael, du musst verdammt noch mal stehenbleiben. Ich sollte eigentlich die Leitung übernehmen, und kann mich nicht einfach aus dem Staub machen." Williams wollte zurück in die BoxSein Betreuer folgte dem Befehl des Chefs und schob den "Rollstuhl-General" wieder in Richtung Box. "Aber ich konnte dort nicht viel tun", erkannte Williams. Doch was war passiert? Williams-Mitbesitzer Christian "Toto" Wolff gibt gegenüber 'Sky' Einblicke: "Eine Funkstation aus Plastik, wo die Funkgeräte dran hängen, ist geschmolzen und hat zu dieser Rauchentwicklung geführt." Die Ursache dafür ist noch immer nicht ganz klar, wie Wolff erklärt: "Es wird immer noch analysiert, aber vermutlich war es eine statische Entladung, wie sie jeden Tag passieren kann, wenn wir jemandem die Hand schütteln und wir einen Schlag kriegen. Diese statische Entladung hat Dämpfe entzündet, und dann ist ein Fass in die Luft geflogen. Das ist extrem unüblich, wie ich gehört habe, aber es kann passieren." Gesamtes Fahrerlager kämpfte gegen FlammenAls das Feuer ausbrach, half plötzlich fast gesamte Fahrerlager mit, eine Katastrophe zu verhindern. Mechaniker unterschiedlicher Teams nahmen ihre Feuerlöscher und bekämpften die Flammen. "Es gehört einiges an Mut dazu, sich da hineinzustürzen, vor allem, wenn es nicht einmal das eigene Team ist", zollt der Österreicher den Helfern seine Anerkennung. "Es zeigt, wie die Mannschaften da zusammenhalten. Das war das die schöne Seite an der Tragödie." Toto Wolff glaubt, dass es einen balalen Grund für den Unfall geben könnte © xpbimages.com Freilich hätte aber auch ihr eigenes Team betroffen sein können, hätte man das Feuer nicht unter Kontrolle gebracht. "Sie wussten, dass sie helfen müssen, denn sonst hätte das Feuer auch auf andere Boxen übergreifen können", meint Wolff. Inzwischen wird nur noch ein Williams-Teammitglied im Krankenhaus behandelt - der Mitarbeiter leidet an Verbrennungen an Händen und Füßen. "Er wird nächste Woche aus dem Krankenhaus entlassen - also sind wir mit dem Schrecken davongekommen", ist Wolff froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist. "Er hat einen starken Charakter", stellt Williams klar, dass es seinem Teammitglied den Umständen entsprechend gut geht. "Er wird zurückkommen, wenn es für ihn passt - in einem Monat oder zwei." Williams bedankt sich für HilfeAuch der 70-jährige Brite zeigt sich vom Zusammenhalt im Fahrerlager angetan: "Es hat mich sehr glücklich gemacht, als ich im Nachhinein gehört habe, dass jeder Feuerlöscher im Fahrer von fast jedem Team benutzt wurde. Die Reaktion war außergewöhnlich, wirklich überwältigend."
Damit war es aber nicht getan, denn auch nach dem gelöschten Brand zeigten die anderen Teams ihre Hilfsbereitschaft. "Alle Teams sagten zu mir: 'Was auch immer ihr braucht - wir werden euch helfen'", erinnert sich die lebende Formel-1-Legende. "Ich weiß nicht genau, was wir angenommen haben, aber ich habe darum gebeten, dass eine Liste angefertigt wird. Meine Hauptaufgabe in Monaco ist es, alle Teamchefs zu treffen, ihnen zu danken und zurückzuzahlen, was auch immer sie uns gegeben haben."
Jenson Button sicherte sich die Bestzeit am ersten Trainingstag in Monaco Zoom © xpbimages.com
Am Vormittag war es zwar noch trocken, aber wirklich aussagekräftig war das Ergebnis des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco nicht, und auch die zweite Session im Fürstentum an der Cote d'Azur ließ keine echten Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis an diesem Wochenende zu. Schuld daran war Regen im zweiten Freien Training in Monte Carlo. "Diese Bedingungen sind sehr schwierig für uns", meinte Force-India-Teammanager Andy Stevenson nach knapp einer halben Stunde der geplanten 90 Minuten. "Die Strecke ist zu feucht, um konstruktiv zu fahren, aber nicht nass genug für Intermediates. Da wäre mir stärkerer Regen sogar lieber, denn laut Wettervorhersage soll es am Wochenende regnen. So könnten die Fahrer zumindest ein paar Runden trainieren, um sich an die Bedingungen zu gewöhnen." Button-Bestzeit auf weichen ReifenEin Wunsch, der nicht in Erfüllung gehen sollte, denn erst trocknete es ein bisschen ab, ehe es wieder zu regnen begann - beim zweiten Mal etwas stärker. Von da an waren die gleich zu Beginn erzielten Zeiten in Stein gemeißelt. Jenson Buttons Bestzeit von 1:15.746 Minuten war jedoch kaum aussagekräftig, schließlich hatte der McLaren-Pilot noch vor einsetzendem Regen als einer der wenigen Piloten eine volle Runde auf den weicheren Supersoft-Pirellis zurückgelegt. Der Lotus von Romain Grosjean hinterließ heute einen sehr starken Eindruck © xpbimages.com "Wir sind heute für einen Donnerstag in Monaco nicht viel gefahren. Hoffentlich wird das Wetter am Samstag ein bisschen besser", seufzt der Tagesschnellste, der es insgesamt auf 30 Umläufe brachte, 17 davon am Nachmittag. Zweiter wurde Romain Grosjean (Lotus), der mit seiner spektakulären Fahrweise immer wieder in Richtung Leitplanken driftete, aber jeden einzelnen Rutscher gekonnt abfangen konnte. Rückstand: 0,392 Sekunden. Allerdings absolvierte Grosjean seinen gezeiteten Run noch auf der härteren Reifenmischung, "und die ist um ungefähr eine Sekunde langsamer als die weiche", analysiert Formel-1-Experte Marc Surer. Eigentlich also ein gutes Zeichen für das Lotus-Team, dem die meisten Beobachter an diesem Wochenende eine starke Performance zutrauen, aber andererseits ist das Ergebnis wegen des Wetters und unterschiedlicher Benzinmengen noch verzerrter als sonst am ersten Trainingstag. Massa in FP2 schneller als AlonsoFelipe Massa gewann das Ferrari-Stallduell am Nachmittag gegen Fernando Alonso, in der Gesamtwertung belegte Alonso aber mit 0,519 Sekunden Rückstand den dritten Platz - seine Bestzeit vom Vormittag konnte er in der zweiten Session nicht mehr unterbieten. In der inoffiziellen Regenwertung belegte Massa sogar den zweiten Platz, zwei Zehntelsekunden hinter Sergio Perez (5./Sauber/+0,965), der auf nasser Strecke in 1:26.6 Minuten am schnellsten war. Nur diese fünf Fahrer lagen am Ende des Donnerstags innerhalb von einer Sekunde. Monaco-Spezialist Lewis Hamilton (McLaren), Barcelona-Sieger Pastor Maldonado (Williams), Nico Rosberg (Mercedes), Kamui Kobayashi (Sauber) und Mark Webber (Red Bull) komplettierten die Top 10. Vorjahressieger Sebastian Vettel wurde eineinhalb Sekunden hinter der Spitze und 74 Tausendstelsekunden hinter Teamkollege Webber Elfter. Marko klagt über schlechtes Wetter"Wir hätten einige Änderungen am Auto. Da ist es natürlich schade, wenn man die Zeit jetzt auf keine Weise nützen kann", bedauert Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko. "Es war zu wenig nass für Intermediate- oder Regenreifen, aber nass genug, um Erkenntnisse unmöglich zu machen. Es hängt nur hier über der Rennstrecke eine Wolke, der Rest ist laut Radar in Ordnung. Heutzutage sind die Wetterprognosen sehr gut. Wir müssen schon mit eher schlechtem Wetter rechnen." Im feuchten Teil der zweiten Session war niemand schneller als Sergio Perez © xpbimages.com Am meisten trainierten im Regen die Toro-Rosso-Junioren - niemand war so fleißig wie Vergne/Ricciardo, die es als 16. und 17. auf insgesamt 101 Runden brachten. "Im Nassen zu fahren, ist immer wichtig", erklärt Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari. "Wenn es im Qualifying das gleiche Wetter hat, weißt du, wie sich das Auto verhält. Die Strecke ist natürlich rutschig, aber es ist wichtig, zu trainieren. Nur so findest du heraus, wo es rutschig ist und wo es Grip hat."
Offensichtlich keinen Grip hatte es in der Bremszone vor der Mirabeau-Kurve, in der in den letzten Minuten beide Williams-Piloten, Perez und Massa Bekanntschaft mit der Auslaufzone machten. Der Crew von Maldonado dürfte das Herz stehen geblieben sein, als der Venezolaner in dem schmalen Notausgang mit einem Burnout wenden wollte, doch kurz vor dem Einschlag in die Leitplanken kam er dann doch zu Sinnen und ließ sich von den Streckenposten helfen. Kovalainen wieder in ProblemenDen Schlusspunkt setzte wie schon am Vormittag Heikki Kovalainen (21./Caterham/+4,283) - diesmal allerdings nicht mit einem Motorschaden im Tunnel, sondern mit einem Ausritt in Mirabeau. Der Finne konnte im Gegensatz zu seinen Konkurrenten nicht weiterfahren, sodass die letzten Minuten der Session unter gelben Flaggen stattfanden. Landsmann Kimi Räikkönen trainierte in Session zwei umso fleißiger: 25 Runden, dreieinhalb Sekunden Rückstand, 20. Platz. Nur 25 Runden: Michael Schumacher trainierte weniger als alle anderen Fahrer © xpbimages.com "Der Lotus scheint ziemlich stark zu sein, was Traktion und mechanischen Grip angeht", analysiert Experte Alguersuari. "Dem stimme ich zu", meint der ehemalige Formel-1-Ingenieur Gary Anderson und ergänzt: "Button und Hamilton machten heute Morgen durch die Schwimmbad-Passage einen sehr starken Eindruck. Ich glaube, die werden mitmischen." Alguersuari rechnet außerdem mit Ferrari, rätselt aber: "Schwer zu sagen, wo Red Bull im Moment steht."
Positiv ist, dass alle komfortabel innerhalb der 107-Prozent-Zeit lagen, weniger positiv hingegen, dass niemand einen Longrun mit den roten Supersoft-Option-Pirellis fahren konnte. "Was den Abbau der Reifen angeht, wird es eine Reise ins Unbekannte", twittert Ferrari nach dem Training. "Niemand konnte Longruns fahren. Das ist ein weiteres Fragezeichen für das Rennen." Jetzt steht aber ohnehin erst einmal der Ruhetag auf dem Programm.
Quelle: motorsport-total.com
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| Formel 1 » Ecclestone streckt dem Nürburgring die Hand aus |
Ecclestone streckt dem Nürburgring die Hand aus
24.05.2012 - 13:21
Senna ist froh, in einem Formel-1-Auto nach Monaco zurückkehren zu dürfen Zoom © xpbimages.com
Senna und Monaco - diese Verbindung scheint in den Genen zu liegen, schließlich sagt ein erfreuter Bruno Senna nach dem Freien Training am Freitagnachmittag bei 'Sky Sports F1': "Es ist eine meiner Lieblingsstrecken." Auf einen motorsportlichen Besuch an der Cote d'Azur musste der Brasilianer, der das Renault-Cockpit in der vergangenen Saison erst im Herbst ergatterte, zwei Jahre warten. Die Wiedersehensfreude ist groß: "Schön, nach einer langen Zeit, in der ich hier nicht Formel 1 gefahren bin, zurückkehren zu können", meint Senna. Dass die Wetterbedingungen ziemlich wankelmütig waren, stört den 28-Jährigen nicht. "Am Nachmittag wollte sich der Regen nicht so wirklich entscheiden, ob er nun kommt oder nicht. Das hat es zu einer verrückten Session gemacht", erklärt er. Zuletzt raste Senna im Jahre 2010 durch das Fürstentum - damals noch auf Bridgestone-Pneus. "Mit den Pirelli-Reifen ist es eine ganz andere Erfahrung als damals im HRT", stellt er fest. Der Magie Monte Carlos kann sich der Träger eines großen Namens nicht entziehen. "Wenn du selbstbewusst und eins mit dem Autos bist, vergisst du alles um dich herum. Dann kommt die Rundenzeit ganz von alleine", schwärmt Senna. In der höchsten Nachwuchsklasse siegte der vor drei Jahren. "Ich erinnere mich noch gut an den GP2-Erfolg. Hoffentlich gelingt mir das ein weiteres Mal." Sechs Siege des berühmten Onkels Ayrton verpflichten: "Wir haben hier so viel Geschichte geschrieben. Glücklicherweise auch ich mit meinem GP2-Sieg - aber die Formel 1 ist das, was zählt", blickt Senna voraus.
Der große Sir Frank Williams kann seit dem Sieg in Barcelona wieder lachen Zoom © Williams
Mit 70 Jahren ist Frank Williams der älteste Teamchef der Formel 1, aber während der 68-jährige Peter Sauber schon seinen Rücktritt mit Jahresende angekündigt hat, will der an den Rollstuhl gefesselte Brite noch nicht loslassen. Zwar zieht er sich schrittweise aus dem Tagesgeschäft zurückziehen - ein Prozess, der bereits eingeleitet wurde -, aber vorerst möchte er weiterhin an der Spitze des Rennstalls bleiben. Dass er seinen Sitz im Vorstand an Tochter Claire übergeben hat, ändere "nichts", denn: "All die Einzelpersonen mit ihren aufgeteilten Verantwortungsbereichen machen einen super Job. Ich bin aber immer noch kontrollierender Mehrheitseigentümer und Teamchef", stellt Williams im Interview mit dem 'Telegraph' klar. "Jemand muss zu mir kommen und mir sagen: 'Frank, du vergisst zu viel' oder 'Frank, du stehst langsam im Weg'." Williams sieht die Zeit noch nicht gekommenDas sei momentan noch nicht der Fall, meint der liebevoll "Rollstuhlgeneral" genannte Brite und widerspricht damit Kritikern, die nur hinter vorgehaltener Hand flüstern, dass sein Gesundheitszustand schon bald einen Wechsel erforderlich machen könnte. Würdest du dann zurücktreten, Frank? "Wenn ich wirklich glauben würde, dass ich die Dinge aufhalte, dann ja", sagt er. "Aber ich glaube nicht, dass es schon so weit ist." Teamintern war Adam Parr derjenige, der in den vergangenen Jahren den besten Draht zu Williams hatte, aber der Vorstandsvorsitzende musste im Zuge der Concorde-Verhandlungen mit Bernie Ecclestone gehen. Die neue Garde um Claire Williams und Großaktionär Toto Wolff steht schon eher für die nächste Generation. Wolff freute sich zuletzt in Barcelona "rasend, dass Frank das miterleben kann". Gemeint war der erste Sieg seit acht Jahren. Auch sonst gönnt man Williams die Rückkehr auf die Siegerstraße. Viele sind der Meinung: Es wäre ein unwürdiger Abgang eines großen Mannes gewesen, wenn Williams bis zu seinem endgültigen Rücktritt jahrelang sieglos geblieben wäre. "Er ist einer der Besten in unserem Zirkus, ein harter Kerl, ein Kämpfer", lobt Gerhard Berger. "Wir haben alle riesigen Respekt vor ihm, sind alle Fans von ihm. Und wir alle haben ein bisschen gelitten, als er immer mehr ins Hintertreffen geraten ist." Berger freut sich auch für Landsmann WolffFranks Tochter Claire Williams im Gespräch mit Bernie Ecclestone © xpbimages.com "Den letzten Sieg habe ich ihm sehr gegönnt - und das auch noch zu seinem Geburtstag! Das war wirklich toll", sagt Berger. "Ich freue mich auch für Toto Wolff, der als Österreicher jetzt Miteigentümer in dem Team ist. Ich glaube, die sind auf einem guten Weg. Die machen in diesem Jahr schon die ganze Zeit eine gute Figur. Und Maldonado scheint ein Treffer zu sein. Aber dafür hatte Frank immer schon ein Näschen." Die Frage ist: Wie lange noch? Der Racing-Virus lässt den 70-Jährigen jedenfalls nicht los: "Ich bin immer noch renn- und geschwindigkeitsverrückt", gibt der seit einem Vierteljahrhundert querschnittgelähmte Gründer des dritterfolgreichsten Formel-1-Teams aller Zeiten zu. "Seitlich mit 140 km/h durch eine Kurve zu rutschen, packt mich. Die Weltmeisterschaft nicht zu gewinnen, ist eher Nebensache. Es geht mir ums Racing."
Gerhard Berger hat Pastor Maldonado auch in Monaco auf der Rechnung Zoom © xpbimages.com
Gerhard Berger übt zwar keine offizieller Funktion mehr in der Formel 1 aus, dennoch ist er ein gern gesehener Gast im Fahrerlager. An diesem Wochenende sind dabei die Wege für den Österreicher recht kurz, denn wie viele der Piloten lebt er in Monaco. Berger kennt die Formel 1 sowohl aus der Perspektive des Fahrers als auch aus dem Blickwinkel von der Boxengasse aus, wo er als Motorsport-Direktor von BMW und Mitinhaber von Toro Rosso am Kommandostand saß. Doch an ein Rennjahr wie 2012 kann sich der 52-Jährige spontan auch nicht erinnern. "Es ist bisher eine ganz besondere Saison. Bei jedem Rennen gibt es einen anderen Sieger", sagt Berger im Gespräch mit 'SkySportsF1'. "Wir sehen einen sehr starken Williams, einen starken Sauber, einen sehr konkurrenzfähigen Ferrari. Vettel und Alonso führen die WM an. Es ist eine völlig andere Saison als in den vergangenen Jahren." In einer ohnehin turbulenten Saison, in der die Vorhersage des Sieger vor dem Rennwochenende kaum möglich ist, folgt nun mit Monaco ein Grand Prix, der von sich aus schon unberechenbar ist. Auch Berger freut sich auf das Rennen an der Cote d'Azur. "Jetzt kommen wir hier nach Monaco und es wird sehr interessant sein zu sehen, war hier alles zusammenbekommt." Doch der Österreicher ist sich schon jetzt sicher, welche Piloten im Kampf um den Sieg eine Rolle spielen werden. "Alonso wird einer derjenigen sein, die um den Sieg mitkämpfen. Hamilton, Alonso, Rosberg, und auch Maldonado dürfen wir nicht vergessen. Er war mit jedem Auto schnell, mit dem er hier gefahren ist", erinnert Berger an Maldonados Glanzleistungen in der GP2. "Vielleicht wird er auch an diesem Wochenende wieder eine Rolle spielen." Beeindruckender ist für Berger aber einer der Piloten seines ehemaligen Teams. "Ein großer Faktor bei Ferrari ist Alonso", sagt der 52-Jährige. "Er ist einer der besten, wenn nicht sogar der beste Fahrer im Feld. Er macht einen unglaublichen Job. Er fährt ständig am Limit, egal ob im Freien Training, Qualifying oder im Rennen. Er ist eine Garantie für gute Resultate. Aber Ferrari hat einen Schritt nach vorne gemacht. Vor allem beim vergangenen Rennen, aber auch heute Morgen. Er ist in guter Form." Sein ehemaliger Schützling Sebastian Vettel, mit dem Berger 2008 in Monza den Sieg bei Toro Rosso feiert, sticht in dieser Saison trotz der Sieges in Bahrain nicht so heraus wie noch im Vorjahr. Für Berger eine Folge der aktuellen Entwicklung der Formel 1. "Eine dominierende Rolle gibt es in diesem Jahr nicht", sagt der Österreicher bei den deutschen Kollegen von 'Sky Sport'. "Aber letztendlich führt Sebastian immer noch in der Weltmeisterschaft." Daran wird sich nach Ansicht von Berger auch bis zum Ende der Saison nichts ändern. "Sie sind immer dabei und werden am Ende auch wieder mitkämpfen." Die unberechenbare Formel 1 2012, die bei manchem Beobachter für Verwirrung, sorgt bei Berger, der nurmehr die Rolle des Zuschauers innehat, für Begeisterung. "Für uns Fans ist es natürlich besser, wenn es knapper zugeht, als wenn einer vorne wegfährt."
Jean-Eric Vergne konnte seine "Angst" vor der Strecke schnell ablegen Zoom © xpbimages.com
Das Toro-Rosso-Team bezeichnete den ersten Tag zum Großen Preis von Monaco als "eher frustrierend". Zum einen musste man den Neulingen in erster Linie Fahrzeit auf der Strecke geben, sodass man nicht viel am Setup arbeiten konnte. Zum anderen kam natürlich noch das wechselhafte Wetter hinzu. Am Ende fuhr Jean-Eric Vergne auf Platz 16 der schnellsten Zeiten des Tages, 2,463 Sekunden hinter Jenson Button und 0,043 Sekunden vor Teamkollege Daniel Ricciardo, der Position 17 auf der Liste der schnellsten Zeiten belegt. "Für mich war es hier das erste Mal in einem Formel-1-Auto", so Vergne. "Ich habe es wirklich genossen. Da ich im vergangenen Jahr in der World Series in Monaco nicht besonders gut unterwegs war, war ich bezüglich des heutigen Tages ein wenig besorgt, auch wenn ich mich auf die neue Erfahrung freute und nicht wusste, was ich zu erwarten habe." "Meiner Meinung nach sieht meine Leistung im Vergleich zu der meines Teamkollegen gut aus, schließlich hat Daniel auf dieser Strecke zwei Rennen in der World Series gewonnen und er hat vergangenes Jahr im Formel-1-Auto etwas Trainingszeit gehabt. So gesehen bin ich ganz glücklich und habe das Gefühl, dass die Rundenzeit nicht wichtig war, besonders da ich in etwas Verkehr geriet und meine letzte Runde in der Boxengasse beendete." "Mit der Balance des Autos bin ich relativ zufrieden, welche wir noch etwas verfeinern können. Ich benötige jedoch noch etwas mehr Zeit, um mich selbst an den Kurs anzupassen, selbst wenn ich gern im Nassen gefahren bin. Ich fühle mich vorbereitet, egal, auf welche Bedingungen wir im Verlauf des restlichen Wochenendes treffen sollten." "Aufgrund des Wetters am Nachmittag liefen die Dinge nicht ganz so reibungslos, wie wir dies geplant hatten", so Ricciardo. "Wir waren nicht in der Lage, alles auszuprobieren, was wir uns erhofft hatten." "Es ist aus diesem Grund etwas frustrierend, besonders da wir morgen einen freien Tag haben. Ich würde es vorziehen zu fahren, aber es ist womöglich eine gute Sache, denn wir können wirklich darüber nachdenken, was wir brauchen, um nach vorne zu kommen." "Es gibt auch ein paar Gebiete, auf denen wir uns verbessern müssen, und ich bin mir sicher, dass sich unsere Leistung komplett verändern wird, wenn wir das in den Griff bekommen. Hoffentlich werden wir am Samstag ein gutes Qualifying haben." "Alles in allem war dies ein eher frustrierender Tag", so Chefingenieur Laurent Mekies. "Denn die Streckenbedingungen waren während der Einheit am Nachmittag ziemlich wechselhaft." "Angesichts der Tatsache, dass Daniel vergangenes Jahr lediglich im 1. Freien Training für uns gefahren ist und Jean-Eric hier noch nie in einem Formel-1-Auto unterwegs war, lag der Hauptfokus des Tages darauf, beiden Fahrern auf dieser einzigartigen Strecke so viel Zeit zu geben wie nur möglich."
"Aus diesem Grund waren wir am Vormittag die ersten, welche aus den Boxen fuhren, denn wir wollten sie in den richtigen Rhythmus bringen. Dieser Teil unseres Planes verlief erfolgreich. Sie schienen die Erfahrung genossen zu haben. Wir haben auch am Nachmittag trotz der wechselhaften Bedingungen versucht, jede Menge Runden zu fahren." "Aber alles in allem haben wir in Bezug auf die übliche Arbeit am Setup des Autos nicht so viel erreicht. Abgesehen davon hatten wir einen problemlosen Tag und die Fahrer leisteten sich keinerlei Fehler. Aufgrund des unglücklichen Zeitplans dieser Veranstaltung haben wir morgen einen ganzen Tag, an dem wir darüber nachdenken können, wie wir das Auto für den Rest des Wochenendes verbessern können."
Kamui Kobayashi ist mit seinem Sauber noch nicht restlos glücklich Zoom © xpbimages.com
Starker Trainingsauftakt in Monaco für das Sauber-Team. Während Sergio Perez im Gesamtergebnis auf den beachtlichen fünften Platz fuhr, kam Teamkollege Kamui Kobayashi, der kein Fan des engen Kurses im Fürstentum ist, immerhin auf den neunten Gesamtrang. Auf die Bestzeit von McLaren-Pilot Jenson Button fehlten ihm 1,292 Sekunden. Dennoch erlebte der Japaner, der in Spanien großartiger Fünfter wurde, keinen problemlosen Trainingsstart. Er klagt gegenüber 'Sky Sports' über mangelnden Abtrieb: "Ich verwende den gleichen Unterboden wie mein Teamkollege, aber im Vergleich zu ihm vermissen wir aus einem unbekannten Grund etwas Abtrieb. Aus diesem Grund hatten wir hier ein paar Probleme." Das Team wechselte daher auf den Ersatz-Unterboden. Auch die Umstände machen es dem Sauber-Piloten nicht leicht: "Die Strecke ist immer ziemlich schmutzig - es ist sehr rutschig. Daher ist es immer sehr schwierig, das richtige Setup zu finden, aber ich denke, dass es in Ordnung ist. Wir sind nicht so weit weg. Am Samstag werden wir dann sehen, was das Wetter macht. Die Streckenbedingungen sind hier an diesem Wochenende eine ziemliche Unbekannte - und das macht es sehr knifflig." Obwohl am Freitag für die Formel-1-Piloten Ruhetag ist, wurde Kobayashi von seinem Team eingeteilt: "Ich habe einen etwas seltsamen Zeitplan. Es gibt eine Autogrammstunde an der Strecke, was eine Überraschung ist. Ich muss also leider zur Strecke kommen." Obwohl er den Kurs nicht für eine wirkliche Formel-1-Strecke hält, kann er dem Rennen etwas abgewinnen: "In Monaco ist die Aufregung immer sehr groß - und das ist gut für die Formel 1."
Hat Fahrer noch nie mit Samthandschuhen angefasst: Frank Williams Zoom © xpbimages.com
Bruno Sennas Stuhl bei Williams wackelt nach dem Sieg von Pastor Maldonado beim Spanien-Grand-Prix bedenklich. Und der Teamchef rüttelt weiter am Sitz des Brasilianers: "Bruno muss jetzt antworten", zitiert die britische Tageszeitung "The Telegraph" Frank Williams und findet gewohnt deutliche Worte: "Maldos (Maldonados, Anm. d. Red.) Erfolg sollte für ihn ein Tritt in den Hintern sein." Williams, der sich von den starken Leitungen des Venezolaners überrascht zeigt, redet auch bei den Finanzen nicht lange um den heißen Brei herum. "Völlig unpolitisch, aber er bringt eine nützliche Menge an Sponsorengeldern mit." Insider beziffern diese "nützliche" Summe auf rund 30 Millionen britische Pfund, die Caracas staatlicher Ölkonzern PDVSA auf das Williams-Konto überweist. Die Maldonado zugeschriebene Favoritenrolle - er hat in Monaco mit Ausnahme der Königsklasse in allen Serien, die er gefahren ist, bereits gewonnen - will Williams nicht bestätigen. "Die Formel 1 ist böse. Wenn du den kleinsten Fehler machst, bist du tot. Es ist das beste, bescheiden zu sein", so Sir Frank.
Frank Williams wollte sein Team in der Notlage nicht im Stich lassen Zoom © Williams
Die Formel 1 gilt als zerstrittener Haufen. Missgunst und Misstrauen, Spionage und Tricksereien gehören im Fahrerlager zur Tagesordnung. Doch wenn es zu Katastrophen kommt, dann rückt die Königsklasse des Motorsports zusammen. Bestes Beispiel dafür ist der Feuerunfall in der Williams-Box, der das Sensationsteam nach dem Überraschungsteam hart getroffen hat. "Ich habe die Zeit nach dem Rennen genossen, war in der Garage und blieb stehen, um mit jemandem zu sprechen, als es zu meiner Rechten etwas zerrissen hat", erinnert sich Teamchef Frank Williams gegenüber dem 'Telegraph' an den folgenschweren Knall. "Sofort breiteten sich schwarze Rauchwolken aus." Eine brenzlige Situation für den Querschnitt-gelähmten Teamboss. Doch sein Betreuer reagierte rasch. "Schnell wie der Blitz wurde ich aus der Box gerollt", erzählt er. Dabei war ihm dies zunächst gar nicht recht: "Ich schrie: 'Michael, du musst verdammt noch mal stehenbleiben. Ich sollte eigentlich die Leitung übernehmen, und kann mich nicht einfach aus dem Staub machen." Williams wollte zurück in die BoxSein Betreuer folgte dem Befehl des Chefs und schob den "Rollstuhl-General" wieder in Richtung Box. "Aber ich konnte dort nicht viel tun", erkannte Williams. Doch was war passiert? Williams-Mitbesitzer Christian "Toto" Wolff gibt gegenüber 'Sky' Einblicke: "Eine Funkstation aus Plastik, wo die Funkgeräte dran hängen, ist geschmolzen und hat zu dieser Rauchentwicklung geführt." Die Ursache dafür ist noch immer nicht ganz klar, wie Wolff erklärt: "Es wird immer noch analysiert, aber vermutlich war es eine statische Entladung, wie sie jeden Tag passieren kann, wenn wir jemandem die Hand schütteln und wir einen Schlag kriegen. Diese statische Entladung hat Dämpfe entzündet, und dann ist ein Fass in die Luft geflogen. Das ist extrem unüblich, wie ich gehört habe, aber es kann passieren." Gesamtes Fahrerlager kämpfte gegen FlammenAls das Feuer ausbrach, half plötzlich fast gesamte Fahrerlager mit, eine Katastrophe zu verhindern. Mechaniker unterschiedlicher Teams nahmen ihre Feuerlöscher und bekämpften die Flammen. "Es gehört einiges an Mut dazu, sich da hineinzustürzen, vor allem, wenn es nicht einmal das eigene Team ist", zollt der Österreicher den Helfern seine Anerkennung. "Es zeigt, wie die Mannschaften da zusammenhalten. Das war das die schöne Seite an der Tragödie." Toto Wolff glaubt, dass es einen balalen Grund für den Unfall geben könnte © xpbimages.com Freilich hätte aber auch ihr eigenes Team betroffen sein können, hätte man das Feuer nicht unter Kontrolle gebracht. "Sie wussten, dass sie helfen müssen, denn sonst hätte das Feuer auch auf andere Boxen übergreifen können", meint Wolff. Inzwischen wird nur noch ein Williams-Teammitglied im Krankenhaus behandelt - der Mitarbeiter leidet an Verbrennungen an Händen und Füßen. "Er wird nächste Woche aus dem Krankenhaus entlassen - also sind wir mit dem Schrecken davongekommen", ist Wolff froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist. "Er hat einen starken Charakter", stellt Williams klar, dass es seinem Teammitglied den Umständen entsprechend gut geht. "Er wird zurückkommen, wenn es für ihn passt - in einem Monat oder zwei." Williams bedankt sich für HilfeAuch der 70-jährige Brite zeigt sich vom Zusammenhalt im Fahrerlager angetan: "Es hat mich sehr glücklich gemacht, als ich im Nachhinein gehört habe, dass jeder Feuerlöscher im Fahrer von fast jedem Team benutzt wurde. Die Reaktion war außergewöhnlich, wirklich überwältigend."
Damit war es aber nicht getan, denn auch nach dem gelöschten Brand zeigten die anderen Teams ihre Hilfsbereitschaft. "Alle Teams sagten zu mir: 'Was auch immer ihr braucht - wir werden euch helfen'", erinnert sich die lebende Formel-1-Legende. "Ich weiß nicht genau, was wir angenommen haben, aber ich habe darum gebeten, dass eine Liste angefertigt wird. Meine Hauptaufgabe in Monaco ist es, alle Teamchefs zu treffen, ihnen zu danken und zurückzuzahlen, was auch immer sie uns gegeben haben."
Jenson Button sicherte sich die Bestzeit am ersten Trainingstag in Monaco Zoom © xpbimages.com
Am Vormittag war es zwar noch trocken, aber wirklich aussagekräftig war das Ergebnis des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco nicht, und auch die zweite Session im Fürstentum an der Cote d'Azur ließ keine echten Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis an diesem Wochenende zu. Schuld daran war Regen im zweiten Freien Training in Monte Carlo. "Diese Bedingungen sind sehr schwierig für uns", meinte Force-India-Teammanager Andy Stevenson nach knapp einer halben Stunde der geplanten 90 Minuten. "Die Strecke ist zu feucht, um konstruktiv zu fahren, aber nicht nass genug für Intermediates. Da wäre mir stärkerer Regen sogar lieber, denn laut Wettervorhersage soll es am Wochenende regnen. So könnten die Fahrer zumindest ein paar Runden trainieren, um sich an die Bedingungen zu gewöhnen." Button-Bestzeit auf weichen ReifenEin Wunsch, der nicht in Erfüllung gehen sollte, denn erst trocknete es ein bisschen ab, ehe es wieder zu regnen begann - beim zweiten Mal etwas stärker. Von da an waren die gleich zu Beginn erzielten Zeiten in Stein gemeißelt. Jenson Buttons Bestzeit von 1:15.746 Minuten war jedoch kaum aussagekräftig, schließlich hatte der McLaren-Pilot noch vor einsetzendem Regen als einer der wenigen Piloten eine volle Runde auf den weicheren Supersoft-Pirellis zurückgelegt. Der Lotus von Romain Grosjean hinterließ heute einen sehr starken Eindruck © xpbimages.com "Wir sind heute für einen Donnerstag in Monaco nicht viel gefahren. Hoffentlich wird das Wetter am Samstag ein bisschen besser", seufzt der Tagesschnellste, der es insgesamt auf 30 Umläufe brachte, 17 davon am Nachmittag. Zweiter wurde Romain Grosjean (Lotus), der mit seiner spektakulären Fahrweise immer wieder in Richtung Leitplanken driftete, aber jeden einzelnen Rutscher gekonnt abfangen konnte. Rückstand: 0,392 Sekunden. Allerdings absolvierte Grosjean seinen gezeiteten Run noch auf der härteren Reifenmischung, "und die ist um ungefähr eine Sekunde langsamer als die weiche", analysiert Formel-1-Experte Marc Surer. Eigentlich also ein gutes Zeichen für das Lotus-Team, dem die meisten Beobachter an diesem Wochenende eine starke Performance zutrauen, aber andererseits ist das Ergebnis wegen des Wetters und unterschiedlicher Benzinmengen noch verzerrter als sonst am ersten Trainingstag. Massa in FP2 schneller als AlonsoFelipe Massa gewann das Ferrari-Stallduell am Nachmittag gegen Fernando Alonso, in der Gesamtwertung belegte Alonso aber mit 0,519 Sekunden Rückstand den dritten Platz - seine Bestzeit vom Vormittag konnte er in der zweiten Session nicht mehr unterbieten. In der inoffiziellen Regenwertung belegte Massa sogar den zweiten Platz, zwei Zehntelsekunden hinter Sergio Perez (5./Sauber/+0,965), der auf nasser Strecke in 1:26.6 Minuten am schnellsten war. Nur diese fünf Fahrer lagen am Ende des Donnerstags innerhalb von einer Sekunde. Monaco-Spezialist Lewis Hamilton (McLaren), Barcelona-Sieger Pastor Maldonado (Williams), Nico Rosberg (Mercedes), Kamui Kobayashi (Sauber) und Mark Webber (Red Bull) komplettierten die Top 10. Vorjahressieger Sebastian Vettel wurde eineinhalb Sekunden hinter der Spitze und 74 Tausendstelsekunden hinter Teamkollege Webber Elfter. Marko klagt über schlechtes Wetter"Wir hätten einige Änderungen am Auto. Da ist es natürlich schade, wenn man die Zeit jetzt auf keine Weise nützen kann", bedauert Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko. "Es war zu wenig nass für Intermediate- oder Regenreifen, aber nass genug, um Erkenntnisse unmöglich zu machen. Es hängt nur hier über der Rennstrecke eine Wolke, der Rest ist laut Radar in Ordnung. Heutzutage sind die Wetterprognosen sehr gut. Wir müssen schon mit eher schlechtem Wetter rechnen." Im feuchten Teil der zweiten Session war niemand schneller als Sergio Perez © xpbimages.com Am meisten trainierten im Regen die Toro-Rosso-Junioren - niemand war so fleißig wie Vergne/Ricciardo, die es als 16. und 17. auf insgesamt 101 Runden brachten. "Im Nassen zu fahren, ist immer wichtig", erklärt Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari. "Wenn es im Qualifying das gleiche Wetter hat, weißt du, wie sich das Auto verhält. Die Strecke ist natürlich rutschig, aber es ist wichtig, zu trainieren. Nur so findest du heraus, wo es rutschig ist und wo es Grip hat."
Offensichtlich keinen Grip hatte es in der Bremszone vor der Mirabeau-Kurve, in der in den letzten Minuten beide Williams-Piloten, Perez und Massa Bekanntschaft mit der Auslaufzone machten. Der Crew von Maldonado dürfte das Herz stehen geblieben sein, als der Venezolaner in dem schmalen Notausgang mit einem Burnout wenden wollte, doch kurz vor dem Einschlag in die Leitplanken kam er dann doch zu Sinnen und ließ sich von den Streckenposten helfen. Kovalainen wieder in ProblemenDen Schlusspunkt setzte wie schon am Vormittag Heikki Kovalainen (21./Caterham/+4,283) - diesmal allerdings nicht mit einem Motorschaden im Tunnel, sondern mit einem Ausritt in Mirabeau. Der Finne konnte im Gegensatz zu seinen Konkurrenten nicht weiterfahren, sodass die letzten Minuten der Session unter gelben Flaggen stattfanden. Landsmann Kimi Räikkönen trainierte in Session zwei umso fleißiger: 25 Runden, dreieinhalb Sekunden Rückstand, 20. Platz. Nur 25 Runden: Michael Schumacher trainierte weniger als alle anderen Fahrer © xpbimages.com "Der Lotus scheint ziemlich stark zu sein, was Traktion und mechanischen Grip angeht", analysiert Experte Alguersuari. "Dem stimme ich zu", meint der ehemalige Formel-1-Ingenieur Gary Anderson und ergänzt: "Button und Hamilton machten heute Morgen durch die Schwimmbad-Passage einen sehr starken Eindruck. Ich glaube, die werden mitmischen." Alguersuari rechnet außerdem mit Ferrari, rätselt aber: "Schwer zu sagen, wo Red Bull im Moment steht."
Positiv ist, dass alle komfortabel innerhalb der 107-Prozent-Zeit lagen, weniger positiv hingegen, dass niemand einen Longrun mit den roten Supersoft-Option-Pirellis fahren konnte. "Was den Abbau der Reifen angeht, wird es eine Reise ins Unbekannte", twittert Ferrari nach dem Training. "Niemand konnte Longruns fahren. Das ist ein weiteres Fragezeichen für das Rennen." Jetzt steht aber ohnehin erst einmal der Ruhetag auf dem Programm.
Geht es auch in den nächsten Jahren für die Formel 1 noch quer durch die Eifel? Zoom © HRT
(Motorsport-Total.com/SID) - Dank Sponsoren und des Entgegenkommens von Promoter Bernie Ecclestone hat die Formel 1 auf dem Nürburgring anscheinend doch noch eine Zukunft. "Wir können den Vertrag mit Ecclestone für die nächsten zehn Jahre, also über fünf Rennen, verlängern", sagt Kai Richter, einer der Streckenbetreiber, mit Blick auf die Hockenheim-Rotation. "Ein solches Ergebnis, wie wir es ausgehandelt haben, hat es noch nie für den Nürburgring gegeben", betont er. Richter nennt Details: "Weniger als zehn Millionen Euro sind als Beitrag des Landes für ein Rennen gefordert." Er und sein Mitgesellschafter beim Veranstalter-Unternehmen Rheinland-Pfalz Grand Prix, Jörg Lindner, erklären, sie hätten "in schwierigen Verhandlungen bei insgesamt vier Treffen" mit Ecclestone dieses "äußerst attraktive Ergebnis" erzielt. Möglich geworden sei es auch durch ein Gesamtpaket von nationalen Sponsoren und Investoren. Lindner verdeutlicht aber, dass der Vertrag mit Ecclestone bis Juni abgeschlossen werden müsse: "Sonst ist die Formel 1 weg. Für viele, viele Jahre." Ecclestone, der von einem "internen Problem mit den Promotern" spricht, äußert sich zu der Nürburgring-Frage gegenüber 'ESPNF1' wie folgt: "Ihr Vertrag lief aus, also werden wir ihn erneuern. Das passiert, sobald sie wissen, mit wem wir das tun können." Ecclestone zeigt sich kompromissbereit und schießt hinterher: "Ich mache es gern." Das Land Rheinland-Pfalz hatte Richter und Lindner wegen ausstehender Pachtzahlungen mit einer Räumungsklage gedroht. Eine Reaktion der Mainzer Landesregierung liegt bisher noch nicht vor.
Quelle: motorsport-total.com
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Hamilton: "Reifen schonen ist eine Herausforderung"
24.05.2012 - 12:58
Senna ist froh, in einem Formel-1-Auto nach Monaco zurückkehren zu dürfen Zoom © xpbimages.com
Senna und Monaco - diese Verbindung scheint in den Genen zu liegen, schließlich sagt ein erfreuter Bruno Senna nach dem Freien Training am Freitagnachmittag bei 'Sky Sports F1': "Es ist eine meiner Lieblingsstrecken." Auf einen motorsportlichen Besuch an der Cote d'Azur musste der Brasilianer, der das Renault-Cockpit in der vergangenen Saison erst im Herbst ergatterte, zwei Jahre warten. Die Wiedersehensfreude ist groß: "Schön, nach einer langen Zeit, in der ich hier nicht Formel 1 gefahren bin, zurückkehren zu können", meint Senna. Dass die Wetterbedingungen ziemlich wankelmütig waren, stört den 28-Jährigen nicht. "Am Nachmittag wollte sich der Regen nicht so wirklich entscheiden, ob er nun kommt oder nicht. Das hat es zu einer verrückten Session gemacht", erklärt er. Zuletzt raste Senna im Jahre 2010 durch das Fürstentum - damals noch auf Bridgestone-Pneus. "Mit den Pirelli-Reifen ist es eine ganz andere Erfahrung als damals im HRT", stellt er fest. Der Magie Monte Carlos kann sich der Träger eines großen Namens nicht entziehen. "Wenn du selbstbewusst und eins mit dem Autos bist, vergisst du alles um dich herum. Dann kommt die Rundenzeit ganz von alleine", schwärmt Senna. In der höchsten Nachwuchsklasse siegte der vor drei Jahren. "Ich erinnere mich noch gut an den GP2-Erfolg. Hoffentlich gelingt mir das ein weiteres Mal." Sechs Siege des berühmten Onkels Ayrton verpflichten: "Wir haben hier so viel Geschichte geschrieben. Glücklicherweise auch ich mit meinem GP2-Sieg - aber die Formel 1 ist das, was zählt", blickt Senna voraus.
Der große Sir Frank Williams kann seit dem Sieg in Barcelona wieder lachen Zoom © Williams
Mit 70 Jahren ist Frank Williams der älteste Teamchef der Formel 1, aber während der 68-jährige Peter Sauber schon seinen Rücktritt mit Jahresende angekündigt hat, will der an den Rollstuhl gefesselte Brite noch nicht loslassen. Zwar zieht er sich schrittweise aus dem Tagesgeschäft zurückziehen - ein Prozess, der bereits eingeleitet wurde -, aber vorerst möchte er weiterhin an der Spitze des Rennstalls bleiben. Dass er seinen Sitz im Vorstand an Tochter Claire übergeben hat, ändere "nichts", denn: "All die Einzelpersonen mit ihren aufgeteilten Verantwortungsbereichen machen einen super Job. Ich bin aber immer noch kontrollierender Mehrheitseigentümer und Teamchef", stellt Williams im Interview mit dem 'Telegraph' klar. "Jemand muss zu mir kommen und mir sagen: 'Frank, du vergisst zu viel' oder 'Frank, du stehst langsam im Weg'." Williams sieht die Zeit noch nicht gekommenDas sei momentan noch nicht der Fall, meint der liebevoll "Rollstuhlgeneral" genannte Brite und widerspricht damit Kritikern, die nur hinter vorgehaltener Hand flüstern, dass sein Gesundheitszustand schon bald einen Wechsel erforderlich machen könnte. Würdest du dann zurücktreten, Frank? "Wenn ich wirklich glauben würde, dass ich die Dinge aufhalte, dann ja", sagt er. "Aber ich glaube nicht, dass es schon so weit ist." Teamintern war Adam Parr derjenige, der in den vergangenen Jahren den besten Draht zu Williams hatte, aber der Vorstandsvorsitzende musste im Zuge der Concorde-Verhandlungen mit Bernie Ecclestone gehen. Die neue Garde um Claire Williams und Großaktionär Toto Wolff steht schon eher für die nächste Generation. Wolff freute sich zuletzt in Barcelona "rasend, dass Frank das miterleben kann". Gemeint war der erste Sieg seit acht Jahren. Auch sonst gönnt man Williams die Rückkehr auf die Siegerstraße. Viele sind der Meinung: Es wäre ein unwürdiger Abgang eines großen Mannes gewesen, wenn Williams bis zu seinem endgültigen Rücktritt jahrelang sieglos geblieben wäre. "Er ist einer der Besten in unserem Zirkus, ein harter Kerl, ein Kämpfer", lobt Gerhard Berger. "Wir haben alle riesigen Respekt vor ihm, sind alle Fans von ihm. Und wir alle haben ein bisschen gelitten, als er immer mehr ins Hintertreffen geraten ist." Berger freut sich auch für Landsmann WolffFranks Tochter Claire Williams im Gespräch mit Bernie Ecclestone © xpbimages.com "Den letzten Sieg habe ich ihm sehr gegönnt - und das auch noch zu seinem Geburtstag! Das war wirklich toll", sagt Berger. "Ich freue mich auch für Toto Wolff, der als Österreicher jetzt Miteigentümer in dem Team ist. Ich glaube, die sind auf einem guten Weg. Die machen in diesem Jahr schon die ganze Zeit eine gute Figur. Und Maldonado scheint ein Treffer zu sein. Aber dafür hatte Frank immer schon ein Näschen." Die Frage ist: Wie lange noch? Der Racing-Virus lässt den 70-Jährigen jedenfalls nicht los: "Ich bin immer noch renn- und geschwindigkeitsverrückt", gibt der seit einem Vierteljahrhundert querschnittgelähmte Gründer des dritterfolgreichsten Formel-1-Teams aller Zeiten zu. "Seitlich mit 140 km/h durch eine Kurve zu rutschen, packt mich. Die Weltmeisterschaft nicht zu gewinnen, ist eher Nebensache. Es geht mir ums Racing."
Gerhard Berger hat Pastor Maldonado auch in Monaco auf der Rechnung Zoom © xpbimages.com
Gerhard Berger übt zwar keine offizieller Funktion mehr in der Formel 1 aus, dennoch ist er ein gern gesehener Gast im Fahrerlager. An diesem Wochenende sind dabei die Wege für den Österreicher recht kurz, denn wie viele der Piloten lebt er in Monaco. Berger kennt die Formel 1 sowohl aus der Perspektive des Fahrers als auch aus dem Blickwinkel von der Boxengasse aus, wo er als Motorsport-Direktor von BMW und Mitinhaber von Toro Rosso am Kommandostand saß. Doch an ein Rennjahr wie 2012 kann sich der 52-Jährige spontan auch nicht erinnern. "Es ist bisher eine ganz besondere Saison. Bei jedem Rennen gibt es einen anderen Sieger", sagt Berger im Gespräch mit 'SkySportsF1'. "Wir sehen einen sehr starken Williams, einen starken Sauber, einen sehr konkurrenzfähigen Ferrari. Vettel und Alonso führen die WM an. Es ist eine völlig andere Saison als in den vergangenen Jahren." In einer ohnehin turbulenten Saison, in der die Vorhersage des Sieger vor dem Rennwochenende kaum möglich ist, folgt nun mit Monaco ein Grand Prix, der von sich aus schon unberechenbar ist. Auch Berger freut sich auf das Rennen an der Cote d'Azur. "Jetzt kommen wir hier nach Monaco und es wird sehr interessant sein zu sehen, war hier alles zusammenbekommt." Doch der Österreicher ist sich schon jetzt sicher, welche Piloten im Kampf um den Sieg eine Rolle spielen werden. "Alonso wird einer derjenigen sein, die um den Sieg mitkämpfen. Hamilton, Alonso, Rosberg, und auch Maldonado dürfen wir nicht vergessen. Er war mit jedem Auto schnell, mit dem er hier gefahren ist", erinnert Berger an Maldonados Glanzleistungen in der GP2. "Vielleicht wird er auch an diesem Wochenende wieder eine Rolle spielen." Beeindruckender ist für Berger aber einer der Piloten seines ehemaligen Teams. "Ein großer Faktor bei Ferrari ist Alonso", sagt der 52-Jährige. "Er ist einer der besten, wenn nicht sogar der beste Fahrer im Feld. Er macht einen unglaublichen Job. Er fährt ständig am Limit, egal ob im Freien Training, Qualifying oder im Rennen. Er ist eine Garantie für gute Resultate. Aber Ferrari hat einen Schritt nach vorne gemacht. Vor allem beim vergangenen Rennen, aber auch heute Morgen. Er ist in guter Form." Sein ehemaliger Schützling Sebastian Vettel, mit dem Berger 2008 in Monza den Sieg bei Toro Rosso feiert, sticht in dieser Saison trotz der Sieges in Bahrain nicht so heraus wie noch im Vorjahr. Für Berger eine Folge der aktuellen Entwicklung der Formel 1. "Eine dominierende Rolle gibt es in diesem Jahr nicht", sagt der Österreicher bei den deutschen Kollegen von 'Sky Sport'. "Aber letztendlich führt Sebastian immer noch in der Weltmeisterschaft." Daran wird sich nach Ansicht von Berger auch bis zum Ende der Saison nichts ändern. "Sie sind immer dabei und werden am Ende auch wieder mitkämpfen." Die unberechenbare Formel 1 2012, die bei manchem Beobachter für Verwirrung, sorgt bei Berger, der nurmehr die Rolle des Zuschauers innehat, für Begeisterung. "Für uns Fans ist es natürlich besser, wenn es knapper zugeht, als wenn einer vorne wegfährt."
Jean-Eric Vergne konnte seine "Angst" vor der Strecke schnell ablegen Zoom © xpbimages.com
Das Toro-Rosso-Team bezeichnete den ersten Tag zum Großen Preis von Monaco als "eher frustrierend". Zum einen musste man den Neulingen in erster Linie Fahrzeit auf der Strecke geben, sodass man nicht viel am Setup arbeiten konnte. Zum anderen kam natürlich noch das wechselhafte Wetter hinzu. Am Ende fuhr Jean-Eric Vergne auf Platz 16 der schnellsten Zeiten des Tages, 2,463 Sekunden hinter Jenson Button und 0,043 Sekunden vor Teamkollege Daniel Ricciardo, der Position 17 auf der Liste der schnellsten Zeiten belegt. "Für mich war es hier das erste Mal in einem Formel-1-Auto", so Vergne. "Ich habe es wirklich genossen. Da ich im vergangenen Jahr in der World Series in Monaco nicht besonders gut unterwegs war, war ich bezüglich des heutigen Tages ein wenig besorgt, auch wenn ich mich auf die neue Erfahrung freute und nicht wusste, was ich zu erwarten habe." "Meiner Meinung nach sieht meine Leistung im Vergleich zu der meines Teamkollegen gut aus, schließlich hat Daniel auf dieser Strecke zwei Rennen in der World Series gewonnen und er hat vergangenes Jahr im Formel-1-Auto etwas Trainingszeit gehabt. So gesehen bin ich ganz glücklich und habe das Gefühl, dass die Rundenzeit nicht wichtig war, besonders da ich in etwas Verkehr geriet und meine letzte Runde in der Boxengasse beendete." "Mit der Balance des Autos bin ich relativ zufrieden, welche wir noch etwas verfeinern können. Ich benötige jedoch noch etwas mehr Zeit, um mich selbst an den Kurs anzupassen, selbst wenn ich gern im Nassen gefahren bin. Ich fühle mich vorbereitet, egal, auf welche Bedingungen wir im Verlauf des restlichen Wochenendes treffen sollten." "Aufgrund des Wetters am Nachmittag liefen die Dinge nicht ganz so reibungslos, wie wir dies geplant hatten", so Ricciardo. "Wir waren nicht in der Lage, alles auszuprobieren, was wir uns erhofft hatten." "Es ist aus diesem Grund etwas frustrierend, besonders da wir morgen einen freien Tag haben. Ich würde es vorziehen zu fahren, aber es ist womöglich eine gute Sache, denn wir können wirklich darüber nachdenken, was wir brauchen, um nach vorne zu kommen." "Es gibt auch ein paar Gebiete, auf denen wir uns verbessern müssen, und ich bin mir sicher, dass sich unsere Leistung komplett verändern wird, wenn wir das in den Griff bekommen. Hoffentlich werden wir am Samstag ein gutes Qualifying haben." "Alles in allem war dies ein eher frustrierender Tag", so Chefingenieur Laurent Mekies. "Denn die Streckenbedingungen waren während der Einheit am Nachmittag ziemlich wechselhaft." "Angesichts der Tatsache, dass Daniel vergangenes Jahr lediglich im 1. Freien Training für uns gefahren ist und Jean-Eric hier noch nie in einem Formel-1-Auto unterwegs war, lag der Hauptfokus des Tages darauf, beiden Fahrern auf dieser einzigartigen Strecke so viel Zeit zu geben wie nur möglich."
"Aus diesem Grund waren wir am Vormittag die ersten, welche aus den Boxen fuhren, denn wir wollten sie in den richtigen Rhythmus bringen. Dieser Teil unseres Planes verlief erfolgreich. Sie schienen die Erfahrung genossen zu haben. Wir haben auch am Nachmittag trotz der wechselhaften Bedingungen versucht, jede Menge Runden zu fahren." "Aber alles in allem haben wir in Bezug auf die übliche Arbeit am Setup des Autos nicht so viel erreicht. Abgesehen davon hatten wir einen problemlosen Tag und die Fahrer leisteten sich keinerlei Fehler. Aufgrund des unglücklichen Zeitplans dieser Veranstaltung haben wir morgen einen ganzen Tag, an dem wir darüber nachdenken können, wie wir das Auto für den Rest des Wochenendes verbessern können."
Kamui Kobayashi ist mit seinem Sauber noch nicht restlos glücklich Zoom © xpbimages.com
Starker Trainingsauftakt in Monaco für das Sauber-Team. Während Sergio Perez im Gesamtergebnis auf den beachtlichen fünften Platz fuhr, kam Teamkollege Kamui Kobayashi, der kein Fan des engen Kurses im Fürstentum ist, immerhin auf den neunten Gesamtrang. Auf die Bestzeit von McLaren-Pilot Jenson Button fehlten ihm 1,292 Sekunden. Dennoch erlebte der Japaner, der in Spanien großartiger Fünfter wurde, keinen problemlosen Trainingsstart. Er klagt gegenüber 'Sky Sports' über mangelnden Abtrieb: "Ich verwende den gleichen Unterboden wie mein Teamkollege, aber im Vergleich zu ihm vermissen wir aus einem unbekannten Grund etwas Abtrieb. Aus diesem Grund hatten wir hier ein paar Probleme." Das Team wechselte daher auf den Ersatz-Unterboden. Auch die Umstände machen es dem Sauber-Piloten nicht leicht: "Die Strecke ist immer ziemlich schmutzig - es ist sehr rutschig. Daher ist es immer sehr schwierig, das richtige Setup zu finden, aber ich denke, dass es in Ordnung ist. Wir sind nicht so weit weg. Am Samstag werden wir dann sehen, was das Wetter macht. Die Streckenbedingungen sind hier an diesem Wochenende eine ziemliche Unbekannte - und das macht es sehr knifflig." Obwohl am Freitag für die Formel-1-Piloten Ruhetag ist, wurde Kobayashi von seinem Team eingeteilt: "Ich habe einen etwas seltsamen Zeitplan. Es gibt eine Autogrammstunde an der Strecke, was eine Überraschung ist. Ich muss also leider zur Strecke kommen." Obwohl er den Kurs nicht für eine wirkliche Formel-1-Strecke hält, kann er dem Rennen etwas abgewinnen: "In Monaco ist die Aufregung immer sehr groß - und das ist gut für die Formel 1."
Hat Fahrer noch nie mit Samthandschuhen angefasst: Frank Williams Zoom © xpbimages.com
Bruno Sennas Stuhl bei Williams wackelt nach dem Sieg von Pastor Maldonado beim Spanien-Grand-Prix bedenklich. Und der Teamchef rüttelt weiter am Sitz des Brasilianers: "Bruno muss jetzt antworten", zitiert die britische Tageszeitung "The Telegraph" Frank Williams und findet gewohnt deutliche Worte: "Maldos (Maldonados, Anm. d. Red.) Erfolg sollte für ihn ein Tritt in den Hintern sein." Williams, der sich von den starken Leitungen des Venezolaners überrascht zeigt, redet auch bei den Finanzen nicht lange um den heißen Brei herum. "Völlig unpolitisch, aber er bringt eine nützliche Menge an Sponsorengeldern mit." Insider beziffern diese "nützliche" Summe auf rund 30 Millionen britische Pfund, die Caracas staatlicher Ölkonzern PDVSA auf das Williams-Konto überweist. Die Maldonado zugeschriebene Favoritenrolle - er hat in Monaco mit Ausnahme der Königsklasse in allen Serien, die er gefahren ist, bereits gewonnen - will Williams nicht bestätigen. "Die Formel 1 ist böse. Wenn du den kleinsten Fehler machst, bist du tot. Es ist das beste, bescheiden zu sein", so Sir Frank.
Frank Williams wollte sein Team in der Notlage nicht im Stich lassen Zoom © Williams
Die Formel 1 gilt als zerstrittener Haufen. Missgunst und Misstrauen, Spionage und Tricksereien gehören im Fahrerlager zur Tagesordnung. Doch wenn es zu Katastrophen kommt, dann rückt die Königsklasse des Motorsports zusammen. Bestes Beispiel dafür ist der Feuerunfall in der Williams-Box, der das Sensationsteam nach dem Überraschungsteam hart getroffen hat. "Ich habe die Zeit nach dem Rennen genossen, war in der Garage und blieb stehen, um mit jemandem zu sprechen, als es zu meiner Rechten etwas zerrissen hat", erinnert sich Teamchef Frank Williams gegenüber dem 'Telegraph' an den folgenschweren Knall. "Sofort breiteten sich schwarze Rauchwolken aus." Eine brenzlige Situation für den Querschnitt-gelähmten Teamboss. Doch sein Betreuer reagierte rasch. "Schnell wie der Blitz wurde ich aus der Box gerollt", erzählt er. Dabei war ihm dies zunächst gar nicht recht: "Ich schrie: 'Michael, du musst verdammt noch mal stehenbleiben. Ich sollte eigentlich die Leitung übernehmen, und kann mich nicht einfach aus dem Staub machen." Williams wollte zurück in die BoxSein Betreuer folgte dem Befehl des Chefs und schob den "Rollstuhl-General" wieder in Richtung Box. "Aber ich konnte dort nicht viel tun", erkannte Williams. Doch was war passiert? Williams-Mitbesitzer Christian "Toto" Wolff gibt gegenüber 'Sky' Einblicke: "Eine Funkstation aus Plastik, wo die Funkgeräte dran hängen, ist geschmolzen und hat zu dieser Rauchentwicklung geführt." Die Ursache dafür ist noch immer nicht ganz klar, wie Wolff erklärt: "Es wird immer noch analysiert, aber vermutlich war es eine statische Entladung, wie sie jeden Tag passieren kann, wenn wir jemandem die Hand schütteln und wir einen Schlag kriegen. Diese statische Entladung hat Dämpfe entzündet, und dann ist ein Fass in die Luft geflogen. Das ist extrem unüblich, wie ich gehört habe, aber es kann passieren." Gesamtes Fahrerlager kämpfte gegen FlammenAls das Feuer ausbrach, half plötzlich fast gesamte Fahrerlager mit, eine Katastrophe zu verhindern. Mechaniker unterschiedlicher Teams nahmen ihre Feuerlöscher und bekämpften die Flammen. "Es gehört einiges an Mut dazu, sich da hineinzustürzen, vor allem, wenn es nicht einmal das eigene Team ist", zollt der Österreicher den Helfern seine Anerkennung. "Es zeigt, wie die Mannschaften da zusammenhalten. Das war das die schöne Seite an der Tragödie." Toto Wolff glaubt, dass es einen balalen Grund für den Unfall geben könnte © xpbimages.com Freilich hätte aber auch ihr eigenes Team betroffen sein können, hätte man das Feuer nicht unter Kontrolle gebracht. "Sie wussten, dass sie helfen müssen, denn sonst hätte das Feuer auch auf andere Boxen übergreifen können", meint Wolff. Inzwischen wird nur noch ein Williams-Teammitglied im Krankenhaus behandelt - der Mitarbeiter leidet an Verbrennungen an Händen und Füßen. "Er wird nächste Woche aus dem Krankenhaus entlassen - also sind wir mit dem Schrecken davongekommen", ist Wolff froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist. "Er hat einen starken Charakter", stellt Williams klar, dass es seinem Teammitglied den Umständen entsprechend gut geht. "Er wird zurückkommen, wenn es für ihn passt - in einem Monat oder zwei." Williams bedankt sich für HilfeAuch der 70-jährige Brite zeigt sich vom Zusammenhalt im Fahrerlager angetan: "Es hat mich sehr glücklich gemacht, als ich im Nachhinein gehört habe, dass jeder Feuerlöscher im Fahrer von fast jedem Team benutzt wurde. Die Reaktion war außergewöhnlich, wirklich überwältigend."
Damit war es aber nicht getan, denn auch nach dem gelöschten Brand zeigten die anderen Teams ihre Hilfsbereitschaft. "Alle Teams sagten zu mir: 'Was auch immer ihr braucht - wir werden euch helfen'", erinnert sich die lebende Formel-1-Legende. "Ich weiß nicht genau, was wir angenommen haben, aber ich habe darum gebeten, dass eine Liste angefertigt wird. Meine Hauptaufgabe in Monaco ist es, alle Teamchefs zu treffen, ihnen zu danken und zurückzuzahlen, was auch immer sie uns gegeben haben."
Jenson Button sicherte sich die Bestzeit am ersten Trainingstag in Monaco Zoom © xpbimages.com
Am Vormittag war es zwar noch trocken, aber wirklich aussagekräftig war das Ergebnis des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco nicht, und auch die zweite Session im Fürstentum an der Cote d'Azur ließ keine echten Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis an diesem Wochenende zu. Schuld daran war Regen im zweiten Freien Training in Monte Carlo. "Diese Bedingungen sind sehr schwierig für uns", meinte Force-India-Teammanager Andy Stevenson nach knapp einer halben Stunde der geplanten 90 Minuten. "Die Strecke ist zu feucht, um konstruktiv zu fahren, aber nicht nass genug für Intermediates. Da wäre mir stärkerer Regen sogar lieber, denn laut Wettervorhersage soll es am Wochenende regnen. So könnten die Fahrer zumindest ein paar Runden trainieren, um sich an die Bedingungen zu gewöhnen." Button-Bestzeit auf weichen ReifenEin Wunsch, der nicht in Erfüllung gehen sollte, denn erst trocknete es ein bisschen ab, ehe es wieder zu regnen begann - beim zweiten Mal etwas stärker. Von da an waren die gleich zu Beginn erzielten Zeiten in Stein gemeißelt. Jenson Buttons Bestzeit von 1:15.746 Minuten war jedoch kaum aussagekräftig, schließlich hatte der McLaren-Pilot noch vor einsetzendem Regen als einer der wenigen Piloten eine volle Runde auf den weicheren Supersoft-Pirellis zurückgelegt. Der Lotus von Romain Grosjean hinterließ heute einen sehr starken Eindruck © xpbimages.com "Wir sind heute für einen Donnerstag in Monaco nicht viel gefahren. Hoffentlich wird das Wetter am Samstag ein bisschen besser", seufzt der Tagesschnellste, der es insgesamt auf 30 Umläufe brachte, 17 davon am Nachmittag. Zweiter wurde Romain Grosjean (Lotus), der mit seiner spektakulären Fahrweise immer wieder in Richtung Leitplanken driftete, aber jeden einzelnen Rutscher gekonnt abfangen konnte. Rückstand: 0,392 Sekunden. Allerdings absolvierte Grosjean seinen gezeiteten Run noch auf der härteren Reifenmischung, "und die ist um ungefähr eine Sekunde langsamer als die weiche", analysiert Formel-1-Experte Marc Surer. Eigentlich also ein gutes Zeichen für das Lotus-Team, dem die meisten Beobachter an diesem Wochenende eine starke Performance zutrauen, aber andererseits ist das Ergebnis wegen des Wetters und unterschiedlicher Benzinmengen noch verzerrter als sonst am ersten Trainingstag. Massa in FP2 schneller als AlonsoFelipe Massa gewann das Ferrari-Stallduell am Nachmittag gegen Fernando Alonso, in der Gesamtwertung belegte Alonso aber mit 0,519 Sekunden Rückstand den dritten Platz - seine Bestzeit vom Vormittag konnte er in der zweiten Session nicht mehr unterbieten. In der inoffiziellen Regenwertung belegte Massa sogar den zweiten Platz, zwei Zehntelsekunden hinter Sergio Perez (5./Sauber/+0,965), der auf nasser Strecke in 1:26.6 Minuten am schnellsten war. Nur diese fünf Fahrer lagen am Ende des Donnerstags innerhalb von einer Sekunde. Monaco-Spezialist Lewis Hamilton (McLaren), Barcelona-Sieger Pastor Maldonado (Williams), Nico Rosberg (Mercedes), Kamui Kobayashi (Sauber) und Mark Webber (Red Bull) komplettierten die Top 10. Vorjahressieger Sebastian Vettel wurde eineinhalb Sekunden hinter der Spitze und 74 Tausendstelsekunden hinter Teamkollege Webber Elfter. Marko klagt über schlechtes Wetter"Wir hätten einige Änderungen am Auto. Da ist es natürlich schade, wenn man die Zeit jetzt auf keine Weise nützen kann", bedauert Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko. "Es war zu wenig nass für Intermediate- oder Regenreifen, aber nass genug, um Erkenntnisse unmöglich zu machen. Es hängt nur hier über der Rennstrecke eine Wolke, der Rest ist laut Radar in Ordnung. Heutzutage sind die Wetterprognosen sehr gut. Wir müssen schon mit eher schlechtem Wetter rechnen." Im feuchten Teil der zweiten Session war niemand schneller als Sergio Perez © xpbimages.com Am meisten trainierten im Regen die Toro-Rosso-Junioren - niemand war so fleißig wie Vergne/Ricciardo, die es als 16. und 17. auf insgesamt 101 Runden brachten. "Im Nassen zu fahren, ist immer wichtig", erklärt Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari. "Wenn es im Qualifying das gleiche Wetter hat, weißt du, wie sich das Auto verhält. Die Strecke ist natürlich rutschig, aber es ist wichtig, zu trainieren. Nur so findest du heraus, wo es rutschig ist und wo es Grip hat."
Offensichtlich keinen Grip hatte es in der Bremszone vor der Mirabeau-Kurve, in der in den letzten Minuten beide Williams-Piloten, Perez und Massa Bekanntschaft mit der Auslaufzone machten. Der Crew von Maldonado dürfte das Herz stehen geblieben sein, als der Venezolaner in dem schmalen Notausgang mit einem Burnout wenden wollte, doch kurz vor dem Einschlag in die Leitplanken kam er dann doch zu Sinnen und ließ sich von den Streckenposten helfen. Kovalainen wieder in ProblemenDen Schlusspunkt setzte wie schon am Vormittag Heikki Kovalainen (21./Caterham/+4,283) - diesmal allerdings nicht mit einem Motorschaden im Tunnel, sondern mit einem Ausritt in Mirabeau. Der Finne konnte im Gegensatz zu seinen Konkurrenten nicht weiterfahren, sodass die letzten Minuten der Session unter gelben Flaggen stattfanden. Landsmann Kimi Räikkönen trainierte in Session zwei umso fleißiger: 25 Runden, dreieinhalb Sekunden Rückstand, 20. Platz. Nur 25 Runden: Michael Schumacher trainierte weniger als alle anderen Fahrer © xpbimages.com "Der Lotus scheint ziemlich stark zu sein, was Traktion und mechanischen Grip angeht", analysiert Experte Alguersuari. "Dem stimme ich zu", meint der ehemalige Formel-1-Ingenieur Gary Anderson und ergänzt: "Button und Hamilton machten heute Morgen durch die Schwimmbad-Passage einen sehr starken Eindruck. Ich glaube, die werden mitmischen." Alguersuari rechnet außerdem mit Ferrari, rätselt aber: "Schwer zu sagen, wo Red Bull im Moment steht."
Positiv ist, dass alle komfortabel innerhalb der 107-Prozent-Zeit lagen, weniger positiv hingegen, dass niemand einen Longrun mit den roten Supersoft-Option-Pirellis fahren konnte. "Was den Abbau der Reifen angeht, wird es eine Reise ins Unbekannte", twittert Ferrari nach dem Training. "Niemand konnte Longruns fahren. Das ist ein weiteres Fragezeichen für das Rennen." Jetzt steht aber ohnehin erst einmal der Ruhetag auf dem Programm.
Geht es auch in den nächsten Jahren für die Formel 1 noch quer durch die Eifel? Zoom © HRT
(Motorsport-Total.com/SID) - Dank Sponsoren und des Entgegenkommens von Promoter Bernie Ecclestone hat die Formel 1 auf dem Nürburgring anscheinend doch noch eine Zukunft. "Wir können den Vertrag mit Ecclestone für die nächsten zehn Jahre, also über fünf Rennen, verlängern", sagt Kai Richter, einer der Streckenbetreiber, mit Blick auf die Hockenheim-Rotation. "Ein solches Ergebnis, wie wir es ausgehandelt haben, hat es noch nie für den Nürburgring gegeben", betont er. Richter nennt Details: "Weniger als zehn Millionen Euro sind als Beitrag des Landes für ein Rennen gefordert." Er und sein Mitgesellschafter beim Veranstalter-Unternehmen Rheinland-Pfalz Grand Prix, Jörg Lindner, erklären, sie hätten "in schwierigen Verhandlungen bei insgesamt vier Treffen" mit Ecclestone dieses "äußerst attraktive Ergebnis" erzielt. Möglich geworden sei es auch durch ein Gesamtpaket von nationalen Sponsoren und Investoren. Lindner verdeutlicht aber, dass der Vertrag mit Ecclestone bis Juni abgeschlossen werden müsse: "Sonst ist die Formel 1 weg. Für viele, viele Jahre." Ecclestone, der von einem "internen Problem mit den Promotern" spricht, äußert sich zu der Nürburgring-Frage gegenüber 'ESPNF1' wie folgt: "Ihr Vertrag lief aus, also werden wir ihn erneuern. Das passiert, sobald sie wissen, mit wem wir das tun können." Ecclestone zeigt sich kompromissbereit und schießt hinterher: "Ich mache es gern." Das Land Rheinland-Pfalz hatte Richter und Lindner wegen ausstehender Pachtzahlungen mit einer Räumungsklage gedroht. Eine Reaktion der Mainzer Landesregierung liegt bisher noch nicht vor.
Siegkandidat im Leitplanken-Dschungel? Hamilton fährt kalkulierter Zoom © xpbimages.com
Heiße Rennaction und viel Glamour: Bei Monaco und Lewis Hamilton scheint es sich um eine passende Synthese zu handeln. Nachdem das Rennen im Fürstentum dem Briten im vergangenen Jahr - unter anderem wegen zwei Durchfahrtsstrafen - völlig misslang, stehen die Vorzeichen 2012 besser. Denn der Vollblut-Racer Hamilton scheint kalkulierter und vorausschauender zu fahren denn je. In Spanien brachte ausgerechnet der als Reifenmörder verschrieene Ex-Weltmeister sein Auto als einziger Pilot mit einer Zwei-Stopp-Strategie ins Ziel. "Es ist eine Herausforderung, mit den Pirelli-Pneus klarzukommen", betont er gegenüber 'Autosport'. "Es gibt Momente, in denen mir das gelingt, und einige, in denen es das nicht tut. Aber 2008 war das nicht anders", so Hamilton. Es ist der Verweis auf die Saison, in der er auf Bridgestone-Reifen Weltmeister wurde - damals allerdings hatte der schonende Umgang mit dem Gummi noch nicht den Stellenwert, den er heute genießt. "Jeder hat Stärken und Schwächen. Zu meinen Vorzügen gehört es, eine schnelle Runde auf neuen Reifen zu fahren. Sie lange am Leben zu erhalten ist für mich eine Herausforderung", stellt Hamilton fest.
Quelle: motorsport-total.com
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| Formel 1 » Die Wandlung des Lewis H. |
Die Wandlung des Lewis H.
24.05.2012 - 12:57
Senna ist froh, in einem Formel-1-Auto nach Monaco zurückkehren zu dürfen Zoom © xpbimages.com
Senna und Monaco - diese Verbindung scheint in den Genen zu liegen, schließlich sagt ein erfreuter Bruno Senna nach dem Freien Training am Freitagnachmittag bei 'Sky Sports F1': "Es ist eine meiner Lieblingsstrecken." Auf einen motorsportlichen Besuch an der Cote d'Azur musste der Brasilianer, der das Renault-Cockpit in der vergangenen Saison erst im Herbst ergatterte, zwei Jahre warten. Die Wiedersehensfreude ist groß: "Schön, nach einer langen Zeit, in der ich hier nicht Formel 1 gefahren bin, zurückkehren zu können", meint Senna. Dass die Wetterbedingungen ziemlich wankelmütig waren, stört den 28-Jährigen nicht. "Am Nachmittag wollte sich der Regen nicht so wirklich entscheiden, ob er nun kommt oder nicht. Das hat es zu einer verrückten Session gemacht", erklärt er. Zuletzt raste Senna im Jahre 2010 durch das Fürstentum - damals noch auf Bridgestone-Pneus. "Mit den Pirelli-Reifen ist es eine ganz andere Erfahrung als damals im HRT", stellt er fest. Der Magie Monte Carlos kann sich der Träger eines großen Namens nicht entziehen. "Wenn du selbstbewusst und eins mit dem Autos bist, vergisst du alles um dich herum. Dann kommt die Rundenzeit ganz von alleine", schwärmt Senna. In der höchsten Nachwuchsklasse siegte der vor drei Jahren. "Ich erinnere mich noch gut an den GP2-Erfolg. Hoffentlich gelingt mir das ein weiteres Mal." Sechs Siege des berühmten Onkels Ayrton verpflichten: "Wir haben hier so viel Geschichte geschrieben. Glücklicherweise auch ich mit meinem GP2-Sieg - aber die Formel 1 ist das, was zählt", blickt Senna voraus.
Der große Sir Frank Williams kann seit dem Sieg in Barcelona wieder lachen Zoom © Williams
Mit 70 Jahren ist Frank Williams der älteste Teamchef der Formel 1, aber während der 68-jährige Peter Sauber schon seinen Rücktritt mit Jahresende angekündigt hat, will der an den Rollstuhl gefesselte Brite noch nicht loslassen. Zwar zieht er sich schrittweise aus dem Tagesgeschäft zurückziehen - ein Prozess, der bereits eingeleitet wurde -, aber vorerst möchte er weiterhin an der Spitze des Rennstalls bleiben. Dass er seinen Sitz im Vorstand an Tochter Claire übergeben hat, ändere "nichts", denn: "All die Einzelpersonen mit ihren aufgeteilten Verantwortungsbereichen machen einen super Job. Ich bin aber immer noch kontrollierender Mehrheitseigentümer und Teamchef", stellt Williams im Interview mit dem 'Telegraph' klar. "Jemand muss zu mir kommen und mir sagen: 'Frank, du vergisst zu viel' oder 'Frank, du stehst langsam im Weg'." Williams sieht die Zeit noch nicht gekommenDas sei momentan noch nicht der Fall, meint der liebevoll "Rollstuhlgeneral" genannte Brite und widerspricht damit Kritikern, die nur hinter vorgehaltener Hand flüstern, dass sein Gesundheitszustand schon bald einen Wechsel erforderlich machen könnte. Würdest du dann zurücktreten, Frank? "Wenn ich wirklich glauben würde, dass ich die Dinge aufhalte, dann ja", sagt er. "Aber ich glaube nicht, dass es schon so weit ist." Teamintern war Adam Parr derjenige, der in den vergangenen Jahren den besten Draht zu Williams hatte, aber der Vorstandsvorsitzende musste im Zuge der Concorde-Verhandlungen mit Bernie Ecclestone gehen. Die neue Garde um Claire Williams und Großaktionär Toto Wolff steht schon eher für die nächste Generation. Wolff freute sich zuletzt in Barcelona "rasend, dass Frank das miterleben kann". Gemeint war der erste Sieg seit acht Jahren. Auch sonst gönnt man Williams die Rückkehr auf die Siegerstraße. Viele sind der Meinung: Es wäre ein unwürdiger Abgang eines großen Mannes gewesen, wenn Williams bis zu seinem endgültigen Rücktritt jahrelang sieglos geblieben wäre. "Er ist einer der Besten in unserem Zirkus, ein harter Kerl, ein Kämpfer", lobt Gerhard Berger. "Wir haben alle riesigen Respekt vor ihm, sind alle Fans von ihm. Und wir alle haben ein bisschen gelitten, als er immer mehr ins Hintertreffen geraten ist." Berger freut sich auch für Landsmann WolffFranks Tochter Claire Williams im Gespräch mit Bernie Ecclestone © xpbimages.com "Den letzten Sieg habe ich ihm sehr gegönnt - und das auch noch zu seinem Geburtstag! Das war wirklich toll", sagt Berger. "Ich freue mich auch für Toto Wolff, der als Österreicher jetzt Miteigentümer in dem Team ist. Ich glaube, die sind auf einem guten Weg. Die machen in diesem Jahr schon die ganze Zeit eine gute Figur. Und Maldonado scheint ein Treffer zu sein. Aber dafür hatte Frank immer schon ein Näschen." Die Frage ist: Wie lange noch? Der Racing-Virus lässt den 70-Jährigen jedenfalls nicht los: "Ich bin immer noch renn- und geschwindigkeitsverrückt", gibt der seit einem Vierteljahrhundert querschnittgelähmte Gründer des dritterfolgreichsten Formel-1-Teams aller Zeiten zu. "Seitlich mit 140 km/h durch eine Kurve zu rutschen, packt mich. Die Weltmeisterschaft nicht zu gewinnen, ist eher Nebensache. Es geht mir ums Racing."
Gerhard Berger hat Pastor Maldonado auch in Monaco auf der Rechnung Zoom © xpbimages.com
Gerhard Berger übt zwar keine offizieller Funktion mehr in der Formel 1 aus, dennoch ist er ein gern gesehener Gast im Fahrerlager. An diesem Wochenende sind dabei die Wege für den Österreicher recht kurz, denn wie viele der Piloten lebt er in Monaco. Berger kennt die Formel 1 sowohl aus der Perspektive des Fahrers als auch aus dem Blickwinkel von der Boxengasse aus, wo er als Motorsport-Direktor von BMW und Mitinhaber von Toro Rosso am Kommandostand saß. Doch an ein Rennjahr wie 2012 kann sich der 52-Jährige spontan auch nicht erinnern. "Es ist bisher eine ganz besondere Saison. Bei jedem Rennen gibt es einen anderen Sieger", sagt Berger im Gespräch mit 'SkySportsF1'. "Wir sehen einen sehr starken Williams, einen starken Sauber, einen sehr konkurrenzfähigen Ferrari. Vettel und Alonso führen die WM an. Es ist eine völlig andere Saison als in den vergangenen Jahren." In einer ohnehin turbulenten Saison, in der die Vorhersage des Sieger vor dem Rennwochenende kaum möglich ist, folgt nun mit Monaco ein Grand Prix, der von sich aus schon unberechenbar ist. Auch Berger freut sich auf das Rennen an der Cote d'Azur. "Jetzt kommen wir hier nach Monaco und es wird sehr interessant sein zu sehen, war hier alles zusammenbekommt." Doch der Österreicher ist sich schon jetzt sicher, welche Piloten im Kampf um den Sieg eine Rolle spielen werden. "Alonso wird einer derjenigen sein, die um den Sieg mitkämpfen. Hamilton, Alonso, Rosberg, und auch Maldonado dürfen wir nicht vergessen. Er war mit jedem Auto schnell, mit dem er hier gefahren ist", erinnert Berger an Maldonados Glanzleistungen in der GP2. "Vielleicht wird er auch an diesem Wochenende wieder eine Rolle spielen." Beeindruckender ist für Berger aber einer der Piloten seines ehemaligen Teams. "Ein großer Faktor bei Ferrari ist Alonso", sagt der 52-Jährige. "Er ist einer der besten, wenn nicht sogar der beste Fahrer im Feld. Er macht einen unglaublichen Job. Er fährt ständig am Limit, egal ob im Freien Training, Qualifying oder im Rennen. Er ist eine Garantie für gute Resultate. Aber Ferrari hat einen Schritt nach vorne gemacht. Vor allem beim vergangenen Rennen, aber auch heute Morgen. Er ist in guter Form." Sein ehemaliger Schützling Sebastian Vettel, mit dem Berger 2008 in Monza den Sieg bei Toro Rosso feiert, sticht in dieser Saison trotz der Sieges in Bahrain nicht so heraus wie noch im Vorjahr. Für Berger eine Folge der aktuellen Entwicklung der Formel 1. "Eine dominierende Rolle gibt es in diesem Jahr nicht", sagt der Österreicher bei den deutschen Kollegen von 'Sky Sport'. "Aber letztendlich führt Sebastian immer noch in der Weltmeisterschaft." Daran wird sich nach Ansicht von Berger auch bis zum Ende der Saison nichts ändern. "Sie sind immer dabei und werden am Ende auch wieder mitkämpfen." Die unberechenbare Formel 1 2012, die bei manchem Beobachter für Verwirrung, sorgt bei Berger, der nurmehr die Rolle des Zuschauers innehat, für Begeisterung. "Für uns Fans ist es natürlich besser, wenn es knapper zugeht, als wenn einer vorne wegfährt."
Jean-Eric Vergne konnte seine "Angst" vor der Strecke schnell ablegen Zoom © xpbimages.com
Das Toro-Rosso-Team bezeichnete den ersten Tag zum Großen Preis von Monaco als "eher frustrierend". Zum einen musste man den Neulingen in erster Linie Fahrzeit auf der Strecke geben, sodass man nicht viel am Setup arbeiten konnte. Zum anderen kam natürlich noch das wechselhafte Wetter hinzu. Am Ende fuhr Jean-Eric Vergne auf Platz 16 der schnellsten Zeiten des Tages, 2,463 Sekunden hinter Jenson Button und 0,043 Sekunden vor Teamkollege Daniel Ricciardo, der Position 17 auf der Liste der schnellsten Zeiten belegt. "Für mich war es hier das erste Mal in einem Formel-1-Auto", so Vergne. "Ich habe es wirklich genossen. Da ich im vergangenen Jahr in der World Series in Monaco nicht besonders gut unterwegs war, war ich bezüglich des heutigen Tages ein wenig besorgt, auch wenn ich mich auf die neue Erfahrung freute und nicht wusste, was ich zu erwarten habe." "Meiner Meinung nach sieht meine Leistung im Vergleich zu der meines Teamkollegen gut aus, schließlich hat Daniel auf dieser Strecke zwei Rennen in der World Series gewonnen und er hat vergangenes Jahr im Formel-1-Auto etwas Trainingszeit gehabt. So gesehen bin ich ganz glücklich und habe das Gefühl, dass die Rundenzeit nicht wichtig war, besonders da ich in etwas Verkehr geriet und meine letzte Runde in der Boxengasse beendete." "Mit der Balance des Autos bin ich relativ zufrieden, welche wir noch etwas verfeinern können. Ich benötige jedoch noch etwas mehr Zeit, um mich selbst an den Kurs anzupassen, selbst wenn ich gern im Nassen gefahren bin. Ich fühle mich vorbereitet, egal, auf welche Bedingungen wir im Verlauf des restlichen Wochenendes treffen sollten." "Aufgrund des Wetters am Nachmittag liefen die Dinge nicht ganz so reibungslos, wie wir dies geplant hatten", so Ricciardo. "Wir waren nicht in der Lage, alles auszuprobieren, was wir uns erhofft hatten." "Es ist aus diesem Grund etwas frustrierend, besonders da wir morgen einen freien Tag haben. Ich würde es vorziehen zu fahren, aber es ist womöglich eine gute Sache, denn wir können wirklich darüber nachdenken, was wir brauchen, um nach vorne zu kommen." "Es gibt auch ein paar Gebiete, auf denen wir uns verbessern müssen, und ich bin mir sicher, dass sich unsere Leistung komplett verändern wird, wenn wir das in den Griff bekommen. Hoffentlich werden wir am Samstag ein gutes Qualifying haben." "Alles in allem war dies ein eher frustrierender Tag", so Chefingenieur Laurent Mekies. "Denn die Streckenbedingungen waren während der Einheit am Nachmittag ziemlich wechselhaft." "Angesichts der Tatsache, dass Daniel vergangenes Jahr lediglich im 1. Freien Training für uns gefahren ist und Jean-Eric hier noch nie in einem Formel-1-Auto unterwegs war, lag der Hauptfokus des Tages darauf, beiden Fahrern auf dieser einzigartigen Strecke so viel Zeit zu geben wie nur möglich."
"Aus diesem Grund waren wir am Vormittag die ersten, welche aus den Boxen fuhren, denn wir wollten sie in den richtigen Rhythmus bringen. Dieser Teil unseres Planes verlief erfolgreich. Sie schienen die Erfahrung genossen zu haben. Wir haben auch am Nachmittag trotz der wechselhaften Bedingungen versucht, jede Menge Runden zu fahren." "Aber alles in allem haben wir in Bezug auf die übliche Arbeit am Setup des Autos nicht so viel erreicht. Abgesehen davon hatten wir einen problemlosen Tag und die Fahrer leisteten sich keinerlei Fehler. Aufgrund des unglücklichen Zeitplans dieser Veranstaltung haben wir morgen einen ganzen Tag, an dem wir darüber nachdenken können, wie wir das Auto für den Rest des Wochenendes verbessern können."
Kamui Kobayashi ist mit seinem Sauber noch nicht restlos glücklich Zoom © xpbimages.com
Starker Trainingsauftakt in Monaco für das Sauber-Team. Während Sergio Perez im Gesamtergebnis auf den beachtlichen fünften Platz fuhr, kam Teamkollege Kamui Kobayashi, der kein Fan des engen Kurses im Fürstentum ist, immerhin auf den neunten Gesamtrang. Auf die Bestzeit von McLaren-Pilot Jenson Button fehlten ihm 1,292 Sekunden. Dennoch erlebte der Japaner, der in Spanien großartiger Fünfter wurde, keinen problemlosen Trainingsstart. Er klagt gegenüber 'Sky Sports' über mangelnden Abtrieb: "Ich verwende den gleichen Unterboden wie mein Teamkollege, aber im Vergleich zu ihm vermissen wir aus einem unbekannten Grund etwas Abtrieb. Aus diesem Grund hatten wir hier ein paar Probleme." Das Team wechselte daher auf den Ersatz-Unterboden. Auch die Umstände machen es dem Sauber-Piloten nicht leicht: "Die Strecke ist immer ziemlich schmutzig - es ist sehr rutschig. Daher ist es immer sehr schwierig, das richtige Setup zu finden, aber ich denke, dass es in Ordnung ist. Wir sind nicht so weit weg. Am Samstag werden wir dann sehen, was das Wetter macht. Die Streckenbedingungen sind hier an diesem Wochenende eine ziemliche Unbekannte - und das macht es sehr knifflig." Obwohl am Freitag für die Formel-1-Piloten Ruhetag ist, wurde Kobayashi von seinem Team eingeteilt: "Ich habe einen etwas seltsamen Zeitplan. Es gibt eine Autogrammstunde an der Strecke, was eine Überraschung ist. Ich muss also leider zur Strecke kommen." Obwohl er den Kurs nicht für eine wirkliche Formel-1-Strecke hält, kann er dem Rennen etwas abgewinnen: "In Monaco ist die Aufregung immer sehr groß - und das ist gut für die Formel 1."
Hat Fahrer noch nie mit Samthandschuhen angefasst: Frank Williams Zoom © xpbimages.com
Bruno Sennas Stuhl bei Williams wackelt nach dem Sieg von Pastor Maldonado beim Spanien-Grand-Prix bedenklich. Und der Teamchef rüttelt weiter am Sitz des Brasilianers: "Bruno muss jetzt antworten", zitiert die britische Tageszeitung "The Telegraph" Frank Williams und findet gewohnt deutliche Worte: "Maldos (Maldonados, Anm. d. Red.) Erfolg sollte für ihn ein Tritt in den Hintern sein." Williams, der sich von den starken Leitungen des Venezolaners überrascht zeigt, redet auch bei den Finanzen nicht lange um den heißen Brei herum. "Völlig unpolitisch, aber er bringt eine nützliche Menge an Sponsorengeldern mit." Insider beziffern diese "nützliche" Summe auf rund 30 Millionen britische Pfund, die Caracas staatlicher Ölkonzern PDVSA auf das Williams-Konto überweist. Die Maldonado zugeschriebene Favoritenrolle - er hat in Monaco mit Ausnahme der Königsklasse in allen Serien, die er gefahren ist, bereits gewonnen - will Williams nicht bestätigen. "Die Formel 1 ist böse. Wenn du den kleinsten Fehler machst, bist du tot. Es ist das beste, bescheiden zu sein", so Sir Frank.
Frank Williams wollte sein Team in der Notlage nicht im Stich lassen Zoom © Williams
Die Formel 1 gilt als zerstrittener Haufen. Missgunst und Misstrauen, Spionage und Tricksereien gehören im Fahrerlager zur Tagesordnung. Doch wenn es zu Katastrophen kommt, dann rückt die Königsklasse des Motorsports zusammen. Bestes Beispiel dafür ist der Feuerunfall in der Williams-Box, der das Sensationsteam nach dem Überraschungsteam hart getroffen hat. "Ich habe die Zeit nach dem Rennen genossen, war in der Garage und blieb stehen, um mit jemandem zu sprechen, als es zu meiner Rechten etwas zerrissen hat", erinnert sich Teamchef Frank Williams gegenüber dem 'Telegraph' an den folgenschweren Knall. "Sofort breiteten sich schwarze Rauchwolken aus." Eine brenzlige Situation für den Querschnitt-gelähmten Teamboss. Doch sein Betreuer reagierte rasch. "Schnell wie der Blitz wurde ich aus der Box gerollt", erzählt er. Dabei war ihm dies zunächst gar nicht recht: "Ich schrie: 'Michael, du musst verdammt noch mal stehenbleiben. Ich sollte eigentlich die Leitung übernehmen, und kann mich nicht einfach aus dem Staub machen." Williams wollte zurück in die BoxSein Betreuer folgte dem Befehl des Chefs und schob den "Rollstuhl-General" wieder in Richtung Box. "Aber ich konnte dort nicht viel tun", erkannte Williams. Doch was war passiert? Williams-Mitbesitzer Christian "Toto" Wolff gibt gegenüber 'Sky' Einblicke: "Eine Funkstation aus Plastik, wo die Funkgeräte dran hängen, ist geschmolzen und hat zu dieser Rauchentwicklung geführt." Die Ursache dafür ist noch immer nicht ganz klar, wie Wolff erklärt: "Es wird immer noch analysiert, aber vermutlich war es eine statische Entladung, wie sie jeden Tag passieren kann, wenn wir jemandem die Hand schütteln und wir einen Schlag kriegen. Diese statische Entladung hat Dämpfe entzündet, und dann ist ein Fass in die Luft geflogen. Das ist extrem unüblich, wie ich gehört habe, aber es kann passieren." Gesamtes Fahrerlager kämpfte gegen FlammenAls das Feuer ausbrach, half plötzlich fast gesamte Fahrerlager mit, eine Katastrophe zu verhindern. Mechaniker unterschiedlicher Teams nahmen ihre Feuerlöscher und bekämpften die Flammen. "Es gehört einiges an Mut dazu, sich da hineinzustürzen, vor allem, wenn es nicht einmal das eigene Team ist", zollt der Österreicher den Helfern seine Anerkennung. "Es zeigt, wie die Mannschaften da zusammenhalten. Das war das die schöne Seite an der Tragödie." Toto Wolff glaubt, dass es einen balalen Grund für den Unfall geben könnte © xpbimages.com Freilich hätte aber auch ihr eigenes Team betroffen sein können, hätte man das Feuer nicht unter Kontrolle gebracht. "Sie wussten, dass sie helfen müssen, denn sonst hätte das Feuer auch auf andere Boxen übergreifen können", meint Wolff. Inzwischen wird nur noch ein Williams-Teammitglied im Krankenhaus behandelt - der Mitarbeiter leidet an Verbrennungen an Händen und Füßen. "Er wird nächste Woche aus dem Krankenhaus entlassen - also sind wir mit dem Schrecken davongekommen", ist Wolff froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist. "Er hat einen starken Charakter", stellt Williams klar, dass es seinem Teammitglied den Umständen entsprechend gut geht. "Er wird zurückkommen, wenn es für ihn passt - in einem Monat oder zwei." Williams bedankt sich für HilfeAuch der 70-jährige Brite zeigt sich vom Zusammenhalt im Fahrerlager angetan: "Es hat mich sehr glücklich gemacht, als ich im Nachhinein gehört habe, dass jeder Feuerlöscher im Fahrer von fast jedem Team benutzt wurde. Die Reaktion war außergewöhnlich, wirklich überwältigend."
Damit war es aber nicht getan, denn auch nach dem gelöschten Brand zeigten die anderen Teams ihre Hilfsbereitschaft. "Alle Teams sagten zu mir: 'Was auch immer ihr braucht - wir werden euch helfen'", erinnert sich die lebende Formel-1-Legende. "Ich weiß nicht genau, was wir angenommen haben, aber ich habe darum gebeten, dass eine Liste angefertigt wird. Meine Hauptaufgabe in Monaco ist es, alle Teamchefs zu treffen, ihnen zu danken und zurückzuzahlen, was auch immer sie uns gegeben haben."
Jenson Button sicherte sich die Bestzeit am ersten Trainingstag in Monaco Zoom © xpbimages.com
Am Vormittag war es zwar noch trocken, aber wirklich aussagekräftig war das Ergebnis des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco nicht, und auch die zweite Session im Fürstentum an der Cote d'Azur ließ keine echten Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis an diesem Wochenende zu. Schuld daran war Regen im zweiten Freien Training in Monte Carlo. "Diese Bedingungen sind sehr schwierig für uns", meinte Force-India-Teammanager Andy Stevenson nach knapp einer halben Stunde der geplanten 90 Minuten. "Die Strecke ist zu feucht, um konstruktiv zu fahren, aber nicht nass genug für Intermediates. Da wäre mir stärkerer Regen sogar lieber, denn laut Wettervorhersage soll es am Wochenende regnen. So könnten die Fahrer zumindest ein paar Runden trainieren, um sich an die Bedingungen zu gewöhnen." Button-Bestzeit auf weichen ReifenEin Wunsch, der nicht in Erfüllung gehen sollte, denn erst trocknete es ein bisschen ab, ehe es wieder zu regnen begann - beim zweiten Mal etwas stärker. Von da an waren die gleich zu Beginn erzielten Zeiten in Stein gemeißelt. Jenson Buttons Bestzeit von 1:15.746 Minuten war jedoch kaum aussagekräftig, schließlich hatte der McLaren-Pilot noch vor einsetzendem Regen als einer der wenigen Piloten eine volle Runde auf den weicheren Supersoft-Pirellis zurückgelegt. Der Lotus von Romain Grosjean hinterließ heute einen sehr starken Eindruck © xpbimages.com "Wir sind heute für einen Donnerstag in Monaco nicht viel gefahren. Hoffentlich wird das Wetter am Samstag ein bisschen besser", seufzt der Tagesschnellste, der es insgesamt auf 30 Umläufe brachte, 17 davon am Nachmittag. Zweiter wurde Romain Grosjean (Lotus), der mit seiner spektakulären Fahrweise immer wieder in Richtung Leitplanken driftete, aber jeden einzelnen Rutscher gekonnt abfangen konnte. Rückstand: 0,392 Sekunden. Allerdings absolvierte Grosjean seinen gezeiteten Run noch auf der härteren Reifenmischung, "und die ist um ungefähr eine Sekunde langsamer als die weiche", analysiert Formel-1-Experte Marc Surer. Eigentlich also ein gutes Zeichen für das Lotus-Team, dem die meisten Beobachter an diesem Wochenende eine starke Performance zutrauen, aber andererseits ist das Ergebnis wegen des Wetters und unterschiedlicher Benzinmengen noch verzerrter als sonst am ersten Trainingstag. Massa in FP2 schneller als AlonsoFelipe Massa gewann das Ferrari-Stallduell am Nachmittag gegen Fernando Alonso, in der Gesamtwertung belegte Alonso aber mit 0,519 Sekunden Rückstand den dritten Platz - seine Bestzeit vom Vormittag konnte er in der zweiten Session nicht mehr unterbieten. In der inoffiziellen Regenwertung belegte Massa sogar den zweiten Platz, zwei Zehntelsekunden hinter Sergio Perez (5./Sauber/+0,965), der auf nasser Strecke in 1:26.6 Minuten am schnellsten war. Nur diese fünf Fahrer lagen am Ende des Donnerstags innerhalb von einer Sekunde. Monaco-Spezialist Lewis Hamilton (McLaren), Barcelona-Sieger Pastor Maldonado (Williams), Nico Rosberg (Mercedes), Kamui Kobayashi (Sauber) und Mark Webber (Red Bull) komplettierten die Top 10. Vorjahressieger Sebastian Vettel wurde eineinhalb Sekunden hinter der Spitze und 74 Tausendstelsekunden hinter Teamkollege Webber Elfter. Marko klagt über schlechtes Wetter"Wir hätten einige Änderungen am Auto. Da ist es natürlich schade, wenn man die Zeit jetzt auf keine Weise nützen kann", bedauert Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko. "Es war zu wenig nass für Intermediate- oder Regenreifen, aber nass genug, um Erkenntnisse unmöglich zu machen. Es hängt nur hier über der Rennstrecke eine Wolke, der Rest ist laut Radar in Ordnung. Heutzutage sind die Wetterprognosen sehr gut. Wir müssen schon mit eher schlechtem Wetter rechnen." Im feuchten Teil der zweiten Session war niemand schneller als Sergio Perez © xpbimages.com Am meisten trainierten im Regen die Toro-Rosso-Junioren - niemand war so fleißig wie Vergne/Ricciardo, die es als 16. und 17. auf insgesamt 101 Runden brachten. "Im Nassen zu fahren, ist immer wichtig", erklärt Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari. "Wenn es im Qualifying das gleiche Wetter hat, weißt du, wie sich das Auto verhält. Die Strecke ist natürlich rutschig, aber es ist wichtig, zu trainieren. Nur so findest du heraus, wo es rutschig ist und wo es Grip hat."
Offensichtlich keinen Grip hatte es in der Bremszone vor der Mirabeau-Kurve, in der in den letzten Minuten beide Williams-Piloten, Perez und Massa Bekanntschaft mit der Auslaufzone machten. Der Crew von Maldonado dürfte das Herz stehen geblieben sein, als der Venezolaner in dem schmalen Notausgang mit einem Burnout wenden wollte, doch kurz vor dem Einschlag in die Leitplanken kam er dann doch zu Sinnen und ließ sich von den Streckenposten helfen. Kovalainen wieder in ProblemenDen Schlusspunkt setzte wie schon am Vormittag Heikki Kovalainen (21./Caterham/+4,283) - diesmal allerdings nicht mit einem Motorschaden im Tunnel, sondern mit einem Ausritt in Mirabeau. Der Finne konnte im Gegensatz zu seinen Konkurrenten nicht weiterfahren, sodass die letzten Minuten der Session unter gelben Flaggen stattfanden. Landsmann Kimi Räikkönen trainierte in Session zwei umso fleißiger: 25 Runden, dreieinhalb Sekunden Rückstand, 20. Platz. Nur 25 Runden: Michael Schumacher trainierte weniger als alle anderen Fahrer © xpbimages.com "Der Lotus scheint ziemlich stark zu sein, was Traktion und mechanischen Grip angeht", analysiert Experte Alguersuari. "Dem stimme ich zu", meint der ehemalige Formel-1-Ingenieur Gary Anderson und ergänzt: "Button und Hamilton machten heute Morgen durch die Schwimmbad-Passage einen sehr starken Eindruck. Ich glaube, die werden mitmischen." Alguersuari rechnet außerdem mit Ferrari, rätselt aber: "Schwer zu sagen, wo Red Bull im Moment steht."
Positiv ist, dass alle komfortabel innerhalb der 107-Prozent-Zeit lagen, weniger positiv hingegen, dass niemand einen Longrun mit den roten Supersoft-Option-Pirellis fahren konnte. "Was den Abbau der Reifen angeht, wird es eine Reise ins Unbekannte", twittert Ferrari nach dem Training. "Niemand konnte Longruns fahren. Das ist ein weiteres Fragezeichen für das Rennen." Jetzt steht aber ohnehin erst einmal der Ruhetag auf dem Programm.
Geht es auch in den nächsten Jahren für die Formel 1 noch quer durch die Eifel? Zoom © HRT
(Motorsport-Total.com/SID) - Dank Sponsoren und des Entgegenkommens von Promoter Bernie Ecclestone hat die Formel 1 auf dem Nürburgring anscheinend doch noch eine Zukunft. "Wir können den Vertrag mit Ecclestone für die nächsten zehn Jahre, also über fünf Rennen, verlängern", sagt Kai Richter, einer der Streckenbetreiber, mit Blick auf die Hockenheim-Rotation. "Ein solches Ergebnis, wie wir es ausgehandelt haben, hat es noch nie für den Nürburgring gegeben", betont er. Richter nennt Details: "Weniger als zehn Millionen Euro sind als Beitrag des Landes für ein Rennen gefordert." Er und sein Mitgesellschafter beim Veranstalter-Unternehmen Rheinland-Pfalz Grand Prix, Jörg Lindner, erklären, sie hätten "in schwierigen Verhandlungen bei insgesamt vier Treffen" mit Ecclestone dieses "äußerst attraktive Ergebnis" erzielt. Möglich geworden sei es auch durch ein Gesamtpaket von nationalen Sponsoren und Investoren. Lindner verdeutlicht aber, dass der Vertrag mit Ecclestone bis Juni abgeschlossen werden müsse: "Sonst ist die Formel 1 weg. Für viele, viele Jahre." Ecclestone, der von einem "internen Problem mit den Promotern" spricht, äußert sich zu der Nürburgring-Frage gegenüber 'ESPNF1' wie folgt: "Ihr Vertrag lief aus, also werden wir ihn erneuern. Das passiert, sobald sie wissen, mit wem wir das tun können." Ecclestone zeigt sich kompromissbereit und schießt hinterher: "Ich mache es gern." Das Land Rheinland-Pfalz hatte Richter und Lindner wegen ausstehender Pachtzahlungen mit einer Räumungsklage gedroht. Eine Reaktion der Mainzer Landesregierung liegt bisher noch nicht vor.
Siegkandidat im Leitplanken-Dschungel? Hamilton fährt kalkulierter Zoom © xpbimages.com
Heiße Rennaction und viel Glamour: Bei Monaco und Lewis Hamilton scheint es sich um eine passende Synthese zu handeln. Nachdem das Rennen im Fürstentum dem Briten im vergangenen Jahr - unter anderem wegen zwei Durchfahrtsstrafen - völlig misslang, stehen die Vorzeichen 2012 besser. Denn der Vollblut-Racer Hamilton scheint kalkulierter und vorausschauender zu fahren denn je. In Spanien brachte ausgerechnet der als Reifenmörder verschrieene Ex-Weltmeister sein Auto als einziger Pilot mit einer Zwei-Stopp-Strategie ins Ziel. "Es ist eine Herausforderung, mit den Pirelli-Pneus klarzukommen", betont er gegenüber 'Autosport'. "Es gibt Momente, in denen mir das gelingt, und einige, in denen es das nicht tut. Aber 2008 war das nicht anders", so Hamilton. Es ist der Verweis auf die Saison, in der er auf Bridgestone-Reifen Weltmeister wurde - damals allerdings hatte der schonende Umgang mit dem Gummi noch nicht den Stellenwert, den er heute genießt. "Jeder hat Stärken und Schwächen. Zu meinen Vorzügen gehört es, eine schnelle Runde auf neuen Reifen zu fahren. Sie lange am Leben zu erhalten ist für mich eine Herausforderung", stellt Hamilton fest.
Gute Zeiten, schlechte Zeiten: Lewis Hamilton wirkt 2012 deutlich entspannter Zoom © xpbimages.com
Was ist bloß mit Lewis los? Diese Frage stellten sich die Formel-1-Fans im vergangenen Jahr gewiss mehr als einmal. Lewis Hamilton schien 2011 nämlich nicht in gewohnt bestechender Form zu fahren und wirkte oft abgelenkt. All dies ist nun aber Schnee von gestern, denn heute tritt der McLaren-Pilot wieder beschwingt und selbstsicher auf. Aber warum eigentlich? Hamilton geht auf Spurensuche. Der britische Rennfahrer hat sich in der Winterpause die Zeit genommen, um sich selbst und das Geschehene ausgiebig zu analysieren, wie er gegenüber 'Autosport' bestätigt. Gleichzeitig fasste Hamilton frischen Mut - und offensichtlich auch einige gute Vorsätze. "Es geht darum, dich richtig einzustellen", sagt Hamilton über seine Auszeit im Winter. Dabei war er augenscheinlich erfolgreich. Neben Fernando Alonso (Ferrari) ist Hamilton 2012 nämlich der einzige Fahrer im Starterfeld, der bisher in allen Rennen in den Punkten war. Die Konstanz, die im vergangenen Jahr so oft fehlte, scheint also vorhanden zu sein. Oder wie es Hamilton ausdrückt: "Du hoffst, nicht wieder in den gleichen Trott zu verfallen, sofern du dich im vergangenen Jahr in einem Trott befunden hast." "Es gab einfach ein paar Dinge in meinem Leben, die ich neu sortieren musste. Das brauchte seine Zeit. Jetzt passt alles, also bin ich ziemlich zufrieden. All das macht dieses Jahr umso schöner", sagt Hamilton. Familie, Freunde, Management, Team - Privat- und Rennfahrer-Leben verlaufen nun also wieder in geordneten Bahnen. Dieser Umstand ist auch den Formel-1-Beobachtern nicht entgangen. Coulthard bewundert die Wandlung HamiltonsDer ehemalige Formel-1-Pilot David Coulthard zeigt sich bei 'Autosport' beispielsweise hocherfreut über den "neuen Lewis" und sagt: "Lewis Hamilton fährt derzeit so gut wie eh und je - wenn nicht sogar besser als früher. Das ist schön zu sehen. Was hat sich verändert? Nun, ich denke, er ist über den Winter erwachsen geworden. Er hatte die Chance, über all dies nachzudenken", meint "DC". "Ich sehe einen deutlich kompletteren Rennfahrer als den Lewis von vor einem Jahr." David Coulthard "Das scheint er getan zu haben. Ich sehe einen deutlich kompletteren Rennfahrer als den Lewis von vor einem Jahr. Er hatte nie ein Problem mit seiner Geschwindigkeit, sondern schien nur abgelenkt zu sein. Das hat er nun offenbar im Griff. Und er macht keine Fehler. Dass er Jenson Button in Spanien vom letzten Startplatz aus geschlagen hat, ist ein gutes Beispiel dafür, wie stark Lewis 2012 auftritt." In der Tat, wie die bisherigen Ergebnisse unterstreichen. Auch McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh erkennt darin einen "anderen" Hamilton und merkt bei 'Autosport' an: "Die Leute verändern sich nicht von jetzt auf gleich, sondern ganz allmählich. Lewis glaubt an sich als einen großen Rennfahrer, weiß aber nun, dass im Leben nicht alles nach Plan läuft. Man lernt nach und nach, damit umzugehen." Wenn Rennfahrer unter Druck stehen ..."Und wir würden keinen Lewis wollen, der sich mit dem Zweitbesten zufriedengeben würde", meint Whitmarsh und stellt klar: "Wir wollen einen Lewis, der es auf Erfolge abgesehen hat, der sich als Zweiter nicht wohl fühlt, der alles bei sich, an seinem Auto, in seinem Team und in seinem Umfeld absolut perfekt haben will. Diese Entschlossenheit treibt ihn an." 2011 sah es noch ganz anders aus. "Wenn Rennfahrer unter Druck stehen, dann kann es sein, dass sie das Auto überfahren." Martin Whitmarsh Whitmarsh zeigt allerdings Verständnis für seinen Piloten und dessen vermeintlich schwieriges Jahr. "Wenn Rennfahrer unter Druck stehen, dann kann es sein, dass sie das Auto überfahren. Wenn sie dann auch noch an Selbstvertrauen eingebüßt haben, werden sie vielleicht noch ein bisschen mehr zurückhaltend. Lewis hat seine Fähigkeiten sicherlich nicht verloren", erläutert der Teamchef. "Seine Stimmung ist sehr positiv. Er hat dazugelernt und ist nun deutlich gefasster und glücklicher. Er weiß, er kann in diesem Jahr eine Weltmeisterschaft gewinnen", sagt Whitmarsh und Hamilton stimmt zu: "Ich versuche, zu gewinnen, und ich will gewinnen. Ich bin nicht zufrieden damit, in jedem Rennen nur Dritter zu werden. Der achte Platz beim jüngsten Rennen war auch nicht so toll", meint Hamilton. Der Sieg ist alles - oder etwa doch nicht?In Barcelona hatte der britische Rennfahrer aufgrund eines Teamfehlers von ganz hinten losfahren müssen, nachdem er sein Auto auf die Pole-Position gestellt hatte. Dergleichen wirft Hamilton in diesem Jahr aber nicht aus der Bahn, auch wenn er sagt: "Es ist immer eine Enttäuschung, wenn man Rückschritte macht. Du willst doch attackieren, überholen. Nur darum geht es im Motorsport." "Es könnte viel schlimmer sein." Lewis Hamilton "Es könnte aber viel schlimmer sein. Was all dies in eine Perspektive rückte, war, was ich auf den Philippinen gesehen habe. Dort gibt es Kinder, die gar nichts haben und in Papierhütten auf der Straße leben. Und hier sind wir in der Formel 1. Damit kann ich also gar nicht unzufrieden sein. Das ist die Perspektive, die ich in diesem Jahr habe: Es könnte viel schlimmer sein", hält Hamilton fest. "Ich will aber trotzdem immer Erster werden." Und das so schnell wie möglich - und mit McLaren, wo Hamilton noch bis zum Saisonende unter Vertrag steht. Mit dem "und dann?" hat er sich laut eigener Aussage aber "noch nicht" beschäftigt, sagt Hamilton bei 'Autosport'. Die Begründung klingt plausibel: "Wir haben es mit einer so fordernden Saison zu tun, da muss ich einfach konzentriert bleiben". McLaren will Hamilton halten"Wenn ich meinen Fokus verliere und deswegen einige Punkte einbüße, könnte ich mir das nie verzeihen. Ich muss halt eine Lücke finden. Ich brauche die Zeit, um mich mit meinem Manager hinzusetzen und darüber zu reden. Ich bat sie (das Management; Anm. d. Red.) aber schon darum, sich einmal ein paar Gedanken zu machen. Wann es so weit sein wird, weiß ich aber nicht." "Ja, wir wollen ihn behalten." Martin Whitmarsh "Es wird irgendwann in diesem Jahr passieren, denn ansonsten bin ich arbeitslos", meint Hamilton und grinst verschmitzt. So weit wird es bei einem der Topstars der Szene vermutlich nicht kommen, auch wenn die Verhandlungen mit McLaren wohl erst in den Sommermonaten an Fahrt aufnehmen. Und zur Not - das ist aus dem Fahrerlager zu hören - hätten auch andere Teams Interesse an ihm.
McLaren dürfte aber erst einmal auf der Pole-Position stehen. Darauf hofft sicher auch Whitmarsh, wenn er sagt: "Ja, wir wollen ihn behalten." Der Teamchef zeigt sich jedoch zurückhaltend: "Wie man sich vielleicht vorstellen kann, ist das eine vertrauliche Angelegenheit. Es wäre nicht angebracht, darüber zu sprechen. Wenn Lewis und McLaren etwas kundzutun haben, dann werden wir es schon sagen."
Quelle: motorsport-total.com
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Bottas vom eigenen Speed überrascht
24.05.2012 - 12:44
Senna ist froh, in einem Formel-1-Auto nach Monaco zurückkehren zu dürfen Zoom © xpbimages.com
Senna und Monaco - diese Verbindung scheint in den Genen zu liegen, schließlich sagt ein erfreuter Bruno Senna nach dem Freien Training am Freitagnachmittag bei 'Sky Sports F1': "Es ist eine meiner Lieblingsstrecken." Auf einen motorsportlichen Besuch an der Cote d'Azur musste der Brasilianer, der das Renault-Cockpit in der vergangenen Saison erst im Herbst ergatterte, zwei Jahre warten. Die Wiedersehensfreude ist groß: "Schön, nach einer langen Zeit, in der ich hier nicht Formel 1 gefahren bin, zurückkehren zu können", meint Senna. Dass die Wetterbedingungen ziemlich wankelmütig waren, stört den 28-Jährigen nicht. "Am Nachmittag wollte sich der Regen nicht so wirklich entscheiden, ob er nun kommt oder nicht. Das hat es zu einer verrückten Session gemacht", erklärt er. Zuletzt raste Senna im Jahre 2010 durch das Fürstentum - damals noch auf Bridgestone-Pneus. "Mit den Pirelli-Reifen ist es eine ganz andere Erfahrung als damals im HRT", stellt er fest. Der Magie Monte Carlos kann sich der Träger eines großen Namens nicht entziehen. "Wenn du selbstbewusst und eins mit dem Autos bist, vergisst du alles um dich herum. Dann kommt die Rundenzeit ganz von alleine", schwärmt Senna. In der höchsten Nachwuchsklasse siegte der vor drei Jahren. "Ich erinnere mich noch gut an den GP2-Erfolg. Hoffentlich gelingt mir das ein weiteres Mal." Sechs Siege des berühmten Onkels Ayrton verpflichten: "Wir haben hier so viel Geschichte geschrieben. Glücklicherweise auch ich mit meinem GP2-Sieg - aber die Formel 1 ist das, was zählt", blickt Senna voraus.
Der große Sir Frank Williams kann seit dem Sieg in Barcelona wieder lachen Zoom © Williams
Mit 70 Jahren ist Frank Williams der älteste Teamchef der Formel 1, aber während der 68-jährige Peter Sauber schon seinen Rücktritt mit Jahresende angekündigt hat, will der an den Rollstuhl gefesselte Brite noch nicht loslassen. Zwar zieht er sich schrittweise aus dem Tagesgeschäft zurückziehen - ein Prozess, der bereits eingeleitet wurde -, aber vorerst möchte er weiterhin an der Spitze des Rennstalls bleiben. Dass er seinen Sitz im Vorstand an Tochter Claire übergeben hat, ändere "nichts", denn: "All die Einzelpersonen mit ihren aufgeteilten Verantwortungsbereichen machen einen super Job. Ich bin aber immer noch kontrollierender Mehrheitseigentümer und Teamchef", stellt Williams im Interview mit dem 'Telegraph' klar. "Jemand muss zu mir kommen und mir sagen: 'Frank, du vergisst zu viel' oder 'Frank, du stehst langsam im Weg'." Williams sieht die Zeit noch nicht gekommenDas sei momentan noch nicht der Fall, meint der liebevoll "Rollstuhlgeneral" genannte Brite und widerspricht damit Kritikern, die nur hinter vorgehaltener Hand flüstern, dass sein Gesundheitszustand schon bald einen Wechsel erforderlich machen könnte. Würdest du dann zurücktreten, Frank? "Wenn ich wirklich glauben würde, dass ich die Dinge aufhalte, dann ja", sagt er. "Aber ich glaube nicht, dass es schon so weit ist." Teamintern war Adam Parr derjenige, der in den vergangenen Jahren den besten Draht zu Williams hatte, aber der Vorstandsvorsitzende musste im Zuge der Concorde-Verhandlungen mit Bernie Ecclestone gehen. Die neue Garde um Claire Williams und Großaktionär Toto Wolff steht schon eher für die nächste Generation. Wolff freute sich zuletzt in Barcelona "rasend, dass Frank das miterleben kann". Gemeint war der erste Sieg seit acht Jahren. Auch sonst gönnt man Williams die Rückkehr auf die Siegerstraße. Viele sind der Meinung: Es wäre ein unwürdiger Abgang eines großen Mannes gewesen, wenn Williams bis zu seinem endgültigen Rücktritt jahrelang sieglos geblieben wäre. "Er ist einer der Besten in unserem Zirkus, ein harter Kerl, ein Kämpfer", lobt Gerhard Berger. "Wir haben alle riesigen Respekt vor ihm, sind alle Fans von ihm. Und wir alle haben ein bisschen gelitten, als er immer mehr ins Hintertreffen geraten ist." Berger freut sich auch für Landsmann WolffFranks Tochter Claire Williams im Gespräch mit Bernie Ecclestone © xpbimages.com "Den letzten Sieg habe ich ihm sehr gegönnt - und das auch noch zu seinem Geburtstag! Das war wirklich toll", sagt Berger. "Ich freue mich auch für Toto Wolff, der als Österreicher jetzt Miteigentümer in dem Team ist. Ich glaube, die sind auf einem guten Weg. Die machen in diesem Jahr schon die ganze Zeit eine gute Figur. Und Maldonado scheint ein Treffer zu sein. Aber dafür hatte Frank immer schon ein Näschen." Die Frage ist: Wie lange noch? Der Racing-Virus lässt den 70-Jährigen jedenfalls nicht los: "Ich bin immer noch renn- und geschwindigkeitsverrückt", gibt der seit einem Vierteljahrhundert querschnittgelähmte Gründer des dritterfolgreichsten Formel-1-Teams aller Zeiten zu. "Seitlich mit 140 km/h durch eine Kurve zu rutschen, packt mich. Die Weltmeisterschaft nicht zu gewinnen, ist eher Nebensache. Es geht mir ums Racing."
Gerhard Berger hat Pastor Maldonado auch in Monaco auf der Rechnung Zoom © xpbimages.com
Gerhard Berger übt zwar keine offizieller Funktion mehr in der Formel 1 aus, dennoch ist er ein gern gesehener Gast im Fahrerlager. An diesem Wochenende sind dabei die Wege für den Österreicher recht kurz, denn wie viele der Piloten lebt er in Monaco. Berger kennt die Formel 1 sowohl aus der Perspektive des Fahrers als auch aus dem Blickwinkel von der Boxengasse aus, wo er als Motorsport-Direktor von BMW und Mitinhaber von Toro Rosso am Kommandostand saß. Doch an ein Rennjahr wie 2012 kann sich der 52-Jährige spontan auch nicht erinnern. "Es ist bisher eine ganz besondere Saison. Bei jedem Rennen gibt es einen anderen Sieger", sagt Berger im Gespräch mit 'SkySportsF1'. "Wir sehen einen sehr starken Williams, einen starken Sauber, einen sehr konkurrenzfähigen Ferrari. Vettel und Alonso führen die WM an. Es ist eine völlig andere Saison als in den vergangenen Jahren." In einer ohnehin turbulenten Saison, in der die Vorhersage des Sieger vor dem Rennwochenende kaum möglich ist, folgt nun mit Monaco ein Grand Prix, der von sich aus schon unberechenbar ist. Auch Berger freut sich auf das Rennen an der Cote d'Azur. "Jetzt kommen wir hier nach Monaco und es wird sehr interessant sein zu sehen, war hier alles zusammenbekommt." Doch der Österreicher ist sich schon jetzt sicher, welche Piloten im Kampf um den Sieg eine Rolle spielen werden. "Alonso wird einer derjenigen sein, die um den Sieg mitkämpfen. Hamilton, Alonso, Rosberg, und auch Maldonado dürfen wir nicht vergessen. Er war mit jedem Auto schnell, mit dem er hier gefahren ist", erinnert Berger an Maldonados Glanzleistungen in der GP2. "Vielleicht wird er auch an diesem Wochenende wieder eine Rolle spielen." Beeindruckender ist für Berger aber einer der Piloten seines ehemaligen Teams. "Ein großer Faktor bei Ferrari ist Alonso", sagt der 52-Jährige. "Er ist einer der besten, wenn nicht sogar der beste Fahrer im Feld. Er macht einen unglaublichen Job. Er fährt ständig am Limit, egal ob im Freien Training, Qualifying oder im Rennen. Er ist eine Garantie für gute Resultate. Aber Ferrari hat einen Schritt nach vorne gemacht. Vor allem beim vergangenen Rennen, aber auch heute Morgen. Er ist in guter Form." Sein ehemaliger Schützling Sebastian Vettel, mit dem Berger 2008 in Monza den Sieg bei Toro Rosso feiert, sticht in dieser Saison trotz der Sieges in Bahrain nicht so heraus wie noch im Vorjahr. Für Berger eine Folge der aktuellen Entwicklung der Formel 1. "Eine dominierende Rolle gibt es in diesem Jahr nicht", sagt der Österreicher bei den deutschen Kollegen von 'Sky Sport'. "Aber letztendlich führt Sebastian immer noch in der Weltmeisterschaft." Daran wird sich nach Ansicht von Berger auch bis zum Ende der Saison nichts ändern. "Sie sind immer dabei und werden am Ende auch wieder mitkämpfen." Die unberechenbare Formel 1 2012, die bei manchem Beobachter für Verwirrung, sorgt bei Berger, der nurmehr die Rolle des Zuschauers innehat, für Begeisterung. "Für uns Fans ist es natürlich besser, wenn es knapper zugeht, als wenn einer vorne wegfährt."
Jean-Eric Vergne konnte seine "Angst" vor der Strecke schnell ablegen Zoom © xpbimages.com
Das Toro-Rosso-Team bezeichnete den ersten Tag zum Großen Preis von Monaco als "eher frustrierend". Zum einen musste man den Neulingen in erster Linie Fahrzeit auf der Strecke geben, sodass man nicht viel am Setup arbeiten konnte. Zum anderen kam natürlich noch das wechselhafte Wetter hinzu. Am Ende fuhr Jean-Eric Vergne auf Platz 16 der schnellsten Zeiten des Tages, 2,463 Sekunden hinter Jenson Button und 0,043 Sekunden vor Teamkollege Daniel Ricciardo, der Position 17 auf der Liste der schnellsten Zeiten belegt. "Für mich war es hier das erste Mal in einem Formel-1-Auto", so Vergne. "Ich habe es wirklich genossen. Da ich im vergangenen Jahr in der World Series in Monaco nicht besonders gut unterwegs war, war ich bezüglich des heutigen Tages ein wenig besorgt, auch wenn ich mich auf die neue Erfahrung freute und nicht wusste, was ich zu erwarten habe." "Meiner Meinung nach sieht meine Leistung im Vergleich zu der meines Teamkollegen gut aus, schließlich hat Daniel auf dieser Strecke zwei Rennen in der World Series gewonnen und er hat vergangenes Jahr im Formel-1-Auto etwas Trainingszeit gehabt. So gesehen bin ich ganz glücklich und habe das Gefühl, dass die Rundenzeit nicht wichtig war, besonders da ich in etwas Verkehr geriet und meine letzte Runde in der Boxengasse beendete." "Mit der Balance des Autos bin ich relativ zufrieden, welche wir noch etwas verfeinern können. Ich benötige jedoch noch etwas mehr Zeit, um mich selbst an den Kurs anzupassen, selbst wenn ich gern im Nassen gefahren bin. Ich fühle mich vorbereitet, egal, auf welche Bedingungen wir im Verlauf des restlichen Wochenendes treffen sollten." "Aufgrund des Wetters am Nachmittag liefen die Dinge nicht ganz so reibungslos, wie wir dies geplant hatten", so Ricciardo. "Wir waren nicht in der Lage, alles auszuprobieren, was wir uns erhofft hatten." "Es ist aus diesem Grund etwas frustrierend, besonders da wir morgen einen freien Tag haben. Ich würde es vorziehen zu fahren, aber es ist womöglich eine gute Sache, denn wir können wirklich darüber nachdenken, was wir brauchen, um nach vorne zu kommen." "Es gibt auch ein paar Gebiete, auf denen wir uns verbessern müssen, und ich bin mir sicher, dass sich unsere Leistung komplett verändern wird, wenn wir das in den Griff bekommen. Hoffentlich werden wir am Samstag ein gutes Qualifying haben." "Alles in allem war dies ein eher frustrierender Tag", so Chefingenieur Laurent Mekies. "Denn die Streckenbedingungen waren während der Einheit am Nachmittag ziemlich wechselhaft." "Angesichts der Tatsache, dass Daniel vergangenes Jahr lediglich im 1. Freien Training für uns gefahren ist und Jean-Eric hier noch nie in einem Formel-1-Auto unterwegs war, lag der Hauptfokus des Tages darauf, beiden Fahrern auf dieser einzigartigen Strecke so viel Zeit zu geben wie nur möglich."
"Aus diesem Grund waren wir am Vormittag die ersten, welche aus den Boxen fuhren, denn wir wollten sie in den richtigen Rhythmus bringen. Dieser Teil unseres Planes verlief erfolgreich. Sie schienen die Erfahrung genossen zu haben. Wir haben auch am Nachmittag trotz der wechselhaften Bedingungen versucht, jede Menge Runden zu fahren." "Aber alles in allem haben wir in Bezug auf die übliche Arbeit am Setup des Autos nicht so viel erreicht. Abgesehen davon hatten wir einen problemlosen Tag und die Fahrer leisteten sich keinerlei Fehler. Aufgrund des unglücklichen Zeitplans dieser Veranstaltung haben wir morgen einen ganzen Tag, an dem wir darüber nachdenken können, wie wir das Auto für den Rest des Wochenendes verbessern können."
Kamui Kobayashi ist mit seinem Sauber noch nicht restlos glücklich Zoom © xpbimages.com
Starker Trainingsauftakt in Monaco für das Sauber-Team. Während Sergio Perez im Gesamtergebnis auf den beachtlichen fünften Platz fuhr, kam Teamkollege Kamui Kobayashi, der kein Fan des engen Kurses im Fürstentum ist, immerhin auf den neunten Gesamtrang. Auf die Bestzeit von McLaren-Pilot Jenson Button fehlten ihm 1,292 Sekunden. Dennoch erlebte der Japaner, der in Spanien großartiger Fünfter wurde, keinen problemlosen Trainingsstart. Er klagt gegenüber 'Sky Sports' über mangelnden Abtrieb: "Ich verwende den gleichen Unterboden wie mein Teamkollege, aber im Vergleich zu ihm vermissen wir aus einem unbekannten Grund etwas Abtrieb. Aus diesem Grund hatten wir hier ein paar Probleme." Das Team wechselte daher auf den Ersatz-Unterboden. Auch die Umstände machen es dem Sauber-Piloten nicht leicht: "Die Strecke ist immer ziemlich schmutzig - es ist sehr rutschig. Daher ist es immer sehr schwierig, das richtige Setup zu finden, aber ich denke, dass es in Ordnung ist. Wir sind nicht so weit weg. Am Samstag werden wir dann sehen, was das Wetter macht. Die Streckenbedingungen sind hier an diesem Wochenende eine ziemliche Unbekannte - und das macht es sehr knifflig." Obwohl am Freitag für die Formel-1-Piloten Ruhetag ist, wurde Kobayashi von seinem Team eingeteilt: "Ich habe einen etwas seltsamen Zeitplan. Es gibt eine Autogrammstunde an der Strecke, was eine Überraschung ist. Ich muss also leider zur Strecke kommen." Obwohl er den Kurs nicht für eine wirkliche Formel-1-Strecke hält, kann er dem Rennen etwas abgewinnen: "In Monaco ist die Aufregung immer sehr groß - und das ist gut für die Formel 1."
Hat Fahrer noch nie mit Samthandschuhen angefasst: Frank Williams Zoom © xpbimages.com
Bruno Sennas Stuhl bei Williams wackelt nach dem Sieg von Pastor Maldonado beim Spanien-Grand-Prix bedenklich. Und der Teamchef rüttelt weiter am Sitz des Brasilianers: "Bruno muss jetzt antworten", zitiert die britische Tageszeitung "The Telegraph" Frank Williams und findet gewohnt deutliche Worte: "Maldos (Maldonados, Anm. d. Red.) Erfolg sollte für ihn ein Tritt in den Hintern sein." Williams, der sich von den starken Leitungen des Venezolaners überrascht zeigt, redet auch bei den Finanzen nicht lange um den heißen Brei herum. "Völlig unpolitisch, aber er bringt eine nützliche Menge an Sponsorengeldern mit." Insider beziffern diese "nützliche" Summe auf rund 30 Millionen britische Pfund, die Caracas staatlicher Ölkonzern PDVSA auf das Williams-Konto überweist. Die Maldonado zugeschriebene Favoritenrolle - er hat in Monaco mit Ausnahme der Königsklasse in allen Serien, die er gefahren ist, bereits gewonnen - will Williams nicht bestätigen. "Die Formel 1 ist böse. Wenn du den kleinsten Fehler machst, bist du tot. Es ist das beste, bescheiden zu sein", so Sir Frank.
Frank Williams wollte sein Team in der Notlage nicht im Stich lassen Zoom © Williams
Die Formel 1 gilt als zerstrittener Haufen. Missgunst und Misstrauen, Spionage und Tricksereien gehören im Fahrerlager zur Tagesordnung. Doch wenn es zu Katastrophen kommt, dann rückt die Königsklasse des Motorsports zusammen. Bestes Beispiel dafür ist der Feuerunfall in der Williams-Box, der das Sensationsteam nach dem Überraschungsteam hart getroffen hat. "Ich habe die Zeit nach dem Rennen genossen, war in der Garage und blieb stehen, um mit jemandem zu sprechen, als es zu meiner Rechten etwas zerrissen hat", erinnert sich Teamchef Frank Williams gegenüber dem 'Telegraph' an den folgenschweren Knall. "Sofort breiteten sich schwarze Rauchwolken aus." Eine brenzlige Situation für den Querschnitt-gelähmten Teamboss. Doch sein Betreuer reagierte rasch. "Schnell wie der Blitz wurde ich aus der Box gerollt", erzählt er. Dabei war ihm dies zunächst gar nicht recht: "Ich schrie: 'Michael, du musst verdammt noch mal stehenbleiben. Ich sollte eigentlich die Leitung übernehmen, und kann mich nicht einfach aus dem Staub machen." Williams wollte zurück in die BoxSein Betreuer folgte dem Befehl des Chefs und schob den "Rollstuhl-General" wieder in Richtung Box. "Aber ich konnte dort nicht viel tun", erkannte Williams. Doch was war passiert? Williams-Mitbesitzer Christian "Toto" Wolff gibt gegenüber 'Sky' Einblicke: "Eine Funkstation aus Plastik, wo die Funkgeräte dran hängen, ist geschmolzen und hat zu dieser Rauchentwicklung geführt." Die Ursache dafür ist noch immer nicht ganz klar, wie Wolff erklärt: "Es wird immer noch analysiert, aber vermutlich war es eine statische Entladung, wie sie jeden Tag passieren kann, wenn wir jemandem die Hand schütteln und wir einen Schlag kriegen. Diese statische Entladung hat Dämpfe entzündet, und dann ist ein Fass in die Luft geflogen. Das ist extrem unüblich, wie ich gehört habe, aber es kann passieren." Gesamtes Fahrerlager kämpfte gegen FlammenAls das Feuer ausbrach, half plötzlich fast gesamte Fahrerlager mit, eine Katastrophe zu verhindern. Mechaniker unterschiedlicher Teams nahmen ihre Feuerlöscher und bekämpften die Flammen. "Es gehört einiges an Mut dazu, sich da hineinzustürzen, vor allem, wenn es nicht einmal das eigene Team ist", zollt der Österreicher den Helfern seine Anerkennung. "Es zeigt, wie die Mannschaften da zusammenhalten. Das war das die schöne Seite an der Tragödie." Toto Wolff glaubt, dass es einen balalen Grund für den Unfall geben könnte © xpbimages.com Freilich hätte aber auch ihr eigenes Team betroffen sein können, hätte man das Feuer nicht unter Kontrolle gebracht. "Sie wussten, dass sie helfen müssen, denn sonst hätte das Feuer auch auf andere Boxen übergreifen können", meint Wolff. Inzwischen wird nur noch ein Williams-Teammitglied im Krankenhaus behandelt - der Mitarbeiter leidet an Verbrennungen an Händen und Füßen. "Er wird nächste Woche aus dem Krankenhaus entlassen - also sind wir mit dem Schrecken davongekommen", ist Wolff froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist. "Er hat einen starken Charakter", stellt Williams klar, dass es seinem Teammitglied den Umständen entsprechend gut geht. "Er wird zurückkommen, wenn es für ihn passt - in einem Monat oder zwei." Williams bedankt sich für HilfeAuch der 70-jährige Brite zeigt sich vom Zusammenhalt im Fahrerlager angetan: "Es hat mich sehr glücklich gemacht, als ich im Nachhinein gehört habe, dass jeder Feuerlöscher im Fahrer von fast jedem Team benutzt wurde. Die Reaktion war außergewöhnlich, wirklich überwältigend."
Damit war es aber nicht getan, denn auch nach dem gelöschten Brand zeigten die anderen Teams ihre Hilfsbereitschaft. "Alle Teams sagten zu mir: 'Was auch immer ihr braucht - wir werden euch helfen'", erinnert sich die lebende Formel-1-Legende. "Ich weiß nicht genau, was wir angenommen haben, aber ich habe darum gebeten, dass eine Liste angefertigt wird. Meine Hauptaufgabe in Monaco ist es, alle Teamchefs zu treffen, ihnen zu danken und zurückzuzahlen, was auch immer sie uns gegeben haben."
Jenson Button sicherte sich die Bestzeit am ersten Trainingstag in Monaco Zoom © xpbimages.com
Am Vormittag war es zwar noch trocken, aber wirklich aussagekräftig war das Ergebnis des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco nicht, und auch die zweite Session im Fürstentum an der Cote d'Azur ließ keine echten Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis an diesem Wochenende zu. Schuld daran war Regen im zweiten Freien Training in Monte Carlo. "Diese Bedingungen sind sehr schwierig für uns", meinte Force-India-Teammanager Andy Stevenson nach knapp einer halben Stunde der geplanten 90 Minuten. "Die Strecke ist zu feucht, um konstruktiv zu fahren, aber nicht nass genug für Intermediates. Da wäre mir stärkerer Regen sogar lieber, denn laut Wettervorhersage soll es am Wochenende regnen. So könnten die Fahrer zumindest ein paar Runden trainieren, um sich an die Bedingungen zu gewöhnen." Button-Bestzeit auf weichen ReifenEin Wunsch, der nicht in Erfüllung gehen sollte, denn erst trocknete es ein bisschen ab, ehe es wieder zu regnen begann - beim zweiten Mal etwas stärker. Von da an waren die gleich zu Beginn erzielten Zeiten in Stein gemeißelt. Jenson Buttons Bestzeit von 1:15.746 Minuten war jedoch kaum aussagekräftig, schließlich hatte der McLaren-Pilot noch vor einsetzendem Regen als einer der wenigen Piloten eine volle Runde auf den weicheren Supersoft-Pirellis zurückgelegt. Der Lotus von Romain Grosjean hinterließ heute einen sehr starken Eindruck © xpbimages.com "Wir sind heute für einen Donnerstag in Monaco nicht viel gefahren. Hoffentlich wird das Wetter am Samstag ein bisschen besser", seufzt der Tagesschnellste, der es insgesamt auf 30 Umläufe brachte, 17 davon am Nachmittag. Zweiter wurde Romain Grosjean (Lotus), der mit seiner spektakulären Fahrweise immer wieder in Richtung Leitplanken driftete, aber jeden einzelnen Rutscher gekonnt abfangen konnte. Rückstand: 0,392 Sekunden. Allerdings absolvierte Grosjean seinen gezeiteten Run noch auf der härteren Reifenmischung, "und die ist um ungefähr eine Sekunde langsamer als die weiche", analysiert Formel-1-Experte Marc Surer. Eigentlich also ein gutes Zeichen für das Lotus-Team, dem die meisten Beobachter an diesem Wochenende eine starke Performance zutrauen, aber andererseits ist das Ergebnis wegen des Wetters und unterschiedlicher Benzinmengen noch verzerrter als sonst am ersten Trainingstag. Massa in FP2 schneller als AlonsoFelipe Massa gewann das Ferrari-Stallduell am Nachmittag gegen Fernando Alonso, in der Gesamtwertung belegte Alonso aber mit 0,519 Sekunden Rückstand den dritten Platz - seine Bestzeit vom Vormittag konnte er in der zweiten Session nicht mehr unterbieten. In der inoffiziellen Regenwertung belegte Massa sogar den zweiten Platz, zwei Zehntelsekunden hinter Sergio Perez (5./Sauber/+0,965), der auf nasser Strecke in 1:26.6 Minuten am schnellsten war. Nur diese fünf Fahrer lagen am Ende des Donnerstags innerhalb von einer Sekunde. Monaco-Spezialist Lewis Hamilton (McLaren), Barcelona-Sieger Pastor Maldonado (Williams), Nico Rosberg (Mercedes), Kamui Kobayashi (Sauber) und Mark Webber (Red Bull) komplettierten die Top 10. Vorjahressieger Sebastian Vettel wurde eineinhalb Sekunden hinter der Spitze und 74 Tausendstelsekunden hinter Teamkollege Webber Elfter. Marko klagt über schlechtes Wetter"Wir hätten einige Änderungen am Auto. Da ist es natürlich schade, wenn man die Zeit jetzt auf keine Weise nützen kann", bedauert Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko. "Es war zu wenig nass für Intermediate- oder Regenreifen, aber nass genug, um Erkenntnisse unmöglich zu machen. Es hängt nur hier über der Rennstrecke eine Wolke, der Rest ist laut Radar in Ordnung. Heutzutage sind die Wetterprognosen sehr gut. Wir müssen schon mit eher schlechtem Wetter rechnen." Im feuchten Teil der zweiten Session war niemand schneller als Sergio Perez © xpbimages.com Am meisten trainierten im Regen die Toro-Rosso-Junioren - niemand war so fleißig wie Vergne/Ricciardo, die es als 16. und 17. auf insgesamt 101 Runden brachten. "Im Nassen zu fahren, ist immer wichtig", erklärt Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari. "Wenn es im Qualifying das gleiche Wetter hat, weißt du, wie sich das Auto verhält. Die Strecke ist natürlich rutschig, aber es ist wichtig, zu trainieren. Nur so findest du heraus, wo es rutschig ist und wo es Grip hat."
Offensichtlich keinen Grip hatte es in der Bremszone vor der Mirabeau-Kurve, in der in den letzten Minuten beide Williams-Piloten, Perez und Massa Bekanntschaft mit der Auslaufzone machten. Der Crew von Maldonado dürfte das Herz stehen geblieben sein, als der Venezolaner in dem schmalen Notausgang mit einem Burnout wenden wollte, doch kurz vor dem Einschlag in die Leitplanken kam er dann doch zu Sinnen und ließ sich von den Streckenposten helfen. Kovalainen wieder in ProblemenDen Schlusspunkt setzte wie schon am Vormittag Heikki Kovalainen (21./Caterham/+4,283) - diesmal allerdings nicht mit einem Motorschaden im Tunnel, sondern mit einem Ausritt in Mirabeau. Der Finne konnte im Gegensatz zu seinen Konkurrenten nicht weiterfahren, sodass die letzten Minuten der Session unter gelben Flaggen stattfanden. Landsmann Kimi Räikkönen trainierte in Session zwei umso fleißiger: 25 Runden, dreieinhalb Sekunden Rückstand, 20. Platz. Nur 25 Runden: Michael Schumacher trainierte weniger als alle anderen Fahrer © xpbimages.com "Der Lotus scheint ziemlich stark zu sein, was Traktion und mechanischen Grip angeht", analysiert Experte Alguersuari. "Dem stimme ich zu", meint der ehemalige Formel-1-Ingenieur Gary Anderson und ergänzt: "Button und Hamilton machten heute Morgen durch die Schwimmbad-Passage einen sehr starken Eindruck. Ich glaube, die werden mitmischen." Alguersuari rechnet außerdem mit Ferrari, rätselt aber: "Schwer zu sagen, wo Red Bull im Moment steht."
Positiv ist, dass alle komfortabel innerhalb der 107-Prozent-Zeit lagen, weniger positiv hingegen, dass niemand einen Longrun mit den roten Supersoft-Option-Pirellis fahren konnte. "Was den Abbau der Reifen angeht, wird es eine Reise ins Unbekannte", twittert Ferrari nach dem Training. "Niemand konnte Longruns fahren. Das ist ein weiteres Fragezeichen für das Rennen." Jetzt steht aber ohnehin erst einmal der Ruhetag auf dem Programm.
Geht es auch in den nächsten Jahren für die Formel 1 noch quer durch die Eifel? Zoom © HRT
(Motorsport-Total.com/SID) - Dank Sponsoren und des Entgegenkommens von Promoter Bernie Ecclestone hat die Formel 1 auf dem Nürburgring anscheinend doch noch eine Zukunft. "Wir können den Vertrag mit Ecclestone für die nächsten zehn Jahre, also über fünf Rennen, verlängern", sagt Kai Richter, einer der Streckenbetreiber, mit Blick auf die Hockenheim-Rotation. "Ein solches Ergebnis, wie wir es ausgehandelt haben, hat es noch nie für den Nürburgring gegeben", betont er. Richter nennt Details: "Weniger als zehn Millionen Euro sind als Beitrag des Landes für ein Rennen gefordert." Er und sein Mitgesellschafter beim Veranstalter-Unternehmen Rheinland-Pfalz Grand Prix, Jörg Lindner, erklären, sie hätten "in schwierigen Verhandlungen bei insgesamt vier Treffen" mit Ecclestone dieses "äußerst attraktive Ergebnis" erzielt. Möglich geworden sei es auch durch ein Gesamtpaket von nationalen Sponsoren und Investoren. Lindner verdeutlicht aber, dass der Vertrag mit Ecclestone bis Juni abgeschlossen werden müsse: "Sonst ist die Formel 1 weg. Für viele, viele Jahre." Ecclestone, der von einem "internen Problem mit den Promotern" spricht, äußert sich zu der Nürburgring-Frage gegenüber 'ESPNF1' wie folgt: "Ihr Vertrag lief aus, also werden wir ihn erneuern. Das passiert, sobald sie wissen, mit wem wir das tun können." Ecclestone zeigt sich kompromissbereit und schießt hinterher: "Ich mache es gern." Das Land Rheinland-Pfalz hatte Richter und Lindner wegen ausstehender Pachtzahlungen mit einer Räumungsklage gedroht. Eine Reaktion der Mainzer Landesregierung liegt bisher noch nicht vor.
Siegkandidat im Leitplanken-Dschungel? Hamilton fährt kalkulierter Zoom © xpbimages.com
Heiße Rennaction und viel Glamour: Bei Monaco und Lewis Hamilton scheint es sich um eine passende Synthese zu handeln. Nachdem das Rennen im Fürstentum dem Briten im vergangenen Jahr - unter anderem wegen zwei Durchfahrtsstrafen - völlig misslang, stehen die Vorzeichen 2012 besser. Denn der Vollblut-Racer Hamilton scheint kalkulierter und vorausschauender zu fahren denn je. In Spanien brachte ausgerechnet der als Reifenmörder verschrieene Ex-Weltmeister sein Auto als einziger Pilot mit einer Zwei-Stopp-Strategie ins Ziel. "Es ist eine Herausforderung, mit den Pirelli-Pneus klarzukommen", betont er gegenüber 'Autosport'. "Es gibt Momente, in denen mir das gelingt, und einige, in denen es das nicht tut. Aber 2008 war das nicht anders", so Hamilton. Es ist der Verweis auf die Saison, in der er auf Bridgestone-Reifen Weltmeister wurde - damals allerdings hatte der schonende Umgang mit dem Gummi noch nicht den Stellenwert, den er heute genießt. "Jeder hat Stärken und Schwächen. Zu meinen Vorzügen gehört es, eine schnelle Runde auf neuen Reifen zu fahren. Sie lange am Leben zu erhalten ist für mich eine Herausforderung", stellt Hamilton fest.
Gute Zeiten, schlechte Zeiten: Lewis Hamilton wirkt 2012 deutlich entspannter Zoom © xpbimages.com
Was ist bloß mit Lewis los? Diese Frage stellten sich die Formel-1-Fans im vergangenen Jahr gewiss mehr als einmal. Lewis Hamilton schien 2011 nämlich nicht in gewohnt bestechender Form zu fahren und wirkte oft abgelenkt. All dies ist nun aber Schnee von gestern, denn heute tritt der McLaren-Pilot wieder beschwingt und selbstsicher auf. Aber warum eigentlich? Hamilton geht auf Spurensuche. Der britische Rennfahrer hat sich in der Winterpause die Zeit genommen, um sich selbst und das Geschehene ausgiebig zu analysieren, wie er gegenüber 'Autosport' bestätigt. Gleichzeitig fasste Hamilton frischen Mut - und offensichtlich auch einige gute Vorsätze. "Es geht darum, dich richtig einzustellen", sagt Hamilton über seine Auszeit im Winter. Dabei war er augenscheinlich erfolgreich. Neben Fernando Alonso (Ferrari) ist Hamilton 2012 nämlich der einzige Fahrer im Starterfeld, der bisher in allen Rennen in den Punkten war. Die Konstanz, die im vergangenen Jahr so oft fehlte, scheint also vorhanden zu sein. Oder wie es Hamilton ausdrückt: "Du hoffst, nicht wieder in den gleichen Trott zu verfallen, sofern du dich im vergangenen Jahr in einem Trott befunden hast." "Es gab einfach ein paar Dinge in meinem Leben, die ich neu sortieren musste. Das brauchte seine Zeit. Jetzt passt alles, also bin ich ziemlich zufrieden. All das macht dieses Jahr umso schöner", sagt Hamilton. Familie, Freunde, Management, Team - Privat- und Rennfahrer-Leben verlaufen nun also wieder in geordneten Bahnen. Dieser Umstand ist auch den Formel-1-Beobachtern nicht entgangen. Coulthard bewundert die Wandlung HamiltonsDer ehemalige Formel-1-Pilot David Coulthard zeigt sich bei 'Autosport' beispielsweise hocherfreut über den "neuen Lewis" und sagt: "Lewis Hamilton fährt derzeit so gut wie eh und je - wenn nicht sogar besser als früher. Das ist schön zu sehen. Was hat sich verändert? Nun, ich denke, er ist über den Winter erwachsen geworden. Er hatte die Chance, über all dies nachzudenken", meint "DC". "Ich sehe einen deutlich kompletteren Rennfahrer als den Lewis von vor einem Jahr." David Coulthard "Das scheint er getan zu haben. Ich sehe einen deutlich kompletteren Rennfahrer als den Lewis von vor einem Jahr. Er hatte nie ein Problem mit seiner Geschwindigkeit, sondern schien nur abgelenkt zu sein. Das hat er nun offenbar im Griff. Und er macht keine Fehler. Dass er Jenson Button in Spanien vom letzten Startplatz aus geschlagen hat, ist ein gutes Beispiel dafür, wie stark Lewis 2012 auftritt." In der Tat, wie die bisherigen Ergebnisse unterstreichen. Auch McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh erkennt darin einen "anderen" Hamilton und merkt bei 'Autosport' an: "Die Leute verändern sich nicht von jetzt auf gleich, sondern ganz allmählich. Lewis glaubt an sich als einen großen Rennfahrer, weiß aber nun, dass im Leben nicht alles nach Plan läuft. Man lernt nach und nach, damit umzugehen." Wenn Rennfahrer unter Druck stehen ..."Und wir würden keinen Lewis wollen, der sich mit dem Zweitbesten zufriedengeben würde", meint Whitmarsh und stellt klar: "Wir wollen einen Lewis, der es auf Erfolge abgesehen hat, der sich als Zweiter nicht wohl fühlt, der alles bei sich, an seinem Auto, in seinem Team und in seinem Umfeld absolut perfekt haben will. Diese Entschlossenheit treibt ihn an." 2011 sah es noch ganz anders aus. "Wenn Rennfahrer unter Druck stehen, dann kann es sein, dass sie das Auto überfahren." Martin Whitmarsh Whitmarsh zeigt allerdings Verständnis für seinen Piloten und dessen vermeintlich schwieriges Jahr. "Wenn Rennfahrer unter Druck stehen, dann kann es sein, dass sie das Auto überfahren. Wenn sie dann auch noch an Selbstvertrauen eingebüßt haben, werden sie vielleicht noch ein bisschen mehr zurückhaltend. Lewis hat seine Fähigkeiten sicherlich nicht verloren", erläutert der Teamchef. "Seine Stimmung ist sehr positiv. Er hat dazugelernt und ist nun deutlich gefasster und glücklicher. Er weiß, er kann in diesem Jahr eine Weltmeisterschaft gewinnen", sagt Whitmarsh und Hamilton stimmt zu: "Ich versuche, zu gewinnen, und ich will gewinnen. Ich bin nicht zufrieden damit, in jedem Rennen nur Dritter zu werden. Der achte Platz beim jüngsten Rennen war auch nicht so toll", meint Hamilton. Der Sieg ist alles - oder etwa doch nicht?In Barcelona hatte der britische Rennfahrer aufgrund eines Teamfehlers von ganz hinten losfahren müssen, nachdem er sein Auto auf die Pole-Position gestellt hatte. Dergleichen wirft Hamilton in diesem Jahr aber nicht aus der Bahn, auch wenn er sagt: "Es ist immer eine Enttäuschung, wenn man Rückschritte macht. Du willst doch attackieren, überholen. Nur darum geht es im Motorsport." "Es könnte viel schlimmer sein." Lewis Hamilton "Es könnte aber viel schlimmer sein. Was all dies in eine Perspektive rückte, war, was ich auf den Philippinen gesehen habe. Dort gibt es Kinder, die gar nichts haben und in Papierhütten auf der Straße leben. Und hier sind wir in der Formel 1. Damit kann ich also gar nicht unzufrieden sein. Das ist die Perspektive, die ich in diesem Jahr habe: Es könnte viel schlimmer sein", hält Hamilton fest. "Ich will aber trotzdem immer Erster werden." Und das so schnell wie möglich - und mit McLaren, wo Hamilton noch bis zum Saisonende unter Vertrag steht. Mit dem "und dann?" hat er sich laut eigener Aussage aber "noch nicht" beschäftigt, sagt Hamilton bei 'Autosport'. Die Begründung klingt plausibel: "Wir haben es mit einer so fordernden Saison zu tun, da muss ich einfach konzentriert bleiben". McLaren will Hamilton halten"Wenn ich meinen Fokus verliere und deswegen einige Punkte einbüße, könnte ich mir das nie verzeihen. Ich muss halt eine Lücke finden. Ich brauche die Zeit, um mich mit meinem Manager hinzusetzen und darüber zu reden. Ich bat sie (das Management; Anm. d. Red.) aber schon darum, sich einmal ein paar Gedanken zu machen. Wann es so weit sein wird, weiß ich aber nicht." "Ja, wir wollen ihn behalten." Martin Whitmarsh "Es wird irgendwann in diesem Jahr passieren, denn ansonsten bin ich arbeitslos", meint Hamilton und grinst verschmitzt. So weit wird es bei einem der Topstars der Szene vermutlich nicht kommen, auch wenn die Verhandlungen mit McLaren wohl erst in den Sommermonaten an Fahrt aufnehmen. Und zur Not - das ist aus dem Fahrerlager zu hören - hätten auch andere Teams Interesse an ihm.
McLaren dürfte aber erst einmal auf der Pole-Position stehen. Darauf hofft sicher auch Whitmarsh, wenn er sagt: "Ja, wir wollen ihn behalten." Der Teamchef zeigt sich jedoch zurückhaltend: "Wie man sich vielleicht vorstellen kann, ist das eine vertrauliche Angelegenheit. Es wäre nicht angebracht, darüber zu sprechen. Wenn Lewis und McLaren etwas kundzutun haben, dann werden wir es schon sagen."
Valtteri Bottas überzeugt als Freitagstester von Williams Zoom © xpbimages.com
Williams gehört in dieser Saison zu den Teams, die im ersten Freien Training des Rennwochenendes eine Testfahrer zum Einsatz kommen lässt. Bei 14 der 20 Grand Prix sitzt am Freitagmorgen Valtteri Bottas im Auto von Bruno Senna. Der Finne, der im vergangenen Jahr Meister der GP3-Serie war, und auf den vor allem Williams-Teilhaber Toto Wolff große Stücke hält, soll so langsam an die Formel 1 herangeführt werden. Doch bisher verläuft die Lernkurve des 22-Jährigen recht steil. Bottas überzeugt durch fehlerfreie Runden und schnelle Zeiten. In Barcelona zeigte er als Fünftschnellster im ersten Freien Training erstmals das Potenzial des FW34 auf dem Circuit de Catalunya auf. "Ich bin wirklich zufrieden", wird Bottas von 'The National' zitiert. "Das Wichtigste ist, dass ich eine Menge gelernt habe und nach jedem Wochenende mehr dazulerne. Die Ziele, die ich mir setzte, hab ich erreicht, und ich habe einen gute Speed." Der Finne zeigt sich erstaunt über seine raschen Fortschritte. "Niemand hätte von mir erwartet, dass ich in den ersten Freien Training so schnell wäre - ich war selbst überrascht." In diesem Jahr konzentriert sich Bottas voll auf seine Testfahrerrolle beim Williams, Rennen fährt er nicht. Doch das soll sich spätestens 2013 ändern. "Als Rennfahrer will ich so schnell wie möglich ins Auto, ich hoffe, dass es im kommenden Jahr möglich ist. Dieses Jahr dient der Vorbereitung. Außerdem kann ich dem Team zeigen, dass ich es drauf habe." Auf Gerüchte, nach denen er schon in dieser Saison Bruno Senna im Renncockpit ablösen könnte, gibt Bottas jedoch nicht. "Nein, das ändert für mich nichts. Mein Ziel ist das Gleiche: Ich möchte dazulernen und an jedem Wochenende ein besserer Fahrer werden." Bereits am fünften Rennwochenende mit seinem Team hatte Bottas erstmal Grund zum Feiern. Der Sieg von Pastor Maldonado in Barcelona sorgte auch beim 22-Jährigen für Begeisterung. "Das war ein großartiges Gefühl. Ich sehe, wie hart sie arbeiten, es war ein hochverdienter Sieg. Natürlich war es auch für uns eine große Überraschung, niemand hätte das erwartet. So etwas habe ich noch nie erlebt. Nach dem Fallen der Zielflagge haben alle in die Hände geklatscht und sich umarmt. Das war ganz speziell." Sein Debüt im Formel-1-Auto gab der Finne im vergangenen Jahr beim Young-Driver-Test in Abu Dhabi. In dieser Saison können die Teams wählen, ob sie diesen Test nach dem Rennen in Silverstone oder gegen Ende der Saison nach dem Grand Prix von Abu Dhabi fahren wollen. Bottas würde sich für Letzteres entscheiden. "Wenn du in einer anderen Serie fährst, wäre es besser, wenn der Test am Ende der Saison wäre. Dann kommt es nicht zu Terminüberschneidungen."
Quelle: motorsport-total.com
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Rosberg und die Zweikampfhärte: Keine Imagepflege
24.05.2012 - 12:17
Senna ist froh, in einem Formel-1-Auto nach Monaco zurückkehren zu dürfen Zoom © xpbimages.com
Senna und Monaco - diese Verbindung scheint in den Genen zu liegen, schließlich sagt ein erfreuter Bruno Senna nach dem Freien Training am Freitagnachmittag bei 'Sky Sports F1': "Es ist eine meiner Lieblingsstrecken." Auf einen motorsportlichen Besuch an der Cote d'Azur musste der Brasilianer, der das Renault-Cockpit in der vergangenen Saison erst im Herbst ergatterte, zwei Jahre warten. Die Wiedersehensfreude ist groß: "Schön, nach einer langen Zeit, in der ich hier nicht Formel 1 gefahren bin, zurückkehren zu können", meint Senna. Dass die Wetterbedingungen ziemlich wankelmütig waren, stört den 28-Jährigen nicht. "Am Nachmittag wollte sich der Regen nicht so wirklich entscheiden, ob er nun kommt oder nicht. Das hat es zu einer verrückten Session gemacht", erklärt er. Zuletzt raste Senna im Jahre 2010 durch das Fürstentum - damals noch auf Bridgestone-Pneus. "Mit den Pirelli-Reifen ist es eine ganz andere Erfahrung als damals im HRT", stellt er fest. Der Magie Monte Carlos kann sich der Träger eines großen Namens nicht entziehen. "Wenn du selbstbewusst und eins mit dem Autos bist, vergisst du alles um dich herum. Dann kommt die Rundenzeit ganz von alleine", schwärmt Senna. In der höchsten Nachwuchsklasse siegte der vor drei Jahren. "Ich erinnere mich noch gut an den GP2-Erfolg. Hoffentlich gelingt mir das ein weiteres Mal." Sechs Siege des berühmten Onkels Ayrton verpflichten: "Wir haben hier so viel Geschichte geschrieben. Glücklicherweise auch ich mit meinem GP2-Sieg - aber die Formel 1 ist das, was zählt", blickt Senna voraus.
Der große Sir Frank Williams kann seit dem Sieg in Barcelona wieder lachen Zoom © Williams
Mit 70 Jahren ist Frank Williams der älteste Teamchef der Formel 1, aber während der 68-jährige Peter Sauber schon seinen Rücktritt mit Jahresende angekündigt hat, will der an den Rollstuhl gefesselte Brite noch nicht loslassen. Zwar zieht er sich schrittweise aus dem Tagesgeschäft zurückziehen - ein Prozess, der bereits eingeleitet wurde -, aber vorerst möchte er weiterhin an der Spitze des Rennstalls bleiben. Dass er seinen Sitz im Vorstand an Tochter Claire übergeben hat, ändere "nichts", denn: "All die Einzelpersonen mit ihren aufgeteilten Verantwortungsbereichen machen einen super Job. Ich bin aber immer noch kontrollierender Mehrheitseigentümer und Teamchef", stellt Williams im Interview mit dem 'Telegraph' klar. "Jemand muss zu mir kommen und mir sagen: 'Frank, du vergisst zu viel' oder 'Frank, du stehst langsam im Weg'." Williams sieht die Zeit noch nicht gekommenDas sei momentan noch nicht der Fall, meint der liebevoll "Rollstuhlgeneral" genannte Brite und widerspricht damit Kritikern, die nur hinter vorgehaltener Hand flüstern, dass sein Gesundheitszustand schon bald einen Wechsel erforderlich machen könnte. Würdest du dann zurücktreten, Frank? "Wenn ich wirklich glauben würde, dass ich die Dinge aufhalte, dann ja", sagt er. "Aber ich glaube nicht, dass es schon so weit ist." Teamintern war Adam Parr derjenige, der in den vergangenen Jahren den besten Draht zu Williams hatte, aber der Vorstandsvorsitzende musste im Zuge der Concorde-Verhandlungen mit Bernie Ecclestone gehen. Die neue Garde um Claire Williams und Großaktionär Toto Wolff steht schon eher für die nächste Generation. Wolff freute sich zuletzt in Barcelona "rasend, dass Frank das miterleben kann". Gemeint war der erste Sieg seit acht Jahren. Auch sonst gönnt man Williams die Rückkehr auf die Siegerstraße. Viele sind der Meinung: Es wäre ein unwürdiger Abgang eines großen Mannes gewesen, wenn Williams bis zu seinem endgültigen Rücktritt jahrelang sieglos geblieben wäre. "Er ist einer der Besten in unserem Zirkus, ein harter Kerl, ein Kämpfer", lobt Gerhard Berger. "Wir haben alle riesigen Respekt vor ihm, sind alle Fans von ihm. Und wir alle haben ein bisschen gelitten, als er immer mehr ins Hintertreffen geraten ist." Berger freut sich auch für Landsmann WolffFranks Tochter Claire Williams im Gespräch mit Bernie Ecclestone © xpbimages.com "Den letzten Sieg habe ich ihm sehr gegönnt - und das auch noch zu seinem Geburtstag! Das war wirklich toll", sagt Berger. "Ich freue mich auch für Toto Wolff, der als Österreicher jetzt Miteigentümer in dem Team ist. Ich glaube, die sind auf einem guten Weg. Die machen in diesem Jahr schon die ganze Zeit eine gute Figur. Und Maldonado scheint ein Treffer zu sein. Aber dafür hatte Frank immer schon ein Näschen." Die Frage ist: Wie lange noch? Der Racing-Virus lässt den 70-Jährigen jedenfalls nicht los: "Ich bin immer noch renn- und geschwindigkeitsverrückt", gibt der seit einem Vierteljahrhundert querschnittgelähmte Gründer des dritterfolgreichsten Formel-1-Teams aller Zeiten zu. "Seitlich mit 140 km/h durch eine Kurve zu rutschen, packt mich. Die Weltmeisterschaft nicht zu gewinnen, ist eher Nebensache. Es geht mir ums Racing."
Gerhard Berger hat Pastor Maldonado auch in Monaco auf der Rechnung Zoom © xpbimages.com
Gerhard Berger übt zwar keine offizieller Funktion mehr in der Formel 1 aus, dennoch ist er ein gern gesehener Gast im Fahrerlager. An diesem Wochenende sind dabei die Wege für den Österreicher recht kurz, denn wie viele der Piloten lebt er in Monaco. Berger kennt die Formel 1 sowohl aus der Perspektive des Fahrers als auch aus dem Blickwinkel von der Boxengasse aus, wo er als Motorsport-Direktor von BMW und Mitinhaber von Toro Rosso am Kommandostand saß. Doch an ein Rennjahr wie 2012 kann sich der 52-Jährige spontan auch nicht erinnern. "Es ist bisher eine ganz besondere Saison. Bei jedem Rennen gibt es einen anderen Sieger", sagt Berger im Gespräch mit 'SkySportsF1'. "Wir sehen einen sehr starken Williams, einen starken Sauber, einen sehr konkurrenzfähigen Ferrari. Vettel und Alonso führen die WM an. Es ist eine völlig andere Saison als in den vergangenen Jahren." In einer ohnehin turbulenten Saison, in der die Vorhersage des Sieger vor dem Rennwochenende kaum möglich ist, folgt nun mit Monaco ein Grand Prix, der von sich aus schon unberechenbar ist. Auch Berger freut sich auf das Rennen an der Cote d'Azur. "Jetzt kommen wir hier nach Monaco und es wird sehr interessant sein zu sehen, war hier alles zusammenbekommt." Doch der Österreicher ist sich schon jetzt sicher, welche Piloten im Kampf um den Sieg eine Rolle spielen werden. "Alonso wird einer derjenigen sein, die um den Sieg mitkämpfen. Hamilton, Alonso, Rosberg, und auch Maldonado dürfen wir nicht vergessen. Er war mit jedem Auto schnell, mit dem er hier gefahren ist", erinnert Berger an Maldonados Glanzleistungen in der GP2. "Vielleicht wird er auch an diesem Wochenende wieder eine Rolle spielen." Beeindruckender ist für Berger aber einer der Piloten seines ehemaligen Teams. "Ein großer Faktor bei Ferrari ist Alonso", sagt der 52-Jährige. "Er ist einer der besten, wenn nicht sogar der beste Fahrer im Feld. Er macht einen unglaublichen Job. Er fährt ständig am Limit, egal ob im Freien Training, Qualifying oder im Rennen. Er ist eine Garantie für gute Resultate. Aber Ferrari hat einen Schritt nach vorne gemacht. Vor allem beim vergangenen Rennen, aber auch heute Morgen. Er ist in guter Form." Sein ehemaliger Schützling Sebastian Vettel, mit dem Berger 2008 in Monza den Sieg bei Toro Rosso feiert, sticht in dieser Saison trotz der Sieges in Bahrain nicht so heraus wie noch im Vorjahr. Für Berger eine Folge der aktuellen Entwicklung der Formel 1. "Eine dominierende Rolle gibt es in diesem Jahr nicht", sagt der Österreicher bei den deutschen Kollegen von 'Sky Sport'. "Aber letztendlich führt Sebastian immer noch in der Weltmeisterschaft." Daran wird sich nach Ansicht von Berger auch bis zum Ende der Saison nichts ändern. "Sie sind immer dabei und werden am Ende auch wieder mitkämpfen." Die unberechenbare Formel 1 2012, die bei manchem Beobachter für Verwirrung, sorgt bei Berger, der nurmehr die Rolle des Zuschauers innehat, für Begeisterung. "Für uns Fans ist es natürlich besser, wenn es knapper zugeht, als wenn einer vorne wegfährt."
Jean-Eric Vergne konnte seine "Angst" vor der Strecke schnell ablegen Zoom © xpbimages.com
Das Toro-Rosso-Team bezeichnete den ersten Tag zum Großen Preis von Monaco als "eher frustrierend". Zum einen musste man den Neulingen in erster Linie Fahrzeit auf der Strecke geben, sodass man nicht viel am Setup arbeiten konnte. Zum anderen kam natürlich noch das wechselhafte Wetter hinzu. Am Ende fuhr Jean-Eric Vergne auf Platz 16 der schnellsten Zeiten des Tages, 2,463 Sekunden hinter Jenson Button und 0,043 Sekunden vor Teamkollege Daniel Ricciardo, der Position 17 auf der Liste der schnellsten Zeiten belegt. "Für mich war es hier das erste Mal in einem Formel-1-Auto", so Vergne. "Ich habe es wirklich genossen. Da ich im vergangenen Jahr in der World Series in Monaco nicht besonders gut unterwegs war, war ich bezüglich des heutigen Tages ein wenig besorgt, auch wenn ich mich auf die neue Erfahrung freute und nicht wusste, was ich zu erwarten habe." "Meiner Meinung nach sieht meine Leistung im Vergleich zu der meines Teamkollegen gut aus, schließlich hat Daniel auf dieser Strecke zwei Rennen in der World Series gewonnen und er hat vergangenes Jahr im Formel-1-Auto etwas Trainingszeit gehabt. So gesehen bin ich ganz glücklich und habe das Gefühl, dass die Rundenzeit nicht wichtig war, besonders da ich in etwas Verkehr geriet und meine letzte Runde in der Boxengasse beendete." "Mit der Balance des Autos bin ich relativ zufrieden, welche wir noch etwas verfeinern können. Ich benötige jedoch noch etwas mehr Zeit, um mich selbst an den Kurs anzupassen, selbst wenn ich gern im Nassen gefahren bin. Ich fühle mich vorbereitet, egal, auf welche Bedingungen wir im Verlauf des restlichen Wochenendes treffen sollten." "Aufgrund des Wetters am Nachmittag liefen die Dinge nicht ganz so reibungslos, wie wir dies geplant hatten", so Ricciardo. "Wir waren nicht in der Lage, alles auszuprobieren, was wir uns erhofft hatten." "Es ist aus diesem Grund etwas frustrierend, besonders da wir morgen einen freien Tag haben. Ich würde es vorziehen zu fahren, aber es ist womöglich eine gute Sache, denn wir können wirklich darüber nachdenken, was wir brauchen, um nach vorne zu kommen." "Es gibt auch ein paar Gebiete, auf denen wir uns verbessern müssen, und ich bin mir sicher, dass sich unsere Leistung komplett verändern wird, wenn wir das in den Griff bekommen. Hoffentlich werden wir am Samstag ein gutes Qualifying haben." "Alles in allem war dies ein eher frustrierender Tag", so Chefingenieur Laurent Mekies. "Denn die Streckenbedingungen waren während der Einheit am Nachmittag ziemlich wechselhaft." "Angesichts der Tatsache, dass Daniel vergangenes Jahr lediglich im 1. Freien Training für uns gefahren ist und Jean-Eric hier noch nie in einem Formel-1-Auto unterwegs war, lag der Hauptfokus des Tages darauf, beiden Fahrern auf dieser einzigartigen Strecke so viel Zeit zu geben wie nur möglich."
"Aus diesem Grund waren wir am Vormittag die ersten, welche aus den Boxen fuhren, denn wir wollten sie in den richtigen Rhythmus bringen. Dieser Teil unseres Planes verlief erfolgreich. Sie schienen die Erfahrung genossen zu haben. Wir haben auch am Nachmittag trotz der wechselhaften Bedingungen versucht, jede Menge Runden zu fahren." "Aber alles in allem haben wir in Bezug auf die übliche Arbeit am Setup des Autos nicht so viel erreicht. Abgesehen davon hatten wir einen problemlosen Tag und die Fahrer leisteten sich keinerlei Fehler. Aufgrund des unglücklichen Zeitplans dieser Veranstaltung haben wir morgen einen ganzen Tag, an dem wir darüber nachdenken können, wie wir das Auto für den Rest des Wochenendes verbessern können."
Kamui Kobayashi ist mit seinem Sauber noch nicht restlos glücklich Zoom © xpbimages.com
Starker Trainingsauftakt in Monaco für das Sauber-Team. Während Sergio Perez im Gesamtergebnis auf den beachtlichen fünften Platz fuhr, kam Teamkollege Kamui Kobayashi, der kein Fan des engen Kurses im Fürstentum ist, immerhin auf den neunten Gesamtrang. Auf die Bestzeit von McLaren-Pilot Jenson Button fehlten ihm 1,292 Sekunden. Dennoch erlebte der Japaner, der in Spanien großartiger Fünfter wurde, keinen problemlosen Trainingsstart. Er klagt gegenüber 'Sky Sports' über mangelnden Abtrieb: "Ich verwende den gleichen Unterboden wie mein Teamkollege, aber im Vergleich zu ihm vermissen wir aus einem unbekannten Grund etwas Abtrieb. Aus diesem Grund hatten wir hier ein paar Probleme." Das Team wechselte daher auf den Ersatz-Unterboden. Auch die Umstände machen es dem Sauber-Piloten nicht leicht: "Die Strecke ist immer ziemlich schmutzig - es ist sehr rutschig. Daher ist es immer sehr schwierig, das richtige Setup zu finden, aber ich denke, dass es in Ordnung ist. Wir sind nicht so weit weg. Am Samstag werden wir dann sehen, was das Wetter macht. Die Streckenbedingungen sind hier an diesem Wochenende eine ziemliche Unbekannte - und das macht es sehr knifflig." Obwohl am Freitag für die Formel-1-Piloten Ruhetag ist, wurde Kobayashi von seinem Team eingeteilt: "Ich habe einen etwas seltsamen Zeitplan. Es gibt eine Autogrammstunde an der Strecke, was eine Überraschung ist. Ich muss also leider zur Strecke kommen." Obwohl er den Kurs nicht für eine wirkliche Formel-1-Strecke hält, kann er dem Rennen etwas abgewinnen: "In Monaco ist die Aufregung immer sehr groß - und das ist gut für die Formel 1."
Hat Fahrer noch nie mit Samthandschuhen angefasst: Frank Williams Zoom © xpbimages.com
Bruno Sennas Stuhl bei Williams wackelt nach dem Sieg von Pastor Maldonado beim Spanien-Grand-Prix bedenklich. Und der Teamchef rüttelt weiter am Sitz des Brasilianers: "Bruno muss jetzt antworten", zitiert die britische Tageszeitung "The Telegraph" Frank Williams und findet gewohnt deutliche Worte: "Maldos (Maldonados, Anm. d. Red.) Erfolg sollte für ihn ein Tritt in den Hintern sein." Williams, der sich von den starken Leitungen des Venezolaners überrascht zeigt, redet auch bei den Finanzen nicht lange um den heißen Brei herum. "Völlig unpolitisch, aber er bringt eine nützliche Menge an Sponsorengeldern mit." Insider beziffern diese "nützliche" Summe auf rund 30 Millionen britische Pfund, die Caracas staatlicher Ölkonzern PDVSA auf das Williams-Konto überweist. Die Maldonado zugeschriebene Favoritenrolle - er hat in Monaco mit Ausnahme der Königsklasse in allen Serien, die er gefahren ist, bereits gewonnen - will Williams nicht bestätigen. "Die Formel 1 ist böse. Wenn du den kleinsten Fehler machst, bist du tot. Es ist das beste, bescheiden zu sein", so Sir Frank.
Frank Williams wollte sein Team in der Notlage nicht im Stich lassen Zoom © Williams
Die Formel 1 gilt als zerstrittener Haufen. Missgunst und Misstrauen, Spionage und Tricksereien gehören im Fahrerlager zur Tagesordnung. Doch wenn es zu Katastrophen kommt, dann rückt die Königsklasse des Motorsports zusammen. Bestes Beispiel dafür ist der Feuerunfall in der Williams-Box, der das Sensationsteam nach dem Überraschungsteam hart getroffen hat. "Ich habe die Zeit nach dem Rennen genossen, war in der Garage und blieb stehen, um mit jemandem zu sprechen, als es zu meiner Rechten etwas zerrissen hat", erinnert sich Teamchef Frank Williams gegenüber dem 'Telegraph' an den folgenschweren Knall. "Sofort breiteten sich schwarze Rauchwolken aus." Eine brenzlige Situation für den Querschnitt-gelähmten Teamboss. Doch sein Betreuer reagierte rasch. "Schnell wie der Blitz wurde ich aus der Box gerollt", erzählt er. Dabei war ihm dies zunächst gar nicht recht: "Ich schrie: 'Michael, du musst verdammt noch mal stehenbleiben. Ich sollte eigentlich die Leitung übernehmen, und kann mich nicht einfach aus dem Staub machen." Williams wollte zurück in die BoxSein Betreuer folgte dem Befehl des Chefs und schob den "Rollstuhl-General" wieder in Richtung Box. "Aber ich konnte dort nicht viel tun", erkannte Williams. Doch was war passiert? Williams-Mitbesitzer Christian "Toto" Wolff gibt gegenüber 'Sky' Einblicke: "Eine Funkstation aus Plastik, wo die Funkgeräte dran hängen, ist geschmolzen und hat zu dieser Rauchentwicklung geführt." Die Ursache dafür ist noch immer nicht ganz klar, wie Wolff erklärt: "Es wird immer noch analysiert, aber vermutlich war es eine statische Entladung, wie sie jeden Tag passieren kann, wenn wir jemandem die Hand schütteln und wir einen Schlag kriegen. Diese statische Entladung hat Dämpfe entzündet, und dann ist ein Fass in die Luft geflogen. Das ist extrem unüblich, wie ich gehört habe, aber es kann passieren." Gesamtes Fahrerlager kämpfte gegen FlammenAls das Feuer ausbrach, half plötzlich fast gesamte Fahrerlager mit, eine Katastrophe zu verhindern. Mechaniker unterschiedlicher Teams nahmen ihre Feuerlöscher und bekämpften die Flammen. "Es gehört einiges an Mut dazu, sich da hineinzustürzen, vor allem, wenn es nicht einmal das eigene Team ist", zollt der Österreicher den Helfern seine Anerkennung. "Es zeigt, wie die Mannschaften da zusammenhalten. Das war das die schöne Seite an der Tragödie." Toto Wolff glaubt, dass es einen balalen Grund für den Unfall geben könnte © xpbimages.com Freilich hätte aber auch ihr eigenes Team betroffen sein können, hätte man das Feuer nicht unter Kontrolle gebracht. "Sie wussten, dass sie helfen müssen, denn sonst hätte das Feuer auch auf andere Boxen übergreifen können", meint Wolff. Inzwischen wird nur noch ein Williams-Teammitglied im Krankenhaus behandelt - der Mitarbeiter leidet an Verbrennungen an Händen und Füßen. "Er wird nächste Woche aus dem Krankenhaus entlassen - also sind wir mit dem Schrecken davongekommen", ist Wolff froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist. "Er hat einen starken Charakter", stellt Williams klar, dass es seinem Teammitglied den Umständen entsprechend gut geht. "Er wird zurückkommen, wenn es für ihn passt - in einem Monat oder zwei." Williams bedankt sich für HilfeAuch der 70-jährige Brite zeigt sich vom Zusammenhalt im Fahrerlager angetan: "Es hat mich sehr glücklich gemacht, als ich im Nachhinein gehört habe, dass jeder Feuerlöscher im Fahrer von fast jedem Team benutzt wurde. Die Reaktion war außergewöhnlich, wirklich überwältigend."
Damit war es aber nicht getan, denn auch nach dem gelöschten Brand zeigten die anderen Teams ihre Hilfsbereitschaft. "Alle Teams sagten zu mir: 'Was auch immer ihr braucht - wir werden euch helfen'", erinnert sich die lebende Formel-1-Legende. "Ich weiß nicht genau, was wir angenommen haben, aber ich habe darum gebeten, dass eine Liste angefertigt wird. Meine Hauptaufgabe in Monaco ist es, alle Teamchefs zu treffen, ihnen zu danken und zurückzuzahlen, was auch immer sie uns gegeben haben."
Jenson Button sicherte sich die Bestzeit am ersten Trainingstag in Monaco Zoom © xpbimages.com
Am Vormittag war es zwar noch trocken, aber wirklich aussagekräftig war das Ergebnis des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco nicht, und auch die zweite Session im Fürstentum an der Cote d'Azur ließ keine echten Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis an diesem Wochenende zu. Schuld daran war Regen im zweiten Freien Training in Monte Carlo. "Diese Bedingungen sind sehr schwierig für uns", meinte Force-India-Teammanager Andy Stevenson nach knapp einer halben Stunde der geplanten 90 Minuten. "Die Strecke ist zu feucht, um konstruktiv zu fahren, aber nicht nass genug für Intermediates. Da wäre mir stärkerer Regen sogar lieber, denn laut Wettervorhersage soll es am Wochenende regnen. So könnten die Fahrer zumindest ein paar Runden trainieren, um sich an die Bedingungen zu gewöhnen." Button-Bestzeit auf weichen ReifenEin Wunsch, der nicht in Erfüllung gehen sollte, denn erst trocknete es ein bisschen ab, ehe es wieder zu regnen begann - beim zweiten Mal etwas stärker. Von da an waren die gleich zu Beginn erzielten Zeiten in Stein gemeißelt. Jenson Buttons Bestzeit von 1:15.746 Minuten war jedoch kaum aussagekräftig, schließlich hatte der McLaren-Pilot noch vor einsetzendem Regen als einer der wenigen Piloten eine volle Runde auf den weicheren Supersoft-Pirellis zurückgelegt. Der Lotus von Romain Grosjean hinterließ heute einen sehr starken Eindruck © xpbimages.com "Wir sind heute für einen Donnerstag in Monaco nicht viel gefahren. Hoffentlich wird das Wetter am Samstag ein bisschen besser", seufzt der Tagesschnellste, der es insgesamt auf 30 Umläufe brachte, 17 davon am Nachmittag. Zweiter wurde Romain Grosjean (Lotus), der mit seiner spektakulären Fahrweise immer wieder in Richtung Leitplanken driftete, aber jeden einzelnen Rutscher gekonnt abfangen konnte. Rückstand: 0,392 Sekunden. Allerdings absolvierte Grosjean seinen gezeiteten Run noch auf der härteren Reifenmischung, "und die ist um ungefähr eine Sekunde langsamer als die weiche", analysiert Formel-1-Experte Marc Surer. Eigentlich also ein gutes Zeichen für das Lotus-Team, dem die meisten Beobachter an diesem Wochenende eine starke Performance zutrauen, aber andererseits ist das Ergebnis wegen des Wetters und unterschiedlicher Benzinmengen noch verzerrter als sonst am ersten Trainingstag. Massa in FP2 schneller als AlonsoFelipe Massa gewann das Ferrari-Stallduell am Nachmittag gegen Fernando Alonso, in der Gesamtwertung belegte Alonso aber mit 0,519 Sekunden Rückstand den dritten Platz - seine Bestzeit vom Vormittag konnte er in der zweiten Session nicht mehr unterbieten. In der inoffiziellen Regenwertung belegte Massa sogar den zweiten Platz, zwei Zehntelsekunden hinter Sergio Perez (5./Sauber/+0,965), der auf nasser Strecke in 1:26.6 Minuten am schnellsten war. Nur diese fünf Fahrer lagen am Ende des Donnerstags innerhalb von einer Sekunde. Monaco-Spezialist Lewis Hamilton (McLaren), Barcelona-Sieger Pastor Maldonado (Williams), Nico Rosberg (Mercedes), Kamui Kobayashi (Sauber) und Mark Webber (Red Bull) komplettierten die Top 10. Vorjahressieger Sebastian Vettel wurde eineinhalb Sekunden hinter der Spitze und 74 Tausendstelsekunden hinter Teamkollege Webber Elfter. Marko klagt über schlechtes Wetter"Wir hätten einige Änderungen am Auto. Da ist es natürlich schade, wenn man die Zeit jetzt auf keine Weise nützen kann", bedauert Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko. "Es war zu wenig nass für Intermediate- oder Regenreifen, aber nass genug, um Erkenntnisse unmöglich zu machen. Es hängt nur hier über der Rennstrecke eine Wolke, der Rest ist laut Radar in Ordnung. Heutzutage sind die Wetterprognosen sehr gut. Wir müssen schon mit eher schlechtem Wetter rechnen." Im feuchten Teil der zweiten Session war niemand schneller als Sergio Perez © xpbimages.com Am meisten trainierten im Regen die Toro-Rosso-Junioren - niemand war so fleißig wie Vergne/Ricciardo, die es als 16. und 17. auf insgesamt 101 Runden brachten. "Im Nassen zu fahren, ist immer wichtig", erklärt Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari. "Wenn es im Qualifying das gleiche Wetter hat, weißt du, wie sich das Auto verhält. Die Strecke ist natürlich rutschig, aber es ist wichtig, zu trainieren. Nur so findest du heraus, wo es rutschig ist und wo es Grip hat."
Offensichtlich keinen Grip hatte es in der Bremszone vor der Mirabeau-Kurve, in der in den letzten Minuten beide Williams-Piloten, Perez und Massa Bekanntschaft mit der Auslaufzone machten. Der Crew von Maldonado dürfte das Herz stehen geblieben sein, als der Venezolaner in dem schmalen Notausgang mit einem Burnout wenden wollte, doch kurz vor dem Einschlag in die Leitplanken kam er dann doch zu Sinnen und ließ sich von den Streckenposten helfen. Kovalainen wieder in ProblemenDen Schlusspunkt setzte wie schon am Vormittag Heikki Kovalainen (21./Caterham/+4,283) - diesmal allerdings nicht mit einem Motorschaden im Tunnel, sondern mit einem Ausritt in Mirabeau. Der Finne konnte im Gegensatz zu seinen Konkurrenten nicht weiterfahren, sodass die letzten Minuten der Session unter gelben Flaggen stattfanden. Landsmann Kimi Räikkönen trainierte in Session zwei umso fleißiger: 25 Runden, dreieinhalb Sekunden Rückstand, 20. Platz. Nur 25 Runden: Michael Schumacher trainierte weniger als alle anderen Fahrer © xpbimages.com "Der Lotus scheint ziemlich stark zu sein, was Traktion und mechanischen Grip angeht", analysiert Experte Alguersuari. "Dem stimme ich zu", meint der ehemalige Formel-1-Ingenieur Gary Anderson und ergänzt: "Button und Hamilton machten heute Morgen durch die Schwimmbad-Passage einen sehr starken Eindruck. Ich glaube, die werden mitmischen." Alguersuari rechnet außerdem mit Ferrari, rätselt aber: "Schwer zu sagen, wo Red Bull im Moment steht."
Positiv ist, dass alle komfortabel innerhalb der 107-Prozent-Zeit lagen, weniger positiv hingegen, dass niemand einen Longrun mit den roten Supersoft-Option-Pirellis fahren konnte. "Was den Abbau der Reifen angeht, wird es eine Reise ins Unbekannte", twittert Ferrari nach dem Training. "Niemand konnte Longruns fahren. Das ist ein weiteres Fragezeichen für das Rennen." Jetzt steht aber ohnehin erst einmal der Ruhetag auf dem Programm.
Geht es auch in den nächsten Jahren für die Formel 1 noch quer durch die Eifel? Zoom © HRT
(Motorsport-Total.com/SID) - Dank Sponsoren und des Entgegenkommens von Promoter Bernie Ecclestone hat die Formel 1 auf dem Nürburgring anscheinend doch noch eine Zukunft. "Wir können den Vertrag mit Ecclestone für die nächsten zehn Jahre, also über fünf Rennen, verlängern", sagt Kai Richter, einer der Streckenbetreiber, mit Blick auf die Hockenheim-Rotation. "Ein solches Ergebnis, wie wir es ausgehandelt haben, hat es noch nie für den Nürburgring gegeben", betont er. Richter nennt Details: "Weniger als zehn Millionen Euro sind als Beitrag des Landes für ein Rennen gefordert." Er und sein Mitgesellschafter beim Veranstalter-Unternehmen Rheinland-Pfalz Grand Prix, Jörg Lindner, erklären, sie hätten "in schwierigen Verhandlungen bei insgesamt vier Treffen" mit Ecclestone dieses "äußerst attraktive Ergebnis" erzielt. Möglich geworden sei es auch durch ein Gesamtpaket von nationalen Sponsoren und Investoren. Lindner verdeutlicht aber, dass der Vertrag mit Ecclestone bis Juni abgeschlossen werden müsse: "Sonst ist die Formel 1 weg. Für viele, viele Jahre." Ecclestone, der von einem "internen Problem mit den Promotern" spricht, äußert sich zu der Nürburgring-Frage gegenüber 'ESPNF1' wie folgt: "Ihr Vertrag lief aus, also werden wir ihn erneuern. Das passiert, sobald sie wissen, mit wem wir das tun können." Ecclestone zeigt sich kompromissbereit und schießt hinterher: "Ich mache es gern." Das Land Rheinland-Pfalz hatte Richter und Lindner wegen ausstehender Pachtzahlungen mit einer Räumungsklage gedroht. Eine Reaktion der Mainzer Landesregierung liegt bisher noch nicht vor.
Siegkandidat im Leitplanken-Dschungel? Hamilton fährt kalkulierter Zoom © xpbimages.com
Heiße Rennaction und viel Glamour: Bei Monaco und Lewis Hamilton scheint es sich um eine passende Synthese zu handeln. Nachdem das Rennen im Fürstentum dem Briten im vergangenen Jahr - unter anderem wegen zwei Durchfahrtsstrafen - völlig misslang, stehen die Vorzeichen 2012 besser. Denn der Vollblut-Racer Hamilton scheint kalkulierter und vorausschauender zu fahren denn je. In Spanien brachte ausgerechnet der als Reifenmörder verschrieene Ex-Weltmeister sein Auto als einziger Pilot mit einer Zwei-Stopp-Strategie ins Ziel. "Es ist eine Herausforderung, mit den Pirelli-Pneus klarzukommen", betont er gegenüber 'Autosport'. "Es gibt Momente, in denen mir das gelingt, und einige, in denen es das nicht tut. Aber 2008 war das nicht anders", so Hamilton. Es ist der Verweis auf die Saison, in der er auf Bridgestone-Reifen Weltmeister wurde - damals allerdings hatte der schonende Umgang mit dem Gummi noch nicht den Stellenwert, den er heute genießt. "Jeder hat Stärken und Schwächen. Zu meinen Vorzügen gehört es, eine schnelle Runde auf neuen Reifen zu fahren. Sie lange am Leben zu erhalten ist für mich eine Herausforderung", stellt Hamilton fest.
Gute Zeiten, schlechte Zeiten: Lewis Hamilton wirkt 2012 deutlich entspannter Zoom © xpbimages.com
Was ist bloß mit Lewis los? Diese Frage stellten sich die Formel-1-Fans im vergangenen Jahr gewiss mehr als einmal. Lewis Hamilton schien 2011 nämlich nicht in gewohnt bestechender Form zu fahren und wirkte oft abgelenkt. All dies ist nun aber Schnee von gestern, denn heute tritt der McLaren-Pilot wieder beschwingt und selbstsicher auf. Aber warum eigentlich? Hamilton geht auf Spurensuche. Der britische Rennfahrer hat sich in der Winterpause die Zeit genommen, um sich selbst und das Geschehene ausgiebig zu analysieren, wie er gegenüber 'Autosport' bestätigt. Gleichzeitig fasste Hamilton frischen Mut - und offensichtlich auch einige gute Vorsätze. "Es geht darum, dich richtig einzustellen", sagt Hamilton über seine Auszeit im Winter. Dabei war er augenscheinlich erfolgreich. Neben Fernando Alonso (Ferrari) ist Hamilton 2012 nämlich der einzige Fahrer im Starterfeld, der bisher in allen Rennen in den Punkten war. Die Konstanz, die im vergangenen Jahr so oft fehlte, scheint also vorhanden zu sein. Oder wie es Hamilton ausdrückt: "Du hoffst, nicht wieder in den gleichen Trott zu verfallen, sofern du dich im vergangenen Jahr in einem Trott befunden hast." "Es gab einfach ein paar Dinge in meinem Leben, die ich neu sortieren musste. Das brauchte seine Zeit. Jetzt passt alles, also bin ich ziemlich zufrieden. All das macht dieses Jahr umso schöner", sagt Hamilton. Familie, Freunde, Management, Team - Privat- und Rennfahrer-Leben verlaufen nun also wieder in geordneten Bahnen. Dieser Umstand ist auch den Formel-1-Beobachtern nicht entgangen. Coulthard bewundert die Wandlung HamiltonsDer ehemalige Formel-1-Pilot David Coulthard zeigt sich bei 'Autosport' beispielsweise hocherfreut über den "neuen Lewis" und sagt: "Lewis Hamilton fährt derzeit so gut wie eh und je - wenn nicht sogar besser als früher. Das ist schön zu sehen. Was hat sich verändert? Nun, ich denke, er ist über den Winter erwachsen geworden. Er hatte die Chance, über all dies nachzudenken", meint "DC". "Ich sehe einen deutlich kompletteren Rennfahrer als den Lewis von vor einem Jahr." David Coulthard "Das scheint er getan zu haben. Ich sehe einen deutlich kompletteren Rennfahrer als den Lewis von vor einem Jahr. Er hatte nie ein Problem mit seiner Geschwindigkeit, sondern schien nur abgelenkt zu sein. Das hat er nun offenbar im Griff. Und er macht keine Fehler. Dass er Jenson Button in Spanien vom letzten Startplatz aus geschlagen hat, ist ein gutes Beispiel dafür, wie stark Lewis 2012 auftritt." In der Tat, wie die bisherigen Ergebnisse unterstreichen. Auch McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh erkennt darin einen "anderen" Hamilton und merkt bei 'Autosport' an: "Die Leute verändern sich nicht von jetzt auf gleich, sondern ganz allmählich. Lewis glaubt an sich als einen großen Rennfahrer, weiß aber nun, dass im Leben nicht alles nach Plan läuft. Man lernt nach und nach, damit umzugehen." Wenn Rennfahrer unter Druck stehen ..."Und wir würden keinen Lewis wollen, der sich mit dem Zweitbesten zufriedengeben würde", meint Whitmarsh und stellt klar: "Wir wollen einen Lewis, der es auf Erfolge abgesehen hat, der sich als Zweiter nicht wohl fühlt, der alles bei sich, an seinem Auto, in seinem Team und in seinem Umfeld absolut perfekt haben will. Diese Entschlossenheit treibt ihn an." 2011 sah es noch ganz anders aus. "Wenn Rennfahrer unter Druck stehen, dann kann es sein, dass sie das Auto überfahren." Martin Whitmarsh Whitmarsh zeigt allerdings Verständnis für seinen Piloten und dessen vermeintlich schwieriges Jahr. "Wenn Rennfahrer unter Druck stehen, dann kann es sein, dass sie das Auto überfahren. Wenn sie dann auch noch an Selbstvertrauen eingebüßt haben, werden sie vielleicht noch ein bisschen mehr zurückhaltend. Lewis hat seine Fähigkeiten sicherlich nicht verloren", erläutert der Teamchef. "Seine Stimmung ist sehr positiv. Er hat dazugelernt und ist nun deutlich gefasster und glücklicher. Er weiß, er kann in diesem Jahr eine Weltmeisterschaft gewinnen", sagt Whitmarsh und Hamilton stimmt zu: "Ich versuche, zu gewinnen, und ich will gewinnen. Ich bin nicht zufrieden damit, in jedem Rennen nur Dritter zu werden. Der achte Platz beim jüngsten Rennen war auch nicht so toll", meint Hamilton. Der Sieg ist alles - oder etwa doch nicht?In Barcelona hatte der britische Rennfahrer aufgrund eines Teamfehlers von ganz hinten losfahren müssen, nachdem er sein Auto auf die Pole-Position gestellt hatte. Dergleichen wirft Hamilton in diesem Jahr aber nicht aus der Bahn, auch wenn er sagt: "Es ist immer eine Enttäuschung, wenn man Rückschritte macht. Du willst doch attackieren, überholen. Nur darum geht es im Motorsport." "Es könnte viel schlimmer sein." Lewis Hamilton "Es könnte aber viel schlimmer sein. Was all dies in eine Perspektive rückte, war, was ich auf den Philippinen gesehen habe. Dort gibt es Kinder, die gar nichts haben und in Papierhütten auf der Straße leben. Und hier sind wir in der Formel 1. Damit kann ich also gar nicht unzufrieden sein. Das ist die Perspektive, die ich in diesem Jahr habe: Es könnte viel schlimmer sein", hält Hamilton fest. "Ich will aber trotzdem immer Erster werden." Und das so schnell wie möglich - und mit McLaren, wo Hamilton noch bis zum Saisonende unter Vertrag steht. Mit dem "und dann?" hat er sich laut eigener Aussage aber "noch nicht" beschäftigt, sagt Hamilton bei 'Autosport'. Die Begründung klingt plausibel: "Wir haben es mit einer so fordernden Saison zu tun, da muss ich einfach konzentriert bleiben". McLaren will Hamilton halten"Wenn ich meinen Fokus verliere und deswegen einige Punkte einbüße, könnte ich mir das nie verzeihen. Ich muss halt eine Lücke finden. Ich brauche die Zeit, um mich mit meinem Manager hinzusetzen und darüber zu reden. Ich bat sie (das Management; Anm. d. Red.) aber schon darum, sich einmal ein paar Gedanken zu machen. Wann es so weit sein wird, weiß ich aber nicht." "Ja, wir wollen ihn behalten." Martin Whitmarsh "Es wird irgendwann in diesem Jahr passieren, denn ansonsten bin ich arbeitslos", meint Hamilton und grinst verschmitzt. So weit wird es bei einem der Topstars der Szene vermutlich nicht kommen, auch wenn die Verhandlungen mit McLaren wohl erst in den Sommermonaten an Fahrt aufnehmen. Und zur Not - das ist aus dem Fahrerlager zu hören - hätten auch andere Teams Interesse an ihm.
McLaren dürfte aber erst einmal auf der Pole-Position stehen. Darauf hofft sicher auch Whitmarsh, wenn er sagt: "Ja, wir wollen ihn behalten." Der Teamchef zeigt sich jedoch zurückhaltend: "Wie man sich vielleicht vorstellen kann, ist das eine vertrauliche Angelegenheit. Es wäre nicht angebracht, darüber zu sprechen. Wenn Lewis und McLaren etwas kundzutun haben, dann werden wir es schon sagen."
Valtteri Bottas überzeugt als Freitagstester von Williams Zoom © xpbimages.com
Williams gehört in dieser Saison zu den Teams, die im ersten Freien Training des Rennwochenendes eine Testfahrer zum Einsatz kommen lässt. Bei 14 der 20 Grand Prix sitzt am Freitagmorgen Valtteri Bottas im Auto von Bruno Senna. Der Finne, der im vergangenen Jahr Meister der GP3-Serie war, und auf den vor allem Williams-Teilhaber Toto Wolff große Stücke hält, soll so langsam an die Formel 1 herangeführt werden. Doch bisher verläuft die Lernkurve des 22-Jährigen recht steil. Bottas überzeugt durch fehlerfreie Runden und schnelle Zeiten. In Barcelona zeigte er als Fünftschnellster im ersten Freien Training erstmals das Potenzial des FW34 auf dem Circuit de Catalunya auf. "Ich bin wirklich zufrieden", wird Bottas von 'The National' zitiert. "Das Wichtigste ist, dass ich eine Menge gelernt habe und nach jedem Wochenende mehr dazulerne. Die Ziele, die ich mir setzte, hab ich erreicht, und ich habe einen gute Speed." Der Finne zeigt sich erstaunt über seine raschen Fortschritte. "Niemand hätte von mir erwartet, dass ich in den ersten Freien Training so schnell wäre - ich war selbst überrascht." In diesem Jahr konzentriert sich Bottas voll auf seine Testfahrerrolle beim Williams, Rennen fährt er nicht. Doch das soll sich spätestens 2013 ändern. "Als Rennfahrer will ich so schnell wie möglich ins Auto, ich hoffe, dass es im kommenden Jahr möglich ist. Dieses Jahr dient der Vorbereitung. Außerdem kann ich dem Team zeigen, dass ich es drauf habe." Auf Gerüchte, nach denen er schon in dieser Saison Bruno Senna im Renncockpit ablösen könnte, gibt Bottas jedoch nicht. "Nein, das ändert für mich nichts. Mein Ziel ist das Gleiche: Ich möchte dazulernen und an jedem Wochenende ein besserer Fahrer werden." Bereits am fünften Rennwochenende mit seinem Team hatte Bottas erstmal Grund zum Feiern. Der Sieg von Pastor Maldonado in Barcelona sorgte auch beim 22-Jährigen für Begeisterung. "Das war ein großartiges Gefühl. Ich sehe, wie hart sie arbeiten, es war ein hochverdienter Sieg. Natürlich war es auch für uns eine große Überraschung, niemand hätte das erwartet. So etwas habe ich noch nie erlebt. Nach dem Fallen der Zielflagge haben alle in die Hände geklatscht und sich umarmt. Das war ganz speziell." Sein Debüt im Formel-1-Auto gab der Finne im vergangenen Jahr beim Young-Driver-Test in Abu Dhabi. In dieser Saison können die Teams wählen, ob sie diesen Test nach dem Rennen in Silverstone oder gegen Ende der Saison nach dem Grand Prix von Abu Dhabi fahren wollen. Bottas würde sich für Letzteres entscheiden. "Wenn du in einer anderen Serie fährst, wäre es besser, wenn der Test am Ende der Saison wäre. Dann kommt es nicht zu Terminüberschneidungen."
Hamilton (rechts) hat von seinem Freund Rosberg einen neuen Eindruck gewonnen Zoom © xpbimages.com
Nico Rosberg verteidigte sich in Bahrain hart gegen Lewis Hamilton und Fernando Alonso, wurde dafür von den Rennkommissaren aber nicht sanktioniert. Hat er die Manöver unternommen, um das Vorurteil, er sei leicht zu überholen, zu zerstreuen? "Mir war das gar nicht bewusst", kommentiert Rosberg diese gewagte Spekulation gegenüber 'Autosport'. "Ich war eigentlich ganz zufrieden damit, wie ich in Bahrain Konkurrenten hinter mir gehalten habe", so der Wiesbadener weiter. Hamilton, ein Freund und Weggefährte Rosbergs, weiß, dass Fahrer in der Königsklasse durchaus einzuordnen sind. "Einige Piloten sind wirklich einfach zu überholen. Du weißt, das es kein Problem sein wird", meint der Brite, dem selbst wenig Scheu vor riskanten Manövern nachgesagt wird. "Bei anderen überlegst du dann, nicht anzugreifen, weil du weist, dass sie dir keinen Platz lassen", bemerkt der McLaren-Star. Ihr unbeabsichtigte Wirkung haben die Manöver Rosbergs jedenfalls nicht verfehlt. "Um ehrlich zu sein, hatte ich einen anderen Eindruck von Nicos Fahrweise bis zum Rennen in Bahrain. Danach hat er sich verändert", meint Hamilton. Der erste Sieg in der Formel 1 habe nichts mit der veränderten Gangart zu tun, betont Rosberg: "Es ist eine wunderbare Erinnerung und vielleicht bringt sie etwas mehr Motivation, weil ich sie wiederholen möchte", sagt er. Der Mercedes-Pilot begründet: "Ich war ja zuvor nicht von der Rolle. Ich war in einer sehr guten Position und davon überzeugt, dass der Sieg eines Tages kommen würde", so Rosberg. Am Ende der Fahnenstange sieht der 26-Jährige sich und sein Team aber noch lange nicht angekommen. "Der Grand-Prix-Erfolg war nicht unser Ziel. Unser Ziel ist es nach wie vor, die Besten zu sein", gibt er sich selbstbewusst.
Quelle: motorsport-total.com
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Schumi trifft Poldi: Zwei "kölsche Jungs" unterwegs
24.05.2012 - 11:48
Senna ist froh, in einem Formel-1-Auto nach Monaco zurückkehren zu dürfen Zoom © xpbimages.com
Senna und Monaco - diese Verbindung scheint in den Genen zu liegen, schließlich sagt ein erfreuter Bruno Senna nach dem Freien Training am Freitagnachmittag bei 'Sky Sports F1': "Es ist eine meiner Lieblingsstrecken." Auf einen motorsportlichen Besuch an der Cote d'Azur musste der Brasilianer, der das Renault-Cockpit in der vergangenen Saison erst im Herbst ergatterte, zwei Jahre warten. Die Wiedersehensfreude ist groß: "Schön, nach einer langen Zeit, in der ich hier nicht Formel 1 gefahren bin, zurückkehren zu können", meint Senna. Dass die Wetterbedingungen ziemlich wankelmütig waren, stört den 28-Jährigen nicht. "Am Nachmittag wollte sich der Regen nicht so wirklich entscheiden, ob er nun kommt oder nicht. Das hat es zu einer verrückten Session gemacht", erklärt er. Zuletzt raste Senna im Jahre 2010 durch das Fürstentum - damals noch auf Bridgestone-Pneus. "Mit den Pirelli-Reifen ist es eine ganz andere Erfahrung als damals im HRT", stellt er fest. Der Magie Monte Carlos kann sich der Träger eines großen Namens nicht entziehen. "Wenn du selbstbewusst und eins mit dem Autos bist, vergisst du alles um dich herum. Dann kommt die Rundenzeit ganz von alleine", schwärmt Senna. In der höchsten Nachwuchsklasse siegte der vor drei Jahren. "Ich erinnere mich noch gut an den GP2-Erfolg. Hoffentlich gelingt mir das ein weiteres Mal." Sechs Siege des berühmten Onkels Ayrton verpflichten: "Wir haben hier so viel Geschichte geschrieben. Glücklicherweise auch ich mit meinem GP2-Sieg - aber die Formel 1 ist das, was zählt", blickt Senna voraus.
Der große Sir Frank Williams kann seit dem Sieg in Barcelona wieder lachen Zoom © Williams
Mit 70 Jahren ist Frank Williams der älteste Teamchef der Formel 1, aber während der 68-jährige Peter Sauber schon seinen Rücktritt mit Jahresende angekündigt hat, will der an den Rollstuhl gefesselte Brite noch nicht loslassen. Zwar zieht er sich schrittweise aus dem Tagesgeschäft zurückziehen - ein Prozess, der bereits eingeleitet wurde -, aber vorerst möchte er weiterhin an der Spitze des Rennstalls bleiben. Dass er seinen Sitz im Vorstand an Tochter Claire übergeben hat, ändere "nichts", denn: "All die Einzelpersonen mit ihren aufgeteilten Verantwortungsbereichen machen einen super Job. Ich bin aber immer noch kontrollierender Mehrheitseigentümer und Teamchef", stellt Williams im Interview mit dem 'Telegraph' klar. "Jemand muss zu mir kommen und mir sagen: 'Frank, du vergisst zu viel' oder 'Frank, du stehst langsam im Weg'." Williams sieht die Zeit noch nicht gekommenDas sei momentan noch nicht der Fall, meint der liebevoll "Rollstuhlgeneral" genannte Brite und widerspricht damit Kritikern, die nur hinter vorgehaltener Hand flüstern, dass sein Gesundheitszustand schon bald einen Wechsel erforderlich machen könnte. Würdest du dann zurücktreten, Frank? "Wenn ich wirklich glauben würde, dass ich die Dinge aufhalte, dann ja", sagt er. "Aber ich glaube nicht, dass es schon so weit ist." Teamintern war Adam Parr derjenige, der in den vergangenen Jahren den besten Draht zu Williams hatte, aber der Vorstandsvorsitzende musste im Zuge der Concorde-Verhandlungen mit Bernie Ecclestone gehen. Die neue Garde um Claire Williams und Großaktionär Toto Wolff steht schon eher für die nächste Generation. Wolff freute sich zuletzt in Barcelona "rasend, dass Frank das miterleben kann". Gemeint war der erste Sieg seit acht Jahren. Auch sonst gönnt man Williams die Rückkehr auf die Siegerstraße. Viele sind der Meinung: Es wäre ein unwürdiger Abgang eines großen Mannes gewesen, wenn Williams bis zu seinem endgültigen Rücktritt jahrelang sieglos geblieben wäre. "Er ist einer der Besten in unserem Zirkus, ein harter Kerl, ein Kämpfer", lobt Gerhard Berger. "Wir haben alle riesigen Respekt vor ihm, sind alle Fans von ihm. Und wir alle haben ein bisschen gelitten, als er immer mehr ins Hintertreffen geraten ist." Berger freut sich auch für Landsmann WolffFranks Tochter Claire Williams im Gespräch mit Bernie Ecclestone © xpbimages.com "Den letzten Sieg habe ich ihm sehr gegönnt - und das auch noch zu seinem Geburtstag! Das war wirklich toll", sagt Berger. "Ich freue mich auch für Toto Wolff, der als Österreicher jetzt Miteigentümer in dem Team ist. Ich glaube, die sind auf einem guten Weg. Die machen in diesem Jahr schon die ganze Zeit eine gute Figur. Und Maldonado scheint ein Treffer zu sein. Aber dafür hatte Frank immer schon ein Näschen." Die Frage ist: Wie lange noch? Der Racing-Virus lässt den 70-Jährigen jedenfalls nicht los: "Ich bin immer noch renn- und geschwindigkeitsverrückt", gibt der seit einem Vierteljahrhundert querschnittgelähmte Gründer des dritterfolgreichsten Formel-1-Teams aller Zeiten zu. "Seitlich mit 140 km/h durch eine Kurve zu rutschen, packt mich. Die Weltmeisterschaft nicht zu gewinnen, ist eher Nebensache. Es geht mir ums Racing."
Gerhard Berger hat Pastor Maldonado auch in Monaco auf der Rechnung Zoom © xpbimages.com
Gerhard Berger übt zwar keine offizieller Funktion mehr in der Formel 1 aus, dennoch ist er ein gern gesehener Gast im Fahrerlager. An diesem Wochenende sind dabei die Wege für den Österreicher recht kurz, denn wie viele der Piloten lebt er in Monaco. Berger kennt die Formel 1 sowohl aus der Perspektive des Fahrers als auch aus dem Blickwinkel von der Boxengasse aus, wo er als Motorsport-Direktor von BMW und Mitinhaber von Toro Rosso am Kommandostand saß. Doch an ein Rennjahr wie 2012 kann sich der 52-Jährige spontan auch nicht erinnern. "Es ist bisher eine ganz besondere Saison. Bei jedem Rennen gibt es einen anderen Sieger", sagt Berger im Gespräch mit 'SkySportsF1'. "Wir sehen einen sehr starken Williams, einen starken Sauber, einen sehr konkurrenzfähigen Ferrari. Vettel und Alonso führen die WM an. Es ist eine völlig andere Saison als in den vergangenen Jahren." In einer ohnehin turbulenten Saison, in der die Vorhersage des Sieger vor dem Rennwochenende kaum möglich ist, folgt nun mit Monaco ein Grand Prix, der von sich aus schon unberechenbar ist. Auch Berger freut sich auf das Rennen an der Cote d'Azur. "Jetzt kommen wir hier nach Monaco und es wird sehr interessant sein zu sehen, war hier alles zusammenbekommt." Doch der Österreicher ist sich schon jetzt sicher, welche Piloten im Kampf um den Sieg eine Rolle spielen werden. "Alonso wird einer derjenigen sein, die um den Sieg mitkämpfen. Hamilton, Alonso, Rosberg, und auch Maldonado dürfen wir nicht vergessen. Er war mit jedem Auto schnell, mit dem er hier gefahren ist", erinnert Berger an Maldonados Glanzleistungen in der GP2. "Vielleicht wird er auch an diesem Wochenende wieder eine Rolle spielen." Beeindruckender ist für Berger aber einer der Piloten seines ehemaligen Teams. "Ein großer Faktor bei Ferrari ist Alonso", sagt der 52-Jährige. "Er ist einer der besten, wenn nicht sogar der beste Fahrer im Feld. Er macht einen unglaublichen Job. Er fährt ständig am Limit, egal ob im Freien Training, Qualifying oder im Rennen. Er ist eine Garantie für gute Resultate. Aber Ferrari hat einen Schritt nach vorne gemacht. Vor allem beim vergangenen Rennen, aber auch heute Morgen. Er ist in guter Form." Sein ehemaliger Schützling Sebastian Vettel, mit dem Berger 2008 in Monza den Sieg bei Toro Rosso feiert, sticht in dieser Saison trotz der Sieges in Bahrain nicht so heraus wie noch im Vorjahr. Für Berger eine Folge der aktuellen Entwicklung der Formel 1. "Eine dominierende Rolle gibt es in diesem Jahr nicht", sagt der Österreicher bei den deutschen Kollegen von 'Sky Sport'. "Aber letztendlich führt Sebastian immer noch in der Weltmeisterschaft." Daran wird sich nach Ansicht von Berger auch bis zum Ende der Saison nichts ändern. "Sie sind immer dabei und werden am Ende auch wieder mitkämpfen." Die unberechenbare Formel 1 2012, die bei manchem Beobachter für Verwirrung, sorgt bei Berger, der nurmehr die Rolle des Zuschauers innehat, für Begeisterung. "Für uns Fans ist es natürlich besser, wenn es knapper zugeht, als wenn einer vorne wegfährt."
Jean-Eric Vergne konnte seine "Angst" vor der Strecke schnell ablegen Zoom © xpbimages.com
Das Toro-Rosso-Team bezeichnete den ersten Tag zum Großen Preis von Monaco als "eher frustrierend". Zum einen musste man den Neulingen in erster Linie Fahrzeit auf der Strecke geben, sodass man nicht viel am Setup arbeiten konnte. Zum anderen kam natürlich noch das wechselhafte Wetter hinzu. Am Ende fuhr Jean-Eric Vergne auf Platz 16 der schnellsten Zeiten des Tages, 2,463 Sekunden hinter Jenson Button und 0,043 Sekunden vor Teamkollege Daniel Ricciardo, der Position 17 auf der Liste der schnellsten Zeiten belegt. "Für mich war es hier das erste Mal in einem Formel-1-Auto", so Vergne. "Ich habe es wirklich genossen. Da ich im vergangenen Jahr in der World Series in Monaco nicht besonders gut unterwegs war, war ich bezüglich des heutigen Tages ein wenig besorgt, auch wenn ich mich auf die neue Erfahrung freute und nicht wusste, was ich zu erwarten habe." "Meiner Meinung nach sieht meine Leistung im Vergleich zu der meines Teamkollegen gut aus, schließlich hat Daniel auf dieser Strecke zwei Rennen in der World Series gewonnen und er hat vergangenes Jahr im Formel-1-Auto etwas Trainingszeit gehabt. So gesehen bin ich ganz glücklich und habe das Gefühl, dass die Rundenzeit nicht wichtig war, besonders da ich in etwas Verkehr geriet und meine letzte Runde in der Boxengasse beendete." "Mit der Balance des Autos bin ich relativ zufrieden, welche wir noch etwas verfeinern können. Ich benötige jedoch noch etwas mehr Zeit, um mich selbst an den Kurs anzupassen, selbst wenn ich gern im Nassen gefahren bin. Ich fühle mich vorbereitet, egal, auf welche Bedingungen wir im Verlauf des restlichen Wochenendes treffen sollten." "Aufgrund des Wetters am Nachmittag liefen die Dinge nicht ganz so reibungslos, wie wir dies geplant hatten", so Ricciardo. "Wir waren nicht in der Lage, alles auszuprobieren, was wir uns erhofft hatten." "Es ist aus diesem Grund etwas frustrierend, besonders da wir morgen einen freien Tag haben. Ich würde es vorziehen zu fahren, aber es ist womöglich eine gute Sache, denn wir können wirklich darüber nachdenken, was wir brauchen, um nach vorne zu kommen." "Es gibt auch ein paar Gebiete, auf denen wir uns verbessern müssen, und ich bin mir sicher, dass sich unsere Leistung komplett verändern wird, wenn wir das in den Griff bekommen. Hoffentlich werden wir am Samstag ein gutes Qualifying haben." "Alles in allem war dies ein eher frustrierender Tag", so Chefingenieur Laurent Mekies. "Denn die Streckenbedingungen waren während der Einheit am Nachmittag ziemlich wechselhaft." "Angesichts der Tatsache, dass Daniel vergangenes Jahr lediglich im 1. Freien Training für uns gefahren ist und Jean-Eric hier noch nie in einem Formel-1-Auto unterwegs war, lag der Hauptfokus des Tages darauf, beiden Fahrern auf dieser einzigartigen Strecke so viel Zeit zu geben wie nur möglich."
"Aus diesem Grund waren wir am Vormittag die ersten, welche aus den Boxen fuhren, denn wir wollten sie in den richtigen Rhythmus bringen. Dieser Teil unseres Planes verlief erfolgreich. Sie schienen die Erfahrung genossen zu haben. Wir haben auch am Nachmittag trotz der wechselhaften Bedingungen versucht, jede Menge Runden zu fahren." "Aber alles in allem haben wir in Bezug auf die übliche Arbeit am Setup des Autos nicht so viel erreicht. Abgesehen davon hatten wir einen problemlosen Tag und die Fahrer leisteten sich keinerlei Fehler. Aufgrund des unglücklichen Zeitplans dieser Veranstaltung haben wir morgen einen ganzen Tag, an dem wir darüber nachdenken können, wie wir das Auto für den Rest des Wochenendes verbessern können."
Kamui Kobayashi ist mit seinem Sauber noch nicht restlos glücklich Zoom © xpbimages.com
Starker Trainingsauftakt in Monaco für das Sauber-Team. Während Sergio Perez im Gesamtergebnis auf den beachtlichen fünften Platz fuhr, kam Teamkollege Kamui Kobayashi, der kein Fan des engen Kurses im Fürstentum ist, immerhin auf den neunten Gesamtrang. Auf die Bestzeit von McLaren-Pilot Jenson Button fehlten ihm 1,292 Sekunden. Dennoch erlebte der Japaner, der in Spanien großartiger Fünfter wurde, keinen problemlosen Trainingsstart. Er klagt gegenüber 'Sky Sports' über mangelnden Abtrieb: "Ich verwende den gleichen Unterboden wie mein Teamkollege, aber im Vergleich zu ihm vermissen wir aus einem unbekannten Grund etwas Abtrieb. Aus diesem Grund hatten wir hier ein paar Probleme." Das Team wechselte daher auf den Ersatz-Unterboden. Auch die Umstände machen es dem Sauber-Piloten nicht leicht: "Die Strecke ist immer ziemlich schmutzig - es ist sehr rutschig. Daher ist es immer sehr schwierig, das richtige Setup zu finden, aber ich denke, dass es in Ordnung ist. Wir sind nicht so weit weg. Am Samstag werden wir dann sehen, was das Wetter macht. Die Streckenbedingungen sind hier an diesem Wochenende eine ziemliche Unbekannte - und das macht es sehr knifflig." Obwohl am Freitag für die Formel-1-Piloten Ruhetag ist, wurde Kobayashi von seinem Team eingeteilt: "Ich habe einen etwas seltsamen Zeitplan. Es gibt eine Autogrammstunde an der Strecke, was eine Überraschung ist. Ich muss also leider zur Strecke kommen." Obwohl er den Kurs nicht für eine wirkliche Formel-1-Strecke hält, kann er dem Rennen etwas abgewinnen: "In Monaco ist die Aufregung immer sehr groß - und das ist gut für die Formel 1."
Hat Fahrer noch nie mit Samthandschuhen angefasst: Frank Williams Zoom © xpbimages.com
Bruno Sennas Stuhl bei Williams wackelt nach dem Sieg von Pastor Maldonado beim Spanien-Grand-Prix bedenklich. Und der Teamchef rüttelt weiter am Sitz des Brasilianers: "Bruno muss jetzt antworten", zitiert die britische Tageszeitung "The Telegraph" Frank Williams und findet gewohnt deutliche Worte: "Maldos (Maldonados, Anm. d. Red.) Erfolg sollte für ihn ein Tritt in den Hintern sein." Williams, der sich von den starken Leitungen des Venezolaners überrascht zeigt, redet auch bei den Finanzen nicht lange um den heißen Brei herum. "Völlig unpolitisch, aber er bringt eine nützliche Menge an Sponsorengeldern mit." Insider beziffern diese "nützliche" Summe auf rund 30 Millionen britische Pfund, die Caracas staatlicher Ölkonzern PDVSA auf das Williams-Konto überweist. Die Maldonado zugeschriebene Favoritenrolle - er hat in Monaco mit Ausnahme der Königsklasse in allen Serien, die er gefahren ist, bereits gewonnen - will Williams nicht bestätigen. "Die Formel 1 ist böse. Wenn du den kleinsten Fehler machst, bist du tot. Es ist das beste, bescheiden zu sein", so Sir Frank.
Frank Williams wollte sein Team in der Notlage nicht im Stich lassen Zoom © Williams
Die Formel 1 gilt als zerstrittener Haufen. Missgunst und Misstrauen, Spionage und Tricksereien gehören im Fahrerlager zur Tagesordnung. Doch wenn es zu Katastrophen kommt, dann rückt die Königsklasse des Motorsports zusammen. Bestes Beispiel dafür ist der Feuerunfall in der Williams-Box, der das Sensationsteam nach dem Überraschungsteam hart getroffen hat. "Ich habe die Zeit nach dem Rennen genossen, war in der Garage und blieb stehen, um mit jemandem zu sprechen, als es zu meiner Rechten etwas zerrissen hat", erinnert sich Teamchef Frank Williams gegenüber dem 'Telegraph' an den folgenschweren Knall. "Sofort breiteten sich schwarze Rauchwolken aus." Eine brenzlige Situation für den Querschnitt-gelähmten Teamboss. Doch sein Betreuer reagierte rasch. "Schnell wie der Blitz wurde ich aus der Box gerollt", erzählt er. Dabei war ihm dies zunächst gar nicht recht: "Ich schrie: 'Michael, du musst verdammt noch mal stehenbleiben. Ich sollte eigentlich die Leitung übernehmen, und kann mich nicht einfach aus dem Staub machen." Williams wollte zurück in die BoxSein Betreuer folgte dem Befehl des Chefs und schob den "Rollstuhl-General" wieder in Richtung Box. "Aber ich konnte dort nicht viel tun", erkannte Williams. Doch was war passiert? Williams-Mitbesitzer Christian "Toto" Wolff gibt gegenüber 'Sky' Einblicke: "Eine Funkstation aus Plastik, wo die Funkgeräte dran hängen, ist geschmolzen und hat zu dieser Rauchentwicklung geführt." Die Ursache dafür ist noch immer nicht ganz klar, wie Wolff erklärt: "Es wird immer noch analysiert, aber vermutlich war es eine statische Entladung, wie sie jeden Tag passieren kann, wenn wir jemandem die Hand schütteln und wir einen Schlag kriegen. Diese statische Entladung hat Dämpfe entzündet, und dann ist ein Fass in die Luft geflogen. Das ist extrem unüblich, wie ich gehört habe, aber es kann passieren." Gesamtes Fahrerlager kämpfte gegen FlammenAls das Feuer ausbrach, half plötzlich fast gesamte Fahrerlager mit, eine Katastrophe zu verhindern. Mechaniker unterschiedlicher Teams nahmen ihre Feuerlöscher und bekämpften die Flammen. "Es gehört einiges an Mut dazu, sich da hineinzustürzen, vor allem, wenn es nicht einmal das eigene Team ist", zollt der Österreicher den Helfern seine Anerkennung. "Es zeigt, wie die Mannschaften da zusammenhalten. Das war das die schöne Seite an der Tragödie." Toto Wolff glaubt, dass es einen balalen Grund für den Unfall geben könnte © xpbimages.com Freilich hätte aber auch ihr eigenes Team betroffen sein können, hätte man das Feuer nicht unter Kontrolle gebracht. "Sie wussten, dass sie helfen müssen, denn sonst hätte das Feuer auch auf andere Boxen übergreifen können", meint Wolff. Inzwischen wird nur noch ein Williams-Teammitglied im Krankenhaus behandelt - der Mitarbeiter leidet an Verbrennungen an Händen und Füßen. "Er wird nächste Woche aus dem Krankenhaus entlassen - also sind wir mit dem Schrecken davongekommen", ist Wolff froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist. "Er hat einen starken Charakter", stellt Williams klar, dass es seinem Teammitglied den Umständen entsprechend gut geht. "Er wird zurückkommen, wenn es für ihn passt - in einem Monat oder zwei." Williams bedankt sich für HilfeAuch der 70-jährige Brite zeigt sich vom Zusammenhalt im Fahrerlager angetan: "Es hat mich sehr glücklich gemacht, als ich im Nachhinein gehört habe, dass jeder Feuerlöscher im Fahrer von fast jedem Team benutzt wurde. Die Reaktion war außergewöhnlich, wirklich überwältigend."
Damit war es aber nicht getan, denn auch nach dem gelöschten Brand zeigten die anderen Teams ihre Hilfsbereitschaft. "Alle Teams sagten zu mir: 'Was auch immer ihr braucht - wir werden euch helfen'", erinnert sich die lebende Formel-1-Legende. "Ich weiß nicht genau, was wir angenommen haben, aber ich habe darum gebeten, dass eine Liste angefertigt wird. Meine Hauptaufgabe in Monaco ist es, alle Teamchefs zu treffen, ihnen zu danken und zurückzuzahlen, was auch immer sie uns gegeben haben."
Jenson Button sicherte sich die Bestzeit am ersten Trainingstag in Monaco Zoom © xpbimages.com
Am Vormittag war es zwar noch trocken, aber wirklich aussagekräftig war das Ergebnis des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco nicht, und auch die zweite Session im Fürstentum an der Cote d'Azur ließ keine echten Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis an diesem Wochenende zu. Schuld daran war Regen im zweiten Freien Training in Monte Carlo. "Diese Bedingungen sind sehr schwierig für uns", meinte Force-India-Teammanager Andy Stevenson nach knapp einer halben Stunde der geplanten 90 Minuten. "Die Strecke ist zu feucht, um konstruktiv zu fahren, aber nicht nass genug für Intermediates. Da wäre mir stärkerer Regen sogar lieber, denn laut Wettervorhersage soll es am Wochenende regnen. So könnten die Fahrer zumindest ein paar Runden trainieren, um sich an die Bedingungen zu gewöhnen." Button-Bestzeit auf weichen ReifenEin Wunsch, der nicht in Erfüllung gehen sollte, denn erst trocknete es ein bisschen ab, ehe es wieder zu regnen begann - beim zweiten Mal etwas stärker. Von da an waren die gleich zu Beginn erzielten Zeiten in Stein gemeißelt. Jenson Buttons Bestzeit von 1:15.746 Minuten war jedoch kaum aussagekräftig, schließlich hatte der McLaren-Pilot noch vor einsetzendem Regen als einer der wenigen Piloten eine volle Runde auf den weicheren Supersoft-Pirellis zurückgelegt. Der Lotus von Romain Grosjean hinterließ heute einen sehr starken Eindruck © xpbimages.com "Wir sind heute für einen Donnerstag in Monaco nicht viel gefahren. Hoffentlich wird das Wetter am Samstag ein bisschen besser", seufzt der Tagesschnellste, der es insgesamt auf 30 Umläufe brachte, 17 davon am Nachmittag. Zweiter wurde Romain Grosjean (Lotus), der mit seiner spektakulären Fahrweise immer wieder in Richtung Leitplanken driftete, aber jeden einzelnen Rutscher gekonnt abfangen konnte. Rückstand: 0,392 Sekunden. Allerdings absolvierte Grosjean seinen gezeiteten Run noch auf der härteren Reifenmischung, "und die ist um ungefähr eine Sekunde langsamer als die weiche", analysiert Formel-1-Experte Marc Surer. Eigentlich also ein gutes Zeichen für das Lotus-Team, dem die meisten Beobachter an diesem Wochenende eine starke Performance zutrauen, aber andererseits ist das Ergebnis wegen des Wetters und unterschiedlicher Benzinmengen noch verzerrter als sonst am ersten Trainingstag. Massa in FP2 schneller als AlonsoFelipe Massa gewann das Ferrari-Stallduell am Nachmittag gegen Fernando Alonso, in der Gesamtwertung belegte Alonso aber mit 0,519 Sekunden Rückstand den dritten Platz - seine Bestzeit vom Vormittag konnte er in der zweiten Session nicht mehr unterbieten. In der inoffiziellen Regenwertung belegte Massa sogar den zweiten Platz, zwei Zehntelsekunden hinter Sergio Perez (5./Sauber/+0,965), der auf nasser Strecke in 1:26.6 Minuten am schnellsten war. Nur diese fünf Fahrer lagen am Ende des Donnerstags innerhalb von einer Sekunde. Monaco-Spezialist Lewis Hamilton (McLaren), Barcelona-Sieger Pastor Maldonado (Williams), Nico Rosberg (Mercedes), Kamui Kobayashi (Sauber) und Mark Webber (Red Bull) komplettierten die Top 10. Vorjahressieger Sebastian Vettel wurde eineinhalb Sekunden hinter der Spitze und 74 Tausendstelsekunden hinter Teamkollege Webber Elfter. Marko klagt über schlechtes Wetter"Wir hätten einige Änderungen am Auto. Da ist es natürlich schade, wenn man die Zeit jetzt auf keine Weise nützen kann", bedauert Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko. "Es war zu wenig nass für Intermediate- oder Regenreifen, aber nass genug, um Erkenntnisse unmöglich zu machen. Es hängt nur hier über der Rennstrecke eine Wolke, der Rest ist laut Radar in Ordnung. Heutzutage sind die Wetterprognosen sehr gut. Wir müssen schon mit eher schlechtem Wetter rechnen." Im feuchten Teil der zweiten Session war niemand schneller als Sergio Perez © xpbimages.com Am meisten trainierten im Regen die Toro-Rosso-Junioren - niemand war so fleißig wie Vergne/Ricciardo, die es als 16. und 17. auf insgesamt 101 Runden brachten. "Im Nassen zu fahren, ist immer wichtig", erklärt Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari. "Wenn es im Qualifying das gleiche Wetter hat, weißt du, wie sich das Auto verhält. Die Strecke ist natürlich rutschig, aber es ist wichtig, zu trainieren. Nur so findest du heraus, wo es rutschig ist und wo es Grip hat."
Offensichtlich keinen Grip hatte es in der Bremszone vor der Mirabeau-Kurve, in der in den letzten Minuten beide Williams-Piloten, Perez und Massa Bekanntschaft mit der Auslaufzone machten. Der Crew von Maldonado dürfte das Herz stehen geblieben sein, als der Venezolaner in dem schmalen Notausgang mit einem Burnout wenden wollte, doch kurz vor dem Einschlag in die Leitplanken kam er dann doch zu Sinnen und ließ sich von den Streckenposten helfen. Kovalainen wieder in ProblemenDen Schlusspunkt setzte wie schon am Vormittag Heikki Kovalainen (21./Caterham/+4,283) - diesmal allerdings nicht mit einem Motorschaden im Tunnel, sondern mit einem Ausritt in Mirabeau. Der Finne konnte im Gegensatz zu seinen Konkurrenten nicht weiterfahren, sodass die letzten Minuten der Session unter gelben Flaggen stattfanden. Landsmann Kimi Räikkönen trainierte in Session zwei umso fleißiger: 25 Runden, dreieinhalb Sekunden Rückstand, 20. Platz. Nur 25 Runden: Michael Schumacher trainierte weniger als alle anderen Fahrer © xpbimages.com "Der Lotus scheint ziemlich stark zu sein, was Traktion und mechanischen Grip angeht", analysiert Experte Alguersuari. "Dem stimme ich zu", meint der ehemalige Formel-1-Ingenieur Gary Anderson und ergänzt: "Button und Hamilton machten heute Morgen durch die Schwimmbad-Passage einen sehr starken Eindruck. Ich glaube, die werden mitmischen." Alguersuari rechnet außerdem mit Ferrari, rätselt aber: "Schwer zu sagen, wo Red Bull im Moment steht."
Positiv ist, dass alle komfortabel innerhalb der 107-Prozent-Zeit lagen, weniger positiv hingegen, dass niemand einen Longrun mit den roten Supersoft-Option-Pirellis fahren konnte. "Was den Abbau der Reifen angeht, wird es eine Reise ins Unbekannte", twittert Ferrari nach dem Training. "Niemand konnte Longruns fahren. Das ist ein weiteres Fragezeichen für das Rennen." Jetzt steht aber ohnehin erst einmal der Ruhetag auf dem Programm.
Geht es auch in den nächsten Jahren für die Formel 1 noch quer durch die Eifel? Zoom © HRT
(Motorsport-Total.com/SID) - Dank Sponsoren und des Entgegenkommens von Promoter Bernie Ecclestone hat die Formel 1 auf dem Nürburgring anscheinend doch noch eine Zukunft. "Wir können den Vertrag mit Ecclestone für die nächsten zehn Jahre, also über fünf Rennen, verlängern", sagt Kai Richter, einer der Streckenbetreiber, mit Blick auf die Hockenheim-Rotation. "Ein solches Ergebnis, wie wir es ausgehandelt haben, hat es noch nie für den Nürburgring gegeben", betont er. Richter nennt Details: "Weniger als zehn Millionen Euro sind als Beitrag des Landes für ein Rennen gefordert." Er und sein Mitgesellschafter beim Veranstalter-Unternehmen Rheinland-Pfalz Grand Prix, Jörg Lindner, erklären, sie hätten "in schwierigen Verhandlungen bei insgesamt vier Treffen" mit Ecclestone dieses "äußerst attraktive Ergebnis" erzielt. Möglich geworden sei es auch durch ein Gesamtpaket von nationalen Sponsoren und Investoren. Lindner verdeutlicht aber, dass der Vertrag mit Ecclestone bis Juni abgeschlossen werden müsse: "Sonst ist die Formel 1 weg. Für viele, viele Jahre." Ecclestone, der von einem "internen Problem mit den Promotern" spricht, äußert sich zu der Nürburgring-Frage gegenüber 'ESPNF1' wie folgt: "Ihr Vertrag lief aus, also werden wir ihn erneuern. Das passiert, sobald sie wissen, mit wem wir das tun können." Ecclestone zeigt sich kompromissbereit und schießt hinterher: "Ich mache es gern." Das Land Rheinland-Pfalz hatte Richter und Lindner wegen ausstehender Pachtzahlungen mit einer Räumungsklage gedroht. Eine Reaktion der Mainzer Landesregierung liegt bisher noch nicht vor.
Siegkandidat im Leitplanken-Dschungel? Hamilton fährt kalkulierter Zoom © xpbimages.com
Heiße Rennaction und viel Glamour: Bei Monaco und Lewis Hamilton scheint es sich um eine passende Synthese zu handeln. Nachdem das Rennen im Fürstentum dem Briten im vergangenen Jahr - unter anderem wegen zwei Durchfahrtsstrafen - völlig misslang, stehen die Vorzeichen 2012 besser. Denn der Vollblut-Racer Hamilton scheint kalkulierter und vorausschauender zu fahren denn je. In Spanien brachte ausgerechnet der als Reifenmörder verschrieene Ex-Weltmeister sein Auto als einziger Pilot mit einer Zwei-Stopp-Strategie ins Ziel. "Es ist eine Herausforderung, mit den Pirelli-Pneus klarzukommen", betont er gegenüber 'Autosport'. "Es gibt Momente, in denen mir das gelingt, und einige, in denen es das nicht tut. Aber 2008 war das nicht anders", so Hamilton. Es ist der Verweis auf die Saison, in der er auf Bridgestone-Reifen Weltmeister wurde - damals allerdings hatte der schonende Umgang mit dem Gummi noch nicht den Stellenwert, den er heute genießt. "Jeder hat Stärken und Schwächen. Zu meinen Vorzügen gehört es, eine schnelle Runde auf neuen Reifen zu fahren. Sie lange am Leben zu erhalten ist für mich eine Herausforderung", stellt Hamilton fest.
Gute Zeiten, schlechte Zeiten: Lewis Hamilton wirkt 2012 deutlich entspannter Zoom © xpbimages.com
Was ist bloß mit Lewis los? Diese Frage stellten sich die Formel-1-Fans im vergangenen Jahr gewiss mehr als einmal. Lewis Hamilton schien 2011 nämlich nicht in gewohnt bestechender Form zu fahren und wirkte oft abgelenkt. All dies ist nun aber Schnee von gestern, denn heute tritt der McLaren-Pilot wieder beschwingt und selbstsicher auf. Aber warum eigentlich? Hamilton geht auf Spurensuche. Der britische Rennfahrer hat sich in der Winterpause die Zeit genommen, um sich selbst und das Geschehene ausgiebig zu analysieren, wie er gegenüber 'Autosport' bestätigt. Gleichzeitig fasste Hamilton frischen Mut - und offensichtlich auch einige gute Vorsätze. "Es geht darum, dich richtig einzustellen", sagt Hamilton über seine Auszeit im Winter. Dabei war er augenscheinlich erfolgreich. Neben Fernando Alonso (Ferrari) ist Hamilton 2012 nämlich der einzige Fahrer im Starterfeld, der bisher in allen Rennen in den Punkten war. Die Konstanz, die im vergangenen Jahr so oft fehlte, scheint also vorhanden zu sein. Oder wie es Hamilton ausdrückt: "Du hoffst, nicht wieder in den gleichen Trott zu verfallen, sofern du dich im vergangenen Jahr in einem Trott befunden hast." "Es gab einfach ein paar Dinge in meinem Leben, die ich neu sortieren musste. Das brauchte seine Zeit. Jetzt passt alles, also bin ich ziemlich zufrieden. All das macht dieses Jahr umso schöner", sagt Hamilton. Familie, Freunde, Management, Team - Privat- und Rennfahrer-Leben verlaufen nun also wieder in geordneten Bahnen. Dieser Umstand ist auch den Formel-1-Beobachtern nicht entgangen. Coulthard bewundert die Wandlung HamiltonsDer ehemalige Formel-1-Pilot David Coulthard zeigt sich bei 'Autosport' beispielsweise hocherfreut über den "neuen Lewis" und sagt: "Lewis Hamilton fährt derzeit so gut wie eh und je - wenn nicht sogar besser als früher. Das ist schön zu sehen. Was hat sich verändert? Nun, ich denke, er ist über den Winter erwachsen geworden. Er hatte die Chance, über all dies nachzudenken", meint "DC". "Ich sehe einen deutlich kompletteren Rennfahrer als den Lewis von vor einem Jahr." David Coulthard "Das scheint er getan zu haben. Ich sehe einen deutlich kompletteren Rennfahrer als den Lewis von vor einem Jahr. Er hatte nie ein Problem mit seiner Geschwindigkeit, sondern schien nur abgelenkt zu sein. Das hat er nun offenbar im Griff. Und er macht keine Fehler. Dass er Jenson Button in Spanien vom letzten Startplatz aus geschlagen hat, ist ein gutes Beispiel dafür, wie stark Lewis 2012 auftritt." In der Tat, wie die bisherigen Ergebnisse unterstreichen. Auch McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh erkennt darin einen "anderen" Hamilton und merkt bei 'Autosport' an: "Die Leute verändern sich nicht von jetzt auf gleich, sondern ganz allmählich. Lewis glaubt an sich als einen großen Rennfahrer, weiß aber nun, dass im Leben nicht alles nach Plan läuft. Man lernt nach und nach, damit umzugehen." Wenn Rennfahrer unter Druck stehen ..."Und wir würden keinen Lewis wollen, der sich mit dem Zweitbesten zufriedengeben würde", meint Whitmarsh und stellt klar: "Wir wollen einen Lewis, der es auf Erfolge abgesehen hat, der sich als Zweiter nicht wohl fühlt, der alles bei sich, an seinem Auto, in seinem Team und in seinem Umfeld absolut perfekt haben will. Diese Entschlossenheit treibt ihn an." 2011 sah es noch ganz anders aus. "Wenn Rennfahrer unter Druck stehen, dann kann es sein, dass sie das Auto überfahren." Martin Whitmarsh Whitmarsh zeigt allerdings Verständnis für seinen Piloten und dessen vermeintlich schwieriges Jahr. "Wenn Rennfahrer unter Druck stehen, dann kann es sein, dass sie das Auto überfahren. Wenn sie dann auch noch an Selbstvertrauen eingebüßt haben, werden sie vielleicht noch ein bisschen mehr zurückhaltend. Lewis hat seine Fähigkeiten sicherlich nicht verloren", erläutert der Teamchef. "Seine Stimmung ist sehr positiv. Er hat dazugelernt und ist nun deutlich gefasster und glücklicher. Er weiß, er kann in diesem Jahr eine Weltmeisterschaft gewinnen", sagt Whitmarsh und Hamilton stimmt zu: "Ich versuche, zu gewinnen, und ich will gewinnen. Ich bin nicht zufrieden damit, in jedem Rennen nur Dritter zu werden. Der achte Platz beim jüngsten Rennen war auch nicht so toll", meint Hamilton. Der Sieg ist alles - oder etwa doch nicht?In Barcelona hatte der britische Rennfahrer aufgrund eines Teamfehlers von ganz hinten losfahren müssen, nachdem er sein Auto auf die Pole-Position gestellt hatte. Dergleichen wirft Hamilton in diesem Jahr aber nicht aus der Bahn, auch wenn er sagt: "Es ist immer eine Enttäuschung, wenn man Rückschritte macht. Du willst doch attackieren, überholen. Nur darum geht es im Motorsport." "Es könnte viel schlimmer sein." Lewis Hamilton "Es könnte aber viel schlimmer sein. Was all dies in eine Perspektive rückte, war, was ich auf den Philippinen gesehen habe. Dort gibt es Kinder, die gar nichts haben und in Papierhütten auf der Straße leben. Und hier sind wir in der Formel 1. Damit kann ich also gar nicht unzufrieden sein. Das ist die Perspektive, die ich in diesem Jahr habe: Es könnte viel schlimmer sein", hält Hamilton fest. "Ich will aber trotzdem immer Erster werden." Und das so schnell wie möglich - und mit McLaren, wo Hamilton noch bis zum Saisonende unter Vertrag steht. Mit dem "und dann?" hat er sich laut eigener Aussage aber "noch nicht" beschäftigt, sagt Hamilton bei 'Autosport'. Die Begründung klingt plausibel: "Wir haben es mit einer so fordernden Saison zu tun, da muss ich einfach konzentriert bleiben". McLaren will Hamilton halten"Wenn ich meinen Fokus verliere und deswegen einige Punkte einbüße, könnte ich mir das nie verzeihen. Ich muss halt eine Lücke finden. Ich brauche die Zeit, um mich mit meinem Manager hinzusetzen und darüber zu reden. Ich bat sie (das Management; Anm. d. Red.) aber schon darum, sich einmal ein paar Gedanken zu machen. Wann es so weit sein wird, weiß ich aber nicht." "Ja, wir wollen ihn behalten." Martin Whitmarsh "Es wird irgendwann in diesem Jahr passieren, denn ansonsten bin ich arbeitslos", meint Hamilton und grinst verschmitzt. So weit wird es bei einem der Topstars der Szene vermutlich nicht kommen, auch wenn die Verhandlungen mit McLaren wohl erst in den Sommermonaten an Fahrt aufnehmen. Und zur Not - das ist aus dem Fahrerlager zu hören - hätten auch andere Teams Interesse an ihm.
McLaren dürfte aber erst einmal auf der Pole-Position stehen. Darauf hofft sicher auch Whitmarsh, wenn er sagt: "Ja, wir wollen ihn behalten." Der Teamchef zeigt sich jedoch zurückhaltend: "Wie man sich vielleicht vorstellen kann, ist das eine vertrauliche Angelegenheit. Es wäre nicht angebracht, darüber zu sprechen. Wenn Lewis und McLaren etwas kundzutun haben, dann werden wir es schon sagen."
Valtteri Bottas überzeugt als Freitagstester von Williams Zoom © xpbimages.com
Williams gehört in dieser Saison zu den Teams, die im ersten Freien Training des Rennwochenendes eine Testfahrer zum Einsatz kommen lässt. Bei 14 der 20 Grand Prix sitzt am Freitagmorgen Valtteri Bottas im Auto von Bruno Senna. Der Finne, der im vergangenen Jahr Meister der GP3-Serie war, und auf den vor allem Williams-Teilhaber Toto Wolff große Stücke hält, soll so langsam an die Formel 1 herangeführt werden. Doch bisher verläuft die Lernkurve des 22-Jährigen recht steil. Bottas überzeugt durch fehlerfreie Runden und schnelle Zeiten. In Barcelona zeigte er als Fünftschnellster im ersten Freien Training erstmals das Potenzial des FW34 auf dem Circuit de Catalunya auf. "Ich bin wirklich zufrieden", wird Bottas von 'The National' zitiert. "Das Wichtigste ist, dass ich eine Menge gelernt habe und nach jedem Wochenende mehr dazulerne. Die Ziele, die ich mir setzte, hab ich erreicht, und ich habe einen gute Speed." Der Finne zeigt sich erstaunt über seine raschen Fortschritte. "Niemand hätte von mir erwartet, dass ich in den ersten Freien Training so schnell wäre - ich war selbst überrascht." In diesem Jahr konzentriert sich Bottas voll auf seine Testfahrerrolle beim Williams, Rennen fährt er nicht. Doch das soll sich spätestens 2013 ändern. "Als Rennfahrer will ich so schnell wie möglich ins Auto, ich hoffe, dass es im kommenden Jahr möglich ist. Dieses Jahr dient der Vorbereitung. Außerdem kann ich dem Team zeigen, dass ich es drauf habe." Auf Gerüchte, nach denen er schon in dieser Saison Bruno Senna im Renncockpit ablösen könnte, gibt Bottas jedoch nicht. "Nein, das ändert für mich nichts. Mein Ziel ist das Gleiche: Ich möchte dazulernen und an jedem Wochenende ein besserer Fahrer werden." Bereits am fünften Rennwochenende mit seinem Team hatte Bottas erstmal Grund zum Feiern. Der Sieg von Pastor Maldonado in Barcelona sorgte auch beim 22-Jährigen für Begeisterung. "Das war ein großartiges Gefühl. Ich sehe, wie hart sie arbeiten, es war ein hochverdienter Sieg. Natürlich war es auch für uns eine große Überraschung, niemand hätte das erwartet. So etwas habe ich noch nie erlebt. Nach dem Fallen der Zielflagge haben alle in die Hände geklatscht und sich umarmt. Das war ganz speziell." Sein Debüt im Formel-1-Auto gab der Finne im vergangenen Jahr beim Young-Driver-Test in Abu Dhabi. In dieser Saison können die Teams wählen, ob sie diesen Test nach dem Rennen in Silverstone oder gegen Ende der Saison nach dem Grand Prix von Abu Dhabi fahren wollen. Bottas würde sich für Letzteres entscheiden. "Wenn du in einer anderen Serie fährst, wäre es besser, wenn der Test am Ende der Saison wäre. Dann kommt es nicht zu Terminüberschneidungen."
Hamilton (rechts) hat von seinem Freund Rosberg einen neuen Eindruck gewonnen Zoom © xpbimages.com
Nico Rosberg verteidigte sich in Bahrain hart gegen Lewis Hamilton und Fernando Alonso, wurde dafür von den Rennkommissaren aber nicht sanktioniert. Hat er die Manöver unternommen, um das Vorurteil, er sei leicht zu überholen, zu zerstreuen? "Mir war das gar nicht bewusst", kommentiert Rosberg diese gewagte Spekulation gegenüber 'Autosport'. "Ich war eigentlich ganz zufrieden damit, wie ich in Bahrain Konkurrenten hinter mir gehalten habe", so der Wiesbadener weiter. Hamilton, ein Freund und Weggefährte Rosbergs, weiß, dass Fahrer in der Königsklasse durchaus einzuordnen sind. "Einige Piloten sind wirklich einfach zu überholen. Du weißt, das es kein Problem sein wird", meint der Brite, dem selbst wenig Scheu vor riskanten Manövern nachgesagt wird. "Bei anderen überlegst du dann, nicht anzugreifen, weil du weist, dass sie dir keinen Platz lassen", bemerkt der McLaren-Star. Ihr unbeabsichtigte Wirkung haben die Manöver Rosbergs jedenfalls nicht verfehlt. "Um ehrlich zu sein, hatte ich einen anderen Eindruck von Nicos Fahrweise bis zum Rennen in Bahrain. Danach hat er sich verändert", meint Hamilton. Der erste Sieg in der Formel 1 habe nichts mit der veränderten Gangart zu tun, betont Rosberg: "Es ist eine wunderbare Erinnerung und vielleicht bringt sie etwas mehr Motivation, weil ich sie wiederholen möchte", sagt er. Der Mercedes-Pilot begründet: "Ich war ja zuvor nicht von der Rolle. Ich war in einer sehr guten Position und davon überzeugt, dass der Sieg eines Tages kommen würde", so Rosberg. Am Ende der Fahnenstange sieht der 26-Jährige sich und sein Team aber noch lange nicht angekommen. "Der Grand-Prix-Erfolg war nicht unser Ziel. Unser Ziel ist es nach wie vor, die Besten zu sein", gibt er sich selbstbewusst.
Michael Schumacher und Norbert Haug besuchten Lukas Podolski im Trainingslager Zoom © Mercedes-Benz
Prominenten Besuch bekam gestern Morgen die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in ihrem Trainingslager im südfranzösischen Tourrettes. Die beiden Formel-1-Stars Michael Schumacher und Nico Rosberg waren wegen des Formel-1-Rennens in Monaco ebenfalls an der Cote d'Azur und haben den Jungs von Bundestrainer Joachim Löw für die EM in Polen und der Ukraine alles Gute gewünscht. Schumacher und Rosberg haben sich nebenbei auch noch als "Taxifahrer" betätigt und vier Spieler - sehr schnell - zum Training gefahren. Dass es dabei zu der Traumkonstellation der beiden "kölschen Jung" Schumi und Poldi kommen wird, war so gut wie sicher. Kaum war Schumi vor dem Mannschaftshotel vorgefahren, saß Lukas Podolski auch schon auf dem Beifahrersitz. Dabei waren natürlich der 1.FC Köln und der Abstieg aus der Fußball-Bundesliga sowie der Wechsel von "Prinz Poldi" zum englischen Club FC Arsenal das Hauptgesprächsthema. "Normal, wie das in Kölle nun mal so abgeht." Michael Schumacher "Normal, wie das in Kölle nun mal so abgeht", sagt Schumacher. "Ich bin zwar FC-Fan, und ich glaube Poldi wird den FC auch immer im Herzen bei sich tragen. Aber dennoch, der Sport ist der Sport, und jeder muss glaube ich seinen Weg gehen. Ich bin absolut sicher, dass das, was Poldi entschieden hat, das Richtige für ihn ist. Insofern werden wir in Zukunft dann eben Arsenal die Daumen drücken. Aber wir können auch Köln weiterhin die Daumen drücken." Podolski und seine Nationalmannschaftskollegen wollen nach zwei Niederlagen gegen Spanien bei großen Turnieren in diesem Jahr in Polen und der Ukraine endlich ein Turnier als Sieger beenden. "Auf jeden Fall ist unser Ziel der Titel", sagt Podolski, der sich dafür auch gerne bei seinem prominenten Chauffeur Ratschläge holt. "Michael hat ja schon sieben, was überragend ist. Den einen oder anderen Tipp hat er vielleicht, den er uns geben kann, wie man am Ende die letzten Prozent herausholen kann, damit wir nicht nur ins Halbfinale und Finale kommen, sondern auch am Ende den Titel in der Hand haben." Der Besuch der beiden Formel-1-Stars war für die Nationalspieler eine willkommen Abwechslung vom Trainingsalltag. "Klar, auf jeden Fall! Ich denke, wenn man jeden Tag zweimal Training hat und immer unterwegs ist, dann ist das Super", sagt Podolski. Auf die Frage, was Schumacher im Auto besser könne als er, antwortet der Fußballer: "Alles. War die einzige Antwort, die man geben kann." Dieser gab das Lob zurück und war zufrieden mit seinem fachkundigen Beifahrer: "Er war voll mit dabei und hat Anweisungen gegeben", sagt Schumacher. "Die Technik geht ja immer weiter bei den Autos. Das haben wir gerade besprochen, es gibt auch keine Handbremse wie früher, sondern einen Hebel an der Seite. Die Technik ist schon weit fortgeschritten. - Leider zu weit für den Spaß", bedauert der 43-Jährige.
Quelle: motorsport-total.com
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Brawn: Bloß keine Fehler
24.05.2012 - 11:29
Senna ist froh, in einem Formel-1-Auto nach Monaco zurückkehren zu dürfen Zoom © xpbimages.com
Senna und Monaco - diese Verbindung scheint in den Genen zu liegen, schließlich sagt ein erfreuter Bruno Senna nach dem Freien Training am Freitagnachmittag bei 'Sky Sports F1': "Es ist eine meiner Lieblingsstrecken." Auf einen motorsportlichen Besuch an der Cote d'Azur musste der Brasilianer, der das Renault-Cockpit in der vergangenen Saison erst im Herbst ergatterte, zwei Jahre warten. Die Wiedersehensfreude ist groß: "Schön, nach einer langen Zeit, in der ich hier nicht Formel 1 gefahren bin, zurückkehren zu können", meint Senna. Dass die Wetterbedingungen ziemlich wankelmütig waren, stört den 28-Jährigen nicht. "Am Nachmittag wollte sich der Regen nicht so wirklich entscheiden, ob er nun kommt oder nicht. Das hat es zu einer verrückten Session gemacht", erklärt er. Zuletzt raste Senna im Jahre 2010 durch das Fürstentum - damals noch auf Bridgestone-Pneus. "Mit den Pirelli-Reifen ist es eine ganz andere Erfahrung als damals im HRT", stellt er fest. Der Magie Monte Carlos kann sich der Träger eines großen Namens nicht entziehen. "Wenn du selbstbewusst und eins mit dem Autos bist, vergisst du alles um dich herum. Dann kommt die Rundenzeit ganz von alleine", schwärmt Senna. In der höchsten Nachwuchsklasse siegte der vor drei Jahren. "Ich erinnere mich noch gut an den GP2-Erfolg. Hoffentlich gelingt mir das ein weiteres Mal." Sechs Siege des berühmten Onkels Ayrton verpflichten: "Wir haben hier so viel Geschichte geschrieben. Glücklicherweise auch ich mit meinem GP2-Sieg - aber die Formel 1 ist das, was zählt", blickt Senna voraus.
Der große Sir Frank Williams kann seit dem Sieg in Barcelona wieder lachen Zoom © Williams
Mit 70 Jahren ist Frank Williams der älteste Teamchef der Formel 1, aber während der 68-jährige Peter Sauber schon seinen Rücktritt mit Jahresende angekündigt hat, will der an den Rollstuhl gefesselte Brite noch nicht loslassen. Zwar zieht er sich schrittweise aus dem Tagesgeschäft zurückziehen - ein Prozess, der bereits eingeleitet wurde -, aber vorerst möchte er weiterhin an der Spitze des Rennstalls bleiben. Dass er seinen Sitz im Vorstand an Tochter Claire übergeben hat, ändere "nichts", denn: "All die Einzelpersonen mit ihren aufgeteilten Verantwortungsbereichen machen einen super Job. Ich bin aber immer noch kontrollierender Mehrheitseigentümer und Teamchef", stellt Williams im Interview mit dem 'Telegraph' klar. "Jemand muss zu mir kommen und mir sagen: 'Frank, du vergisst zu viel' oder 'Frank, du stehst langsam im Weg'." Williams sieht die Zeit noch nicht gekommenDas sei momentan noch nicht der Fall, meint der liebevoll "Rollstuhlgeneral" genannte Brite und widerspricht damit Kritikern, die nur hinter vorgehaltener Hand flüstern, dass sein Gesundheitszustand schon bald einen Wechsel erforderlich machen könnte. Würdest du dann zurücktreten, Frank? "Wenn ich wirklich glauben würde, dass ich die Dinge aufhalte, dann ja", sagt er. "Aber ich glaube nicht, dass es schon so weit ist." Teamintern war Adam Parr derjenige, der in den vergangenen Jahren den besten Draht zu Williams hatte, aber der Vorstandsvorsitzende musste im Zuge der Concorde-Verhandlungen mit Bernie Ecclestone gehen. Die neue Garde um Claire Williams und Großaktionär Toto Wolff steht schon eher für die nächste Generation. Wolff freute sich zuletzt in Barcelona "rasend, dass Frank das miterleben kann". Gemeint war der erste Sieg seit acht Jahren. Auch sonst gönnt man Williams die Rückkehr auf die Siegerstraße. Viele sind der Meinung: Es wäre ein unwürdiger Abgang eines großen Mannes gewesen, wenn Williams bis zu seinem endgültigen Rücktritt jahrelang sieglos geblieben wäre. "Er ist einer der Besten in unserem Zirkus, ein harter Kerl, ein Kämpfer", lobt Gerhard Berger. "Wir haben alle riesigen Respekt vor ihm, sind alle Fans von ihm. Und wir alle haben ein bisschen gelitten, als er immer mehr ins Hintertreffen geraten ist." Berger freut sich auch für Landsmann WolffFranks Tochter Claire Williams im Gespräch mit Bernie Ecclestone © xpbimages.com "Den letzten Sieg habe ich ihm sehr gegönnt - und das auch noch zu seinem Geburtstag! Das war wirklich toll", sagt Berger. "Ich freue mich auch für Toto Wolff, der als Österreicher jetzt Miteigentümer in dem Team ist. Ich glaube, die sind auf einem guten Weg. Die machen in diesem Jahr schon die ganze Zeit eine gute Figur. Und Maldonado scheint ein Treffer zu sein. Aber dafür hatte Frank immer schon ein Näschen." Die Frage ist: Wie lange noch? Der Racing-Virus lässt den 70-Jährigen jedenfalls nicht los: "Ich bin immer noch renn- und geschwindigkeitsverrückt", gibt der seit einem Vierteljahrhundert querschnittgelähmte Gründer des dritterfolgreichsten Formel-1-Teams aller Zeiten zu. "Seitlich mit 140 km/h durch eine Kurve zu rutschen, packt mich. Die Weltmeisterschaft nicht zu gewinnen, ist eher Nebensache. Es geht mir ums Racing."
Gerhard Berger hat Pastor Maldonado auch in Monaco auf der Rechnung Zoom © xpbimages.com
Gerhard Berger übt zwar keine offizieller Funktion mehr in der Formel 1 aus, dennoch ist er ein gern gesehener Gast im Fahrerlager. An diesem Wochenende sind dabei die Wege für den Österreicher recht kurz, denn wie viele der Piloten lebt er in Monaco. Berger kennt die Formel 1 sowohl aus der Perspektive des Fahrers als auch aus dem Blickwinkel von der Boxengasse aus, wo er als Motorsport-Direktor von BMW und Mitinhaber von Toro Rosso am Kommandostand saß. Doch an ein Rennjahr wie 2012 kann sich der 52-Jährige spontan auch nicht erinnern. "Es ist bisher eine ganz besondere Saison. Bei jedem Rennen gibt es einen anderen Sieger", sagt Berger im Gespräch mit 'SkySportsF1'. "Wir sehen einen sehr starken Williams, einen starken Sauber, einen sehr konkurrenzfähigen Ferrari. Vettel und Alonso führen die WM an. Es ist eine völlig andere Saison als in den vergangenen Jahren." In einer ohnehin turbulenten Saison, in der die Vorhersage des Sieger vor dem Rennwochenende kaum möglich ist, folgt nun mit Monaco ein Grand Prix, der von sich aus schon unberechenbar ist. Auch Berger freut sich auf das Rennen an der Cote d'Azur. "Jetzt kommen wir hier nach Monaco und es wird sehr interessant sein zu sehen, war hier alles zusammenbekommt." Doch der Österreicher ist sich schon jetzt sicher, welche Piloten im Kampf um den Sieg eine Rolle spielen werden. "Alonso wird einer derjenigen sein, die um den Sieg mitkämpfen. Hamilton, Alonso, Rosberg, und auch Maldonado dürfen wir nicht vergessen. Er war mit jedem Auto schnell, mit dem er hier gefahren ist", erinnert Berger an Maldonados Glanzleistungen in der GP2. "Vielleicht wird er auch an diesem Wochenende wieder eine Rolle spielen." Beeindruckender ist für Berger aber einer der Piloten seines ehemaligen Teams. "Ein großer Faktor bei Ferrari ist Alonso", sagt der 52-Jährige. "Er ist einer der besten, wenn nicht sogar der beste Fahrer im Feld. Er macht einen unglaublichen Job. Er fährt ständig am Limit, egal ob im Freien Training, Qualifying oder im Rennen. Er ist eine Garantie für gute Resultate. Aber Ferrari hat einen Schritt nach vorne gemacht. Vor allem beim vergangenen Rennen, aber auch heute Morgen. Er ist in guter Form." Sein ehemaliger Schützling Sebastian Vettel, mit dem Berger 2008 in Monza den Sieg bei Toro Rosso feiert, sticht in dieser Saison trotz der Sieges in Bahrain nicht so heraus wie noch im Vorjahr. Für Berger eine Folge der aktuellen Entwicklung der Formel 1. "Eine dominierende Rolle gibt es in diesem Jahr nicht", sagt der Österreicher bei den deutschen Kollegen von 'Sky Sport'. "Aber letztendlich führt Sebastian immer noch in der Weltmeisterschaft." Daran wird sich nach Ansicht von Berger auch bis zum Ende der Saison nichts ändern. "Sie sind immer dabei und werden am Ende auch wieder mitkämpfen." Die unberechenbare Formel 1 2012, die bei manchem Beobachter für Verwirrung, sorgt bei Berger, der nurmehr die Rolle des Zuschauers innehat, für Begeisterung. "Für uns Fans ist es natürlich besser, wenn es knapper zugeht, als wenn einer vorne wegfährt."
Jean-Eric Vergne konnte seine "Angst" vor der Strecke schnell ablegen Zoom © xpbimages.com
Das Toro-Rosso-Team bezeichnete den ersten Tag zum Großen Preis von Monaco als "eher frustrierend". Zum einen musste man den Neulingen in erster Linie Fahrzeit auf der Strecke geben, sodass man nicht viel am Setup arbeiten konnte. Zum anderen kam natürlich noch das wechselhafte Wetter hinzu. Am Ende fuhr Jean-Eric Vergne auf Platz 16 der schnellsten Zeiten des Tages, 2,463 Sekunden hinter Jenson Button und 0,043 Sekunden vor Teamkollege Daniel Ricciardo, der Position 17 auf der Liste der schnellsten Zeiten belegt. "Für mich war es hier das erste Mal in einem Formel-1-Auto", so Vergne. "Ich habe es wirklich genossen. Da ich im vergangenen Jahr in der World Series in Monaco nicht besonders gut unterwegs war, war ich bezüglich des heutigen Tages ein wenig besorgt, auch wenn ich mich auf die neue Erfahrung freute und nicht wusste, was ich zu erwarten habe." "Meiner Meinung nach sieht meine Leistung im Vergleich zu der meines Teamkollegen gut aus, schließlich hat Daniel auf dieser Strecke zwei Rennen in der World Series gewonnen und er hat vergangenes Jahr im Formel-1-Auto etwas Trainingszeit gehabt. So gesehen bin ich ganz glücklich und habe das Gefühl, dass die Rundenzeit nicht wichtig war, besonders da ich in etwas Verkehr geriet und meine letzte Runde in der Boxengasse beendete." "Mit der Balance des Autos bin ich relativ zufrieden, welche wir noch etwas verfeinern können. Ich benötige jedoch noch etwas mehr Zeit, um mich selbst an den Kurs anzupassen, selbst wenn ich gern im Nassen gefahren bin. Ich fühle mich vorbereitet, egal, auf welche Bedingungen wir im Verlauf des restlichen Wochenendes treffen sollten." "Aufgrund des Wetters am Nachmittag liefen die Dinge nicht ganz so reibungslos, wie wir dies geplant hatten", so Ricciardo. "Wir waren nicht in der Lage, alles auszuprobieren, was wir uns erhofft hatten." "Es ist aus diesem Grund etwas frustrierend, besonders da wir morgen einen freien Tag haben. Ich würde es vorziehen zu fahren, aber es ist womöglich eine gute Sache, denn wir können wirklich darüber nachdenken, was wir brauchen, um nach vorne zu kommen." "Es gibt auch ein paar Gebiete, auf denen wir uns verbessern müssen, und ich bin mir sicher, dass sich unsere Leistung komplett verändern wird, wenn wir das in den Griff bekommen. Hoffentlich werden wir am Samstag ein gutes Qualifying haben." "Alles in allem war dies ein eher frustrierender Tag", so Chefingenieur Laurent Mekies. "Denn die Streckenbedingungen waren während der Einheit am Nachmittag ziemlich wechselhaft." "Angesichts der Tatsache, dass Daniel vergangenes Jahr lediglich im 1. Freien Training für uns gefahren ist und Jean-Eric hier noch nie in einem Formel-1-Auto unterwegs war, lag der Hauptfokus des Tages darauf, beiden Fahrern auf dieser einzigartigen Strecke so viel Zeit zu geben wie nur möglich."
"Aus diesem Grund waren wir am Vormittag die ersten, welche aus den Boxen fuhren, denn wir wollten sie in den richtigen Rhythmus bringen. Dieser Teil unseres Planes verlief erfolgreich. Sie schienen die Erfahrung genossen zu haben. Wir haben auch am Nachmittag trotz der wechselhaften Bedingungen versucht, jede Menge Runden zu fahren." "Aber alles in allem haben wir in Bezug auf die übliche Arbeit am Setup des Autos nicht so viel erreicht. Abgesehen davon hatten wir einen problemlosen Tag und die Fahrer leisteten sich keinerlei Fehler. Aufgrund des unglücklichen Zeitplans dieser Veranstaltung haben wir morgen einen ganzen Tag, an dem wir darüber nachdenken können, wie wir das Auto für den Rest des Wochenendes verbessern können."
Kamui Kobayashi ist mit seinem Sauber noch nicht restlos glücklich Zoom © xpbimages.com
Starker Trainingsauftakt in Monaco für das Sauber-Team. Während Sergio Perez im Gesamtergebnis auf den beachtlichen fünften Platz fuhr, kam Teamkollege Kamui Kobayashi, der kein Fan des engen Kurses im Fürstentum ist, immerhin auf den neunten Gesamtrang. Auf die Bestzeit von McLaren-Pilot Jenson Button fehlten ihm 1,292 Sekunden. Dennoch erlebte der Japaner, der in Spanien großartiger Fünfter wurde, keinen problemlosen Trainingsstart. Er klagt gegenüber 'Sky Sports' über mangelnden Abtrieb: "Ich verwende den gleichen Unterboden wie mein Teamkollege, aber im Vergleich zu ihm vermissen wir aus einem unbekannten Grund etwas Abtrieb. Aus diesem Grund hatten wir hier ein paar Probleme." Das Team wechselte daher auf den Ersatz-Unterboden. Auch die Umstände machen es dem Sauber-Piloten nicht leicht: "Die Strecke ist immer ziemlich schmutzig - es ist sehr rutschig. Daher ist es immer sehr schwierig, das richtige Setup zu finden, aber ich denke, dass es in Ordnung ist. Wir sind nicht so weit weg. Am Samstag werden wir dann sehen, was das Wetter macht. Die Streckenbedingungen sind hier an diesem Wochenende eine ziemliche Unbekannte - und das macht es sehr knifflig." Obwohl am Freitag für die Formel-1-Piloten Ruhetag ist, wurde Kobayashi von seinem Team eingeteilt: "Ich habe einen etwas seltsamen Zeitplan. Es gibt eine Autogrammstunde an der Strecke, was eine Überraschung ist. Ich muss also leider zur Strecke kommen." Obwohl er den Kurs nicht für eine wirkliche Formel-1-Strecke hält, kann er dem Rennen etwas abgewinnen: "In Monaco ist die Aufregung immer sehr groß - und das ist gut für die Formel 1."
Hat Fahrer noch nie mit Samthandschuhen angefasst: Frank Williams Zoom © xpbimages.com
Bruno Sennas Stuhl bei Williams wackelt nach dem Sieg von Pastor Maldonado beim Spanien-Grand-Prix bedenklich. Und der Teamchef rüttelt weiter am Sitz des Brasilianers: "Bruno muss jetzt antworten", zitiert die britische Tageszeitung "The Telegraph" Frank Williams und findet gewohnt deutliche Worte: "Maldos (Maldonados, Anm. d. Red.) Erfolg sollte für ihn ein Tritt in den Hintern sein." Williams, der sich von den starken Leitungen des Venezolaners überrascht zeigt, redet auch bei den Finanzen nicht lange um den heißen Brei herum. "Völlig unpolitisch, aber er bringt eine nützliche Menge an Sponsorengeldern mit." Insider beziffern diese "nützliche" Summe auf rund 30 Millionen britische Pfund, die Caracas staatlicher Ölkonzern PDVSA auf das Williams-Konto überweist. Die Maldonado zugeschriebene Favoritenrolle - er hat in Monaco mit Ausnahme der Königsklasse in allen Serien, die er gefahren ist, bereits gewonnen - will Williams nicht bestätigen. "Die Formel 1 ist böse. Wenn du den kleinsten Fehler machst, bist du tot. Es ist das beste, bescheiden zu sein", so Sir Frank.
Frank Williams wollte sein Team in der Notlage nicht im Stich lassen Zoom © Williams
Die Formel 1 gilt als zerstrittener Haufen. Missgunst und Misstrauen, Spionage und Tricksereien gehören im Fahrerlager zur Tagesordnung. Doch wenn es zu Katastrophen kommt, dann rückt die Königsklasse des Motorsports zusammen. Bestes Beispiel dafür ist der Feuerunfall in der Williams-Box, der das Sensationsteam nach dem Überraschungsteam hart getroffen hat. "Ich habe die Zeit nach dem Rennen genossen, war in der Garage und blieb stehen, um mit jemandem zu sprechen, als es zu meiner Rechten etwas zerrissen hat", erinnert sich Teamchef Frank Williams gegenüber dem 'Telegraph' an den folgenschweren Knall. "Sofort breiteten sich schwarze Rauchwolken aus." Eine brenzlige Situation für den Querschnitt-gelähmten Teamboss. Doch sein Betreuer reagierte rasch. "Schnell wie der Blitz wurde ich aus der Box gerollt", erzählt er. Dabei war ihm dies zunächst gar nicht recht: "Ich schrie: 'Michael, du musst verdammt noch mal stehenbleiben. Ich sollte eigentlich die Leitung übernehmen, und kann mich nicht einfach aus dem Staub machen." Williams wollte zurück in die BoxSein Betreuer folgte dem Befehl des Chefs und schob den "Rollstuhl-General" wieder in Richtung Box. "Aber ich konnte dort nicht viel tun", erkannte Williams. Doch was war passiert? Williams-Mitbesitzer Christian "Toto" Wolff gibt gegenüber 'Sky' Einblicke: "Eine Funkstation aus Plastik, wo die Funkgeräte dran hängen, ist geschmolzen und hat zu dieser Rauchentwicklung geführt." Die Ursache dafür ist noch immer nicht ganz klar, wie Wolff erklärt: "Es wird immer noch analysiert, aber vermutlich war es eine statische Entladung, wie sie jeden Tag passieren kann, wenn wir jemandem die Hand schütteln und wir einen Schlag kriegen. Diese statische Entladung hat Dämpfe entzündet, und dann ist ein Fass in die Luft geflogen. Das ist extrem unüblich, wie ich gehört habe, aber es kann passieren." Gesamtes Fahrerlager kämpfte gegen FlammenAls das Feuer ausbrach, half plötzlich fast gesamte Fahrerlager mit, eine Katastrophe zu verhindern. Mechaniker unterschiedlicher Teams nahmen ihre Feuerlöscher und bekämpften die Flammen. "Es gehört einiges an Mut dazu, sich da hineinzustürzen, vor allem, wenn es nicht einmal das eigene Team ist", zollt der Österreicher den Helfern seine Anerkennung. "Es zeigt, wie die Mannschaften da zusammenhalten. Das war das die schöne Seite an der Tragödie." Toto Wolff glaubt, dass es einen balalen Grund für den Unfall geben könnte © xpbimages.com Freilich hätte aber auch ihr eigenes Team betroffen sein können, hätte man das Feuer nicht unter Kontrolle gebracht. "Sie wussten, dass sie helfen müssen, denn sonst hätte das Feuer auch auf andere Boxen übergreifen können", meint Wolff. Inzwischen wird nur noch ein Williams-Teammitglied im Krankenhaus behandelt - der Mitarbeiter leidet an Verbrennungen an Händen und Füßen. "Er wird nächste Woche aus dem Krankenhaus entlassen - also sind wir mit dem Schrecken davongekommen", ist Wolff froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist. "Er hat einen starken Charakter", stellt Williams klar, dass es seinem Teammitglied den Umständen entsprechend gut geht. "Er wird zurückkommen, wenn es für ihn passt - in einem Monat oder zwei." Williams bedankt sich für HilfeAuch der 70-jährige Brite zeigt sich vom Zusammenhalt im Fahrerlager angetan: "Es hat mich sehr glücklich gemacht, als ich im Nachhinein gehört habe, dass jeder Feuerlöscher im Fahrer von fast jedem Team benutzt wurde. Die Reaktion war außergewöhnlich, wirklich überwältigend."
Damit war es aber nicht getan, denn auch nach dem gelöschten Brand zeigten die anderen Teams ihre Hilfsbereitschaft. "Alle Teams sagten zu mir: 'Was auch immer ihr braucht - wir werden euch helfen'", erinnert sich die lebende Formel-1-Legende. "Ich weiß nicht genau, was wir angenommen haben, aber ich habe darum gebeten, dass eine Liste angefertigt wird. Meine Hauptaufgabe in Monaco ist es, alle Teamchefs zu treffen, ihnen zu danken und zurückzuzahlen, was auch immer sie uns gegeben haben."
Jenson Button sicherte sich die Bestzeit am ersten Trainingstag in Monaco Zoom © xpbimages.com
Am Vormittag war es zwar noch trocken, aber wirklich aussagekräftig war das Ergebnis des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco nicht, und auch die zweite Session im Fürstentum an der Cote d'Azur ließ keine echten Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis an diesem Wochenende zu. Schuld daran war Regen im zweiten Freien Training in Monte Carlo. "Diese Bedingungen sind sehr schwierig für uns", meinte Force-India-Teammanager Andy Stevenson nach knapp einer halben Stunde der geplanten 90 Minuten. "Die Strecke ist zu feucht, um konstruktiv zu fahren, aber nicht nass genug für Intermediates. Da wäre mir stärkerer Regen sogar lieber, denn laut Wettervorhersage soll es am Wochenende regnen. So könnten die Fahrer zumindest ein paar Runden trainieren, um sich an die Bedingungen zu gewöhnen." Button-Bestzeit auf weichen ReifenEin Wunsch, der nicht in Erfüllung gehen sollte, denn erst trocknete es ein bisschen ab, ehe es wieder zu regnen begann - beim zweiten Mal etwas stärker. Von da an waren die gleich zu Beginn erzielten Zeiten in Stein gemeißelt. Jenson Buttons Bestzeit von 1:15.746 Minuten war jedoch kaum aussagekräftig, schließlich hatte der McLaren-Pilot noch vor einsetzendem Regen als einer der wenigen Piloten eine volle Runde auf den weicheren Supersoft-Pirellis zurückgelegt. Der Lotus von Romain Grosjean hinterließ heute einen sehr starken Eindruck © xpbimages.com "Wir sind heute für einen Donnerstag in Monaco nicht viel gefahren. Hoffentlich wird das Wetter am Samstag ein bisschen besser", seufzt der Tagesschnellste, der es insgesamt auf 30 Umläufe brachte, 17 davon am Nachmittag. Zweiter wurde Romain Grosjean (Lotus), der mit seiner spektakulären Fahrweise immer wieder in Richtung Leitplanken driftete, aber jeden einzelnen Rutscher gekonnt abfangen konnte. Rückstand: 0,392 Sekunden. Allerdings absolvierte Grosjean seinen gezeiteten Run noch auf der härteren Reifenmischung, "und die ist um ungefähr eine Sekunde langsamer als die weiche", analysiert Formel-1-Experte Marc Surer. Eigentlich also ein gutes Zeichen für das Lotus-Team, dem die meisten Beobachter an diesem Wochenende eine starke Performance zutrauen, aber andererseits ist das Ergebnis wegen des Wetters und unterschiedlicher Benzinmengen noch verzerrter als sonst am ersten Trainingstag. Massa in FP2 schneller als AlonsoFelipe Massa gewann das Ferrari-Stallduell am Nachmittag gegen Fernando Alonso, in der Gesamtwertung belegte Alonso aber mit 0,519 Sekunden Rückstand den dritten Platz - seine Bestzeit vom Vormittag konnte er in der zweiten Session nicht mehr unterbieten. In der inoffiziellen Regenwertung belegte Massa sogar den zweiten Platz, zwei Zehntelsekunden hinter Sergio Perez (5./Sauber/+0,965), der auf nasser Strecke in 1:26.6 Minuten am schnellsten war. Nur diese fünf Fahrer lagen am Ende des Donnerstags innerhalb von einer Sekunde. Monaco-Spezialist Lewis Hamilton (McLaren), Barcelona-Sieger Pastor Maldonado (Williams), Nico Rosberg (Mercedes), Kamui Kobayashi (Sauber) und Mark Webber (Red Bull) komplettierten die Top 10. Vorjahressieger Sebastian Vettel wurde eineinhalb Sekunden hinter der Spitze und 74 Tausendstelsekunden hinter Teamkollege Webber Elfter. Marko klagt über schlechtes Wetter"Wir hätten einige Änderungen am Auto. Da ist es natürlich schade, wenn man die Zeit jetzt auf keine Weise nützen kann", bedauert Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko. "Es war zu wenig nass für Intermediate- oder Regenreifen, aber nass genug, um Erkenntnisse unmöglich zu machen. Es hängt nur hier über der Rennstrecke eine Wolke, der Rest ist laut Radar in Ordnung. Heutzutage sind die Wetterprognosen sehr gut. Wir müssen schon mit eher schlechtem Wetter rechnen." Im feuchten Teil der zweiten Session war niemand schneller als Sergio Perez © xpbimages.com Am meisten trainierten im Regen die Toro-Rosso-Junioren - niemand war so fleißig wie Vergne/Ricciardo, die es als 16. und 17. auf insgesamt 101 Runden brachten. "Im Nassen zu fahren, ist immer wichtig", erklärt Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari. "Wenn es im Qualifying das gleiche Wetter hat, weißt du, wie sich das Auto verhält. Die Strecke ist natürlich rutschig, aber es ist wichtig, zu trainieren. Nur so findest du heraus, wo es rutschig ist und wo es Grip hat."
Offensichtlich keinen Grip hatte es in der Bremszone vor der Mirabeau-Kurve, in der in den letzten Minuten beide Williams-Piloten, Perez und Massa Bekanntschaft mit der Auslaufzone machten. Der Crew von Maldonado dürfte das Herz stehen geblieben sein, als der Venezolaner in dem schmalen Notausgang mit einem Burnout wenden wollte, doch kurz vor dem Einschlag in die Leitplanken kam er dann doch zu Sinnen und ließ sich von den Streckenposten helfen. Kovalainen wieder in ProblemenDen Schlusspunkt setzte wie schon am Vormittag Heikki Kovalainen (21./Caterham/+4,283) - diesmal allerdings nicht mit einem Motorschaden im Tunnel, sondern mit einem Ausritt in Mirabeau. Der Finne konnte im Gegensatz zu seinen Konkurrenten nicht weiterfahren, sodass die letzten Minuten der Session unter gelben Flaggen stattfanden. Landsmann Kimi Räikkönen trainierte in Session zwei umso fleißiger: 25 Runden, dreieinhalb Sekunden Rückstand, 20. Platz. Nur 25 Runden: Michael Schumacher trainierte weniger als alle anderen Fahrer © xpbimages.com "Der Lotus scheint ziemlich stark zu sein, was Traktion und mechanischen Grip angeht", analysiert Experte Alguersuari. "Dem stimme ich zu", meint der ehemalige Formel-1-Ingenieur Gary Anderson und ergänzt: "Button und Hamilton machten heute Morgen durch die Schwimmbad-Passage einen sehr starken Eindruck. Ich glaube, die werden mitmischen." Alguersuari rechnet außerdem mit Ferrari, rätselt aber: "Schwer zu sagen, wo Red Bull im Moment steht."
Positiv ist, dass alle komfortabel innerhalb der 107-Prozent-Zeit lagen, weniger positiv hingegen, dass niemand einen Longrun mit den roten Supersoft-Option-Pirellis fahren konnte. "Was den Abbau der Reifen angeht, wird es eine Reise ins Unbekannte", twittert Ferrari nach dem Training. "Niemand konnte Longruns fahren. Das ist ein weiteres Fragezeichen für das Rennen." Jetzt steht aber ohnehin erst einmal der Ruhetag auf dem Programm.
Geht es auch in den nächsten Jahren für die Formel 1 noch quer durch die Eifel? Zoom © HRT
(Motorsport-Total.com/SID) - Dank Sponsoren und des Entgegenkommens von Promoter Bernie Ecclestone hat die Formel 1 auf dem Nürburgring anscheinend doch noch eine Zukunft. "Wir können den Vertrag mit Ecclestone für die nächsten zehn Jahre, also über fünf Rennen, verlängern", sagt Kai Richter, einer der Streckenbetreiber, mit Blick auf die Hockenheim-Rotation. "Ein solches Ergebnis, wie wir es ausgehandelt haben, hat es noch nie für den Nürburgring gegeben", betont er. Richter nennt Details: "Weniger als zehn Millionen Euro sind als Beitrag des Landes für ein Rennen gefordert." Er und sein Mitgesellschafter beim Veranstalter-Unternehmen Rheinland-Pfalz Grand Prix, Jörg Lindner, erklären, sie hätten "in schwierigen Verhandlungen bei insgesamt vier Treffen" mit Ecclestone dieses "äußerst attraktive Ergebnis" erzielt. Möglich geworden sei es auch durch ein Gesamtpaket von nationalen Sponsoren und Investoren. Lindner verdeutlicht aber, dass der Vertrag mit Ecclestone bis Juni abgeschlossen werden müsse: "Sonst ist die Formel 1 weg. Für viele, viele Jahre." Ecclestone, der von einem "internen Problem mit den Promotern" spricht, äußert sich zu der Nürburgring-Frage gegenüber 'ESPNF1' wie folgt: "Ihr Vertrag lief aus, also werden wir ihn erneuern. Das passiert, sobald sie wissen, mit wem wir das tun können." Ecclestone zeigt sich kompromissbereit und schießt hinterher: "Ich mache es gern." Das Land Rheinland-Pfalz hatte Richter und Lindner wegen ausstehender Pachtzahlungen mit einer Räumungsklage gedroht. Eine Reaktion der Mainzer Landesregierung liegt bisher noch nicht vor.
Siegkandidat im Leitplanken-Dschungel? Hamilton fährt kalkulierter Zoom © xpbimages.com
Heiße Rennaction und viel Glamour: Bei Monaco und Lewis Hamilton scheint es sich um eine passende Synthese zu handeln. Nachdem das Rennen im Fürstentum dem Briten im vergangenen Jahr - unter anderem wegen zwei Durchfahrtsstrafen - völlig misslang, stehen die Vorzeichen 2012 besser. Denn der Vollblut-Racer Hamilton scheint kalkulierter und vorausschauender zu fahren denn je. In Spanien brachte ausgerechnet der als Reifenmörder verschrieene Ex-Weltmeister sein Auto als einziger Pilot mit einer Zwei-Stopp-Strategie ins Ziel. "Es ist eine Herausforderung, mit den Pirelli-Pneus klarzukommen", betont er gegenüber 'Autosport'. "Es gibt Momente, in denen mir das gelingt, und einige, in denen es das nicht tut. Aber 2008 war das nicht anders", so Hamilton. Es ist der Verweis auf die Saison, in der er auf Bridgestone-Reifen Weltmeister wurde - damals allerdings hatte der schonende Umgang mit dem Gummi noch nicht den Stellenwert, den er heute genießt. "Jeder hat Stärken und Schwächen. Zu meinen Vorzügen gehört es, eine schnelle Runde auf neuen Reifen zu fahren. Sie lange am Leben zu erhalten ist für mich eine Herausforderung", stellt Hamilton fest.
Gute Zeiten, schlechte Zeiten: Lewis Hamilton wirkt 2012 deutlich entspannter Zoom © xpbimages.com
Was ist bloß mit Lewis los? Diese Frage stellten sich die Formel-1-Fans im vergangenen Jahr gewiss mehr als einmal. Lewis Hamilton schien 2011 nämlich nicht in gewohnt bestechender Form zu fahren und wirkte oft abgelenkt. All dies ist nun aber Schnee von gestern, denn heute tritt der McLaren-Pilot wieder beschwingt und selbstsicher auf. Aber warum eigentlich? Hamilton geht auf Spurensuche. Der britische Rennfahrer hat sich in der Winterpause die Zeit genommen, um sich selbst und das Geschehene ausgiebig zu analysieren, wie er gegenüber 'Autosport' bestätigt. Gleichzeitig fasste Hamilton frischen Mut - und offensichtlich auch einige gute Vorsätze. "Es geht darum, dich richtig einzustellen", sagt Hamilton über seine Auszeit im Winter. Dabei war er augenscheinlich erfolgreich. Neben Fernando Alonso (Ferrari) ist Hamilton 2012 nämlich der einzige Fahrer im Starterfeld, der bisher in allen Rennen in den Punkten war. Die Konstanz, die im vergangenen Jahr so oft fehlte, scheint also vorhanden zu sein. Oder wie es Hamilton ausdrückt: "Du hoffst, nicht wieder in den gleichen Trott zu verfallen, sofern du dich im vergangenen Jahr in einem Trott befunden hast." "Es gab einfach ein paar Dinge in meinem Leben, die ich neu sortieren musste. Das brauchte seine Zeit. Jetzt passt alles, also bin ich ziemlich zufrieden. All das macht dieses Jahr umso schöner", sagt Hamilton. Familie, Freunde, Management, Team - Privat- und Rennfahrer-Leben verlaufen nun also wieder in geordneten Bahnen. Dieser Umstand ist auch den Formel-1-Beobachtern nicht entgangen. Coulthard bewundert die Wandlung HamiltonsDer ehemalige Formel-1-Pilot David Coulthard zeigt sich bei 'Autosport' beispielsweise hocherfreut über den "neuen Lewis" und sagt: "Lewis Hamilton fährt derzeit so gut wie eh und je - wenn nicht sogar besser als früher. Das ist schön zu sehen. Was hat sich verändert? Nun, ich denke, er ist über den Winter erwachsen geworden. Er hatte die Chance, über all dies nachzudenken", meint "DC". "Ich sehe einen deutlich kompletteren Rennfahrer als den Lewis von vor einem Jahr." David Coulthard "Das scheint er getan zu haben. Ich sehe einen deutlich kompletteren Rennfahrer als den Lewis von vor einem Jahr. Er hatte nie ein Problem mit seiner Geschwindigkeit, sondern schien nur abgelenkt zu sein. Das hat er nun offenbar im Griff. Und er macht keine Fehler. Dass er Jenson Button in Spanien vom letzten Startplatz aus geschlagen hat, ist ein gutes Beispiel dafür, wie stark Lewis 2012 auftritt." In der Tat, wie die bisherigen Ergebnisse unterstreichen. Auch McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh erkennt darin einen "anderen" Hamilton und merkt bei 'Autosport' an: "Die Leute verändern sich nicht von jetzt auf gleich, sondern ganz allmählich. Lewis glaubt an sich als einen großen Rennfahrer, weiß aber nun, dass im Leben nicht alles nach Plan läuft. Man lernt nach und nach, damit umzugehen." Wenn Rennfahrer unter Druck stehen ..."Und wir würden keinen Lewis wollen, der sich mit dem Zweitbesten zufriedengeben würde", meint Whitmarsh und stellt klar: "Wir wollen einen Lewis, der es auf Erfolge abgesehen hat, der sich als Zweiter nicht wohl fühlt, der alles bei sich, an seinem Auto, in seinem Team und in seinem Umfeld absolut perfekt haben will. Diese Entschlossenheit treibt ihn an." 2011 sah es noch ganz anders aus. "Wenn Rennfahrer unter Druck stehen, dann kann es sein, dass sie das Auto überfahren." Martin Whitmarsh Whitmarsh zeigt allerdings Verständnis für seinen Piloten und dessen vermeintlich schwieriges Jahr. "Wenn Rennfahrer unter Druck stehen, dann kann es sein, dass sie das Auto überfahren. Wenn sie dann auch noch an Selbstvertrauen eingebüßt haben, werden sie vielleicht noch ein bisschen mehr zurückhaltend. Lewis hat seine Fähigkeiten sicherlich nicht verloren", erläutert der Teamchef. "Seine Stimmung ist sehr positiv. Er hat dazugelernt und ist nun deutlich gefasster und glücklicher. Er weiß, er kann in diesem Jahr eine Weltmeisterschaft gewinnen", sagt Whitmarsh und Hamilton stimmt zu: "Ich versuche, zu gewinnen, und ich will gewinnen. Ich bin nicht zufrieden damit, in jedem Rennen nur Dritter zu werden. Der achte Platz beim jüngsten Rennen war auch nicht so toll", meint Hamilton. Der Sieg ist alles - oder etwa doch nicht?In Barcelona hatte der britische Rennfahrer aufgrund eines Teamfehlers von ganz hinten losfahren müssen, nachdem er sein Auto auf die Pole-Position gestellt hatte. Dergleichen wirft Hamilton in diesem Jahr aber nicht aus der Bahn, auch wenn er sagt: "Es ist immer eine Enttäuschung, wenn man Rückschritte macht. Du willst doch attackieren, überholen. Nur darum geht es im Motorsport." "Es könnte viel schlimmer sein." Lewis Hamilton "Es könnte aber viel schlimmer sein. Was all dies in eine Perspektive rückte, war, was ich auf den Philippinen gesehen habe. Dort gibt es Kinder, die gar nichts haben und in Papierhütten auf der Straße leben. Und hier sind wir in der Formel 1. Damit kann ich also gar nicht unzufrieden sein. Das ist die Perspektive, die ich in diesem Jahr habe: Es könnte viel schlimmer sein", hält Hamilton fest. "Ich will aber trotzdem immer Erster werden." Und das so schnell wie möglich - und mit McLaren, wo Hamilton noch bis zum Saisonende unter Vertrag steht. Mit dem "und dann?" hat er sich laut eigener Aussage aber "noch nicht" beschäftigt, sagt Hamilton bei 'Autosport'. Die Begründung klingt plausibel: "Wir haben es mit einer so fordernden Saison zu tun, da muss ich einfach konzentriert bleiben". McLaren will Hamilton halten"Wenn ich meinen Fokus verliere und deswegen einige Punkte einbüße, könnte ich mir das nie verzeihen. Ich muss halt eine Lücke finden. Ich brauche die Zeit, um mich mit meinem Manager hinzusetzen und darüber zu reden. Ich bat sie (das Management; Anm. d. Red.) aber schon darum, sich einmal ein paar Gedanken zu machen. Wann es so weit sein wird, weiß ich aber nicht." "Ja, wir wollen ihn behalten." Martin Whitmarsh "Es wird irgendwann in diesem Jahr passieren, denn ansonsten bin ich arbeitslos", meint Hamilton und grinst verschmitzt. So weit wird es bei einem der Topstars der Szene vermutlich nicht kommen, auch wenn die Verhandlungen mit McLaren wohl erst in den Sommermonaten an Fahrt aufnehmen. Und zur Not - das ist aus dem Fahrerlager zu hören - hätten auch andere Teams Interesse an ihm.
McLaren dürfte aber erst einmal auf der Pole-Position stehen. Darauf hofft sicher auch Whitmarsh, wenn er sagt: "Ja, wir wollen ihn behalten." Der Teamchef zeigt sich jedoch zurückhaltend: "Wie man sich vielleicht vorstellen kann, ist das eine vertrauliche Angelegenheit. Es wäre nicht angebracht, darüber zu sprechen. Wenn Lewis und McLaren etwas kundzutun haben, dann werden wir es schon sagen."
Valtteri Bottas überzeugt als Freitagstester von Williams Zoom © xpbimages.com
Williams gehört in dieser Saison zu den Teams, die im ersten Freien Training des Rennwochenendes eine Testfahrer zum Einsatz kommen lässt. Bei 14 der 20 Grand Prix sitzt am Freitagmorgen Valtteri Bottas im Auto von Bruno Senna. Der Finne, der im vergangenen Jahr Meister der GP3-Serie war, und auf den vor allem Williams-Teilhaber Toto Wolff große Stücke hält, soll so langsam an die Formel 1 herangeführt werden. Doch bisher verläuft die Lernkurve des 22-Jährigen recht steil. Bottas überzeugt durch fehlerfreie Runden und schnelle Zeiten. In Barcelona zeigte er als Fünftschnellster im ersten Freien Training erstmals das Potenzial des FW34 auf dem Circuit de Catalunya auf. "Ich bin wirklich zufrieden", wird Bottas von 'The National' zitiert. "Das Wichtigste ist, dass ich eine Menge gelernt habe und nach jedem Wochenende mehr dazulerne. Die Ziele, die ich mir setzte, hab ich erreicht, und ich habe einen gute Speed." Der Finne zeigt sich erstaunt über seine raschen Fortschritte. "Niemand hätte von mir erwartet, dass ich in den ersten Freien Training so schnell wäre - ich war selbst überrascht." In diesem Jahr konzentriert sich Bottas voll auf seine Testfahrerrolle beim Williams, Rennen fährt er nicht. Doch das soll sich spätestens 2013 ändern. "Als Rennfahrer will ich so schnell wie möglich ins Auto, ich hoffe, dass es im kommenden Jahr möglich ist. Dieses Jahr dient der Vorbereitung. Außerdem kann ich dem Team zeigen, dass ich es drauf habe." Auf Gerüchte, nach denen er schon in dieser Saison Bruno Senna im Renncockpit ablösen könnte, gibt Bottas jedoch nicht. "Nein, das ändert für mich nichts. Mein Ziel ist das Gleiche: Ich möchte dazulernen und an jedem Wochenende ein besserer Fahrer werden." Bereits am fünften Rennwochenende mit seinem Team hatte Bottas erstmal Grund zum Feiern. Der Sieg von Pastor Maldonado in Barcelona sorgte auch beim 22-Jährigen für Begeisterung. "Das war ein großartiges Gefühl. Ich sehe, wie hart sie arbeiten, es war ein hochverdienter Sieg. Natürlich war es auch für uns eine große Überraschung, niemand hätte das erwartet. So etwas habe ich noch nie erlebt. Nach dem Fallen der Zielflagge haben alle in die Hände geklatscht und sich umarmt. Das war ganz speziell." Sein Debüt im Formel-1-Auto gab der Finne im vergangenen Jahr beim Young-Driver-Test in Abu Dhabi. In dieser Saison können die Teams wählen, ob sie diesen Test nach dem Rennen in Silverstone oder gegen Ende der Saison nach dem Grand Prix von Abu Dhabi fahren wollen. Bottas würde sich für Letzteres entscheiden. "Wenn du in einer anderen Serie fährst, wäre es besser, wenn der Test am Ende der Saison wäre. Dann kommt es nicht zu Terminüberschneidungen."
Hamilton (rechts) hat von seinem Freund Rosberg einen neuen Eindruck gewonnen Zoom © xpbimages.com
Nico Rosberg verteidigte sich in Bahrain hart gegen Lewis Hamilton und Fernando Alonso, wurde dafür von den Rennkommissaren aber nicht sanktioniert. Hat er die Manöver unternommen, um das Vorurteil, er sei leicht zu überholen, zu zerstreuen? "Mir war das gar nicht bewusst", kommentiert Rosberg diese gewagte Spekulation gegenüber 'Autosport'. "Ich war eigentlich ganz zufrieden damit, wie ich in Bahrain Konkurrenten hinter mir gehalten habe", so der Wiesbadener weiter. Hamilton, ein Freund und Weggefährte Rosbergs, weiß, dass Fahrer in der Königsklasse durchaus einzuordnen sind. "Einige Piloten sind wirklich einfach zu überholen. Du weißt, das es kein Problem sein wird", meint der Brite, dem selbst wenig Scheu vor riskanten Manövern nachgesagt wird. "Bei anderen überlegst du dann, nicht anzugreifen, weil du weist, dass sie dir keinen Platz lassen", bemerkt der McLaren-Star. Ihr unbeabsichtigte Wirkung haben die Manöver Rosbergs jedenfalls nicht verfehlt. "Um ehrlich zu sein, hatte ich einen anderen Eindruck von Nicos Fahrweise bis zum Rennen in Bahrain. Danach hat er sich verändert", meint Hamilton. Der erste Sieg in der Formel 1 habe nichts mit der veränderten Gangart zu tun, betont Rosberg: "Es ist eine wunderbare Erinnerung und vielleicht bringt sie etwas mehr Motivation, weil ich sie wiederholen möchte", sagt er. Der Mercedes-Pilot begründet: "Ich war ja zuvor nicht von der Rolle. Ich war in einer sehr guten Position und davon überzeugt, dass der Sieg eines Tages kommen würde", so Rosberg. Am Ende der Fahnenstange sieht der 26-Jährige sich und sein Team aber noch lange nicht angekommen. "Der Grand-Prix-Erfolg war nicht unser Ziel. Unser Ziel ist es nach wie vor, die Besten zu sein", gibt er sich selbstbewusst.
Michael Schumacher und Norbert Haug besuchten Lukas Podolski im Trainingslager Zoom © Mercedes-Benz
Prominenten Besuch bekam gestern Morgen die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in ihrem Trainingslager im südfranzösischen Tourrettes. Die beiden Formel-1-Stars Michael Schumacher und Nico Rosberg waren wegen des Formel-1-Rennens in Monaco ebenfalls an der Cote d'Azur und haben den Jungs von Bundestrainer Joachim Löw für die EM in Polen und der Ukraine alles Gute gewünscht. Schumacher und Rosberg haben sich nebenbei auch noch als "Taxifahrer" betätigt und vier Spieler - sehr schnell - zum Training gefahren. Dass es dabei zu der Traumkonstellation der beiden "kölschen Jung" Schumi und Poldi kommen wird, war so gut wie sicher. Kaum war Schumi vor dem Mannschaftshotel vorgefahren, saß Lukas Podolski auch schon auf dem Beifahrersitz. Dabei waren natürlich der 1.FC Köln und der Abstieg aus der Fußball-Bundesliga sowie der Wechsel von "Prinz Poldi" zum englischen Club FC Arsenal das Hauptgesprächsthema. "Normal, wie das in Kölle nun mal so abgeht." Michael Schumacher "Normal, wie das in Kölle nun mal so abgeht", sagt Schumacher. "Ich bin zwar FC-Fan, und ich glaube Poldi wird den FC auch immer im Herzen bei sich tragen. Aber dennoch, der Sport ist der Sport, und jeder muss glaube ich seinen Weg gehen. Ich bin absolut sicher, dass das, was Poldi entschieden hat, das Richtige für ihn ist. Insofern werden wir in Zukunft dann eben Arsenal die Daumen drücken. Aber wir können auch Köln weiterhin die Daumen drücken." Podolski und seine Nationalmannschaftskollegen wollen nach zwei Niederlagen gegen Spanien bei großen Turnieren in diesem Jahr in Polen und der Ukraine endlich ein Turnier als Sieger beenden. "Auf jeden Fall ist unser Ziel der Titel", sagt Podolski, der sich dafür auch gerne bei seinem prominenten Chauffeur Ratschläge holt. "Michael hat ja schon sieben, was überragend ist. Den einen oder anderen Tipp hat er vielleicht, den er uns geben kann, wie man am Ende die letzten Prozent herausholen kann, damit wir nicht nur ins Halbfinale und Finale kommen, sondern auch am Ende den Titel in der Hand haben." Der Besuch der beiden Formel-1-Stars war für die Nationalspieler eine willkommen Abwechslung vom Trainingsalltag. "Klar, auf jeden Fall! Ich denke, wenn man jeden Tag zweimal Training hat und immer unterwegs ist, dann ist das Super", sagt Podolski. Auf die Frage, was Schumacher im Auto besser könne als er, antwortet der Fußballer: "Alles. War die einzige Antwort, die man geben kann." Dieser gab das Lob zurück und war zufrieden mit seinem fachkundigen Beifahrer: "Er war voll mit dabei und hat Anweisungen gegeben", sagt Schumacher. "Die Technik geht ja immer weiter bei den Autos. Das haben wir gerade besprochen, es gibt auch keine Handbremse wie früher, sondern einen Hebel an der Seite. Die Technik ist schon weit fortgeschritten. - Leider zu weit für den Spaß", bedauert der 43-Jährige.
Michael Schumacher und Mercedes nehmen in Monaco Kurs auf gute Resultate Zoom © xpbimages.com
Wie stark ist Mercedes beim Stadtrennen in Monte Carlo? Eine Antwort auf diese Frage kann Ross Brawn derzeit noch nicht geben. Der britische Teamchef des deutschen Werksteams zeigt sich aber recht zuversichtlich, dass Nico Rosberg und Michael Schumacher im Fürstentum an der Côte d'Azur eine gute Leistung erbringen können. Allerdings nur sofern Mercedes dort keine Fehler unterlaufen. "Wir haben zwei großartige Fahrer und unser Auto ist ebenfalls ziemlich gut, denken wir. Wir müssen aber alles richtig hinbekommen. Es geht darum, ein Programm zu haben, das von Donnerstag bis Sonntag flüssig läuft. Alles hat nämlich eine Konsequenz", sagt Brawn bei 'Autosport'. "Machst du etwas falsch, verlierst du Streckenzeit. Das rächt sich. Du musst also von Anfang an am Ball bleiben." "Und wenn du auf der Strecke bist, bekommst du automatisch mit, wie sich der Kurs entwickelt. Wenn wir also ein gutes Wochenende haben, sollten wir konkurrenzfähig sein", erklärt Brawn. Die Reifen von Pirelli nehmen dabei offenbar einmal mehr eine Schlüsselrolle ein, doch auch die Abstimmung des Fahrzeugs könnte sich entscheidend auswirken. Kann Mercedes da seine Stärken ausspielen? Brawn zeigt sich vorsichtig optimistisch: "Wir waren bisher generell im langsamen und mittelschnellen Bereich der Strecken besser als im richtig schnellen Bereich. Die Teams gehen beim Setup aber auch unterschiedliche Kompromisse ein. Hier werden jedoch alle auf geringe bis mittlere Geschwindigkeiten getrimmt sein. Unser Vorteil ist deshalb vielleicht nicht so groß, weil sich alle darauf einstellen."
Quelle: motorsport-total.com
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Formel-1-Projekt auf Mallorca gestorben
24.05.2012 - 11:25
Senna ist froh, in einem Formel-1-Auto nach Monaco zurückkehren zu dürfen Zoom © xpbimages.com
Senna und Monaco - diese Verbindung scheint in den Genen zu liegen, schließlich sagt ein erfreuter Bruno Senna nach dem Freien Training am Freitagnachmittag bei 'Sky Sports F1': "Es ist eine meiner Lieblingsstrecken." Auf einen motorsportlichen Besuch an der Cote d'Azur musste der Brasilianer, der das Renault-Cockpit in der vergangenen Saison erst im Herbst ergatterte, zwei Jahre warten. Die Wiedersehensfreude ist groß: "Schön, nach einer langen Zeit, in der ich hier nicht Formel 1 gefahren bin, zurückkehren zu können", meint Senna. Dass die Wetterbedingungen ziemlich wankelmütig waren, stört den 28-Jährigen nicht. "Am Nachmittag wollte sich der Regen nicht so wirklich entscheiden, ob er nun kommt oder nicht. Das hat es zu einer verrückten Session gemacht", erklärt er. Zuletzt raste Senna im Jahre 2010 durch das Fürstentum - damals noch auf Bridgestone-Pneus. "Mit den Pirelli-Reifen ist es eine ganz andere Erfahrung als damals im HRT", stellt er fest. Der Magie Monte Carlos kann sich der Träger eines großen Namens nicht entziehen. "Wenn du selbstbewusst und eins mit dem Autos bist, vergisst du alles um dich herum. Dann kommt die Rundenzeit ganz von alleine", schwärmt Senna. In der höchsten Nachwuchsklasse siegte der vor drei Jahren. "Ich erinnere mich noch gut an den GP2-Erfolg. Hoffentlich gelingt mir das ein weiteres Mal." Sechs Siege des berühmten Onkels Ayrton verpflichten: "Wir haben hier so viel Geschichte geschrieben. Glücklicherweise auch ich mit meinem GP2-Sieg - aber die Formel 1 ist das, was zählt", blickt Senna voraus.
Der große Sir Frank Williams kann seit dem Sieg in Barcelona wieder lachen Zoom © Williams
Mit 70 Jahren ist Frank Williams der älteste Teamchef der Formel 1, aber während der 68-jährige Peter Sauber schon seinen Rücktritt mit Jahresende angekündigt hat, will der an den Rollstuhl gefesselte Brite noch nicht loslassen. Zwar zieht er sich schrittweise aus dem Tagesgeschäft zurückziehen - ein Prozess, der bereits eingeleitet wurde -, aber vorerst möchte er weiterhin an der Spitze des Rennstalls bleiben. Dass er seinen Sitz im Vorstand an Tochter Claire übergeben hat, ändere "nichts", denn: "All die Einzelpersonen mit ihren aufgeteilten Verantwortungsbereichen machen einen super Job. Ich bin aber immer noch kontrollierender Mehrheitseigentümer und Teamchef", stellt Williams im Interview mit dem 'Telegraph' klar. "Jemand muss zu mir kommen und mir sagen: 'Frank, du vergisst zu viel' oder 'Frank, du stehst langsam im Weg'." Williams sieht die Zeit noch nicht gekommenDas sei momentan noch nicht der Fall, meint der liebevoll "Rollstuhlgeneral" genannte Brite und widerspricht damit Kritikern, die nur hinter vorgehaltener Hand flüstern, dass sein Gesundheitszustand schon bald einen Wechsel erforderlich machen könnte. Würdest du dann zurücktreten, Frank? "Wenn ich wirklich glauben würde, dass ich die Dinge aufhalte, dann ja", sagt er. "Aber ich glaube nicht, dass es schon so weit ist." Teamintern war Adam Parr derjenige, der in den vergangenen Jahren den besten Draht zu Williams hatte, aber der Vorstandsvorsitzende musste im Zuge der Concorde-Verhandlungen mit Bernie Ecclestone gehen. Die neue Garde um Claire Williams und Großaktionär Toto Wolff steht schon eher für die nächste Generation. Wolff freute sich zuletzt in Barcelona "rasend, dass Frank das miterleben kann". Gemeint war der erste Sieg seit acht Jahren. Auch sonst gönnt man Williams die Rückkehr auf die Siegerstraße. Viele sind der Meinung: Es wäre ein unwürdiger Abgang eines großen Mannes gewesen, wenn Williams bis zu seinem endgültigen Rücktritt jahrelang sieglos geblieben wäre. "Er ist einer der Besten in unserem Zirkus, ein harter Kerl, ein Kämpfer", lobt Gerhard Berger. "Wir haben alle riesigen Respekt vor ihm, sind alle Fans von ihm. Und wir alle haben ein bisschen gelitten, als er immer mehr ins Hintertreffen geraten ist." Berger freut sich auch für Landsmann WolffFranks Tochter Claire Williams im Gespräch mit Bernie Ecclestone © xpbimages.com "Den letzten Sieg habe ich ihm sehr gegönnt - und das auch noch zu seinem Geburtstag! Das war wirklich toll", sagt Berger. "Ich freue mich auch für Toto Wolff, der als Österreicher jetzt Miteigentümer in dem Team ist. Ich glaube, die sind auf einem guten Weg. Die machen in diesem Jahr schon die ganze Zeit eine gute Figur. Und Maldonado scheint ein Treffer zu sein. Aber dafür hatte Frank immer schon ein Näschen." Die Frage ist: Wie lange noch? Der Racing-Virus lässt den 70-Jährigen jedenfalls nicht los: "Ich bin immer noch renn- und geschwindigkeitsverrückt", gibt der seit einem Vierteljahrhundert querschnittgelähmte Gründer des dritterfolgreichsten Formel-1-Teams aller Zeiten zu. "Seitlich mit 140 km/h durch eine Kurve zu rutschen, packt mich. Die Weltmeisterschaft nicht zu gewinnen, ist eher Nebensache. Es geht mir ums Racing."
Gerhard Berger hat Pastor Maldonado auch in Monaco auf der Rechnung Zoom © xpbimages.com
Gerhard Berger übt zwar keine offizieller Funktion mehr in der Formel 1 aus, dennoch ist er ein gern gesehener Gast im Fahrerlager. An diesem Wochenende sind dabei die Wege für den Österreicher recht kurz, denn wie viele der Piloten lebt er in Monaco. Berger kennt die Formel 1 sowohl aus der Perspektive des Fahrers als auch aus dem Blickwinkel von der Boxengasse aus, wo er als Motorsport-Direktor von BMW und Mitinhaber von Toro Rosso am Kommandostand saß. Doch an ein Rennjahr wie 2012 kann sich der 52-Jährige spontan auch nicht erinnern. "Es ist bisher eine ganz besondere Saison. Bei jedem Rennen gibt es einen anderen Sieger", sagt Berger im Gespräch mit 'SkySportsF1'. "Wir sehen einen sehr starken Williams, einen starken Sauber, einen sehr konkurrenzfähigen Ferrari. Vettel und Alonso führen die WM an. Es ist eine völlig andere Saison als in den vergangenen Jahren." In einer ohnehin turbulenten Saison, in der die Vorhersage des Sieger vor dem Rennwochenende kaum möglich ist, folgt nun mit Monaco ein Grand Prix, der von sich aus schon unberechenbar ist. Auch Berger freut sich auf das Rennen an der Cote d'Azur. "Jetzt kommen wir hier nach Monaco und es wird sehr interessant sein zu sehen, war hier alles zusammenbekommt." Doch der Österreicher ist sich schon jetzt sicher, welche Piloten im Kampf um den Sieg eine Rolle spielen werden. "Alonso wird einer derjenigen sein, die um den Sieg mitkämpfen. Hamilton, Alonso, Rosberg, und auch Maldonado dürfen wir nicht vergessen. Er war mit jedem Auto schnell, mit dem er hier gefahren ist", erinnert Berger an Maldonados Glanzleistungen in der GP2. "Vielleicht wird er auch an diesem Wochenende wieder eine Rolle spielen." Beeindruckender ist für Berger aber einer der Piloten seines ehemaligen Teams. "Ein großer Faktor bei Ferrari ist Alonso", sagt der 52-Jährige. "Er ist einer der besten, wenn nicht sogar der beste Fahrer im Feld. Er macht einen unglaublichen Job. Er fährt ständig am Limit, egal ob im Freien Training, Qualifying oder im Rennen. Er ist eine Garantie für gute Resultate. Aber Ferrari hat einen Schritt nach vorne gemacht. Vor allem beim vergangenen Rennen, aber auch heute Morgen. Er ist in guter Form." Sein ehemaliger Schützling Sebastian Vettel, mit dem Berger 2008 in Monza den Sieg bei Toro Rosso feiert, sticht in dieser Saison trotz der Sieges in Bahrain nicht so heraus wie noch im Vorjahr. Für Berger eine Folge der aktuellen Entwicklung der Formel 1. "Eine dominierende Rolle gibt es in diesem Jahr nicht", sagt der Österreicher bei den deutschen Kollegen von 'Sky Sport'. "Aber letztendlich führt Sebastian immer noch in der Weltmeisterschaft." Daran wird sich nach Ansicht von Berger auch bis zum Ende der Saison nichts ändern. "Sie sind immer dabei und werden am Ende auch wieder mitkämpfen." Die unberechenbare Formel 1 2012, die bei manchem Beobachter für Verwirrung, sorgt bei Berger, der nurmehr die Rolle des Zuschauers innehat, für Begeisterung. "Für uns Fans ist es natürlich besser, wenn es knapper zugeht, als wenn einer vorne wegfährt."
Jean-Eric Vergne konnte seine "Angst" vor der Strecke schnell ablegen Zoom © xpbimages.com
Das Toro-Rosso-Team bezeichnete den ersten Tag zum Großen Preis von Monaco als "eher frustrierend". Zum einen musste man den Neulingen in erster Linie Fahrzeit auf der Strecke geben, sodass man nicht viel am Setup arbeiten konnte. Zum anderen kam natürlich noch das wechselhafte Wetter hinzu. Am Ende fuhr Jean-Eric Vergne auf Platz 16 der schnellsten Zeiten des Tages, 2,463 Sekunden hinter Jenson Button und 0,043 Sekunden vor Teamkollege Daniel Ricciardo, der Position 17 auf der Liste der schnellsten Zeiten belegt. "Für mich war es hier das erste Mal in einem Formel-1-Auto", so Vergne. "Ich habe es wirklich genossen. Da ich im vergangenen Jahr in der World Series in Monaco nicht besonders gut unterwegs war, war ich bezüglich des heutigen Tages ein wenig besorgt, auch wenn ich mich auf die neue Erfahrung freute und nicht wusste, was ich zu erwarten habe." "Meiner Meinung nach sieht meine Leistung im Vergleich zu der meines Teamkollegen gut aus, schließlich hat Daniel auf dieser Strecke zwei Rennen in der World Series gewonnen und er hat vergangenes Jahr im Formel-1-Auto etwas Trainingszeit gehabt. So gesehen bin ich ganz glücklich und habe das Gefühl, dass die Rundenzeit nicht wichtig war, besonders da ich in etwas Verkehr geriet und meine letzte Runde in der Boxengasse beendete." "Mit der Balance des Autos bin ich relativ zufrieden, welche wir noch etwas verfeinern können. Ich benötige jedoch noch etwas mehr Zeit, um mich selbst an den Kurs anzupassen, selbst wenn ich gern im Nassen gefahren bin. Ich fühle mich vorbereitet, egal, auf welche Bedingungen wir im Verlauf des restlichen Wochenendes treffen sollten." "Aufgrund des Wetters am Nachmittag liefen die Dinge nicht ganz so reibungslos, wie wir dies geplant hatten", so Ricciardo. "Wir waren nicht in der Lage, alles auszuprobieren, was wir uns erhofft hatten." "Es ist aus diesem Grund etwas frustrierend, besonders da wir morgen einen freien Tag haben. Ich würde es vorziehen zu fahren, aber es ist womöglich eine gute Sache, denn wir können wirklich darüber nachdenken, was wir brauchen, um nach vorne zu kommen." "Es gibt auch ein paar Gebiete, auf denen wir uns verbessern müssen, und ich bin mir sicher, dass sich unsere Leistung komplett verändern wird, wenn wir das in den Griff bekommen. Hoffentlich werden wir am Samstag ein gutes Qualifying haben." "Alles in allem war dies ein eher frustrierender Tag", so Chefingenieur Laurent Mekies. "Denn die Streckenbedingungen waren während der Einheit am Nachmittag ziemlich wechselhaft." "Angesichts der Tatsache, dass Daniel vergangenes Jahr lediglich im 1. Freien Training für uns gefahren ist und Jean-Eric hier noch nie in einem Formel-1-Auto unterwegs war, lag der Hauptfokus des Tages darauf, beiden Fahrern auf dieser einzigartigen Strecke so viel Zeit zu geben wie nur möglich."
"Aus diesem Grund waren wir am Vormittag die ersten, welche aus den Boxen fuhren, denn wir wollten sie in den richtigen Rhythmus bringen. Dieser Teil unseres Planes verlief erfolgreich. Sie schienen die Erfahrung genossen zu haben. Wir haben auch am Nachmittag trotz der wechselhaften Bedingungen versucht, jede Menge Runden zu fahren." "Aber alles in allem haben wir in Bezug auf die übliche Arbeit am Setup des Autos nicht so viel erreicht. Abgesehen davon hatten wir einen problemlosen Tag und die Fahrer leisteten sich keinerlei Fehler. Aufgrund des unglücklichen Zeitplans dieser Veranstaltung haben wir morgen einen ganzen Tag, an dem wir darüber nachdenken können, wie wir das Auto für den Rest des Wochenendes verbessern können."
Kamui Kobayashi ist mit seinem Sauber noch nicht restlos glücklich Zoom © xpbimages.com
Starker Trainingsauftakt in Monaco für das Sauber-Team. Während Sergio Perez im Gesamtergebnis auf den beachtlichen fünften Platz fuhr, kam Teamkollege Kamui Kobayashi, der kein Fan des engen Kurses im Fürstentum ist, immerhin auf den neunten Gesamtrang. Auf die Bestzeit von McLaren-Pilot Jenson Button fehlten ihm 1,292 Sekunden. Dennoch erlebte der Japaner, der in Spanien großartiger Fünfter wurde, keinen problemlosen Trainingsstart. Er klagt gegenüber 'Sky Sports' über mangelnden Abtrieb: "Ich verwende den gleichen Unterboden wie mein Teamkollege, aber im Vergleich zu ihm vermissen wir aus einem unbekannten Grund etwas Abtrieb. Aus diesem Grund hatten wir hier ein paar Probleme." Das Team wechselte daher auf den Ersatz-Unterboden. Auch die Umstände machen es dem Sauber-Piloten nicht leicht: "Die Strecke ist immer ziemlich schmutzig - es ist sehr rutschig. Daher ist es immer sehr schwierig, das richtige Setup zu finden, aber ich denke, dass es in Ordnung ist. Wir sind nicht so weit weg. Am Samstag werden wir dann sehen, was das Wetter macht. Die Streckenbedingungen sind hier an diesem Wochenende eine ziemliche Unbekannte - und das macht es sehr knifflig." Obwohl am Freitag für die Formel-1-Piloten Ruhetag ist, wurde Kobayashi von seinem Team eingeteilt: "Ich habe einen etwas seltsamen Zeitplan. Es gibt eine Autogrammstunde an der Strecke, was eine Überraschung ist. Ich muss also leider zur Strecke kommen." Obwohl er den Kurs nicht für eine wirkliche Formel-1-Strecke hält, kann er dem Rennen etwas abgewinnen: "In Monaco ist die Aufregung immer sehr groß - und das ist gut für die Formel 1."
Hat Fahrer noch nie mit Samthandschuhen angefasst: Frank Williams Zoom © xpbimages.com
Bruno Sennas Stuhl bei Williams wackelt nach dem Sieg von Pastor Maldonado beim Spanien-Grand-Prix bedenklich. Und der Teamchef rüttelt weiter am Sitz des Brasilianers: "Bruno muss jetzt antworten", zitiert die britische Tageszeitung "The Telegraph" Frank Williams und findet gewohnt deutliche Worte: "Maldos (Maldonados, Anm. d. Red.) Erfolg sollte für ihn ein Tritt in den Hintern sein." Williams, der sich von den starken Leitungen des Venezolaners überrascht zeigt, redet auch bei den Finanzen nicht lange um den heißen Brei herum. "Völlig unpolitisch, aber er bringt eine nützliche Menge an Sponsorengeldern mit." Insider beziffern diese "nützliche" Summe auf rund 30 Millionen britische Pfund, die Caracas staatlicher Ölkonzern PDVSA auf das Williams-Konto überweist. Die Maldonado zugeschriebene Favoritenrolle - er hat in Monaco mit Ausnahme der Königsklasse in allen Serien, die er gefahren ist, bereits gewonnen - will Williams nicht bestätigen. "Die Formel 1 ist böse. Wenn du den kleinsten Fehler machst, bist du tot. Es ist das beste, bescheiden zu sein", so Sir Frank.
Frank Williams wollte sein Team in der Notlage nicht im Stich lassen Zoom © Williams
Die Formel 1 gilt als zerstrittener Haufen. Missgunst und Misstrauen, Spionage und Tricksereien gehören im Fahrerlager zur Tagesordnung. Doch wenn es zu Katastrophen kommt, dann rückt die Königsklasse des Motorsports zusammen. Bestes Beispiel dafür ist der Feuerunfall in der Williams-Box, der das Sensationsteam nach dem Überraschungsteam hart getroffen hat. "Ich habe die Zeit nach dem Rennen genossen, war in der Garage und blieb stehen, um mit jemandem zu sprechen, als es zu meiner Rechten etwas zerrissen hat", erinnert sich Teamchef Frank Williams gegenüber dem 'Telegraph' an den folgenschweren Knall. "Sofort breiteten sich schwarze Rauchwolken aus." Eine brenzlige Situation für den Querschnitt-gelähmten Teamboss. Doch sein Betreuer reagierte rasch. "Schnell wie der Blitz wurde ich aus der Box gerollt", erzählt er. Dabei war ihm dies zunächst gar nicht recht: "Ich schrie: 'Michael, du musst verdammt noch mal stehenbleiben. Ich sollte eigentlich die Leitung übernehmen, und kann mich nicht einfach aus dem Staub machen." Williams wollte zurück in die BoxSein Betreuer folgte dem Befehl des Chefs und schob den "Rollstuhl-General" wieder in Richtung Box. "Aber ich konnte dort nicht viel tun", erkannte Williams. Doch was war passiert? Williams-Mitbesitzer Christian "Toto" Wolff gibt gegenüber 'Sky' Einblicke: "Eine Funkstation aus Plastik, wo die Funkgeräte dran hängen, ist geschmolzen und hat zu dieser Rauchentwicklung geführt." Die Ursache dafür ist noch immer nicht ganz klar, wie Wolff erklärt: "Es wird immer noch analysiert, aber vermutlich war es eine statische Entladung, wie sie jeden Tag passieren kann, wenn wir jemandem die Hand schütteln und wir einen Schlag kriegen. Diese statische Entladung hat Dämpfe entzündet, und dann ist ein Fass in die Luft geflogen. Das ist extrem unüblich, wie ich gehört habe, aber es kann passieren." Gesamtes Fahrerlager kämpfte gegen FlammenAls das Feuer ausbrach, half plötzlich fast gesamte Fahrerlager mit, eine Katastrophe zu verhindern. Mechaniker unterschiedlicher Teams nahmen ihre Feuerlöscher und bekämpften die Flammen. "Es gehört einiges an Mut dazu, sich da hineinzustürzen, vor allem, wenn es nicht einmal das eigene Team ist", zollt der Österreicher den Helfern seine Anerkennung. "Es zeigt, wie die Mannschaften da zusammenhalten. Das war das die schöne Seite an der Tragödie." Toto Wolff glaubt, dass es einen balalen Grund für den Unfall geben könnte © xpbimages.com Freilich hätte aber auch ihr eigenes Team betroffen sein können, hätte man das Feuer nicht unter Kontrolle gebracht. "Sie wussten, dass sie helfen müssen, denn sonst hätte das Feuer auch auf andere Boxen übergreifen können", meint Wolff. Inzwischen wird nur noch ein Williams-Teammitglied im Krankenhaus behandelt - der Mitarbeiter leidet an Verbrennungen an Händen und Füßen. "Er wird nächste Woche aus dem Krankenhaus entlassen - also sind wir mit dem Schrecken davongekommen", ist Wolff froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist. "Er hat einen starken Charakter", stellt Williams klar, dass es seinem Teammitglied den Umständen entsprechend gut geht. "Er wird zurückkommen, wenn es für ihn passt - in einem Monat oder zwei." Williams bedankt sich für HilfeAuch der 70-jährige Brite zeigt sich vom Zusammenhalt im Fahrerlager angetan: "Es hat mich sehr glücklich gemacht, als ich im Nachhinein gehört habe, dass jeder Feuerlöscher im Fahrer von fast jedem Team benutzt wurde. Die Reaktion war außergewöhnlich, wirklich überwältigend."
Damit war es aber nicht getan, denn auch nach dem gelöschten Brand zeigten die anderen Teams ihre Hilfsbereitschaft. "Alle Teams sagten zu mir: 'Was auch immer ihr braucht - wir werden euch helfen'", erinnert sich die lebende Formel-1-Legende. "Ich weiß nicht genau, was wir angenommen haben, aber ich habe darum gebeten, dass eine Liste angefertigt wird. Meine Hauptaufgabe in Monaco ist es, alle Teamchefs zu treffen, ihnen zu danken und zurückzuzahlen, was auch immer sie uns gegeben haben."
Jenson Button sicherte sich die Bestzeit am ersten Trainingstag in Monaco Zoom © xpbimages.com
Am Vormittag war es zwar noch trocken, aber wirklich aussagekräftig war das Ergebnis des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco nicht, und auch die zweite Session im Fürstentum an der Cote d'Azur ließ keine echten Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis an diesem Wochenende zu. Schuld daran war Regen im zweiten Freien Training in Monte Carlo. "Diese Bedingungen sind sehr schwierig für uns", meinte Force-India-Teammanager Andy Stevenson nach knapp einer halben Stunde der geplanten 90 Minuten. "Die Strecke ist zu feucht, um konstruktiv zu fahren, aber nicht nass genug für Intermediates. Da wäre mir stärkerer Regen sogar lieber, denn laut Wettervorhersage soll es am Wochenende regnen. So könnten die Fahrer zumindest ein paar Runden trainieren, um sich an die Bedingungen zu gewöhnen." Button-Bestzeit auf weichen ReifenEin Wunsch, der nicht in Erfüllung gehen sollte, denn erst trocknete es ein bisschen ab, ehe es wieder zu regnen begann - beim zweiten Mal etwas stärker. Von da an waren die gleich zu Beginn erzielten Zeiten in Stein gemeißelt. Jenson Buttons Bestzeit von 1:15.746 Minuten war jedoch kaum aussagekräftig, schließlich hatte der McLaren-Pilot noch vor einsetzendem Regen als einer der wenigen Piloten eine volle Runde auf den weicheren Supersoft-Pirellis zurückgelegt. Der Lotus von Romain Grosjean hinterließ heute einen sehr starken Eindruck © xpbimages.com "Wir sind heute für einen Donnerstag in Monaco nicht viel gefahren. Hoffentlich wird das Wetter am Samstag ein bisschen besser", seufzt der Tagesschnellste, der es insgesamt auf 30 Umläufe brachte, 17 davon am Nachmittag. Zweiter wurde Romain Grosjean (Lotus), der mit seiner spektakulären Fahrweise immer wieder in Richtung Leitplanken driftete, aber jeden einzelnen Rutscher gekonnt abfangen konnte. Rückstand: 0,392 Sekunden. Allerdings absolvierte Grosjean seinen gezeiteten Run noch auf der härteren Reifenmischung, "und die ist um ungefähr eine Sekunde langsamer als die weiche", analysiert Formel-1-Experte Marc Surer. Eigentlich also ein gutes Zeichen für das Lotus-Team, dem die meisten Beobachter an diesem Wochenende eine starke Performance zutrauen, aber andererseits ist das Ergebnis wegen des Wetters und unterschiedlicher Benzinmengen noch verzerrter als sonst am ersten Trainingstag. Massa in FP2 schneller als AlonsoFelipe Massa gewann das Ferrari-Stallduell am Nachmittag gegen Fernando Alonso, in der Gesamtwertung belegte Alonso aber mit 0,519 Sekunden Rückstand den dritten Platz - seine Bestzeit vom Vormittag konnte er in der zweiten Session nicht mehr unterbieten. In der inoffiziellen Regenwertung belegte Massa sogar den zweiten Platz, zwei Zehntelsekunden hinter Sergio Perez (5./Sauber/+0,965), der auf nasser Strecke in 1:26.6 Minuten am schnellsten war. Nur diese fünf Fahrer lagen am Ende des Donnerstags innerhalb von einer Sekunde. Monaco-Spezialist Lewis Hamilton (McLaren), Barcelona-Sieger Pastor Maldonado (Williams), Nico Rosberg (Mercedes), Kamui Kobayashi (Sauber) und Mark Webber (Red Bull) komplettierten die Top 10. Vorjahressieger Sebastian Vettel wurde eineinhalb Sekunden hinter der Spitze und 74 Tausendstelsekunden hinter Teamkollege Webber Elfter. Marko klagt über schlechtes Wetter"Wir hätten einige Änderungen am Auto. Da ist es natürlich schade, wenn man die Zeit jetzt auf keine Weise nützen kann", bedauert Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko. "Es war zu wenig nass für Intermediate- oder Regenreifen, aber nass genug, um Erkenntnisse unmöglich zu machen. Es hängt nur hier über der Rennstrecke eine Wolke, der Rest ist laut Radar in Ordnung. Heutzutage sind die Wetterprognosen sehr gut. Wir müssen schon mit eher schlechtem Wetter rechnen." Im feuchten Teil der zweiten Session war niemand schneller als Sergio Perez © xpbimages.com Am meisten trainierten im Regen die Toro-Rosso-Junioren - niemand war so fleißig wie Vergne/Ricciardo, die es als 16. und 17. auf insgesamt 101 Runden brachten. "Im Nassen zu fahren, ist immer wichtig", erklärt Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari. "Wenn es im Qualifying das gleiche Wetter hat, weißt du, wie sich das Auto verhält. Die Strecke ist natürlich rutschig, aber es ist wichtig, zu trainieren. Nur so findest du heraus, wo es rutschig ist und wo es Grip hat."
Offensichtlich keinen Grip hatte es in der Bremszone vor der Mirabeau-Kurve, in der in den letzten Minuten beide Williams-Piloten, Perez und Massa Bekanntschaft mit der Auslaufzone machten. Der Crew von Maldonado dürfte das Herz stehen geblieben sein, als der Venezolaner in dem schmalen Notausgang mit einem Burnout wenden wollte, doch kurz vor dem Einschlag in die Leitplanken kam er dann doch zu Sinnen und ließ sich von den Streckenposten helfen. Kovalainen wieder in ProblemenDen Schlusspunkt setzte wie schon am Vormittag Heikki Kovalainen (21./Caterham/+4,283) - diesmal allerdings nicht mit einem Motorschaden im Tunnel, sondern mit einem Ausritt in Mirabeau. Der Finne konnte im Gegensatz zu seinen Konkurrenten nicht weiterfahren, sodass die letzten Minuten der Session unter gelben Flaggen stattfanden. Landsmann Kimi Räikkönen trainierte in Session zwei umso fleißiger: 25 Runden, dreieinhalb Sekunden Rückstand, 20. Platz. Nur 25 Runden: Michael Schumacher trainierte weniger als alle anderen Fahrer © xpbimages.com "Der Lotus scheint ziemlich stark zu sein, was Traktion und mechanischen Grip angeht", analysiert Experte Alguersuari. "Dem stimme ich zu", meint der ehemalige Formel-1-Ingenieur Gary Anderson und ergänzt: "Button und Hamilton machten heute Morgen durch die Schwimmbad-Passage einen sehr starken Eindruck. Ich glaube, die werden mitmischen." Alguersuari rechnet außerdem mit Ferrari, rätselt aber: "Schwer zu sagen, wo Red Bull im Moment steht."
Positiv ist, dass alle komfortabel innerhalb der 107-Prozent-Zeit lagen, weniger positiv hingegen, dass niemand einen Longrun mit den roten Supersoft-Option-Pirellis fahren konnte. "Was den Abbau der Reifen angeht, wird es eine Reise ins Unbekannte", twittert Ferrari nach dem Training. "Niemand konnte Longruns fahren. Das ist ein weiteres Fragezeichen für das Rennen." Jetzt steht aber ohnehin erst einmal der Ruhetag auf dem Programm.
Geht es auch in den nächsten Jahren für die Formel 1 noch quer durch die Eifel? Zoom © HRT
(Motorsport-Total.com/SID) - Dank Sponsoren und des Entgegenkommens von Promoter Bernie Ecclestone hat die Formel 1 auf dem Nürburgring anscheinend doch noch eine Zukunft. "Wir können den Vertrag mit Ecclestone für die nächsten zehn Jahre, also über fünf Rennen, verlängern", sagt Kai Richter, einer der Streckenbetreiber, mit Blick auf die Hockenheim-Rotation. "Ein solches Ergebnis, wie wir es ausgehandelt haben, hat es noch nie für den Nürburgring gegeben", betont er. Richter nennt Details: "Weniger als zehn Millionen Euro sind als Beitrag des Landes für ein Rennen gefordert." Er und sein Mitgesellschafter beim Veranstalter-Unternehmen Rheinland-Pfalz Grand Prix, Jörg Lindner, erklären, sie hätten "in schwierigen Verhandlungen bei insgesamt vier Treffen" mit Ecclestone dieses "äußerst attraktive Ergebnis" erzielt. Möglich geworden sei es auch durch ein Gesamtpaket von nationalen Sponsoren und Investoren. Lindner verdeutlicht aber, dass der Vertrag mit Ecclestone bis Juni abgeschlossen werden müsse: "Sonst ist die Formel 1 weg. Für viele, viele Jahre." Ecclestone, der von einem "internen Problem mit den Promotern" spricht, äußert sich zu der Nürburgring-Frage gegenüber 'ESPNF1' wie folgt: "Ihr Vertrag lief aus, also werden wir ihn erneuern. Das passiert, sobald sie wissen, mit wem wir das tun können." Ecclestone zeigt sich kompromissbereit und schießt hinterher: "Ich mache es gern." Das Land Rheinland-Pfalz hatte Richter und Lindner wegen ausstehender Pachtzahlungen mit einer Räumungsklage gedroht. Eine Reaktion der Mainzer Landesregierung liegt bisher noch nicht vor.
Siegkandidat im Leitplanken-Dschungel? Hamilton fährt kalkulierter Zoom © xpbimages.com
Heiße Rennaction und viel Glamour: Bei Monaco und Lewis Hamilton scheint es sich um eine passende Synthese zu handeln. Nachdem das Rennen im Fürstentum dem Briten im vergangenen Jahr - unter anderem wegen zwei Durchfahrtsstrafen - völlig misslang, stehen die Vorzeichen 2012 besser. Denn der Vollblut-Racer Hamilton scheint kalkulierter und vorausschauender zu fahren denn je. In Spanien brachte ausgerechnet der als Reifenmörder verschrieene Ex-Weltmeister sein Auto als einziger Pilot mit einer Zwei-Stopp-Strategie ins Ziel. "Es ist eine Herausforderung, mit den Pirelli-Pneus klarzukommen", betont er gegenüber 'Autosport'. "Es gibt Momente, in denen mir das gelingt, und einige, in denen es das nicht tut. Aber 2008 war das nicht anders", so Hamilton. Es ist der Verweis auf die Saison, in der er auf Bridgestone-Reifen Weltmeister wurde - damals allerdings hatte der schonende Umgang mit dem Gummi noch nicht den Stellenwert, den er heute genießt. "Jeder hat Stärken und Schwächen. Zu meinen Vorzügen gehört es, eine schnelle Runde auf neuen Reifen zu fahren. Sie lange am Leben zu erhalten ist für mich eine Herausforderung", stellt Hamilton fest.
Gute Zeiten, schlechte Zeiten: Lewis Hamilton wirkt 2012 deutlich entspannter Zoom © xpbimages.com
Was ist bloß mit Lewis los? Diese Frage stellten sich die Formel-1-Fans im vergangenen Jahr gewiss mehr als einmal. Lewis Hamilton schien 2011 nämlich nicht in gewohnt bestechender Form zu fahren und wirkte oft abgelenkt. All dies ist nun aber Schnee von gestern, denn heute tritt der McLaren-Pilot wieder beschwingt und selbstsicher auf. Aber warum eigentlich? Hamilton geht auf Spurensuche. Der britische Rennfahrer hat sich in der Winterpause die Zeit genommen, um sich selbst und das Geschehene ausgiebig zu analysieren, wie er gegenüber 'Autosport' bestätigt. Gleichzeitig fasste Hamilton frischen Mut - und offensichtlich auch einige gute Vorsätze. "Es geht darum, dich richtig einzustellen", sagt Hamilton über seine Auszeit im Winter. Dabei war er augenscheinlich erfolgreich. Neben Fernando Alonso (Ferrari) ist Hamilton 2012 nämlich der einzige Fahrer im Starterfeld, der bisher in allen Rennen in den Punkten war. Die Konstanz, die im vergangenen Jahr so oft fehlte, scheint also vorhanden zu sein. Oder wie es Hamilton ausdrückt: "Du hoffst, nicht wieder in den gleichen Trott zu verfallen, sofern du dich im vergangenen Jahr in einem Trott befunden hast." "Es gab einfach ein paar Dinge in meinem Leben, die ich neu sortieren musste. Das brauchte seine Zeit. Jetzt passt alles, also bin ich ziemlich zufrieden. All das macht dieses Jahr umso schöner", sagt Hamilton. Familie, Freunde, Management, Team - Privat- und Rennfahrer-Leben verlaufen nun also wieder in geordneten Bahnen. Dieser Umstand ist auch den Formel-1-Beobachtern nicht entgangen. Coulthard bewundert die Wandlung HamiltonsDer ehemalige Formel-1-Pilot David Coulthard zeigt sich bei 'Autosport' beispielsweise hocherfreut über den "neuen Lewis" und sagt: "Lewis Hamilton fährt derzeit so gut wie eh und je - wenn nicht sogar besser als früher. Das ist schön zu sehen. Was hat sich verändert? Nun, ich denke, er ist über den Winter erwachsen geworden. Er hatte die Chance, über all dies nachzudenken", meint "DC". "Ich sehe einen deutlich kompletteren Rennfahrer als den Lewis von vor einem Jahr." David Coulthard "Das scheint er getan zu haben. Ich sehe einen deutlich kompletteren Rennfahrer als den Lewis von vor einem Jahr. Er hatte nie ein Problem mit seiner Geschwindigkeit, sondern schien nur abgelenkt zu sein. Das hat er nun offenbar im Griff. Und er macht keine Fehler. Dass er Jenson Button in Spanien vom letzten Startplatz aus geschlagen hat, ist ein gutes Beispiel dafür, wie stark Lewis 2012 auftritt." In der Tat, wie die bisherigen Ergebnisse unterstreichen. Auch McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh erkennt darin einen "anderen" Hamilton und merkt bei 'Autosport' an: "Die Leute verändern sich nicht von jetzt auf gleich, sondern ganz allmählich. Lewis glaubt an sich als einen großen Rennfahrer, weiß aber nun, dass im Leben nicht alles nach Plan läuft. Man lernt nach und nach, damit umzugehen." Wenn Rennfahrer unter Druck stehen ..."Und wir würden keinen Lewis wollen, der sich mit dem Zweitbesten zufriedengeben würde", meint Whitmarsh und stellt klar: "Wir wollen einen Lewis, der es auf Erfolge abgesehen hat, der sich als Zweiter nicht wohl fühlt, der alles bei sich, an seinem Auto, in seinem Team und in seinem Umfeld absolut perfekt haben will. Diese Entschlossenheit treibt ihn an." 2011 sah es noch ganz anders aus. "Wenn Rennfahrer unter Druck stehen, dann kann es sein, dass sie das Auto überfahren." Martin Whitmarsh Whitmarsh zeigt allerdings Verständnis für seinen Piloten und dessen vermeintlich schwieriges Jahr. "Wenn Rennfahrer unter Druck stehen, dann kann es sein, dass sie das Auto überfahren. Wenn sie dann auch noch an Selbstvertrauen eingebüßt haben, werden sie vielleicht noch ein bisschen mehr zurückhaltend. Lewis hat seine Fähigkeiten sicherlich nicht verloren", erläutert der Teamchef. "Seine Stimmung ist sehr positiv. Er hat dazugelernt und ist nun deutlich gefasster und glücklicher. Er weiß, er kann in diesem Jahr eine Weltmeisterschaft gewinnen", sagt Whitmarsh und Hamilton stimmt zu: "Ich versuche, zu gewinnen, und ich will gewinnen. Ich bin nicht zufrieden damit, in jedem Rennen nur Dritter zu werden. Der achte Platz beim jüngsten Rennen war auch nicht so toll", meint Hamilton. Der Sieg ist alles - oder etwa doch nicht?In Barcelona hatte der britische Rennfahrer aufgrund eines Teamfehlers von ganz hinten losfahren müssen, nachdem er sein Auto auf die Pole-Position gestellt hatte. Dergleichen wirft Hamilton in diesem Jahr aber nicht aus der Bahn, auch wenn er sagt: "Es ist immer eine Enttäuschung, wenn man Rückschritte macht. Du willst doch attackieren, überholen. Nur darum geht es im Motorsport." "Es könnte viel schlimmer sein." Lewis Hamilton "Es könnte aber viel schlimmer sein. Was all dies in eine Perspektive rückte, war, was ich auf den Philippinen gesehen habe. Dort gibt es Kinder, die gar nichts haben und in Papierhütten auf der Straße leben. Und hier sind wir in der Formel 1. Damit kann ich also gar nicht unzufrieden sein. Das ist die Perspektive, die ich in diesem Jahr habe: Es könnte viel schlimmer sein", hält Hamilton fest. "Ich will aber trotzdem immer Erster werden." Und das so schnell wie möglich - und mit McLaren, wo Hamilton noch bis zum Saisonende unter Vertrag steht. Mit dem "und dann?" hat er sich laut eigener Aussage aber "noch nicht" beschäftigt, sagt Hamilton bei 'Autosport'. Die Begründung klingt plausibel: "Wir haben es mit einer so fordernden Saison zu tun, da muss ich einfach konzentriert bleiben". McLaren will Hamilton halten"Wenn ich meinen Fokus verliere und deswegen einige Punkte einbüße, könnte ich mir das nie verzeihen. Ich muss halt eine Lücke finden. Ich brauche die Zeit, um mich mit meinem Manager hinzusetzen und darüber zu reden. Ich bat sie (das Management; Anm. d. Red.) aber schon darum, sich einmal ein paar Gedanken zu machen. Wann es so weit sein wird, weiß ich aber nicht." "Ja, wir wollen ihn behalten." Martin Whitmarsh "Es wird irgendwann in diesem Jahr passieren, denn ansonsten bin ich arbeitslos", meint Hamilton und grinst verschmitzt. So weit wird es bei einem der Topstars der Szene vermutlich nicht kommen, auch wenn die Verhandlungen mit McLaren wohl erst in den Sommermonaten an Fahrt aufnehmen. Und zur Not - das ist aus dem Fahrerlager zu hören - hätten auch andere Teams Interesse an ihm.
McLaren dürfte aber erst einmal auf der Pole-Position stehen. Darauf hofft sicher auch Whitmarsh, wenn er sagt: "Ja, wir wollen ihn behalten." Der Teamchef zeigt sich jedoch zurückhaltend: "Wie man sich vielleicht vorstellen kann, ist das eine vertrauliche Angelegenheit. Es wäre nicht angebracht, darüber zu sprechen. Wenn Lewis und McLaren etwas kundzutun haben, dann werden wir es schon sagen."
Valtteri Bottas überzeugt als Freitagstester von Williams Zoom © xpbimages.com
Williams gehört in dieser Saison zu den Teams, die im ersten Freien Training des Rennwochenendes eine Testfahrer zum Einsatz kommen lässt. Bei 14 der 20 Grand Prix sitzt am Freitagmorgen Valtteri Bottas im Auto von Bruno Senna. Der Finne, der im vergangenen Jahr Meister der GP3-Serie war, und auf den vor allem Williams-Teilhaber Toto Wolff große Stücke hält, soll so langsam an die Formel 1 herangeführt werden. Doch bisher verläuft die Lernkurve des 22-Jährigen recht steil. Bottas überzeugt durch fehlerfreie Runden und schnelle Zeiten. In Barcelona zeigte er als Fünftschnellster im ersten Freien Training erstmals das Potenzial des FW34 auf dem Circuit de Catalunya auf. "Ich bin wirklich zufrieden", wird Bottas von 'The National' zitiert. "Das Wichtigste ist, dass ich eine Menge gelernt habe und nach jedem Wochenende mehr dazulerne. Die Ziele, die ich mir setzte, hab ich erreicht, und ich habe einen gute Speed." Der Finne zeigt sich erstaunt über seine raschen Fortschritte. "Niemand hätte von mir erwartet, dass ich in den ersten Freien Training so schnell wäre - ich war selbst überrascht." In diesem Jahr konzentriert sich Bottas voll auf seine Testfahrerrolle beim Williams, Rennen fährt er nicht. Doch das soll sich spätestens 2013 ändern. "Als Rennfahrer will ich so schnell wie möglich ins Auto, ich hoffe, dass es im kommenden Jahr möglich ist. Dieses Jahr dient der Vorbereitung. Außerdem kann ich dem Team zeigen, dass ich es drauf habe." Auf Gerüchte, nach denen er schon in dieser Saison Bruno Senna im Renncockpit ablösen könnte, gibt Bottas jedoch nicht. "Nein, das ändert für mich nichts. Mein Ziel ist das Gleiche: Ich möchte dazulernen und an jedem Wochenende ein besserer Fahrer werden." Bereits am fünften Rennwochenende mit seinem Team hatte Bottas erstmal Grund zum Feiern. Der Sieg von Pastor Maldonado in Barcelona sorgte auch beim 22-Jährigen für Begeisterung. "Das war ein großartiges Gefühl. Ich sehe, wie hart sie arbeiten, es war ein hochverdienter Sieg. Natürlich war es auch für uns eine große Überraschung, niemand hätte das erwartet. So etwas habe ich noch nie erlebt. Nach dem Fallen der Zielflagge haben alle in die Hände geklatscht und sich umarmt. Das war ganz speziell." Sein Debüt im Formel-1-Auto gab der Finne im vergangenen Jahr beim Young-Driver-Test in Abu Dhabi. In dieser Saison können die Teams wählen, ob sie diesen Test nach dem Rennen in Silverstone oder gegen Ende der Saison nach dem Grand Prix von Abu Dhabi fahren wollen. Bottas würde sich für Letzteres entscheiden. "Wenn du in einer anderen Serie fährst, wäre es besser, wenn der Test am Ende der Saison wäre. Dann kommt es nicht zu Terminüberschneidungen."
Hamilton (rechts) hat von seinem Freund Rosberg einen neuen Eindruck gewonnen Zoom © xpbimages.com
Nico Rosberg verteidigte sich in Bahrain hart gegen Lewis Hamilton und Fernando Alonso, wurde dafür von den Rennkommissaren aber nicht sanktioniert. Hat er die Manöver unternommen, um das Vorurteil, er sei leicht zu überholen, zu zerstreuen? "Mir war das gar nicht bewusst", kommentiert Rosberg diese gewagte Spekulation gegenüber 'Autosport'. "Ich war eigentlich ganz zufrieden damit, wie ich in Bahrain Konkurrenten hinter mir gehalten habe", so der Wiesbadener weiter. Hamilton, ein Freund und Weggefährte Rosbergs, weiß, dass Fahrer in der Königsklasse durchaus einzuordnen sind. "Einige Piloten sind wirklich einfach zu überholen. Du weißt, das es kein Problem sein wird", meint der Brite, dem selbst wenig Scheu vor riskanten Manövern nachgesagt wird. "Bei anderen überlegst du dann, nicht anzugreifen, weil du weist, dass sie dir keinen Platz lassen", bemerkt der McLaren-Star. Ihr unbeabsichtigte Wirkung haben die Manöver Rosbergs jedenfalls nicht verfehlt. "Um ehrlich zu sein, hatte ich einen anderen Eindruck von Nicos Fahrweise bis zum Rennen in Bahrain. Danach hat er sich verändert", meint Hamilton. Der erste Sieg in der Formel 1 habe nichts mit der veränderten Gangart zu tun, betont Rosberg: "Es ist eine wunderbare Erinnerung und vielleicht bringt sie etwas mehr Motivation, weil ich sie wiederholen möchte", sagt er. Der Mercedes-Pilot begründet: "Ich war ja zuvor nicht von der Rolle. Ich war in einer sehr guten Position und davon überzeugt, dass der Sieg eines Tages kommen würde", so Rosberg. Am Ende der Fahnenstange sieht der 26-Jährige sich und sein Team aber noch lange nicht angekommen. "Der Grand-Prix-Erfolg war nicht unser Ziel. Unser Ziel ist es nach wie vor, die Besten zu sein", gibt er sich selbstbewusst.
Michael Schumacher und Norbert Haug besuchten Lukas Podolski im Trainingslager Zoom © Mercedes-Benz
Prominenten Besuch bekam gestern Morgen die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in ihrem Trainingslager im südfranzösischen Tourrettes. Die beiden Formel-1-Stars Michael Schumacher und Nico Rosberg waren wegen des Formel-1-Rennens in Monaco ebenfalls an der Cote d'Azur und haben den Jungs von Bundestrainer Joachim Löw für die EM in Polen und der Ukraine alles Gute gewünscht. Schumacher und Rosberg haben sich nebenbei auch noch als "Taxifahrer" betätigt und vier Spieler - sehr schnell - zum Training gefahren. Dass es dabei zu der Traumkonstellation der beiden "kölschen Jung" Schumi und Poldi kommen wird, war so gut wie sicher. Kaum war Schumi vor dem Mannschaftshotel vorgefahren, saß Lukas Podolski auch schon auf dem Beifahrersitz. Dabei waren natürlich der 1.FC Köln und der Abstieg aus der Fußball-Bundesliga sowie der Wechsel von "Prinz Poldi" zum englischen Club FC Arsenal das Hauptgesprächsthema. "Normal, wie das in Kölle nun mal so abgeht." Michael Schumacher "Normal, wie das in Kölle nun mal so abgeht", sagt Schumacher. "Ich bin zwar FC-Fan, und ich glaube Poldi wird den FC auch immer im Herzen bei sich tragen. Aber dennoch, der Sport ist der Sport, und jeder muss glaube ich seinen Weg gehen. Ich bin absolut sicher, dass das, was Poldi entschieden hat, das Richtige für ihn ist. Insofern werden wir in Zukunft dann eben Arsenal die Daumen drücken. Aber wir können auch Köln weiterhin die Daumen drücken." Podolski und seine Nationalmannschaftskollegen wollen nach zwei Niederlagen gegen Spanien bei großen Turnieren in diesem Jahr in Polen und der Ukraine endlich ein Turnier als Sieger beenden. "Auf jeden Fall ist unser Ziel der Titel", sagt Podolski, der sich dafür auch gerne bei seinem prominenten Chauffeur Ratschläge holt. "Michael hat ja schon sieben, was überragend ist. Den einen oder anderen Tipp hat er vielleicht, den er uns geben kann, wie man am Ende die letzten Prozent herausholen kann, damit wir nicht nur ins Halbfinale und Finale kommen, sondern auch am Ende den Titel in der Hand haben." Der Besuch der beiden Formel-1-Stars war für die Nationalspieler eine willkommen Abwechslung vom Trainingsalltag. "Klar, auf jeden Fall! Ich denke, wenn man jeden Tag zweimal Training hat und immer unterwegs ist, dann ist das Super", sagt Podolski. Auf die Frage, was Schumacher im Auto besser könne als er, antwortet der Fußballer: "Alles. War die einzige Antwort, die man geben kann." Dieser gab das Lob zurück und war zufrieden mit seinem fachkundigen Beifahrer: "Er war voll mit dabei und hat Anweisungen gegeben", sagt Schumacher. "Die Technik geht ja immer weiter bei den Autos. Das haben wir gerade besprochen, es gibt auch keine Handbremse wie früher, sondern einen Hebel an der Seite. Die Technik ist schon weit fortgeschritten. - Leider zu weit für den Spaß", bedauert der 43-Jährige.
Michael Schumacher und Mercedes nehmen in Monaco Kurs auf gute Resultate Zoom © xpbimages.com
Wie stark ist Mercedes beim Stadtrennen in Monte Carlo? Eine Antwort auf diese Frage kann Ross Brawn derzeit noch nicht geben. Der britische Teamchef des deutschen Werksteams zeigt sich aber recht zuversichtlich, dass Nico Rosberg und Michael Schumacher im Fürstentum an der Côte d'Azur eine gute Leistung erbringen können. Allerdings nur sofern Mercedes dort keine Fehler unterlaufen. "Wir haben zwei großartige Fahrer und unser Auto ist ebenfalls ziemlich gut, denken wir. Wir müssen aber alles richtig hinbekommen. Es geht darum, ein Programm zu haben, das von Donnerstag bis Sonntag flüssig läuft. Alles hat nämlich eine Konsequenz", sagt Brawn bei 'Autosport'. "Machst du etwas falsch, verlierst du Streckenzeit. Das rächt sich. Du musst also von Anfang an am Ball bleiben." "Und wenn du auf der Strecke bist, bekommst du automatisch mit, wie sich der Kurs entwickelt. Wenn wir also ein gutes Wochenende haben, sollten wir konkurrenzfähig sein", erklärt Brawn. Die Reifen von Pirelli nehmen dabei offenbar einmal mehr eine Schlüsselrolle ein, doch auch die Abstimmung des Fahrzeugs könnte sich entscheidend auswirken. Kann Mercedes da seine Stärken ausspielen? Brawn zeigt sich vorsichtig optimistisch: "Wir waren bisher generell im langsamen und mittelschnellen Bereich der Strecken besser als im richtig schnellen Bereich. Die Teams gehen beim Setup aber auch unterschiedliche Kompromisse ein. Hier werden jedoch alle auf geringe bis mittlere Geschwindigkeiten getrimmt sein. Unser Vorteil ist deshalb vielleicht nicht so groß, weil sich alle darauf einstellen."
Geplatzter Traum: So hätte die Formel-1-Strecke auf Mallorca aussehen sollen © Gabriel Palmer
Bereits Ende vergangenen Jahres deutete sich an, dass es mit einem Formel-1-Grand-Prix auf Mallorca wohl nichts werden würde, doch nun scheint das Projekt endgültig gestorben zu sein. Stolperstein bleibt weiterhin die fehlende Unterstützung des Inselrats, der die potenziellen Investoren dazu bewogen hat, ihren Plan zu begraben. Rund 200 Millionen Euro hätten für die angeblich bis zu 92.000 Zuschauer fassende Rennstrecke neben der Autobahn zwischen der Gemeinde Llucmajor und der Hauptstadt Palma de Mallorca gekostet, doch die Kosten wären komplett privat getragen worden. Daher war es dem Bürgermeister von Llucmajor ein großes Anliegen, das prestigeträchtige Projekt umzusetzen. Auch Bernie Ecclestone soll die bei einem persönlichen Treffen präsentierte Idee eines "Holiday-Grand-Prix" gefallen haben. Doch ohne Zustimmung des Inselrats lässt sich das Projekt nicht verwirklichen, weil die Gemeinden auf Mallorca außerhalb der besiedelten Gebiete nicht berechtigt sind, Bauvorhaben autonom durchzusetzen. Aufgrund dieser Pattsituation haben sich die Investoren laut 'Mallorca Zeitung' zurückgezogen - sehr zum Leidwesen von Llucmajors Bürgermeister Joan Jaume, der treibenden Kraft hinter dem Projekt.
Quelle: motorsport-total.com
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Frank Williams glaubt an weitere Siege
24.05.2012 - 11:22
Senna ist froh, in einem Formel-1-Auto nach Monaco zurückkehren zu dürfen Zoom © xpbimages.com
Senna und Monaco - diese Verbindung scheint in den Genen zu liegen, schließlich sagt ein erfreuter Bruno Senna nach dem Freien Training am Freitagnachmittag bei 'Sky Sports F1': "Es ist eine meiner Lieblingsstrecken." Auf einen motorsportlichen Besuch an der Cote d'Azur musste der Brasilianer, der das Renault-Cockpit in der vergangenen Saison erst im Herbst ergatterte, zwei Jahre warten. Die Wiedersehensfreude ist groß: "Schön, nach einer langen Zeit, in der ich hier nicht Formel 1 gefahren bin, zurückkehren zu können", meint Senna. Dass die Wetterbedingungen ziemlich wankelmütig waren, stört den 28-Jährigen nicht. "Am Nachmittag wollte sich der Regen nicht so wirklich entscheiden, ob er nun kommt oder nicht. Das hat es zu einer verrückten Session gemacht", erklärt er. Zuletzt raste Senna im Jahre 2010 durch das Fürstentum - damals noch auf Bridgestone-Pneus. "Mit den Pirelli-Reifen ist es eine ganz andere Erfahrung als damals im HRT", stellt er fest. Der Magie Monte Carlos kann sich der Träger eines großen Namens nicht entziehen. "Wenn du selbstbewusst und eins mit dem Autos bist, vergisst du alles um dich herum. Dann kommt die Rundenzeit ganz von alleine", schwärmt Senna. In der höchsten Nachwuchsklasse siegte der vor drei Jahren. "Ich erinnere mich noch gut an den GP2-Erfolg. Hoffentlich gelingt mir das ein weiteres Mal." Sechs Siege des berühmten Onkels Ayrton verpflichten: "Wir haben hier so viel Geschichte geschrieben. Glücklicherweise auch ich mit meinem GP2-Sieg - aber die Formel 1 ist das, was zählt", blickt Senna voraus.
Der große Sir Frank Williams kann seit dem Sieg in Barcelona wieder lachen Zoom © Williams
Mit 70 Jahren ist Frank Williams der älteste Teamchef der Formel 1, aber während der 68-jährige Peter Sauber schon seinen Rücktritt mit Jahresende angekündigt hat, will der an den Rollstuhl gefesselte Brite noch nicht loslassen. Zwar zieht er sich schrittweise aus dem Tagesgeschäft zurückziehen - ein Prozess, der bereits eingeleitet wurde -, aber vorerst möchte er weiterhin an der Spitze des Rennstalls bleiben. Dass er seinen Sitz im Vorstand an Tochter Claire übergeben hat, ändere "nichts", denn: "All die Einzelpersonen mit ihren aufgeteilten Verantwortungsbereichen machen einen super Job. Ich bin aber immer noch kontrollierender Mehrheitseigentümer und Teamchef", stellt Williams im Interview mit dem 'Telegraph' klar. "Jemand muss zu mir kommen und mir sagen: 'Frank, du vergisst zu viel' oder 'Frank, du stehst langsam im Weg'." Williams sieht die Zeit noch nicht gekommenDas sei momentan noch nicht der Fall, meint der liebevoll "Rollstuhlgeneral" genannte Brite und widerspricht damit Kritikern, die nur hinter vorgehaltener Hand flüstern, dass sein Gesundheitszustand schon bald einen Wechsel erforderlich machen könnte. Würdest du dann zurücktreten, Frank? "Wenn ich wirklich glauben würde, dass ich die Dinge aufhalte, dann ja", sagt er. "Aber ich glaube nicht, dass es schon so weit ist." Teamintern war Adam Parr derjenige, der in den vergangenen Jahren den besten Draht zu Williams hatte, aber der Vorstandsvorsitzende musste im Zuge der Concorde-Verhandlungen mit Bernie Ecclestone gehen. Die neue Garde um Claire Williams und Großaktionär Toto Wolff steht schon eher für die nächste Generation. Wolff freute sich zuletzt in Barcelona "rasend, dass Frank das miterleben kann". Gemeint war der erste Sieg seit acht Jahren. Auch sonst gönnt man Williams die Rückkehr auf die Siegerstraße. Viele sind der Meinung: Es wäre ein unwürdiger Abgang eines großen Mannes gewesen, wenn Williams bis zu seinem endgültigen Rücktritt jahrelang sieglos geblieben wäre. "Er ist einer der Besten in unserem Zirkus, ein harter Kerl, ein Kämpfer", lobt Gerhard Berger. "Wir haben alle riesigen Respekt vor ihm, sind alle Fans von ihm. Und wir alle haben ein bisschen gelitten, als er immer mehr ins Hintertreffen geraten ist." Berger freut sich auch für Landsmann WolffFranks Tochter Claire Williams im Gespräch mit Bernie Ecclestone © xpbimages.com "Den letzten Sieg habe ich ihm sehr gegönnt - und das auch noch zu seinem Geburtstag! Das war wirklich toll", sagt Berger. "Ich freue mich auch für Toto Wolff, der als Österreicher jetzt Miteigentümer in dem Team ist. Ich glaube, die sind auf einem guten Weg. Die machen in diesem Jahr schon die ganze Zeit eine gute Figur. Und Maldonado scheint ein Treffer zu sein. Aber dafür hatte Frank immer schon ein Näschen." Die Frage ist: Wie lange noch? Der Racing-Virus lässt den 70-Jährigen jedenfalls nicht los: "Ich bin immer noch renn- und geschwindigkeitsverrückt", gibt der seit einem Vierteljahrhundert querschnittgelähmte Gründer des dritterfolgreichsten Formel-1-Teams aller Zeiten zu. "Seitlich mit 140 km/h durch eine Kurve zu rutschen, packt mich. Die Weltmeisterschaft nicht zu gewinnen, ist eher Nebensache. Es geht mir ums Racing."
Gerhard Berger hat Pastor Maldonado auch in Monaco auf der Rechnung Zoom © xpbimages.com
Gerhard Berger übt zwar keine offizieller Funktion mehr in der Formel 1 aus, dennoch ist er ein gern gesehener Gast im Fahrerlager. An diesem Wochenende sind dabei die Wege für den Österreicher recht kurz, denn wie viele der Piloten lebt er in Monaco. Berger kennt die Formel 1 sowohl aus der Perspektive des Fahrers als auch aus dem Blickwinkel von der Boxengasse aus, wo er als Motorsport-Direktor von BMW und Mitinhaber von Toro Rosso am Kommandostand saß. Doch an ein Rennjahr wie 2012 kann sich der 52-Jährige spontan auch nicht erinnern. "Es ist bisher eine ganz besondere Saison. Bei jedem Rennen gibt es einen anderen Sieger", sagt Berger im Gespräch mit 'SkySportsF1'. "Wir sehen einen sehr starken Williams, einen starken Sauber, einen sehr konkurrenzfähigen Ferrari. Vettel und Alonso führen die WM an. Es ist eine völlig andere Saison als in den vergangenen Jahren." In einer ohnehin turbulenten Saison, in der die Vorhersage des Sieger vor dem Rennwochenende kaum möglich ist, folgt nun mit Monaco ein Grand Prix, der von sich aus schon unberechenbar ist. Auch Berger freut sich auf das Rennen an der Cote d'Azur. "Jetzt kommen wir hier nach Monaco und es wird sehr interessant sein zu sehen, war hier alles zusammenbekommt." Doch der Österreicher ist sich schon jetzt sicher, welche Piloten im Kampf um den Sieg eine Rolle spielen werden. "Alonso wird einer derjenigen sein, die um den Sieg mitkämpfen. Hamilton, Alonso, Rosberg, und auch Maldonado dürfen wir nicht vergessen. Er war mit jedem Auto schnell, mit dem er hier gefahren ist", erinnert Berger an Maldonados Glanzleistungen in der GP2. "Vielleicht wird er auch an diesem Wochenende wieder eine Rolle spielen." Beeindruckender ist für Berger aber einer der Piloten seines ehemaligen Teams. "Ein großer Faktor bei Ferrari ist Alonso", sagt der 52-Jährige. "Er ist einer der besten, wenn nicht sogar der beste Fahrer im Feld. Er macht einen unglaublichen Job. Er fährt ständig am Limit, egal ob im Freien Training, Qualifying oder im Rennen. Er ist eine Garantie für gute Resultate. Aber Ferrari hat einen Schritt nach vorne gemacht. Vor allem beim vergangenen Rennen, aber auch heute Morgen. Er ist in guter Form." Sein ehemaliger Schützling Sebastian Vettel, mit dem Berger 2008 in Monza den Sieg bei Toro Rosso feiert, sticht in dieser Saison trotz der Sieges in Bahrain nicht so heraus wie noch im Vorjahr. Für Berger eine Folge der aktuellen Entwicklung der Formel 1. "Eine dominierende Rolle gibt es in diesem Jahr nicht", sagt der Österreicher bei den deutschen Kollegen von 'Sky Sport'. "Aber letztendlich führt Sebastian immer noch in der Weltmeisterschaft." Daran wird sich nach Ansicht von Berger auch bis zum Ende der Saison nichts ändern. "Sie sind immer dabei und werden am Ende auch wieder mitkämpfen." Die unberechenbare Formel 1 2012, die bei manchem Beobachter für Verwirrung, sorgt bei Berger, der nurmehr die Rolle des Zuschauers innehat, für Begeisterung. "Für uns Fans ist es natürlich besser, wenn es knapper zugeht, als wenn einer vorne wegfährt."
Jean-Eric Vergne konnte seine "Angst" vor der Strecke schnell ablegen Zoom © xpbimages.com
Das Toro-Rosso-Team bezeichnete den ersten Tag zum Großen Preis von Monaco als "eher frustrierend". Zum einen musste man den Neulingen in erster Linie Fahrzeit auf der Strecke geben, sodass man nicht viel am Setup arbeiten konnte. Zum anderen kam natürlich noch das wechselhafte Wetter hinzu. Am Ende fuhr Jean-Eric Vergne auf Platz 16 der schnellsten Zeiten des Tages, 2,463 Sekunden hinter Jenson Button und 0,043 Sekunden vor Teamkollege Daniel Ricciardo, der Position 17 auf der Liste der schnellsten Zeiten belegt. "Für mich war es hier das erste Mal in einem Formel-1-Auto", so Vergne. "Ich habe es wirklich genossen. Da ich im vergangenen Jahr in der World Series in Monaco nicht besonders gut unterwegs war, war ich bezüglich des heutigen Tages ein wenig besorgt, auch wenn ich mich auf die neue Erfahrung freute und nicht wusste, was ich zu erwarten habe." "Meiner Meinung nach sieht meine Leistung im Vergleich zu der meines Teamkollegen gut aus, schließlich hat Daniel auf dieser Strecke zwei Rennen in der World Series gewonnen und er hat vergangenes Jahr im Formel-1-Auto etwas Trainingszeit gehabt. So gesehen bin ich ganz glücklich und habe das Gefühl, dass die Rundenzeit nicht wichtig war, besonders da ich in etwas Verkehr geriet und meine letzte Runde in der Boxengasse beendete." "Mit der Balance des Autos bin ich relativ zufrieden, welche wir noch etwas verfeinern können. Ich benötige jedoch noch etwas mehr Zeit, um mich selbst an den Kurs anzupassen, selbst wenn ich gern im Nassen gefahren bin. Ich fühle mich vorbereitet, egal, auf welche Bedingungen wir im Verlauf des restlichen Wochenendes treffen sollten." "Aufgrund des Wetters am Nachmittag liefen die Dinge nicht ganz so reibungslos, wie wir dies geplant hatten", so Ricciardo. "Wir waren nicht in der Lage, alles auszuprobieren, was wir uns erhofft hatten." "Es ist aus diesem Grund etwas frustrierend, besonders da wir morgen einen freien Tag haben. Ich würde es vorziehen zu fahren, aber es ist womöglich eine gute Sache, denn wir können wirklich darüber nachdenken, was wir brauchen, um nach vorne zu kommen." "Es gibt auch ein paar Gebiete, auf denen wir uns verbessern müssen, und ich bin mir sicher, dass sich unsere Leistung komplett verändern wird, wenn wir das in den Griff bekommen. Hoffentlich werden wir am Samstag ein gutes Qualifying haben." "Alles in allem war dies ein eher frustrierender Tag", so Chefingenieur Laurent Mekies. "Denn die Streckenbedingungen waren während der Einheit am Nachmittag ziemlich wechselhaft." "Angesichts der Tatsache, dass Daniel vergangenes Jahr lediglich im 1. Freien Training für uns gefahren ist und Jean-Eric hier noch nie in einem Formel-1-Auto unterwegs war, lag der Hauptfokus des Tages darauf, beiden Fahrern auf dieser einzigartigen Strecke so viel Zeit zu geben wie nur möglich."
"Aus diesem Grund waren wir am Vormittag die ersten, welche aus den Boxen fuhren, denn wir wollten sie in den richtigen Rhythmus bringen. Dieser Teil unseres Planes verlief erfolgreich. Sie schienen die Erfahrung genossen zu haben. Wir haben auch am Nachmittag trotz der wechselhaften Bedingungen versucht, jede Menge Runden zu fahren." "Aber alles in allem haben wir in Bezug auf die übliche Arbeit am Setup des Autos nicht so viel erreicht. Abgesehen davon hatten wir einen problemlosen Tag und die Fahrer leisteten sich keinerlei Fehler. Aufgrund des unglücklichen Zeitplans dieser Veranstaltung haben wir morgen einen ganzen Tag, an dem wir darüber nachdenken können, wie wir das Auto für den Rest des Wochenendes verbessern können."
Kamui Kobayashi ist mit seinem Sauber noch nicht restlos glücklich Zoom © xpbimages.com
Starker Trainingsauftakt in Monaco für das Sauber-Team. Während Sergio Perez im Gesamtergebnis auf den beachtlichen fünften Platz fuhr, kam Teamkollege Kamui Kobayashi, der kein Fan des engen Kurses im Fürstentum ist, immerhin auf den neunten Gesamtrang. Auf die Bestzeit von McLaren-Pilot Jenson Button fehlten ihm 1,292 Sekunden. Dennoch erlebte der Japaner, der in Spanien großartiger Fünfter wurde, keinen problemlosen Trainingsstart. Er klagt gegenüber 'Sky Sports' über mangelnden Abtrieb: "Ich verwende den gleichen Unterboden wie mein Teamkollege, aber im Vergleich zu ihm vermissen wir aus einem unbekannten Grund etwas Abtrieb. Aus diesem Grund hatten wir hier ein paar Probleme." Das Team wechselte daher auf den Ersatz-Unterboden. Auch die Umstände machen es dem Sauber-Piloten nicht leicht: "Die Strecke ist immer ziemlich schmutzig - es ist sehr rutschig. Daher ist es immer sehr schwierig, das richtige Setup zu finden, aber ich denke, dass es in Ordnung ist. Wir sind nicht so weit weg. Am Samstag werden wir dann sehen, was das Wetter macht. Die Streckenbedingungen sind hier an diesem Wochenende eine ziemliche Unbekannte - und das macht es sehr knifflig." Obwohl am Freitag für die Formel-1-Piloten Ruhetag ist, wurde Kobayashi von seinem Team eingeteilt: "Ich habe einen etwas seltsamen Zeitplan. Es gibt eine Autogrammstunde an der Strecke, was eine Überraschung ist. Ich muss also leider zur Strecke kommen." Obwohl er den Kurs nicht für eine wirkliche Formel-1-Strecke hält, kann er dem Rennen etwas abgewinnen: "In Monaco ist die Aufregung immer sehr groß - und das ist gut für die Formel 1."
Hat Fahrer noch nie mit Samthandschuhen angefasst: Frank Williams Zoom © xpbimages.com
Bruno Sennas Stuhl bei Williams wackelt nach dem Sieg von Pastor Maldonado beim Spanien-Grand-Prix bedenklich. Und der Teamchef rüttelt weiter am Sitz des Brasilianers: "Bruno muss jetzt antworten", zitiert die britische Tageszeitung "The Telegraph" Frank Williams und findet gewohnt deutliche Worte: "Maldos (Maldonados, Anm. d. Red.) Erfolg sollte für ihn ein Tritt in den Hintern sein." Williams, der sich von den starken Leitungen des Venezolaners überrascht zeigt, redet auch bei den Finanzen nicht lange um den heißen Brei herum. "Völlig unpolitisch, aber er bringt eine nützliche Menge an Sponsorengeldern mit." Insider beziffern diese "nützliche" Summe auf rund 30 Millionen britische Pfund, die Caracas staatlicher Ölkonzern PDVSA auf das Williams-Konto überweist. Die Maldonado zugeschriebene Favoritenrolle - er hat in Monaco mit Ausnahme der Königsklasse in allen Serien, die er gefahren ist, bereits gewonnen - will Williams nicht bestätigen. "Die Formel 1 ist böse. Wenn du den kleinsten Fehler machst, bist du tot. Es ist das beste, bescheiden zu sein", so Sir Frank.
Frank Williams wollte sein Team in der Notlage nicht im Stich lassen Zoom © Williams
Die Formel 1 gilt als zerstrittener Haufen. Missgunst und Misstrauen, Spionage und Tricksereien gehören im Fahrerlager zur Tagesordnung. Doch wenn es zu Katastrophen kommt, dann rückt die Königsklasse des Motorsports zusammen. Bestes Beispiel dafür ist der Feuerunfall in der Williams-Box, der das Sensationsteam nach dem Überraschungsteam hart getroffen hat. "Ich habe die Zeit nach dem Rennen genossen, war in der Garage und blieb stehen, um mit jemandem zu sprechen, als es zu meiner Rechten etwas zerrissen hat", erinnert sich Teamchef Frank Williams gegenüber dem 'Telegraph' an den folgenschweren Knall. "Sofort breiteten sich schwarze Rauchwolken aus." Eine brenzlige Situation für den Querschnitt-gelähmten Teamboss. Doch sein Betreuer reagierte rasch. "Schnell wie der Blitz wurde ich aus der Box gerollt", erzählt er. Dabei war ihm dies zunächst gar nicht recht: "Ich schrie: 'Michael, du musst verdammt noch mal stehenbleiben. Ich sollte eigentlich die Leitung übernehmen, und kann mich nicht einfach aus dem Staub machen." Williams wollte zurück in die BoxSein Betreuer folgte dem Befehl des Chefs und schob den "Rollstuhl-General" wieder in Richtung Box. "Aber ich konnte dort nicht viel tun", erkannte Williams. Doch was war passiert? Williams-Mitbesitzer Christian "Toto" Wolff gibt gegenüber 'Sky' Einblicke: "Eine Funkstation aus Plastik, wo die Funkgeräte dran hängen, ist geschmolzen und hat zu dieser Rauchentwicklung geführt." Die Ursache dafür ist noch immer nicht ganz klar, wie Wolff erklärt: "Es wird immer noch analysiert, aber vermutlich war es eine statische Entladung, wie sie jeden Tag passieren kann, wenn wir jemandem die Hand schütteln und wir einen Schlag kriegen. Diese statische Entladung hat Dämpfe entzündet, und dann ist ein Fass in die Luft geflogen. Das ist extrem unüblich, wie ich gehört habe, aber es kann passieren." Gesamtes Fahrerlager kämpfte gegen FlammenAls das Feuer ausbrach, half plötzlich fast gesamte Fahrerlager mit, eine Katastrophe zu verhindern. Mechaniker unterschiedlicher Teams nahmen ihre Feuerlöscher und bekämpften die Flammen. "Es gehört einiges an Mut dazu, sich da hineinzustürzen, vor allem, wenn es nicht einmal das eigene Team ist", zollt der Österreicher den Helfern seine Anerkennung. "Es zeigt, wie die Mannschaften da zusammenhalten. Das war das die schöne Seite an der Tragödie." Toto Wolff glaubt, dass es einen balalen Grund für den Unfall geben könnte © xpbimages.com Freilich hätte aber auch ihr eigenes Team betroffen sein können, hätte man das Feuer nicht unter Kontrolle gebracht. "Sie wussten, dass sie helfen müssen, denn sonst hätte das Feuer auch auf andere Boxen übergreifen können", meint Wolff. Inzwischen wird nur noch ein Williams-Teammitglied im Krankenhaus behandelt - der Mitarbeiter leidet an Verbrennungen an Händen und Füßen. "Er wird nächste Woche aus dem Krankenhaus entlassen - also sind wir mit dem Schrecken davongekommen", ist Wolff froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist. "Er hat einen starken Charakter", stellt Williams klar, dass es seinem Teammitglied den Umständen entsprechend gut geht. "Er wird zurückkommen, wenn es für ihn passt - in einem Monat oder zwei." Williams bedankt sich für HilfeAuch der 70-jährige Brite zeigt sich vom Zusammenhalt im Fahrerlager angetan: "Es hat mich sehr glücklich gemacht, als ich im Nachhinein gehört habe, dass jeder Feuerlöscher im Fahrer von fast jedem Team benutzt wurde. Die Reaktion war außergewöhnlich, wirklich überwältigend."
Damit war es aber nicht getan, denn auch nach dem gelöschten Brand zeigten die anderen Teams ihre Hilfsbereitschaft. "Alle Teams sagten zu mir: 'Was auch immer ihr braucht - wir werden euch helfen'", erinnert sich die lebende Formel-1-Legende. "Ich weiß nicht genau, was wir angenommen haben, aber ich habe darum gebeten, dass eine Liste angefertigt wird. Meine Hauptaufgabe in Monaco ist es, alle Teamchefs zu treffen, ihnen zu danken und zurückzuzahlen, was auch immer sie uns gegeben haben."
Jenson Button sicherte sich die Bestzeit am ersten Trainingstag in Monaco Zoom © xpbimages.com
Am Vormittag war es zwar noch trocken, aber wirklich aussagekräftig war das Ergebnis des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco nicht, und auch die zweite Session im Fürstentum an der Cote d'Azur ließ keine echten Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis an diesem Wochenende zu. Schuld daran war Regen im zweiten Freien Training in Monte Carlo. "Diese Bedingungen sind sehr schwierig für uns", meinte Force-India-Teammanager Andy Stevenson nach knapp einer halben Stunde der geplanten 90 Minuten. "Die Strecke ist zu feucht, um konstruktiv zu fahren, aber nicht nass genug für Intermediates. Da wäre mir stärkerer Regen sogar lieber, denn laut Wettervorhersage soll es am Wochenende regnen. So könnten die Fahrer zumindest ein paar Runden trainieren, um sich an die Bedingungen zu gewöhnen." Button-Bestzeit auf weichen ReifenEin Wunsch, der nicht in Erfüllung gehen sollte, denn erst trocknete es ein bisschen ab, ehe es wieder zu regnen begann - beim zweiten Mal etwas stärker. Von da an waren die gleich zu Beginn erzielten Zeiten in Stein gemeißelt. Jenson Buttons Bestzeit von 1:15.746 Minuten war jedoch kaum aussagekräftig, schließlich hatte der McLaren-Pilot noch vor einsetzendem Regen als einer der wenigen Piloten eine volle Runde auf den weicheren Supersoft-Pirellis zurückgelegt. Der Lotus von Romain Grosjean hinterließ heute einen sehr starken Eindruck © xpbimages.com "Wir sind heute für einen Donnerstag in Monaco nicht viel gefahren. Hoffentlich wird das Wetter am Samstag ein bisschen besser", seufzt der Tagesschnellste, der es insgesamt auf 30 Umläufe brachte, 17 davon am Nachmittag. Zweiter wurde Romain Grosjean (Lotus), der mit seiner spektakulären Fahrweise immer wieder in Richtung Leitplanken driftete, aber jeden einzelnen Rutscher gekonnt abfangen konnte. Rückstand: 0,392 Sekunden. Allerdings absolvierte Grosjean seinen gezeiteten Run noch auf der härteren Reifenmischung, "und die ist um ungefähr eine Sekunde langsamer als die weiche", analysiert Formel-1-Experte Marc Surer. Eigentlich also ein gutes Zeichen für das Lotus-Team, dem die meisten Beobachter an diesem Wochenende eine starke Performance zutrauen, aber andererseits ist das Ergebnis wegen des Wetters und unterschiedlicher Benzinmengen noch verzerrter als sonst am ersten Trainingstag. Massa in FP2 schneller als AlonsoFelipe Massa gewann das Ferrari-Stallduell am Nachmittag gegen Fernando Alonso, in der Gesamtwertung belegte Alonso aber mit 0,519 Sekunden Rückstand den dritten Platz - seine Bestzeit vom Vormittag konnte er in der zweiten Session nicht mehr unterbieten. In der inoffiziellen Regenwertung belegte Massa sogar den zweiten Platz, zwei Zehntelsekunden hinter Sergio Perez (5./Sauber/+0,965), der auf nasser Strecke in 1:26.6 Minuten am schnellsten war. Nur diese fünf Fahrer lagen am Ende des Donnerstags innerhalb von einer Sekunde. Monaco-Spezialist Lewis Hamilton (McLaren), Barcelona-Sieger Pastor Maldonado (Williams), Nico Rosberg (Mercedes), Kamui Kobayashi (Sauber) und Mark Webber (Red Bull) komplettierten die Top 10. Vorjahressieger Sebastian Vettel wurde eineinhalb Sekunden hinter der Spitze und 74 Tausendstelsekunden hinter Teamkollege Webber Elfter. Marko klagt über schlechtes Wetter"Wir hätten einige Änderungen am Auto. Da ist es natürlich schade, wenn man die Zeit jetzt auf keine Weise nützen kann", bedauert Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko. "Es war zu wenig nass für Intermediate- oder Regenreifen, aber nass genug, um Erkenntnisse unmöglich zu machen. Es hängt nur hier über der Rennstrecke eine Wolke, der Rest ist laut Radar in Ordnung. Heutzutage sind die Wetterprognosen sehr gut. Wir müssen schon mit eher schlechtem Wetter rechnen." Im feuchten Teil der zweiten Session war niemand schneller als Sergio Perez © xpbimages.com Am meisten trainierten im Regen die Toro-Rosso-Junioren - niemand war so fleißig wie Vergne/Ricciardo, die es als 16. und 17. auf insgesamt 101 Runden brachten. "Im Nassen zu fahren, ist immer wichtig", erklärt Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari. "Wenn es im Qualifying das gleiche Wetter hat, weißt du, wie sich das Auto verhält. Die Strecke ist natürlich rutschig, aber es ist wichtig, zu trainieren. Nur so findest du heraus, wo es rutschig ist und wo es Grip hat."
Offensichtlich keinen Grip hatte es in der Bremszone vor der Mirabeau-Kurve, in der in den letzten Minuten beide Williams-Piloten, Perez und Massa Bekanntschaft mit der Auslaufzone machten. Der Crew von Maldonado dürfte das Herz stehen geblieben sein, als der Venezolaner in dem schmalen Notausgang mit einem Burnout wenden wollte, doch kurz vor dem Einschlag in die Leitplanken kam er dann doch zu Sinnen und ließ sich von den Streckenposten helfen. Kovalainen wieder in ProblemenDen Schlusspunkt setzte wie schon am Vormittag Heikki Kovalainen (21./Caterham/+4,283) - diesmal allerdings nicht mit einem Motorschaden im Tunnel, sondern mit einem Ausritt in Mirabeau. Der Finne konnte im Gegensatz zu seinen Konkurrenten nicht weiterfahren, sodass die letzten Minuten der Session unter gelben Flaggen stattfanden. Landsmann Kimi Räikkönen trainierte in Session zwei umso fleißiger: 25 Runden, dreieinhalb Sekunden Rückstand, 20. Platz. Nur 25 Runden: Michael Schumacher trainierte weniger als alle anderen Fahrer © xpbimages.com "Der Lotus scheint ziemlich stark zu sein, was Traktion und mechanischen Grip angeht", analysiert Experte Alguersuari. "Dem stimme ich zu", meint der ehemalige Formel-1-Ingenieur Gary Anderson und ergänzt: "Button und Hamilton machten heute Morgen durch die Schwimmbad-Passage einen sehr starken Eindruck. Ich glaube, die werden mitmischen." Alguersuari rechnet außerdem mit Ferrari, rätselt aber: "Schwer zu sagen, wo Red Bull im Moment steht."
Positiv ist, dass alle komfortabel innerhalb der 107-Prozent-Zeit lagen, weniger positiv hingegen, dass niemand einen Longrun mit den roten Supersoft-Option-Pirellis fahren konnte. "Was den Abbau der Reifen angeht, wird es eine Reise ins Unbekannte", twittert Ferrari nach dem Training. "Niemand konnte Longruns fahren. Das ist ein weiteres Fragezeichen für das Rennen." Jetzt steht aber ohnehin erst einmal der Ruhetag auf dem Programm.
Geht es auch in den nächsten Jahren für die Formel 1 noch quer durch die Eifel? Zoom © HRT
(Motorsport-Total.com/SID) - Dank Sponsoren und des Entgegenkommens von Promoter Bernie Ecclestone hat die Formel 1 auf dem Nürburgring anscheinend doch noch eine Zukunft. "Wir können den Vertrag mit Ecclestone für die nächsten zehn Jahre, also über fünf Rennen, verlängern", sagt Kai Richter, einer der Streckenbetreiber, mit Blick auf die Hockenheim-Rotation. "Ein solches Ergebnis, wie wir es ausgehandelt haben, hat es noch nie für den Nürburgring gegeben", betont er. Richter nennt Details: "Weniger als zehn Millionen Euro sind als Beitrag des Landes für ein Rennen gefordert." Er und sein Mitgesellschafter beim Veranstalter-Unternehmen Rheinland-Pfalz Grand Prix, Jörg Lindner, erklären, sie hätten "in schwierigen Verhandlungen bei insgesamt vier Treffen" mit Ecclestone dieses "äußerst attraktive Ergebnis" erzielt. Möglich geworden sei es auch durch ein Gesamtpaket von nationalen Sponsoren und Investoren. Lindner verdeutlicht aber, dass der Vertrag mit Ecclestone bis Juni abgeschlossen werden müsse: "Sonst ist die Formel 1 weg. Für viele, viele Jahre." Ecclestone, der von einem "internen Problem mit den Promotern" spricht, äußert sich zu der Nürburgring-Frage gegenüber 'ESPNF1' wie folgt: "Ihr Vertrag lief aus, also werden wir ihn erneuern. Das passiert, sobald sie wissen, mit wem wir das tun können." Ecclestone zeigt sich kompromissbereit und schießt hinterher: "Ich mache es gern." Das Land Rheinland-Pfalz hatte Richter und Lindner wegen ausstehender Pachtzahlungen mit einer Räumungsklage gedroht. Eine Reaktion der Mainzer Landesregierung liegt bisher noch nicht vor.
Siegkandidat im Leitplanken-Dschungel? Hamilton fährt kalkulierter Zoom © xpbimages.com
Heiße Rennaction und viel Glamour: Bei Monaco und Lewis Hamilton scheint es sich um eine passende Synthese zu handeln. Nachdem das Rennen im Fürstentum dem Briten im vergangenen Jahr - unter anderem wegen zwei Durchfahrtsstrafen - völlig misslang, stehen die Vorzeichen 2012 besser. Denn der Vollblut-Racer Hamilton scheint kalkulierter und vorausschauender zu fahren denn je. In Spanien brachte ausgerechnet der als Reifenmörder verschrieene Ex-Weltmeister sein Auto als einziger Pilot mit einer Zwei-Stopp-Strategie ins Ziel. "Es ist eine Herausforderung, mit den Pirelli-Pneus klarzukommen", betont er gegenüber 'Autosport'. "Es gibt Momente, in denen mir das gelingt, und einige, in denen es das nicht tut. Aber 2008 war das nicht anders", so Hamilton. Es ist der Verweis auf die Saison, in der er auf Bridgestone-Reifen Weltmeister wurde - damals allerdings hatte der schonende Umgang mit dem Gummi noch nicht den Stellenwert, den er heute genießt. "Jeder hat Stärken und Schwächen. Zu meinen Vorzügen gehört es, eine schnelle Runde auf neuen Reifen zu fahren. Sie lange am Leben zu erhalten ist für mich eine Herausforderung", stellt Hamilton fest.
Gute Zeiten, schlechte Zeiten: Lewis Hamilton wirkt 2012 deutlich entspannter Zoom © xpbimages.com
Was ist bloß mit Lewis los? Diese Frage stellten sich die Formel-1-Fans im vergangenen Jahr gewiss mehr als einmal. Lewis Hamilton schien 2011 nämlich nicht in gewohnt bestechender Form zu fahren und wirkte oft abgelenkt. All dies ist nun aber Schnee von gestern, denn heute tritt der McLaren-Pilot wieder beschwingt und selbstsicher auf. Aber warum eigentlich? Hamilton geht auf Spurensuche. Der britische Rennfahrer hat sich in der Winterpause die Zeit genommen, um sich selbst und das Geschehene ausgiebig zu analysieren, wie er gegenüber 'Autosport' bestätigt. Gleichzeitig fasste Hamilton frischen Mut - und offensichtlich auch einige gute Vorsätze. "Es geht darum, dich richtig einzustellen", sagt Hamilton über seine Auszeit im Winter. Dabei war er augenscheinlich erfolgreich. Neben Fernando Alonso (Ferrari) ist Hamilton 2012 nämlich der einzige Fahrer im Starterfeld, der bisher in allen Rennen in den Punkten war. Die Konstanz, die im vergangenen Jahr so oft fehlte, scheint also vorhanden zu sein. Oder wie es Hamilton ausdrückt: "Du hoffst, nicht wieder in den gleichen Trott zu verfallen, sofern du dich im vergangenen Jahr in einem Trott befunden hast." "Es gab einfach ein paar Dinge in meinem Leben, die ich neu sortieren musste. Das brauchte seine Zeit. Jetzt passt alles, also bin ich ziemlich zufrieden. All das macht dieses Jahr umso schöner", sagt Hamilton. Familie, Freunde, Management, Team - Privat- und Rennfahrer-Leben verlaufen nun also wieder in geordneten Bahnen. Dieser Umstand ist auch den Formel-1-Beobachtern nicht entgangen. Coulthard bewundert die Wandlung HamiltonsDer ehemalige Formel-1-Pilot David Coulthard zeigt sich bei 'Autosport' beispielsweise hocherfreut über den "neuen Lewis" und sagt: "Lewis Hamilton fährt derzeit so gut wie eh und je - wenn nicht sogar besser als früher. Das ist schön zu sehen. Was hat sich verändert? Nun, ich denke, er ist über den Winter erwachsen geworden. Er hatte die Chance, über all dies nachzudenken", meint "DC". "Ich sehe einen deutlich kompletteren Rennfahrer als den Lewis von vor einem Jahr." David Coulthard "Das scheint er getan zu haben. Ich sehe einen deutlich kompletteren Rennfahrer als den Lewis von vor einem Jahr. Er hatte nie ein Problem mit seiner Geschwindigkeit, sondern schien nur abgelenkt zu sein. Das hat er nun offenbar im Griff. Und er macht keine Fehler. Dass er Jenson Button in Spanien vom letzten Startplatz aus geschlagen hat, ist ein gutes Beispiel dafür, wie stark Lewis 2012 auftritt." In der Tat, wie die bisherigen Ergebnisse unterstreichen. Auch McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh erkennt darin einen "anderen" Hamilton und merkt bei 'Autosport' an: "Die Leute verändern sich nicht von jetzt auf gleich, sondern ganz allmählich. Lewis glaubt an sich als einen großen Rennfahrer, weiß aber nun, dass im Leben nicht alles nach Plan läuft. Man lernt nach und nach, damit umzugehen." Wenn Rennfahrer unter Druck stehen ..."Und wir würden keinen Lewis wollen, der sich mit dem Zweitbesten zufriedengeben würde", meint Whitmarsh und stellt klar: "Wir wollen einen Lewis, der es auf Erfolge abgesehen hat, der sich als Zweiter nicht wohl fühlt, der alles bei sich, an seinem Auto, in seinem Team und in seinem Umfeld absolut perfekt haben will. Diese Entschlossenheit treibt ihn an." 2011 sah es noch ganz anders aus. "Wenn Rennfahrer unter Druck stehen, dann kann es sein, dass sie das Auto überfahren." Martin Whitmarsh Whitmarsh zeigt allerdings Verständnis für seinen Piloten und dessen vermeintlich schwieriges Jahr. "Wenn Rennfahrer unter Druck stehen, dann kann es sein, dass sie das Auto überfahren. Wenn sie dann auch noch an Selbstvertrauen eingebüßt haben, werden sie vielleicht noch ein bisschen mehr zurückhaltend. Lewis hat seine Fähigkeiten sicherlich nicht verloren", erläutert der Teamchef. "Seine Stimmung ist sehr positiv. Er hat dazugelernt und ist nun deutlich gefasster und glücklicher. Er weiß, er kann in diesem Jahr eine Weltmeisterschaft gewinnen", sagt Whitmarsh und Hamilton stimmt zu: "Ich versuche, zu gewinnen, und ich will gewinnen. Ich bin nicht zufrieden damit, in jedem Rennen nur Dritter zu werden. Der achte Platz beim jüngsten Rennen war auch nicht so toll", meint Hamilton. Der Sieg ist alles - oder etwa doch nicht?In Barcelona hatte der britische Rennfahrer aufgrund eines Teamfehlers von ganz hinten losfahren müssen, nachdem er sein Auto auf die Pole-Position gestellt hatte. Dergleichen wirft Hamilton in diesem Jahr aber nicht aus der Bahn, auch wenn er sagt: "Es ist immer eine Enttäuschung, wenn man Rückschritte macht. Du willst doch attackieren, überholen. Nur darum geht es im Motorsport." "Es könnte viel schlimmer sein." Lewis Hamilton "Es könnte aber viel schlimmer sein. Was all dies in eine Perspektive rückte, war, was ich auf den Philippinen gesehen habe. Dort gibt es Kinder, die gar nichts haben und in Papierhütten auf der Straße leben. Und hier sind wir in der Formel 1. Damit kann ich also gar nicht unzufrieden sein. Das ist die Perspektive, die ich in diesem Jahr habe: Es könnte viel schlimmer sein", hält Hamilton fest. "Ich will aber trotzdem immer Erster werden." Und das so schnell wie möglich - und mit McLaren, wo Hamilton noch bis zum Saisonende unter Vertrag steht. Mit dem "und dann?" hat er sich laut eigener Aussage aber "noch nicht" beschäftigt, sagt Hamilton bei 'Autosport'. Die Begründung klingt plausibel: "Wir haben es mit einer so fordernden Saison zu tun, da muss ich einfach konzentriert bleiben". McLaren will Hamilton halten"Wenn ich meinen Fokus verliere und deswegen einige Punkte einbüße, könnte ich mir das nie verzeihen. Ich muss halt eine Lücke finden. Ich brauche die Zeit, um mich mit meinem Manager hinzusetzen und darüber zu reden. Ich bat sie (das Management; Anm. d. Red.) aber schon darum, sich einmal ein paar Gedanken zu machen. Wann es so weit sein wird, weiß ich aber nicht." "Ja, wir wollen ihn behalten." Martin Whitmarsh "Es wird irgendwann in diesem Jahr passieren, denn ansonsten bin ich arbeitslos", meint Hamilton und grinst verschmitzt. So weit wird es bei einem der Topstars der Szene vermutlich nicht kommen, auch wenn die Verhandlungen mit McLaren wohl erst in den Sommermonaten an Fahrt aufnehmen. Und zur Not - das ist aus dem Fahrerlager zu hören - hätten auch andere Teams Interesse an ihm.
McLaren dürfte aber erst einmal auf der Pole-Position stehen. Darauf hofft sicher auch Whitmarsh, wenn er sagt: "Ja, wir wollen ihn behalten." Der Teamchef zeigt sich jedoch zurückhaltend: "Wie man sich vielleicht vorstellen kann, ist das eine vertrauliche Angelegenheit. Es wäre nicht angebracht, darüber zu sprechen. Wenn Lewis und McLaren etwas kundzutun haben, dann werden wir es schon sagen."
Valtteri Bottas überzeugt als Freitagstester von Williams Zoom © xpbimages.com
Williams gehört in dieser Saison zu den Teams, die im ersten Freien Training des Rennwochenendes eine Testfahrer zum Einsatz kommen lässt. Bei 14 der 20 Grand Prix sitzt am Freitagmorgen Valtteri Bottas im Auto von Bruno Senna. Der Finne, der im vergangenen Jahr Meister der GP3-Serie war, und auf den vor allem Williams-Teilhaber Toto Wolff große Stücke hält, soll so langsam an die Formel 1 herangeführt werden. Doch bisher verläuft die Lernkurve des 22-Jährigen recht steil. Bottas überzeugt durch fehlerfreie Runden und schnelle Zeiten. In Barcelona zeigte er als Fünftschnellster im ersten Freien Training erstmals das Potenzial des FW34 auf dem Circuit de Catalunya auf. "Ich bin wirklich zufrieden", wird Bottas von 'The National' zitiert. "Das Wichtigste ist, dass ich eine Menge gelernt habe und nach jedem Wochenende mehr dazulerne. Die Ziele, die ich mir setzte, hab ich erreicht, und ich habe einen gute Speed." Der Finne zeigt sich erstaunt über seine raschen Fortschritte. "Niemand hätte von mir erwartet, dass ich in den ersten Freien Training so schnell wäre - ich war selbst überrascht." In diesem Jahr konzentriert sich Bottas voll auf seine Testfahrerrolle beim Williams, Rennen fährt er nicht. Doch das soll sich spätestens 2013 ändern. "Als Rennfahrer will ich so schnell wie möglich ins Auto, ich hoffe, dass es im kommenden Jahr möglich ist. Dieses Jahr dient der Vorbereitung. Außerdem kann ich dem Team zeigen, dass ich es drauf habe." Auf Gerüchte, nach denen er schon in dieser Saison Bruno Senna im Renncockpit ablösen könnte, gibt Bottas jedoch nicht. "Nein, das ändert für mich nichts. Mein Ziel ist das Gleiche: Ich möchte dazulernen und an jedem Wochenende ein besserer Fahrer werden." Bereits am fünften Rennwochenende mit seinem Team hatte Bottas erstmal Grund zum Feiern. Der Sieg von Pastor Maldonado in Barcelona sorgte auch beim 22-Jährigen für Begeisterung. "Das war ein großartiges Gefühl. Ich sehe, wie hart sie arbeiten, es war ein hochverdienter Sieg. Natürlich war es auch für uns eine große Überraschung, niemand hätte das erwartet. So etwas habe ich noch nie erlebt. Nach dem Fallen der Zielflagge haben alle in die Hände geklatscht und sich umarmt. Das war ganz speziell." Sein Debüt im Formel-1-Auto gab der Finne im vergangenen Jahr beim Young-Driver-Test in Abu Dhabi. In dieser Saison können die Teams wählen, ob sie diesen Test nach dem Rennen in Silverstone oder gegen Ende der Saison nach dem Grand Prix von Abu Dhabi fahren wollen. Bottas würde sich für Letzteres entscheiden. "Wenn du in einer anderen Serie fährst, wäre es besser, wenn der Test am Ende der Saison wäre. Dann kommt es nicht zu Terminüberschneidungen."
Hamilton (rechts) hat von seinem Freund Rosberg einen neuen Eindruck gewonnen Zoom © xpbimages.com
Nico Rosberg verteidigte sich in Bahrain hart gegen Lewis Hamilton und Fernando Alonso, wurde dafür von den Rennkommissaren aber nicht sanktioniert. Hat er die Manöver unternommen, um das Vorurteil, er sei leicht zu überholen, zu zerstreuen? "Mir war das gar nicht bewusst", kommentiert Rosberg diese gewagte Spekulation gegenüber 'Autosport'. "Ich war eigentlich ganz zufrieden damit, wie ich in Bahrain Konkurrenten hinter mir gehalten habe", so der Wiesbadener weiter. Hamilton, ein Freund und Weggefährte Rosbergs, weiß, dass Fahrer in der Königsklasse durchaus einzuordnen sind. "Einige Piloten sind wirklich einfach zu überholen. Du weißt, das es kein Problem sein wird", meint der Brite, dem selbst wenig Scheu vor riskanten Manövern nachgesagt wird. "Bei anderen überlegst du dann, nicht anzugreifen, weil du weist, dass sie dir keinen Platz lassen", bemerkt der McLaren-Star. Ihr unbeabsichtigte Wirkung haben die Manöver Rosbergs jedenfalls nicht verfehlt. "Um ehrlich zu sein, hatte ich einen anderen Eindruck von Nicos Fahrweise bis zum Rennen in Bahrain. Danach hat er sich verändert", meint Hamilton. Der erste Sieg in der Formel 1 habe nichts mit der veränderten Gangart zu tun, betont Rosberg: "Es ist eine wunderbare Erinnerung und vielleicht bringt sie etwas mehr Motivation, weil ich sie wiederholen möchte", sagt er. Der Mercedes-Pilot begründet: "Ich war ja zuvor nicht von der Rolle. Ich war in einer sehr guten Position und davon überzeugt, dass der Sieg eines Tages kommen würde", so Rosberg. Am Ende der Fahnenstange sieht der 26-Jährige sich und sein Team aber noch lange nicht angekommen. "Der Grand-Prix-Erfolg war nicht unser Ziel. Unser Ziel ist es nach wie vor, die Besten zu sein", gibt er sich selbstbewusst.
Michael Schumacher und Norbert Haug besuchten Lukas Podolski im Trainingslager Zoom © Mercedes-Benz
Prominenten Besuch bekam gestern Morgen die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in ihrem Trainingslager im südfranzösischen Tourrettes. Die beiden Formel-1-Stars Michael Schumacher und Nico Rosberg waren wegen des Formel-1-Rennens in Monaco ebenfalls an der Cote d'Azur und haben den Jungs von Bundestrainer Joachim Löw für die EM in Polen und der Ukraine alles Gute gewünscht. Schumacher und Rosberg haben sich nebenbei auch noch als "Taxifahrer" betätigt und vier Spieler - sehr schnell - zum Training gefahren. Dass es dabei zu der Traumkonstellation der beiden "kölschen Jung" Schumi und Poldi kommen wird, war so gut wie sicher. Kaum war Schumi vor dem Mannschaftshotel vorgefahren, saß Lukas Podolski auch schon auf dem Beifahrersitz. Dabei waren natürlich der 1.FC Köln und der Abstieg aus der Fußball-Bundesliga sowie der Wechsel von "Prinz Poldi" zum englischen Club FC Arsenal das Hauptgesprächsthema. "Normal, wie das in Kölle nun mal so abgeht." Michael Schumacher "Normal, wie das in Kölle nun mal so abgeht", sagt Schumacher. "Ich bin zwar FC-Fan, und ich glaube Poldi wird den FC auch immer im Herzen bei sich tragen. Aber dennoch, der Sport ist der Sport, und jeder muss glaube ich seinen Weg gehen. Ich bin absolut sicher, dass das, was Poldi entschieden hat, das Richtige für ihn ist. Insofern werden wir in Zukunft dann eben Arsenal die Daumen drücken. Aber wir können auch Köln weiterhin die Daumen drücken." Podolski und seine Nationalmannschaftskollegen wollen nach zwei Niederlagen gegen Spanien bei großen Turnieren in diesem Jahr in Polen und der Ukraine endlich ein Turnier als Sieger beenden. "Auf jeden Fall ist unser Ziel der Titel", sagt Podolski, der sich dafür auch gerne bei seinem prominenten Chauffeur Ratschläge holt. "Michael hat ja schon sieben, was überragend ist. Den einen oder anderen Tipp hat er vielleicht, den er uns geben kann, wie man am Ende die letzten Prozent herausholen kann, damit wir nicht nur ins Halbfinale und Finale kommen, sondern auch am Ende den Titel in der Hand haben." Der Besuch der beiden Formel-1-Stars war für die Nationalspieler eine willkommen Abwechslung vom Trainingsalltag. "Klar, auf jeden Fall! Ich denke, wenn man jeden Tag zweimal Training hat und immer unterwegs ist, dann ist das Super", sagt Podolski. Auf die Frage, was Schumacher im Auto besser könne als er, antwortet der Fußballer: "Alles. War die einzige Antwort, die man geben kann." Dieser gab das Lob zurück und war zufrieden mit seinem fachkundigen Beifahrer: "Er war voll mit dabei und hat Anweisungen gegeben", sagt Schumacher. "Die Technik geht ja immer weiter bei den Autos. Das haben wir gerade besprochen, es gibt auch keine Handbremse wie früher, sondern einen Hebel an der Seite. Die Technik ist schon weit fortgeschritten. - Leider zu weit für den Spaß", bedauert der 43-Jährige.
Michael Schumacher und Mercedes nehmen in Monaco Kurs auf gute Resultate Zoom © xpbimages.com
Wie stark ist Mercedes beim Stadtrennen in Monte Carlo? Eine Antwort auf diese Frage kann Ross Brawn derzeit noch nicht geben. Der britische Teamchef des deutschen Werksteams zeigt sich aber recht zuversichtlich, dass Nico Rosberg und Michael Schumacher im Fürstentum an der Côte d'Azur eine gute Leistung erbringen können. Allerdings nur sofern Mercedes dort keine Fehler unterlaufen. "Wir haben zwei großartige Fahrer und unser Auto ist ebenfalls ziemlich gut, denken wir. Wir müssen aber alles richtig hinbekommen. Es geht darum, ein Programm zu haben, das von Donnerstag bis Sonntag flüssig läuft. Alles hat nämlich eine Konsequenz", sagt Brawn bei 'Autosport'. "Machst du etwas falsch, verlierst du Streckenzeit. Das rächt sich. Du musst also von Anfang an am Ball bleiben." "Und wenn du auf der Strecke bist, bekommst du automatisch mit, wie sich der Kurs entwickelt. Wenn wir also ein gutes Wochenende haben, sollten wir konkurrenzfähig sein", erklärt Brawn. Die Reifen von Pirelli nehmen dabei offenbar einmal mehr eine Schlüsselrolle ein, doch auch die Abstimmung des Fahrzeugs könnte sich entscheidend auswirken. Kann Mercedes da seine Stärken ausspielen? Brawn zeigt sich vorsichtig optimistisch: "Wir waren bisher generell im langsamen und mittelschnellen Bereich der Strecken besser als im richtig schnellen Bereich. Die Teams gehen beim Setup aber auch unterschiedliche Kompromisse ein. Hier werden jedoch alle auf geringe bis mittlere Geschwindigkeiten getrimmt sein. Unser Vorteil ist deshalb vielleicht nicht so groß, weil sich alle darauf einstellen."
Geplatzter Traum: So hätte die Formel-1-Strecke auf Mallorca aussehen sollen © Gabriel Palmer
Bereits Ende vergangenen Jahres deutete sich an, dass es mit einem Formel-1-Grand-Prix auf Mallorca wohl nichts werden würde, doch nun scheint das Projekt endgültig gestorben zu sein. Stolperstein bleibt weiterhin die fehlende Unterstützung des Inselrats, der die potenziellen Investoren dazu bewogen hat, ihren Plan zu begraben. Rund 200 Millionen Euro hätten für die angeblich bis zu 92.000 Zuschauer fassende Rennstrecke neben der Autobahn zwischen der Gemeinde Llucmajor und der Hauptstadt Palma de Mallorca gekostet, doch die Kosten wären komplett privat getragen worden. Daher war es dem Bürgermeister von Llucmajor ein großes Anliegen, das prestigeträchtige Projekt umzusetzen. Auch Bernie Ecclestone soll die bei einem persönlichen Treffen präsentierte Idee eines "Holiday-Grand-Prix" gefallen haben. Doch ohne Zustimmung des Inselrats lässt sich das Projekt nicht verwirklichen, weil die Gemeinden auf Mallorca außerhalb der besiedelten Gebiete nicht berechtigt sind, Bauvorhaben autonom durchzusetzen. Aufgrund dieser Pattsituation haben sich die Investoren laut 'Mallorca Zeitung' zurückgezogen - sehr zum Leidwesen von Llucmajors Bürgermeister Joan Jaume, der treibenden Kraft hinter dem Projekt.
Die Zeit der Alleinherrschaft ist vorbei: Williams gibt sich heute als Teamplayer Zoom © Williams
Lange Zeit war Frank Williams eine der prägenden Figuren der Formel 1. Mit nachlassendem sportlichen Erfolg verschwand er nicht von der Bildfläche, doch es rückten andere Charakterköpfe in den Vordergrund. Für den Teamchef, der kürzlich seinen 70. Geburtstag feierte, waren Grand-Prix-Siege schon kein Thema mehr. "Ich hatte keine Angst. Es war eher eine stärker und stärker werdende Verlegenheit", blickt Williams im Gespräch mit dem 'Telegraph' auf die Durststrecke zurück. Es schien ein schleichender Untergang zu sein: "Als die Jahre ins Land gingen, begannen wir zu verschwinden", erzählt Williams über die Jahre seit 2004, als ihm und seiner Mannschaft keine Siege mehr gelangen. Depressionen bereitete ihm das nicht: "Ich kann nicht behaupten, dass ich wochenlang im Bett gelegen und mir deswegen Gedanken gemacht hätte. Glücklicherweise kamen fähigere Leute als ich und räumten die Probleme aus", so Williams. Fähige Leute wie Adam Parr, der das Team vor wenigen Wochen unter kontroversen Umständen verließ. Williams schüttet Lob über seinem ehemaligen Mitarbeiter aus: "Er ist ein wahnsinnig kluger Kopf und ich habe oft mit ihm gesprochen. Er war Feuer und Flamme für das Team und hat seinen Anteil am Erfolg." Denn es sei Parr gewesen, der Personal wie Mike Coughlan, Jason Somerville oder Ed Wood verpflichtete. Williams glaubt daran, den Ex-Geschäftsführer bald wieder in der Formel 1 zu sehen, "möglicherweise in einer kommerziellen Funktion". Ebenfalls nicht mehr Teil des Teams ist Co-Gründer Patrick Head, der die Mannschaft im Winter verließ. "Er war schon etwas neidisch, nicht Teil des Sieges gewesen zu sein", bemerkt Williams schmunzelnd und würdigt die Leitung seines langjährigen Weggefährten. "Aber er hat ja das Fundament gelegt." Er glaube an einen weiteren Sieg für Williams, gibt sich Sir Frank überzeugt: "Barcelona mag eine Überraschung gewesen sein, aber wir wussten, dass wir uns im Vorfeld verbessert hatten. Das Auto hat eine gute Balance", sagt er. Williams weiß genau, was er an seinem venezolanischen Piloten hat. "Und die größte Überraschung ist, dass Maldo (Pastor Maldonado, Anm. d. Red.) sehr, sehr konkurrenzfähig ist. Er bringt eine Menge Sponsorengelder mit."
Quelle: motorsport-total.com
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Kaltenborn: Die mächtigste Frau der Formel 1
24.05.2012 - 11:09
Senna ist froh, in einem Formel-1-Auto nach Monaco zurückkehren zu dürfen Zoom © xpbimages.com
Senna und Monaco - diese Verbindung scheint in den Genen zu liegen, schließlich sagt ein erfreuter Bruno Senna nach dem Freien Training am Freitagnachmittag bei 'Sky Sports F1': "Es ist eine meiner Lieblingsstrecken." Auf einen motorsportlichen Besuch an der Cote d'Azur musste der Brasilianer, der das Renault-Cockpit in der vergangenen Saison erst im Herbst ergatterte, zwei Jahre warten. Die Wiedersehensfreude ist groß: "Schön, nach einer langen Zeit, in der ich hier nicht Formel 1 gefahren bin, zurückkehren zu können", meint Senna. Dass die Wetterbedingungen ziemlich wankelmütig waren, stört den 28-Jährigen nicht. "Am Nachmittag wollte sich der Regen nicht so wirklich entscheiden, ob er nun kommt oder nicht. Das hat es zu einer verrückten Session gemacht", erklärt er. Zuletzt raste Senna im Jahre 2010 durch das Fürstentum - damals noch auf Bridgestone-Pneus. "Mit den Pirelli-Reifen ist es eine ganz andere Erfahrung als damals im HRT", stellt er fest. Der Magie Monte Carlos kann sich der Träger eines großen Namens nicht entziehen. "Wenn du selbstbewusst und eins mit dem Autos bist, vergisst du alles um dich herum. Dann kommt die Rundenzeit ganz von alleine", schwärmt Senna. In der höchsten Nachwuchsklasse siegte der vor drei Jahren. "Ich erinnere mich noch gut an den GP2-Erfolg. Hoffentlich gelingt mir das ein weiteres Mal." Sechs Siege des berühmten Onkels Ayrton verpflichten: "Wir haben hier so viel Geschichte geschrieben. Glücklicherweise auch ich mit meinem GP2-Sieg - aber die Formel 1 ist das, was zählt", blickt Senna voraus.
Der große Sir Frank Williams kann seit dem Sieg in Barcelona wieder lachen Zoom © Williams
Mit 70 Jahren ist Frank Williams der älteste Teamchef der Formel 1, aber während der 68-jährige Peter Sauber schon seinen Rücktritt mit Jahresende angekündigt hat, will der an den Rollstuhl gefesselte Brite noch nicht loslassen. Zwar zieht er sich schrittweise aus dem Tagesgeschäft zurückziehen - ein Prozess, der bereits eingeleitet wurde -, aber vorerst möchte er weiterhin an der Spitze des Rennstalls bleiben. Dass er seinen Sitz im Vorstand an Tochter Claire übergeben hat, ändere "nichts", denn: "All die Einzelpersonen mit ihren aufgeteilten Verantwortungsbereichen machen einen super Job. Ich bin aber immer noch kontrollierender Mehrheitseigentümer und Teamchef", stellt Williams im Interview mit dem 'Telegraph' klar. "Jemand muss zu mir kommen und mir sagen: 'Frank, du vergisst zu viel' oder 'Frank, du stehst langsam im Weg'." Williams sieht die Zeit noch nicht gekommenDas sei momentan noch nicht der Fall, meint der liebevoll "Rollstuhlgeneral" genannte Brite und widerspricht damit Kritikern, die nur hinter vorgehaltener Hand flüstern, dass sein Gesundheitszustand schon bald einen Wechsel erforderlich machen könnte. Würdest du dann zurücktreten, Frank? "Wenn ich wirklich glauben würde, dass ich die Dinge aufhalte, dann ja", sagt er. "Aber ich glaube nicht, dass es schon so weit ist." Teamintern war Adam Parr derjenige, der in den vergangenen Jahren den besten Draht zu Williams hatte, aber der Vorstandsvorsitzende musste im Zuge der Concorde-Verhandlungen mit Bernie Ecclestone gehen. Die neue Garde um Claire Williams und Großaktionär Toto Wolff steht schon eher für die nächste Generation. Wolff freute sich zuletzt in Barcelona "rasend, dass Frank das miterleben kann". Gemeint war der erste Sieg seit acht Jahren. Auch sonst gönnt man Williams die Rückkehr auf die Siegerstraße. Viele sind der Meinung: Es wäre ein unwürdiger Abgang eines großen Mannes gewesen, wenn Williams bis zu seinem endgültigen Rücktritt jahrelang sieglos geblieben wäre. "Er ist einer der Besten in unserem Zirkus, ein harter Kerl, ein Kämpfer", lobt Gerhard Berger. "Wir haben alle riesigen Respekt vor ihm, sind alle Fans von ihm. Und wir alle haben ein bisschen gelitten, als er immer mehr ins Hintertreffen geraten ist." Berger freut sich auch für Landsmann WolffFranks Tochter Claire Williams im Gespräch mit Bernie Ecclestone © xpbimages.com "Den letzten Sieg habe ich ihm sehr gegönnt - und das auch noch zu seinem Geburtstag! Das war wirklich toll", sagt Berger. "Ich freue mich auch für Toto Wolff, der als Österreicher jetzt Miteigentümer in dem Team ist. Ich glaube, die sind auf einem guten Weg. Die machen in diesem Jahr schon die ganze Zeit eine gute Figur. Und Maldonado scheint ein Treffer zu sein. Aber dafür hatte Frank immer schon ein Näschen." Die Frage ist: Wie lange noch? Der Racing-Virus lässt den 70-Jährigen jedenfalls nicht los: "Ich bin immer noch renn- und geschwindigkeitsverrückt", gibt der seit einem Vierteljahrhundert querschnittgelähmte Gründer des dritterfolgreichsten Formel-1-Teams aller Zeiten zu. "Seitlich mit 140 km/h durch eine Kurve zu rutschen, packt mich. Die Weltmeisterschaft nicht zu gewinnen, ist eher Nebensache. Es geht mir ums Racing."
Gerhard Berger hat Pastor Maldonado auch in Monaco auf der Rechnung Zoom © xpbimages.com
Gerhard Berger übt zwar keine offizieller Funktion mehr in der Formel 1 aus, dennoch ist er ein gern gesehener Gast im Fahrerlager. An diesem Wochenende sind dabei die Wege für den Österreicher recht kurz, denn wie viele der Piloten lebt er in Monaco. Berger kennt die Formel 1 sowohl aus der Perspektive des Fahrers als auch aus dem Blickwinkel von der Boxengasse aus, wo er als Motorsport-Direktor von BMW und Mitinhaber von Toro Rosso am Kommandostand saß. Doch an ein Rennjahr wie 2012 kann sich der 52-Jährige spontan auch nicht erinnern. "Es ist bisher eine ganz besondere Saison. Bei jedem Rennen gibt es einen anderen Sieger", sagt Berger im Gespräch mit 'SkySportsF1'. "Wir sehen einen sehr starken Williams, einen starken Sauber, einen sehr konkurrenzfähigen Ferrari. Vettel und Alonso führen die WM an. Es ist eine völlig andere Saison als in den vergangenen Jahren." In einer ohnehin turbulenten Saison, in der die Vorhersage des Sieger vor dem Rennwochenende kaum möglich ist, folgt nun mit Monaco ein Grand Prix, der von sich aus schon unberechenbar ist. Auch Berger freut sich auf das Rennen an der Cote d'Azur. "Jetzt kommen wir hier nach Monaco und es wird sehr interessant sein zu sehen, war hier alles zusammenbekommt." Doch der Österreicher ist sich schon jetzt sicher, welche Piloten im Kampf um den Sieg eine Rolle spielen werden. "Alonso wird einer derjenigen sein, die um den Sieg mitkämpfen. Hamilton, Alonso, Rosberg, und auch Maldonado dürfen wir nicht vergessen. Er war mit jedem Auto schnell, mit dem er hier gefahren ist", erinnert Berger an Maldonados Glanzleistungen in der GP2. "Vielleicht wird er auch an diesem Wochenende wieder eine Rolle spielen." Beeindruckender ist für Berger aber einer der Piloten seines ehemaligen Teams. "Ein großer Faktor bei Ferrari ist Alonso", sagt der 52-Jährige. "Er ist einer der besten, wenn nicht sogar der beste Fahrer im Feld. Er macht einen unglaublichen Job. Er fährt ständig am Limit, egal ob im Freien Training, Qualifying oder im Rennen. Er ist eine Garantie für gute Resultate. Aber Ferrari hat einen Schritt nach vorne gemacht. Vor allem beim vergangenen Rennen, aber auch heute Morgen. Er ist in guter Form." Sein ehemaliger Schützling Sebastian Vettel, mit dem Berger 2008 in Monza den Sieg bei Toro Rosso feiert, sticht in dieser Saison trotz der Sieges in Bahrain nicht so heraus wie noch im Vorjahr. Für Berger eine Folge der aktuellen Entwicklung der Formel 1. "Eine dominierende Rolle gibt es in diesem Jahr nicht", sagt der Österreicher bei den deutschen Kollegen von 'Sky Sport'. "Aber letztendlich führt Sebastian immer noch in der Weltmeisterschaft." Daran wird sich nach Ansicht von Berger auch bis zum Ende der Saison nichts ändern. "Sie sind immer dabei und werden am Ende auch wieder mitkämpfen." Die unberechenbare Formel 1 2012, die bei manchem Beobachter für Verwirrung, sorgt bei Berger, der nurmehr die Rolle des Zuschauers innehat, für Begeisterung. "Für uns Fans ist es natürlich besser, wenn es knapper zugeht, als wenn einer vorne wegfährt."
Jean-Eric Vergne konnte seine "Angst" vor der Strecke schnell ablegen Zoom © xpbimages.com
Das Toro-Rosso-Team bezeichnete den ersten Tag zum Großen Preis von Monaco als "eher frustrierend". Zum einen musste man den Neulingen in erster Linie Fahrzeit auf der Strecke geben, sodass man nicht viel am Setup arbeiten konnte. Zum anderen kam natürlich noch das wechselhafte Wetter hinzu. Am Ende fuhr Jean-Eric Vergne auf Platz 16 der schnellsten Zeiten des Tages, 2,463 Sekunden hinter Jenson Button und 0,043 Sekunden vor Teamkollege Daniel Ricciardo, der Position 17 auf der Liste der schnellsten Zeiten belegt. "Für mich war es hier das erste Mal in einem Formel-1-Auto", so Vergne. "Ich habe es wirklich genossen. Da ich im vergangenen Jahr in der World Series in Monaco nicht besonders gut unterwegs war, war ich bezüglich des heutigen Tages ein wenig besorgt, auch wenn ich mich auf die neue Erfahrung freute und nicht wusste, was ich zu erwarten habe." "Meiner Meinung nach sieht meine Leistung im Vergleich zu der meines Teamkollegen gut aus, schließlich hat Daniel auf dieser Strecke zwei Rennen in der World Series gewonnen und er hat vergangenes Jahr im Formel-1-Auto etwas Trainingszeit gehabt. So gesehen bin ich ganz glücklich und habe das Gefühl, dass die Rundenzeit nicht wichtig war, besonders da ich in etwas Verkehr geriet und meine letzte Runde in der Boxengasse beendete." "Mit der Balance des Autos bin ich relativ zufrieden, welche wir noch etwas verfeinern können. Ich benötige jedoch noch etwas mehr Zeit, um mich selbst an den Kurs anzupassen, selbst wenn ich gern im Nassen gefahren bin. Ich fühle mich vorbereitet, egal, auf welche Bedingungen wir im Verlauf des restlichen Wochenendes treffen sollten." "Aufgrund des Wetters am Nachmittag liefen die Dinge nicht ganz so reibungslos, wie wir dies geplant hatten", so Ricciardo. "Wir waren nicht in der Lage, alles auszuprobieren, was wir uns erhofft hatten." "Es ist aus diesem Grund etwas frustrierend, besonders da wir morgen einen freien Tag haben. Ich würde es vorziehen zu fahren, aber es ist womöglich eine gute Sache, denn wir können wirklich darüber nachdenken, was wir brauchen, um nach vorne zu kommen." "Es gibt auch ein paar Gebiete, auf denen wir uns verbessern müssen, und ich bin mir sicher, dass sich unsere Leistung komplett verändern wird, wenn wir das in den Griff bekommen. Hoffentlich werden wir am Samstag ein gutes Qualifying haben." "Alles in allem war dies ein eher frustrierender Tag", so Chefingenieur Laurent Mekies. "Denn die Streckenbedingungen waren während der Einheit am Nachmittag ziemlich wechselhaft." "Angesichts der Tatsache, dass Daniel vergangenes Jahr lediglich im 1. Freien Training für uns gefahren ist und Jean-Eric hier noch nie in einem Formel-1-Auto unterwegs war, lag der Hauptfokus des Tages darauf, beiden Fahrern auf dieser einzigartigen Strecke so viel Zeit zu geben wie nur möglich."
"Aus diesem Grund waren wir am Vormittag die ersten, welche aus den Boxen fuhren, denn wir wollten sie in den richtigen Rhythmus bringen. Dieser Teil unseres Planes verlief erfolgreich. Sie schienen die Erfahrung genossen zu haben. Wir haben auch am Nachmittag trotz der wechselhaften Bedingungen versucht, jede Menge Runden zu fahren." "Aber alles in allem haben wir in Bezug auf die übliche Arbeit am Setup des Autos nicht so viel erreicht. Abgesehen davon hatten wir einen problemlosen Tag und die Fahrer leisteten sich keinerlei Fehler. Aufgrund des unglücklichen Zeitplans dieser Veranstaltung haben wir morgen einen ganzen Tag, an dem wir darüber nachdenken können, wie wir das Auto für den Rest des Wochenendes verbessern können."
Kamui Kobayashi ist mit seinem Sauber noch nicht restlos glücklich Zoom © xpbimages.com
Starker Trainingsauftakt in Monaco für das Sauber-Team. Während Sergio Perez im Gesamtergebnis auf den beachtlichen fünften Platz fuhr, kam Teamkollege Kamui Kobayashi, der kein Fan des engen Kurses im Fürstentum ist, immerhin auf den neunten Gesamtrang. Auf die Bestzeit von McLaren-Pilot Jenson Button fehlten ihm 1,292 Sekunden. Dennoch erlebte der Japaner, der in Spanien großartiger Fünfter wurde, keinen problemlosen Trainingsstart. Er klagt gegenüber 'Sky Sports' über mangelnden Abtrieb: "Ich verwende den gleichen Unterboden wie mein Teamkollege, aber im Vergleich zu ihm vermissen wir aus einem unbekannten Grund etwas Abtrieb. Aus diesem Grund hatten wir hier ein paar Probleme." Das Team wechselte daher auf den Ersatz-Unterboden. Auch die Umstände machen es dem Sauber-Piloten nicht leicht: "Die Strecke ist immer ziemlich schmutzig - es ist sehr rutschig. Daher ist es immer sehr schwierig, das richtige Setup zu finden, aber ich denke, dass es in Ordnung ist. Wir sind nicht so weit weg. Am Samstag werden wir dann sehen, was das Wetter macht. Die Streckenbedingungen sind hier an diesem Wochenende eine ziemliche Unbekannte - und das macht es sehr knifflig." Obwohl am Freitag für die Formel-1-Piloten Ruhetag ist, wurde Kobayashi von seinem Team eingeteilt: "Ich habe einen etwas seltsamen Zeitplan. Es gibt eine Autogrammstunde an der Strecke, was eine Überraschung ist. Ich muss also leider zur Strecke kommen." Obwohl er den Kurs nicht für eine wirkliche Formel-1-Strecke hält, kann er dem Rennen etwas abgewinnen: "In Monaco ist die Aufregung immer sehr groß - und das ist gut für die Formel 1."
Hat Fahrer noch nie mit Samthandschuhen angefasst: Frank Williams Zoom © xpbimages.com
Bruno Sennas Stuhl bei Williams wackelt nach dem Sieg von Pastor Maldonado beim Spanien-Grand-Prix bedenklich. Und der Teamchef rüttelt weiter am Sitz des Brasilianers: "Bruno muss jetzt antworten", zitiert die britische Tageszeitung "The Telegraph" Frank Williams und findet gewohnt deutliche Worte: "Maldos (Maldonados, Anm. d. Red.) Erfolg sollte für ihn ein Tritt in den Hintern sein." Williams, der sich von den starken Leitungen des Venezolaners überrascht zeigt, redet auch bei den Finanzen nicht lange um den heißen Brei herum. "Völlig unpolitisch, aber er bringt eine nützliche Menge an Sponsorengeldern mit." Insider beziffern diese "nützliche" Summe auf rund 30 Millionen britische Pfund, die Caracas staatlicher Ölkonzern PDVSA auf das Williams-Konto überweist. Die Maldonado zugeschriebene Favoritenrolle - er hat in Monaco mit Ausnahme der Königsklasse in allen Serien, die er gefahren ist, bereits gewonnen - will Williams nicht bestätigen. "Die Formel 1 ist böse. Wenn du den kleinsten Fehler machst, bist du tot. Es ist das beste, bescheiden zu sein", so Sir Frank.
Frank Williams wollte sein Team in der Notlage nicht im Stich lassen Zoom © Williams
Die Formel 1 gilt als zerstrittener Haufen. Missgunst und Misstrauen, Spionage und Tricksereien gehören im Fahrerlager zur Tagesordnung. Doch wenn es zu Katastrophen kommt, dann rückt die Königsklasse des Motorsports zusammen. Bestes Beispiel dafür ist der Feuerunfall in der Williams-Box, der das Sensationsteam nach dem Überraschungsteam hart getroffen hat. "Ich habe die Zeit nach dem Rennen genossen, war in der Garage und blieb stehen, um mit jemandem zu sprechen, als es zu meiner Rechten etwas zerrissen hat", erinnert sich Teamchef Frank Williams gegenüber dem 'Telegraph' an den folgenschweren Knall. "Sofort breiteten sich schwarze Rauchwolken aus." Eine brenzlige Situation für den Querschnitt-gelähmten Teamboss. Doch sein Betreuer reagierte rasch. "Schnell wie der Blitz wurde ich aus der Box gerollt", erzählt er. Dabei war ihm dies zunächst gar nicht recht: "Ich schrie: 'Michael, du musst verdammt noch mal stehenbleiben. Ich sollte eigentlich die Leitung übernehmen, und kann mich nicht einfach aus dem Staub machen." Williams wollte zurück in die BoxSein Betreuer folgte dem Befehl des Chefs und schob den "Rollstuhl-General" wieder in Richtung Box. "Aber ich konnte dort nicht viel tun", erkannte Williams. Doch was war passiert? Williams-Mitbesitzer Christian "Toto" Wolff gibt gegenüber 'Sky' Einblicke: "Eine Funkstation aus Plastik, wo die Funkgeräte dran hängen, ist geschmolzen und hat zu dieser Rauchentwicklung geführt." Die Ursache dafür ist noch immer nicht ganz klar, wie Wolff erklärt: "Es wird immer noch analysiert, aber vermutlich war es eine statische Entladung, wie sie jeden Tag passieren kann, wenn wir jemandem die Hand schütteln und wir einen Schlag kriegen. Diese statische Entladung hat Dämpfe entzündet, und dann ist ein Fass in die Luft geflogen. Das ist extrem unüblich, wie ich gehört habe, aber es kann passieren." Gesamtes Fahrerlager kämpfte gegen FlammenAls das Feuer ausbrach, half plötzlich fast gesamte Fahrerlager mit, eine Katastrophe zu verhindern. Mechaniker unterschiedlicher Teams nahmen ihre Feuerlöscher und bekämpften die Flammen. "Es gehört einiges an Mut dazu, sich da hineinzustürzen, vor allem, wenn es nicht einmal das eigene Team ist", zollt der Österreicher den Helfern seine Anerkennung. "Es zeigt, wie die Mannschaften da zusammenhalten. Das war das die schöne Seite an der Tragödie." Toto Wolff glaubt, dass es einen balalen Grund für den Unfall geben könnte © xpbimages.com Freilich hätte aber auch ihr eigenes Team betroffen sein können, hätte man das Feuer nicht unter Kontrolle gebracht. "Sie wussten, dass sie helfen müssen, denn sonst hätte das Feuer auch auf andere Boxen übergreifen können", meint Wolff. Inzwischen wird nur noch ein Williams-Teammitglied im Krankenhaus behandelt - der Mitarbeiter leidet an Verbrennungen an Händen und Füßen. "Er wird nächste Woche aus dem Krankenhaus entlassen - also sind wir mit dem Schrecken davongekommen", ist Wolff froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist. "Er hat einen starken Charakter", stellt Williams klar, dass es seinem Teammitglied den Umständen entsprechend gut geht. "Er wird zurückkommen, wenn es für ihn passt - in einem Monat oder zwei." Williams bedankt sich für HilfeAuch der 70-jährige Brite zeigt sich vom Zusammenhalt im Fahrerlager angetan: "Es hat mich sehr glücklich gemacht, als ich im Nachhinein gehört habe, dass jeder Feuerlöscher im Fahrer von fast jedem Team benutzt wurde. Die Reaktion war außergewöhnlich, wirklich überwältigend."
Damit war es aber nicht getan, denn auch nach dem gelöschten Brand zeigten die anderen Teams ihre Hilfsbereitschaft. "Alle Teams sagten zu mir: 'Was auch immer ihr braucht - wir werden euch helfen'", erinnert sich die lebende Formel-1-Legende. "Ich weiß nicht genau, was wir angenommen haben, aber ich habe darum gebeten, dass eine Liste angefertigt wird. Meine Hauptaufgabe in Monaco ist es, alle Teamchefs zu treffen, ihnen zu danken und zurückzuzahlen, was auch immer sie uns gegeben haben."
Jenson Button sicherte sich die Bestzeit am ersten Trainingstag in Monaco Zoom © xpbimages.com
Am Vormittag war es zwar noch trocken, aber wirklich aussagekräftig war das Ergebnis des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco nicht, und auch die zweite Session im Fürstentum an der Cote d'Azur ließ keine echten Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis an diesem Wochenende zu. Schuld daran war Regen im zweiten Freien Training in Monte Carlo. "Diese Bedingungen sind sehr schwierig für uns", meinte Force-India-Teammanager Andy Stevenson nach knapp einer halben Stunde der geplanten 90 Minuten. "Die Strecke ist zu feucht, um konstruktiv zu fahren, aber nicht nass genug für Intermediates. Da wäre mir stärkerer Regen sogar lieber, denn laut Wettervorhersage soll es am Wochenende regnen. So könnten die Fahrer zumindest ein paar Runden trainieren, um sich an die Bedingungen zu gewöhnen." Button-Bestzeit auf weichen ReifenEin Wunsch, der nicht in Erfüllung gehen sollte, denn erst trocknete es ein bisschen ab, ehe es wieder zu regnen begann - beim zweiten Mal etwas stärker. Von da an waren die gleich zu Beginn erzielten Zeiten in Stein gemeißelt. Jenson Buttons Bestzeit von 1:15.746 Minuten war jedoch kaum aussagekräftig, schließlich hatte der McLaren-Pilot noch vor einsetzendem Regen als einer der wenigen Piloten eine volle Runde auf den weicheren Supersoft-Pirellis zurückgelegt. Der Lotus von Romain Grosjean hinterließ heute einen sehr starken Eindruck © xpbimages.com "Wir sind heute für einen Donnerstag in Monaco nicht viel gefahren. Hoffentlich wird das Wetter am Samstag ein bisschen besser", seufzt der Tagesschnellste, der es insgesamt auf 30 Umläufe brachte, 17 davon am Nachmittag. Zweiter wurde Romain Grosjean (Lotus), der mit seiner spektakulären Fahrweise immer wieder in Richtung Leitplanken driftete, aber jeden einzelnen Rutscher gekonnt abfangen konnte. Rückstand: 0,392 Sekunden. Allerdings absolvierte Grosjean seinen gezeiteten Run noch auf der härteren Reifenmischung, "und die ist um ungefähr eine Sekunde langsamer als die weiche", analysiert Formel-1-Experte Marc Surer. Eigentlich also ein gutes Zeichen für das Lotus-Team, dem die meisten Beobachter an diesem Wochenende eine starke Performance zutrauen, aber andererseits ist das Ergebnis wegen des Wetters und unterschiedlicher Benzinmengen noch verzerrter als sonst am ersten Trainingstag. Massa in FP2 schneller als AlonsoFelipe Massa gewann das Ferrari-Stallduell am Nachmittag gegen Fernando Alonso, in der Gesamtwertung belegte Alonso aber mit 0,519 Sekunden Rückstand den dritten Platz - seine Bestzeit vom Vormittag konnte er in der zweiten Session nicht mehr unterbieten. In der inoffiziellen Regenwertung belegte Massa sogar den zweiten Platz, zwei Zehntelsekunden hinter Sergio Perez (5./Sauber/+0,965), der auf nasser Strecke in 1:26.6 Minuten am schnellsten war. Nur diese fünf Fahrer lagen am Ende des Donnerstags innerhalb von einer Sekunde. Monaco-Spezialist Lewis Hamilton (McLaren), Barcelona-Sieger Pastor Maldonado (Williams), Nico Rosberg (Mercedes), Kamui Kobayashi (Sauber) und Mark Webber (Red Bull) komplettierten die Top 10. Vorjahressieger Sebastian Vettel wurde eineinhalb Sekunden hinter der Spitze und 74 Tausendstelsekunden hinter Teamkollege Webber Elfter. Marko klagt über schlechtes Wetter"Wir hätten einige Änderungen am Auto. Da ist es natürlich schade, wenn man die Zeit jetzt auf keine Weise nützen kann", bedauert Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko. "Es war zu wenig nass für Intermediate- oder Regenreifen, aber nass genug, um Erkenntnisse unmöglich zu machen. Es hängt nur hier über der Rennstrecke eine Wolke, der Rest ist laut Radar in Ordnung. Heutzutage sind die Wetterprognosen sehr gut. Wir müssen schon mit eher schlechtem Wetter rechnen." Im feuchten Teil der zweiten Session war niemand schneller als Sergio Perez © xpbimages.com Am meisten trainierten im Regen die Toro-Rosso-Junioren - niemand war so fleißig wie Vergne/Ricciardo, die es als 16. und 17. auf insgesamt 101 Runden brachten. "Im Nassen zu fahren, ist immer wichtig", erklärt Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari. "Wenn es im Qualifying das gleiche Wetter hat, weißt du, wie sich das Auto verhält. Die Strecke ist natürlich rutschig, aber es ist wichtig, zu trainieren. Nur so findest du heraus, wo es rutschig ist und wo es Grip hat."
Offensichtlich keinen Grip hatte es in der Bremszone vor der Mirabeau-Kurve, in der in den letzten Minuten beide Williams-Piloten, Perez und Massa Bekanntschaft mit der Auslaufzone machten. Der Crew von Maldonado dürfte das Herz stehen geblieben sein, als der Venezolaner in dem schmalen Notausgang mit einem Burnout wenden wollte, doch kurz vor dem Einschlag in die Leitplanken kam er dann doch zu Sinnen und ließ sich von den Streckenposten helfen. Kovalainen wieder in ProblemenDen Schlusspunkt setzte wie schon am Vormittag Heikki Kovalainen (21./Caterham/+4,283) - diesmal allerdings nicht mit einem Motorschaden im Tunnel, sondern mit einem Ausritt in Mirabeau. Der Finne konnte im Gegensatz zu seinen Konkurrenten nicht weiterfahren, sodass die letzten Minuten der Session unter gelben Flaggen stattfanden. Landsmann Kimi Räikkönen trainierte in Session zwei umso fleißiger: 25 Runden, dreieinhalb Sekunden Rückstand, 20. Platz. Nur 25 Runden: Michael Schumacher trainierte weniger als alle anderen Fahrer © xpbimages.com "Der Lotus scheint ziemlich stark zu sein, was Traktion und mechanischen Grip angeht", analysiert Experte Alguersuari. "Dem stimme ich zu", meint der ehemalige Formel-1-Ingenieur Gary Anderson und ergänzt: "Button und Hamilton machten heute Morgen durch die Schwimmbad-Passage einen sehr starken Eindruck. Ich glaube, die werden mitmischen." Alguersuari rechnet außerdem mit Ferrari, rätselt aber: "Schwer zu sagen, wo Red Bull im Moment steht."
Positiv ist, dass alle komfortabel innerhalb der 107-Prozent-Zeit lagen, weniger positiv hingegen, dass niemand einen Longrun mit den roten Supersoft-Option-Pirellis fahren konnte. "Was den Abbau der Reifen angeht, wird es eine Reise ins Unbekannte", twittert Ferrari nach dem Training. "Niemand konnte Longruns fahren. Das ist ein weiteres Fragezeichen für das Rennen." Jetzt steht aber ohnehin erst einmal der Ruhetag auf dem Programm.
Geht es auch in den nächsten Jahren für die Formel 1 noch quer durch die Eifel? Zoom © HRT
(Motorsport-Total.com/SID) - Dank Sponsoren und des Entgegenkommens von Promoter Bernie Ecclestone hat die Formel 1 auf dem Nürburgring anscheinend doch noch eine Zukunft. "Wir können den Vertrag mit Ecclestone für die nächsten zehn Jahre, also über fünf Rennen, verlängern", sagt Kai Richter, einer der Streckenbetreiber, mit Blick auf die Hockenheim-Rotation. "Ein solches Ergebnis, wie wir es ausgehandelt haben, hat es noch nie für den Nürburgring gegeben", betont er. Richter nennt Details: "Weniger als zehn Millionen Euro sind als Beitrag des Landes für ein Rennen gefordert." Er und sein Mitgesellschafter beim Veranstalter-Unternehmen Rheinland-Pfalz Grand Prix, Jörg Lindner, erklären, sie hätten "in schwierigen Verhandlungen bei insgesamt vier Treffen" mit Ecclestone dieses "äußerst attraktive Ergebnis" erzielt. Möglich geworden sei es auch durch ein Gesamtpaket von nationalen Sponsoren und Investoren. Lindner verdeutlicht aber, dass der Vertrag mit Ecclestone bis Juni abgeschlossen werden müsse: "Sonst ist die Formel 1 weg. Für viele, viele Jahre." Ecclestone, der von einem "internen Problem mit den Promotern" spricht, äußert sich zu der Nürburgring-Frage gegenüber 'ESPNF1' wie folgt: "Ihr Vertrag lief aus, also werden wir ihn erneuern. Das passiert, sobald sie wissen, mit wem wir das tun können." Ecclestone zeigt sich kompromissbereit und schießt hinterher: "Ich mache es gern." Das Land Rheinland-Pfalz hatte Richter und Lindner wegen ausstehender Pachtzahlungen mit einer Räumungsklage gedroht. Eine Reaktion der Mainzer Landesregierung liegt bisher noch nicht vor.
Siegkandidat im Leitplanken-Dschungel? Hamilton fährt kalkulierter Zoom © xpbimages.com
Heiße Rennaction und viel Glamour: Bei Monaco und Lewis Hamilton scheint es sich um eine passende Synthese zu handeln. Nachdem das Rennen im Fürstentum dem Briten im vergangenen Jahr - unter anderem wegen zwei Durchfahrtsstrafen - völlig misslang, stehen die Vorzeichen 2012 besser. Denn der Vollblut-Racer Hamilton scheint kalkulierter und vorausschauender zu fahren denn je. In Spanien brachte ausgerechnet der als Reifenmörder verschrieene Ex-Weltmeister sein Auto als einziger Pilot mit einer Zwei-Stopp-Strategie ins Ziel. "Es ist eine Herausforderung, mit den Pirelli-Pneus klarzukommen", betont er gegenüber 'Autosport'. "Es gibt Momente, in denen mir das gelingt, und einige, in denen es das nicht tut. Aber 2008 war das nicht anders", so Hamilton. Es ist der Verweis auf die Saison, in der er auf Bridgestone-Reifen Weltmeister wurde - damals allerdings hatte der schonende Umgang mit dem Gummi noch nicht den Stellenwert, den er heute genießt. "Jeder hat Stärken und Schwächen. Zu meinen Vorzügen gehört es, eine schnelle Runde auf neuen Reifen zu fahren. Sie lange am Leben zu erhalten ist für mich eine Herausforderung", stellt Hamilton fest.
Gute Zeiten, schlechte Zeiten: Lewis Hamilton wirkt 2012 deutlich entspannter Zoom © xpbimages.com
Was ist bloß mit Lewis los? Diese Frage stellten sich die Formel-1-Fans im vergangenen Jahr gewiss mehr als einmal. Lewis Hamilton schien 2011 nämlich nicht in gewohnt bestechender Form zu fahren und wirkte oft abgelenkt. All dies ist nun aber Schnee von gestern, denn heute tritt der McLaren-Pilot wieder beschwingt und selbstsicher auf. Aber warum eigentlich? Hamilton geht auf Spurensuche. Der britische Rennfahrer hat sich in der Winterpause die Zeit genommen, um sich selbst und das Geschehene ausgiebig zu analysieren, wie er gegenüber 'Autosport' bestätigt. Gleichzeitig fasste Hamilton frischen Mut - und offensichtlich auch einige gute Vorsätze. "Es geht darum, dich richtig einzustellen", sagt Hamilton über seine Auszeit im Winter. Dabei war er augenscheinlich erfolgreich. Neben Fernando Alonso (Ferrari) ist Hamilton 2012 nämlich der einzige Fahrer im Starterfeld, der bisher in allen Rennen in den Punkten war. Die Konstanz, die im vergangenen Jahr so oft fehlte, scheint also vorhanden zu sein. Oder wie es Hamilton ausdrückt: "Du hoffst, nicht wieder in den gleichen Trott zu verfallen, sofern du dich im vergangenen Jahr in einem Trott befunden hast." "Es gab einfach ein paar Dinge in meinem Leben, die ich neu sortieren musste. Das brauchte seine Zeit. Jetzt passt alles, also bin ich ziemlich zufrieden. All das macht dieses Jahr umso schöner", sagt Hamilton. Familie, Freunde, Management, Team - Privat- und Rennfahrer-Leben verlaufen nun also wieder in geordneten Bahnen. Dieser Umstand ist auch den Formel-1-Beobachtern nicht entgangen. Coulthard bewundert die Wandlung HamiltonsDer ehemalige Formel-1-Pilot David Coulthard zeigt sich bei 'Autosport' beispielsweise hocherfreut über den "neuen Lewis" und sagt: "Lewis Hamilton fährt derzeit so gut wie eh und je - wenn nicht sogar besser als früher. Das ist schön zu sehen. Was hat sich verändert? Nun, ich denke, er ist über den Winter erwachsen geworden. Er hatte die Chance, über all dies nachzudenken", meint "DC". "Ich sehe einen deutlich kompletteren Rennfahrer als den Lewis von vor einem Jahr." David Coulthard "Das scheint er getan zu haben. Ich sehe einen deutlich kompletteren Rennfahrer als den Lewis von vor einem Jahr. Er hatte nie ein Problem mit seiner Geschwindigkeit, sondern schien nur abgelenkt zu sein. Das hat er nun offenbar im Griff. Und er macht keine Fehler. Dass er Jenson Button in Spanien vom letzten Startplatz aus geschlagen hat, ist ein gutes Beispiel dafür, wie stark Lewis 2012 auftritt." In der Tat, wie die bisherigen Ergebnisse unterstreichen. Auch McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh erkennt darin einen "anderen" Hamilton und merkt bei 'Autosport' an: "Die Leute verändern sich nicht von jetzt auf gleich, sondern ganz allmählich. Lewis glaubt an sich als einen großen Rennfahrer, weiß aber nun, dass im Leben nicht alles nach Plan läuft. Man lernt nach und nach, damit umzugehen." Wenn Rennfahrer unter Druck stehen ..."Und wir würden keinen Lewis wollen, der sich mit dem Zweitbesten zufriedengeben würde", meint Whitmarsh und stellt klar: "Wir wollen einen Lewis, der es auf Erfolge abgesehen hat, der sich als Zweiter nicht wohl fühlt, der alles bei sich, an seinem Auto, in seinem Team und in seinem Umfeld absolut perfekt haben will. Diese Entschlossenheit treibt ihn an." 2011 sah es noch ganz anders aus. "Wenn Rennfahrer unter Druck stehen, dann kann es sein, dass sie das Auto überfahren." Martin Whitmarsh Whitmarsh zeigt allerdings Verständnis für seinen Piloten und dessen vermeintlich schwieriges Jahr. "Wenn Rennfahrer unter Druck stehen, dann kann es sein, dass sie das Auto überfahren. Wenn sie dann auch noch an Selbstvertrauen eingebüßt haben, werden sie vielleicht noch ein bisschen mehr zurückhaltend. Lewis hat seine Fähigkeiten sicherlich nicht verloren", erläutert der Teamchef. "Seine Stimmung ist sehr positiv. Er hat dazugelernt und ist nun deutlich gefasster und glücklicher. Er weiß, er kann in diesem Jahr eine Weltmeisterschaft gewinnen", sagt Whitmarsh und Hamilton stimmt zu: "Ich versuche, zu gewinnen, und ich will gewinnen. Ich bin nicht zufrieden damit, in jedem Rennen nur Dritter zu werden. Der achte Platz beim jüngsten Rennen war auch nicht so toll", meint Hamilton. Der Sieg ist alles - oder etwa doch nicht?In Barcelona hatte der britische Rennfahrer aufgrund eines Teamfehlers von ganz hinten losfahren müssen, nachdem er sein Auto auf die Pole-Position gestellt hatte. Dergleichen wirft Hamilton in diesem Jahr aber nicht aus der Bahn, auch wenn er sagt: "Es ist immer eine Enttäuschung, wenn man Rückschritte macht. Du willst doch attackieren, überholen. Nur darum geht es im Motorsport." "Es könnte viel schlimmer sein." Lewis Hamilton "Es könnte aber viel schlimmer sein. Was all dies in eine Perspektive rückte, war, was ich auf den Philippinen gesehen habe. Dort gibt es Kinder, die gar nichts haben und in Papierhütten auf der Straße leben. Und hier sind wir in der Formel 1. Damit kann ich also gar nicht unzufrieden sein. Das ist die Perspektive, die ich in diesem Jahr habe: Es könnte viel schlimmer sein", hält Hamilton fest. "Ich will aber trotzdem immer Erster werden." Und das so schnell wie möglich - und mit McLaren, wo Hamilton noch bis zum Saisonende unter Vertrag steht. Mit dem "und dann?" hat er sich laut eigener Aussage aber "noch nicht" beschäftigt, sagt Hamilton bei 'Autosport'. Die Begründung klingt plausibel: "Wir haben es mit einer so fordernden Saison zu tun, da muss ich einfach konzentriert bleiben". McLaren will Hamilton halten"Wenn ich meinen Fokus verliere und deswegen einige Punkte einbüße, könnte ich mir das nie verzeihen. Ich muss halt eine Lücke finden. Ich brauche die Zeit, um mich mit meinem Manager hinzusetzen und darüber zu reden. Ich bat sie (das Management; Anm. d. Red.) aber schon darum, sich einmal ein paar Gedanken zu machen. Wann es so weit sein wird, weiß ich aber nicht." "Ja, wir wollen ihn behalten." Martin Whitmarsh "Es wird irgendwann in diesem Jahr passieren, denn ansonsten bin ich arbeitslos", meint Hamilton und grinst verschmitzt. So weit wird es bei einem der Topstars der Szene vermutlich nicht kommen, auch wenn die Verhandlungen mit McLaren wohl erst in den Sommermonaten an Fahrt aufnehmen. Und zur Not - das ist aus dem Fahrerlager zu hören - hätten auch andere Teams Interesse an ihm.
McLaren dürfte aber erst einmal auf der Pole-Position stehen. Darauf hofft sicher auch Whitmarsh, wenn er sagt: "Ja, wir wollen ihn behalten." Der Teamchef zeigt sich jedoch zurückhaltend: "Wie man sich vielleicht vorstellen kann, ist das eine vertrauliche Angelegenheit. Es wäre nicht angebracht, darüber zu sprechen. Wenn Lewis und McLaren etwas kundzutun haben, dann werden wir es schon sagen."
Valtteri Bottas überzeugt als Freitagstester von Williams Zoom © xpbimages.com
Williams gehört in dieser Saison zu den Teams, die im ersten Freien Training des Rennwochenendes eine Testfahrer zum Einsatz kommen lässt. Bei 14 der 20 Grand Prix sitzt am Freitagmorgen Valtteri Bottas im Auto von Bruno Senna. Der Finne, der im vergangenen Jahr Meister der GP3-Serie war, und auf den vor allem Williams-Teilhaber Toto Wolff große Stücke hält, soll so langsam an die Formel 1 herangeführt werden. Doch bisher verläuft die Lernkurve des 22-Jährigen recht steil. Bottas überzeugt durch fehlerfreie Runden und schnelle Zeiten. In Barcelona zeigte er als Fünftschnellster im ersten Freien Training erstmals das Potenzial des FW34 auf dem Circuit de Catalunya auf. "Ich bin wirklich zufrieden", wird Bottas von 'The National' zitiert. "Das Wichtigste ist, dass ich eine Menge gelernt habe und nach jedem Wochenende mehr dazulerne. Die Ziele, die ich mir setzte, hab ich erreicht, und ich habe einen gute Speed." Der Finne zeigt sich erstaunt über seine raschen Fortschritte. "Niemand hätte von mir erwartet, dass ich in den ersten Freien Training so schnell wäre - ich war selbst überrascht." In diesem Jahr konzentriert sich Bottas voll auf seine Testfahrerrolle beim Williams, Rennen fährt er nicht. Doch das soll sich spätestens 2013 ändern. "Als Rennfahrer will ich so schnell wie möglich ins Auto, ich hoffe, dass es im kommenden Jahr möglich ist. Dieses Jahr dient der Vorbereitung. Außerdem kann ich dem Team zeigen, dass ich es drauf habe." Auf Gerüchte, nach denen er schon in dieser Saison Bruno Senna im Renncockpit ablösen könnte, gibt Bottas jedoch nicht. "Nein, das ändert für mich nichts. Mein Ziel ist das Gleiche: Ich möchte dazulernen und an jedem Wochenende ein besserer Fahrer werden." Bereits am fünften Rennwochenende mit seinem Team hatte Bottas erstmal Grund zum Feiern. Der Sieg von Pastor Maldonado in Barcelona sorgte auch beim 22-Jährigen für Begeisterung. "Das war ein großartiges Gefühl. Ich sehe, wie hart sie arbeiten, es war ein hochverdienter Sieg. Natürlich war es auch für uns eine große Überraschung, niemand hätte das erwartet. So etwas habe ich noch nie erlebt. Nach dem Fallen der Zielflagge haben alle in die Hände geklatscht und sich umarmt. Das war ganz speziell." Sein Debüt im Formel-1-Auto gab der Finne im vergangenen Jahr beim Young-Driver-Test in Abu Dhabi. In dieser Saison können die Teams wählen, ob sie diesen Test nach dem Rennen in Silverstone oder gegen Ende der Saison nach dem Grand Prix von Abu Dhabi fahren wollen. Bottas würde sich für Letzteres entscheiden. "Wenn du in einer anderen Serie fährst, wäre es besser, wenn der Test am Ende der Saison wäre. Dann kommt es nicht zu Terminüberschneidungen."
Hamilton (rechts) hat von seinem Freund Rosberg einen neuen Eindruck gewonnen Zoom © xpbimages.com
Nico Rosberg verteidigte sich in Bahrain hart gegen Lewis Hamilton und Fernando Alonso, wurde dafür von den Rennkommissaren aber nicht sanktioniert. Hat er die Manöver unternommen, um das Vorurteil, er sei leicht zu überholen, zu zerstreuen? "Mir war das gar nicht bewusst", kommentiert Rosberg diese gewagte Spekulation gegenüber 'Autosport'. "Ich war eigentlich ganz zufrieden damit, wie ich in Bahrain Konkurrenten hinter mir gehalten habe", so der Wiesbadener weiter. Hamilton, ein Freund und Weggefährte Rosbergs, weiß, dass Fahrer in der Königsklasse durchaus einzuordnen sind. "Einige Piloten sind wirklich einfach zu überholen. Du weißt, das es kein Problem sein wird", meint der Brite, dem selbst wenig Scheu vor riskanten Manövern nachgesagt wird. "Bei anderen überlegst du dann, nicht anzugreifen, weil du weist, dass sie dir keinen Platz lassen", bemerkt der McLaren-Star. Ihr unbeabsichtigte Wirkung haben die Manöver Rosbergs jedenfalls nicht verfehlt. "Um ehrlich zu sein, hatte ich einen anderen Eindruck von Nicos Fahrweise bis zum Rennen in Bahrain. Danach hat er sich verändert", meint Hamilton. Der erste Sieg in der Formel 1 habe nichts mit der veränderten Gangart zu tun, betont Rosberg: "Es ist eine wunderbare Erinnerung und vielleicht bringt sie etwas mehr Motivation, weil ich sie wiederholen möchte", sagt er. Der Mercedes-Pilot begründet: "Ich war ja zuvor nicht von der Rolle. Ich war in einer sehr guten Position und davon überzeugt, dass der Sieg eines Tages kommen würde", so Rosberg. Am Ende der Fahnenstange sieht der 26-Jährige sich und sein Team aber noch lange nicht angekommen. "Der Grand-Prix-Erfolg war nicht unser Ziel. Unser Ziel ist es nach wie vor, die Besten zu sein", gibt er sich selbstbewusst.
Michael Schumacher und Norbert Haug besuchten Lukas Podolski im Trainingslager Zoom © Mercedes-Benz
Prominenten Besuch bekam gestern Morgen die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in ihrem Trainingslager im südfranzösischen Tourrettes. Die beiden Formel-1-Stars Michael Schumacher und Nico Rosberg waren wegen des Formel-1-Rennens in Monaco ebenfalls an der Cote d'Azur und haben den Jungs von Bundestrainer Joachim Löw für die EM in Polen und der Ukraine alles Gute gewünscht. Schumacher und Rosberg haben sich nebenbei auch noch als "Taxifahrer" betätigt und vier Spieler - sehr schnell - zum Training gefahren. Dass es dabei zu der Traumkonstellation der beiden "kölschen Jung" Schumi und Poldi kommen wird, war so gut wie sicher. Kaum war Schumi vor dem Mannschaftshotel vorgefahren, saß Lukas Podolski auch schon auf dem Beifahrersitz. Dabei waren natürlich der 1.FC Köln und der Abstieg aus der Fußball-Bundesliga sowie der Wechsel von "Prinz Poldi" zum englischen Club FC Arsenal das Hauptgesprächsthema. "Normal, wie das in Kölle nun mal so abgeht." Michael Schumacher "Normal, wie das in Kölle nun mal so abgeht", sagt Schumacher. "Ich bin zwar FC-Fan, und ich glaube Poldi wird den FC auch immer im Herzen bei sich tragen. Aber dennoch, der Sport ist der Sport, und jeder muss glaube ich seinen Weg gehen. Ich bin absolut sicher, dass das, was Poldi entschieden hat, das Richtige für ihn ist. Insofern werden wir in Zukunft dann eben Arsenal die Daumen drücken. Aber wir können auch Köln weiterhin die Daumen drücken." Podolski und seine Nationalmannschaftskollegen wollen nach zwei Niederlagen gegen Spanien bei großen Turnieren in diesem Jahr in Polen und der Ukraine endlich ein Turnier als Sieger beenden. "Auf jeden Fall ist unser Ziel der Titel", sagt Podolski, der sich dafür auch gerne bei seinem prominenten Chauffeur Ratschläge holt. "Michael hat ja schon sieben, was überragend ist. Den einen oder anderen Tipp hat er vielleicht, den er uns geben kann, wie man am Ende die letzten Prozent herausholen kann, damit wir nicht nur ins Halbfinale und Finale kommen, sondern auch am Ende den Titel in der Hand haben." Der Besuch der beiden Formel-1-Stars war für die Nationalspieler eine willkommen Abwechslung vom Trainingsalltag. "Klar, auf jeden Fall! Ich denke, wenn man jeden Tag zweimal Training hat und immer unterwegs ist, dann ist das Super", sagt Podolski. Auf die Frage, was Schumacher im Auto besser könne als er, antwortet der Fußballer: "Alles. War die einzige Antwort, die man geben kann." Dieser gab das Lob zurück und war zufrieden mit seinem fachkundigen Beifahrer: "Er war voll mit dabei und hat Anweisungen gegeben", sagt Schumacher. "Die Technik geht ja immer weiter bei den Autos. Das haben wir gerade besprochen, es gibt auch keine Handbremse wie früher, sondern einen Hebel an der Seite. Die Technik ist schon weit fortgeschritten. - Leider zu weit für den Spaß", bedauert der 43-Jährige.
Michael Schumacher und Mercedes nehmen in Monaco Kurs auf gute Resultate Zoom © xpbimages.com
Wie stark ist Mercedes beim Stadtrennen in Monte Carlo? Eine Antwort auf diese Frage kann Ross Brawn derzeit noch nicht geben. Der britische Teamchef des deutschen Werksteams zeigt sich aber recht zuversichtlich, dass Nico Rosberg und Michael Schumacher im Fürstentum an der Côte d'Azur eine gute Leistung erbringen können. Allerdings nur sofern Mercedes dort keine Fehler unterlaufen. "Wir haben zwei großartige Fahrer und unser Auto ist ebenfalls ziemlich gut, denken wir. Wir müssen aber alles richtig hinbekommen. Es geht darum, ein Programm zu haben, das von Donnerstag bis Sonntag flüssig läuft. Alles hat nämlich eine Konsequenz", sagt Brawn bei 'Autosport'. "Machst du etwas falsch, verlierst du Streckenzeit. Das rächt sich. Du musst also von Anfang an am Ball bleiben." "Und wenn du auf der Strecke bist, bekommst du automatisch mit, wie sich der Kurs entwickelt. Wenn wir also ein gutes Wochenende haben, sollten wir konkurrenzfähig sein", erklärt Brawn. Die Reifen von Pirelli nehmen dabei offenbar einmal mehr eine Schlüsselrolle ein, doch auch die Abstimmung des Fahrzeugs könnte sich entscheidend auswirken. Kann Mercedes da seine Stärken ausspielen? Brawn zeigt sich vorsichtig optimistisch: "Wir waren bisher generell im langsamen und mittelschnellen Bereich der Strecken besser als im richtig schnellen Bereich. Die Teams gehen beim Setup aber auch unterschiedliche Kompromisse ein. Hier werden jedoch alle auf geringe bis mittlere Geschwindigkeiten getrimmt sein. Unser Vorteil ist deshalb vielleicht nicht so groß, weil sich alle darauf einstellen."
Geplatzter Traum: So hätte die Formel-1-Strecke auf Mallorca aussehen sollen © Gabriel Palmer
Bereits Ende vergangenen Jahres deutete sich an, dass es mit einem Formel-1-Grand-Prix auf Mallorca wohl nichts werden würde, doch nun scheint das Projekt endgültig gestorben zu sein. Stolperstein bleibt weiterhin die fehlende Unterstützung des Inselrats, der die potenziellen Investoren dazu bewogen hat, ihren Plan zu begraben. Rund 200 Millionen Euro hätten für die angeblich bis zu 92.000 Zuschauer fassende Rennstrecke neben der Autobahn zwischen der Gemeinde Llucmajor und der Hauptstadt Palma de Mallorca gekostet, doch die Kosten wären komplett privat getragen worden. Daher war es dem Bürgermeister von Llucmajor ein großes Anliegen, das prestigeträchtige Projekt umzusetzen. Auch Bernie Ecclestone soll die bei einem persönlichen Treffen präsentierte Idee eines "Holiday-Grand-Prix" gefallen haben. Doch ohne Zustimmung des Inselrats lässt sich das Projekt nicht verwirklichen, weil die Gemeinden auf Mallorca außerhalb der besiedelten Gebiete nicht berechtigt sind, Bauvorhaben autonom durchzusetzen. Aufgrund dieser Pattsituation haben sich die Investoren laut 'Mallorca Zeitung' zurückgezogen - sehr zum Leidwesen von Llucmajors Bürgermeister Joan Jaume, der treibenden Kraft hinter dem Projekt.
Die Zeit der Alleinherrschaft ist vorbei: Williams gibt sich heute als Teamplayer Zoom © Williams
Lange Zeit war Frank Williams eine der prägenden Figuren der Formel 1. Mit nachlassendem sportlichen Erfolg verschwand er nicht von der Bildfläche, doch es rückten andere Charakterköpfe in den Vordergrund. Für den Teamchef, der kürzlich seinen 70. Geburtstag feierte, waren Grand-Prix-Siege schon kein Thema mehr. "Ich hatte keine Angst. Es war eher eine stärker und stärker werdende Verlegenheit", blickt Williams im Gespräch mit dem 'Telegraph' auf die Durststrecke zurück. Es schien ein schleichender Untergang zu sein: "Als die Jahre ins Land gingen, begannen wir zu verschwinden", erzählt Williams über die Jahre seit 2004, als ihm und seiner Mannschaft keine Siege mehr gelangen. Depressionen bereitete ihm das nicht: "Ich kann nicht behaupten, dass ich wochenlang im Bett gelegen und mir deswegen Gedanken gemacht hätte. Glücklicherweise kamen fähigere Leute als ich und räumten die Probleme aus", so Williams. Fähige Leute wie Adam Parr, der das Team vor wenigen Wochen unter kontroversen Umständen verließ. Williams schüttet Lob über seinem ehemaligen Mitarbeiter aus: "Er ist ein wahnsinnig kluger Kopf und ich habe oft mit ihm gesprochen. Er war Feuer und Flamme für das Team und hat seinen Anteil am Erfolg." Denn es sei Parr gewesen, der Personal wie Mike Coughlan, Jason Somerville oder Ed Wood verpflichtete. Williams glaubt daran, den Ex-Geschäftsführer bald wieder in der Formel 1 zu sehen, "möglicherweise in einer kommerziellen Funktion". Ebenfalls nicht mehr Teil des Teams ist Co-Gründer Patrick Head, der die Mannschaft im Winter verließ. "Er war schon etwas neidisch, nicht Teil des Sieges gewesen zu sein", bemerkt Williams schmunzelnd und würdigt die Leitung seines langjährigen Weggefährten. "Aber er hat ja das Fundament gelegt." Er glaube an einen weiteren Sieg für Williams, gibt sich Sir Frank überzeugt: "Barcelona mag eine Überraschung gewesen sein, aber wir wussten, dass wir uns im Vorfeld verbessert hatten. Das Auto hat eine gute Balance", sagt er. Williams weiß genau, was er an seinem venezolanischen Piloten hat. "Und die größte Überraschung ist, dass Maldo (Pastor Maldonado, Anm. d. Red.) sehr, sehr konkurrenzfähig ist. Er bringt eine Menge Sponsorengelder mit."
Monisha Kaltenborn hat einen guten Draht zu Formel-1-Boss Bernie Ecclestone Zoom © xpbimages.com
(Motorsport-Total.com/SID) - Monisha Kaltenborn atmet tief durch. Die mächtigste Frau der Formel 1? "Machtspiele überlasse ich gerne anderen", sagt sie. Und man glaubt es ihr. Obwohl sie ohne Zweifel die mächtigste Frau der Formel 1 und zudem noch ehrgeizig und zielstrebig ist, spielte auf dem Weg nach oben das Streben nach Macht eine Nebenrolle. Kaltenborn lernte das Geschäft in der Männer- und Machowelt Formel 1 von der Pike auf. "Ich konnte langsam reinwachsen", sagt die 41-Jährige, die seit 2010 Vorstandsvorsitzende bei Sauber ist, in der vergangenen Woche ein Drittel der Anteile übernahm und in naher Zukunft Teamchefin werden wird. Dass alles Schritt für Schritt vor sich ging, half auch, Vorbehalte abzubauen. Heute hat längst keiner der harten Männer mehr Probleme, sich mit ihr an den Verhandlungstisch zu setzen. "Bei Herrn Ecclestone ist das ohnehin kein Thema", sagt sie über den 81 Jahre alten Formel-1-Boss: "Er hat immer schon Frauen wichtige Themen anvertraut." Vertrauen ist auch das wichtigste Wort für Peter Sauber. Der Schweizer leitet seit 40 Jahren seine Teams im Motorsport, er hat Michael Schumacher in die Formel 1 gebracht. Nun, mit 68, sieht er den Zeitpunkt gekommen, seine Nachfolge zu regeln. "Es ist wichtig, dass man die Zukunft aktiv plant", sagt er: "Nicht, dass in einem gewissen Alter der Zeitpunkt kommt, an dem die Ereignisse die Zukunft diktieren." Sauber-Nachfolge beschlossene SacheWann Kaltenborn das Team übernimmt, ist noch nicht klar. "Den Zeitpunkt lassen wir offen. Wir stehen nicht unter Zeitdruck, und ich gehe noch nicht auf Krücken", sagt Sauber schmunzelnd. Dass Kaltenborn die Chefin wird, ist aber beschlossene Sache. Und es wird bald sein. Mit 70 wolle er nicht mehr an der Boxenmauer stehen, sagt Sauber. Das wäre im Oktober 2013. Doch warum gerade sie? "Es ist sehr schwer, jemanden zu finden, der ein Team leiten kann", sagt Sauber: "Mit Monisha arbeite ich seit vielen Jahren zusammen. Sie ist vertraut mit allen wichtigen Dingen in der Formel 1 und hat sich in allen Bereichen bewährt." Bevor die beiden 1998 erstmals zusammentrafen, hatte die damals 27 Jahre alte Kaltenborn schon viel erlebt. Als Monisha Narang wurde sie 1971 in Dehradun im Norden Indiens geboren und besuchte zunächst ein renommiertes Mädcheninternat. Im Alter von acht Jahren wanderte sie mit ihren Eltern, die einen Zweiradbetrieb führen, aus. Sie landeten in Österreich, weil der Onkel ihres Vaters dort in der Atombehörde arbeitete. Monisha studierte in Wien und London Jura, arbeitete zunächst in Stuttgart, wo sie den Deutschen Jens Kaltenborn kennenlernt und später nach Hindu-Ritus am Fuße des Himalaya heiratete. Sie wechselte nach Liechtenstein und arbeitete für die Fritz-Kaiser-Gruppe - und rutschte so in die Formel 1. Ihr Arbeitgeber war Teilhaber bei Sauber, Kaltenborn als Juristin zuständig für das Engagement im Motorsport. Als sich Kaiser zurückzog, wechselte sie 2000 zu Sauber. Zunächst übernahm sie die Rechtsabteilung, 2001 wurde sie Mitglied der Geschäftsführung. In den Ausschüssen bewährte sie sich schnell. Sie saugte alles in sich auf, überzeugte durch ihre Sachlichkeit und Fachkenntnis. Beim Zustandekommen des Concorde Agreements, der Verfassung der Formel 1, spielte sie eine wichtige Rolle. Für ein anderes Team als Sauber hat Kaltenborn, sieht man einmal von den unterschiedlichen Kooperationen ab, nie gearbeitet. Sie identifiziert sich mit ihrem Rennstall. "Ich habe mich vom ersten Tag an wohlgefühlt", sagt sie. Peter Sauber und sie seien "sehr unterschiedlich, aber wir teilen die gleichen Werte und stimmen in den wichtigsten Dingen überein. Peter ist nicht nur der Gründer, er hat das Team mit seiner Persönlichkeit geprägt." In seinem Sinne und mit eigenen Ideen will sie das Team bald komplett führen. "Fair und konsequent" seien ihre wichtigsten Maximen, sagt sie. Ihr Leitsatz: "Keine Fehler machen. Und wenn doch, daraus lernen." Sie lebt danach. So etwas imponiert. Auch als Frau in der Männerwelt Formel 1.
Quelle: motorsport-total.com
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24.05.2012 - 10:33
Senna ist froh, in einem Formel-1-Auto nach Monaco zurückkehren zu dürfen Zoom © xpbimages.com
Senna und Monaco - diese Verbindung scheint in den Genen zu liegen, schließlich sagt ein erfreuter Bruno Senna nach dem Freien Training am Freitagnachmittag bei 'Sky Sports F1': "Es ist eine meiner Lieblingsstrecken." Auf einen motorsportlichen Besuch an der Cote d'Azur musste der Brasilianer, der das Renault-Cockpit in der vergangenen Saison erst im Herbst ergatterte, zwei Jahre warten. Die Wiedersehensfreude ist groß: "Schön, nach einer langen Zeit, in der ich hier nicht Formel 1 gefahren bin, zurückkehren zu können", meint Senna. Dass die Wetterbedingungen ziemlich wankelmütig waren, stört den 28-Jährigen nicht. "Am Nachmittag wollte sich der Regen nicht so wirklich entscheiden, ob er nun kommt oder nicht. Das hat es zu einer verrückten Session gemacht", erklärt er. Zuletzt raste Senna im Jahre 2010 durch das Fürstentum - damals noch auf Bridgestone-Pneus. "Mit den Pirelli-Reifen ist es eine ganz andere Erfahrung als damals im HRT", stellt er fest. Der Magie Monte Carlos kann sich der Träger eines großen Namens nicht entziehen. "Wenn du selbstbewusst und eins mit dem Autos bist, vergisst du alles um dich herum. Dann kommt die Rundenzeit ganz von alleine", schwärmt Senna. In der höchsten Nachwuchsklasse siegte der vor drei Jahren. "Ich erinnere mich noch gut an den GP2-Erfolg. Hoffentlich gelingt mir das ein weiteres Mal." Sechs Siege des berühmten Onkels Ayrton verpflichten: "Wir haben hier so viel Geschichte geschrieben. Glücklicherweise auch ich mit meinem GP2-Sieg - aber die Formel 1 ist das, was zählt", blickt Senna voraus.
Der große Sir Frank Williams kann seit dem Sieg in Barcelona wieder lachen Zoom © Williams
Mit 70 Jahren ist Frank Williams der älteste Teamchef der Formel 1, aber während der 68-jährige Peter Sauber schon seinen Rücktritt mit Jahresende angekündigt hat, will der an den Rollstuhl gefesselte Brite noch nicht loslassen. Zwar zieht er sich schrittweise aus dem Tagesgeschäft zurückziehen - ein Prozess, der bereits eingeleitet wurde -, aber vorerst möchte er weiterhin an der Spitze des Rennstalls bleiben. Dass er seinen Sitz im Vorstand an Tochter Claire übergeben hat, ändere "nichts", denn: "All die Einzelpersonen mit ihren aufgeteilten Verantwortungsbereichen machen einen super Job. Ich bin aber immer noch kontrollierender Mehrheitseigentümer und Teamchef", stellt Williams im Interview mit dem 'Telegraph' klar. "Jemand muss zu mir kommen und mir sagen: 'Frank, du vergisst zu viel' oder 'Frank, du stehst langsam im Weg'." Williams sieht die Zeit noch nicht gekommenDas sei momentan noch nicht der Fall, meint der liebevoll "Rollstuhlgeneral" genannte Brite und widerspricht damit Kritikern, die nur hinter vorgehaltener Hand flüstern, dass sein Gesundheitszustand schon bald einen Wechsel erforderlich machen könnte. Würdest du dann zurücktreten, Frank? "Wenn ich wirklich glauben würde, dass ich die Dinge aufhalte, dann ja", sagt er. "Aber ich glaube nicht, dass es schon so weit ist." Teamintern war Adam Parr derjenige, der in den vergangenen Jahren den besten Draht zu Williams hatte, aber der Vorstandsvorsitzende musste im Zuge der Concorde-Verhandlungen mit Bernie Ecclestone gehen. Die neue Garde um Claire Williams und Großaktionär Toto Wolff steht schon eher für die nächste Generation. Wolff freute sich zuletzt in Barcelona "rasend, dass Frank das miterleben kann". Gemeint war der erste Sieg seit acht Jahren. Auch sonst gönnt man Williams die Rückkehr auf die Siegerstraße. Viele sind der Meinung: Es wäre ein unwürdiger Abgang eines großen Mannes gewesen, wenn Williams bis zu seinem endgültigen Rücktritt jahrelang sieglos geblieben wäre. "Er ist einer der Besten in unserem Zirkus, ein harter Kerl, ein Kämpfer", lobt Gerhard Berger. "Wir haben alle riesigen Respekt vor ihm, sind alle Fans von ihm. Und wir alle haben ein bisschen gelitten, als er immer mehr ins Hintertreffen geraten ist." Berger freut sich auch für Landsmann WolffFranks Tochter Claire Williams im Gespräch mit Bernie Ecclestone © xpbimages.com "Den letzten Sieg habe ich ihm sehr gegönnt - und das auch noch zu seinem Geburtstag! Das war wirklich toll", sagt Berger. "Ich freue mich auch für Toto Wolff, der als Österreicher jetzt Miteigentümer in dem Team ist. Ich glaube, die sind auf einem guten Weg. Die machen in diesem Jahr schon die ganze Zeit eine gute Figur. Und Maldonado scheint ein Treffer zu sein. Aber dafür hatte Frank immer schon ein Näschen." Die Frage ist: Wie lange noch? Der Racing-Virus lässt den 70-Jährigen jedenfalls nicht los: "Ich bin immer noch renn- und geschwindigkeitsverrückt", gibt der seit einem Vierteljahrhundert querschnittgelähmte Gründer des dritterfolgreichsten Formel-1-Teams aller Zeiten zu. "Seitlich mit 140 km/h durch eine Kurve zu rutschen, packt mich. Die Weltmeisterschaft nicht zu gewinnen, ist eher Nebensache. Es geht mir ums Racing."
Gerhard Berger hat Pastor Maldonado auch in Monaco auf der Rechnung Zoom © xpbimages.com
Gerhard Berger übt zwar keine offizieller Funktion mehr in der Formel 1 aus, dennoch ist er ein gern gesehener Gast im Fahrerlager. An diesem Wochenende sind dabei die Wege für den Österreicher recht kurz, denn wie viele der Piloten lebt er in Monaco. Berger kennt die Formel 1 sowohl aus der Perspektive des Fahrers als auch aus dem Blickwinkel von der Boxengasse aus, wo er als Motorsport-Direktor von BMW und Mitinhaber von Toro Rosso am Kommandostand saß. Doch an ein Rennjahr wie 2012 kann sich der 52-Jährige spontan auch nicht erinnern. "Es ist bisher eine ganz besondere Saison. Bei jedem Rennen gibt es einen anderen Sieger", sagt Berger im Gespräch mit 'SkySportsF1'. "Wir sehen einen sehr starken Williams, einen starken Sauber, einen sehr konkurrenzfähigen Ferrari. Vettel und Alonso führen die WM an. Es ist eine völlig andere Saison als in den vergangenen Jahren." In einer ohnehin turbulenten Saison, in der die Vorhersage des Sieger vor dem Rennwochenende kaum möglich ist, folgt nun mit Monaco ein Grand Prix, der von sich aus schon unberechenbar ist. Auch Berger freut sich auf das Rennen an der Cote d'Azur. "Jetzt kommen wir hier nach Monaco und es wird sehr interessant sein zu sehen, war hier alles zusammenbekommt." Doch der Österreicher ist sich schon jetzt sicher, welche Piloten im Kampf um den Sieg eine Rolle spielen werden. "Alonso wird einer derjenigen sein, die um den Sieg mitkämpfen. Hamilton, Alonso, Rosberg, und auch Maldonado dürfen wir nicht vergessen. Er war mit jedem Auto schnell, mit dem er hier gefahren ist", erinnert Berger an Maldonados Glanzleistungen in der GP2. "Vielleicht wird er auch an diesem Wochenende wieder eine Rolle spielen." Beeindruckender ist für Berger aber einer der Piloten seines ehemaligen Teams. "Ein großer Faktor bei Ferrari ist Alonso", sagt der 52-Jährige. "Er ist einer der besten, wenn nicht sogar der beste Fahrer im Feld. Er macht einen unglaublichen Job. Er fährt ständig am Limit, egal ob im Freien Training, Qualifying oder im Rennen. Er ist eine Garantie für gute Resultate. Aber Ferrari hat einen Schritt nach vorne gemacht. Vor allem beim vergangenen Rennen, aber auch heute Morgen. Er ist in guter Form." Sein ehemaliger Schützling Sebastian Vettel, mit dem Berger 2008 in Monza den Sieg bei Toro Rosso feiert, sticht in dieser Saison trotz der Sieges in Bahrain nicht so heraus wie noch im Vorjahr. Für Berger eine Folge der aktuellen Entwicklung der Formel 1. "Eine dominierende Rolle gibt es in diesem Jahr nicht", sagt der Österreicher bei den deutschen Kollegen von 'Sky Sport'. "Aber letztendlich führt Sebastian immer noch in der Weltmeisterschaft." Daran wird sich nach Ansicht von Berger auch bis zum Ende der Saison nichts ändern. "Sie sind immer dabei und werden am Ende auch wieder mitkämpfen." Die unberechenbare Formel 1 2012, die bei manchem Beobachter für Verwirrung, sorgt bei Berger, der nurmehr die Rolle des Zuschauers innehat, für Begeisterung. "Für uns Fans ist es natürlich besser, wenn es knapper zugeht, als wenn einer vorne wegfährt."
Jean-Eric Vergne konnte seine "Angst" vor der Strecke schnell ablegen Zoom © xpbimages.com
Das Toro-Rosso-Team bezeichnete den ersten Tag zum Großen Preis von Monaco als "eher frustrierend". Zum einen musste man den Neulingen in erster Linie Fahrzeit auf der Strecke geben, sodass man nicht viel am Setup arbeiten konnte. Zum anderen kam natürlich noch das wechselhafte Wetter hinzu. Am Ende fuhr Jean-Eric Vergne auf Platz 16 der schnellsten Zeiten des Tages, 2,463 Sekunden hinter Jenson Button und 0,043 Sekunden vor Teamkollege Daniel Ricciardo, der Position 17 auf der Liste der schnellsten Zeiten belegt. "Für mich war es hier das erste Mal in einem Formel-1-Auto", so Vergne. "Ich habe es wirklich genossen. Da ich im vergangenen Jahr in der World Series in Monaco nicht besonders gut unterwegs war, war ich bezüglich des heutigen Tages ein wenig besorgt, auch wenn ich mich auf die neue Erfahrung freute und nicht wusste, was ich zu erwarten habe." "Meiner Meinung nach sieht meine Leistung im Vergleich zu der meines Teamkollegen gut aus, schließlich hat Daniel auf dieser Strecke zwei Rennen in der World Series gewonnen und er hat vergangenes Jahr im Formel-1-Auto etwas Trainingszeit gehabt. So gesehen bin ich ganz glücklich und habe das Gefühl, dass die Rundenzeit nicht wichtig war, besonders da ich in etwas Verkehr geriet und meine letzte Runde in der Boxengasse beendete." "Mit der Balance des Autos bin ich relativ zufrieden, welche wir noch etwas verfeinern können. Ich benötige jedoch noch etwas mehr Zeit, um mich selbst an den Kurs anzupassen, selbst wenn ich gern im Nassen gefahren bin. Ich fühle mich vorbereitet, egal, auf welche Bedingungen wir im Verlauf des restlichen Wochenendes treffen sollten." "Aufgrund des Wetters am Nachmittag liefen die Dinge nicht ganz so reibungslos, wie wir dies geplant hatten", so Ricciardo. "Wir waren nicht in der Lage, alles auszuprobieren, was wir uns erhofft hatten." "Es ist aus diesem Grund etwas frustrierend, besonders da wir morgen einen freien Tag haben. Ich würde es vorziehen zu fahren, aber es ist womöglich eine gute Sache, denn wir können wirklich darüber nachdenken, was wir brauchen, um nach vorne zu kommen." "Es gibt auch ein paar Gebiete, auf denen wir uns verbessern müssen, und ich bin mir sicher, dass sich unsere Leistung komplett verändern wird, wenn wir das in den Griff bekommen. Hoffentlich werden wir am Samstag ein gutes Qualifying haben." "Alles in allem war dies ein eher frustrierender Tag", so Chefingenieur Laurent Mekies. "Denn die Streckenbedingungen waren während der Einheit am Nachmittag ziemlich wechselhaft." "Angesichts der Tatsache, dass Daniel vergangenes Jahr lediglich im 1. Freien Training für uns gefahren ist und Jean-Eric hier noch nie in einem Formel-1-Auto unterwegs war, lag der Hauptfokus des Tages darauf, beiden Fahrern auf dieser einzigartigen Strecke so viel Zeit zu geben wie nur möglich."
"Aus diesem Grund waren wir am Vormittag die ersten, welche aus den Boxen fuhren, denn wir wollten sie in den richtigen Rhythmus bringen. Dieser Teil unseres Planes verlief erfolgreich. Sie schienen die Erfahrung genossen zu haben. Wir haben auch am Nachmittag trotz der wechselhaften Bedingungen versucht, jede Menge Runden zu fahren." "Aber alles in allem haben wir in Bezug auf die übliche Arbeit am Setup des Autos nicht so viel erreicht. Abgesehen davon hatten wir einen problemlosen Tag und die Fahrer leisteten sich keinerlei Fehler. Aufgrund des unglücklichen Zeitplans dieser Veranstaltung haben wir morgen einen ganzen Tag, an dem wir darüber nachdenken können, wie wir das Auto für den Rest des Wochenendes verbessern können."
Kamui Kobayashi ist mit seinem Sauber noch nicht restlos glücklich Zoom © xpbimages.com
Starker Trainingsauftakt in Monaco für das Sauber-Team. Während Sergio Perez im Gesamtergebnis auf den beachtlichen fünften Platz fuhr, kam Teamkollege Kamui Kobayashi, der kein Fan des engen Kurses im Fürstentum ist, immerhin auf den neunten Gesamtrang. Auf die Bestzeit von McLaren-Pilot Jenson Button fehlten ihm 1,292 Sekunden. Dennoch erlebte der Japaner, der in Spanien großartiger Fünfter wurde, keinen problemlosen Trainingsstart. Er klagt gegenüber 'Sky Sports' über mangelnden Abtrieb: "Ich verwende den gleichen Unterboden wie mein Teamkollege, aber im Vergleich zu ihm vermissen wir aus einem unbekannten Grund etwas Abtrieb. Aus diesem Grund hatten wir hier ein paar Probleme." Das Team wechselte daher auf den Ersatz-Unterboden. Auch die Umstände machen es dem Sauber-Piloten nicht leicht: "Die Strecke ist immer ziemlich schmutzig - es ist sehr rutschig. Daher ist es immer sehr schwierig, das richtige Setup zu finden, aber ich denke, dass es in Ordnung ist. Wir sind nicht so weit weg. Am Samstag werden wir dann sehen, was das Wetter macht. Die Streckenbedingungen sind hier an diesem Wochenende eine ziemliche Unbekannte - und das macht es sehr knifflig." Obwohl am Freitag für die Formel-1-Piloten Ruhetag ist, wurde Kobayashi von seinem Team eingeteilt: "Ich habe einen etwas seltsamen Zeitplan. Es gibt eine Autogrammstunde an der Strecke, was eine Überraschung ist. Ich muss also leider zur Strecke kommen." Obwohl er den Kurs nicht für eine wirkliche Formel-1-Strecke hält, kann er dem Rennen etwas abgewinnen: "In Monaco ist die Aufregung immer sehr groß - und das ist gut für die Formel 1."
Hat Fahrer noch nie mit Samthandschuhen angefasst: Frank Williams Zoom © xpbimages.com
Bruno Sennas Stuhl bei Williams wackelt nach dem Sieg von Pastor Maldonado beim Spanien-Grand-Prix bedenklich. Und der Teamchef rüttelt weiter am Sitz des Brasilianers: "Bruno muss jetzt antworten", zitiert die britische Tageszeitung "The Telegraph" Frank Williams und findet gewohnt deutliche Worte: "Maldos (Maldonados, Anm. d. Red.) Erfolg sollte für ihn ein Tritt in den Hintern sein." Williams, der sich von den starken Leitungen des Venezolaners überrascht zeigt, redet auch bei den Finanzen nicht lange um den heißen Brei herum. "Völlig unpolitisch, aber er bringt eine nützliche Menge an Sponsorengeldern mit." Insider beziffern diese "nützliche" Summe auf rund 30 Millionen britische Pfund, die Caracas staatlicher Ölkonzern PDVSA auf das Williams-Konto überweist. Die Maldonado zugeschriebene Favoritenrolle - er hat in Monaco mit Ausnahme der Königsklasse in allen Serien, die er gefahren ist, bereits gewonnen - will Williams nicht bestätigen. "Die Formel 1 ist böse. Wenn du den kleinsten Fehler machst, bist du tot. Es ist das beste, bescheiden zu sein", so Sir Frank.
Frank Williams wollte sein Team in der Notlage nicht im Stich lassen Zoom © Williams
Die Formel 1 gilt als zerstrittener Haufen. Missgunst und Misstrauen, Spionage und Tricksereien gehören im Fahrerlager zur Tagesordnung. Doch wenn es zu Katastrophen kommt, dann rückt die Königsklasse des Motorsports zusammen. Bestes Beispiel dafür ist der Feuerunfall in der Williams-Box, der das Sensationsteam nach dem Überraschungsteam hart getroffen hat. "Ich habe die Zeit nach dem Rennen genossen, war in der Garage und blieb stehen, um mit jemandem zu sprechen, als es zu meiner Rechten etwas zerrissen hat", erinnert sich Teamchef Frank Williams gegenüber dem 'Telegraph' an den folgenschweren Knall. "Sofort breiteten sich schwarze Rauchwolken aus." Eine brenzlige Situation für den Querschnitt-gelähmten Teamboss. Doch sein Betreuer reagierte rasch. "Schnell wie der Blitz wurde ich aus der Box gerollt", erzählt er. Dabei war ihm dies zunächst gar nicht recht: "Ich schrie: 'Michael, du musst verdammt noch mal stehenbleiben. Ich sollte eigentlich die Leitung übernehmen, und kann mich nicht einfach aus dem Staub machen." Williams wollte zurück in die BoxSein Betreuer folgte dem Befehl des Chefs und schob den "Rollstuhl-General" wieder in Richtung Box. "Aber ich konnte dort nicht viel tun", erkannte Williams. Doch was war passiert? Williams-Mitbesitzer Christian "Toto" Wolff gibt gegenüber 'Sky' Einblicke: "Eine Funkstation aus Plastik, wo die Funkgeräte dran hängen, ist geschmolzen und hat zu dieser Rauchentwicklung geführt." Die Ursache dafür ist noch immer nicht ganz klar, wie Wolff erklärt: "Es wird immer noch analysiert, aber vermutlich war es eine statische Entladung, wie sie jeden Tag passieren kann, wenn wir jemandem die Hand schütteln und wir einen Schlag kriegen. Diese statische Entladung hat Dämpfe entzündet, und dann ist ein Fass in die Luft geflogen. Das ist extrem unüblich, wie ich gehört habe, aber es kann passieren." Gesamtes Fahrerlager kämpfte gegen FlammenAls das Feuer ausbrach, half plötzlich fast gesamte Fahrerlager mit, eine Katastrophe zu verhindern. Mechaniker unterschiedlicher Teams nahmen ihre Feuerlöscher und bekämpften die Flammen. "Es gehört einiges an Mut dazu, sich da hineinzustürzen, vor allem, wenn es nicht einmal das eigene Team ist", zollt der Österreicher den Helfern seine Anerkennung. "Es zeigt, wie die Mannschaften da zusammenhalten. Das war das die schöne Seite an der Tragödie." Toto Wolff glaubt, dass es einen balalen Grund für den Unfall geben könnte © xpbimages.com Freilich hätte aber auch ihr eigenes Team betroffen sein können, hätte man das Feuer nicht unter Kontrolle gebracht. "Sie wussten, dass sie helfen müssen, denn sonst hätte das Feuer auch auf andere Boxen übergreifen können", meint Wolff. Inzwischen wird nur noch ein Williams-Teammitglied im Krankenhaus behandelt - der Mitarbeiter leidet an Verbrennungen an Händen und Füßen. "Er wird nächste Woche aus dem Krankenhaus entlassen - also sind wir mit dem Schrecken davongekommen", ist Wolff froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist. "Er hat einen starken Charakter", stellt Williams klar, dass es seinem Teammitglied den Umständen entsprechend gut geht. "Er wird zurückkommen, wenn es für ihn passt - in einem Monat oder zwei." Williams bedankt sich für HilfeAuch der 70-jährige Brite zeigt sich vom Zusammenhalt im Fahrerlager angetan: "Es hat mich sehr glücklich gemacht, als ich im Nachhinein gehört habe, dass jeder Feuerlöscher im Fahrer von fast jedem Team benutzt wurde. Die Reaktion war außergewöhnlich, wirklich überwältigend."
Damit war es aber nicht getan, denn auch nach dem gelöschten Brand zeigten die anderen Teams ihre Hilfsbereitschaft. "Alle Teams sagten zu mir: 'Was auch immer ihr braucht - wir werden euch helfen'", erinnert sich die lebende Formel-1-Legende. "Ich weiß nicht genau, was wir angenommen haben, aber ich habe darum gebeten, dass eine Liste angefertigt wird. Meine Hauptaufgabe in Monaco ist es, alle Teamchefs zu treffen, ihnen zu danken und zurückzuzahlen, was auch immer sie uns gegeben haben."
Jenson Button sicherte sich die Bestzeit am ersten Trainingstag in Monaco Zoom © xpbimages.com
Am Vormittag war es zwar noch trocken, aber wirklich aussagekräftig war das Ergebnis des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco nicht, und auch die zweite Session im Fürstentum an der Cote d'Azur ließ keine echten Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis an diesem Wochenende zu. Schuld daran war Regen im zweiten Freien Training in Monte Carlo. "Diese Bedingungen sind sehr schwierig für uns", meinte Force-India-Teammanager Andy Stevenson nach knapp einer halben Stunde der geplanten 90 Minuten. "Die Strecke ist zu feucht, um konstruktiv zu fahren, aber nicht nass genug für Intermediates. Da wäre mir stärkerer Regen sogar lieber, denn laut Wettervorhersage soll es am Wochenende regnen. So könnten die Fahrer zumindest ein paar Runden trainieren, um sich an die Bedingungen zu gewöhnen." Button-Bestzeit auf weichen ReifenEin Wunsch, der nicht in Erfüllung gehen sollte, denn erst trocknete es ein bisschen ab, ehe es wieder zu regnen begann - beim zweiten Mal etwas stärker. Von da an waren die gleich zu Beginn erzielten Zeiten in Stein gemeißelt. Jenson Buttons Bestzeit von 1:15.746 Minuten war jedoch kaum aussagekräftig, schließlich hatte der McLaren-Pilot noch vor einsetzendem Regen als einer der wenigen Piloten eine volle Runde auf den weicheren Supersoft-Pirellis zurückgelegt. Der Lotus von Romain Grosjean hinterließ heute einen sehr starken Eindruck © xpbimages.com "Wir sind heute für einen Donnerstag in Monaco nicht viel gefahren. Hoffentlich wird das Wetter am Samstag ein bisschen besser", seufzt der Tagesschnellste, der es insgesamt auf 30 Umläufe brachte, 17 davon am Nachmittag. Zweiter wurde Romain Grosjean (Lotus), der mit seiner spektakulären Fahrweise immer wieder in Richtung Leitplanken driftete, aber jeden einzelnen Rutscher gekonnt abfangen konnte. Rückstand: 0,392 Sekunden. Allerdings absolvierte Grosjean seinen gezeiteten Run noch auf der härteren Reifenmischung, "und die ist um ungefähr eine Sekunde langsamer als die weiche", analysiert Formel-1-Experte Marc Surer. Eigentlich also ein gutes Zeichen für das Lotus-Team, dem die meisten Beobachter an diesem Wochenende eine starke Performance zutrauen, aber andererseits ist das Ergebnis wegen des Wetters und unterschiedlicher Benzinmengen noch verzerrter als sonst am ersten Trainingstag. Massa in FP2 schneller als AlonsoFelipe Massa gewann das Ferrari-Stallduell am Nachmittag gegen Fernando Alonso, in der Gesamtwertung belegte Alonso aber mit 0,519 Sekunden Rückstand den dritten Platz - seine Bestzeit vom Vormittag konnte er in der zweiten Session nicht mehr unterbieten. In der inoffiziellen Regenwertung belegte Massa sogar den zweiten Platz, zwei Zehntelsekunden hinter Sergio Perez (5./Sauber/+0,965), der auf nasser Strecke in 1:26.6 Minuten am schnellsten war. Nur diese fünf Fahrer lagen am Ende des Donnerstags innerhalb von einer Sekunde. Monaco-Spezialist Lewis Hamilton (McLaren), Barcelona-Sieger Pastor Maldonado (Williams), Nico Rosberg (Mercedes), Kamui Kobayashi (Sauber) und Mark Webber (Red Bull) komplettierten die Top 10. Vorjahressieger Sebastian Vettel wurde eineinhalb Sekunden hinter der Spitze und 74 Tausendstelsekunden hinter Teamkollege Webber Elfter. Marko klagt über schlechtes Wetter"Wir hätten einige Änderungen am Auto. Da ist es natürlich schade, wenn man die Zeit jetzt auf keine Weise nützen kann", bedauert Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko. "Es war zu wenig nass für Intermediate- oder Regenreifen, aber nass genug, um Erkenntnisse unmöglich zu machen. Es hängt nur hier über der Rennstrecke eine Wolke, der Rest ist laut Radar in Ordnung. Heutzutage sind die Wetterprognosen sehr gut. Wir müssen schon mit eher schlechtem Wetter rechnen." Im feuchten Teil der zweiten Session war niemand schneller als Sergio Perez © xpbimages.com Am meisten trainierten im Regen die Toro-Rosso-Junioren - niemand war so fleißig wie Vergne/Ricciardo, die es als 16. und 17. auf insgesamt 101 Runden brachten. "Im Nassen zu fahren, ist immer wichtig", erklärt Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari. "Wenn es im Qualifying das gleiche Wetter hat, weißt du, wie sich das Auto verhält. Die Strecke ist natürlich rutschig, aber es ist wichtig, zu trainieren. Nur so findest du heraus, wo es rutschig ist und wo es Grip hat."
Offensichtlich keinen Grip hatte es in der Bremszone vor der Mirabeau-Kurve, in der in den letzten Minuten beide Williams-Piloten, Perez und Massa Bekanntschaft mit der Auslaufzone machten. Der Crew von Maldonado dürfte das Herz stehen geblieben sein, als der Venezolaner in dem schmalen Notausgang mit einem Burnout wenden wollte, doch kurz vor dem Einschlag in die Leitplanken kam er dann doch zu Sinnen und ließ sich von den Streckenposten helfen. Kovalainen wieder in ProblemenDen Schlusspunkt setzte wie schon am Vormittag Heikki Kovalainen (21./Caterham/+4,283) - diesmal allerdings nicht mit einem Motorschaden im Tunnel, sondern mit einem Ausritt in Mirabeau. Der Finne konnte im Gegensatz zu seinen Konkurrenten nicht weiterfahren, sodass die letzten Minuten der Session unter gelben Flaggen stattfanden. Landsmann Kimi Räikkönen trainierte in Session zwei umso fleißiger: 25 Runden, dreieinhalb Sekunden Rückstand, 20. Platz. Nur 25 Runden: Michael Schumacher trainierte weniger als alle anderen Fahrer © xpbimages.com "Der Lotus scheint ziemlich stark zu sein, was Traktion und mechanischen Grip angeht", analysiert Experte Alguersuari. "Dem stimme ich zu", meint der ehemalige Formel-1-Ingenieur Gary Anderson und ergänzt: "Button und Hamilton machten heute Morgen durch die Schwimmbad-Passage einen sehr starken Eindruck. Ich glaube, die werden mitmischen." Alguersuari rechnet außerdem mit Ferrari, rätselt aber: "Schwer zu sagen, wo Red Bull im Moment steht."
Positiv ist, dass alle komfortabel innerhalb der 107-Prozent-Zeit lagen, weniger positiv hingegen, dass niemand einen Longrun mit den roten Supersoft-Option-Pirellis fahren konnte. "Was den Abbau der Reifen angeht, wird es eine Reise ins Unbekannte", twittert Ferrari nach dem Training. "Niemand konnte Longruns fahren. Das ist ein weiteres Fragezeichen für das Rennen." Jetzt steht aber ohnehin erst einmal der Ruhetag auf dem Programm.
Geht es auch in den nächsten Jahren für die Formel 1 noch quer durch die Eifel? Zoom © HRT
(Motorsport-Total.com/SID) - Dank Sponsoren und des Entgegenkommens von Promoter Bernie Ecclestone hat die Formel 1 auf dem Nürburgring anscheinend doch noch eine Zukunft. "Wir können den Vertrag mit Ecclestone für die nächsten zehn Jahre, also über fünf Rennen, verlängern", sagt Kai Richter, einer der Streckenbetreiber, mit Blick auf die Hockenheim-Rotation. "Ein solches Ergebnis, wie wir es ausgehandelt haben, hat es noch nie für den Nürburgring gegeben", betont er. Richter nennt Details: "Weniger als zehn Millionen Euro sind als Beitrag des Landes für ein Rennen gefordert." Er und sein Mitgesellschafter beim Veranstalter-Unternehmen Rheinland-Pfalz Grand Prix, Jörg Lindner, erklären, sie hätten "in schwierigen Verhandlungen bei insgesamt vier Treffen" mit Ecclestone dieses "äußerst attraktive Ergebnis" erzielt. Möglich geworden sei es auch durch ein Gesamtpaket von nationalen Sponsoren und Investoren. Lindner verdeutlicht aber, dass der Vertrag mit Ecclestone bis Juni abgeschlossen werden müsse: "Sonst ist die Formel 1 weg. Für viele, viele Jahre." Ecclestone, der von einem "internen Problem mit den Promotern" spricht, äußert sich zu der Nürburgring-Frage gegenüber 'ESPNF1' wie folgt: "Ihr Vertrag lief aus, also werden wir ihn erneuern. Das passiert, sobald sie wissen, mit wem wir das tun können." Ecclestone zeigt sich kompromissbereit und schießt hinterher: "Ich mache es gern." Das Land Rheinland-Pfalz hatte Richter und Lindner wegen ausstehender Pachtzahlungen mit einer Räumungsklage gedroht. Eine Reaktion der Mainzer Landesregierung liegt bisher noch nicht vor.
Siegkandidat im Leitplanken-Dschungel? Hamilton fährt kalkulierter Zoom © xpbimages.com
Heiße Rennaction und viel Glamour: Bei Monaco und Lewis Hamilton scheint es sich um eine passende Synthese zu handeln. Nachdem das Rennen im Fürstentum dem Briten im vergangenen Jahr - unter anderem wegen zwei Durchfahrtsstrafen - völlig misslang, stehen die Vorzeichen 2012 besser. Denn der Vollblut-Racer Hamilton scheint kalkulierter und vorausschauender zu fahren denn je. In Spanien brachte ausgerechnet der als Reifenmörder verschrieene Ex-Weltmeister sein Auto als einziger Pilot mit einer Zwei-Stopp-Strategie ins Ziel. "Es ist eine Herausforderung, mit den Pirelli-Pneus klarzukommen", betont er gegenüber 'Autosport'. "Es gibt Momente, in denen mir das gelingt, und einige, in denen es das nicht tut. Aber 2008 war das nicht anders", so Hamilton. Es ist der Verweis auf die Saison, in der er auf Bridgestone-Reifen Weltmeister wurde - damals allerdings hatte der schonende Umgang mit dem Gummi noch nicht den Stellenwert, den er heute genießt. "Jeder hat Stärken und Schwächen. Zu meinen Vorzügen gehört es, eine schnelle Runde auf neuen Reifen zu fahren. Sie lange am Leben zu erhalten ist für mich eine Herausforderung", stellt Hamilton fest.
Gute Zeiten, schlechte Zeiten: Lewis Hamilton wirkt 2012 deutlich entspannter Zoom © xpbimages.com
Was ist bloß mit Lewis los? Diese Frage stellten sich die Formel-1-Fans im vergangenen Jahr gewiss mehr als einmal. Lewis Hamilton schien 2011 nämlich nicht in gewohnt bestechender Form zu fahren und wirkte oft abgelenkt. All dies ist nun aber Schnee von gestern, denn heute tritt der McLaren-Pilot wieder beschwingt und selbstsicher auf. Aber warum eigentlich? Hamilton geht auf Spurensuche. Der britische Rennfahrer hat sich in der Winterpause die Zeit genommen, um sich selbst und das Geschehene ausgiebig zu analysieren, wie er gegenüber 'Autosport' bestätigt. Gleichzeitig fasste Hamilton frischen Mut - und offensichtlich auch einige gute Vorsätze. "Es geht darum, dich richtig einzustellen", sagt Hamilton über seine Auszeit im Winter. Dabei war er augenscheinlich erfolgreich. Neben Fernando Alonso (Ferrari) ist Hamilton 2012 nämlich der einzige Fahrer im Starterfeld, der bisher in allen Rennen in den Punkten war. Die Konstanz, die im vergangenen Jahr so oft fehlte, scheint also vorhanden zu sein. Oder wie es Hamilton ausdrückt: "Du hoffst, nicht wieder in den gleichen Trott zu verfallen, sofern du dich im vergangenen Jahr in einem Trott befunden hast." "Es gab einfach ein paar Dinge in meinem Leben, die ich neu sortieren musste. Das brauchte seine Zeit. Jetzt passt alles, also bin ich ziemlich zufrieden. All das macht dieses Jahr umso schöner", sagt Hamilton. Familie, Freunde, Management, Team - Privat- und Rennfahrer-Leben verlaufen nun also wieder in geordneten Bahnen. Dieser Umstand ist auch den Formel-1-Beobachtern nicht entgangen. Coulthard bewundert die Wandlung HamiltonsDer ehemalige Formel-1-Pilot David Coulthard zeigt sich bei 'Autosport' beispielsweise hocherfreut über den "neuen Lewis" und sagt: "Lewis Hamilton fährt derzeit so gut wie eh und je - wenn nicht sogar besser als früher. Das ist schön zu sehen. Was hat sich verändert? Nun, ich denke, er ist über den Winter erwachsen geworden. Er hatte die Chance, über all dies nachzudenken", meint "DC". "Ich sehe einen deutlich kompletteren Rennfahrer als den Lewis von vor einem Jahr." David Coulthard "Das scheint er getan zu haben. Ich sehe einen deutlich kompletteren Rennfahrer als den Lewis von vor einem Jahr. Er hatte nie ein Problem mit seiner Geschwindigkeit, sondern schien nur abgelenkt zu sein. Das hat er nun offenbar im Griff. Und er macht keine Fehler. Dass er Jenson Button in Spanien vom letzten Startplatz aus geschlagen hat, ist ein gutes Beispiel dafür, wie stark Lewis 2012 auftritt." In der Tat, wie die bisherigen Ergebnisse unterstreichen. Auch McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh erkennt darin einen "anderen" Hamilton und merkt bei 'Autosport' an: "Die Leute verändern sich nicht von jetzt auf gleich, sondern ganz allmählich. Lewis glaubt an sich als einen großen Rennfahrer, weiß aber nun, dass im Leben nicht alles nach Plan läuft. Man lernt nach und nach, damit umzugehen." Wenn Rennfahrer unter Druck stehen ..."Und wir würden keinen Lewis wollen, der sich mit dem Zweitbesten zufriedengeben würde", meint Whitmarsh und stellt klar: "Wir wollen einen Lewis, der es auf Erfolge abgesehen hat, der sich als Zweiter nicht wohl fühlt, der alles bei sich, an seinem Auto, in seinem Team und in seinem Umfeld absolut perfekt haben will. Diese Entschlossenheit treibt ihn an." 2011 sah es noch ganz anders aus. "Wenn Rennfahrer unter Druck stehen, dann kann es sein, dass sie das Auto überfahren." Martin Whitmarsh Whitmarsh zeigt allerdings Verständnis für seinen Piloten und dessen vermeintlich schwieriges Jahr. "Wenn Rennfahrer unter Druck stehen, dann kann es sein, dass sie das Auto überfahren. Wenn sie dann auch noch an Selbstvertrauen eingebüßt haben, werden sie vielleicht noch ein bisschen mehr zurückhaltend. Lewis hat seine Fähigkeiten sicherlich nicht verloren", erläutert der Teamchef. "Seine Stimmung ist sehr positiv. Er hat dazugelernt und ist nun deutlich gefasster und glücklicher. Er weiß, er kann in diesem Jahr eine Weltmeisterschaft gewinnen", sagt Whitmarsh und Hamilton stimmt zu: "Ich versuche, zu gewinnen, und ich will gewinnen. Ich bin nicht zufrieden damit, in jedem Rennen nur Dritter zu werden. Der achte Platz beim jüngsten Rennen war auch nicht so toll", meint Hamilton. Der Sieg ist alles - oder etwa doch nicht?In Barcelona hatte der britische Rennfahrer aufgrund eines Teamfehlers von ganz hinten losfahren müssen, nachdem er sein Auto auf die Pole-Position gestellt hatte. Dergleichen wirft Hamilton in diesem Jahr aber nicht aus der Bahn, auch wenn er sagt: "Es ist immer eine Enttäuschung, wenn man Rückschritte macht. Du willst doch attackieren, überholen. Nur darum geht es im Motorsport." "Es könnte viel schlimmer sein." Lewis Hamilton "Es könnte aber viel schlimmer sein. Was all dies in eine Perspektive rückte, war, was ich auf den Philippinen gesehen habe. Dort gibt es Kinder, die gar nichts haben und in Papierhütten auf der Straße leben. Und hier sind wir in der Formel 1. Damit kann ich also gar nicht unzufrieden sein. Das ist die Perspektive, die ich in diesem Jahr habe: Es könnte viel schlimmer sein", hält Hamilton fest. "Ich will aber trotzdem immer Erster werden." Und das so schnell wie möglich - und mit McLaren, wo Hamilton noch bis zum Saisonende unter Vertrag steht. Mit dem "und dann?" hat er sich laut eigener Aussage aber "noch nicht" beschäftigt, sagt Hamilton bei 'Autosport'. Die Begründung klingt plausibel: "Wir haben es mit einer so fordernden Saison zu tun, da muss ich einfach konzentriert bleiben". McLaren will Hamilton halten"Wenn ich meinen Fokus verliere und deswegen einige Punkte einbüße, könnte ich mir das nie verzeihen. Ich muss halt eine Lücke finden. Ich brauche die Zeit, um mich mit meinem Manager hinzusetzen und darüber zu reden. Ich bat sie (das Management; Anm. d. Red.) aber schon darum, sich einmal ein paar Gedanken zu machen. Wann es so weit sein wird, weiß ich aber nicht." "Ja, wir wollen ihn behalten." Martin Whitmarsh "Es wird irgendwann in diesem Jahr passieren, denn ansonsten bin ich arbeitslos", meint Hamilton und grinst verschmitzt. So weit wird es bei einem der Topstars der Szene vermutlich nicht kommen, auch wenn die Verhandlungen mit McLaren wohl erst in den Sommermonaten an Fahrt aufnehmen. Und zur Not - das ist aus dem Fahrerlager zu hören - hätten auch andere Teams Interesse an ihm.
McLaren dürfte aber erst einmal auf der Pole-Position stehen. Darauf hofft sicher auch Whitmarsh, wenn er sagt: "Ja, wir wollen ihn behalten." Der Teamchef zeigt sich jedoch zurückhaltend: "Wie man sich vielleicht vorstellen kann, ist das eine vertrauliche Angelegenheit. Es wäre nicht angebracht, darüber zu sprechen. Wenn Lewis und McLaren etwas kundzutun haben, dann werden wir es schon sagen."
Valtteri Bottas überzeugt als Freitagstester von Williams Zoom © xpbimages.com
Williams gehört in dieser Saison zu den Teams, die im ersten Freien Training des Rennwochenendes eine Testfahrer zum Einsatz kommen lässt. Bei 14 der 20 Grand Prix sitzt am Freitagmorgen Valtteri Bottas im Auto von Bruno Senna. Der Finne, der im vergangenen Jahr Meister der GP3-Serie war, und auf den vor allem Williams-Teilhaber Toto Wolff große Stücke hält, soll so langsam an die Formel 1 herangeführt werden. Doch bisher verläuft die Lernkurve des 22-Jährigen recht steil. Bottas überzeugt durch fehlerfreie Runden und schnelle Zeiten. In Barcelona zeigte er als Fünftschnellster im ersten Freien Training erstmals das Potenzial des FW34 auf dem Circuit de Catalunya auf. "Ich bin wirklich zufrieden", wird Bottas von 'The National' zitiert. "Das Wichtigste ist, dass ich eine Menge gelernt habe und nach jedem Wochenende mehr dazulerne. Die Ziele, die ich mir setzte, hab ich erreicht, und ich habe einen gute Speed." Der Finne zeigt sich erstaunt über seine raschen Fortschritte. "Niemand hätte von mir erwartet, dass ich in den ersten Freien Training so schnell wäre - ich war selbst überrascht." In diesem Jahr konzentriert sich Bottas voll auf seine Testfahrerrolle beim Williams, Rennen fährt er nicht. Doch das soll sich spätestens 2013 ändern. "Als Rennfahrer will ich so schnell wie möglich ins Auto, ich hoffe, dass es im kommenden Jahr möglich ist. Dieses Jahr dient der Vorbereitung. Außerdem kann ich dem Team zeigen, dass ich es drauf habe." Auf Gerüchte, nach denen er schon in dieser Saison Bruno Senna im Renncockpit ablösen könnte, gibt Bottas jedoch nicht. "Nein, das ändert für mich nichts. Mein Ziel ist das Gleiche: Ich möchte dazulernen und an jedem Wochenende ein besserer Fahrer werden." Bereits am fünften Rennwochenende mit seinem Team hatte Bottas erstmal Grund zum Feiern. Der Sieg von Pastor Maldonado in Barcelona sorgte auch beim 22-Jährigen für Begeisterung. "Das war ein großartiges Gefühl. Ich sehe, wie hart sie arbeiten, es war ein hochverdienter Sieg. Natürlich war es auch für uns eine große Überraschung, niemand hätte das erwartet. So etwas habe ich noch nie erlebt. Nach dem Fallen der Zielflagge haben alle in die Hände geklatscht und sich umarmt. Das war ganz speziell." Sein Debüt im Formel-1-Auto gab der Finne im vergangenen Jahr beim Young-Driver-Test in Abu Dhabi. In dieser Saison können die Teams wählen, ob sie diesen Test nach dem Rennen in Silverstone oder gegen Ende der Saison nach dem Grand Prix von Abu Dhabi fahren wollen. Bottas würde sich für Letzteres entscheiden. "Wenn du in einer anderen Serie fährst, wäre es besser, wenn der Test am Ende der Saison wäre. Dann kommt es nicht zu Terminüberschneidungen."
Hamilton (rechts) hat von seinem Freund Rosberg einen neuen Eindruck gewonnen Zoom © xpbimages.com
Nico Rosberg verteidigte sich in Bahrain hart gegen Lewis Hamilton und Fernando Alonso, wurde dafür von den Rennkommissaren aber nicht sanktioniert. Hat er die Manöver unternommen, um das Vorurteil, er sei leicht zu überholen, zu zerstreuen? "Mir war das gar nicht bewusst", kommentiert Rosberg diese gewagte Spekulation gegenüber 'Autosport'. "Ich war eigentlich ganz zufrieden damit, wie ich in Bahrain Konkurrenten hinter mir gehalten habe", so der Wiesbadener weiter. Hamilton, ein Freund und Weggefährte Rosbergs, weiß, dass Fahrer in der Königsklasse durchaus einzuordnen sind. "Einige Piloten sind wirklich einfach zu überholen. Du weißt, das es kein Problem sein wird", meint der Brite, dem selbst wenig Scheu vor riskanten Manövern nachgesagt wird. "Bei anderen überlegst du dann, nicht anzugreifen, weil du weist, dass sie dir keinen Platz lassen", bemerkt der McLaren-Star. Ihr unbeabsichtigte Wirkung haben die Manöver Rosbergs jedenfalls nicht verfehlt. "Um ehrlich zu sein, hatte ich einen anderen Eindruck von Nicos Fahrweise bis zum Rennen in Bahrain. Danach hat er sich verändert", meint Hamilton. Der erste Sieg in der Formel 1 habe nichts mit der veränderten Gangart zu tun, betont Rosberg: "Es ist eine wunderbare Erinnerung und vielleicht bringt sie etwas mehr Motivation, weil ich sie wiederholen möchte", sagt er. Der Mercedes-Pilot begründet: "Ich war ja zuvor nicht von der Rolle. Ich war in einer sehr guten Position und davon überzeugt, dass der Sieg eines Tages kommen würde", so Rosberg. Am Ende der Fahnenstange sieht der 26-Jährige sich und sein Team aber noch lange nicht angekommen. "Der Grand-Prix-Erfolg war nicht unser Ziel. Unser Ziel ist es nach wie vor, die Besten zu sein", gibt er sich selbstbewusst.
Michael Schumacher und Norbert Haug besuchten Lukas Podolski im Trainingslager Zoom © Mercedes-Benz
Prominenten Besuch bekam gestern Morgen die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in ihrem Trainingslager im südfranzösischen Tourrettes. Die beiden Formel-1-Stars Michael Schumacher und Nico Rosberg waren wegen des Formel-1-Rennens in Monaco ebenfalls an der Cote d'Azur und haben den Jungs von Bundestrainer Joachim Löw für die EM in Polen und der Ukraine alles Gute gewünscht. Schumacher und Rosberg haben sich nebenbei auch noch als "Taxifahrer" betätigt und vier Spieler - sehr schnell - zum Training gefahren. Dass es dabei zu der Traumkonstellation der beiden "kölschen Jung" Schumi und Poldi kommen wird, war so gut wie sicher. Kaum war Schumi vor dem Mannschaftshotel vorgefahren, saß Lukas Podolski auch schon auf dem Beifahrersitz. Dabei waren natürlich der 1.FC Köln und der Abstieg aus der Fußball-Bundesliga sowie der Wechsel von "Prinz Poldi" zum englischen Club FC Arsenal das Hauptgesprächsthema. "Normal, wie das in Kölle nun mal so abgeht." Michael Schumacher "Normal, wie das in Kölle nun mal so abgeht", sagt Schumacher. "Ich bin zwar FC-Fan, und ich glaube Poldi wird den FC auch immer im Herzen bei sich tragen. Aber dennoch, der Sport ist der Sport, und jeder muss glaube ich seinen Weg gehen. Ich bin absolut sicher, dass das, was Poldi entschieden hat, das Richtige für ihn ist. Insofern werden wir in Zukunft dann eben Arsenal die Daumen drücken. Aber wir können auch Köln weiterhin die Daumen drücken." Podolski und seine Nationalmannschaftskollegen wollen nach zwei Niederlagen gegen Spanien bei großen Turnieren in diesem Jahr in Polen und der Ukraine endlich ein Turnier als Sieger beenden. "Auf jeden Fall ist unser Ziel der Titel", sagt Podolski, der sich dafür auch gerne bei seinem prominenten Chauffeur Ratschläge holt. "Michael hat ja schon sieben, was überragend ist. Den einen oder anderen Tipp hat er vielleicht, den er uns geben kann, wie man am Ende die letzten Prozent herausholen kann, damit wir nicht nur ins Halbfinale und Finale kommen, sondern auch am Ende den Titel in der Hand haben." Der Besuch der beiden Formel-1-Stars war für die Nationalspieler eine willkommen Abwechslung vom Trainingsalltag. "Klar, auf jeden Fall! Ich denke, wenn man jeden Tag zweimal Training hat und immer unterwegs ist, dann ist das Super", sagt Podolski. Auf die Frage, was Schumacher im Auto besser könne als er, antwortet der Fußballer: "Alles. War die einzige Antwort, die man geben kann." Dieser gab das Lob zurück und war zufrieden mit seinem fachkundigen Beifahrer: "Er war voll mit dabei und hat Anweisungen gegeben", sagt Schumacher. "Die Technik geht ja immer weiter bei den Autos. Das haben wir gerade besprochen, es gibt auch keine Handbremse wie früher, sondern einen Hebel an der Seite. Die Technik ist schon weit fortgeschritten. - Leider zu weit für den Spaß", bedauert der 43-Jährige.
Michael Schumacher und Mercedes nehmen in Monaco Kurs auf gute Resultate Zoom © xpbimages.com
Wie stark ist Mercedes beim Stadtrennen in Monte Carlo? Eine Antwort auf diese Frage kann Ross Brawn derzeit noch nicht geben. Der britische Teamchef des deutschen Werksteams zeigt sich aber recht zuversichtlich, dass Nico Rosberg und Michael Schumacher im Fürstentum an der Côte d'Azur eine gute Leistung erbringen können. Allerdings nur sofern Mercedes dort keine Fehler unterlaufen. "Wir haben zwei großartige Fahrer und unser Auto ist ebenfalls ziemlich gut, denken wir. Wir müssen aber alles richtig hinbekommen. Es geht darum, ein Programm zu haben, das von Donnerstag bis Sonntag flüssig läuft. Alles hat nämlich eine Konsequenz", sagt Brawn bei 'Autosport'. "Machst du etwas falsch, verlierst du Streckenzeit. Das rächt sich. Du musst also von Anfang an am Ball bleiben." "Und wenn du auf der Strecke bist, bekommst du automatisch mit, wie sich der Kurs entwickelt. Wenn wir also ein gutes Wochenende haben, sollten wir konkurrenzfähig sein", erklärt Brawn. Die Reifen von Pirelli nehmen dabei offenbar einmal mehr eine Schlüsselrolle ein, doch auch die Abstimmung des Fahrzeugs könnte sich entscheidend auswirken. Kann Mercedes da seine Stärken ausspielen? Brawn zeigt sich vorsichtig optimistisch: "Wir waren bisher generell im langsamen und mittelschnellen Bereich der Strecken besser als im richtig schnellen Bereich. Die Teams gehen beim Setup aber auch unterschiedliche Kompromisse ein. Hier werden jedoch alle auf geringe bis mittlere Geschwindigkeiten getrimmt sein. Unser Vorteil ist deshalb vielleicht nicht so groß, weil sich alle darauf einstellen."
Geplatzter Traum: So hätte die Formel-1-Strecke auf Mallorca aussehen sollen © Gabriel Palmer
Bereits Ende vergangenen Jahres deutete sich an, dass es mit einem Formel-1-Grand-Prix auf Mallorca wohl nichts werden würde, doch nun scheint das Projekt endgültig gestorben zu sein. Stolperstein bleibt weiterhin die fehlende Unterstützung des Inselrats, der die potenziellen Investoren dazu bewogen hat, ihren Plan zu begraben. Rund 200 Millionen Euro hätten für die angeblich bis zu 92.000 Zuschauer fassende Rennstrecke neben der Autobahn zwischen der Gemeinde Llucmajor und der Hauptstadt Palma de Mallorca gekostet, doch die Kosten wären komplett privat getragen worden. Daher war es dem Bürgermeister von Llucmajor ein großes Anliegen, das prestigeträchtige Projekt umzusetzen. Auch Bernie Ecclestone soll die bei einem persönlichen Treffen präsentierte Idee eines "Holiday-Grand-Prix" gefallen haben. Doch ohne Zustimmung des Inselrats lässt sich das Projekt nicht verwirklichen, weil die Gemeinden auf Mallorca außerhalb der besiedelten Gebiete nicht berechtigt sind, Bauvorhaben autonom durchzusetzen. Aufgrund dieser Pattsituation haben sich die Investoren laut 'Mallorca Zeitung' zurückgezogen - sehr zum Leidwesen von Llucmajors Bürgermeister Joan Jaume, der treibenden Kraft hinter dem Projekt.
Die Zeit der Alleinherrschaft ist vorbei: Williams gibt sich heute als Teamplayer Zoom © Williams
Lange Zeit war Frank Williams eine der prägenden Figuren der Formel 1. Mit nachlassendem sportlichen Erfolg verschwand er nicht von der Bildfläche, doch es rückten andere Charakterköpfe in den Vordergrund. Für den Teamchef, der kürzlich seinen 70. Geburtstag feierte, waren Grand-Prix-Siege schon kein Thema mehr. "Ich hatte keine Angst. Es war eher eine stärker und stärker werdende Verlegenheit", blickt Williams im Gespräch mit dem 'Telegraph' auf die Durststrecke zurück. Es schien ein schleichender Untergang zu sein: "Als die Jahre ins Land gingen, begannen wir zu verschwinden", erzählt Williams über die Jahre seit 2004, als ihm und seiner Mannschaft keine Siege mehr gelangen. Depressionen bereitete ihm das nicht: "Ich kann nicht behaupten, dass ich wochenlang im Bett gelegen und mir deswegen Gedanken gemacht hätte. Glücklicherweise kamen fähigere Leute als ich und räumten die Probleme aus", so Williams. Fähige Leute wie Adam Parr, der das Team vor wenigen Wochen unter kontroversen Umständen verließ. Williams schüttet Lob über seinem ehemaligen Mitarbeiter aus: "Er ist ein wahnsinnig kluger Kopf und ich habe oft mit ihm gesprochen. Er war Feuer und Flamme für das Team und hat seinen Anteil am Erfolg." Denn es sei Parr gewesen, der Personal wie Mike Coughlan, Jason Somerville oder Ed Wood verpflichtete. Williams glaubt daran, den Ex-Geschäftsführer bald wieder in der Formel 1 zu sehen, "möglicherweise in einer kommerziellen Funktion". Ebenfalls nicht mehr Teil des Teams ist Co-Gründer Patrick Head, der die Mannschaft im Winter verließ. "Er war schon etwas neidisch, nicht Teil des Sieges gewesen zu sein", bemerkt Williams schmunzelnd und würdigt die Leitung seines langjährigen Weggefährten. "Aber er hat ja das Fundament gelegt." Er glaube an einen weiteren Sieg für Williams, gibt sich Sir Frank überzeugt: "Barcelona mag eine Überraschung gewesen sein, aber wir wussten, dass wir uns im Vorfeld verbessert hatten. Das Auto hat eine gute Balance", sagt er. Williams weiß genau, was er an seinem venezolanischen Piloten hat. "Und die größte Überraschung ist, dass Maldo (Pastor Maldonado, Anm. d. Red.) sehr, sehr konkurrenzfähig ist. Er bringt eine Menge Sponsorengelder mit."
Monisha Kaltenborn hat einen guten Draht zu Formel-1-Boss Bernie Ecclestone Zoom © xpbimages.com
(Motorsport-Total.com/SID) - Monisha Kaltenborn atmet tief durch. Die mächtigste Frau der Formel 1? "Machtspiele überlasse ich gerne anderen", sagt sie. Und man glaubt es ihr. Obwohl sie ohne Zweifel die mächtigste Frau der Formel 1 und zudem noch ehrgeizig und zielstrebig ist, spielte auf dem Weg nach oben das Streben nach Macht eine Nebenrolle. Kaltenborn lernte das Geschäft in der Männer- und Machowelt Formel 1 von der Pike auf. "Ich konnte langsam reinwachsen", sagt die 41-Jährige, die seit 2010 Vorstandsvorsitzende bei Sauber ist, in der vergangenen Woche ein Drittel der Anteile übernahm und in naher Zukunft Teamchefin werden wird. Dass alles Schritt für Schritt vor sich ging, half auch, Vorbehalte abzubauen. Heute hat längst keiner der harten Männer mehr Probleme, sich mit ihr an den Verhandlungstisch zu setzen. "Bei Herrn Ecclestone ist das ohnehin kein Thema", sagt sie über den 81 Jahre alten Formel-1-Boss: "Er hat immer schon Frauen wichtige Themen anvertraut." Vertrauen ist auch das wichtigste Wort für Peter Sauber. Der Schweizer leitet seit 40 Jahren seine Teams im Motorsport, er hat Michael Schumacher in die Formel 1 gebracht. Nun, mit 68, sieht er den Zeitpunkt gekommen, seine Nachfolge zu regeln. "Es ist wichtig, dass man die Zukunft aktiv plant", sagt er: "Nicht, dass in einem gewissen Alter der Zeitpunkt kommt, an dem die Ereignisse die Zukunft diktieren." Sauber-Nachfolge beschlossene SacheWann Kaltenborn das Team übernimmt, ist noch nicht klar. "Den Zeitpunkt lassen wir offen. Wir stehen nicht unter Zeitdruck, und ich gehe noch nicht auf Krücken", sagt Sauber schmunzelnd. Dass Kaltenborn die Chefin wird, ist aber beschlossene Sache. Und es wird bald sein. Mit 70 wolle er nicht mehr an der Boxenmauer stehen, sagt Sauber. Das wäre im Oktober 2013. Doch warum gerade sie? "Es ist sehr schwer, jemanden zu finden, der ein Team leiten kann", sagt Sauber: "Mit Monisha arbeite ich seit vielen Jahren zusammen. Sie ist vertraut mit allen wichtigen Dingen in der Formel 1 und hat sich in allen Bereichen bewährt." Bevor die beiden 1998 erstmals zusammentrafen, hatte die damals 27 Jahre alte Kaltenborn schon viel erlebt. Als Monisha Narang wurde sie 1971 in Dehradun im Norden Indiens geboren und besuchte zunächst ein renommiertes Mädcheninternat. Im Alter von acht Jahren wanderte sie mit ihren Eltern, die einen Zweiradbetrieb führen, aus. Sie landeten in Österreich, weil der Onkel ihres Vaters dort in der Atombehörde arbeitete. Monisha studierte in Wien und London Jura, arbeitete zunächst in Stuttgart, wo sie den Deutschen Jens Kaltenborn kennenlernt und später nach Hindu-Ritus am Fuße des Himalaya heiratete. Sie wechselte nach Liechtenstein und arbeitete für die Fritz-Kaiser-Gruppe - und rutschte so in die Formel 1. Ihr Arbeitgeber war Teilhaber bei Sauber, Kaltenborn als Juristin zuständig für das Engagement im Motorsport. Als sich Kaiser zurückzog, wechselte sie 2000 zu Sauber. Zunächst übernahm sie die Rechtsabteilung, 2001 wurde sie Mitglied der Geschäftsführung. In den Ausschüssen bewährte sie sich schnell. Sie saugte alles in sich auf, überzeugte durch ihre Sachlichkeit und Fachkenntnis. Beim Zustandekommen des Concorde Agreements, der Verfassung der Formel 1, spielte sie eine wichtige Rolle. Für ein anderes Team als Sauber hat Kaltenborn, sieht man einmal von den unterschiedlichen Kooperationen ab, nie gearbeitet. Sie identifiziert sich mit ihrem Rennstall. "Ich habe mich vom ersten Tag an wohlgefühlt", sagt sie. Peter Sauber und sie seien "sehr unterschiedlich, aber wir teilen die gleichen Werte und stimmen in den wichtigsten Dingen überein. Peter ist nicht nur der Gründer, er hat das Team mit seiner Persönlichkeit geprägt." In seinem Sinne und mit eigenen Ideen will sie das Team bald komplett führen. "Fair und konsequent" seien ihre wichtigsten Maximen, sagt sie. Ihr Leitsatz: "Keine Fehler machen. Und wenn doch, daraus lernen." Sie lebt danach. So etwas imponiert. Auch als Frau in der Männerwelt Formel 1.
Peter Brabeck-Letmathe soll in Zukunft zusätzliche Formel-1-Aktien erhalten Zoom © xpb.cc
Der österreichische Spitzenmanager Peter Brabeck-Letmathe ist als Vorsitzender der neuen Formel-1-AG vorgesehen, die noch diesen Sommer an der Börse Singapur emittiert werden soll. Damit einher geht nicht nur ein operativer Machtgewinn für Brabeck-Letmathe, sondern aktuellen Medienberichten zufolge wird er auch ein zusätzliches Aktienpaket erhalten. Schon jetzt kontrolliert Brabeck-Letmathe 0,3 Prozent der obersten Formel-1-Holding Delta Topco, deren Werte im Zuge des Initial Public Offering (IPO) an die Börse gebracht werden sollen. Durch den IPO, so berichtet 'Pitpass' übereinstimmend mit anderen englischsprachigen Medien, soll sein Anteil auf 0,5 Prozent erhöht werden. Vermutlich würden die zusätzlichen 0,2 Prozent aus den Anteilen von Mehrheitseigentümer CVC Capital Partners kommen. Erst kürzlich hat CVC insgesamt 21,3 Prozent der Anteile an drei milliardenschwere Investmentgesellschaften verkauft. Der Kaufpreis lag bei umgerechnet insgesamt 1,257 Milliarden Euro, was den Wert des gesamten Formel-1-Imperiums auf rund sechs Milliarden Euro festlegt. Das wiederum bedeutet, dass Brabeck-Letmathes 0,5 Prozent geschätzte 300 Millionen Euro wert wären. Allerdings ist anzunehmen, dass der Verwaltungsrats-Präsident des Lebensmittelkonzerns Nestle seine Aktien nicht einfach jederzeit verkaufen darf, sondern für einen gewissen Zeitraum gebunden ist. Außerdem berichtet der 'Sky'-Wirtschaftsblogger Mark Kleinman, dass Brabeck-Letmathe die zusätzlichen 0,2 Prozent nicht geschenkt bekommt, sondern dafür zumindest eine einstellige Millionensumme auf den Tisch legen muss. Definitiv keine geschenkten Formel-1-Aktien wird es für die Teams geben. Zunächst hatte es ja geheißen, Ferrari soll im Zuge der Concorde-Verhandlungen nicht nur einen Sitz im Vorstand, sondern auch Aktien erhalten. Aber: "Die Teams können Anteile kaufen, aber wir werden sie ihnen nicht einfach geben", stellt Ecclestone gegenüber 'Pitpass' klar.
Quelle: motorsport-total.com
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Hamilton: "Ich würde auf den Typ mit der eins setzen"
24.05.2012 - 10:33
Senna ist froh, in einem Formel-1-Auto nach Monaco zurückkehren zu dürfen Zoom © xpbimages.com
Senna und Monaco - diese Verbindung scheint in den Genen zu liegen, schließlich sagt ein erfreuter Bruno Senna nach dem Freien Training am Freitagnachmittag bei 'Sky Sports F1': "Es ist eine meiner Lieblingsstrecken." Auf einen motorsportlichen Besuch an der Cote d'Azur musste der Brasilianer, der das Renault-Cockpit in der vergangenen Saison erst im Herbst ergatterte, zwei Jahre warten. Die Wiedersehensfreude ist groß: "Schön, nach einer langen Zeit, in der ich hier nicht Formel 1 gefahren bin, zurückkehren zu können", meint Senna. Dass die Wetterbedingungen ziemlich wankelmütig waren, stört den 28-Jährigen nicht. "Am Nachmittag wollte sich der Regen nicht so wirklich entscheiden, ob er nun kommt oder nicht. Das hat es zu einer verrückten Session gemacht", erklärt er. Zuletzt raste Senna im Jahre 2010 durch das Fürstentum - damals noch auf Bridgestone-Pneus. "Mit den Pirelli-Reifen ist es eine ganz andere Erfahrung als damals im HRT", stellt er fest. Der Magie Monte Carlos kann sich der Träger eines großen Namens nicht entziehen. "Wenn du selbstbewusst und eins mit dem Autos bist, vergisst du alles um dich herum. Dann kommt die Rundenzeit ganz von alleine", schwärmt Senna. In der höchsten Nachwuchsklasse siegte der vor drei Jahren. "Ich erinnere mich noch gut an den GP2-Erfolg. Hoffentlich gelingt mir das ein weiteres Mal." Sechs Siege des berühmten Onkels Ayrton verpflichten: "Wir haben hier so viel Geschichte geschrieben. Glücklicherweise auch ich mit meinem GP2-Sieg - aber die Formel 1 ist das, was zählt", blickt Senna voraus.
Der große Sir Frank Williams kann seit dem Sieg in Barcelona wieder lachen Zoom © Williams
Mit 70 Jahren ist Frank Williams der älteste Teamchef der Formel 1, aber während der 68-jährige Peter Sauber schon seinen Rücktritt mit Jahresende angekündigt hat, will der an den Rollstuhl gefesselte Brite noch nicht loslassen. Zwar zieht er sich schrittweise aus dem Tagesgeschäft zurückziehen - ein Prozess, der bereits eingeleitet wurde -, aber vorerst möchte er weiterhin an der Spitze des Rennstalls bleiben. Dass er seinen Sitz im Vorstand an Tochter Claire übergeben hat, ändere "nichts", denn: "All die Einzelpersonen mit ihren aufgeteilten Verantwortungsbereichen machen einen super Job. Ich bin aber immer noch kontrollierender Mehrheitseigentümer und Teamchef", stellt Williams im Interview mit dem 'Telegraph' klar. "Jemand muss zu mir kommen und mir sagen: 'Frank, du vergisst zu viel' oder 'Frank, du stehst langsam im Weg'." Williams sieht die Zeit noch nicht gekommenDas sei momentan noch nicht der Fall, meint der liebevoll "Rollstuhlgeneral" genannte Brite und widerspricht damit Kritikern, die nur hinter vorgehaltener Hand flüstern, dass sein Gesundheitszustand schon bald einen Wechsel erforderlich machen könnte. Würdest du dann zurücktreten, Frank? "Wenn ich wirklich glauben würde, dass ich die Dinge aufhalte, dann ja", sagt er. "Aber ich glaube nicht, dass es schon so weit ist." Teamintern war Adam Parr derjenige, der in den vergangenen Jahren den besten Draht zu Williams hatte, aber der Vorstandsvorsitzende musste im Zuge der Concorde-Verhandlungen mit Bernie Ecclestone gehen. Die neue Garde um Claire Williams und Großaktionär Toto Wolff steht schon eher für die nächste Generation. Wolff freute sich zuletzt in Barcelona "rasend, dass Frank das miterleben kann". Gemeint war der erste Sieg seit acht Jahren. Auch sonst gönnt man Williams die Rückkehr auf die Siegerstraße. Viele sind der Meinung: Es wäre ein unwürdiger Abgang eines großen Mannes gewesen, wenn Williams bis zu seinem endgültigen Rücktritt jahrelang sieglos geblieben wäre. "Er ist einer der Besten in unserem Zirkus, ein harter Kerl, ein Kämpfer", lobt Gerhard Berger. "Wir haben alle riesigen Respekt vor ihm, sind alle Fans von ihm. Und wir alle haben ein bisschen gelitten, als er immer mehr ins Hintertreffen geraten ist." Berger freut sich auch für Landsmann WolffFranks Tochter Claire Williams im Gespräch mit Bernie Ecclestone © xpbimages.com "Den letzten Sieg habe ich ihm sehr gegönnt - und das auch noch zu seinem Geburtstag! Das war wirklich toll", sagt Berger. "Ich freue mich auch für Toto Wolff, der als Österreicher jetzt Miteigentümer in dem Team ist. Ich glaube, die sind auf einem guten Weg. Die machen in diesem Jahr schon die ganze Zeit eine gute Figur. Und Maldonado scheint ein Treffer zu sein. Aber dafür hatte Frank immer schon ein Näschen." Die Frage ist: Wie lange noch? Der Racing-Virus lässt den 70-Jährigen jedenfalls nicht los: "Ich bin immer noch renn- und geschwindigkeitsverrückt", gibt der seit einem Vierteljahrhundert querschnittgelähmte Gründer des dritterfolgreichsten Formel-1-Teams aller Zeiten zu. "Seitlich mit 140 km/h durch eine Kurve zu rutschen, packt mich. Die Weltmeisterschaft nicht zu gewinnen, ist eher Nebensache. Es geht mir ums Racing."
Gerhard Berger hat Pastor Maldonado auch in Monaco auf der Rechnung Zoom © xpbimages.com
Gerhard Berger übt zwar keine offizieller Funktion mehr in der Formel 1 aus, dennoch ist er ein gern gesehener Gast im Fahrerlager. An diesem Wochenende sind dabei die Wege für den Österreicher recht kurz, denn wie viele der Piloten lebt er in Monaco. Berger kennt die Formel 1 sowohl aus der Perspektive des Fahrers als auch aus dem Blickwinkel von der Boxengasse aus, wo er als Motorsport-Direktor von BMW und Mitinhaber von Toro Rosso am Kommandostand saß. Doch an ein Rennjahr wie 2012 kann sich der 52-Jährige spontan auch nicht erinnern. "Es ist bisher eine ganz besondere Saison. Bei jedem Rennen gibt es einen anderen Sieger", sagt Berger im Gespräch mit 'SkySportsF1'. "Wir sehen einen sehr starken Williams, einen starken Sauber, einen sehr konkurrenzfähigen Ferrari. Vettel und Alonso führen die WM an. Es ist eine völlig andere Saison als in den vergangenen Jahren." In einer ohnehin turbulenten Saison, in der die Vorhersage des Sieger vor dem Rennwochenende kaum möglich ist, folgt nun mit Monaco ein Grand Prix, der von sich aus schon unberechenbar ist. Auch Berger freut sich auf das Rennen an der Cote d'Azur. "Jetzt kommen wir hier nach Monaco und es wird sehr interessant sein zu sehen, war hier alles zusammenbekommt." Doch der Österreicher ist sich schon jetzt sicher, welche Piloten im Kampf um den Sieg eine Rolle spielen werden. "Alonso wird einer derjenigen sein, die um den Sieg mitkämpfen. Hamilton, Alonso, Rosberg, und auch Maldonado dürfen wir nicht vergessen. Er war mit jedem Auto schnell, mit dem er hier gefahren ist", erinnert Berger an Maldonados Glanzleistungen in der GP2. "Vielleicht wird er auch an diesem Wochenende wieder eine Rolle spielen." Beeindruckender ist für Berger aber einer der Piloten seines ehemaligen Teams. "Ein großer Faktor bei Ferrari ist Alonso", sagt der 52-Jährige. "Er ist einer der besten, wenn nicht sogar der beste Fahrer im Feld. Er macht einen unglaublichen Job. Er fährt ständig am Limit, egal ob im Freien Training, Qualifying oder im Rennen. Er ist eine Garantie für gute Resultate. Aber Ferrari hat einen Schritt nach vorne gemacht. Vor allem beim vergangenen Rennen, aber auch heute Morgen. Er ist in guter Form." Sein ehemaliger Schützling Sebastian Vettel, mit dem Berger 2008 in Monza den Sieg bei Toro Rosso feiert, sticht in dieser Saison trotz der Sieges in Bahrain nicht so heraus wie noch im Vorjahr. Für Berger eine Folge der aktuellen Entwicklung der Formel 1. "Eine dominierende Rolle gibt es in diesem Jahr nicht", sagt der Österreicher bei den deutschen Kollegen von 'Sky Sport'. "Aber letztendlich führt Sebastian immer noch in der Weltmeisterschaft." Daran wird sich nach Ansicht von Berger auch bis zum Ende der Saison nichts ändern. "Sie sind immer dabei und werden am Ende auch wieder mitkämpfen." Die unberechenbare Formel 1 2012, die bei manchem Beobachter für Verwirrung, sorgt bei Berger, der nurmehr die Rolle des Zuschauers innehat, für Begeisterung. "Für uns Fans ist es natürlich besser, wenn es knapper zugeht, als wenn einer vorne wegfährt."
Jean-Eric Vergne konnte seine "Angst" vor der Strecke schnell ablegen Zoom © xpbimages.com
Das Toro-Rosso-Team bezeichnete den ersten Tag zum Großen Preis von Monaco als "eher frustrierend". Zum einen musste man den Neulingen in erster Linie Fahrzeit auf der Strecke geben, sodass man nicht viel am Setup arbeiten konnte. Zum anderen kam natürlich noch das wechselhafte Wetter hinzu. Am Ende fuhr Jean-Eric Vergne auf Platz 16 der schnellsten Zeiten des Tages, 2,463 Sekunden hinter Jenson Button und 0,043 Sekunden vor Teamkollege Daniel Ricciardo, der Position 17 auf der Liste der schnellsten Zeiten belegt. "Für mich war es hier das erste Mal in einem Formel-1-Auto", so Vergne. "Ich habe es wirklich genossen. Da ich im vergangenen Jahr in der World Series in Monaco nicht besonders gut unterwegs war, war ich bezüglich des heutigen Tages ein wenig besorgt, auch wenn ich mich auf die neue Erfahrung freute und nicht wusste, was ich zu erwarten habe." "Meiner Meinung nach sieht meine Leistung im Vergleich zu der meines Teamkollegen gut aus, schließlich hat Daniel auf dieser Strecke zwei Rennen in der World Series gewonnen und er hat vergangenes Jahr im Formel-1-Auto etwas Trainingszeit gehabt. So gesehen bin ich ganz glücklich und habe das Gefühl, dass die Rundenzeit nicht wichtig war, besonders da ich in etwas Verkehr geriet und meine letzte Runde in der Boxengasse beendete." "Mit der Balance des Autos bin ich relativ zufrieden, welche wir noch etwas verfeinern können. Ich benötige jedoch noch etwas mehr Zeit, um mich selbst an den Kurs anzupassen, selbst wenn ich gern im Nassen gefahren bin. Ich fühle mich vorbereitet, egal, auf welche Bedingungen wir im Verlauf des restlichen Wochenendes treffen sollten." "Aufgrund des Wetters am Nachmittag liefen die Dinge nicht ganz so reibungslos, wie wir dies geplant hatten", so Ricciardo. "Wir waren nicht in der Lage, alles auszuprobieren, was wir uns erhofft hatten." "Es ist aus diesem Grund etwas frustrierend, besonders da wir morgen einen freien Tag haben. Ich würde es vorziehen zu fahren, aber es ist womöglich eine gute Sache, denn wir können wirklich darüber nachdenken, was wir brauchen, um nach vorne zu kommen." "Es gibt auch ein paar Gebiete, auf denen wir uns verbessern müssen, und ich bin mir sicher, dass sich unsere Leistung komplett verändern wird, wenn wir das in den Griff bekommen. Hoffentlich werden wir am Samstag ein gutes Qualifying haben." "Alles in allem war dies ein eher frustrierender Tag", so Chefingenieur Laurent Mekies. "Denn die Streckenbedingungen waren während der Einheit am Nachmittag ziemlich wechselhaft." "Angesichts der Tatsache, dass Daniel vergangenes Jahr lediglich im 1. Freien Training für uns gefahren ist und Jean-Eric hier noch nie in einem Formel-1-Auto unterwegs war, lag der Hauptfokus des Tages darauf, beiden Fahrern auf dieser einzigartigen Strecke so viel Zeit zu geben wie nur möglich."
"Aus diesem Grund waren wir am Vormittag die ersten, welche aus den Boxen fuhren, denn wir wollten sie in den richtigen Rhythmus bringen. Dieser Teil unseres Planes verlief erfolgreich. Sie schienen die Erfahrung genossen zu haben. Wir haben auch am Nachmittag trotz der wechselhaften Bedingungen versucht, jede Menge Runden zu fahren." "Aber alles in allem haben wir in Bezug auf die übliche Arbeit am Setup des Autos nicht so viel erreicht. Abgesehen davon hatten wir einen problemlosen Tag und die Fahrer leisteten sich keinerlei Fehler. Aufgrund des unglücklichen Zeitplans dieser Veranstaltung haben wir morgen einen ganzen Tag, an dem wir darüber nachdenken können, wie wir das Auto für den Rest des Wochenendes verbessern können."
Kamui Kobayashi ist mit seinem Sauber noch nicht restlos glücklich Zoom © xpbimages.com
Starker Trainingsauftakt in Monaco für das Sauber-Team. Während Sergio Perez im Gesamtergebnis auf den beachtlichen fünften Platz fuhr, kam Teamkollege Kamui Kobayashi, der kein Fan des engen Kurses im Fürstentum ist, immerhin auf den neunten Gesamtrang. Auf die Bestzeit von McLaren-Pilot Jenson Button fehlten ihm 1,292 Sekunden. Dennoch erlebte der Japaner, der in Spanien großartiger Fünfter wurde, keinen problemlosen Trainingsstart. Er klagt gegenüber 'Sky Sports' über mangelnden Abtrieb: "Ich verwende den gleichen Unterboden wie mein Teamkollege, aber im Vergleich zu ihm vermissen wir aus einem unbekannten Grund etwas Abtrieb. Aus diesem Grund hatten wir hier ein paar Probleme." Das Team wechselte daher auf den Ersatz-Unterboden. Auch die Umstände machen es dem Sauber-Piloten nicht leicht: "Die Strecke ist immer ziemlich schmutzig - es ist sehr rutschig. Daher ist es immer sehr schwierig, das richtige Setup zu finden, aber ich denke, dass es in Ordnung ist. Wir sind nicht so weit weg. Am Samstag werden wir dann sehen, was das Wetter macht. Die Streckenbedingungen sind hier an diesem Wochenende eine ziemliche Unbekannte - und das macht es sehr knifflig." Obwohl am Freitag für die Formel-1-Piloten Ruhetag ist, wurde Kobayashi von seinem Team eingeteilt: "Ich habe einen etwas seltsamen Zeitplan. Es gibt eine Autogrammstunde an der Strecke, was eine Überraschung ist. Ich muss also leider zur Strecke kommen." Obwohl er den Kurs nicht für eine wirkliche Formel-1-Strecke hält, kann er dem Rennen etwas abgewinnen: "In Monaco ist die Aufregung immer sehr groß - und das ist gut für die Formel 1."
Hat Fahrer noch nie mit Samthandschuhen angefasst: Frank Williams Zoom © xpbimages.com
Bruno Sennas Stuhl bei Williams wackelt nach dem Sieg von Pastor Maldonado beim Spanien-Grand-Prix bedenklich. Und der Teamchef rüttelt weiter am Sitz des Brasilianers: "Bruno muss jetzt antworten", zitiert die britische Tageszeitung "The Telegraph" Frank Williams und findet gewohnt deutliche Worte: "Maldos (Maldonados, Anm. d. Red.) Erfolg sollte für ihn ein Tritt in den Hintern sein." Williams, der sich von den starken Leitungen des Venezolaners überrascht zeigt, redet auch bei den Finanzen nicht lange um den heißen Brei herum. "Völlig unpolitisch, aber er bringt eine nützliche Menge an Sponsorengeldern mit." Insider beziffern diese "nützliche" Summe auf rund 30 Millionen britische Pfund, die Caracas staatlicher Ölkonzern PDVSA auf das Williams-Konto überweist. Die Maldonado zugeschriebene Favoritenrolle - er hat in Monaco mit Ausnahme der Königsklasse in allen Serien, die er gefahren ist, bereits gewonnen - will Williams nicht bestätigen. "Die Formel 1 ist böse. Wenn du den kleinsten Fehler machst, bist du tot. Es ist das beste, bescheiden zu sein", so Sir Frank.
Frank Williams wollte sein Team in der Notlage nicht im Stich lassen Zoom © Williams
Die Formel 1 gilt als zerstrittener Haufen. Missgunst und Misstrauen, Spionage und Tricksereien gehören im Fahrerlager zur Tagesordnung. Doch wenn es zu Katastrophen kommt, dann rückt die Königsklasse des Motorsports zusammen. Bestes Beispiel dafür ist der Feuerunfall in der Williams-Box, der das Sensationsteam nach dem Überraschungsteam hart getroffen hat. "Ich habe die Zeit nach dem Rennen genossen, war in der Garage und blieb stehen, um mit jemandem zu sprechen, als es zu meiner Rechten etwas zerrissen hat", erinnert sich Teamchef Frank Williams gegenüber dem 'Telegraph' an den folgenschweren Knall. "Sofort breiteten sich schwarze Rauchwolken aus." Eine brenzlige Situation für den Querschnitt-gelähmten Teamboss. Doch sein Betreuer reagierte rasch. "Schnell wie der Blitz wurde ich aus der Box gerollt", erzählt er. Dabei war ihm dies zunächst gar nicht recht: "Ich schrie: 'Michael, du musst verdammt noch mal stehenbleiben. Ich sollte eigentlich die Leitung übernehmen, und kann mich nicht einfach aus dem Staub machen." Williams wollte zurück in die BoxSein Betreuer folgte dem Befehl des Chefs und schob den "Rollstuhl-General" wieder in Richtung Box. "Aber ich konnte dort nicht viel tun", erkannte Williams. Doch was war passiert? Williams-Mitbesitzer Christian "Toto" Wolff gibt gegenüber 'Sky' Einblicke: "Eine Funkstation aus Plastik, wo die Funkgeräte dran hängen, ist geschmolzen und hat zu dieser Rauchentwicklung geführt." Die Ursache dafür ist noch immer nicht ganz klar, wie Wolff erklärt: "Es wird immer noch analysiert, aber vermutlich war es eine statische Entladung, wie sie jeden Tag passieren kann, wenn wir jemandem die Hand schütteln und wir einen Schlag kriegen. Diese statische Entladung hat Dämpfe entzündet, und dann ist ein Fass in die Luft geflogen. Das ist extrem unüblich, wie ich gehört habe, aber es kann passieren." Gesamtes Fahrerlager kämpfte gegen FlammenAls das Feuer ausbrach, half plötzlich fast gesamte Fahrerlager mit, eine Katastrophe zu verhindern. Mechaniker unterschiedlicher Teams nahmen ihre Feuerlöscher und bekämpften die Flammen. "Es gehört einiges an Mut dazu, sich da hineinzustürzen, vor allem, wenn es nicht einmal das eigene Team ist", zollt der Österreicher den Helfern seine Anerkennung. "Es zeigt, wie die Mannschaften da zusammenhalten. Das war das die schöne Seite an der Tragödie." Toto Wolff glaubt, dass es einen balalen Grund für den Unfall geben könnte © xpbimages.com Freilich hätte aber auch ihr eigenes Team betroffen sein können, hätte man das Feuer nicht unter Kontrolle gebracht. "Sie wussten, dass sie helfen müssen, denn sonst hätte das Feuer auch auf andere Boxen übergreifen können", meint Wolff. Inzwischen wird nur noch ein Williams-Teammitglied im Krankenhaus behandelt - der Mitarbeiter leidet an Verbrennungen an Händen und Füßen. "Er wird nächste Woche aus dem Krankenhaus entlassen - also sind wir mit dem Schrecken davongekommen", ist Wolff froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist. "Er hat einen starken Charakter", stellt Williams klar, dass es seinem Teammitglied den Umständen entsprechend gut geht. "Er wird zurückkommen, wenn es für ihn passt - in einem Monat oder zwei." Williams bedankt sich für HilfeAuch der 70-jährige Brite zeigt sich vom Zusammenhalt im Fahrerlager angetan: "Es hat mich sehr glücklich gemacht, als ich im Nachhinein gehört habe, dass jeder Feuerlöscher im Fahrer von fast jedem Team benutzt wurde. Die Reaktion war außergewöhnlich, wirklich überwältigend."
Damit war es aber nicht getan, denn auch nach dem gelöschten Brand zeigten die anderen Teams ihre Hilfsbereitschaft. "Alle Teams sagten zu mir: 'Was auch immer ihr braucht - wir werden euch helfen'", erinnert sich die lebende Formel-1-Legende. "Ich weiß nicht genau, was wir angenommen haben, aber ich habe darum gebeten, dass eine Liste angefertigt wird. Meine Hauptaufgabe in Monaco ist es, alle Teamchefs zu treffen, ihnen zu danken und zurückzuzahlen, was auch immer sie uns gegeben haben."
Jenson Button sicherte sich die Bestzeit am ersten Trainingstag in Monaco Zoom © xpbimages.com
Am Vormittag war es zwar noch trocken, aber wirklich aussagekräftig war das Ergebnis des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco nicht, und auch die zweite Session im Fürstentum an der Cote d'Azur ließ keine echten Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis an diesem Wochenende zu. Schuld daran war Regen im zweiten Freien Training in Monte Carlo. "Diese Bedingungen sind sehr schwierig für uns", meinte Force-India-Teammanager Andy Stevenson nach knapp einer halben Stunde der geplanten 90 Minuten. "Die Strecke ist zu feucht, um konstruktiv zu fahren, aber nicht nass genug für Intermediates. Da wäre mir stärkerer Regen sogar lieber, denn laut Wettervorhersage soll es am Wochenende regnen. So könnten die Fahrer zumindest ein paar Runden trainieren, um sich an die Bedingungen zu gewöhnen." Button-Bestzeit auf weichen ReifenEin Wunsch, der nicht in Erfüllung gehen sollte, denn erst trocknete es ein bisschen ab, ehe es wieder zu regnen begann - beim zweiten Mal etwas stärker. Von da an waren die gleich zu Beginn erzielten Zeiten in Stein gemeißelt. Jenson Buttons Bestzeit von 1:15.746 Minuten war jedoch kaum aussagekräftig, schließlich hatte der McLaren-Pilot noch vor einsetzendem Regen als einer der wenigen Piloten eine volle Runde auf den weicheren Supersoft-Pirellis zurückgelegt. Der Lotus von Romain Grosjean hinterließ heute einen sehr starken Eindruck © xpbimages.com "Wir sind heute für einen Donnerstag in Monaco nicht viel gefahren. Hoffentlich wird das Wetter am Samstag ein bisschen besser", seufzt der Tagesschnellste, der es insgesamt auf 30 Umläufe brachte, 17 davon am Nachmittag. Zweiter wurde Romain Grosjean (Lotus), der mit seiner spektakulären Fahrweise immer wieder in Richtung Leitplanken driftete, aber jeden einzelnen Rutscher gekonnt abfangen konnte. Rückstand: 0,392 Sekunden. Allerdings absolvierte Grosjean seinen gezeiteten Run noch auf der härteren Reifenmischung, "und die ist um ungefähr eine Sekunde langsamer als die weiche", analysiert Formel-1-Experte Marc Surer. Eigentlich also ein gutes Zeichen für das Lotus-Team, dem die meisten Beobachter an diesem Wochenende eine starke Performance zutrauen, aber andererseits ist das Ergebnis wegen des Wetters und unterschiedlicher Benzinmengen noch verzerrter als sonst am ersten Trainingstag. Massa in FP2 schneller als AlonsoFelipe Massa gewann das Ferrari-Stallduell am Nachmittag gegen Fernando Alonso, in der Gesamtwertung belegte Alonso aber mit 0,519 Sekunden Rückstand den dritten Platz - seine Bestzeit vom Vormittag konnte er in der zweiten Session nicht mehr unterbieten. In der inoffiziellen Regenwertung belegte Massa sogar den zweiten Platz, zwei Zehntelsekunden hinter Sergio Perez (5./Sauber/+0,965), der auf nasser Strecke in 1:26.6 Minuten am schnellsten war. Nur diese fünf Fahrer lagen am Ende des Donnerstags innerhalb von einer Sekunde. Monaco-Spezialist Lewis Hamilton (McLaren), Barcelona-Sieger Pastor Maldonado (Williams), Nico Rosberg (Mercedes), Kamui Kobayashi (Sauber) und Mark Webber (Red Bull) komplettierten die Top 10. Vorjahressieger Sebastian Vettel wurde eineinhalb Sekunden hinter der Spitze und 74 Tausendstelsekunden hinter Teamkollege Webber Elfter. Marko klagt über schlechtes Wetter"Wir hätten einige Änderungen am Auto. Da ist es natürlich schade, wenn man die Zeit jetzt auf keine Weise nützen kann", bedauert Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko. "Es war zu wenig nass für Intermediate- oder Regenreifen, aber nass genug, um Erkenntnisse unmöglich zu machen. Es hängt nur hier über der Rennstrecke eine Wolke, der Rest ist laut Radar in Ordnung. Heutzutage sind die Wetterprognosen sehr gut. Wir müssen schon mit eher schlechtem Wetter rechnen." Im feuchten Teil der zweiten Session war niemand schneller als Sergio Perez © xpbimages.com Am meisten trainierten im Regen die Toro-Rosso-Junioren - niemand war so fleißig wie Vergne/Ricciardo, die es als 16. und 17. auf insgesamt 101 Runden brachten. "Im Nassen zu fahren, ist immer wichtig", erklärt Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari. "Wenn es im Qualifying das gleiche Wetter hat, weißt du, wie sich das Auto verhält. Die Strecke ist natürlich rutschig, aber es ist wichtig, zu trainieren. Nur so findest du heraus, wo es rutschig ist und wo es Grip hat."
Offensichtlich keinen Grip hatte es in der Bremszone vor der Mirabeau-Kurve, in der in den letzten Minuten beide Williams-Piloten, Perez und Massa Bekanntschaft mit der Auslaufzone machten. Der Crew von Maldonado dürfte das Herz stehen geblieben sein, als der Venezolaner in dem schmalen Notausgang mit einem Burnout wenden wollte, doch kurz vor dem Einschlag in die Leitplanken kam er dann doch zu Sinnen und ließ sich von den Streckenposten helfen. Kovalainen wieder in ProblemenDen Schlusspunkt setzte wie schon am Vormittag Heikki Kovalainen (21./Caterham/+4,283) - diesmal allerdings nicht mit einem Motorschaden im Tunnel, sondern mit einem Ausritt in Mirabeau. Der Finne konnte im Gegensatz zu seinen Konkurrenten nicht weiterfahren, sodass die letzten Minuten der Session unter gelben Flaggen stattfanden. Landsmann Kimi Räikkönen trainierte in Session zwei umso fleißiger: 25 Runden, dreieinhalb Sekunden Rückstand, 20. Platz. Nur 25 Runden: Michael Schumacher trainierte weniger als alle anderen Fahrer © xpbimages.com "Der Lotus scheint ziemlich stark zu sein, was Traktion und mechanischen Grip angeht", analysiert Experte Alguersuari. "Dem stimme ich zu", meint der ehemalige Formel-1-Ingenieur Gary Anderson und ergänzt: "Button und Hamilton machten heute Morgen durch die Schwimmbad-Passage einen sehr starken Eindruck. Ich glaube, die werden mitmischen." Alguersuari rechnet außerdem mit Ferrari, rätselt aber: "Schwer zu sagen, wo Red Bull im Moment steht."
Positiv ist, dass alle komfortabel innerhalb der 107-Prozent-Zeit lagen, weniger positiv hingegen, dass niemand einen Longrun mit den roten Supersoft-Option-Pirellis fahren konnte. "Was den Abbau der Reifen angeht, wird es eine Reise ins Unbekannte", twittert Ferrari nach dem Training. "Niemand konnte Longruns fahren. Das ist ein weiteres Fragezeichen für das Rennen." Jetzt steht aber ohnehin erst einmal der Ruhetag auf dem Programm.
Geht es auch in den nächsten Jahren für die Formel 1 noch quer durch die Eifel? Zoom © HRT
(Motorsport-Total.com/SID) - Dank Sponsoren und des Entgegenkommens von Promoter Bernie Ecclestone hat die Formel 1 auf dem Nürburgring anscheinend doch noch eine Zukunft. "Wir können den Vertrag mit Ecclestone für die nächsten zehn Jahre, also über fünf Rennen, verlängern", sagt Kai Richter, einer der Streckenbetreiber, mit Blick auf die Hockenheim-Rotation. "Ein solches Ergebnis, wie wir es ausgehandelt haben, hat es noch nie für den Nürburgring gegeben", betont er. Richter nennt Details: "Weniger als zehn Millionen Euro sind als Beitrag des Landes für ein Rennen gefordert." Er und sein Mitgesellschafter beim Veranstalter-Unternehmen Rheinland-Pfalz Grand Prix, Jörg Lindner, erklären, sie hätten "in schwierigen Verhandlungen bei insgesamt vier Treffen" mit Ecclestone dieses "äußerst attraktive Ergebnis" erzielt. Möglich geworden sei es auch durch ein Gesamtpaket von nationalen Sponsoren und Investoren. Lindner verdeutlicht aber, dass der Vertrag mit Ecclestone bis Juni abgeschlossen werden müsse: "Sonst ist die Formel 1 weg. Für viele, viele Jahre." Ecclestone, der von einem "internen Problem mit den Promotern" spricht, äußert sich zu der Nürburgring-Frage gegenüber 'ESPNF1' wie folgt: "Ihr Vertrag lief aus, also werden wir ihn erneuern. Das passiert, sobald sie wissen, mit wem wir das tun können." Ecclestone zeigt sich kompromissbereit und schießt hinterher: "Ich mache es gern." Das Land Rheinland-Pfalz hatte Richter und Lindner wegen ausstehender Pachtzahlungen mit einer Räumungsklage gedroht. Eine Reaktion der Mainzer Landesregierung liegt bisher noch nicht vor.
Siegkandidat im Leitplanken-Dschungel? Hamilton fährt kalkulierter Zoom © xpbimages.com
Heiße Rennaction und viel Glamour: Bei Monaco und Lewis Hamilton scheint es sich um eine passende Synthese zu handeln. Nachdem das Rennen im Fürstentum dem Briten im vergangenen Jahr - unter anderem wegen zwei Durchfahrtsstrafen - völlig misslang, stehen die Vorzeichen 2012 besser. Denn der Vollblut-Racer Hamilton scheint kalkulierter und vorausschauender zu fahren denn je. In Spanien brachte ausgerechnet der als Reifenmörder verschrieene Ex-Weltmeister sein Auto als einziger Pilot mit einer Zwei-Stopp-Strategie ins Ziel. "Es ist eine Herausforderung, mit den Pirelli-Pneus klarzukommen", betont er gegenüber 'Autosport'. "Es gibt Momente, in denen mir das gelingt, und einige, in denen es das nicht tut. Aber 2008 war das nicht anders", so Hamilton. Es ist der Verweis auf die Saison, in der er auf Bridgestone-Reifen Weltmeister wurde - damals allerdings hatte der schonende Umgang mit dem Gummi noch nicht den Stellenwert, den er heute genießt. "Jeder hat Stärken und Schwächen. Zu meinen Vorzügen gehört es, eine schnelle Runde auf neuen Reifen zu fahren. Sie lange am Leben zu erhalten ist für mich eine Herausforderung", stellt Hamilton fest.
Gute Zeiten, schlechte Zeiten: Lewis Hamilton wirkt 2012 deutlich entspannter Zoom © xpbimages.com
Was ist bloß mit Lewis los? Diese Frage stellten sich die Formel-1-Fans im vergangenen Jahr gewiss mehr als einmal. Lewis Hamilton schien 2011 nämlich nicht in gewohnt bestechender Form zu fahren und wirkte oft abgelenkt. All dies ist nun aber Schnee von gestern, denn heute tritt der McLaren-Pilot wieder beschwingt und selbstsicher auf. Aber warum eigentlich? Hamilton geht auf Spurensuche. Der britische Rennfahrer hat sich in der Winterpause die Zeit genommen, um sich selbst und das Geschehene ausgiebig zu analysieren, wie er gegenüber 'Autosport' bestätigt. Gleichzeitig fasste Hamilton frischen Mut - und offensichtlich auch einige gute Vorsätze. "Es geht darum, dich richtig einzustellen", sagt Hamilton über seine Auszeit im Winter. Dabei war er augenscheinlich erfolgreich. Neben Fernando Alonso (Ferrari) ist Hamilton 2012 nämlich der einzige Fahrer im Starterfeld, der bisher in allen Rennen in den Punkten war. Die Konstanz, die im vergangenen Jahr so oft fehlte, scheint also vorhanden zu sein. Oder wie es Hamilton ausdrückt: "Du hoffst, nicht wieder in den gleichen Trott zu verfallen, sofern du dich im vergangenen Jahr in einem Trott befunden hast." "Es gab einfach ein paar Dinge in meinem Leben, die ich neu sortieren musste. Das brauchte seine Zeit. Jetzt passt alles, also bin ich ziemlich zufrieden. All das macht dieses Jahr umso schöner", sagt Hamilton. Familie, Freunde, Management, Team - Privat- und Rennfahrer-Leben verlaufen nun also wieder in geordneten Bahnen. Dieser Umstand ist auch den Formel-1-Beobachtern nicht entgangen. Coulthard bewundert die Wandlung HamiltonsDer ehemalige Formel-1-Pilot David Coulthard zeigt sich bei 'Autosport' beispielsweise hocherfreut über den "neuen Lewis" und sagt: "Lewis Hamilton fährt derzeit so gut wie eh und je - wenn nicht sogar besser als früher. Das ist schön zu sehen. Was hat sich verändert? Nun, ich denke, er ist über den Winter erwachsen geworden. Er hatte die Chance, über all dies nachzudenken", meint "DC". "Ich sehe einen deutlich kompletteren Rennfahrer als den Lewis von vor einem Jahr." David Coulthard "Das scheint er getan zu haben. Ich sehe einen deutlich kompletteren Rennfahrer als den Lewis von vor einem Jahr. Er hatte nie ein Problem mit seiner Geschwindigkeit, sondern schien nur abgelenkt zu sein. Das hat er nun offenbar im Griff. Und er macht keine Fehler. Dass er Jenson Button in Spanien vom letzten Startplatz aus geschlagen hat, ist ein gutes Beispiel dafür, wie stark Lewis 2012 auftritt." In der Tat, wie die bisherigen Ergebnisse unterstreichen. Auch McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh erkennt darin einen "anderen" Hamilton und merkt bei 'Autosport' an: "Die Leute verändern sich nicht von jetzt auf gleich, sondern ganz allmählich. Lewis glaubt an sich als einen großen Rennfahrer, weiß aber nun, dass im Leben nicht alles nach Plan läuft. Man lernt nach und nach, damit umzugehen." Wenn Rennfahrer unter Druck stehen ..."Und wir würden keinen Lewis wollen, der sich mit dem Zweitbesten zufriedengeben würde", meint Whitmarsh und stellt klar: "Wir wollen einen Lewis, der es auf Erfolge abgesehen hat, der sich als Zweiter nicht wohl fühlt, der alles bei sich, an seinem Auto, in seinem Team und in seinem Umfeld absolut perfekt haben will. Diese Entschlossenheit treibt ihn an." 2011 sah es noch ganz anders aus. "Wenn Rennfahrer unter Druck stehen, dann kann es sein, dass sie das Auto überfahren." Martin Whitmarsh Whitmarsh zeigt allerdings Verständnis für seinen Piloten und dessen vermeintlich schwieriges Jahr. "Wenn Rennfahrer unter Druck stehen, dann kann es sein, dass sie das Auto überfahren. Wenn sie dann auch noch an Selbstvertrauen eingebüßt haben, werden sie vielleicht noch ein bisschen mehr zurückhaltend. Lewis hat seine Fähigkeiten sicherlich nicht verloren", erläutert der Teamchef. "Seine Stimmung ist sehr positiv. Er hat dazugelernt und ist nun deutlich gefasster und glücklicher. Er weiß, er kann in diesem Jahr eine Weltmeisterschaft gewinnen", sagt Whitmarsh und Hamilton stimmt zu: "Ich versuche, zu gewinnen, und ich will gewinnen. Ich bin nicht zufrieden damit, in jedem Rennen nur Dritter zu werden. Der achte Platz beim jüngsten Rennen war auch nicht so toll", meint Hamilton. Der Sieg ist alles - oder etwa doch nicht?In Barcelona hatte der britische Rennfahrer aufgrund eines Teamfehlers von ganz hinten losfahren müssen, nachdem er sein Auto auf die Pole-Position gestellt hatte. Dergleichen wirft Hamilton in diesem Jahr aber nicht aus der Bahn, auch wenn er sagt: "Es ist immer eine Enttäuschung, wenn man Rückschritte macht. Du willst doch attackieren, überholen. Nur darum geht es im Motorsport." "Es könnte viel schlimmer sein." Lewis Hamilton "Es könnte aber viel schlimmer sein. Was all dies in eine Perspektive rückte, war, was ich auf den Philippinen gesehen habe. Dort gibt es Kinder, die gar nichts haben und in Papierhütten auf der Straße leben. Und hier sind wir in der Formel 1. Damit kann ich also gar nicht unzufrieden sein. Das ist die Perspektive, die ich in diesem Jahr habe: Es könnte viel schlimmer sein", hält Hamilton fest. "Ich will aber trotzdem immer Erster werden." Und das so schnell wie möglich - und mit McLaren, wo Hamilton noch bis zum Saisonende unter Vertrag steht. Mit dem "und dann?" hat er sich laut eigener Aussage aber "noch nicht" beschäftigt, sagt Hamilton bei 'Autosport'. Die Begründung klingt plausibel: "Wir haben es mit einer so fordernden Saison zu tun, da muss ich einfach konzentriert bleiben". McLaren will Hamilton halten"Wenn ich meinen Fokus verliere und deswegen einige Punkte einbüße, könnte ich mir das nie verzeihen. Ich muss halt eine Lücke finden. Ich brauche die Zeit, um mich mit meinem Manager hinzusetzen und darüber zu reden. Ich bat sie (das Management; Anm. d. Red.) aber schon darum, sich einmal ein paar Gedanken zu machen. Wann es so weit sein wird, weiß ich aber nicht." "Ja, wir wollen ihn behalten." Martin Whitmarsh "Es wird irgendwann in diesem Jahr passieren, denn ansonsten bin ich arbeitslos", meint Hamilton und grinst verschmitzt. So weit wird es bei einem der Topstars der Szene vermutlich nicht kommen, auch wenn die Verhandlungen mit McLaren wohl erst in den Sommermonaten an Fahrt aufnehmen. Und zur Not - das ist aus dem Fahrerlager zu hören - hätten auch andere Teams Interesse an ihm.
McLaren dürfte aber erst einmal auf der Pole-Position stehen. Darauf hofft sicher auch Whitmarsh, wenn er sagt: "Ja, wir wollen ihn behalten." Der Teamchef zeigt sich jedoch zurückhaltend: "Wie man sich vielleicht vorstellen kann, ist das eine vertrauliche Angelegenheit. Es wäre nicht angebracht, darüber zu sprechen. Wenn Lewis und McLaren etwas kundzutun haben, dann werden wir es schon sagen."
Valtteri Bottas überzeugt als Freitagstester von Williams Zoom © xpbimages.com
Williams gehört in dieser Saison zu den Teams, die im ersten Freien Training des Rennwochenendes eine Testfahrer zum Einsatz kommen lässt. Bei 14 der 20 Grand Prix sitzt am Freitagmorgen Valtteri Bottas im Auto von Bruno Senna. Der Finne, der im vergangenen Jahr Meister der GP3-Serie war, und auf den vor allem Williams-Teilhaber Toto Wolff große Stücke hält, soll so langsam an die Formel 1 herangeführt werden. Doch bisher verläuft die Lernkurve des 22-Jährigen recht steil. Bottas überzeugt durch fehlerfreie Runden und schnelle Zeiten. In Barcelona zeigte er als Fünftschnellster im ersten Freien Training erstmals das Potenzial des FW34 auf dem Circuit de Catalunya auf. "Ich bin wirklich zufrieden", wird Bottas von 'The National' zitiert. "Das Wichtigste ist, dass ich eine Menge gelernt habe und nach jedem Wochenende mehr dazulerne. Die Ziele, die ich mir setzte, hab ich erreicht, und ich habe einen gute Speed." Der Finne zeigt sich erstaunt über seine raschen Fortschritte. "Niemand hätte von mir erwartet, dass ich in den ersten Freien Training so schnell wäre - ich war selbst überrascht." In diesem Jahr konzentriert sich Bottas voll auf seine Testfahrerrolle beim Williams, Rennen fährt er nicht. Doch das soll sich spätestens 2013 ändern. "Als Rennfahrer will ich so schnell wie möglich ins Auto, ich hoffe, dass es im kommenden Jahr möglich ist. Dieses Jahr dient der Vorbereitung. Außerdem kann ich dem Team zeigen, dass ich es drauf habe." Auf Gerüchte, nach denen er schon in dieser Saison Bruno Senna im Renncockpit ablösen könnte, gibt Bottas jedoch nicht. "Nein, das ändert für mich nichts. Mein Ziel ist das Gleiche: Ich möchte dazulernen und an jedem Wochenende ein besserer Fahrer werden." Bereits am fünften Rennwochenende mit seinem Team hatte Bottas erstmal Grund zum Feiern. Der Sieg von Pastor Maldonado in Barcelona sorgte auch beim 22-Jährigen für Begeisterung. "Das war ein großartiges Gefühl. Ich sehe, wie hart sie arbeiten, es war ein hochverdienter Sieg. Natürlich war es auch für uns eine große Überraschung, niemand hätte das erwartet. So etwas habe ich noch nie erlebt. Nach dem Fallen der Zielflagge haben alle in die Hände geklatscht und sich umarmt. Das war ganz speziell." Sein Debüt im Formel-1-Auto gab der Finne im vergangenen Jahr beim Young-Driver-Test in Abu Dhabi. In dieser Saison können die Teams wählen, ob sie diesen Test nach dem Rennen in Silverstone oder gegen Ende der Saison nach dem Grand Prix von Abu Dhabi fahren wollen. Bottas würde sich für Letzteres entscheiden. "Wenn du in einer anderen Serie fährst, wäre es besser, wenn der Test am Ende der Saison wäre. Dann kommt es nicht zu Terminüberschneidungen."
Hamilton (rechts) hat von seinem Freund Rosberg einen neuen Eindruck gewonnen Zoom © xpbimages.com
Nico Rosberg verteidigte sich in Bahrain hart gegen Lewis Hamilton und Fernando Alonso, wurde dafür von den Rennkommissaren aber nicht sanktioniert. Hat er die Manöver unternommen, um das Vorurteil, er sei leicht zu überholen, zu zerstreuen? "Mir war das gar nicht bewusst", kommentiert Rosberg diese gewagte Spekulation gegenüber 'Autosport'. "Ich war eigentlich ganz zufrieden damit, wie ich in Bahrain Konkurrenten hinter mir gehalten habe", so der Wiesbadener weiter. Hamilton, ein Freund und Weggefährte Rosbergs, weiß, dass Fahrer in der Königsklasse durchaus einzuordnen sind. "Einige Piloten sind wirklich einfach zu überholen. Du weißt, das es kein Problem sein wird", meint der Brite, dem selbst wenig Scheu vor riskanten Manövern nachgesagt wird. "Bei anderen überlegst du dann, nicht anzugreifen, weil du weist, dass sie dir keinen Platz lassen", bemerkt der McLaren-Star. Ihr unbeabsichtigte Wirkung haben die Manöver Rosbergs jedenfalls nicht verfehlt. "Um ehrlich zu sein, hatte ich einen anderen Eindruck von Nicos Fahrweise bis zum Rennen in Bahrain. Danach hat er sich verändert", meint Hamilton. Der erste Sieg in der Formel 1 habe nichts mit der veränderten Gangart zu tun, betont Rosberg: "Es ist eine wunderbare Erinnerung und vielleicht bringt sie etwas mehr Motivation, weil ich sie wiederholen möchte", sagt er. Der Mercedes-Pilot begründet: "Ich war ja zuvor nicht von der Rolle. Ich war in einer sehr guten Position und davon überzeugt, dass der Sieg eines Tages kommen würde", so Rosberg. Am Ende der Fahnenstange sieht der 26-Jährige sich und sein Team aber noch lange nicht angekommen. "Der Grand-Prix-Erfolg war nicht unser Ziel. Unser Ziel ist es nach wie vor, die Besten zu sein", gibt er sich selbstbewusst.
Michael Schumacher und Norbert Haug besuchten Lukas Podolski im Trainingslager Zoom © Mercedes-Benz
Prominenten Besuch bekam gestern Morgen die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in ihrem Trainingslager im südfranzösischen Tourrettes. Die beiden Formel-1-Stars Michael Schumacher und Nico Rosberg waren wegen des Formel-1-Rennens in Monaco ebenfalls an der Cote d'Azur und haben den Jungs von Bundestrainer Joachim Löw für die EM in Polen und der Ukraine alles Gute gewünscht. Schumacher und Rosberg haben sich nebenbei auch noch als "Taxifahrer" betätigt und vier Spieler - sehr schnell - zum Training gefahren. Dass es dabei zu der Traumkonstellation der beiden "kölschen Jung" Schumi und Poldi kommen wird, war so gut wie sicher. Kaum war Schumi vor dem Mannschaftshotel vorgefahren, saß Lukas Podolski auch schon auf dem Beifahrersitz. Dabei waren natürlich der 1.FC Köln und der Abstieg aus der Fußball-Bundesliga sowie der Wechsel von "Prinz Poldi" zum englischen Club FC Arsenal das Hauptgesprächsthema. "Normal, wie das in Kölle nun mal so abgeht." Michael Schumacher "Normal, wie das in Kölle nun mal so abgeht", sagt Schumacher. "Ich bin zwar FC-Fan, und ich glaube Poldi wird den FC auch immer im Herzen bei sich tragen. Aber dennoch, der Sport ist der Sport, und jeder muss glaube ich seinen Weg gehen. Ich bin absolut sicher, dass das, was Poldi entschieden hat, das Richtige für ihn ist. Insofern werden wir in Zukunft dann eben Arsenal die Daumen drücken. Aber wir können auch Köln weiterhin die Daumen drücken." Podolski und seine Nationalmannschaftskollegen wollen nach zwei Niederlagen gegen Spanien bei großen Turnieren in diesem Jahr in Polen und der Ukraine endlich ein Turnier als Sieger beenden. "Auf jeden Fall ist unser Ziel der Titel", sagt Podolski, der sich dafür auch gerne bei seinem prominenten Chauffeur Ratschläge holt. "Michael hat ja schon sieben, was überragend ist. Den einen oder anderen Tipp hat er vielleicht, den er uns geben kann, wie man am Ende die letzten Prozent herausholen kann, damit wir nicht nur ins Halbfinale und Finale kommen, sondern auch am Ende den Titel in der Hand haben." Der Besuch der beiden Formel-1-Stars war für die Nationalspieler eine willkommen Abwechslung vom Trainingsalltag. "Klar, auf jeden Fall! Ich denke, wenn man jeden Tag zweimal Training hat und immer unterwegs ist, dann ist das Super", sagt Podolski. Auf die Frage, was Schumacher im Auto besser könne als er, antwortet der Fußballer: "Alles. War die einzige Antwort, die man geben kann." Dieser gab das Lob zurück und war zufrieden mit seinem fachkundigen Beifahrer: "Er war voll mit dabei und hat Anweisungen gegeben", sagt Schumacher. "Die Technik geht ja immer weiter bei den Autos. Das haben wir gerade besprochen, es gibt auch keine Handbremse wie früher, sondern einen Hebel an der Seite. Die Technik ist schon weit fortgeschritten. - Leider zu weit für den Spaß", bedauert der 43-Jährige.
Michael Schumacher und Mercedes nehmen in Monaco Kurs auf gute Resultate Zoom © xpbimages.com
Wie stark ist Mercedes beim Stadtrennen in Monte Carlo? Eine Antwort auf diese Frage kann Ross Brawn derzeit noch nicht geben. Der britische Teamchef des deutschen Werksteams zeigt sich aber recht zuversichtlich, dass Nico Rosberg und Michael Schumacher im Fürstentum an der Côte d'Azur eine gute Leistung erbringen können. Allerdings nur sofern Mercedes dort keine Fehler unterlaufen. "Wir haben zwei großartige Fahrer und unser Auto ist ebenfalls ziemlich gut, denken wir. Wir müssen aber alles richtig hinbekommen. Es geht darum, ein Programm zu haben, das von Donnerstag bis Sonntag flüssig läuft. Alles hat nämlich eine Konsequenz", sagt Brawn bei 'Autosport'. "Machst du etwas falsch, verlierst du Streckenzeit. Das rächt sich. Du musst also von Anfang an am Ball bleiben." "Und wenn du auf der Strecke bist, bekommst du automatisch mit, wie sich der Kurs entwickelt. Wenn wir also ein gutes Wochenende haben, sollten wir konkurrenzfähig sein", erklärt Brawn. Die Reifen von Pirelli nehmen dabei offenbar einmal mehr eine Schlüsselrolle ein, doch auch die Abstimmung des Fahrzeugs könnte sich entscheidend auswirken. Kann Mercedes da seine Stärken ausspielen? Brawn zeigt sich vorsichtig optimistisch: "Wir waren bisher generell im langsamen und mittelschnellen Bereich der Strecken besser als im richtig schnellen Bereich. Die Teams gehen beim Setup aber auch unterschiedliche Kompromisse ein. Hier werden jedoch alle auf geringe bis mittlere Geschwindigkeiten getrimmt sein. Unser Vorteil ist deshalb vielleicht nicht so groß, weil sich alle darauf einstellen."
Geplatzter Traum: So hätte die Formel-1-Strecke auf Mallorca aussehen sollen © Gabriel Palmer
Bereits Ende vergangenen Jahres deutete sich an, dass es mit einem Formel-1-Grand-Prix auf Mallorca wohl nichts werden würde, doch nun scheint das Projekt endgültig gestorben zu sein. Stolperstein bleibt weiterhin die fehlende Unterstützung des Inselrats, der die potenziellen Investoren dazu bewogen hat, ihren Plan zu begraben. Rund 200 Millionen Euro hätten für die angeblich bis zu 92.000 Zuschauer fassende Rennstrecke neben der Autobahn zwischen der Gemeinde Llucmajor und der Hauptstadt Palma de Mallorca gekostet, doch die Kosten wären komplett privat getragen worden. Daher war es dem Bürgermeister von Llucmajor ein großes Anliegen, das prestigeträchtige Projekt umzusetzen. Auch Bernie Ecclestone soll die bei einem persönlichen Treffen präsentierte Idee eines "Holiday-Grand-Prix" gefallen haben. Doch ohne Zustimmung des Inselrats lässt sich das Projekt nicht verwirklichen, weil die Gemeinden auf Mallorca außerhalb der besiedelten Gebiete nicht berechtigt sind, Bauvorhaben autonom durchzusetzen. Aufgrund dieser Pattsituation haben sich die Investoren laut 'Mallorca Zeitung' zurückgezogen - sehr zum Leidwesen von Llucmajors Bürgermeister Joan Jaume, der treibenden Kraft hinter dem Projekt.
Die Zeit der Alleinherrschaft ist vorbei: Williams gibt sich heute als Teamplayer Zoom © Williams
Lange Zeit war Frank Williams eine der prägenden Figuren der Formel 1. Mit nachlassendem sportlichen Erfolg verschwand er nicht von der Bildfläche, doch es rückten andere Charakterköpfe in den Vordergrund. Für den Teamchef, der kürzlich seinen 70. Geburtstag feierte, waren Grand-Prix-Siege schon kein Thema mehr. "Ich hatte keine Angst. Es war eher eine stärker und stärker werdende Verlegenheit", blickt Williams im Gespräch mit dem 'Telegraph' auf die Durststrecke zurück. Es schien ein schleichender Untergang zu sein: "Als die Jahre ins Land gingen, begannen wir zu verschwinden", erzählt Williams über die Jahre seit 2004, als ihm und seiner Mannschaft keine Siege mehr gelangen. Depressionen bereitete ihm das nicht: "Ich kann nicht behaupten, dass ich wochenlang im Bett gelegen und mir deswegen Gedanken gemacht hätte. Glücklicherweise kamen fähigere Leute als ich und räumten die Probleme aus", so Williams. Fähige Leute wie Adam Parr, der das Team vor wenigen Wochen unter kontroversen Umständen verließ. Williams schüttet Lob über seinem ehemaligen Mitarbeiter aus: "Er ist ein wahnsinnig kluger Kopf und ich habe oft mit ihm gesprochen. Er war Feuer und Flamme für das Team und hat seinen Anteil am Erfolg." Denn es sei Parr gewesen, der Personal wie Mike Coughlan, Jason Somerville oder Ed Wood verpflichtete. Williams glaubt daran, den Ex-Geschäftsführer bald wieder in der Formel 1 zu sehen, "möglicherweise in einer kommerziellen Funktion". Ebenfalls nicht mehr Teil des Teams ist Co-Gründer Patrick Head, der die Mannschaft im Winter verließ. "Er war schon etwas neidisch, nicht Teil des Sieges gewesen zu sein", bemerkt Williams schmunzelnd und würdigt die Leitung seines langjährigen Weggefährten. "Aber er hat ja das Fundament gelegt." Er glaube an einen weiteren Sieg für Williams, gibt sich Sir Frank überzeugt: "Barcelona mag eine Überraschung gewesen sein, aber wir wussten, dass wir uns im Vorfeld verbessert hatten. Das Auto hat eine gute Balance", sagt er. Williams weiß genau, was er an seinem venezolanischen Piloten hat. "Und die größte Überraschung ist, dass Maldo (Pastor Maldonado, Anm. d. Red.) sehr, sehr konkurrenzfähig ist. Er bringt eine Menge Sponsorengelder mit."
Monisha Kaltenborn hat einen guten Draht zu Formel-1-Boss Bernie Ecclestone Zoom © xpbimages.com
(Motorsport-Total.com/SID) - Monisha Kaltenborn atmet tief durch. Die mächtigste Frau der Formel 1? "Machtspiele überlasse ich gerne anderen", sagt sie. Und man glaubt es ihr. Obwohl sie ohne Zweifel die mächtigste Frau der Formel 1 und zudem noch ehrgeizig und zielstrebig ist, spielte auf dem Weg nach oben das Streben nach Macht eine Nebenrolle. Kaltenborn lernte das Geschäft in der Männer- und Machowelt Formel 1 von der Pike auf. "Ich konnte langsam reinwachsen", sagt die 41-Jährige, die seit 2010 Vorstandsvorsitzende bei Sauber ist, in der vergangenen Woche ein Drittel der Anteile übernahm und in naher Zukunft Teamchefin werden wird. Dass alles Schritt für Schritt vor sich ging, half auch, Vorbehalte abzubauen. Heute hat längst keiner der harten Männer mehr Probleme, sich mit ihr an den Verhandlungstisch zu setzen. "Bei Herrn Ecclestone ist das ohnehin kein Thema", sagt sie über den 81 Jahre alten Formel-1-Boss: "Er hat immer schon Frauen wichtige Themen anvertraut." Vertrauen ist auch das wichtigste Wort für Peter Sauber. Der Schweizer leitet seit 40 Jahren seine Teams im Motorsport, er hat Michael Schumacher in die Formel 1 gebracht. Nun, mit 68, sieht er den Zeitpunkt gekommen, seine Nachfolge zu regeln. "Es ist wichtig, dass man die Zukunft aktiv plant", sagt er: "Nicht, dass in einem gewissen Alter der Zeitpunkt kommt, an dem die Ereignisse die Zukunft diktieren." Sauber-Nachfolge beschlossene SacheWann Kaltenborn das Team übernimmt, ist noch nicht klar. "Den Zeitpunkt lassen wir offen. Wir stehen nicht unter Zeitdruck, und ich gehe noch nicht auf Krücken", sagt Sauber schmunzelnd. Dass Kaltenborn die Chefin wird, ist aber beschlossene Sache. Und es wird bald sein. Mit 70 wolle er nicht mehr an der Boxenmauer stehen, sagt Sauber. Das wäre im Oktober 2013. Doch warum gerade sie? "Es ist sehr schwer, jemanden zu finden, der ein Team leiten kann", sagt Sauber: "Mit Monisha arbeite ich seit vielen Jahren zusammen. Sie ist vertraut mit allen wichtigen Dingen in der Formel 1 und hat sich in allen Bereichen bewährt." Bevor die beiden 1998 erstmals zusammentrafen, hatte die damals 27 Jahre alte Kaltenborn schon viel erlebt. Als Monisha Narang wurde sie 1971 in Dehradun im Norden Indiens geboren und besuchte zunächst ein renommiertes Mädcheninternat. Im Alter von acht Jahren wanderte sie mit ihren Eltern, die einen Zweiradbetrieb führen, aus. Sie landeten in Österreich, weil der Onkel ihres Vaters dort in der Atombehörde arbeitete. Monisha studierte in Wien und London Jura, arbeitete zunächst in Stuttgart, wo sie den Deutschen Jens Kaltenborn kennenlernt und später nach Hindu-Ritus am Fuße des Himalaya heiratete. Sie wechselte nach Liechtenstein und arbeitete für die Fritz-Kaiser-Gruppe - und rutschte so in die Formel 1. Ihr Arbeitgeber war Teilhaber bei Sauber, Kaltenborn als Juristin zuständig für das Engagement im Motorsport. Als sich Kaiser zurückzog, wechselte sie 2000 zu Sauber. Zunächst übernahm sie die Rechtsabteilung, 2001 wurde sie Mitglied der Geschäftsführung. In den Ausschüssen bewährte sie sich schnell. Sie saugte alles in sich auf, überzeugte durch ihre Sachlichkeit und Fachkenntnis. Beim Zustandekommen des Concorde Agreements, der Verfassung der Formel 1, spielte sie eine wichtige Rolle. Für ein anderes Team als Sauber hat Kaltenborn, sieht man einmal von den unterschiedlichen Kooperationen ab, nie gearbeitet. Sie identifiziert sich mit ihrem Rennstall. "Ich habe mich vom ersten Tag an wohlgefühlt", sagt sie. Peter Sauber und sie seien "sehr unterschiedlich, aber wir teilen die gleichen Werte und stimmen in den wichtigsten Dingen überein. Peter ist nicht nur der Gründer, er hat das Team mit seiner Persönlichkeit geprägt." In seinem Sinne und mit eigenen Ideen will sie das Team bald komplett führen. "Fair und konsequent" seien ihre wichtigsten Maximen, sagt sie. Ihr Leitsatz: "Keine Fehler machen. Und wenn doch, daraus lernen." Sie lebt danach. So etwas imponiert. Auch als Frau in der Männerwelt Formel 1.
Peter Brabeck-Letmathe soll in Zukunft zusätzliche Formel-1-Aktien erhalten Zoom © xpb.cc
Der österreichische Spitzenmanager Peter Brabeck-Letmathe ist als Vorsitzender der neuen Formel-1-AG vorgesehen, die noch diesen Sommer an der Börse Singapur emittiert werden soll. Damit einher geht nicht nur ein operativer Machtgewinn für Brabeck-Letmathe, sondern aktuellen Medienberichten zufolge wird er auch ein zusätzliches Aktienpaket erhalten. Schon jetzt kontrolliert Brabeck-Letmathe 0,3 Prozent der obersten Formel-1-Holding Delta Topco, deren Werte im Zuge des Initial Public Offering (IPO) an die Börse gebracht werden sollen. Durch den IPO, so berichtet 'Pitpass' übereinstimmend mit anderen englischsprachigen Medien, soll sein Anteil auf 0,5 Prozent erhöht werden. Vermutlich würden die zusätzlichen 0,2 Prozent aus den Anteilen von Mehrheitseigentümer CVC Capital Partners kommen. Erst kürzlich hat CVC insgesamt 21,3 Prozent der Anteile an drei milliardenschwere Investmentgesellschaften verkauft. Der Kaufpreis lag bei umgerechnet insgesamt 1,257 Milliarden Euro, was den Wert des gesamten Formel-1-Imperiums auf rund sechs Milliarden Euro festlegt. Das wiederum bedeutet, dass Brabeck-Letmathes 0,5 Prozent geschätzte 300 Millionen Euro wert wären. Allerdings ist anzunehmen, dass der Verwaltungsrats-Präsident des Lebensmittelkonzerns Nestle seine Aktien nicht einfach jederzeit verkaufen darf, sondern für einen gewissen Zeitraum gebunden ist. Außerdem berichtet der 'Sky'-Wirtschaftsblogger Mark Kleinman, dass Brabeck-Letmathe die zusätzlichen 0,2 Prozent nicht geschenkt bekommt, sondern dafür zumindest eine einstellige Millionensumme auf den Tisch legen muss. Definitiv keine geschenkten Formel-1-Aktien wird es für die Teams geben. Zunächst hatte es ja geheißen, Ferrari soll im Zuge der Concorde-Verhandlungen nicht nur einen Sitz im Vorstand, sondern auch Aktien erhalten. Aber: "Die Teams können Anteile kaufen, aber wir werden sie ihnen nicht einfach geben", stellt Ecclestone gegenüber 'Pitpass' klar.
Lewis Hamilton will in Monaco nicht nur im Training schnell sein Zoom © xpbimages.com
Fünf Sieger in fünf Rennen, doch der Weltmeister von 2008 gehört nicht dazu. Lewis Hamilton möchte die guten Trainingsleistungen endlich im Rennen umsetzen und sich und seinem Team damit ein Erfolgserlebnis bescheren. Im Interview spricht der McLaren-Pilot außerdem über die "Faszination Monaco" und seine Erwartungen für das Wochenende. Außerdem erklärt er, auf wen er am Sonntag sein Geld setzen würde und beantwortet die Frage, ob ein Sieg in Monaco besser als Sex ist. Frage: "Lewis, im letzten Rennen warst du Achter, was sicherlich nicht deinen Vorstellungen entspricht. Ich kann mir vorstellen, dass du das an diesem Wochenende ändern möchtest." Lewis Hamilton: "Ich hoffe es. Es ist toll, hier zu sein. Du wachst in deinem eigenen Bett auf, musst nur die Straße runter fahren und bist bei der Arbeit. Ich bin schon so oft um die Strecke gegangen, es ist einfach großartig hier. Ich hoffe, es wird ein positives Wochenende für das Team. Im letzten Rennen war ich nur Achter, aber wir haben bisher jedes Rennen in den Punkten beendet. Das müssen wir zunächst fortsetzen, der Sieg wird dann irgendwann kommen." Frage: "Es ist bisher eine merkwürdige Saison, aber sicherlich eine sehr unterhaltsame für die Formel-1-Fans zu Hause. Was siehst du das, wenn an jedem Wochenende ein anderer Fahrer gewinnt und einige der großen Namen noch sehnsüchtig auf einen Sieg warten?" Hamilton: "In diesem Jahr ist die Chance auch für unbekanntere Fahrer groß, ein Rennen zu gewinnen. Für die Fans ist das großartig und auch für die Fahrer. Als Team waren wir an den meisten Wochenenden die schnellsten, wir haben es nur nicht umsetzen können. Aber ich hoffe, dass sich die Situation beruhigt, sobald alle die Reifen besser verstehen. Dann werden die Ergebnisse etwas konstanter sein. Ich hoffe, dass diese Entwicklung schon an diesem Wochenende beginnt." Achterbahn Monaco"Es ist der Wahnsinn." Lewis Hamilton Frage: "Kannst du aus der Sicht des Fahrers beschreiben, wie es sich anfühlt, hier zu fahren?" Hamilton: "So richtig kann man das nicht beschreiben. Es ist wie auf einer Achterbahn. Es gibt wahrscheinlich keine Achterbahn auf der Welt, die nur annähernd das gleiche Gefühl vermitteln kann. Es ist der Wahnsinn. Wir fahren hier zwischen den Leitplanken, nahe an den Leute vorbei, es ist sehr wellig. Es kommt hier vor allem auf das Gefühl an, die Kontrolle über das Auto. Du darfst dich nicht von deinen Gefühlen überwältigen lassen und musst sie unter Kontrolle haben. Manche Leute sprechen von einer Art außerkörperlichen Erfahrung." "Ich weiß nicht, ob ich so weit gehen würde. Hinzu kommen die Atmosphäre und die Geschichte dieser tollen Strecke. Hier haben die Größten gewonnen. Bevor ich in die Formel 1 kam, habe ich versucht mir vorzustellen, wie es sein wird, hier im Formel 1 zu fahren. Keine der anderen Klassen kommt auch nur annähernd vergleichbar. Wenn jemand versucht, sich das vorzustellen, dann verschwendet er seine Zeit. Man kann es sich nicht vorstellen." Frage: "Es ist für dich ein Heim-Grand-Prix. Was magst du besonders an diesem Rennen?" Hamilton: "Alles Fahrer lieben Monaco, was vor allem daran liegt, dass es die herausforderndste Strecke ist. Nicht körperlich, aber mental ist es die schwierigste Strecke. Sie ist die technischste, fahrerisch die herausforderndste, es ist phänomenal."
Frage: "In den bisherigen Rennen hattest du oftmals kein Glück. Glaubst du, dass sich das an diesem Wochenende ändert?" Hamilton: "Ich hoffe es, aber diesen Grand Prix zu gewinnen, ist sehr schwierig. Du kannst hier nicht überholen, das Qualifying entscheidend. Im vergangenen Jahr waren wir hier die Schnellsten, aber nach der roten Flagge in Q3 verlief das Wochenende katastrophal. Hier ist alles möglich. Das Wetter kann sich jederzeit ändern. In diesem Jahr werden die Reifen und die Strategie vielleicht noch etwas mehr ins Spiel kommen. Ich weiß nicht, was ich erwarten soll, aber ich bin auf alle vorbereitet. Ich konzentriere mich auf meine Arbeit, werde Druck machen, und irgendwann werden wir hoffentlich für die harte Arbeit belohnt." Frage: "Lass uns über die Strategie sprechen. In welchem Maße legst du die Strategie vor dem Rennen fest, und in wieweit reagierst du während des Rennens auf die Geschehnisse auf der Strecke? Vor allem in Hinblick auf die Reifen." Hamilton: "Die Strategie wird immer im Laufe des Wochenendes festgelegt. Wir haben Leute, die das analysieren. Sie beobachten die Reifen, die Entwicklung der Rennstrecke, schauen auf die Zeiten der Longruns während der Trainings. Wir versuchen herauszulesen, wie viel Benzin die Fahrer an Bord hatten." "Und vor dem Qualifying fällt dann die Entscheidung, ob wir einen oder zwei Stopps machen. Drei Stopps sind manchmal drei Sekunden langsamer als zwei Stopps, auf einer anderen Strecke sind es neun Sekunden oder umgekehrt. Wenn sie sagen, wir machen zwei Stopps, bedeutet das für mich, dass es drei Stopps werden, denn ich nehme die Reifen härter ran. Im vorherigen Rennen war es einmal anders, da habe ich nur zwei Stopps gemacht."
Frage: "In diesem Jahr sprechen alle über die Reifen. Wie groß ist dieser Einfluss für dich. Wie sehr musstest du deinen Fahrstil anpassen?" Hamilton: "Zu Beginn des Rennens weißt du nie, wie hart du pushen sollst. Wenn du um eine Position kämpfst, hängst du manchmal rundenlang hinter einem Auto und ruinierst dir dabei dir Reifen. Aber du kannst auch nicht einfach an die Box fahren, sondern, musst weiter Druck machen. Wenn du das Rennen anführst, passt du deine Geschwindigkeit dem Verfolger an und versuchst die Lücke konstant zu halten." "Wenn dir das gelingt, kannst du deine Reifen schonen. In Barcelona hat mich Jenson im letzten Stint unter Druck gesetzt, aber ich wusste, dass seine Reifen bald abbauen würden. Denn er war die ganze Zeit in meinem Windschatten und ich war schon am Limit, daher wusste ich, dass er es übertreibt. So viele Faktoren spielen eine Rolle, aber der Fahrstil macht schon einen großen Unterschied." "Brauche niemanden, der mir Druck macht"Frage: "Wie wichtig ist es, einen Teamkollegen zu haben, der dir so viel Druck macht wie Jenson?" Hamilton: "Das ist immer wichtig, vor allem für das Team. Wenn ich ins Auto steige, fahre ich ohnehin am Limit, ich brauche niemanden, der mir zusätzlichen Druck macht. Aber du kannst immer etwas dazulernen. Wenn dein Teamkollege in einer Passage schneller ist, kannst du dir seine Daten ansehen, um die Zeit zu finden. Für das Team ist es bei der Weiterentwicklung gut, wenn beide Autos gleich schnell sind." Frage: "Es ist eine sehr abwechslungsreiche Saison mit fünf unterschiedlichen Siegern in fünf Rennen. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass der Zufall den Sieger bestimmt. Wie zuversichtlich bist du, dass dir an diesem Wochenende der erste Sieg gelingt?" Hamilton: "Das weiß ich nicht. Vielleicht könnte uns der Zufall auch helfen, denn wir hatten in den vorherigen Rennen etwas Pech. Wir waren im Qualifying oft gut, haben ein gutes Auto, aber im Rennen ist es dann nicht für uns gelaufen. Manchmal haben wir es auch selbst verbockt, aber oft hat es einfach nicht gepasst. Ich hoffe, dass uns das an diesem Wochenende gelingt, allerdings ist es hier eine Lotterie, vor allem wenn es regnet. Du musst konzentrierter als sonst sein und zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein." "Ich hätte mir Konstanz bei besseren Ergebnissen gewünscht." Lewis Hamilton Frage: "Du bist einer von zwei Fahrern, die bisher in allen Rennen Punkte gewonnen haben. Du hast vor der Saison gesagt, dass du konstant sein willst, offensichtlich ist dir das gelungen." Hamilton: "Ja, aber ich hätte mir Konstanz bei besseren Ergebnissen gewünscht. Aber ich kann mich nicht beschweren, ich habe zumindest in jedem Rennen Punkte geholt. Das ist das Wichtigste. Man muss sich Prioritäten setzen. In jedem Rennen Punkte zu gewinnen, ist die Grundlage. Dadurch sind wir weiterhin im Kampf um die WM mit dabei." Frage: "Und an diesem Wochenende folgt dann der Sieg?" Hamilton: "Das wäre schön. Ich gebe die Hoffnung nicht auf. Und ich werde alles geben, um mich auf der Strecke oder bei der Strategie, den Boxenstopps zu verbessern." Frage: "Alle Fahrer sagen, dass es etwas Besonderes ist, hier zu fahren. Was macht den Unterschied aus?" Hamilton: "Du hast um die Strecke herum keine Wiese oder Auslaufzonen, sondern überall Barrieren. Es gibt nur dich, den Asphalt und die Leitplanken. Deshalb ist die Herausforderung so groß. Es ist auf der einen Seite beängstigend, auf der anderen Seite macht es aber auch Spaß." "Ayrton war der Beste"Frage: "Ayrton Senna hat hier öfter als jeder andere gewonnen, es muss also auch für ihn eine besondere Strecke gewesen sein. Er war einer deiner Idole, wie denkst du darüber?" Hamilton: "Ayrton war der beste Fahrer aller Zeiten. Und auf dieser Strecke macht der Fahrer den Unterscheid. Das Auto spielt zwar auch eine Rolle, aber generell macht der Fahrer hier den großen Unterschied aus. Die besseren Fahrer haben hier in der Vergangenheit öfter gewonnen. Und er war nun einemal einer der Besten. Er hat hier im Trocknen und auch im Regen gewonnen." Frage: "Bei diesem Rennen braucht man auch ein wenig Glück. Hast du einen Glücksbringer?" Hamilton: "Nein, aber vielleicht sollte ich mir einen zulegen. Ich habe bisher noch keinen Glücksbringer und hatte wenig Glück. Aber ehrlich gesagt glaube ich nicht daran." Frage: "Hier auf der Pole zu stehen und zu gewinnen, ist das besser als Sex?" Hamilton: "Darauf war ich jetzt nicht vorbereitet. Wie du dir vorstellen kannst, habe ich schon mit einigen wunderschönen Frauen geschlafen." "Hier kannst du zeigen, was du drauf hast." Lewis Hamilton Frage: "Kannst du das Gefühl für den Fahrer beschreiben?" Hamilton: "Jeder weiß, dass dies ein spezieller Ort ist. Du fährst direkt am Meer durch einen historischen Hafen. Du fährst mit hoher Geschwindigkeit dicht an den Leitplanken entlang. Du siehst nicht, was hinter der Kurve auf dich wartet. Das ist eine Herausforderung, die jeder Fahrer gerne annimmt. Hier kannst du zeigen, was du drauf hast. Hier mehr, als anderswo." Frage: "Was erwartest du hier von den Reifen?" Hamilton: "Wahrscheinlich genau so viel wie du, keine Ahnung. Ich glaube, ich bin in dieser Saison noch nicht mit den superweichen Reifen gefahren. Wir wissen nicht, ob jede Mischung die gleiche Charakteristik hat, das werden wir an diesem Wochenende herausfinden. Aber ich hoffe es, denn in den vergangenen Rennen sind wir mit den Reifen gut zurechtgekommen." Frage: "Wenn ich dir zehn Euro geben würde, auf wen würdest du die am Sonntag setzen?" Hamilton: "Ich bin nicht gut beim Wetten, daher würde ich sie lieber einstecken und mir etwas zu essen davon kaufen. Ich würde es auf den Typen mit der Startnummer eins setzen. Vielleicht Sebastian." Frage: "Wäre ein gutes Ergebnis hier Wiedergutmachung für die vergangenen Rennen?" Hamilton: "Hier zu gewinnen, bedeutet den Fahrern mehr als auf jeder anderen Strecke. Wenn du hier siegst, wird man sich immer an dich erinnern. Es gab Fahrer, die mit einem überlegenen Auto gewonnen haben, aber in diesem Jahr sind alle sehr dicht zusammen. Das macht es noch aufregender, denn du musst noch präziser fahren. Es gab so viele unterschiedliche Sieger, die Chance auf eine Sieg ist offenbar größer als je zuvor. Der beste Fahrer muss also die beste Arbeit machen, aber auch das Team muss perfekt arbeiten." Frage: "Wenn man sich deine Rundenzeiten in Spanien ansieht, stellt man fest, dass du das Rennen hättest locker gewinnen können, wenn du von deiner ursprünglichen Position aus gestartet wärest." Hamilton: "Hätte, wäre, wenn zählt nicht. Maldonado hat einen tollen Job gemacht, ich ziehe den Hut vor ihm. Er war toll für ihn, sein Land und seine Familie. Wir haben das Tempo und wir verbessern uns stetig. Wir machen weniger Fehler, aber immer noch einige kleine. Hoffentlich können wir das an diesem Wochenende abstellen."
Quelle: motorsport-total.com
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| Formel 1 » Grosjean mit erstem Freien Training zufrieden |
Grosjean mit erstem Freien Training zufrieden
24.05.2012 - 10:28
Senna ist froh, in einem Formel-1-Auto nach Monaco zurückkehren zu dürfen Zoom © xpbimages.com
Senna und Monaco - diese Verbindung scheint in den Genen zu liegen, schließlich sagt ein erfreuter Bruno Senna nach dem Freien Training am Freitagnachmittag bei 'Sky Sports F1': "Es ist eine meiner Lieblingsstrecken." Auf einen motorsportlichen Besuch an der Cote d'Azur musste der Brasilianer, der das Renault-Cockpit in der vergangenen Saison erst im Herbst ergatterte, zwei Jahre warten. Die Wiedersehensfreude ist groß: "Schön, nach einer langen Zeit, in der ich hier nicht Formel 1 gefahren bin, zurückkehren zu können", meint Senna. Dass die Wetterbedingungen ziemlich wankelmütig waren, stört den 28-Jährigen nicht. "Am Nachmittag wollte sich der Regen nicht so wirklich entscheiden, ob er nun kommt oder nicht. Das hat es zu einer verrückten Session gemacht", erklärt er. Zuletzt raste Senna im Jahre 2010 durch das Fürstentum - damals noch auf Bridgestone-Pneus. "Mit den Pirelli-Reifen ist es eine ganz andere Erfahrung als damals im HRT", stellt er fest. Der Magie Monte Carlos kann sich der Träger eines großen Namens nicht entziehen. "Wenn du selbstbewusst und eins mit dem Autos bist, vergisst du alles um dich herum. Dann kommt die Rundenzeit ganz von alleine", schwärmt Senna. In der höchsten Nachwuchsklasse siegte der vor drei Jahren. "Ich erinnere mich noch gut an den GP2-Erfolg. Hoffentlich gelingt mir das ein weiteres Mal." Sechs Siege des berühmten Onkels Ayrton verpflichten: "Wir haben hier so viel Geschichte geschrieben. Glücklicherweise auch ich mit meinem GP2-Sieg - aber die Formel 1 ist das, was zählt", blickt Senna voraus.
Der große Sir Frank Williams kann seit dem Sieg in Barcelona wieder lachen Zoom © Williams
Mit 70 Jahren ist Frank Williams der älteste Teamchef der Formel 1, aber während der 68-jährige Peter Sauber schon seinen Rücktritt mit Jahresende angekündigt hat, will der an den Rollstuhl gefesselte Brite noch nicht loslassen. Zwar zieht er sich schrittweise aus dem Tagesgeschäft zurückziehen - ein Prozess, der bereits eingeleitet wurde -, aber vorerst möchte er weiterhin an der Spitze des Rennstalls bleiben. Dass er seinen Sitz im Vorstand an Tochter Claire übergeben hat, ändere "nichts", denn: "All die Einzelpersonen mit ihren aufgeteilten Verantwortungsbereichen machen einen super Job. Ich bin aber immer noch kontrollierender Mehrheitseigentümer und Teamchef", stellt Williams im Interview mit dem 'Telegraph' klar. "Jemand muss zu mir kommen und mir sagen: 'Frank, du vergisst zu viel' oder 'Frank, du stehst langsam im Weg'." Williams sieht die Zeit noch nicht gekommenDas sei momentan noch nicht der Fall, meint der liebevoll "Rollstuhlgeneral" genannte Brite und widerspricht damit Kritikern, die nur hinter vorgehaltener Hand flüstern, dass sein Gesundheitszustand schon bald einen Wechsel erforderlich machen könnte. Würdest du dann zurücktreten, Frank? "Wenn ich wirklich glauben würde, dass ich die Dinge aufhalte, dann ja", sagt er. "Aber ich glaube nicht, dass es schon so weit ist." Teamintern war Adam Parr derjenige, der in den vergangenen Jahren den besten Draht zu Williams hatte, aber der Vorstandsvorsitzende musste im Zuge der Concorde-Verhandlungen mit Bernie Ecclestone gehen. Die neue Garde um Claire Williams und Großaktionär Toto Wolff steht schon eher für die nächste Generation. Wolff freute sich zuletzt in Barcelona "rasend, dass Frank das miterleben kann". Gemeint war der erste Sieg seit acht Jahren. Auch sonst gönnt man Williams die Rückkehr auf die Siegerstraße. Viele sind der Meinung: Es wäre ein unwürdiger Abgang eines großen Mannes gewesen, wenn Williams bis zu seinem endgültigen Rücktritt jahrelang sieglos geblieben wäre. "Er ist einer der Besten in unserem Zirkus, ein harter Kerl, ein Kämpfer", lobt Gerhard Berger. "Wir haben alle riesigen Respekt vor ihm, sind alle Fans von ihm. Und wir alle haben ein bisschen gelitten, als er immer mehr ins Hintertreffen geraten ist." Berger freut sich auch für Landsmann WolffFranks Tochter Claire Williams im Gespräch mit Bernie Ecclestone © xpbimages.com "Den letzten Sieg habe ich ihm sehr gegönnt - und das auch noch zu seinem Geburtstag! Das war wirklich toll", sagt Berger. "Ich freue mich auch für Toto Wolff, der als Österreicher jetzt Miteigentümer in dem Team ist. Ich glaube, die sind auf einem guten Weg. Die machen in diesem Jahr schon die ganze Zeit eine gute Figur. Und Maldonado scheint ein Treffer zu sein. Aber dafür hatte Frank immer schon ein Näschen." Die Frage ist: Wie lange noch? Der Racing-Virus lässt den 70-Jährigen jedenfalls nicht los: "Ich bin immer noch renn- und geschwindigkeitsverrückt", gibt der seit einem Vierteljahrhundert querschnittgelähmte Gründer des dritterfolgreichsten Formel-1-Teams aller Zeiten zu. "Seitlich mit 140 km/h durch eine Kurve zu rutschen, packt mich. Die Weltmeisterschaft nicht zu gewinnen, ist eher Nebensache. Es geht mir ums Racing."
Gerhard Berger hat Pastor Maldonado auch in Monaco auf der Rechnung Zoom © xpbimages.com
Gerhard Berger übt zwar keine offizieller Funktion mehr in der Formel 1 aus, dennoch ist er ein gern gesehener Gast im Fahrerlager. An diesem Wochenende sind dabei die Wege für den Österreicher recht kurz, denn wie viele der Piloten lebt er in Monaco. Berger kennt die Formel 1 sowohl aus der Perspektive des Fahrers als auch aus dem Blickwinkel von der Boxengasse aus, wo er als Motorsport-Direktor von BMW und Mitinhaber von Toro Rosso am Kommandostand saß. Doch an ein Rennjahr wie 2012 kann sich der 52-Jährige spontan auch nicht erinnern. "Es ist bisher eine ganz besondere Saison. Bei jedem Rennen gibt es einen anderen Sieger", sagt Berger im Gespräch mit 'SkySportsF1'. "Wir sehen einen sehr starken Williams, einen starken Sauber, einen sehr konkurrenzfähigen Ferrari. Vettel und Alonso führen die WM an. Es ist eine völlig andere Saison als in den vergangenen Jahren." In einer ohnehin turbulenten Saison, in der die Vorhersage des Sieger vor dem Rennwochenende kaum möglich ist, folgt nun mit Monaco ein Grand Prix, der von sich aus schon unberechenbar ist. Auch Berger freut sich auf das Rennen an der Cote d'Azur. "Jetzt kommen wir hier nach Monaco und es wird sehr interessant sein zu sehen, war hier alles zusammenbekommt." Doch der Österreicher ist sich schon jetzt sicher, welche Piloten im Kampf um den Sieg eine Rolle spielen werden. "Alonso wird einer derjenigen sein, die um den Sieg mitkämpfen. Hamilton, Alonso, Rosberg, und auch Maldonado dürfen wir nicht vergessen. Er war mit jedem Auto schnell, mit dem er hier gefahren ist", erinnert Berger an Maldonados Glanzleistungen in der GP2. "Vielleicht wird er auch an diesem Wochenende wieder eine Rolle spielen." Beeindruckender ist für Berger aber einer der Piloten seines ehemaligen Teams. "Ein großer Faktor bei Ferrari ist Alonso", sagt der 52-Jährige. "Er ist einer der besten, wenn nicht sogar der beste Fahrer im Feld. Er macht einen unglaublichen Job. Er fährt ständig am Limit, egal ob im Freien Training, Qualifying oder im Rennen. Er ist eine Garantie für gute Resultate. Aber Ferrari hat einen Schritt nach vorne gemacht. Vor allem beim vergangenen Rennen, aber auch heute Morgen. Er ist in guter Form." Sein ehemaliger Schützling Sebastian Vettel, mit dem Berger 2008 in Monza den Sieg bei Toro Rosso feiert, sticht in dieser Saison trotz der Sieges in Bahrain nicht so heraus wie noch im Vorjahr. Für Berger eine Folge der aktuellen Entwicklung der Formel 1. "Eine dominierende Rolle gibt es in diesem Jahr nicht", sagt der Österreicher bei den deutschen Kollegen von 'Sky Sport'. "Aber letztendlich führt Sebastian immer noch in der Weltmeisterschaft." Daran wird sich nach Ansicht von Berger auch bis zum Ende der Saison nichts ändern. "Sie sind immer dabei und werden am Ende auch wieder mitkämpfen." Die unberechenbare Formel 1 2012, die bei manchem Beobachter für Verwirrung, sorgt bei Berger, der nurmehr die Rolle des Zuschauers innehat, für Begeisterung. "Für uns Fans ist es natürlich besser, wenn es knapper zugeht, als wenn einer vorne wegfährt."
Jean-Eric Vergne konnte seine "Angst" vor der Strecke schnell ablegen Zoom © xpbimages.com
Das Toro-Rosso-Team bezeichnete den ersten Tag zum Großen Preis von Monaco als "eher frustrierend". Zum einen musste man den Neulingen in erster Linie Fahrzeit auf der Strecke geben, sodass man nicht viel am Setup arbeiten konnte. Zum anderen kam natürlich noch das wechselhafte Wetter hinzu. Am Ende fuhr Jean-Eric Vergne auf Platz 16 der schnellsten Zeiten des Tages, 2,463 Sekunden hinter Jenson Button und 0,043 Sekunden vor Teamkollege Daniel Ricciardo, der Position 17 auf der Liste der schnellsten Zeiten belegt. "Für mich war es hier das erste Mal in einem Formel-1-Auto", so Vergne. "Ich habe es wirklich genossen. Da ich im vergangenen Jahr in der World Series in Monaco nicht besonders gut unterwegs war, war ich bezüglich des heutigen Tages ein wenig besorgt, auch wenn ich mich auf die neue Erfahrung freute und nicht wusste, was ich zu erwarten habe." "Meiner Meinung nach sieht meine Leistung im Vergleich zu der meines Teamkollegen gut aus, schließlich hat Daniel auf dieser Strecke zwei Rennen in der World Series gewonnen und er hat vergangenes Jahr im Formel-1-Auto etwas Trainingszeit gehabt. So gesehen bin ich ganz glücklich und habe das Gefühl, dass die Rundenzeit nicht wichtig war, besonders da ich in etwas Verkehr geriet und meine letzte Runde in der Boxengasse beendete." "Mit der Balance des Autos bin ich relativ zufrieden, welche wir noch etwas verfeinern können. Ich benötige jedoch noch etwas mehr Zeit, um mich selbst an den Kurs anzupassen, selbst wenn ich gern im Nassen gefahren bin. Ich fühle mich vorbereitet, egal, auf welche Bedingungen wir im Verlauf des restlichen Wochenendes treffen sollten." "Aufgrund des Wetters am Nachmittag liefen die Dinge nicht ganz so reibungslos, wie wir dies geplant hatten", so Ricciardo. "Wir waren nicht in der Lage, alles auszuprobieren, was wir uns erhofft hatten." "Es ist aus diesem Grund etwas frustrierend, besonders da wir morgen einen freien Tag haben. Ich würde es vorziehen zu fahren, aber es ist womöglich eine gute Sache, denn wir können wirklich darüber nachdenken, was wir brauchen, um nach vorne zu kommen." "Es gibt auch ein paar Gebiete, auf denen wir uns verbessern müssen, und ich bin mir sicher, dass sich unsere Leistung komplett verändern wird, wenn wir das in den Griff bekommen. Hoffentlich werden wir am Samstag ein gutes Qualifying haben." "Alles in allem war dies ein eher frustrierender Tag", so Chefingenieur Laurent Mekies. "Denn die Streckenbedingungen waren während der Einheit am Nachmittag ziemlich wechselhaft." "Angesichts der Tatsache, dass Daniel vergangenes Jahr lediglich im 1. Freien Training für uns gefahren ist und Jean-Eric hier noch nie in einem Formel-1-Auto unterwegs war, lag der Hauptfokus des Tages darauf, beiden Fahrern auf dieser einzigartigen Strecke so viel Zeit zu geben wie nur möglich."
"Aus diesem Grund waren wir am Vormittag die ersten, welche aus den Boxen fuhren, denn wir wollten sie in den richtigen Rhythmus bringen. Dieser Teil unseres Planes verlief erfolgreich. Sie schienen die Erfahrung genossen zu haben. Wir haben auch am Nachmittag trotz der wechselhaften Bedingungen versucht, jede Menge Runden zu fahren." "Aber alles in allem haben wir in Bezug auf die übliche Arbeit am Setup des Autos nicht so viel erreicht. Abgesehen davon hatten wir einen problemlosen Tag und die Fahrer leisteten sich keinerlei Fehler. Aufgrund des unglücklichen Zeitplans dieser Veranstaltung haben wir morgen einen ganzen Tag, an dem wir darüber nachdenken können, wie wir das Auto für den Rest des Wochenendes verbessern können."
Kamui Kobayashi ist mit seinem Sauber noch nicht restlos glücklich Zoom © xpbimages.com
Starker Trainingsauftakt in Monaco für das Sauber-Team. Während Sergio Perez im Gesamtergebnis auf den beachtlichen fünften Platz fuhr, kam Teamkollege Kamui Kobayashi, der kein Fan des engen Kurses im Fürstentum ist, immerhin auf den neunten Gesamtrang. Auf die Bestzeit von McLaren-Pilot Jenson Button fehlten ihm 1,292 Sekunden. Dennoch erlebte der Japaner, der in Spanien großartiger Fünfter wurde, keinen problemlosen Trainingsstart. Er klagt gegenüber 'Sky Sports' über mangelnden Abtrieb: "Ich verwende den gleichen Unterboden wie mein Teamkollege, aber im Vergleich zu ihm vermissen wir aus einem unbekannten Grund etwas Abtrieb. Aus diesem Grund hatten wir hier ein paar Probleme." Das Team wechselte daher auf den Ersatz-Unterboden. Auch die Umstände machen es dem Sauber-Piloten nicht leicht: "Die Strecke ist immer ziemlich schmutzig - es ist sehr rutschig. Daher ist es immer sehr schwierig, das richtige Setup zu finden, aber ich denke, dass es in Ordnung ist. Wir sind nicht so weit weg. Am Samstag werden wir dann sehen, was das Wetter macht. Die Streckenbedingungen sind hier an diesem Wochenende eine ziemliche Unbekannte - und das macht es sehr knifflig." Obwohl am Freitag für die Formel-1-Piloten Ruhetag ist, wurde Kobayashi von seinem Team eingeteilt: "Ich habe einen etwas seltsamen Zeitplan. Es gibt eine Autogrammstunde an der Strecke, was eine Überraschung ist. Ich muss also leider zur Strecke kommen." Obwohl er den Kurs nicht für eine wirkliche Formel-1-Strecke hält, kann er dem Rennen etwas abgewinnen: "In Monaco ist die Aufregung immer sehr groß - und das ist gut für die Formel 1."
Hat Fahrer noch nie mit Samthandschuhen angefasst: Frank Williams Zoom © xpbimages.com
Bruno Sennas Stuhl bei Williams wackelt nach dem Sieg von Pastor Maldonado beim Spanien-Grand-Prix bedenklich. Und der Teamchef rüttelt weiter am Sitz des Brasilianers: "Bruno muss jetzt antworten", zitiert die britische Tageszeitung "The Telegraph" Frank Williams und findet gewohnt deutliche Worte: "Maldos (Maldonados, Anm. d. Red.) Erfolg sollte für ihn ein Tritt in den Hintern sein." Williams, der sich von den starken Leitungen des Venezolaners überrascht zeigt, redet auch bei den Finanzen nicht lange um den heißen Brei herum. "Völlig unpolitisch, aber er bringt eine nützliche Menge an Sponsorengeldern mit." Insider beziffern diese "nützliche" Summe auf rund 30 Millionen britische Pfund, die Caracas staatlicher Ölkonzern PDVSA auf das Williams-Konto überweist. Die Maldonado zugeschriebene Favoritenrolle - er hat in Monaco mit Ausnahme der Königsklasse in allen Serien, die er gefahren ist, bereits gewonnen - will Williams nicht bestätigen. "Die Formel 1 ist böse. Wenn du den kleinsten Fehler machst, bist du tot. Es ist das beste, bescheiden zu sein", so Sir Frank.
Frank Williams wollte sein Team in der Notlage nicht im Stich lassen Zoom © Williams
Die Formel 1 gilt als zerstrittener Haufen. Missgunst und Misstrauen, Spionage und Tricksereien gehören im Fahrerlager zur Tagesordnung. Doch wenn es zu Katastrophen kommt, dann rückt die Königsklasse des Motorsports zusammen. Bestes Beispiel dafür ist der Feuerunfall in der Williams-Box, der das Sensationsteam nach dem Überraschungsteam hart getroffen hat. "Ich habe die Zeit nach dem Rennen genossen, war in der Garage und blieb stehen, um mit jemandem zu sprechen, als es zu meiner Rechten etwas zerrissen hat", erinnert sich Teamchef Frank Williams gegenüber dem 'Telegraph' an den folgenschweren Knall. "Sofort breiteten sich schwarze Rauchwolken aus." Eine brenzlige Situation für den Querschnitt-gelähmten Teamboss. Doch sein Betreuer reagierte rasch. "Schnell wie der Blitz wurde ich aus der Box gerollt", erzählt er. Dabei war ihm dies zunächst gar nicht recht: "Ich schrie: 'Michael, du musst verdammt noch mal stehenbleiben. Ich sollte eigentlich die Leitung übernehmen, und kann mich nicht einfach aus dem Staub machen." Williams wollte zurück in die BoxSein Betreuer folgte dem Befehl des Chefs und schob den "Rollstuhl-General" wieder in Richtung Box. "Aber ich konnte dort nicht viel tun", erkannte Williams. Doch was war passiert? Williams-Mitbesitzer Christian "Toto" Wolff gibt gegenüber 'Sky' Einblicke: "Eine Funkstation aus Plastik, wo die Funkgeräte dran hängen, ist geschmolzen und hat zu dieser Rauchentwicklung geführt." Die Ursache dafür ist noch immer nicht ganz klar, wie Wolff erklärt: "Es wird immer noch analysiert, aber vermutlich war es eine statische Entladung, wie sie jeden Tag passieren kann, wenn wir jemandem die Hand schütteln und wir einen Schlag kriegen. Diese statische Entladung hat Dämpfe entzündet, und dann ist ein Fass in die Luft geflogen. Das ist extrem unüblich, wie ich gehört habe, aber es kann passieren." Gesamtes Fahrerlager kämpfte gegen FlammenAls das Feuer ausbrach, half plötzlich fast gesamte Fahrerlager mit, eine Katastrophe zu verhindern. Mechaniker unterschiedlicher Teams nahmen ihre Feuerlöscher und bekämpften die Flammen. "Es gehört einiges an Mut dazu, sich da hineinzustürzen, vor allem, wenn es nicht einmal das eigene Team ist", zollt der Österreicher den Helfern seine Anerkennung. "Es zeigt, wie die Mannschaften da zusammenhalten. Das war das die schöne Seite an der Tragödie." Toto Wolff glaubt, dass es einen balalen Grund für den Unfall geben könnte © xpbimages.com Freilich hätte aber auch ihr eigenes Team betroffen sein können, hätte man das Feuer nicht unter Kontrolle gebracht. "Sie wussten, dass sie helfen müssen, denn sonst hätte das Feuer auch auf andere Boxen übergreifen können", meint Wolff. Inzwischen wird nur noch ein Williams-Teammitglied im Krankenhaus behandelt - der Mitarbeiter leidet an Verbrennungen an Händen und Füßen. "Er wird nächste Woche aus dem Krankenhaus entlassen - also sind wir mit dem Schrecken davongekommen", ist Wolff froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist. "Er hat einen starken Charakter", stellt Williams klar, dass es seinem Teammitglied den Umständen entsprechend gut geht. "Er wird zurückkommen, wenn es für ihn passt - in einem Monat oder zwei." Williams bedankt sich für HilfeAuch der 70-jährige Brite zeigt sich vom Zusammenhalt im Fahrerlager angetan: "Es hat mich sehr glücklich gemacht, als ich im Nachhinein gehört habe, dass jeder Feuerlöscher im Fahrer von fast jedem Team benutzt wurde. Die Reaktion war außergewöhnlich, wirklich überwältigend."
Damit war es aber nicht getan, denn auch nach dem gelöschten Brand zeigten die anderen Teams ihre Hilfsbereitschaft. "Alle Teams sagten zu mir: 'Was auch immer ihr braucht - wir werden euch helfen'", erinnert sich die lebende Formel-1-Legende. "Ich weiß nicht genau, was wir angenommen haben, aber ich habe darum gebeten, dass eine Liste angefertigt wird. Meine Hauptaufgabe in Monaco ist es, alle Teamchefs zu treffen, ihnen zu danken und zurückzuzahlen, was auch immer sie uns gegeben haben."
Jenson Button sicherte sich die Bestzeit am ersten Trainingstag in Monaco Zoom © xpbimages.com
Am Vormittag war es zwar noch trocken, aber wirklich aussagekräftig war das Ergebnis des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco nicht, und auch die zweite Session im Fürstentum an der Cote d'Azur ließ keine echten Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis an diesem Wochenende zu. Schuld daran war Regen im zweiten Freien Training in Monte Carlo. "Diese Bedingungen sind sehr schwierig für uns", meinte Force-India-Teammanager Andy Stevenson nach knapp einer halben Stunde der geplanten 90 Minuten. "Die Strecke ist zu feucht, um konstruktiv zu fahren, aber nicht nass genug für Intermediates. Da wäre mir stärkerer Regen sogar lieber, denn laut Wettervorhersage soll es am Wochenende regnen. So könnten die Fahrer zumindest ein paar Runden trainieren, um sich an die Bedingungen zu gewöhnen." Button-Bestzeit auf weichen ReifenEin Wunsch, der nicht in Erfüllung gehen sollte, denn erst trocknete es ein bisschen ab, ehe es wieder zu regnen begann - beim zweiten Mal etwas stärker. Von da an waren die gleich zu Beginn erzielten Zeiten in Stein gemeißelt. Jenson Buttons Bestzeit von 1:15.746 Minuten war jedoch kaum aussagekräftig, schließlich hatte der McLaren-Pilot noch vor einsetzendem Regen als einer der wenigen Piloten eine volle Runde auf den weicheren Supersoft-Pirellis zurückgelegt. Der Lotus von Romain Grosjean hinterließ heute einen sehr starken Eindruck © xpbimages.com "Wir sind heute für einen Donnerstag in Monaco nicht viel gefahren. Hoffentlich wird das Wetter am Samstag ein bisschen besser", seufzt der Tagesschnellste, der es insgesamt auf 30 Umläufe brachte, 17 davon am Nachmittag. Zweiter wurde Romain Grosjean (Lotus), der mit seiner spektakulären Fahrweise immer wieder in Richtung Leitplanken driftete, aber jeden einzelnen Rutscher gekonnt abfangen konnte. Rückstand: 0,392 Sekunden. Allerdings absolvierte Grosjean seinen gezeiteten Run noch auf der härteren Reifenmischung, "und die ist um ungefähr eine Sekunde langsamer als die weiche", analysiert Formel-1-Experte Marc Surer. Eigentlich also ein gutes Zeichen für das Lotus-Team, dem die meisten Beobachter an diesem Wochenende eine starke Performance zutrauen, aber andererseits ist das Ergebnis wegen des Wetters und unterschiedlicher Benzinmengen noch verzerrter als sonst am ersten Trainingstag. Massa in FP2 schneller als AlonsoFelipe Massa gewann das Ferrari-Stallduell am Nachmittag gegen Fernando Alonso, in der Gesamtwertung belegte Alonso aber mit 0,519 Sekunden Rückstand den dritten Platz - seine Bestzeit vom Vormittag konnte er in der zweiten Session nicht mehr unterbieten. In der inoffiziellen Regenwertung belegte Massa sogar den zweiten Platz, zwei Zehntelsekunden hinter Sergio Perez (5./Sauber/+0,965), der auf nasser Strecke in 1:26.6 Minuten am schnellsten war. Nur diese fünf Fahrer lagen am Ende des Donnerstags innerhalb von einer Sekunde. Monaco-Spezialist Lewis Hamilton (McLaren), Barcelona-Sieger Pastor Maldonado (Williams), Nico Rosberg (Mercedes), Kamui Kobayashi (Sauber) und Mark Webber (Red Bull) komplettierten die Top 10. Vorjahressieger Sebastian Vettel wurde eineinhalb Sekunden hinter der Spitze und 74 Tausendstelsekunden hinter Teamkollege Webber Elfter. Marko klagt über schlechtes Wetter"Wir hätten einige Änderungen am Auto. Da ist es natürlich schade, wenn man die Zeit jetzt auf keine Weise nützen kann", bedauert Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko. "Es war zu wenig nass für Intermediate- oder Regenreifen, aber nass genug, um Erkenntnisse unmöglich zu machen. Es hängt nur hier über der Rennstrecke eine Wolke, der Rest ist laut Radar in Ordnung. Heutzutage sind die Wetterprognosen sehr gut. Wir müssen schon mit eher schlechtem Wetter rechnen." Im feuchten Teil der zweiten Session war niemand schneller als Sergio Perez © xpbimages.com Am meisten trainierten im Regen die Toro-Rosso-Junioren - niemand war so fleißig wie Vergne/Ricciardo, die es als 16. und 17. auf insgesamt 101 Runden brachten. "Im Nassen zu fahren, ist immer wichtig", erklärt Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari. "Wenn es im Qualifying das gleiche Wetter hat, weißt du, wie sich das Auto verhält. Die Strecke ist natürlich rutschig, aber es ist wichtig, zu trainieren. Nur so findest du heraus, wo es rutschig ist und wo es Grip hat."
Offensichtlich keinen Grip hatte es in der Bremszone vor der Mirabeau-Kurve, in der in den letzten Minuten beide Williams-Piloten, Perez und Massa Bekanntschaft mit der Auslaufzone machten. Der Crew von Maldonado dürfte das Herz stehen geblieben sein, als der Venezolaner in dem schmalen Notausgang mit einem Burnout wenden wollte, doch kurz vor dem Einschlag in die Leitplanken kam er dann doch zu Sinnen und ließ sich von den Streckenposten helfen. Kovalainen wieder in ProblemenDen Schlusspunkt setzte wie schon am Vormittag Heikki Kovalainen (21./Caterham/+4,283) - diesmal allerdings nicht mit einem Motorschaden im Tunnel, sondern mit einem Ausritt in Mirabeau. Der Finne konnte im Gegensatz zu seinen Konkurrenten nicht weiterfahren, sodass die letzten Minuten der Session unter gelben Flaggen stattfanden. Landsmann Kimi Räikkönen trainierte in Session zwei umso fleißiger: 25 Runden, dreieinhalb Sekunden Rückstand, 20. Platz. Nur 25 Runden: Michael Schumacher trainierte weniger als alle anderen Fahrer © xpbimages.com "Der Lotus scheint ziemlich stark zu sein, was Traktion und mechanischen Grip angeht", analysiert Experte Alguersuari. "Dem stimme ich zu", meint der ehemalige Formel-1-Ingenieur Gary Anderson und ergänzt: "Button und Hamilton machten heute Morgen durch die Schwimmbad-Passage einen sehr starken Eindruck. Ich glaube, die werden mitmischen." Alguersuari rechnet außerdem mit Ferrari, rätselt aber: "Schwer zu sagen, wo Red Bull im Moment steht."
Positiv ist, dass alle komfortabel innerhalb der 107-Prozent-Zeit lagen, weniger positiv hingegen, dass niemand einen Longrun mit den roten Supersoft-Option-Pirellis fahren konnte. "Was den Abbau der Reifen angeht, wird es eine Reise ins Unbekannte", twittert Ferrari nach dem Training. "Niemand konnte Longruns fahren. Das ist ein weiteres Fragezeichen für das Rennen." Jetzt steht aber ohnehin erst einmal der Ruhetag auf dem Programm.
Geht es auch in den nächsten Jahren für die Formel 1 noch quer durch die Eifel? Zoom © HRT
(Motorsport-Total.com/SID) - Dank Sponsoren und des Entgegenkommens von Promoter Bernie Ecclestone hat die Formel 1 auf dem Nürburgring anscheinend doch noch eine Zukunft. "Wir können den Vertrag mit Ecclestone für die nächsten zehn Jahre, also über fünf Rennen, verlängern", sagt Kai Richter, einer der Streckenbetreiber, mit Blick auf die Hockenheim-Rotation. "Ein solches Ergebnis, wie wir es ausgehandelt haben, hat es noch nie für den Nürburgring gegeben", betont er. Richter nennt Details: "Weniger als zehn Millionen Euro sind als Beitrag des Landes für ein Rennen gefordert." Er und sein Mitgesellschafter beim Veranstalter-Unternehmen Rheinland-Pfalz Grand Prix, Jörg Lindner, erklären, sie hätten "in schwierigen Verhandlungen bei insgesamt vier Treffen" mit Ecclestone dieses "äußerst attraktive Ergebnis" erzielt. Möglich geworden sei es auch durch ein Gesamtpaket von nationalen Sponsoren und Investoren. Lindner verdeutlicht aber, dass der Vertrag mit Ecclestone bis Juni abgeschlossen werden müsse: "Sonst ist die Formel 1 weg. Für viele, viele Jahre." Ecclestone, der von einem "internen Problem mit den Promotern" spricht, äußert sich zu der Nürburgring-Frage gegenüber 'ESPNF1' wie folgt: "Ihr Vertrag lief aus, also werden wir ihn erneuern. Das passiert, sobald sie wissen, mit wem wir das tun können." Ecclestone zeigt sich kompromissbereit und schießt hinterher: "Ich mache es gern." Das Land Rheinland-Pfalz hatte Richter und Lindner wegen ausstehender Pachtzahlungen mit einer Räumungsklage gedroht. Eine Reaktion der Mainzer Landesregierung liegt bisher noch nicht vor.
Siegkandidat im Leitplanken-Dschungel? Hamilton fährt kalkulierter Zoom © xpbimages.com
Heiße Rennaction und viel Glamour: Bei Monaco und Lewis Hamilton scheint es sich um eine passende Synthese zu handeln. Nachdem das Rennen im Fürstentum dem Briten im vergangenen Jahr - unter anderem wegen zwei Durchfahrtsstrafen - völlig misslang, stehen die Vorzeichen 2012 besser. Denn der Vollblut-Racer Hamilton scheint kalkulierter und vorausschauender zu fahren denn je. In Spanien brachte ausgerechnet der als Reifenmörder verschrieene Ex-Weltmeister sein Auto als einziger Pilot mit einer Zwei-Stopp-Strategie ins Ziel. "Es ist eine Herausforderung, mit den Pirelli-Pneus klarzukommen", betont er gegenüber 'Autosport'. "Es gibt Momente, in denen mir das gelingt, und einige, in denen es das nicht tut. Aber 2008 war das nicht anders", so Hamilton. Es ist der Verweis auf die Saison, in der er auf Bridgestone-Reifen Weltmeister wurde - damals allerdings hatte der schonende Umgang mit dem Gummi noch nicht den Stellenwert, den er heute genießt. "Jeder hat Stärken und Schwächen. Zu meinen Vorzügen gehört es, eine schnelle Runde auf neuen Reifen zu fahren. Sie lange am Leben zu erhalten ist für mich eine Herausforderung", stellt Hamilton fest.
Gute Zeiten, schlechte Zeiten: Lewis Hamilton wirkt 2012 deutlich entspannter Zoom © xpbimages.com
Was ist bloß mit Lewis los? Diese Frage stellten sich die Formel-1-Fans im vergangenen Jahr gewiss mehr als einmal. Lewis Hamilton schien 2011 nämlich nicht in gewohnt bestechender Form zu fahren und wirkte oft abgelenkt. All dies ist nun aber Schnee von gestern, denn heute tritt der McLaren-Pilot wieder beschwingt und selbstsicher auf. Aber warum eigentlich? Hamilton geht auf Spurensuche. Der britische Rennfahrer hat sich in der Winterpause die Zeit genommen, um sich selbst und das Geschehene ausgiebig zu analysieren, wie er gegenüber 'Autosport' bestätigt. Gleichzeitig fasste Hamilton frischen Mut - und offensichtlich auch einige gute Vorsätze. "Es geht darum, dich richtig einzustellen", sagt Hamilton über seine Auszeit im Winter. Dabei war er augenscheinlich erfolgreich. Neben Fernando Alonso (Ferrari) ist Hamilton 2012 nämlich der einzige Fahrer im Starterfeld, der bisher in allen Rennen in den Punkten war. Die Konstanz, die im vergangenen Jahr so oft fehlte, scheint also vorhanden zu sein. Oder wie es Hamilton ausdrückt: "Du hoffst, nicht wieder in den gleichen Trott zu verfallen, sofern du dich im vergangenen Jahr in einem Trott befunden hast." "Es gab einfach ein paar Dinge in meinem Leben, die ich neu sortieren musste. Das brauchte seine Zeit. Jetzt passt alles, also bin ich ziemlich zufrieden. All das macht dieses Jahr umso schöner", sagt Hamilton. Familie, Freunde, Management, Team - Privat- und Rennfahrer-Leben verlaufen nun also wieder in geordneten Bahnen. Dieser Umstand ist auch den Formel-1-Beobachtern nicht entgangen. Coulthard bewundert die Wandlung HamiltonsDer ehemalige Formel-1-Pilot David Coulthard zeigt sich bei 'Autosport' beispielsweise hocherfreut über den "neuen Lewis" und sagt: "Lewis Hamilton fährt derzeit so gut wie eh und je - wenn nicht sogar besser als früher. Das ist schön zu sehen. Was hat sich verändert? Nun, ich denke, er ist über den Winter erwachsen geworden. Er hatte die Chance, über all dies nachzudenken", meint "DC". "Ich sehe einen deutlich kompletteren Rennfahrer als den Lewis von vor einem Jahr." David Coulthard "Das scheint er getan zu haben. Ich sehe einen deutlich kompletteren Rennfahrer als den Lewis von vor einem Jahr. Er hatte nie ein Problem mit seiner Geschwindigkeit, sondern schien nur abgelenkt zu sein. Das hat er nun offenbar im Griff. Und er macht keine Fehler. Dass er Jenson Button in Spanien vom letzten Startplatz aus geschlagen hat, ist ein gutes Beispiel dafür, wie stark Lewis 2012 auftritt." In der Tat, wie die bisherigen Ergebnisse unterstreichen. Auch McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh erkennt darin einen "anderen" Hamilton und merkt bei 'Autosport' an: "Die Leute verändern sich nicht von jetzt auf gleich, sondern ganz allmählich. Lewis glaubt an sich als einen großen Rennfahrer, weiß aber nun, dass im Leben nicht alles nach Plan läuft. Man lernt nach und nach, damit umzugehen." Wenn Rennfahrer unter Druck stehen ..."Und wir würden keinen Lewis wollen, der sich mit dem Zweitbesten zufriedengeben würde", meint Whitmarsh und stellt klar: "Wir wollen einen Lewis, der es auf Erfolge abgesehen hat, der sich als Zweiter nicht wohl fühlt, der alles bei sich, an seinem Auto, in seinem Team und in seinem Umfeld absolut perfekt haben will. Diese Entschlossenheit treibt ihn an." 2011 sah es noch ganz anders aus. "Wenn Rennfahrer unter Druck stehen, dann kann es sein, dass sie das Auto überfahren." Martin Whitmarsh Whitmarsh zeigt allerdings Verständnis für seinen Piloten und dessen vermeintlich schwieriges Jahr. "Wenn Rennfahrer unter Druck stehen, dann kann es sein, dass sie das Auto überfahren. Wenn sie dann auch noch an Selbstvertrauen eingebüßt haben, werden sie vielleicht noch ein bisschen mehr zurückhaltend. Lewis hat seine Fähigkeiten sicherlich nicht verloren", erläutert der Teamchef. "Seine Stimmung ist sehr positiv. Er hat dazugelernt und ist nun deutlich gefasster und glücklicher. Er weiß, er kann in diesem Jahr eine Weltmeisterschaft gewinnen", sagt Whitmarsh und Hamilton stimmt zu: "Ich versuche, zu gewinnen, und ich will gewinnen. Ich bin nicht zufrieden damit, in jedem Rennen nur Dritter zu werden. Der achte Platz beim jüngsten Rennen war auch nicht so toll", meint Hamilton. Der Sieg ist alles - oder etwa doch nicht?In Barcelona hatte der britische Rennfahrer aufgrund eines Teamfehlers von ganz hinten losfahren müssen, nachdem er sein Auto auf die Pole-Position gestellt hatte. Dergleichen wirft Hamilton in diesem Jahr aber nicht aus der Bahn, auch wenn er sagt: "Es ist immer eine Enttäuschung, wenn man Rückschritte macht. Du willst doch attackieren, überholen. Nur darum geht es im Motorsport." "Es könnte viel schlimmer sein." Lewis Hamilton "Es könnte aber viel schlimmer sein. Was all dies in eine Perspektive rückte, war, was ich auf den Philippinen gesehen habe. Dort gibt es Kinder, die gar nichts haben und in Papierhütten auf der Straße leben. Und hier sind wir in der Formel 1. Damit kann ich also gar nicht unzufrieden sein. Das ist die Perspektive, die ich in diesem Jahr habe: Es könnte viel schlimmer sein", hält Hamilton fest. "Ich will aber trotzdem immer Erster werden." Und das so schnell wie möglich - und mit McLaren, wo Hamilton noch bis zum Saisonende unter Vertrag steht. Mit dem "und dann?" hat er sich laut eigener Aussage aber "noch nicht" beschäftigt, sagt Hamilton bei 'Autosport'. Die Begründung klingt plausibel: "Wir haben es mit einer so fordernden Saison zu tun, da muss ich einfach konzentriert bleiben". McLaren will Hamilton halten"Wenn ich meinen Fokus verliere und deswegen einige Punkte einbüße, könnte ich mir das nie verzeihen. Ich muss halt eine Lücke finden. Ich brauche die Zeit, um mich mit meinem Manager hinzusetzen und darüber zu reden. Ich bat sie (das Management; Anm. d. Red.) aber schon darum, sich einmal ein paar Gedanken zu machen. Wann es so weit sein wird, weiß ich aber nicht." "Ja, wir wollen ihn behalten." Martin Whitmarsh "Es wird irgendwann in diesem Jahr passieren, denn ansonsten bin ich arbeitslos", meint Hamilton und grinst verschmitzt. So weit wird es bei einem der Topstars der Szene vermutlich nicht kommen, auch wenn die Verhandlungen mit McLaren wohl erst in den Sommermonaten an Fahrt aufnehmen. Und zur Not - das ist aus dem Fahrerlager zu hören - hätten auch andere Teams Interesse an ihm.
McLaren dürfte aber erst einmal auf der Pole-Position stehen. Darauf hofft sicher auch Whitmarsh, wenn er sagt: "Ja, wir wollen ihn behalten." Der Teamchef zeigt sich jedoch zurückhaltend: "Wie man sich vielleicht vorstellen kann, ist das eine vertrauliche Angelegenheit. Es wäre nicht angebracht, darüber zu sprechen. Wenn Lewis und McLaren etwas kundzutun haben, dann werden wir es schon sagen."
Valtteri Bottas überzeugt als Freitagstester von Williams Zoom © xpbimages.com
Williams gehört in dieser Saison zu den Teams, die im ersten Freien Training des Rennwochenendes eine Testfahrer zum Einsatz kommen lässt. Bei 14 der 20 Grand Prix sitzt am Freitagmorgen Valtteri Bottas im Auto von Bruno Senna. Der Finne, der im vergangenen Jahr Meister der GP3-Serie war, und auf den vor allem Williams-Teilhaber Toto Wolff große Stücke hält, soll so langsam an die Formel 1 herangeführt werden. Doch bisher verläuft die Lernkurve des 22-Jährigen recht steil. Bottas überzeugt durch fehlerfreie Runden und schnelle Zeiten. In Barcelona zeigte er als Fünftschnellster im ersten Freien Training erstmals das Potenzial des FW34 auf dem Circuit de Catalunya auf. "Ich bin wirklich zufrieden", wird Bottas von 'The National' zitiert. "Das Wichtigste ist, dass ich eine Menge gelernt habe und nach jedem Wochenende mehr dazulerne. Die Ziele, die ich mir setzte, hab ich erreicht, und ich habe einen gute Speed." Der Finne zeigt sich erstaunt über seine raschen Fortschritte. "Niemand hätte von mir erwartet, dass ich in den ersten Freien Training so schnell wäre - ich war selbst überrascht." In diesem Jahr konzentriert sich Bottas voll auf seine Testfahrerrolle beim Williams, Rennen fährt er nicht. Doch das soll sich spätestens 2013 ändern. "Als Rennfahrer will ich so schnell wie möglich ins Auto, ich hoffe, dass es im kommenden Jahr möglich ist. Dieses Jahr dient der Vorbereitung. Außerdem kann ich dem Team zeigen, dass ich es drauf habe." Auf Gerüchte, nach denen er schon in dieser Saison Bruno Senna im Renncockpit ablösen könnte, gibt Bottas jedoch nicht. "Nein, das ändert für mich nichts. Mein Ziel ist das Gleiche: Ich möchte dazulernen und an jedem Wochenende ein besserer Fahrer werden." Bereits am fünften Rennwochenende mit seinem Team hatte Bottas erstmal Grund zum Feiern. Der Sieg von Pastor Maldonado in Barcelona sorgte auch beim 22-Jährigen für Begeisterung. "Das war ein großartiges Gefühl. Ich sehe, wie hart sie arbeiten, es war ein hochverdienter Sieg. Natürlich war es auch für uns eine große Überraschung, niemand hätte das erwartet. So etwas habe ich noch nie erlebt. Nach dem Fallen der Zielflagge haben alle in die Hände geklatscht und sich umarmt. Das war ganz speziell." Sein Debüt im Formel-1-Auto gab der Finne im vergangenen Jahr beim Young-Driver-Test in Abu Dhabi. In dieser Saison können die Teams wählen, ob sie diesen Test nach dem Rennen in Silverstone oder gegen Ende der Saison nach dem Grand Prix von Abu Dhabi fahren wollen. Bottas würde sich für Letzteres entscheiden. "Wenn du in einer anderen Serie fährst, wäre es besser, wenn der Test am Ende der Saison wäre. Dann kommt es nicht zu Terminüberschneidungen."
Hamilton (rechts) hat von seinem Freund Rosberg einen neuen Eindruck gewonnen Zoom © xpbimages.com
Nico Rosberg verteidigte sich in Bahrain hart gegen Lewis Hamilton und Fernando Alonso, wurde dafür von den Rennkommissaren aber nicht sanktioniert. Hat er die Manöver unternommen, um das Vorurteil, er sei leicht zu überholen, zu zerstreuen? "Mir war das gar nicht bewusst", kommentiert Rosberg diese gewagte Spekulation gegenüber 'Autosport'. "Ich war eigentlich ganz zufrieden damit, wie ich in Bahrain Konkurrenten hinter mir gehalten habe", so der Wiesbadener weiter. Hamilton, ein Freund und Weggefährte Rosbergs, weiß, dass Fahrer in der Königsklasse durchaus einzuordnen sind. "Einige Piloten sind wirklich einfach zu überholen. Du weißt, das es kein Problem sein wird", meint der Brite, dem selbst wenig Scheu vor riskanten Manövern nachgesagt wird. "Bei anderen überlegst du dann, nicht anzugreifen, weil du weist, dass sie dir keinen Platz lassen", bemerkt der McLaren-Star. Ihr unbeabsichtigte Wirkung haben die Manöver Rosbergs jedenfalls nicht verfehlt. "Um ehrlich zu sein, hatte ich einen anderen Eindruck von Nicos Fahrweise bis zum Rennen in Bahrain. Danach hat er sich verändert", meint Hamilton. Der erste Sieg in der Formel 1 habe nichts mit der veränderten Gangart zu tun, betont Rosberg: "Es ist eine wunderbare Erinnerung und vielleicht bringt sie etwas mehr Motivation, weil ich sie wiederholen möchte", sagt er. Der Mercedes-Pilot begründet: "Ich war ja zuvor nicht von der Rolle. Ich war in einer sehr guten Position und davon überzeugt, dass der Sieg eines Tages kommen würde", so Rosberg. Am Ende der Fahnenstange sieht der 26-Jährige sich und sein Team aber noch lange nicht angekommen. "Der Grand-Prix-Erfolg war nicht unser Ziel. Unser Ziel ist es nach wie vor, die Besten zu sein", gibt er sich selbstbewusst.
Michael Schumacher und Norbert Haug besuchten Lukas Podolski im Trainingslager Zoom © Mercedes-Benz
Prominenten Besuch bekam gestern Morgen die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in ihrem Trainingslager im südfranzösischen Tourrettes. Die beiden Formel-1-Stars Michael Schumacher und Nico Rosberg waren wegen des Formel-1-Rennens in Monaco ebenfalls an der Cote d'Azur und haben den Jungs von Bundestrainer Joachim Löw für die EM in Polen und der Ukraine alles Gute gewünscht. Schumacher und Rosberg haben sich nebenbei auch noch als "Taxifahrer" betätigt und vier Spieler - sehr schnell - zum Training gefahren. Dass es dabei zu der Traumkonstellation der beiden "kölschen Jung" Schumi und Poldi kommen wird, war so gut wie sicher. Kaum war Schumi vor dem Mannschaftshotel vorgefahren, saß Lukas Podolski auch schon auf dem Beifahrersitz. Dabei waren natürlich der 1.FC Köln und der Abstieg aus der Fußball-Bundesliga sowie der Wechsel von "Prinz Poldi" zum englischen Club FC Arsenal das Hauptgesprächsthema. "Normal, wie das in Kölle nun mal so abgeht." Michael Schumacher "Normal, wie das in Kölle nun mal so abgeht", sagt Schumacher. "Ich bin zwar FC-Fan, und ich glaube Poldi wird den FC auch immer im Herzen bei sich tragen. Aber dennoch, der Sport ist der Sport, und jeder muss glaube ich seinen Weg gehen. Ich bin absolut sicher, dass das, was Poldi entschieden hat, das Richtige für ihn ist. Insofern werden wir in Zukunft dann eben Arsenal die Daumen drücken. Aber wir können auch Köln weiterhin die Daumen drücken." Podolski und seine Nationalmannschaftskollegen wollen nach zwei Niederlagen gegen Spanien bei großen Turnieren in diesem Jahr in Polen und der Ukraine endlich ein Turnier als Sieger beenden. "Auf jeden Fall ist unser Ziel der Titel", sagt Podolski, der sich dafür auch gerne bei seinem prominenten Chauffeur Ratschläge holt. "Michael hat ja schon sieben, was überragend ist. Den einen oder anderen Tipp hat er vielleicht, den er uns geben kann, wie man am Ende die letzten Prozent herausholen kann, damit wir nicht nur ins Halbfinale und Finale kommen, sondern auch am Ende den Titel in der Hand haben." Der Besuch der beiden Formel-1-Stars war für die Nationalspieler eine willkommen Abwechslung vom Trainingsalltag. "Klar, auf jeden Fall! Ich denke, wenn man jeden Tag zweimal Training hat und immer unterwegs ist, dann ist das Super", sagt Podolski. Auf die Frage, was Schumacher im Auto besser könne als er, antwortet der Fußballer: "Alles. War die einzige Antwort, die man geben kann." Dieser gab das Lob zurück und war zufrieden mit seinem fachkundigen Beifahrer: "Er war voll mit dabei und hat Anweisungen gegeben", sagt Schumacher. "Die Technik geht ja immer weiter bei den Autos. Das haben wir gerade besprochen, es gibt auch keine Handbremse wie früher, sondern einen Hebel an der Seite. Die Technik ist schon weit fortgeschritten. - Leider zu weit für den Spaß", bedauert der 43-Jährige.
Michael Schumacher und Mercedes nehmen in Monaco Kurs auf gute Resultate Zoom © xpbimages.com
Wie stark ist Mercedes beim Stadtrennen in Monte Carlo? Eine Antwort auf diese Frage kann Ross Brawn derzeit noch nicht geben. Der britische Teamchef des deutschen Werksteams zeigt sich aber recht zuversichtlich, dass Nico Rosberg und Michael Schumacher im Fürstentum an der Côte d'Azur eine gute Leistung erbringen können. Allerdings nur sofern Mercedes dort keine Fehler unterlaufen. "Wir haben zwei großartige Fahrer und unser Auto ist ebenfalls ziemlich gut, denken wir. Wir müssen aber alles richtig hinbekommen. Es geht darum, ein Programm zu haben, das von Donnerstag bis Sonntag flüssig läuft. Alles hat nämlich eine Konsequenz", sagt Brawn bei 'Autosport'. "Machst du etwas falsch, verlierst du Streckenzeit. Das rächt sich. Du musst also von Anfang an am Ball bleiben." "Und wenn du auf der Strecke bist, bekommst du automatisch mit, wie sich der Kurs entwickelt. Wenn wir also ein gutes Wochenende haben, sollten wir konkurrenzfähig sein", erklärt Brawn. Die Reifen von Pirelli nehmen dabei offenbar einmal mehr eine Schlüsselrolle ein, doch auch die Abstimmung des Fahrzeugs könnte sich entscheidend auswirken. Kann Mercedes da seine Stärken ausspielen? Brawn zeigt sich vorsichtig optimistisch: "Wir waren bisher generell im langsamen und mittelschnellen Bereich der Strecken besser als im richtig schnellen Bereich. Die Teams gehen beim Setup aber auch unterschiedliche Kompromisse ein. Hier werden jedoch alle auf geringe bis mittlere Geschwindigkeiten getrimmt sein. Unser Vorteil ist deshalb vielleicht nicht so groß, weil sich alle darauf einstellen."
Geplatzter Traum: So hätte die Formel-1-Strecke auf Mallorca aussehen sollen © Gabriel Palmer
Bereits Ende vergangenen Jahres deutete sich an, dass es mit einem Formel-1-Grand-Prix auf Mallorca wohl nichts werden würde, doch nun scheint das Projekt endgültig gestorben zu sein. Stolperstein bleibt weiterhin die fehlende Unterstützung des Inselrats, der die potenziellen Investoren dazu bewogen hat, ihren Plan zu begraben. Rund 200 Millionen Euro hätten für die angeblich bis zu 92.000 Zuschauer fassende Rennstrecke neben der Autobahn zwischen der Gemeinde Llucmajor und der Hauptstadt Palma de Mallorca gekostet, doch die Kosten wären komplett privat getragen worden. Daher war es dem Bürgermeister von Llucmajor ein großes Anliegen, das prestigeträchtige Projekt umzusetzen. Auch Bernie Ecclestone soll die bei einem persönlichen Treffen präsentierte Idee eines "Holiday-Grand-Prix" gefallen haben. Doch ohne Zustimmung des Inselrats lässt sich das Projekt nicht verwirklichen, weil die Gemeinden auf Mallorca außerhalb der besiedelten Gebiete nicht berechtigt sind, Bauvorhaben autonom durchzusetzen. Aufgrund dieser Pattsituation haben sich die Investoren laut 'Mallorca Zeitung' zurückgezogen - sehr zum Leidwesen von Llucmajors Bürgermeister Joan Jaume, der treibenden Kraft hinter dem Projekt.
Die Zeit der Alleinherrschaft ist vorbei: Williams gibt sich heute als Teamplayer Zoom © Williams
Lange Zeit war Frank Williams eine der prägenden Figuren der Formel 1. Mit nachlassendem sportlichen Erfolg verschwand er nicht von der Bildfläche, doch es rückten andere Charakterköpfe in den Vordergrund. Für den Teamchef, der kürzlich seinen 70. Geburtstag feierte, waren Grand-Prix-Siege schon kein Thema mehr. "Ich hatte keine Angst. Es war eher eine stärker und stärker werdende Verlegenheit", blickt Williams im Gespräch mit dem 'Telegraph' auf die Durststrecke zurück. Es schien ein schleichender Untergang zu sein: "Als die Jahre ins Land gingen, begannen wir zu verschwinden", erzählt Williams über die Jahre seit 2004, als ihm und seiner Mannschaft keine Siege mehr gelangen. Depressionen bereitete ihm das nicht: "Ich kann nicht behaupten, dass ich wochenlang im Bett gelegen und mir deswegen Gedanken gemacht hätte. Glücklicherweise kamen fähigere Leute als ich und räumten die Probleme aus", so Williams. Fähige Leute wie Adam Parr, der das Team vor wenigen Wochen unter kontroversen Umständen verließ. Williams schüttet Lob über seinem ehemaligen Mitarbeiter aus: "Er ist ein wahnsinnig kluger Kopf und ich habe oft mit ihm gesprochen. Er war Feuer und Flamme für das Team und hat seinen Anteil am Erfolg." Denn es sei Parr gewesen, der Personal wie Mike Coughlan, Jason Somerville oder Ed Wood verpflichtete. Williams glaubt daran, den Ex-Geschäftsführer bald wieder in der Formel 1 zu sehen, "möglicherweise in einer kommerziellen Funktion". Ebenfalls nicht mehr Teil des Teams ist Co-Gründer Patrick Head, der die Mannschaft im Winter verließ. "Er war schon etwas neidisch, nicht Teil des Sieges gewesen zu sein", bemerkt Williams schmunzelnd und würdigt die Leitung seines langjährigen Weggefährten. "Aber er hat ja das Fundament gelegt." Er glaube an einen weiteren Sieg für Williams, gibt sich Sir Frank überzeugt: "Barcelona mag eine Überraschung gewesen sein, aber wir wussten, dass wir uns im Vorfeld verbessert hatten. Das Auto hat eine gute Balance", sagt er. Williams weiß genau, was er an seinem venezolanischen Piloten hat. "Und die größte Überraschung ist, dass Maldo (Pastor Maldonado, Anm. d. Red.) sehr, sehr konkurrenzfähig ist. Er bringt eine Menge Sponsorengelder mit."
Monisha Kaltenborn hat einen guten Draht zu Formel-1-Boss Bernie Ecclestone Zoom © xpbimages.com
(Motorsport-Total.com/SID) - Monisha Kaltenborn atmet tief durch. Die mächtigste Frau der Formel 1? "Machtspiele überlasse ich gerne anderen", sagt sie. Und man glaubt es ihr. Obwohl sie ohne Zweifel die mächtigste Frau der Formel 1 und zudem noch ehrgeizig und zielstrebig ist, spielte auf dem Weg nach oben das Streben nach Macht eine Nebenrolle. Kaltenborn lernte das Geschäft in der Männer- und Machowelt Formel 1 von der Pike auf. "Ich konnte langsam reinwachsen", sagt die 41-Jährige, die seit 2010 Vorstandsvorsitzende bei Sauber ist, in der vergangenen Woche ein Drittel der Anteile übernahm und in naher Zukunft Teamchefin werden wird. Dass alles Schritt für Schritt vor sich ging, half auch, Vorbehalte abzubauen. Heute hat längst keiner der harten Männer mehr Probleme, sich mit ihr an den Verhandlungstisch zu setzen. "Bei Herrn Ecclestone ist das ohnehin kein Thema", sagt sie über den 81 Jahre alten Formel-1-Boss: "Er hat immer schon Frauen wichtige Themen anvertraut." Vertrauen ist auch das wichtigste Wort für Peter Sauber. Der Schweizer leitet seit 40 Jahren seine Teams im Motorsport, er hat Michael Schumacher in die Formel 1 gebracht. Nun, mit 68, sieht er den Zeitpunkt gekommen, seine Nachfolge zu regeln. "Es ist wichtig, dass man die Zukunft aktiv plant", sagt er: "Nicht, dass in einem gewissen Alter der Zeitpunkt kommt, an dem die Ereignisse die Zukunft diktieren." Sauber-Nachfolge beschlossene SacheWann Kaltenborn das Team übernimmt, ist noch nicht klar. "Den Zeitpunkt lassen wir offen. Wir stehen nicht unter Zeitdruck, und ich gehe noch nicht auf Krücken", sagt Sauber schmunzelnd. Dass Kaltenborn die Chefin wird, ist aber beschlossene Sache. Und es wird bald sein. Mit 70 wolle er nicht mehr an der Boxenmauer stehen, sagt Sauber. Das wäre im Oktober 2013. Doch warum gerade sie? "Es ist sehr schwer, jemanden zu finden, der ein Team leiten kann", sagt Sauber: "Mit Monisha arbeite ich seit vielen Jahren zusammen. Sie ist vertraut mit allen wichtigen Dingen in der Formel 1 und hat sich in allen Bereichen bewährt." Bevor die beiden 1998 erstmals zusammentrafen, hatte die damals 27 Jahre alte Kaltenborn schon viel erlebt. Als Monisha Narang wurde sie 1971 in Dehradun im Norden Indiens geboren und besuchte zunächst ein renommiertes Mädcheninternat. Im Alter von acht Jahren wanderte sie mit ihren Eltern, die einen Zweiradbetrieb führen, aus. Sie landeten in Österreich, weil der Onkel ihres Vaters dort in der Atombehörde arbeitete. Monisha studierte in Wien und London Jura, arbeitete zunächst in Stuttgart, wo sie den Deutschen Jens Kaltenborn kennenlernt und später nach Hindu-Ritus am Fuße des Himalaya heiratete. Sie wechselte nach Liechtenstein und arbeitete für die Fritz-Kaiser-Gruppe - und rutschte so in die Formel 1. Ihr Arbeitgeber war Teilhaber bei Sauber, Kaltenborn als Juristin zuständig für das Engagement im Motorsport. Als sich Kaiser zurückzog, wechselte sie 2000 zu Sauber. Zunächst übernahm sie die Rechtsabteilung, 2001 wurde sie Mitglied der Geschäftsführung. In den Ausschüssen bewährte sie sich schnell. Sie saugte alles in sich auf, überzeugte durch ihre Sachlichkeit und Fachkenntnis. Beim Zustandekommen des Concorde Agreements, der Verfassung der Formel 1, spielte sie eine wichtige Rolle. Für ein anderes Team als Sauber hat Kaltenborn, sieht man einmal von den unterschiedlichen Kooperationen ab, nie gearbeitet. Sie identifiziert sich mit ihrem Rennstall. "Ich habe mich vom ersten Tag an wohlgefühlt", sagt sie. Peter Sauber und sie seien "sehr unterschiedlich, aber wir teilen die gleichen Werte und stimmen in den wichtigsten Dingen überein. Peter ist nicht nur der Gründer, er hat das Team mit seiner Persönlichkeit geprägt." In seinem Sinne und mit eigenen Ideen will sie das Team bald komplett führen. "Fair und konsequent" seien ihre wichtigsten Maximen, sagt sie. Ihr Leitsatz: "Keine Fehler machen. Und wenn doch, daraus lernen." Sie lebt danach. So etwas imponiert. Auch als Frau in der Männerwelt Formel 1.
Peter Brabeck-Letmathe soll in Zukunft zusätzliche Formel-1-Aktien erhalten Zoom © xpb.cc
Der österreichische Spitzenmanager Peter Brabeck-Letmathe ist als Vorsitzender der neuen Formel-1-AG vorgesehen, die noch diesen Sommer an der Börse Singapur emittiert werden soll. Damit einher geht nicht nur ein operativer Machtgewinn für Brabeck-Letmathe, sondern aktuellen Medienberichten zufolge wird er auch ein zusätzliches Aktienpaket erhalten. Schon jetzt kontrolliert Brabeck-Letmathe 0,3 Prozent der obersten Formel-1-Holding Delta Topco, deren Werte im Zuge des Initial Public Offering (IPO) an die Börse gebracht werden sollen. Durch den IPO, so berichtet 'Pitpass' übereinstimmend mit anderen englischsprachigen Medien, soll sein Anteil auf 0,5 Prozent erhöht werden. Vermutlich würden die zusätzlichen 0,2 Prozent aus den Anteilen von Mehrheitseigentümer CVC Capital Partners kommen. Erst kürzlich hat CVC insgesamt 21,3 Prozent der Anteile an drei milliardenschwere Investmentgesellschaften verkauft. Der Kaufpreis lag bei umgerechnet insgesamt 1,257 Milliarden Euro, was den Wert des gesamten Formel-1-Imperiums auf rund sechs Milliarden Euro festlegt. Das wiederum bedeutet, dass Brabeck-Letmathes 0,5 Prozent geschätzte 300 Millionen Euro wert wären. Allerdings ist anzunehmen, dass der Verwaltungsrats-Präsident des Lebensmittelkonzerns Nestle seine Aktien nicht einfach jederzeit verkaufen darf, sondern für einen gewissen Zeitraum gebunden ist. Außerdem berichtet der 'Sky'-Wirtschaftsblogger Mark Kleinman, dass Brabeck-Letmathe die zusätzlichen 0,2 Prozent nicht geschenkt bekommt, sondern dafür zumindest eine einstellige Millionensumme auf den Tisch legen muss. Definitiv keine geschenkten Formel-1-Aktien wird es für die Teams geben. Zunächst hatte es ja geheißen, Ferrari soll im Zuge der Concorde-Verhandlungen nicht nur einen Sitz im Vorstand, sondern auch Aktien erhalten. Aber: "Die Teams können Anteile kaufen, aber wir werden sie ihnen nicht einfach geben", stellt Ecclestone gegenüber 'Pitpass' klar.
Lewis Hamilton will in Monaco nicht nur im Training schnell sein Zoom © xpbimages.com
Fünf Sieger in fünf Rennen, doch der Weltmeister von 2008 gehört nicht dazu. Lewis Hamilton möchte die guten Trainingsleistungen endlich im Rennen umsetzen und sich und seinem Team damit ein Erfolgserlebnis bescheren. Im Interview spricht der McLaren-Pilot außerdem über die "Faszination Monaco" und seine Erwartungen für das Wochenende. Außerdem erklärt er, auf wen er am Sonntag sein Geld setzen würde und beantwortet die Frage, ob ein Sieg in Monaco besser als Sex ist. Frage: "Lewis, im letzten Rennen warst du Achter, was sicherlich nicht deinen Vorstellungen entspricht. Ich kann mir vorstellen, dass du das an diesem Wochenende ändern möchtest." Lewis Hamilton: "Ich hoffe es. Es ist toll, hier zu sein. Du wachst in deinem eigenen Bett auf, musst nur die Straße runter fahren und bist bei der Arbeit. Ich bin schon so oft um die Strecke gegangen, es ist einfach großartig hier. Ich hoffe, es wird ein positives Wochenende für das Team. Im letzten Rennen war ich nur Achter, aber wir haben bisher jedes Rennen in den Punkten beendet. Das müssen wir zunächst fortsetzen, der Sieg wird dann irgendwann kommen." Frage: "Es ist bisher eine merkwürdige Saison, aber sicherlich eine sehr unterhaltsame für die Formel-1-Fans zu Hause. Was siehst du das, wenn an jedem Wochenende ein anderer Fahrer gewinnt und einige der großen Namen noch sehnsüchtig auf einen Sieg warten?" Hamilton: "In diesem Jahr ist die Chance auch für unbekanntere Fahrer groß, ein Rennen zu gewinnen. Für die Fans ist das großartig und auch für die Fahrer. Als Team waren wir an den meisten Wochenenden die schnellsten, wir haben es nur nicht umsetzen können. Aber ich hoffe, dass sich die Situation beruhigt, sobald alle die Reifen besser verstehen. Dann werden die Ergebnisse etwas konstanter sein. Ich hoffe, dass diese Entwicklung schon an diesem Wochenende beginnt." Achterbahn Monaco"Es ist der Wahnsinn." Lewis Hamilton Frage: "Kannst du aus der Sicht des Fahrers beschreiben, wie es sich anfühlt, hier zu fahren?" Hamilton: "So richtig kann man das nicht beschreiben. Es ist wie auf einer Achterbahn. Es gibt wahrscheinlich keine Achterbahn auf der Welt, die nur annähernd das gleiche Gefühl vermitteln kann. Es ist der Wahnsinn. Wir fahren hier zwischen den Leitplanken, nahe an den Leute vorbei, es ist sehr wellig. Es kommt hier vor allem auf das Gefühl an, die Kontrolle über das Auto. Du darfst dich nicht von deinen Gefühlen überwältigen lassen und musst sie unter Kontrolle haben. Manche Leute sprechen von einer Art außerkörperlichen Erfahrung." "Ich weiß nicht, ob ich so weit gehen würde. Hinzu kommen die Atmosphäre und die Geschichte dieser tollen Strecke. Hier haben die Größten gewonnen. Bevor ich in die Formel 1 kam, habe ich versucht mir vorzustellen, wie es sein wird, hier im Formel 1 zu fahren. Keine der anderen Klassen kommt auch nur annähernd vergleichbar. Wenn jemand versucht, sich das vorzustellen, dann verschwendet er seine Zeit. Man kann es sich nicht vorstellen." Frage: "Es ist für dich ein Heim-Grand-Prix. Was magst du besonders an diesem Rennen?" Hamilton: "Alles Fahrer lieben Monaco, was vor allem daran liegt, dass es die herausforderndste Strecke ist. Nicht körperlich, aber mental ist es die schwierigste Strecke. Sie ist die technischste, fahrerisch die herausforderndste, es ist phänomenal."
Frage: "In den bisherigen Rennen hattest du oftmals kein Glück. Glaubst du, dass sich das an diesem Wochenende ändert?" Hamilton: "Ich hoffe es, aber diesen Grand Prix zu gewinnen, ist sehr schwierig. Du kannst hier nicht überholen, das Qualifying entscheidend. Im vergangenen Jahr waren wir hier die Schnellsten, aber nach der roten Flagge in Q3 verlief das Wochenende katastrophal. Hier ist alles möglich. Das Wetter kann sich jederzeit ändern. In diesem Jahr werden die Reifen und die Strategie vielleicht noch etwas mehr ins Spiel kommen. Ich weiß nicht, was ich erwarten soll, aber ich bin auf alle vorbereitet. Ich konzentriere mich auf meine Arbeit, werde Druck machen, und irgendwann werden wir hoffentlich für die harte Arbeit belohnt." Frage: "Lass uns über die Strategie sprechen. In welchem Maße legst du die Strategie vor dem Rennen fest, und in wieweit reagierst du während des Rennens auf die Geschehnisse auf der Strecke? Vor allem in Hinblick auf die Reifen." Hamilton: "Die Strategie wird immer im Laufe des Wochenendes festgelegt. Wir haben Leute, die das analysieren. Sie beobachten die Reifen, die Entwicklung der Rennstrecke, schauen auf die Zeiten der Longruns während der Trainings. Wir versuchen herauszulesen, wie viel Benzin die Fahrer an Bord hatten." "Und vor dem Qualifying fällt dann die Entscheidung, ob wir einen oder zwei Stopps machen. Drei Stopps sind manchmal drei Sekunden langsamer als zwei Stopps, auf einer anderen Strecke sind es neun Sekunden oder umgekehrt. Wenn sie sagen, wir machen zwei Stopps, bedeutet das für mich, dass es drei Stopps werden, denn ich nehme die Reifen härter ran. Im vorherigen Rennen war es einmal anders, da habe ich nur zwei Stopps gemacht."
Frage: "In diesem Jahr sprechen alle über die Reifen. Wie groß ist dieser Einfluss für dich. Wie sehr musstest du deinen Fahrstil anpassen?" Hamilton: "Zu Beginn des Rennens weißt du nie, wie hart du pushen sollst. Wenn du um eine Position kämpfst, hängst du manchmal rundenlang hinter einem Auto und ruinierst dir dabei dir Reifen. Aber du kannst auch nicht einfach an die Box fahren, sondern, musst weiter Druck machen. Wenn du das Rennen anführst, passt du deine Geschwindigkeit dem Verfolger an und versuchst die Lücke konstant zu halten." "Wenn dir das gelingt, kannst du deine Reifen schonen. In Barcelona hat mich Jenson im letzten Stint unter Druck gesetzt, aber ich wusste, dass seine Reifen bald abbauen würden. Denn er war die ganze Zeit in meinem Windschatten und ich war schon am Limit, daher wusste ich, dass er es übertreibt. So viele Faktoren spielen eine Rolle, aber der Fahrstil macht schon einen großen Unterschied." "Brauche niemanden, der mir Druck macht"Frage: "Wie wichtig ist es, einen Teamkollegen zu haben, der dir so viel Druck macht wie Jenson?" Hamilton: "Das ist immer wichtig, vor allem für das Team. Wenn ich ins Auto steige, fahre ich ohnehin am Limit, ich brauche niemanden, der mir zusätzlichen Druck macht. Aber du kannst immer etwas dazulernen. Wenn dein Teamkollege in einer Passage schneller ist, kannst du dir seine Daten ansehen, um die Zeit zu finden. Für das Team ist es bei der Weiterentwicklung gut, wenn beide Autos gleich schnell sind." Frage: "Es ist eine sehr abwechslungsreiche Saison mit fünf unterschiedlichen Siegern in fünf Rennen. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass der Zufall den Sieger bestimmt. Wie zuversichtlich bist du, dass dir an diesem Wochenende der erste Sieg gelingt?" Hamilton: "Das weiß ich nicht. Vielleicht könnte uns der Zufall auch helfen, denn wir hatten in den vorherigen Rennen etwas Pech. Wir waren im Qualifying oft gut, haben ein gutes Auto, aber im Rennen ist es dann nicht für uns gelaufen. Manchmal haben wir es auch selbst verbockt, aber oft hat es einfach nicht gepasst. Ich hoffe, dass uns das an diesem Wochenende gelingt, allerdings ist es hier eine Lotterie, vor allem wenn es regnet. Du musst konzentrierter als sonst sein und zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein." "Ich hätte mir Konstanz bei besseren Ergebnissen gewünscht." Lewis Hamilton Frage: "Du bist einer von zwei Fahrern, die bisher in allen Rennen Punkte gewonnen haben. Du hast vor der Saison gesagt, dass du konstant sein willst, offensichtlich ist dir das gelungen." Hamilton: "Ja, aber ich hätte mir Konstanz bei besseren Ergebnissen gewünscht. Aber ich kann mich nicht beschweren, ich habe zumindest in jedem Rennen Punkte geholt. Das ist das Wichtigste. Man muss sich Prioritäten setzen. In jedem Rennen Punkte zu gewinnen, ist die Grundlage. Dadurch sind wir weiterhin im Kampf um die WM mit dabei." Frage: "Und an diesem Wochenende folgt dann der Sieg?" Hamilton: "Das wäre schön. Ich gebe die Hoffnung nicht auf. Und ich werde alles geben, um mich auf der Strecke oder bei der Strategie, den Boxenstopps zu verbessern." Frage: "Alle Fahrer sagen, dass es etwas Besonderes ist, hier zu fahren. Was macht den Unterschied aus?" Hamilton: "Du hast um die Strecke herum keine Wiese oder Auslaufzonen, sondern überall Barrieren. Es gibt nur dich, den Asphalt und die Leitplanken. Deshalb ist die Herausforderung so groß. Es ist auf der einen Seite beängstigend, auf der anderen Seite macht es aber auch Spaß." "Ayrton war der Beste"Frage: "Ayrton Senna hat hier öfter als jeder andere gewonnen, es muss also auch für ihn eine besondere Strecke gewesen sein. Er war einer deiner Idole, wie denkst du darüber?" Hamilton: "Ayrton war der beste Fahrer aller Zeiten. Und auf dieser Strecke macht der Fahrer den Unterscheid. Das Auto spielt zwar auch eine Rolle, aber generell macht der Fahrer hier den großen Unterschied aus. Die besseren Fahrer haben hier in der Vergangenheit öfter gewonnen. Und er war nun einemal einer der Besten. Er hat hier im Trocknen und auch im Regen gewonnen." Frage: "Bei diesem Rennen braucht man auch ein wenig Glück. Hast du einen Glücksbringer?" Hamilton: "Nein, aber vielleicht sollte ich mir einen zulegen. Ich habe bisher noch keinen Glücksbringer und hatte wenig Glück. Aber ehrlich gesagt glaube ich nicht daran." Frage: "Hier auf der Pole zu stehen und zu gewinnen, ist das besser als Sex?" Hamilton: "Darauf war ich jetzt nicht vorbereitet. Wie du dir vorstellen kannst, habe ich schon mit einigen wunderschönen Frauen geschlafen." "Hier kannst du zeigen, was du drauf hast." Lewis Hamilton Frage: "Kannst du das Gefühl für den Fahrer beschreiben?" Hamilton: "Jeder weiß, dass dies ein spezieller Ort ist. Du fährst direkt am Meer durch einen historischen Hafen. Du fährst mit hoher Geschwindigkeit dicht an den Leitplanken entlang. Du siehst nicht, was hinter der Kurve auf dich wartet. Das ist eine Herausforderung, die jeder Fahrer gerne annimmt. Hier kannst du zeigen, was du drauf hast. Hier mehr, als anderswo." Frage: "Was erwartest du hier von den Reifen?" Hamilton: "Wahrscheinlich genau so viel wie du, keine Ahnung. Ich glaube, ich bin in dieser Saison noch nicht mit den superweichen Reifen gefahren. Wir wissen nicht, ob jede Mischung die gleiche Charakteristik hat, das werden wir an diesem Wochenende herausfinden. Aber ich hoffe es, denn in den vergangenen Rennen sind wir mit den Reifen gut zurechtgekommen." Frage: "Wenn ich dir zehn Euro geben würde, auf wen würdest du die am Sonntag setzen?" Hamilton: "Ich bin nicht gut beim Wetten, daher würde ich sie lieber einstecken und mir etwas zu essen davon kaufen. Ich würde es auf den Typen mit der Startnummer eins setzen. Vielleicht Sebastian." Frage: "Wäre ein gutes Ergebnis hier Wiedergutmachung für die vergangenen Rennen?" Hamilton: "Hier zu gewinnen, bedeutet den Fahrern mehr als auf jeder anderen Strecke. Wenn du hier siegst, wird man sich immer an dich erinnern. Es gab Fahrer, die mit einem überlegenen Auto gewonnen haben, aber in diesem Jahr sind alle sehr dicht zusammen. Das macht es noch aufregender, denn du musst noch präziser fahren. Es gab so viele unterschiedliche Sieger, die Chance auf eine Sieg ist offenbar größer als je zuvor. Der beste Fahrer muss also die beste Arbeit machen, aber auch das Team muss perfekt arbeiten." Frage: "Wenn man sich deine Rundenzeiten in Spanien ansieht, stellt man fest, dass du das Rennen hättest locker gewinnen können, wenn du von deiner ursprünglichen Position aus gestartet wärest." Hamilton: "Hätte, wäre, wenn zählt nicht. Maldonado hat einen tollen Job gemacht, ich ziehe den Hut vor ihm. Er war toll für ihn, sein Land und seine Familie. Wir haben das Tempo und wir verbessern uns stetig. Wir machen weniger Fehler, aber immer noch einige kleine. Hoffentlich können wir das an diesem Wochenende abstellen."
Mehr als ein kurzes Rollout war für Kimi Räikkönen nicht möglich Zoom © xpbimages.com
Guter Auftakt für Lotus: Romain Grosjean drehte zum Trainingsauftakt in Monaco am Donnerstagvormittag die zweitschnellste Runde. "Ich mag die Strecke, sie macht Spaß", meint der Franzose gegenüber der 'BBC' und lobt seinen E20. "Das Auto geht im Moment gut - mal sehen, was später noch möglich ist", blickt Grosjean voraus. Der amtierende GP2-Champion betont die Wichtigkeit, die das Mentale im Leitplanken-Dschungel an der Cote d'Azur spielt. "Du brauchst ein Auto, mit dem du zufrieden bist. In jedem Detail, weil es hier so einen großen Unterschied bedeutet", erklärt Grosjean. BBC-Experte Jaime Alguersuari sieht den Verlauf des Vormittags als nicht optimal für Lotus an, schließlich hatte Kimi Räikkönen ein Problem mit der Servolenkung und fuhr keine gezeitete Runde: "Ich denke, es war nicht die beste Session für Räikkönen. Besonders, nachdem er zwei Jahre lang nicht in der Formel 1 gefahren ist", schätzt der Pirelli-Testfahrer. Ohne dem zu große Bedeutung beizumessen: "Aber ich denke nicht, dass er Schwierigkeiten hat, seinen Rhythmus wiederzufinden. Er hat ein gutes Auto." Bliebe Räikkönen diszipliniert, sei nichts verloren, findet Alguersuari: "Er muss nur reif genug sein, um ohne ein Problem durch das zweite Freie Training zu kommen und viele Runden als Vorbereitung für den Samstag zu fahren", meint der Spanier. Mika Häkkinen hat Lotus jedenfalls auf der Rechnung: "Es sieht so aus, als wären sie hier wirklich stark, aber auch Nico Rosberg hat viel Selbstvertrauen", so der Finne. Alguersuari hat auch Sauber auf der Rechnung. "Sie haben einen großen Schritt nach vorne gemacht", meint der ehemalige Toro-Rosso-Pilot. "Die Formel 1 ist so umkämpft, dass Mittelfeld-Teams mit einer guten Strategie regelmäßig punkten können", analysiert Alguersuari.
Quelle: motorsport-total.com
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Monaco: Die große Chance für die kleinen Teams?
24.05.2012 - 10:25
Senna ist froh, in einem Formel-1-Auto nach Monaco zurückkehren zu dürfen Zoom © xpbimages.com
Senna und Monaco - diese Verbindung scheint in den Genen zu liegen, schließlich sagt ein erfreuter Bruno Senna nach dem Freien Training am Freitagnachmittag bei 'Sky Sports F1': "Es ist eine meiner Lieblingsstrecken." Auf einen motorsportlichen Besuch an der Cote d'Azur musste der Brasilianer, der das Renault-Cockpit in der vergangenen Saison erst im Herbst ergatterte, zwei Jahre warten. Die Wiedersehensfreude ist groß: "Schön, nach einer langen Zeit, in der ich hier nicht Formel 1 gefahren bin, zurückkehren zu können", meint Senna. Dass die Wetterbedingungen ziemlich wankelmütig waren, stört den 28-Jährigen nicht. "Am Nachmittag wollte sich der Regen nicht so wirklich entscheiden, ob er nun kommt oder nicht. Das hat es zu einer verrückten Session gemacht", erklärt er. Zuletzt raste Senna im Jahre 2010 durch das Fürstentum - damals noch auf Bridgestone-Pneus. "Mit den Pirelli-Reifen ist es eine ganz andere Erfahrung als damals im HRT", stellt er fest. Der Magie Monte Carlos kann sich der Träger eines großen Namens nicht entziehen. "Wenn du selbstbewusst und eins mit dem Autos bist, vergisst du alles um dich herum. Dann kommt die Rundenzeit ganz von alleine", schwärmt Senna. In der höchsten Nachwuchsklasse siegte der vor drei Jahren. "Ich erinnere mich noch gut an den GP2-Erfolg. Hoffentlich gelingt mir das ein weiteres Mal." Sechs Siege des berühmten Onkels Ayrton verpflichten: "Wir haben hier so viel Geschichte geschrieben. Glücklicherweise auch ich mit meinem GP2-Sieg - aber die Formel 1 ist das, was zählt", blickt Senna voraus.
Der große Sir Frank Williams kann seit dem Sieg in Barcelona wieder lachen Zoom © Williams
Mit 70 Jahren ist Frank Williams der älteste Teamchef der Formel 1, aber während der 68-jährige Peter Sauber schon seinen Rücktritt mit Jahresende angekündigt hat, will der an den Rollstuhl gefesselte Brite noch nicht loslassen. Zwar zieht er sich schrittweise aus dem Tagesgeschäft zurückziehen - ein Prozess, der bereits eingeleitet wurde -, aber vorerst möchte er weiterhin an der Spitze des Rennstalls bleiben. Dass er seinen Sitz im Vorstand an Tochter Claire übergeben hat, ändere "nichts", denn: "All die Einzelpersonen mit ihren aufgeteilten Verantwortungsbereichen machen einen super Job. Ich bin aber immer noch kontrollierender Mehrheitseigentümer und Teamchef", stellt Williams im Interview mit dem 'Telegraph' klar. "Jemand muss zu mir kommen und mir sagen: 'Frank, du vergisst zu viel' oder 'Frank, du stehst langsam im Weg'." Williams sieht die Zeit noch nicht gekommenDas sei momentan noch nicht der Fall, meint der liebevoll "Rollstuhlgeneral" genannte Brite und widerspricht damit Kritikern, die nur hinter vorgehaltener Hand flüstern, dass sein Gesundheitszustand schon bald einen Wechsel erforderlich machen könnte. Würdest du dann zurücktreten, Frank? "Wenn ich wirklich glauben würde, dass ich die Dinge aufhalte, dann ja", sagt er. "Aber ich glaube nicht, dass es schon so weit ist." Teamintern war Adam Parr derjenige, der in den vergangenen Jahren den besten Draht zu Williams hatte, aber der Vorstandsvorsitzende musste im Zuge der Concorde-Verhandlungen mit Bernie Ecclestone gehen. Die neue Garde um Claire Williams und Großaktionär Toto Wolff steht schon eher für die nächste Generation. Wolff freute sich zuletzt in Barcelona "rasend, dass Frank das miterleben kann". Gemeint war der erste Sieg seit acht Jahren. Auch sonst gönnt man Williams die Rückkehr auf die Siegerstraße. Viele sind der Meinung: Es wäre ein unwürdiger Abgang eines großen Mannes gewesen, wenn Williams bis zu seinem endgültigen Rücktritt jahrelang sieglos geblieben wäre. "Er ist einer der Besten in unserem Zirkus, ein harter Kerl, ein Kämpfer", lobt Gerhard Berger. "Wir haben alle riesigen Respekt vor ihm, sind alle Fans von ihm. Und wir alle haben ein bisschen gelitten, als er immer mehr ins Hintertreffen geraten ist." Berger freut sich auch für Landsmann WolffFranks Tochter Claire Williams im Gespräch mit Bernie Ecclestone © xpbimages.com "Den letzten Sieg habe ich ihm sehr gegönnt - und das auch noch zu seinem Geburtstag! Das war wirklich toll", sagt Berger. "Ich freue mich auch für Toto Wolff, der als Österreicher jetzt Miteigentümer in dem Team ist. Ich glaube, die sind auf einem guten Weg. Die machen in diesem Jahr schon die ganze Zeit eine gute Figur. Und Maldonado scheint ein Treffer zu sein. Aber dafür hatte Frank immer schon ein Näschen." Die Frage ist: Wie lange noch? Der Racing-Virus lässt den 70-Jährigen jedenfalls nicht los: "Ich bin immer noch renn- und geschwindigkeitsverrückt", gibt der seit einem Vierteljahrhundert querschnittgelähmte Gründer des dritterfolgreichsten Formel-1-Teams aller Zeiten zu. "Seitlich mit 140 km/h durch eine Kurve zu rutschen, packt mich. Die Weltmeisterschaft nicht zu gewinnen, ist eher Nebensache. Es geht mir ums Racing."
Gerhard Berger hat Pastor Maldonado auch in Monaco auf der Rechnung Zoom © xpbimages.com
Gerhard Berger übt zwar keine offizieller Funktion mehr in der Formel 1 aus, dennoch ist er ein gern gesehener Gast im Fahrerlager. An diesem Wochenende sind dabei die Wege für den Österreicher recht kurz, denn wie viele der Piloten lebt er in Monaco. Berger kennt die Formel 1 sowohl aus der Perspektive des Fahrers als auch aus dem Blickwinkel von der Boxengasse aus, wo er als Motorsport-Direktor von BMW und Mitinhaber von Toro Rosso am Kommandostand saß. Doch an ein Rennjahr wie 2012 kann sich der 52-Jährige spontan auch nicht erinnern. "Es ist bisher eine ganz besondere Saison. Bei jedem Rennen gibt es einen anderen Sieger", sagt Berger im Gespräch mit 'SkySportsF1'. "Wir sehen einen sehr starken Williams, einen starken Sauber, einen sehr konkurrenzfähigen Ferrari. Vettel und Alonso führen die WM an. Es ist eine völlig andere Saison als in den vergangenen Jahren." In einer ohnehin turbulenten Saison, in der die Vorhersage des Sieger vor dem Rennwochenende kaum möglich ist, folgt nun mit Monaco ein Grand Prix, der von sich aus schon unberechenbar ist. Auch Berger freut sich auf das Rennen an der Cote d'Azur. "Jetzt kommen wir hier nach Monaco und es wird sehr interessant sein zu sehen, war hier alles zusammenbekommt." Doch der Österreicher ist sich schon jetzt sicher, welche Piloten im Kampf um den Sieg eine Rolle spielen werden. "Alonso wird einer derjenigen sein, die um den Sieg mitkämpfen. Hamilton, Alonso, Rosberg, und auch Maldonado dürfen wir nicht vergessen. Er war mit jedem Auto schnell, mit dem er hier gefahren ist", erinnert Berger an Maldonados Glanzleistungen in der GP2. "Vielleicht wird er auch an diesem Wochenende wieder eine Rolle spielen." Beeindruckender ist für Berger aber einer der Piloten seines ehemaligen Teams. "Ein großer Faktor bei Ferrari ist Alonso", sagt der 52-Jährige. "Er ist einer der besten, wenn nicht sogar der beste Fahrer im Feld. Er macht einen unglaublichen Job. Er fährt ständig am Limit, egal ob im Freien Training, Qualifying oder im Rennen. Er ist eine Garantie für gute Resultate. Aber Ferrari hat einen Schritt nach vorne gemacht. Vor allem beim vergangenen Rennen, aber auch heute Morgen. Er ist in guter Form." Sein ehemaliger Schützling Sebastian Vettel, mit dem Berger 2008 in Monza den Sieg bei Toro Rosso feiert, sticht in dieser Saison trotz der Sieges in Bahrain nicht so heraus wie noch im Vorjahr. Für Berger eine Folge der aktuellen Entwicklung der Formel 1. "Eine dominierende Rolle gibt es in diesem Jahr nicht", sagt der Österreicher bei den deutschen Kollegen von 'Sky Sport'. "Aber letztendlich führt Sebastian immer noch in der Weltmeisterschaft." Daran wird sich nach Ansicht von Berger auch bis zum Ende der Saison nichts ändern. "Sie sind immer dabei und werden am Ende auch wieder mitkämpfen." Die unberechenbare Formel 1 2012, die bei manchem Beobachter für Verwirrung, sorgt bei Berger, der nurmehr die Rolle des Zuschauers innehat, für Begeisterung. "Für uns Fans ist es natürlich besser, wenn es knapper zugeht, als wenn einer vorne wegfährt."
Jean-Eric Vergne konnte seine "Angst" vor der Strecke schnell ablegen Zoom © xpbimages.com
Das Toro-Rosso-Team bezeichnete den ersten Tag zum Großen Preis von Monaco als "eher frustrierend". Zum einen musste man den Neulingen in erster Linie Fahrzeit auf der Strecke geben, sodass man nicht viel am Setup arbeiten konnte. Zum anderen kam natürlich noch das wechselhafte Wetter hinzu. Am Ende fuhr Jean-Eric Vergne auf Platz 16 der schnellsten Zeiten des Tages, 2,463 Sekunden hinter Jenson Button und 0,043 Sekunden vor Teamkollege Daniel Ricciardo, der Position 17 auf der Liste der schnellsten Zeiten belegt. "Für mich war es hier das erste Mal in einem Formel-1-Auto", so Vergne. "Ich habe es wirklich genossen. Da ich im vergangenen Jahr in der World Series in Monaco nicht besonders gut unterwegs war, war ich bezüglich des heutigen Tages ein wenig besorgt, auch wenn ich mich auf die neue Erfahrung freute und nicht wusste, was ich zu erwarten habe." "Meiner Meinung nach sieht meine Leistung im Vergleich zu der meines Teamkollegen gut aus, schließlich hat Daniel auf dieser Strecke zwei Rennen in der World Series gewonnen und er hat vergangenes Jahr im Formel-1-Auto etwas Trainingszeit gehabt. So gesehen bin ich ganz glücklich und habe das Gefühl, dass die Rundenzeit nicht wichtig war, besonders da ich in etwas Verkehr geriet und meine letzte Runde in der Boxengasse beendete." "Mit der Balance des Autos bin ich relativ zufrieden, welche wir noch etwas verfeinern können. Ich benötige jedoch noch etwas mehr Zeit, um mich selbst an den Kurs anzupassen, selbst wenn ich gern im Nassen gefahren bin. Ich fühle mich vorbereitet, egal, auf welche Bedingungen wir im Verlauf des restlichen Wochenendes treffen sollten." "Aufgrund des Wetters am Nachmittag liefen die Dinge nicht ganz so reibungslos, wie wir dies geplant hatten", so Ricciardo. "Wir waren nicht in der Lage, alles auszuprobieren, was wir uns erhofft hatten." "Es ist aus diesem Grund etwas frustrierend, besonders da wir morgen einen freien Tag haben. Ich würde es vorziehen zu fahren, aber es ist womöglich eine gute Sache, denn wir können wirklich darüber nachdenken, was wir brauchen, um nach vorne zu kommen." "Es gibt auch ein paar Gebiete, auf denen wir uns verbessern müssen, und ich bin mir sicher, dass sich unsere Leistung komplett verändern wird, wenn wir das in den Griff bekommen. Hoffentlich werden wir am Samstag ein gutes Qualifying haben." "Alles in allem war dies ein eher frustrierender Tag", so Chefingenieur Laurent Mekies. "Denn die Streckenbedingungen waren während der Einheit am Nachmittag ziemlich wechselhaft." "Angesichts der Tatsache, dass Daniel vergangenes Jahr lediglich im 1. Freien Training für uns gefahren ist und Jean-Eric hier noch nie in einem Formel-1-Auto unterwegs war, lag der Hauptfokus des Tages darauf, beiden Fahrern auf dieser einzigartigen Strecke so viel Zeit zu geben wie nur möglich."
"Aus diesem Grund waren wir am Vormittag die ersten, welche aus den Boxen fuhren, denn wir wollten sie in den richtigen Rhythmus bringen. Dieser Teil unseres Planes verlief erfolgreich. Sie schienen die Erfahrung genossen zu haben. Wir haben auch am Nachmittag trotz der wechselhaften Bedingungen versucht, jede Menge Runden zu fahren." "Aber alles in allem haben wir in Bezug auf die übliche Arbeit am Setup des Autos nicht so viel erreicht. Abgesehen davon hatten wir einen problemlosen Tag und die Fahrer leisteten sich keinerlei Fehler. Aufgrund des unglücklichen Zeitplans dieser Veranstaltung haben wir morgen einen ganzen Tag, an dem wir darüber nachdenken können, wie wir das Auto für den Rest des Wochenendes verbessern können."
Kamui Kobayashi ist mit seinem Sauber noch nicht restlos glücklich Zoom © xpbimages.com
Starker Trainingsauftakt in Monaco für das Sauber-Team. Während Sergio Perez im Gesamtergebnis auf den beachtlichen fünften Platz fuhr, kam Teamkollege Kamui Kobayashi, der kein Fan des engen Kurses im Fürstentum ist, immerhin auf den neunten Gesamtrang. Auf die Bestzeit von McLaren-Pilot Jenson Button fehlten ihm 1,292 Sekunden. Dennoch erlebte der Japaner, der in Spanien großartiger Fünfter wurde, keinen problemlosen Trainingsstart. Er klagt gegenüber 'Sky Sports' über mangelnden Abtrieb: "Ich verwende den gleichen Unterboden wie mein Teamkollege, aber im Vergleich zu ihm vermissen wir aus einem unbekannten Grund etwas Abtrieb. Aus diesem Grund hatten wir hier ein paar Probleme." Das Team wechselte daher auf den Ersatz-Unterboden. Auch die Umstände machen es dem Sauber-Piloten nicht leicht: "Die Strecke ist immer ziemlich schmutzig - es ist sehr rutschig. Daher ist es immer sehr schwierig, das richtige Setup zu finden, aber ich denke, dass es in Ordnung ist. Wir sind nicht so weit weg. Am Samstag werden wir dann sehen, was das Wetter macht. Die Streckenbedingungen sind hier an diesem Wochenende eine ziemliche Unbekannte - und das macht es sehr knifflig." Obwohl am Freitag für die Formel-1-Piloten Ruhetag ist, wurde Kobayashi von seinem Team eingeteilt: "Ich habe einen etwas seltsamen Zeitplan. Es gibt eine Autogrammstunde an der Strecke, was eine Überraschung ist. Ich muss also leider zur Strecke kommen." Obwohl er den Kurs nicht für eine wirkliche Formel-1-Strecke hält, kann er dem Rennen etwas abgewinnen: "In Monaco ist die Aufregung immer sehr groß - und das ist gut für die Formel 1."
Hat Fahrer noch nie mit Samthandschuhen angefasst: Frank Williams Zoom © xpbimages.com
Bruno Sennas Stuhl bei Williams wackelt nach dem Sieg von Pastor Maldonado beim Spanien-Grand-Prix bedenklich. Und der Teamchef rüttelt weiter am Sitz des Brasilianers: "Bruno muss jetzt antworten", zitiert die britische Tageszeitung "The Telegraph" Frank Williams und findet gewohnt deutliche Worte: "Maldos (Maldonados, Anm. d. Red.) Erfolg sollte für ihn ein Tritt in den Hintern sein." Williams, der sich von den starken Leitungen des Venezolaners überrascht zeigt, redet auch bei den Finanzen nicht lange um den heißen Brei herum. "Völlig unpolitisch, aber er bringt eine nützliche Menge an Sponsorengeldern mit." Insider beziffern diese "nützliche" Summe auf rund 30 Millionen britische Pfund, die Caracas staatlicher Ölkonzern PDVSA auf das Williams-Konto überweist. Die Maldonado zugeschriebene Favoritenrolle - er hat in Monaco mit Ausnahme der Königsklasse in allen Serien, die er gefahren ist, bereits gewonnen - will Williams nicht bestätigen. "Die Formel 1 ist böse. Wenn du den kleinsten Fehler machst, bist du tot. Es ist das beste, bescheiden zu sein", so Sir Frank.
Frank Williams wollte sein Team in der Notlage nicht im Stich lassen Zoom © Williams
Die Formel 1 gilt als zerstrittener Haufen. Missgunst und Misstrauen, Spionage und Tricksereien gehören im Fahrerlager zur Tagesordnung. Doch wenn es zu Katastrophen kommt, dann rückt die Königsklasse des Motorsports zusammen. Bestes Beispiel dafür ist der Feuerunfall in der Williams-Box, der das Sensationsteam nach dem Überraschungsteam hart getroffen hat. "Ich habe die Zeit nach dem Rennen genossen, war in der Garage und blieb stehen, um mit jemandem zu sprechen, als es zu meiner Rechten etwas zerrissen hat", erinnert sich Teamchef Frank Williams gegenüber dem 'Telegraph' an den folgenschweren Knall. "Sofort breiteten sich schwarze Rauchwolken aus." Eine brenzlige Situation für den Querschnitt-gelähmten Teamboss. Doch sein Betreuer reagierte rasch. "Schnell wie der Blitz wurde ich aus der Box gerollt", erzählt er. Dabei war ihm dies zunächst gar nicht recht: "Ich schrie: 'Michael, du musst verdammt noch mal stehenbleiben. Ich sollte eigentlich die Leitung übernehmen, und kann mich nicht einfach aus dem Staub machen." Williams wollte zurück in die BoxSein Betreuer folgte dem Befehl des Chefs und schob den "Rollstuhl-General" wieder in Richtung Box. "Aber ich konnte dort nicht viel tun", erkannte Williams. Doch was war passiert? Williams-Mitbesitzer Christian "Toto" Wolff gibt gegenüber 'Sky' Einblicke: "Eine Funkstation aus Plastik, wo die Funkgeräte dran hängen, ist geschmolzen und hat zu dieser Rauchentwicklung geführt." Die Ursache dafür ist noch immer nicht ganz klar, wie Wolff erklärt: "Es wird immer noch analysiert, aber vermutlich war es eine statische Entladung, wie sie jeden Tag passieren kann, wenn wir jemandem die Hand schütteln und wir einen Schlag kriegen. Diese statische Entladung hat Dämpfe entzündet, und dann ist ein Fass in die Luft geflogen. Das ist extrem unüblich, wie ich gehört habe, aber es kann passieren." Gesamtes Fahrerlager kämpfte gegen FlammenAls das Feuer ausbrach, half plötzlich fast gesamte Fahrerlager mit, eine Katastrophe zu verhindern. Mechaniker unterschiedlicher Teams nahmen ihre Feuerlöscher und bekämpften die Flammen. "Es gehört einiges an Mut dazu, sich da hineinzustürzen, vor allem, wenn es nicht einmal das eigene Team ist", zollt der Österreicher den Helfern seine Anerkennung. "Es zeigt, wie die Mannschaften da zusammenhalten. Das war das die schöne Seite an der Tragödie." Toto Wolff glaubt, dass es einen balalen Grund für den Unfall geben könnte © xpbimages.com Freilich hätte aber auch ihr eigenes Team betroffen sein können, hätte man das Feuer nicht unter Kontrolle gebracht. "Sie wussten, dass sie helfen müssen, denn sonst hätte das Feuer auch auf andere Boxen übergreifen können", meint Wolff. Inzwischen wird nur noch ein Williams-Teammitglied im Krankenhaus behandelt - der Mitarbeiter leidet an Verbrennungen an Händen und Füßen. "Er wird nächste Woche aus dem Krankenhaus entlassen - also sind wir mit dem Schrecken davongekommen", ist Wolff froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist. "Er hat einen starken Charakter", stellt Williams klar, dass es seinem Teammitglied den Umständen entsprechend gut geht. "Er wird zurückkommen, wenn es für ihn passt - in einem Monat oder zwei." Williams bedankt sich für HilfeAuch der 70-jährige Brite zeigt sich vom Zusammenhalt im Fahrerlager angetan: "Es hat mich sehr glücklich gemacht, als ich im Nachhinein gehört habe, dass jeder Feuerlöscher im Fahrer von fast jedem Team benutzt wurde. Die Reaktion war außergewöhnlich, wirklich überwältigend."
Damit war es aber nicht getan, denn auch nach dem gelöschten Brand zeigten die anderen Teams ihre Hilfsbereitschaft. "Alle Teams sagten zu mir: 'Was auch immer ihr braucht - wir werden euch helfen'", erinnert sich die lebende Formel-1-Legende. "Ich weiß nicht genau, was wir angenommen haben, aber ich habe darum gebeten, dass eine Liste angefertigt wird. Meine Hauptaufgabe in Monaco ist es, alle Teamchefs zu treffen, ihnen zu danken und zurückzuzahlen, was auch immer sie uns gegeben haben."
Jenson Button sicherte sich die Bestzeit am ersten Trainingstag in Monaco Zoom © xpbimages.com
Am Vormittag war es zwar noch trocken, aber wirklich aussagekräftig war das Ergebnis des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco nicht, und auch die zweite Session im Fürstentum an der Cote d'Azur ließ keine echten Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis an diesem Wochenende zu. Schuld daran war Regen im zweiten Freien Training in Monte Carlo. "Diese Bedingungen sind sehr schwierig für uns", meinte Force-India-Teammanager Andy Stevenson nach knapp einer halben Stunde der geplanten 90 Minuten. "Die Strecke ist zu feucht, um konstruktiv zu fahren, aber nicht nass genug für Intermediates. Da wäre mir stärkerer Regen sogar lieber, denn laut Wettervorhersage soll es am Wochenende regnen. So könnten die Fahrer zumindest ein paar Runden trainieren, um sich an die Bedingungen zu gewöhnen." Button-Bestzeit auf weichen ReifenEin Wunsch, der nicht in Erfüllung gehen sollte, denn erst trocknete es ein bisschen ab, ehe es wieder zu regnen begann - beim zweiten Mal etwas stärker. Von da an waren die gleich zu Beginn erzielten Zeiten in Stein gemeißelt. Jenson Buttons Bestzeit von 1:15.746 Minuten war jedoch kaum aussagekräftig, schließlich hatte der McLaren-Pilot noch vor einsetzendem Regen als einer der wenigen Piloten eine volle Runde auf den weicheren Supersoft-Pirellis zurückgelegt. Der Lotus von Romain Grosjean hinterließ heute einen sehr starken Eindruck © xpbimages.com "Wir sind heute für einen Donnerstag in Monaco nicht viel gefahren. Hoffentlich wird das Wetter am Samstag ein bisschen besser", seufzt der Tagesschnellste, der es insgesamt auf 30 Umläufe brachte, 17 davon am Nachmittag. Zweiter wurde Romain Grosjean (Lotus), der mit seiner spektakulären Fahrweise immer wieder in Richtung Leitplanken driftete, aber jeden einzelnen Rutscher gekonnt abfangen konnte. Rückstand: 0,392 Sekunden. Allerdings absolvierte Grosjean seinen gezeiteten Run noch auf der härteren Reifenmischung, "und die ist um ungefähr eine Sekunde langsamer als die weiche", analysiert Formel-1-Experte Marc Surer. Eigentlich also ein gutes Zeichen für das Lotus-Team, dem die meisten Beobachter an diesem Wochenende eine starke Performance zutrauen, aber andererseits ist das Ergebnis wegen des Wetters und unterschiedlicher Benzinmengen noch verzerrter als sonst am ersten Trainingstag. Massa in FP2 schneller als AlonsoFelipe Massa gewann das Ferrari-Stallduell am Nachmittag gegen Fernando Alonso, in der Gesamtwertung belegte Alonso aber mit 0,519 Sekunden Rückstand den dritten Platz - seine Bestzeit vom Vormittag konnte er in der zweiten Session nicht mehr unterbieten. In der inoffiziellen Regenwertung belegte Massa sogar den zweiten Platz, zwei Zehntelsekunden hinter Sergio Perez (5./Sauber/+0,965), der auf nasser Strecke in 1:26.6 Minuten am schnellsten war. Nur diese fünf Fahrer lagen am Ende des Donnerstags innerhalb von einer Sekunde. Monaco-Spezialist Lewis Hamilton (McLaren), Barcelona-Sieger Pastor Maldonado (Williams), Nico Rosberg (Mercedes), Kamui Kobayashi (Sauber) und Mark Webber (Red Bull) komplettierten die Top 10. Vorjahressieger Sebastian Vettel wurde eineinhalb Sekunden hinter der Spitze und 74 Tausendstelsekunden hinter Teamkollege Webber Elfter. Marko klagt über schlechtes Wetter"Wir hätten einige Änderungen am Auto. Da ist es natürlich schade, wenn man die Zeit jetzt auf keine Weise nützen kann", bedauert Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko. "Es war zu wenig nass für Intermediate- oder Regenreifen, aber nass genug, um Erkenntnisse unmöglich zu machen. Es hängt nur hier über der Rennstrecke eine Wolke, der Rest ist laut Radar in Ordnung. Heutzutage sind die Wetterprognosen sehr gut. Wir müssen schon mit eher schlechtem Wetter rechnen." Im feuchten Teil der zweiten Session war niemand schneller als Sergio Perez © xpbimages.com Am meisten trainierten im Regen die Toro-Rosso-Junioren - niemand war so fleißig wie Vergne/Ricciardo, die es als 16. und 17. auf insgesamt 101 Runden brachten. "Im Nassen zu fahren, ist immer wichtig", erklärt Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari. "Wenn es im Qualifying das gleiche Wetter hat, weißt du, wie sich das Auto verhält. Die Strecke ist natürlich rutschig, aber es ist wichtig, zu trainieren. Nur so findest du heraus, wo es rutschig ist und wo es Grip hat."
Offensichtlich keinen Grip hatte es in der Bremszone vor der Mirabeau-Kurve, in der in den letzten Minuten beide Williams-Piloten, Perez und Massa Bekanntschaft mit der Auslaufzone machten. Der Crew von Maldonado dürfte das Herz stehen geblieben sein, als der Venezolaner in dem schmalen Notausgang mit einem Burnout wenden wollte, doch kurz vor dem Einschlag in die Leitplanken kam er dann doch zu Sinnen und ließ sich von den Streckenposten helfen. Kovalainen wieder in ProblemenDen Schlusspunkt setzte wie schon am Vormittag Heikki Kovalainen (21./Caterham/+4,283) - diesmal allerdings nicht mit einem Motorschaden im Tunnel, sondern mit einem Ausritt in Mirabeau. Der Finne konnte im Gegensatz zu seinen Konkurrenten nicht weiterfahren, sodass die letzten Minuten der Session unter gelben Flaggen stattfanden. Landsmann Kimi Räikkönen trainierte in Session zwei umso fleißiger: 25 Runden, dreieinhalb Sekunden Rückstand, 20. Platz. Nur 25 Runden: Michael Schumacher trainierte weniger als alle anderen Fahrer © xpbimages.com "Der Lotus scheint ziemlich stark zu sein, was Traktion und mechanischen Grip angeht", analysiert Experte Alguersuari. "Dem stimme ich zu", meint der ehemalige Formel-1-Ingenieur Gary Anderson und ergänzt: "Button und Hamilton machten heute Morgen durch die Schwimmbad-Passage einen sehr starken Eindruck. Ich glaube, die werden mitmischen." Alguersuari rechnet außerdem mit Ferrari, rätselt aber: "Schwer zu sagen, wo Red Bull im Moment steht."
Positiv ist, dass alle komfortabel innerhalb der 107-Prozent-Zeit lagen, weniger positiv hingegen, dass niemand einen Longrun mit den roten Supersoft-Option-Pirellis fahren konnte. "Was den Abbau der Reifen angeht, wird es eine Reise ins Unbekannte", twittert Ferrari nach dem Training. "Niemand konnte Longruns fahren. Das ist ein weiteres Fragezeichen für das Rennen." Jetzt steht aber ohnehin erst einmal der Ruhetag auf dem Programm.
Geht es auch in den nächsten Jahren für die Formel 1 noch quer durch die Eifel? Zoom © HRT
(Motorsport-Total.com/SID) - Dank Sponsoren und des Entgegenkommens von Promoter Bernie Ecclestone hat die Formel 1 auf dem Nürburgring anscheinend doch noch eine Zukunft. "Wir können den Vertrag mit Ecclestone für die nächsten zehn Jahre, also über fünf Rennen, verlängern", sagt Kai Richter, einer der Streckenbetreiber, mit Blick auf die Hockenheim-Rotation. "Ein solches Ergebnis, wie wir es ausgehandelt haben, hat es noch nie für den Nürburgring gegeben", betont er. Richter nennt Details: "Weniger als zehn Millionen Euro sind als Beitrag des Landes für ein Rennen gefordert." Er und sein Mitgesellschafter beim Veranstalter-Unternehmen Rheinland-Pfalz Grand Prix, Jörg Lindner, erklären, sie hätten "in schwierigen Verhandlungen bei insgesamt vier Treffen" mit Ecclestone dieses "äußerst attraktive Ergebnis" erzielt. Möglich geworden sei es auch durch ein Gesamtpaket von nationalen Sponsoren und Investoren. Lindner verdeutlicht aber, dass der Vertrag mit Ecclestone bis Juni abgeschlossen werden müsse: "Sonst ist die Formel 1 weg. Für viele, viele Jahre." Ecclestone, der von einem "internen Problem mit den Promotern" spricht, äußert sich zu der Nürburgring-Frage gegenüber 'ESPNF1' wie folgt: "Ihr Vertrag lief aus, also werden wir ihn erneuern. Das passiert, sobald sie wissen, mit wem wir das tun können." Ecclestone zeigt sich kompromissbereit und schießt hinterher: "Ich mache es gern." Das Land Rheinland-Pfalz hatte Richter und Lindner wegen ausstehender Pachtzahlungen mit einer Räumungsklage gedroht. Eine Reaktion der Mainzer Landesregierung liegt bisher noch nicht vor.
Siegkandidat im Leitplanken-Dschungel? Hamilton fährt kalkulierter Zoom © xpbimages.com
Heiße Rennaction und viel Glamour: Bei Monaco und Lewis Hamilton scheint es sich um eine passende Synthese zu handeln. Nachdem das Rennen im Fürstentum dem Briten im vergangenen Jahr - unter anderem wegen zwei Durchfahrtsstrafen - völlig misslang, stehen die Vorzeichen 2012 besser. Denn der Vollblut-Racer Hamilton scheint kalkulierter und vorausschauender zu fahren denn je. In Spanien brachte ausgerechnet der als Reifenmörder verschrieene Ex-Weltmeister sein Auto als einziger Pilot mit einer Zwei-Stopp-Strategie ins Ziel. "Es ist eine Herausforderung, mit den Pirelli-Pneus klarzukommen", betont er gegenüber 'Autosport'. "Es gibt Momente, in denen mir das gelingt, und einige, in denen es das nicht tut. Aber 2008 war das nicht anders", so Hamilton. Es ist der Verweis auf die Saison, in der er auf Bridgestone-Reifen Weltmeister wurde - damals allerdings hatte der schonende Umgang mit dem Gummi noch nicht den Stellenwert, den er heute genießt. "Jeder hat Stärken und Schwächen. Zu meinen Vorzügen gehört es, eine schnelle Runde auf neuen Reifen zu fahren. Sie lange am Leben zu erhalten ist für mich eine Herausforderung", stellt Hamilton fest.
Gute Zeiten, schlechte Zeiten: Lewis Hamilton wirkt 2012 deutlich entspannter Zoom © xpbimages.com
Was ist bloß mit Lewis los? Diese Frage stellten sich die Formel-1-Fans im vergangenen Jahr gewiss mehr als einmal. Lewis Hamilton schien 2011 nämlich nicht in gewohnt bestechender Form zu fahren und wirkte oft abgelenkt. All dies ist nun aber Schnee von gestern, denn heute tritt der McLaren-Pilot wieder beschwingt und selbstsicher auf. Aber warum eigentlich? Hamilton geht auf Spurensuche. Der britische Rennfahrer hat sich in der Winterpause die Zeit genommen, um sich selbst und das Geschehene ausgiebig zu analysieren, wie er gegenüber 'Autosport' bestätigt. Gleichzeitig fasste Hamilton frischen Mut - und offensichtlich auch einige gute Vorsätze. "Es geht darum, dich richtig einzustellen", sagt Hamilton über seine Auszeit im Winter. Dabei war er augenscheinlich erfolgreich. Neben Fernando Alonso (Ferrari) ist Hamilton 2012 nämlich der einzige Fahrer im Starterfeld, der bisher in allen Rennen in den Punkten war. Die Konstanz, die im vergangenen Jahr so oft fehlte, scheint also vorhanden zu sein. Oder wie es Hamilton ausdrückt: "Du hoffst, nicht wieder in den gleichen Trott zu verfallen, sofern du dich im vergangenen Jahr in einem Trott befunden hast." "Es gab einfach ein paar Dinge in meinem Leben, die ich neu sortieren musste. Das brauchte seine Zeit. Jetzt passt alles, also bin ich ziemlich zufrieden. All das macht dieses Jahr umso schöner", sagt Hamilton. Familie, Freunde, Management, Team - Privat- und Rennfahrer-Leben verlaufen nun also wieder in geordneten Bahnen. Dieser Umstand ist auch den Formel-1-Beobachtern nicht entgangen. Coulthard bewundert die Wandlung HamiltonsDer ehemalige Formel-1-Pilot David Coulthard zeigt sich bei 'Autosport' beispielsweise hocherfreut über den "neuen Lewis" und sagt: "Lewis Hamilton fährt derzeit so gut wie eh und je - wenn nicht sogar besser als früher. Das ist schön zu sehen. Was hat sich verändert? Nun, ich denke, er ist über den Winter erwachsen geworden. Er hatte die Chance, über all dies nachzudenken", meint "DC". "Ich sehe einen deutlich kompletteren Rennfahrer als den Lewis von vor einem Jahr." David Coulthard "Das scheint er getan zu haben. Ich sehe einen deutlich kompletteren Rennfahrer als den Lewis von vor einem Jahr. Er hatte nie ein Problem mit seiner Geschwindigkeit, sondern schien nur abgelenkt zu sein. Das hat er nun offenbar im Griff. Und er macht keine Fehler. Dass er Jenson Button in Spanien vom letzten Startplatz aus geschlagen hat, ist ein gutes Beispiel dafür, wie stark Lewis 2012 auftritt." In der Tat, wie die bisherigen Ergebnisse unterstreichen. Auch McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh erkennt darin einen "anderen" Hamilton und merkt bei 'Autosport' an: "Die Leute verändern sich nicht von jetzt auf gleich, sondern ganz allmählich. Lewis glaubt an sich als einen großen Rennfahrer, weiß aber nun, dass im Leben nicht alles nach Plan läuft. Man lernt nach und nach, damit umzugehen." Wenn Rennfahrer unter Druck stehen ..."Und wir würden keinen Lewis wollen, der sich mit dem Zweitbesten zufriedengeben würde", meint Whitmarsh und stellt klar: "Wir wollen einen Lewis, der es auf Erfolge abgesehen hat, der sich als Zweiter nicht wohl fühlt, der alles bei sich, an seinem Auto, in seinem Team und in seinem Umfeld absolut perfekt haben will. Diese Entschlossenheit treibt ihn an." 2011 sah es noch ganz anders aus. "Wenn Rennfahrer unter Druck stehen, dann kann es sein, dass sie das Auto überfahren." Martin Whitmarsh Whitmarsh zeigt allerdings Verständnis für seinen Piloten und dessen vermeintlich schwieriges Jahr. "Wenn Rennfahrer unter Druck stehen, dann kann es sein, dass sie das Auto überfahren. Wenn sie dann auch noch an Selbstvertrauen eingebüßt haben, werden sie vielleicht noch ein bisschen mehr zurückhaltend. Lewis hat seine Fähigkeiten sicherlich nicht verloren", erläutert der Teamchef. "Seine Stimmung ist sehr positiv. Er hat dazugelernt und ist nun deutlich gefasster und glücklicher. Er weiß, er kann in diesem Jahr eine Weltmeisterschaft gewinnen", sagt Whitmarsh und Hamilton stimmt zu: "Ich versuche, zu gewinnen, und ich will gewinnen. Ich bin nicht zufrieden damit, in jedem Rennen nur Dritter zu werden. Der achte Platz beim jüngsten Rennen war auch nicht so toll", meint Hamilton. Der Sieg ist alles - oder etwa doch nicht?In Barcelona hatte der britische Rennfahrer aufgrund eines Teamfehlers von ganz hinten losfahren müssen, nachdem er sein Auto auf die Pole-Position gestellt hatte. Dergleichen wirft Hamilton in diesem Jahr aber nicht aus der Bahn, auch wenn er sagt: "Es ist immer eine Enttäuschung, wenn man Rückschritte macht. Du willst doch attackieren, überholen. Nur darum geht es im Motorsport." "Es könnte viel schlimmer sein." Lewis Hamilton "Es könnte aber viel schlimmer sein. Was all dies in eine Perspektive rückte, war, was ich auf den Philippinen gesehen habe. Dort gibt es Kinder, die gar nichts haben und in Papierhütten auf der Straße leben. Und hier sind wir in der Formel 1. Damit kann ich also gar nicht unzufrieden sein. Das ist die Perspektive, die ich in diesem Jahr habe: Es könnte viel schlimmer sein", hält Hamilton fest. "Ich will aber trotzdem immer Erster werden." Und das so schnell wie möglich - und mit McLaren, wo Hamilton noch bis zum Saisonende unter Vertrag steht. Mit dem "und dann?" hat er sich laut eigener Aussage aber "noch nicht" beschäftigt, sagt Hamilton bei 'Autosport'. Die Begründung klingt plausibel: "Wir haben es mit einer so fordernden Saison zu tun, da muss ich einfach konzentriert bleiben". McLaren will Hamilton halten"Wenn ich meinen Fokus verliere und deswegen einige Punkte einbüße, könnte ich mir das nie verzeihen. Ich muss halt eine Lücke finden. Ich brauche die Zeit, um mich mit meinem Manager hinzusetzen und darüber zu reden. Ich bat sie (das Management; Anm. d. Red.) aber schon darum, sich einmal ein paar Gedanken zu machen. Wann es so weit sein wird, weiß ich aber nicht." "Ja, wir wollen ihn behalten." Martin Whitmarsh "Es wird irgendwann in diesem Jahr passieren, denn ansonsten bin ich arbeitslos", meint Hamilton und grinst verschmitzt. So weit wird es bei einem der Topstars der Szene vermutlich nicht kommen, auch wenn die Verhandlungen mit McLaren wohl erst in den Sommermonaten an Fahrt aufnehmen. Und zur Not - das ist aus dem Fahrerlager zu hören - hätten auch andere Teams Interesse an ihm.
McLaren dürfte aber erst einmal auf der Pole-Position stehen. Darauf hofft sicher auch Whitmarsh, wenn er sagt: "Ja, wir wollen ihn behalten." Der Teamchef zeigt sich jedoch zurückhaltend: "Wie man sich vielleicht vorstellen kann, ist das eine vertrauliche Angelegenheit. Es wäre nicht angebracht, darüber zu sprechen. Wenn Lewis und McLaren etwas kundzutun haben, dann werden wir es schon sagen."
Valtteri Bottas überzeugt als Freitagstester von Williams Zoom © xpbimages.com
Williams gehört in dieser Saison zu den Teams, die im ersten Freien Training des Rennwochenendes eine Testfahrer zum Einsatz kommen lässt. Bei 14 der 20 Grand Prix sitzt am Freitagmorgen Valtteri Bottas im Auto von Bruno Senna. Der Finne, der im vergangenen Jahr Meister der GP3-Serie war, und auf den vor allem Williams-Teilhaber Toto Wolff große Stücke hält, soll so langsam an die Formel 1 herangeführt werden. Doch bisher verläuft die Lernkurve des 22-Jährigen recht steil. Bottas überzeugt durch fehlerfreie Runden und schnelle Zeiten. In Barcelona zeigte er als Fünftschnellster im ersten Freien Training erstmals das Potenzial des FW34 auf dem Circuit de Catalunya auf. "Ich bin wirklich zufrieden", wird Bottas von 'The National' zitiert. "Das Wichtigste ist, dass ich eine Menge gelernt habe und nach jedem Wochenende mehr dazulerne. Die Ziele, die ich mir setzte, hab ich erreicht, und ich habe einen gute Speed." Der Finne zeigt sich erstaunt über seine raschen Fortschritte. "Niemand hätte von mir erwartet, dass ich in den ersten Freien Training so schnell wäre - ich war selbst überrascht." In diesem Jahr konzentriert sich Bottas voll auf seine Testfahrerrolle beim Williams, Rennen fährt er nicht. Doch das soll sich spätestens 2013 ändern. "Als Rennfahrer will ich so schnell wie möglich ins Auto, ich hoffe, dass es im kommenden Jahr möglich ist. Dieses Jahr dient der Vorbereitung. Außerdem kann ich dem Team zeigen, dass ich es drauf habe." Auf Gerüchte, nach denen er schon in dieser Saison Bruno Senna im Renncockpit ablösen könnte, gibt Bottas jedoch nicht. "Nein, das ändert für mich nichts. Mein Ziel ist das Gleiche: Ich möchte dazulernen und an jedem Wochenende ein besserer Fahrer werden." Bereits am fünften Rennwochenende mit seinem Team hatte Bottas erstmal Grund zum Feiern. Der Sieg von Pastor Maldonado in Barcelona sorgte auch beim 22-Jährigen für Begeisterung. "Das war ein großartiges Gefühl. Ich sehe, wie hart sie arbeiten, es war ein hochverdienter Sieg. Natürlich war es auch für uns eine große Überraschung, niemand hätte das erwartet. So etwas habe ich noch nie erlebt. Nach dem Fallen der Zielflagge haben alle in die Hände geklatscht und sich umarmt. Das war ganz speziell." Sein Debüt im Formel-1-Auto gab der Finne im vergangenen Jahr beim Young-Driver-Test in Abu Dhabi. In dieser Saison können die Teams wählen, ob sie diesen Test nach dem Rennen in Silverstone oder gegen Ende der Saison nach dem Grand Prix von Abu Dhabi fahren wollen. Bottas würde sich für Letzteres entscheiden. "Wenn du in einer anderen Serie fährst, wäre es besser, wenn der Test am Ende der Saison wäre. Dann kommt es nicht zu Terminüberschneidungen."
Hamilton (rechts) hat von seinem Freund Rosberg einen neuen Eindruck gewonnen Zoom © xpbimages.com
Nico Rosberg verteidigte sich in Bahrain hart gegen Lewis Hamilton und Fernando Alonso, wurde dafür von den Rennkommissaren aber nicht sanktioniert. Hat er die Manöver unternommen, um das Vorurteil, er sei leicht zu überholen, zu zerstreuen? "Mir war das gar nicht bewusst", kommentiert Rosberg diese gewagte Spekulation gegenüber 'Autosport'. "Ich war eigentlich ganz zufrieden damit, wie ich in Bahrain Konkurrenten hinter mir gehalten habe", so der Wiesbadener weiter. Hamilton, ein Freund und Weggefährte Rosbergs, weiß, dass Fahrer in der Königsklasse durchaus einzuordnen sind. "Einige Piloten sind wirklich einfach zu überholen. Du weißt, das es kein Problem sein wird", meint der Brite, dem selbst wenig Scheu vor riskanten Manövern nachgesagt wird. "Bei anderen überlegst du dann, nicht anzugreifen, weil du weist, dass sie dir keinen Platz lassen", bemerkt der McLaren-Star. Ihr unbeabsichtigte Wirkung haben die Manöver Rosbergs jedenfalls nicht verfehlt. "Um ehrlich zu sein, hatte ich einen anderen Eindruck von Nicos Fahrweise bis zum Rennen in Bahrain. Danach hat er sich verändert", meint Hamilton. Der erste Sieg in der Formel 1 habe nichts mit der veränderten Gangart zu tun, betont Rosberg: "Es ist eine wunderbare Erinnerung und vielleicht bringt sie etwas mehr Motivation, weil ich sie wiederholen möchte", sagt er. Der Mercedes-Pilot begründet: "Ich war ja zuvor nicht von der Rolle. Ich war in einer sehr guten Position und davon überzeugt, dass der Sieg eines Tages kommen würde", so Rosberg. Am Ende der Fahnenstange sieht der 26-Jährige sich und sein Team aber noch lange nicht angekommen. "Der Grand-Prix-Erfolg war nicht unser Ziel. Unser Ziel ist es nach wie vor, die Besten zu sein", gibt er sich selbstbewusst.
Michael Schumacher und Norbert Haug besuchten Lukas Podolski im Trainingslager Zoom © Mercedes-Benz
Prominenten Besuch bekam gestern Morgen die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in ihrem Trainingslager im südfranzösischen Tourrettes. Die beiden Formel-1-Stars Michael Schumacher und Nico Rosberg waren wegen des Formel-1-Rennens in Monaco ebenfalls an der Cote d'Azur und haben den Jungs von Bundestrainer Joachim Löw für die EM in Polen und der Ukraine alles Gute gewünscht. Schumacher und Rosberg haben sich nebenbei auch noch als "Taxifahrer" betätigt und vier Spieler - sehr schnell - zum Training gefahren. Dass es dabei zu der Traumkonstellation der beiden "kölschen Jung" Schumi und Poldi kommen wird, war so gut wie sicher. Kaum war Schumi vor dem Mannschaftshotel vorgefahren, saß Lukas Podolski auch schon auf dem Beifahrersitz. Dabei waren natürlich der 1.FC Köln und der Abstieg aus der Fußball-Bundesliga sowie der Wechsel von "Prinz Poldi" zum englischen Club FC Arsenal das Hauptgesprächsthema. "Normal, wie das in Kölle nun mal so abgeht." Michael Schumacher "Normal, wie das in Kölle nun mal so abgeht", sagt Schumacher. "Ich bin zwar FC-Fan, und ich glaube Poldi wird den FC auch immer im Herzen bei sich tragen. Aber dennoch, der Sport ist der Sport, und jeder muss glaube ich seinen Weg gehen. Ich bin absolut sicher, dass das, was Poldi entschieden hat, das Richtige für ihn ist. Insofern werden wir in Zukunft dann eben Arsenal die Daumen drücken. Aber wir können auch Köln weiterhin die Daumen drücken." Podolski und seine Nationalmannschaftskollegen wollen nach zwei Niederlagen gegen Spanien bei großen Turnieren in diesem Jahr in Polen und der Ukraine endlich ein Turnier als Sieger beenden. "Auf jeden Fall ist unser Ziel der Titel", sagt Podolski, der sich dafür auch gerne bei seinem prominenten Chauffeur Ratschläge holt. "Michael hat ja schon sieben, was überragend ist. Den einen oder anderen Tipp hat er vielleicht, den er uns geben kann, wie man am Ende die letzten Prozent herausholen kann, damit wir nicht nur ins Halbfinale und Finale kommen, sondern auch am Ende den Titel in der Hand haben." Der Besuch der beiden Formel-1-Stars war für die Nationalspieler eine willkommen Abwechslung vom Trainingsalltag. "Klar, auf jeden Fall! Ich denke, wenn man jeden Tag zweimal Training hat und immer unterwegs ist, dann ist das Super", sagt Podolski. Auf die Frage, was Schumacher im Auto besser könne als er, antwortet der Fußballer: "Alles. War die einzige Antwort, die man geben kann." Dieser gab das Lob zurück und war zufrieden mit seinem fachkundigen Beifahrer: "Er war voll mit dabei und hat Anweisungen gegeben", sagt Schumacher. "Die Technik geht ja immer weiter bei den Autos. Das haben wir gerade besprochen, es gibt auch keine Handbremse wie früher, sondern einen Hebel an der Seite. Die Technik ist schon weit fortgeschritten. - Leider zu weit für den Spaß", bedauert der 43-Jährige.
Michael Schumacher und Mercedes nehmen in Monaco Kurs auf gute Resultate Zoom © xpbimages.com
Wie stark ist Mercedes beim Stadtrennen in Monte Carlo? Eine Antwort auf diese Frage kann Ross Brawn derzeit noch nicht geben. Der britische Teamchef des deutschen Werksteams zeigt sich aber recht zuversichtlich, dass Nico Rosberg und Michael Schumacher im Fürstentum an der Côte d'Azur eine gute Leistung erbringen können. Allerdings nur sofern Mercedes dort keine Fehler unterlaufen. "Wir haben zwei großartige Fahrer und unser Auto ist ebenfalls ziemlich gut, denken wir. Wir müssen aber alles richtig hinbekommen. Es geht darum, ein Programm zu haben, das von Donnerstag bis Sonntag flüssig läuft. Alles hat nämlich eine Konsequenz", sagt Brawn bei 'Autosport'. "Machst du etwas falsch, verlierst du Streckenzeit. Das rächt sich. Du musst also von Anfang an am Ball bleiben." "Und wenn du auf der Strecke bist, bekommst du automatisch mit, wie sich der Kurs entwickelt. Wenn wir also ein gutes Wochenende haben, sollten wir konkurrenzfähig sein", erklärt Brawn. Die Reifen von Pirelli nehmen dabei offenbar einmal mehr eine Schlüsselrolle ein, doch auch die Abstimmung des Fahrzeugs könnte sich entscheidend auswirken. Kann Mercedes da seine Stärken ausspielen? Brawn zeigt sich vorsichtig optimistisch: "Wir waren bisher generell im langsamen und mittelschnellen Bereich der Strecken besser als im richtig schnellen Bereich. Die Teams gehen beim Setup aber auch unterschiedliche Kompromisse ein. Hier werden jedoch alle auf geringe bis mittlere Geschwindigkeiten getrimmt sein. Unser Vorteil ist deshalb vielleicht nicht so groß, weil sich alle darauf einstellen."
Geplatzter Traum: So hätte die Formel-1-Strecke auf Mallorca aussehen sollen © Gabriel Palmer
Bereits Ende vergangenen Jahres deutete sich an, dass es mit einem Formel-1-Grand-Prix auf Mallorca wohl nichts werden würde, doch nun scheint das Projekt endgültig gestorben zu sein. Stolperstein bleibt weiterhin die fehlende Unterstützung des Inselrats, der die potenziellen Investoren dazu bewogen hat, ihren Plan zu begraben. Rund 200 Millionen Euro hätten für die angeblich bis zu 92.000 Zuschauer fassende Rennstrecke neben der Autobahn zwischen der Gemeinde Llucmajor und der Hauptstadt Palma de Mallorca gekostet, doch die Kosten wären komplett privat getragen worden. Daher war es dem Bürgermeister von Llucmajor ein großes Anliegen, das prestigeträchtige Projekt umzusetzen. Auch Bernie Ecclestone soll die bei einem persönlichen Treffen präsentierte Idee eines "Holiday-Grand-Prix" gefallen haben. Doch ohne Zustimmung des Inselrats lässt sich das Projekt nicht verwirklichen, weil die Gemeinden auf Mallorca außerhalb der besiedelten Gebiete nicht berechtigt sind, Bauvorhaben autonom durchzusetzen. Aufgrund dieser Pattsituation haben sich die Investoren laut 'Mallorca Zeitung' zurückgezogen - sehr zum Leidwesen von Llucmajors Bürgermeister Joan Jaume, der treibenden Kraft hinter dem Projekt.
Die Zeit der Alleinherrschaft ist vorbei: Williams gibt sich heute als Teamplayer Zoom © Williams
Lange Zeit war Frank Williams eine der prägenden Figuren der Formel 1. Mit nachlassendem sportlichen Erfolg verschwand er nicht von der Bildfläche, doch es rückten andere Charakterköpfe in den Vordergrund. Für den Teamchef, der kürzlich seinen 70. Geburtstag feierte, waren Grand-Prix-Siege schon kein Thema mehr. "Ich hatte keine Angst. Es war eher eine stärker und stärker werdende Verlegenheit", blickt Williams im Gespräch mit dem 'Telegraph' auf die Durststrecke zurück. Es schien ein schleichender Untergang zu sein: "Als die Jahre ins Land gingen, begannen wir zu verschwinden", erzählt Williams über die Jahre seit 2004, als ihm und seiner Mannschaft keine Siege mehr gelangen. Depressionen bereitete ihm das nicht: "Ich kann nicht behaupten, dass ich wochenlang im Bett gelegen und mir deswegen Gedanken gemacht hätte. Glücklicherweise kamen fähigere Leute als ich und räumten die Probleme aus", so Williams. Fähige Leute wie Adam Parr, der das Team vor wenigen Wochen unter kontroversen Umständen verließ. Williams schüttet Lob über seinem ehemaligen Mitarbeiter aus: "Er ist ein wahnsinnig kluger Kopf und ich habe oft mit ihm gesprochen. Er war Feuer und Flamme für das Team und hat seinen Anteil am Erfolg." Denn es sei Parr gewesen, der Personal wie Mike Coughlan, Jason Somerville oder Ed Wood verpflichtete. Williams glaubt daran, den Ex-Geschäftsführer bald wieder in der Formel 1 zu sehen, "möglicherweise in einer kommerziellen Funktion". Ebenfalls nicht mehr Teil des Teams ist Co-Gründer Patrick Head, der die Mannschaft im Winter verließ. "Er war schon etwas neidisch, nicht Teil des Sieges gewesen zu sein", bemerkt Williams schmunzelnd und würdigt die Leitung seines langjährigen Weggefährten. "Aber er hat ja das Fundament gelegt." Er glaube an einen weiteren Sieg für Williams, gibt sich Sir Frank überzeugt: "Barcelona mag eine Überraschung gewesen sein, aber wir wussten, dass wir uns im Vorfeld verbessert hatten. Das Auto hat eine gute Balance", sagt er. Williams weiß genau, was er an seinem venezolanischen Piloten hat. "Und die größte Überraschung ist, dass Maldo (Pastor Maldonado, Anm. d. Red.) sehr, sehr konkurrenzfähig ist. Er bringt eine Menge Sponsorengelder mit."
Monisha Kaltenborn hat einen guten Draht zu Formel-1-Boss Bernie Ecclestone Zoom © xpbimages.com
(Motorsport-Total.com/SID) - Monisha Kaltenborn atmet tief durch. Die mächtigste Frau der Formel 1? "Machtspiele überlasse ich gerne anderen", sagt sie. Und man glaubt es ihr. Obwohl sie ohne Zweifel die mächtigste Frau der Formel 1 und zudem noch ehrgeizig und zielstrebig ist, spielte auf dem Weg nach oben das Streben nach Macht eine Nebenrolle. Kaltenborn lernte das Geschäft in der Männer- und Machowelt Formel 1 von der Pike auf. "Ich konnte langsam reinwachsen", sagt die 41-Jährige, die seit 2010 Vorstandsvorsitzende bei Sauber ist, in der vergangenen Woche ein Drittel der Anteile übernahm und in naher Zukunft Teamchefin werden wird. Dass alles Schritt für Schritt vor sich ging, half auch, Vorbehalte abzubauen. Heute hat längst keiner der harten Männer mehr Probleme, sich mit ihr an den Verhandlungstisch zu setzen. "Bei Herrn Ecclestone ist das ohnehin kein Thema", sagt sie über den 81 Jahre alten Formel-1-Boss: "Er hat immer schon Frauen wichtige Themen anvertraut." Vertrauen ist auch das wichtigste Wort für Peter Sauber. Der Schweizer leitet seit 40 Jahren seine Teams im Motorsport, er hat Michael Schumacher in die Formel 1 gebracht. Nun, mit 68, sieht er den Zeitpunkt gekommen, seine Nachfolge zu regeln. "Es ist wichtig, dass man die Zukunft aktiv plant", sagt er: "Nicht, dass in einem gewissen Alter der Zeitpunkt kommt, an dem die Ereignisse die Zukunft diktieren." Sauber-Nachfolge beschlossene SacheWann Kaltenborn das Team übernimmt, ist noch nicht klar. "Den Zeitpunkt lassen wir offen. Wir stehen nicht unter Zeitdruck, und ich gehe noch nicht auf Krücken", sagt Sauber schmunzelnd. Dass Kaltenborn die Chefin wird, ist aber beschlossene Sache. Und es wird bald sein. Mit 70 wolle er nicht mehr an der Boxenmauer stehen, sagt Sauber. Das wäre im Oktober 2013. Doch warum gerade sie? "Es ist sehr schwer, jemanden zu finden, der ein Team leiten kann", sagt Sauber: "Mit Monisha arbeite ich seit vielen Jahren zusammen. Sie ist vertraut mit allen wichtigen Dingen in der Formel 1 und hat sich in allen Bereichen bewährt." Bevor die beiden 1998 erstmals zusammentrafen, hatte die damals 27 Jahre alte Kaltenborn schon viel erlebt. Als Monisha Narang wurde sie 1971 in Dehradun im Norden Indiens geboren und besuchte zunächst ein renommiertes Mädcheninternat. Im Alter von acht Jahren wanderte sie mit ihren Eltern, die einen Zweiradbetrieb führen, aus. Sie landeten in Österreich, weil der Onkel ihres Vaters dort in der Atombehörde arbeitete. Monisha studierte in Wien und London Jura, arbeitete zunächst in Stuttgart, wo sie den Deutschen Jens Kaltenborn kennenlernt und später nach Hindu-Ritus am Fuße des Himalaya heiratete. Sie wechselte nach Liechtenstein und arbeitete für die Fritz-Kaiser-Gruppe - und rutschte so in die Formel 1. Ihr Arbeitgeber war Teilhaber bei Sauber, Kaltenborn als Juristin zuständig für das Engagement im Motorsport. Als sich Kaiser zurückzog, wechselte sie 2000 zu Sauber. Zunächst übernahm sie die Rechtsabteilung, 2001 wurde sie Mitglied der Geschäftsführung. In den Ausschüssen bewährte sie sich schnell. Sie saugte alles in sich auf, überzeugte durch ihre Sachlichkeit und Fachkenntnis. Beim Zustandekommen des Concorde Agreements, der Verfassung der Formel 1, spielte sie eine wichtige Rolle. Für ein anderes Team als Sauber hat Kaltenborn, sieht man einmal von den unterschiedlichen Kooperationen ab, nie gearbeitet. Sie identifiziert sich mit ihrem Rennstall. "Ich habe mich vom ersten Tag an wohlgefühlt", sagt sie. Peter Sauber und sie seien "sehr unterschiedlich, aber wir teilen die gleichen Werte und stimmen in den wichtigsten Dingen überein. Peter ist nicht nur der Gründer, er hat das Team mit seiner Persönlichkeit geprägt." In seinem Sinne und mit eigenen Ideen will sie das Team bald komplett führen. "Fair und konsequent" seien ihre wichtigsten Maximen, sagt sie. Ihr Leitsatz: "Keine Fehler machen. Und wenn doch, daraus lernen." Sie lebt danach. So etwas imponiert. Auch als Frau in der Männerwelt Formel 1.
Peter Brabeck-Letmathe soll in Zukunft zusätzliche Formel-1-Aktien erhalten Zoom © xpb.cc
Der österreichische Spitzenmanager Peter Brabeck-Letmathe ist als Vorsitzender der neuen Formel-1-AG vorgesehen, die noch diesen Sommer an der Börse Singapur emittiert werden soll. Damit einher geht nicht nur ein operativer Machtgewinn für Brabeck-Letmathe, sondern aktuellen Medienberichten zufolge wird er auch ein zusätzliches Aktienpaket erhalten. Schon jetzt kontrolliert Brabeck-Letmathe 0,3 Prozent der obersten Formel-1-Holding Delta Topco, deren Werte im Zuge des Initial Public Offering (IPO) an die Börse gebracht werden sollen. Durch den IPO, so berichtet 'Pitpass' übereinstimmend mit anderen englischsprachigen Medien, soll sein Anteil auf 0,5 Prozent erhöht werden. Vermutlich würden die zusätzlichen 0,2 Prozent aus den Anteilen von Mehrheitseigentümer CVC Capital Partners kommen. Erst kürzlich hat CVC insgesamt 21,3 Prozent der Anteile an drei milliardenschwere Investmentgesellschaften verkauft. Der Kaufpreis lag bei umgerechnet insgesamt 1,257 Milliarden Euro, was den Wert des gesamten Formel-1-Imperiums auf rund sechs Milliarden Euro festlegt. Das wiederum bedeutet, dass Brabeck-Letmathes 0,5 Prozent geschätzte 300 Millionen Euro wert wären. Allerdings ist anzunehmen, dass der Verwaltungsrats-Präsident des Lebensmittelkonzerns Nestle seine Aktien nicht einfach jederzeit verkaufen darf, sondern für einen gewissen Zeitraum gebunden ist. Außerdem berichtet der 'Sky'-Wirtschaftsblogger Mark Kleinman, dass Brabeck-Letmathe die zusätzlichen 0,2 Prozent nicht geschenkt bekommt, sondern dafür zumindest eine einstellige Millionensumme auf den Tisch legen muss. Definitiv keine geschenkten Formel-1-Aktien wird es für die Teams geben. Zunächst hatte es ja geheißen, Ferrari soll im Zuge der Concorde-Verhandlungen nicht nur einen Sitz im Vorstand, sondern auch Aktien erhalten. Aber: "Die Teams können Anteile kaufen, aber wir werden sie ihnen nicht einfach geben", stellt Ecclestone gegenüber 'Pitpass' klar.
Lewis Hamilton will in Monaco nicht nur im Training schnell sein Zoom © xpbimages.com
Fünf Sieger in fünf Rennen, doch der Weltmeister von 2008 gehört nicht dazu. Lewis Hamilton möchte die guten Trainingsleistungen endlich im Rennen umsetzen und sich und seinem Team damit ein Erfolgserlebnis bescheren. Im Interview spricht der McLaren-Pilot außerdem über die "Faszination Monaco" und seine Erwartungen für das Wochenende. Außerdem erklärt er, auf wen er am Sonntag sein Geld setzen würde und beantwortet die Frage, ob ein Sieg in Monaco besser als Sex ist. Frage: "Lewis, im letzten Rennen warst du Achter, was sicherlich nicht deinen Vorstellungen entspricht. Ich kann mir vorstellen, dass du das an diesem Wochenende ändern möchtest." Lewis Hamilton: "Ich hoffe es. Es ist toll, hier zu sein. Du wachst in deinem eigenen Bett auf, musst nur die Straße runter fahren und bist bei der Arbeit. Ich bin schon so oft um die Strecke gegangen, es ist einfach großartig hier. Ich hoffe, es wird ein positives Wochenende für das Team. Im letzten Rennen war ich nur Achter, aber wir haben bisher jedes Rennen in den Punkten beendet. Das müssen wir zunächst fortsetzen, der Sieg wird dann irgendwann kommen." Frage: "Es ist bisher eine merkwürdige Saison, aber sicherlich eine sehr unterhaltsame für die Formel-1-Fans zu Hause. Was siehst du das, wenn an jedem Wochenende ein anderer Fahrer gewinnt und einige der großen Namen noch sehnsüchtig auf einen Sieg warten?" Hamilton: "In diesem Jahr ist die Chance auch für unbekanntere Fahrer groß, ein Rennen zu gewinnen. Für die Fans ist das großartig und auch für die Fahrer. Als Team waren wir an den meisten Wochenenden die schnellsten, wir haben es nur nicht umsetzen können. Aber ich hoffe, dass sich die Situation beruhigt, sobald alle die Reifen besser verstehen. Dann werden die Ergebnisse etwas konstanter sein. Ich hoffe, dass diese Entwicklung schon an diesem Wochenende beginnt." Achterbahn Monaco"Es ist der Wahnsinn." Lewis Hamilton Frage: "Kannst du aus der Sicht des Fahrers beschreiben, wie es sich anfühlt, hier zu fahren?" Hamilton: "So richtig kann man das nicht beschreiben. Es ist wie auf einer Achterbahn. Es gibt wahrscheinlich keine Achterbahn auf der Welt, die nur annähernd das gleiche Gefühl vermitteln kann. Es ist der Wahnsinn. Wir fahren hier zwischen den Leitplanken, nahe an den Leute vorbei, es ist sehr wellig. Es kommt hier vor allem auf das Gefühl an, die Kontrolle über das Auto. Du darfst dich nicht von deinen Gefühlen überwältigen lassen und musst sie unter Kontrolle haben. Manche Leute sprechen von einer Art außerkörperlichen Erfahrung." "Ich weiß nicht, ob ich so weit gehen würde. Hinzu kommen die Atmosphäre und die Geschichte dieser tollen Strecke. Hier haben die Größten gewonnen. Bevor ich in die Formel 1 kam, habe ich versucht mir vorzustellen, wie es sein wird, hier im Formel 1 zu fahren. Keine der anderen Klassen kommt auch nur annähernd vergleichbar. Wenn jemand versucht, sich das vorzustellen, dann verschwendet er seine Zeit. Man kann es sich nicht vorstellen." Frage: "Es ist für dich ein Heim-Grand-Prix. Was magst du besonders an diesem Rennen?" Hamilton: "Alles Fahrer lieben Monaco, was vor allem daran liegt, dass es die herausforderndste Strecke ist. Nicht körperlich, aber mental ist es die schwierigste Strecke. Sie ist die technischste, fahrerisch die herausforderndste, es ist phänomenal."
Frage: "In den bisherigen Rennen hattest du oftmals kein Glück. Glaubst du, dass sich das an diesem Wochenende ändert?" Hamilton: "Ich hoffe es, aber diesen Grand Prix zu gewinnen, ist sehr schwierig. Du kannst hier nicht überholen, das Qualifying entscheidend. Im vergangenen Jahr waren wir hier die Schnellsten, aber nach der roten Flagge in Q3 verlief das Wochenende katastrophal. Hier ist alles möglich. Das Wetter kann sich jederzeit ändern. In diesem Jahr werden die Reifen und die Strategie vielleicht noch etwas mehr ins Spiel kommen. Ich weiß nicht, was ich erwarten soll, aber ich bin auf alle vorbereitet. Ich konzentriere mich auf meine Arbeit, werde Druck machen, und irgendwann werden wir hoffentlich für die harte Arbeit belohnt." Frage: "Lass uns über die Strategie sprechen. In welchem Maße legst du die Strategie vor dem Rennen fest, und in wieweit reagierst du während des Rennens auf die Geschehnisse auf der Strecke? Vor allem in Hinblick auf die Reifen." Hamilton: "Die Strategie wird immer im Laufe des Wochenendes festgelegt. Wir haben Leute, die das analysieren. Sie beobachten die Reifen, die Entwicklung der Rennstrecke, schauen auf die Zeiten der Longruns während der Trainings. Wir versuchen herauszulesen, wie viel Benzin die Fahrer an Bord hatten." "Und vor dem Qualifying fällt dann die Entscheidung, ob wir einen oder zwei Stopps machen. Drei Stopps sind manchmal drei Sekunden langsamer als zwei Stopps, auf einer anderen Strecke sind es neun Sekunden oder umgekehrt. Wenn sie sagen, wir machen zwei Stopps, bedeutet das für mich, dass es drei Stopps werden, denn ich nehme die Reifen härter ran. Im vorherigen Rennen war es einmal anders, da habe ich nur zwei Stopps gemacht."
Frage: "In diesem Jahr sprechen alle über die Reifen. Wie groß ist dieser Einfluss für dich. Wie sehr musstest du deinen Fahrstil anpassen?" Hamilton: "Zu Beginn des Rennens weißt du nie, wie hart du pushen sollst. Wenn du um eine Position kämpfst, hängst du manchmal rundenlang hinter einem Auto und ruinierst dir dabei dir Reifen. Aber du kannst auch nicht einfach an die Box fahren, sondern, musst weiter Druck machen. Wenn du das Rennen anführst, passt du deine Geschwindigkeit dem Verfolger an und versuchst die Lücke konstant zu halten." "Wenn dir das gelingt, kannst du deine Reifen schonen. In Barcelona hat mich Jenson im letzten Stint unter Druck gesetzt, aber ich wusste, dass seine Reifen bald abbauen würden. Denn er war die ganze Zeit in meinem Windschatten und ich war schon am Limit, daher wusste ich, dass er es übertreibt. So viele Faktoren spielen eine Rolle, aber der Fahrstil macht schon einen großen Unterschied." "Brauche niemanden, der mir Druck macht"Frage: "Wie wichtig ist es, einen Teamkollegen zu haben, der dir so viel Druck macht wie Jenson?" Hamilton: "Das ist immer wichtig, vor allem für das Team. Wenn ich ins Auto steige, fahre ich ohnehin am Limit, ich brauche niemanden, der mir zusätzlichen Druck macht. Aber du kannst immer etwas dazulernen. Wenn dein Teamkollege in einer Passage schneller ist, kannst du dir seine Daten ansehen, um die Zeit zu finden. Für das Team ist es bei der Weiterentwicklung gut, wenn beide Autos gleich schnell sind." Frage: "Es ist eine sehr abwechslungsreiche Saison mit fünf unterschiedlichen Siegern in fünf Rennen. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass der Zufall den Sieger bestimmt. Wie zuversichtlich bist du, dass dir an diesem Wochenende der erste Sieg gelingt?" Hamilton: "Das weiß ich nicht. Vielleicht könnte uns der Zufall auch helfen, denn wir hatten in den vorherigen Rennen etwas Pech. Wir waren im Qualifying oft gut, haben ein gutes Auto, aber im Rennen ist es dann nicht für uns gelaufen. Manchmal haben wir es auch selbst verbockt, aber oft hat es einfach nicht gepasst. Ich hoffe, dass uns das an diesem Wochenende gelingt, allerdings ist es hier eine Lotterie, vor allem wenn es regnet. Du musst konzentrierter als sonst sein und zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein." "Ich hätte mir Konstanz bei besseren Ergebnissen gewünscht." Lewis Hamilton Frage: "Du bist einer von zwei Fahrern, die bisher in allen Rennen Punkte gewonnen haben. Du hast vor der Saison gesagt, dass du konstant sein willst, offensichtlich ist dir das gelungen." Hamilton: "Ja, aber ich hätte mir Konstanz bei besseren Ergebnissen gewünscht. Aber ich kann mich nicht beschweren, ich habe zumindest in jedem Rennen Punkte geholt. Das ist das Wichtigste. Man muss sich Prioritäten setzen. In jedem Rennen Punkte zu gewinnen, ist die Grundlage. Dadurch sind wir weiterhin im Kampf um die WM mit dabei." Frage: "Und an diesem Wochenende folgt dann der Sieg?" Hamilton: "Das wäre schön. Ich gebe die Hoffnung nicht auf. Und ich werde alles geben, um mich auf der Strecke oder bei der Strategie, den Boxenstopps zu verbessern." Frage: "Alle Fahrer sagen, dass es etwas Besonderes ist, hier zu fahren. Was macht den Unterschied aus?" Hamilton: "Du hast um die Strecke herum keine Wiese oder Auslaufzonen, sondern überall Barrieren. Es gibt nur dich, den Asphalt und die Leitplanken. Deshalb ist die Herausforderung so groß. Es ist auf der einen Seite beängstigend, auf der anderen Seite macht es aber auch Spaß." "Ayrton war der Beste"Frage: "Ayrton Senna hat hier öfter als jeder andere gewonnen, es muss also auch für ihn eine besondere Strecke gewesen sein. Er war einer deiner Idole, wie denkst du darüber?" Hamilton: "Ayrton war der beste Fahrer aller Zeiten. Und auf dieser Strecke macht der Fahrer den Unterscheid. Das Auto spielt zwar auch eine Rolle, aber generell macht der Fahrer hier den großen Unterschied aus. Die besseren Fahrer haben hier in der Vergangenheit öfter gewonnen. Und er war nun einemal einer der Besten. Er hat hier im Trocknen und auch im Regen gewonnen." Frage: "Bei diesem Rennen braucht man auch ein wenig Glück. Hast du einen Glücksbringer?" Hamilton: "Nein, aber vielleicht sollte ich mir einen zulegen. Ich habe bisher noch keinen Glücksbringer und hatte wenig Glück. Aber ehrlich gesagt glaube ich nicht daran." Frage: "Hier auf der Pole zu stehen und zu gewinnen, ist das besser als Sex?" Hamilton: "Darauf war ich jetzt nicht vorbereitet. Wie du dir vorstellen kannst, habe ich schon mit einigen wunderschönen Frauen geschlafen." "Hier kannst du zeigen, was du drauf hast." Lewis Hamilton Frage: "Kannst du das Gefühl für den Fahrer beschreiben?" Hamilton: "Jeder weiß, dass dies ein spezieller Ort ist. Du fährst direkt am Meer durch einen historischen Hafen. Du fährst mit hoher Geschwindigkeit dicht an den Leitplanken entlang. Du siehst nicht, was hinter der Kurve auf dich wartet. Das ist eine Herausforderung, die jeder Fahrer gerne annimmt. Hier kannst du zeigen, was du drauf hast. Hier mehr, als anderswo." Frage: "Was erwartest du hier von den Reifen?" Hamilton: "Wahrscheinlich genau so viel wie du, keine Ahnung. Ich glaube, ich bin in dieser Saison noch nicht mit den superweichen Reifen gefahren. Wir wissen nicht, ob jede Mischung die gleiche Charakteristik hat, das werden wir an diesem Wochenende herausfinden. Aber ich hoffe es, denn in den vergangenen Rennen sind wir mit den Reifen gut zurechtgekommen." Frage: "Wenn ich dir zehn Euro geben würde, auf wen würdest du die am Sonntag setzen?" Hamilton: "Ich bin nicht gut beim Wetten, daher würde ich sie lieber einstecken und mir etwas zu essen davon kaufen. Ich würde es auf den Typen mit der Startnummer eins setzen. Vielleicht Sebastian." Frage: "Wäre ein gutes Ergebnis hier Wiedergutmachung für die vergangenen Rennen?" Hamilton: "Hier zu gewinnen, bedeutet den Fahrern mehr als auf jeder anderen Strecke. Wenn du hier siegst, wird man sich immer an dich erinnern. Es gab Fahrer, die mit einem überlegenen Auto gewonnen haben, aber in diesem Jahr sind alle sehr dicht zusammen. Das macht es noch aufregender, denn du musst noch präziser fahren. Es gab so viele unterschiedliche Sieger, die Chance auf eine Sieg ist offenbar größer als je zuvor. Der beste Fahrer muss also die beste Arbeit machen, aber auch das Team muss perfekt arbeiten." Frage: "Wenn man sich deine Rundenzeiten in Spanien ansieht, stellt man fest, dass du das Rennen hättest locker gewinnen können, wenn du von deiner ursprünglichen Position aus gestartet wärest." Hamilton: "Hätte, wäre, wenn zählt nicht. Maldonado hat einen tollen Job gemacht, ich ziehe den Hut vor ihm. Er war toll für ihn, sein Land und seine Familie. Wir haben das Tempo und wir verbessern uns stetig. Wir machen weniger Fehler, aber immer noch einige kleine. Hoffentlich können wir das an diesem Wochenende abstellen."
Mehr als ein kurzes Rollout war für Kimi Räikkönen nicht möglich Zoom © xpbimages.com
Guter Auftakt für Lotus: Romain Grosjean drehte zum Trainingsauftakt in Monaco am Donnerstagvormittag die zweitschnellste Runde. "Ich mag die Strecke, sie macht Spaß", meint der Franzose gegenüber der 'BBC' und lobt seinen E20. "Das Auto geht im Moment gut - mal sehen, was später noch möglich ist", blickt Grosjean voraus. Der amtierende GP2-Champion betont die Wichtigkeit, die das Mentale im Leitplanken-Dschungel an der Cote d'Azur spielt. "Du brauchst ein Auto, mit dem du zufrieden bist. In jedem Detail, weil es hier so einen großen Unterschied bedeutet", erklärt Grosjean. BBC-Experte Jaime Alguersuari sieht den Verlauf des Vormittags als nicht optimal für Lotus an, schließlich hatte Kimi Räikkönen ein Problem mit der Servolenkung und fuhr keine gezeitete Runde: "Ich denke, es war nicht die beste Session für Räikkönen. Besonders, nachdem er zwei Jahre lang nicht in der Formel 1 gefahren ist", schätzt der Pirelli-Testfahrer. Ohne dem zu große Bedeutung beizumessen: "Aber ich denke nicht, dass er Schwierigkeiten hat, seinen Rhythmus wiederzufinden. Er hat ein gutes Auto." Bliebe Räikkönen diszipliniert, sei nichts verloren, findet Alguersuari: "Er muss nur reif genug sein, um ohne ein Problem durch das zweite Freie Training zu kommen und viele Runden als Vorbereitung für den Samstag zu fahren", meint der Spanier. Mika Häkkinen hat Lotus jedenfalls auf der Rechnung: "Es sieht so aus, als wären sie hier wirklich stark, aber auch Nico Rosberg hat viel Selbstvertrauen", so der Finne. Alguersuari hat auch Sauber auf der Rechnung. "Sie haben einen großen Schritt nach vorne gemacht", meint der ehemalige Toro-Rosso-Pilot. "Die Formel 1 ist so umkämpft, dass Mittelfeld-Teams mit einer guten Strategie regelmäßig punkten können", analysiert Alguersuari.
Narain Karthikeyan und seine Kollegen hoffen auf eine positive Überraschung Zoom © xpbimages.com
Wenn nicht hier, wo dann? Das scheinen sich die Hinterbänkler der Formel 1 vor dem Großen Preis von Monaco zu fragen. Der Stadtkurs im Herzen von Monte Carlo gilt nicht umsonst als verrücktes Terrain, auf dem Überraschungen vorprogrammiert sind. Und vielleicht gelingt es ja einem der sonst chancenlosen Teams, die Umstände zu nutzen und mit einer sauberen Fahrt in den Top 10 zu landen. Im Kampf um die Positionen in der WM-Gesamtwertung können aber auch Plätze außerhalb der Punkteregion entscheidend sein. Monaco war in der Vergangenheit nicht selten das Zünglein an der Waage, wenn am Jahresende die Bonuszahlungen für die Endplatzierungen ausgeschüttet wurden. Es müssen also nicht zwangsweise WM-Zähler sein, doch Heikki Kovalainen (Caterham) winkt eh ab. "Ich denke wirklich noch nicht über Punkte nach", wird der finnische Rennfahrer von 'Autosport' zitiert. "Es ist aber ein ungewöhnliches Rennen und hier ist es wahrscheinlicher als an einem normalen Wochenende, dass etwas passiert. Für uns hat jedoch Priorität, die Zielflagge zu sehen", meint der Formel-1-Routinier. Gleichwohl müsse man in Monte Carlo stets auf alles Mögliche gefasst sein. "Aufgrund der kleineren Strecke könnten auch die Abstände zwischen den einzelnen Autos geringer sein. Ich würde aber erwarten, dass wir uns in unserer üblichen Position wiederfinden. Ich denke nicht, dass wir aufgrund der Natur der Strecke einige Plätze gewinnen. Es kommt mehr auf die Umstände an", sagt Kovalainen. "Es könnte für jeden hier schwierig werden, das Optimum herauszuholen." "Das könnte uns eine bessere Chance geben", meint der Caterham-Pilot. Pedro de la Rosa (HRT) setzt hingegen zweifelsfrei auf den Glamour-Grand-Prix: "Es ist ein Rennen, das Möglichkeiten bietet. Deshalb freust du dich auf Monaco, wenn du nicht für ein konkurrenzfähiges Team antrittst", erklärt der spanische Rennfahrer bei 'Autosport'. Eine Sensation sei in Monte Carlo nicht unmöglich. Dies habe die Vergangenheit immer wieder gezeigt. "Wenn du gut fährst, prima an der Federung arbeitest und eine gute Balance erzielst, dann kannst du stärker sein als irgendwo sonst", sagt de la Rosa. Zudem komme der Kurs seinem F112-Fahrzeug entgegen: "Nach Barcelona wissen wir, welche Kurven uns am meisten wehtun. Davon gibt es in Monaco aber nur wenige", meint de la Rosa.
Quelle: motorsport-total.com
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| Formel 1 » Perez ist bereit für die Gratwanderung Monaco |
Perez ist bereit für die Gratwanderung Monaco
24.05.2012 - 09:55
Senna ist froh, in einem Formel-1-Auto nach Monaco zurückkehren zu dürfen Zoom © xpbimages.com
Senna und Monaco - diese Verbindung scheint in den Genen zu liegen, schließlich sagt ein erfreuter Bruno Senna nach dem Freien Training am Freitagnachmittag bei 'Sky Sports F1': "Es ist eine meiner Lieblingsstrecken." Auf einen motorsportlichen Besuch an der Cote d'Azur musste der Brasilianer, der das Renault-Cockpit in der vergangenen Saison erst im Herbst ergatterte, zwei Jahre warten. Die Wiedersehensfreude ist groß: "Schön, nach einer langen Zeit, in der ich hier nicht Formel 1 gefahren bin, zurückkehren zu können", meint Senna. Dass die Wetterbedingungen ziemlich wankelmütig waren, stört den 28-Jährigen nicht. "Am Nachmittag wollte sich der Regen nicht so wirklich entscheiden, ob er nun kommt oder nicht. Das hat es zu einer verrückten Session gemacht", erklärt er. Zuletzt raste Senna im Jahre 2010 durch das Fürstentum - damals noch auf Bridgestone-Pneus. "Mit den Pirelli-Reifen ist es eine ganz andere Erfahrung als damals im HRT", stellt er fest. Der Magie Monte Carlos kann sich der Träger eines großen Namens nicht entziehen. "Wenn du selbstbewusst und eins mit dem Autos bist, vergisst du alles um dich herum. Dann kommt die Rundenzeit ganz von alleine", schwärmt Senna. In der höchsten Nachwuchsklasse siegte der vor drei Jahren. "Ich erinnere mich noch gut an den GP2-Erfolg. Hoffentlich gelingt mir das ein weiteres Mal." Sechs Siege des berühmten Onkels Ayrton verpflichten: "Wir haben hier so viel Geschichte geschrieben. Glücklicherweise auch ich mit meinem GP2-Sieg - aber die Formel 1 ist das, was zählt", blickt Senna voraus.
Der große Sir Frank Williams kann seit dem Sieg in Barcelona wieder lachen Zoom © Williams
Mit 70 Jahren ist Frank Williams der älteste Teamchef der Formel 1, aber während der 68-jährige Peter Sauber schon seinen Rücktritt mit Jahresende angekündigt hat, will der an den Rollstuhl gefesselte Brite noch nicht loslassen. Zwar zieht er sich schrittweise aus dem Tagesgeschäft zurückziehen - ein Prozess, der bereits eingeleitet wurde -, aber vorerst möchte er weiterhin an der Spitze des Rennstalls bleiben. Dass er seinen Sitz im Vorstand an Tochter Claire übergeben hat, ändere "nichts", denn: "All die Einzelpersonen mit ihren aufgeteilten Verantwortungsbereichen machen einen super Job. Ich bin aber immer noch kontrollierender Mehrheitseigentümer und Teamchef", stellt Williams im Interview mit dem 'Telegraph' klar. "Jemand muss zu mir kommen und mir sagen: 'Frank, du vergisst zu viel' oder 'Frank, du stehst langsam im Weg'." Williams sieht die Zeit noch nicht gekommenDas sei momentan noch nicht der Fall, meint der liebevoll "Rollstuhlgeneral" genannte Brite und widerspricht damit Kritikern, die nur hinter vorgehaltener Hand flüstern, dass sein Gesundheitszustand schon bald einen Wechsel erforderlich machen könnte. Würdest du dann zurücktreten, Frank? "Wenn ich wirklich glauben würde, dass ich die Dinge aufhalte, dann ja", sagt er. "Aber ich glaube nicht, dass es schon so weit ist." Teamintern war Adam Parr derjenige, der in den vergangenen Jahren den besten Draht zu Williams hatte, aber der Vorstandsvorsitzende musste im Zuge der Concorde-Verhandlungen mit Bernie Ecclestone gehen. Die neue Garde um Claire Williams und Großaktionär Toto Wolff steht schon eher für die nächste Generation. Wolff freute sich zuletzt in Barcelona "rasend, dass Frank das miterleben kann". Gemeint war der erste Sieg seit acht Jahren. Auch sonst gönnt man Williams die Rückkehr auf die Siegerstraße. Viele sind der Meinung: Es wäre ein unwürdiger Abgang eines großen Mannes gewesen, wenn Williams bis zu seinem endgültigen Rücktritt jahrelang sieglos geblieben wäre. "Er ist einer der Besten in unserem Zirkus, ein harter Kerl, ein Kämpfer", lobt Gerhard Berger. "Wir haben alle riesigen Respekt vor ihm, sind alle Fans von ihm. Und wir alle haben ein bisschen gelitten, als er immer mehr ins Hintertreffen geraten ist." Berger freut sich auch für Landsmann WolffFranks Tochter Claire Williams im Gespräch mit Bernie Ecclestone © xpbimages.com "Den letzten Sieg habe ich ihm sehr gegönnt - und das auch noch zu seinem Geburtstag! Das war wirklich toll", sagt Berger. "Ich freue mich auch für Toto Wolff, der als Österreicher jetzt Miteigentümer in dem Team ist. Ich glaube, die sind auf einem guten Weg. Die machen in diesem Jahr schon die ganze Zeit eine gute Figur. Und Maldonado scheint ein Treffer zu sein. Aber dafür hatte Frank immer schon ein Näschen." Die Frage ist: Wie lange noch? Der Racing-Virus lässt den 70-Jährigen jedenfalls nicht los: "Ich bin immer noch renn- und geschwindigkeitsverrückt", gibt der seit einem Vierteljahrhundert querschnittgelähmte Gründer des dritterfolgreichsten Formel-1-Teams aller Zeiten zu. "Seitlich mit 140 km/h durch eine Kurve zu rutschen, packt mich. Die Weltmeisterschaft nicht zu gewinnen, ist eher Nebensache. Es geht mir ums Racing."
Gerhard Berger hat Pastor Maldonado auch in Monaco auf der Rechnung Zoom © xpbimages.com
Gerhard Berger übt zwar keine offizieller Funktion mehr in der Formel 1 aus, dennoch ist er ein gern gesehener Gast im Fahrerlager. An diesem Wochenende sind dabei die Wege für den Österreicher recht kurz, denn wie viele der Piloten lebt er in Monaco. Berger kennt die Formel 1 sowohl aus der Perspektive des Fahrers als auch aus dem Blickwinkel von der Boxengasse aus, wo er als Motorsport-Direktor von BMW und Mitinhaber von Toro Rosso am Kommandostand saß. Doch an ein Rennjahr wie 2012 kann sich der 52-Jährige spontan auch nicht erinnern. "Es ist bisher eine ganz besondere Saison. Bei jedem Rennen gibt es einen anderen Sieger", sagt Berger im Gespräch mit 'SkySportsF1'. "Wir sehen einen sehr starken Williams, einen starken Sauber, einen sehr konkurrenzfähigen Ferrari. Vettel und Alonso führen die WM an. Es ist eine völlig andere Saison als in den vergangenen Jahren." In einer ohnehin turbulenten Saison, in der die Vorhersage des Sieger vor dem Rennwochenende kaum möglich ist, folgt nun mit Monaco ein Grand Prix, der von sich aus schon unberechenbar ist. Auch Berger freut sich auf das Rennen an der Cote d'Azur. "Jetzt kommen wir hier nach Monaco und es wird sehr interessant sein zu sehen, war hier alles zusammenbekommt." Doch der Österreicher ist sich schon jetzt sicher, welche Piloten im Kampf um den Sieg eine Rolle spielen werden. "Alonso wird einer derjenigen sein, die um den Sieg mitkämpfen. Hamilton, Alonso, Rosberg, und auch Maldonado dürfen wir nicht vergessen. Er war mit jedem Auto schnell, mit dem er hier gefahren ist", erinnert Berger an Maldonados Glanzleistungen in der GP2. "Vielleicht wird er auch an diesem Wochenende wieder eine Rolle spielen." Beeindruckender ist für Berger aber einer der Piloten seines ehemaligen Teams. "Ein großer Faktor bei Ferrari ist Alonso", sagt der 52-Jährige. "Er ist einer der besten, wenn nicht sogar der beste Fahrer im Feld. Er macht einen unglaublichen Job. Er fährt ständig am Limit, egal ob im Freien Training, Qualifying oder im Rennen. Er ist eine Garantie für gute Resultate. Aber Ferrari hat einen Schritt nach vorne gemacht. Vor allem beim vergangenen Rennen, aber auch heute Morgen. Er ist in guter Form." Sein ehemaliger Schützling Sebastian Vettel, mit dem Berger 2008 in Monza den Sieg bei Toro Rosso feiert, sticht in dieser Saison trotz der Sieges in Bahrain nicht so heraus wie noch im Vorjahr. Für Berger eine Folge der aktuellen Entwicklung der Formel 1. "Eine dominierende Rolle gibt es in diesem Jahr nicht", sagt der Österreicher bei den deutschen Kollegen von 'Sky Sport'. "Aber letztendlich führt Sebastian immer noch in der Weltmeisterschaft." Daran wird sich nach Ansicht von Berger auch bis zum Ende der Saison nichts ändern. "Sie sind immer dabei und werden am Ende auch wieder mitkämpfen." Die unberechenbare Formel 1 2012, die bei manchem Beobachter für Verwirrung, sorgt bei Berger, der nurmehr die Rolle des Zuschauers innehat, für Begeisterung. "Für uns Fans ist es natürlich besser, wenn es knapper zugeht, als wenn einer vorne wegfährt."
Jean-Eric Vergne konnte seine "Angst" vor der Strecke schnell ablegen Zoom © xpbimages.com
Das Toro-Rosso-Team bezeichnete den ersten Tag zum Großen Preis von Monaco als "eher frustrierend". Zum einen musste man den Neulingen in erster Linie Fahrzeit auf der Strecke geben, sodass man nicht viel am Setup arbeiten konnte. Zum anderen kam natürlich noch das wechselhafte Wetter hinzu. Am Ende fuhr Jean-Eric Vergne auf Platz 16 der schnellsten Zeiten des Tages, 2,463 Sekunden hinter Jenson Button und 0,043 Sekunden vor Teamkollege Daniel Ricciardo, der Position 17 auf der Liste der schnellsten Zeiten belegt. "Für mich war es hier das erste Mal in einem Formel-1-Auto", so Vergne. "Ich habe es wirklich genossen. Da ich im vergangenen Jahr in der World Series in Monaco nicht besonders gut unterwegs war, war ich bezüglich des heutigen Tages ein wenig besorgt, auch wenn ich mich auf die neue Erfahrung freute und nicht wusste, was ich zu erwarten habe." "Meiner Meinung nach sieht meine Leistung im Vergleich zu der meines Teamkollegen gut aus, schließlich hat Daniel auf dieser Strecke zwei Rennen in der World Series gewonnen und er hat vergangenes Jahr im Formel-1-Auto etwas Trainingszeit gehabt. So gesehen bin ich ganz glücklich und habe das Gefühl, dass die Rundenzeit nicht wichtig war, besonders da ich in etwas Verkehr geriet und meine letzte Runde in der Boxengasse beendete." "Mit der Balance des Autos bin ich relativ zufrieden, welche wir noch etwas verfeinern können. Ich benötige jedoch noch etwas mehr Zeit, um mich selbst an den Kurs anzupassen, selbst wenn ich gern im Nassen gefahren bin. Ich fühle mich vorbereitet, egal, auf welche Bedingungen wir im Verlauf des restlichen Wochenendes treffen sollten." "Aufgrund des Wetters am Nachmittag liefen die Dinge nicht ganz so reibungslos, wie wir dies geplant hatten", so Ricciardo. "Wir waren nicht in der Lage, alles auszuprobieren, was wir uns erhofft hatten." "Es ist aus diesem Grund etwas frustrierend, besonders da wir morgen einen freien Tag haben. Ich würde es vorziehen zu fahren, aber es ist womöglich eine gute Sache, denn wir können wirklich darüber nachdenken, was wir brauchen, um nach vorne zu kommen." "Es gibt auch ein paar Gebiete, auf denen wir uns verbessern müssen, und ich bin mir sicher, dass sich unsere Leistung komplett verändern wird, wenn wir das in den Griff bekommen. Hoffentlich werden wir am Samstag ein gutes Qualifying haben." "Alles in allem war dies ein eher frustrierender Tag", so Chefingenieur Laurent Mekies. "Denn die Streckenbedingungen waren während der Einheit am Nachmittag ziemlich wechselhaft." "Angesichts der Tatsache, dass Daniel vergangenes Jahr lediglich im 1. Freien Training für uns gefahren ist und Jean-Eric hier noch nie in einem Formel-1-Auto unterwegs war, lag der Hauptfokus des Tages darauf, beiden Fahrern auf dieser einzigartigen Strecke so viel Zeit zu geben wie nur möglich."
"Aus diesem Grund waren wir am Vormittag die ersten, welche aus den Boxen fuhren, denn wir wollten sie in den richtigen Rhythmus bringen. Dieser Teil unseres Planes verlief erfolgreich. Sie schienen die Erfahrung genossen zu haben. Wir haben auch am Nachmittag trotz der wechselhaften Bedingungen versucht, jede Menge Runden zu fahren." "Aber alles in allem haben wir in Bezug auf die übliche Arbeit am Setup des Autos nicht so viel erreicht. Abgesehen davon hatten wir einen problemlosen Tag und die Fahrer leisteten sich keinerlei Fehler. Aufgrund des unglücklichen Zeitplans dieser Veranstaltung haben wir morgen einen ganzen Tag, an dem wir darüber nachdenken können, wie wir das Auto für den Rest des Wochenendes verbessern können."
Kamui Kobayashi ist mit seinem Sauber noch nicht restlos glücklich Zoom © xpbimages.com
Starker Trainingsauftakt in Monaco für das Sauber-Team. Während Sergio Perez im Gesamtergebnis auf den beachtlichen fünften Platz fuhr, kam Teamkollege Kamui Kobayashi, der kein Fan des engen Kurses im Fürstentum ist, immerhin auf den neunten Gesamtrang. Auf die Bestzeit von McLaren-Pilot Jenson Button fehlten ihm 1,292 Sekunden. Dennoch erlebte der Japaner, der in Spanien großartiger Fünfter wurde, keinen problemlosen Trainingsstart. Er klagt gegenüber 'Sky Sports' über mangelnden Abtrieb: "Ich verwende den gleichen Unterboden wie mein Teamkollege, aber im Vergleich zu ihm vermissen wir aus einem unbekannten Grund etwas Abtrieb. Aus diesem Grund hatten wir hier ein paar Probleme." Das Team wechselte daher auf den Ersatz-Unterboden. Auch die Umstände machen es dem Sauber-Piloten nicht leicht: "Die Strecke ist immer ziemlich schmutzig - es ist sehr rutschig. Daher ist es immer sehr schwierig, das richtige Setup zu finden, aber ich denke, dass es in Ordnung ist. Wir sind nicht so weit weg. Am Samstag werden wir dann sehen, was das Wetter macht. Die Streckenbedingungen sind hier an diesem Wochenende eine ziemliche Unbekannte - und das macht es sehr knifflig." Obwohl am Freitag für die Formel-1-Piloten Ruhetag ist, wurde Kobayashi von seinem Team eingeteilt: "Ich habe einen etwas seltsamen Zeitplan. Es gibt eine Autogrammstunde an der Strecke, was eine Überraschung ist. Ich muss also leider zur Strecke kommen." Obwohl er den Kurs nicht für eine wirkliche Formel-1-Strecke hält, kann er dem Rennen etwas abgewinnen: "In Monaco ist die Aufregung immer sehr groß - und das ist gut für die Formel 1."
Hat Fahrer noch nie mit Samthandschuhen angefasst: Frank Williams Zoom © xpbimages.com
Bruno Sennas Stuhl bei Williams wackelt nach dem Sieg von Pastor Maldonado beim Spanien-Grand-Prix bedenklich. Und der Teamchef rüttelt weiter am Sitz des Brasilianers: "Bruno muss jetzt antworten", zitiert die britische Tageszeitung "The Telegraph" Frank Williams und findet gewohnt deutliche Worte: "Maldos (Maldonados, Anm. d. Red.) Erfolg sollte für ihn ein Tritt in den Hintern sein." Williams, der sich von den starken Leitungen des Venezolaners überrascht zeigt, redet auch bei den Finanzen nicht lange um den heißen Brei herum. "Völlig unpolitisch, aber er bringt eine nützliche Menge an Sponsorengeldern mit." Insider beziffern diese "nützliche" Summe auf rund 30 Millionen britische Pfund, die Caracas staatlicher Ölkonzern PDVSA auf das Williams-Konto überweist. Die Maldonado zugeschriebene Favoritenrolle - er hat in Monaco mit Ausnahme der Königsklasse in allen Serien, die er gefahren ist, bereits gewonnen - will Williams nicht bestätigen. "Die Formel 1 ist böse. Wenn du den kleinsten Fehler machst, bist du tot. Es ist das beste, bescheiden zu sein", so Sir Frank.
Frank Williams wollte sein Team in der Notlage nicht im Stich lassen Zoom © Williams
Die Formel 1 gilt als zerstrittener Haufen. Missgunst und Misstrauen, Spionage und Tricksereien gehören im Fahrerlager zur Tagesordnung. Doch wenn es zu Katastrophen kommt, dann rückt die Königsklasse des Motorsports zusammen. Bestes Beispiel dafür ist der Feuerunfall in der Williams-Box, der das Sensationsteam nach dem Überraschungsteam hart getroffen hat. "Ich habe die Zeit nach dem Rennen genossen, war in der Garage und blieb stehen, um mit jemandem zu sprechen, als es zu meiner Rechten etwas zerrissen hat", erinnert sich Teamchef Frank Williams gegenüber dem 'Telegraph' an den folgenschweren Knall. "Sofort breiteten sich schwarze Rauchwolken aus." Eine brenzlige Situation für den Querschnitt-gelähmten Teamboss. Doch sein Betreuer reagierte rasch. "Schnell wie der Blitz wurde ich aus der Box gerollt", erzählt er. Dabei war ihm dies zunächst gar nicht recht: "Ich schrie: 'Michael, du musst verdammt noch mal stehenbleiben. Ich sollte eigentlich die Leitung übernehmen, und kann mich nicht einfach aus dem Staub machen." Williams wollte zurück in die BoxSein Betreuer folgte dem Befehl des Chefs und schob den "Rollstuhl-General" wieder in Richtung Box. "Aber ich konnte dort nicht viel tun", erkannte Williams. Doch was war passiert? Williams-Mitbesitzer Christian "Toto" Wolff gibt gegenüber 'Sky' Einblicke: "Eine Funkstation aus Plastik, wo die Funkgeräte dran hängen, ist geschmolzen und hat zu dieser Rauchentwicklung geführt." Die Ursache dafür ist noch immer nicht ganz klar, wie Wolff erklärt: "Es wird immer noch analysiert, aber vermutlich war es eine statische Entladung, wie sie jeden Tag passieren kann, wenn wir jemandem die Hand schütteln und wir einen Schlag kriegen. Diese statische Entladung hat Dämpfe entzündet, und dann ist ein Fass in die Luft geflogen. Das ist extrem unüblich, wie ich gehört habe, aber es kann passieren." Gesamtes Fahrerlager kämpfte gegen FlammenAls das Feuer ausbrach, half plötzlich fast gesamte Fahrerlager mit, eine Katastrophe zu verhindern. Mechaniker unterschiedlicher Teams nahmen ihre Feuerlöscher und bekämpften die Flammen. "Es gehört einiges an Mut dazu, sich da hineinzustürzen, vor allem, wenn es nicht einmal das eigene Team ist", zollt der Österreicher den Helfern seine Anerkennung. "Es zeigt, wie die Mannschaften da zusammenhalten. Das war das die schöne Seite an der Tragödie." Toto Wolff glaubt, dass es einen balalen Grund für den Unfall geben könnte © xpbimages.com Freilich hätte aber auch ihr eigenes Team betroffen sein können, hätte man das Feuer nicht unter Kontrolle gebracht. "Sie wussten, dass sie helfen müssen, denn sonst hätte das Feuer auch auf andere Boxen übergreifen können", meint Wolff. Inzwischen wird nur noch ein Williams-Teammitglied im Krankenhaus behandelt - der Mitarbeiter leidet an Verbrennungen an Händen und Füßen. "Er wird nächste Woche aus dem Krankenhaus entlassen - also sind wir mit dem Schrecken davongekommen", ist Wolff froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist. "Er hat einen starken Charakter", stellt Williams klar, dass es seinem Teammitglied den Umständen entsprechend gut geht. "Er wird zurückkommen, wenn es für ihn passt - in einem Monat oder zwei." Williams bedankt sich für HilfeAuch der 70-jährige Brite zeigt sich vom Zusammenhalt im Fahrerlager angetan: "Es hat mich sehr glücklich gemacht, als ich im Nachhinein gehört habe, dass jeder Feuerlöscher im Fahrer von fast jedem Team benutzt wurde. Die Reaktion war außergewöhnlich, wirklich überwältigend."
Damit war es aber nicht getan, denn auch nach dem gelöschten Brand zeigten die anderen Teams ihre Hilfsbereitschaft. "Alle Teams sagten zu mir: 'Was auch immer ihr braucht - wir werden euch helfen'", erinnert sich die lebende Formel-1-Legende. "Ich weiß nicht genau, was wir angenommen haben, aber ich habe darum gebeten, dass eine Liste angefertigt wird. Meine Hauptaufgabe in Monaco ist es, alle Teamchefs zu treffen, ihnen zu danken und zurückzuzahlen, was auch immer sie uns gegeben haben."
Jenson Button sicherte sich die Bestzeit am ersten Trainingstag in Monaco Zoom © xpbimages.com
Am Vormittag war es zwar noch trocken, aber wirklich aussagekräftig war das Ergebnis des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco nicht, und auch die zweite Session im Fürstentum an der Cote d'Azur ließ keine echten Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis an diesem Wochenende zu. Schuld daran war Regen im zweiten Freien Training in Monte Carlo. "Diese Bedingungen sind sehr schwierig für uns", meinte Force-India-Teammanager Andy Stevenson nach knapp einer halben Stunde der geplanten 90 Minuten. "Die Strecke ist zu feucht, um konstruktiv zu fahren, aber nicht nass genug für Intermediates. Da wäre mir stärkerer Regen sogar lieber, denn laut Wettervorhersage soll es am Wochenende regnen. So könnten die Fahrer zumindest ein paar Runden trainieren, um sich an die Bedingungen zu gewöhnen." Button-Bestzeit auf weichen ReifenEin Wunsch, der nicht in Erfüllung gehen sollte, denn erst trocknete es ein bisschen ab, ehe es wieder zu regnen begann - beim zweiten Mal etwas stärker. Von da an waren die gleich zu Beginn erzielten Zeiten in Stein gemeißelt. Jenson Buttons Bestzeit von 1:15.746 Minuten war jedoch kaum aussagekräftig, schließlich hatte der McLaren-Pilot noch vor einsetzendem Regen als einer der wenigen Piloten eine volle Runde auf den weicheren Supersoft-Pirellis zurückgelegt. Der Lotus von Romain Grosjean hinterließ heute einen sehr starken Eindruck © xpbimages.com "Wir sind heute für einen Donnerstag in Monaco nicht viel gefahren. Hoffentlich wird das Wetter am Samstag ein bisschen besser", seufzt der Tagesschnellste, der es insgesamt auf 30 Umläufe brachte, 17 davon am Nachmittag. Zweiter wurde Romain Grosjean (Lotus), der mit seiner spektakulären Fahrweise immer wieder in Richtung Leitplanken driftete, aber jeden einzelnen Rutscher gekonnt abfangen konnte. Rückstand: 0,392 Sekunden. Allerdings absolvierte Grosjean seinen gezeiteten Run noch auf der härteren Reifenmischung, "und die ist um ungefähr eine Sekunde langsamer als die weiche", analysiert Formel-1-Experte Marc Surer. Eigentlich also ein gutes Zeichen für das Lotus-Team, dem die meisten Beobachter an diesem Wochenende eine starke Performance zutrauen, aber andererseits ist das Ergebnis wegen des Wetters und unterschiedlicher Benzinmengen noch verzerrter als sonst am ersten Trainingstag. Massa in FP2 schneller als AlonsoFelipe Massa gewann das Ferrari-Stallduell am Nachmittag gegen Fernando Alonso, in der Gesamtwertung belegte Alonso aber mit 0,519 Sekunden Rückstand den dritten Platz - seine Bestzeit vom Vormittag konnte er in der zweiten Session nicht mehr unterbieten. In der inoffiziellen Regenwertung belegte Massa sogar den zweiten Platz, zwei Zehntelsekunden hinter Sergio Perez (5./Sauber/+0,965), der auf nasser Strecke in 1:26.6 Minuten am schnellsten war. Nur diese fünf Fahrer lagen am Ende des Donnerstags innerhalb von einer Sekunde. Monaco-Spezialist Lewis Hamilton (McLaren), Barcelona-Sieger Pastor Maldonado (Williams), Nico Rosberg (Mercedes), Kamui Kobayashi (Sauber) und Mark Webber (Red Bull) komplettierten die Top 10. Vorjahressieger Sebastian Vettel wurde eineinhalb Sekunden hinter der Spitze und 74 Tausendstelsekunden hinter Teamkollege Webber Elfter. Marko klagt über schlechtes Wetter"Wir hätten einige Änderungen am Auto. Da ist es natürlich schade, wenn man die Zeit jetzt auf keine Weise nützen kann", bedauert Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko. "Es war zu wenig nass für Intermediate- oder Regenreifen, aber nass genug, um Erkenntnisse unmöglich zu machen. Es hängt nur hier über der Rennstrecke eine Wolke, der Rest ist laut Radar in Ordnung. Heutzutage sind die Wetterprognosen sehr gut. Wir müssen schon mit eher schlechtem Wetter rechnen." Im feuchten Teil der zweiten Session war niemand schneller als Sergio Perez © xpbimages.com Am meisten trainierten im Regen die Toro-Rosso-Junioren - niemand war so fleißig wie Vergne/Ricciardo, die es als 16. und 17. auf insgesamt 101 Runden brachten. "Im Nassen zu fahren, ist immer wichtig", erklärt Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari. "Wenn es im Qualifying das gleiche Wetter hat, weißt du, wie sich das Auto verhält. Die Strecke ist natürlich rutschig, aber es ist wichtig, zu trainieren. Nur so findest du heraus, wo es rutschig ist und wo es Grip hat."
Offensichtlich keinen Grip hatte es in der Bremszone vor der Mirabeau-Kurve, in der in den letzten Minuten beide Williams-Piloten, Perez und Massa Bekanntschaft mit der Auslaufzone machten. Der Crew von Maldonado dürfte das Herz stehen geblieben sein, als der Venezolaner in dem schmalen Notausgang mit einem Burnout wenden wollte, doch kurz vor dem Einschlag in die Leitplanken kam er dann doch zu Sinnen und ließ sich von den Streckenposten helfen. Kovalainen wieder in ProblemenDen Schlusspunkt setzte wie schon am Vormittag Heikki Kovalainen (21./Caterham/+4,283) - diesmal allerdings nicht mit einem Motorschaden im Tunnel, sondern mit einem Ausritt in Mirabeau. Der Finne konnte im Gegensatz zu seinen Konkurrenten nicht weiterfahren, sodass die letzten Minuten der Session unter gelben Flaggen stattfanden. Landsmann Kimi Räikkönen trainierte in Session zwei umso fleißiger: 25 Runden, dreieinhalb Sekunden Rückstand, 20. Platz. Nur 25 Runden: Michael Schumacher trainierte weniger als alle anderen Fahrer © xpbimages.com "Der Lotus scheint ziemlich stark zu sein, was Traktion und mechanischen Grip angeht", analysiert Experte Alguersuari. "Dem stimme ich zu", meint der ehemalige Formel-1-Ingenieur Gary Anderson und ergänzt: "Button und Hamilton machten heute Morgen durch die Schwimmbad-Passage einen sehr starken Eindruck. Ich glaube, die werden mitmischen." Alguersuari rechnet außerdem mit Ferrari, rätselt aber: "Schwer zu sagen, wo Red Bull im Moment steht."
Positiv ist, dass alle komfortabel innerhalb der 107-Prozent-Zeit lagen, weniger positiv hingegen, dass niemand einen Longrun mit den roten Supersoft-Option-Pirellis fahren konnte. "Was den Abbau der Reifen angeht, wird es eine Reise ins Unbekannte", twittert Ferrari nach dem Training. "Niemand konnte Longruns fahren. Das ist ein weiteres Fragezeichen für das Rennen." Jetzt steht aber ohnehin erst einmal der Ruhetag auf dem Programm.
Geht es auch in den nächsten Jahren für die Formel 1 noch quer durch die Eifel? Zoom © HRT
(Motorsport-Total.com/SID) - Dank Sponsoren und des Entgegenkommens von Promoter Bernie Ecclestone hat die Formel 1 auf dem Nürburgring anscheinend doch noch eine Zukunft. "Wir können den Vertrag mit Ecclestone für die nächsten zehn Jahre, also über fünf Rennen, verlängern", sagt Kai Richter, einer der Streckenbetreiber, mit Blick auf die Hockenheim-Rotation. "Ein solches Ergebnis, wie wir es ausgehandelt haben, hat es noch nie für den Nürburgring gegeben", betont er. Richter nennt Details: "Weniger als zehn Millionen Euro sind als Beitrag des Landes für ein Rennen gefordert." Er und sein Mitgesellschafter beim Veranstalter-Unternehmen Rheinland-Pfalz Grand Prix, Jörg Lindner, erklären, sie hätten "in schwierigen Verhandlungen bei insgesamt vier Treffen" mit Ecclestone dieses "äußerst attraktive Ergebnis" erzielt. Möglich geworden sei es auch durch ein Gesamtpaket von nationalen Sponsoren und Investoren. Lindner verdeutlicht aber, dass der Vertrag mit Ecclestone bis Juni abgeschlossen werden müsse: "Sonst ist die Formel 1 weg. Für viele, viele Jahre." Ecclestone, der von einem "internen Problem mit den Promotern" spricht, äußert sich zu der Nürburgring-Frage gegenüber 'ESPNF1' wie folgt: "Ihr Vertrag lief aus, also werden wir ihn erneuern. Das passiert, sobald sie wissen, mit wem wir das tun können." Ecclestone zeigt sich kompromissbereit und schießt hinterher: "Ich mache es gern." Das Land Rheinland-Pfalz hatte Richter und Lindner wegen ausstehender Pachtzahlungen mit einer Räumungsklage gedroht. Eine Reaktion der Mainzer Landesregierung liegt bisher noch nicht vor.
Siegkandidat im Leitplanken-Dschungel? Hamilton fährt kalkulierter Zoom © xpbimages.com
Heiße Rennaction und viel Glamour: Bei Monaco und Lewis Hamilton scheint es sich um eine passende Synthese zu handeln. Nachdem das Rennen im Fürstentum dem Briten im vergangenen Jahr - unter anderem wegen zwei Durchfahrtsstrafen - völlig misslang, stehen die Vorzeichen 2012 besser. Denn der Vollblut-Racer Hamilton scheint kalkulierter und vorausschauender zu fahren denn je. In Spanien brachte ausgerechnet der als Reifenmörder verschrieene Ex-Weltmeister sein Auto als einziger Pilot mit einer Zwei-Stopp-Strategie ins Ziel. "Es ist eine Herausforderung, mit den Pirelli-Pneus klarzukommen", betont er gegenüber 'Autosport'. "Es gibt Momente, in denen mir das gelingt, und einige, in denen es das nicht tut. Aber 2008 war das nicht anders", so Hamilton. Es ist der Verweis auf die Saison, in der er auf Bridgestone-Reifen Weltmeister wurde - damals allerdings hatte der schonende Umgang mit dem Gummi noch nicht den Stellenwert, den er heute genießt. "Jeder hat Stärken und Schwächen. Zu meinen Vorzügen gehört es, eine schnelle Runde auf neuen Reifen zu fahren. Sie lange am Leben zu erhalten ist für mich eine Herausforderung", stellt Hamilton fest.
Gute Zeiten, schlechte Zeiten: Lewis Hamilton wirkt 2012 deutlich entspannter Zoom © xpbimages.com
Was ist bloß mit Lewis los? Diese Frage stellten sich die Formel-1-Fans im vergangenen Jahr gewiss mehr als einmal. Lewis Hamilton schien 2011 nämlich nicht in gewohnt bestechender Form zu fahren und wirkte oft abgelenkt. All dies ist nun aber Schnee von gestern, denn heute tritt der McLaren-Pilot wieder beschwingt und selbstsicher auf. Aber warum eigentlich? Hamilton geht auf Spurensuche. Der britische Rennfahrer hat sich in der Winterpause die Zeit genommen, um sich selbst und das Geschehene ausgiebig zu analysieren, wie er gegenüber 'Autosport' bestätigt. Gleichzeitig fasste Hamilton frischen Mut - und offensichtlich auch einige gute Vorsätze. "Es geht darum, dich richtig einzustellen", sagt Hamilton über seine Auszeit im Winter. Dabei war er augenscheinlich erfolgreich. Neben Fernando Alonso (Ferrari) ist Hamilton 2012 nämlich der einzige Fahrer im Starterfeld, der bisher in allen Rennen in den Punkten war. Die Konstanz, die im vergangenen Jahr so oft fehlte, scheint also vorhanden zu sein. Oder wie es Hamilton ausdrückt: "Du hoffst, nicht wieder in den gleichen Trott zu verfallen, sofern du dich im vergangenen Jahr in einem Trott befunden hast." "Es gab einfach ein paar Dinge in meinem Leben, die ich neu sortieren musste. Das brauchte seine Zeit. Jetzt passt alles, also bin ich ziemlich zufrieden. All das macht dieses Jahr umso schöner", sagt Hamilton. Familie, Freunde, Management, Team - Privat- und Rennfahrer-Leben verlaufen nun also wieder in geordneten Bahnen. Dieser Umstand ist auch den Formel-1-Beobachtern nicht entgangen. Coulthard bewundert die Wandlung HamiltonsDer ehemalige Formel-1-Pilot David Coulthard zeigt sich bei 'Autosport' beispielsweise hocherfreut über den "neuen Lewis" und sagt: "Lewis Hamilton fährt derzeit so gut wie eh und je - wenn nicht sogar besser als früher. Das ist schön zu sehen. Was hat sich verändert? Nun, ich denke, er ist über den Winter erwachsen geworden. Er hatte die Chance, über all dies nachzudenken", meint "DC". "Ich sehe einen deutlich kompletteren Rennfahrer als den Lewis von vor einem Jahr." David Coulthard "Das scheint er getan zu haben. Ich sehe einen deutlich kompletteren Rennfahrer als den Lewis von vor einem Jahr. Er hatte nie ein Problem mit seiner Geschwindigkeit, sondern schien nur abgelenkt zu sein. Das hat er nun offenbar im Griff. Und er macht keine Fehler. Dass er Jenson Button in Spanien vom letzten Startplatz aus geschlagen hat, ist ein gutes Beispiel dafür, wie stark Lewis 2012 auftritt." In der Tat, wie die bisherigen Ergebnisse unterstreichen. Auch McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh erkennt darin einen "anderen" Hamilton und merkt bei 'Autosport' an: "Die Leute verändern sich nicht von jetzt auf gleich, sondern ganz allmählich. Lewis glaubt an sich als einen großen Rennfahrer, weiß aber nun, dass im Leben nicht alles nach Plan läuft. Man lernt nach und nach, damit umzugehen." Wenn Rennfahrer unter Druck stehen ..."Und wir würden keinen Lewis wollen, der sich mit dem Zweitbesten zufriedengeben würde", meint Whitmarsh und stellt klar: "Wir wollen einen Lewis, der es auf Erfolge abgesehen hat, der sich als Zweiter nicht wohl fühlt, der alles bei sich, an seinem Auto, in seinem Team und in seinem Umfeld absolut perfekt haben will. Diese Entschlossenheit treibt ihn an." 2011 sah es noch ganz anders aus. "Wenn Rennfahrer unter Druck stehen, dann kann es sein, dass sie das Auto überfahren." Martin Whitmarsh Whitmarsh zeigt allerdings Verständnis für seinen Piloten und dessen vermeintlich schwieriges Jahr. "Wenn Rennfahrer unter Druck stehen, dann kann es sein, dass sie das Auto überfahren. Wenn sie dann auch noch an Selbstvertrauen eingebüßt haben, werden sie vielleicht noch ein bisschen mehr zurückhaltend. Lewis hat seine Fähigkeiten sicherlich nicht verloren", erläutert der Teamchef. "Seine Stimmung ist sehr positiv. Er hat dazugelernt und ist nun deutlich gefasster und glücklicher. Er weiß, er kann in diesem Jahr eine Weltmeisterschaft gewinnen", sagt Whitmarsh und Hamilton stimmt zu: "Ich versuche, zu gewinnen, und ich will gewinnen. Ich bin nicht zufrieden damit, in jedem Rennen nur Dritter zu werden. Der achte Platz beim jüngsten Rennen war auch nicht so toll", meint Hamilton. Der Sieg ist alles - oder etwa doch nicht?In Barcelona hatte der britische Rennfahrer aufgrund eines Teamfehlers von ganz hinten losfahren müssen, nachdem er sein Auto auf die Pole-Position gestellt hatte. Dergleichen wirft Hamilton in diesem Jahr aber nicht aus der Bahn, auch wenn er sagt: "Es ist immer eine Enttäuschung, wenn man Rückschritte macht. Du willst doch attackieren, überholen. Nur darum geht es im Motorsport." "Es könnte viel schlimmer sein." Lewis Hamilton "Es könnte aber viel schlimmer sein. Was all dies in eine Perspektive rückte, war, was ich auf den Philippinen gesehen habe. Dort gibt es Kinder, die gar nichts haben und in Papierhütten auf der Straße leben. Und hier sind wir in der Formel 1. Damit kann ich also gar nicht unzufrieden sein. Das ist die Perspektive, die ich in diesem Jahr habe: Es könnte viel schlimmer sein", hält Hamilton fest. "Ich will aber trotzdem immer Erster werden." Und das so schnell wie möglich - und mit McLaren, wo Hamilton noch bis zum Saisonende unter Vertrag steht. Mit dem "und dann?" hat er sich laut eigener Aussage aber "noch nicht" beschäftigt, sagt Hamilton bei 'Autosport'. Die Begründung klingt plausibel: "Wir haben es mit einer so fordernden Saison zu tun, da muss ich einfach konzentriert bleiben". McLaren will Hamilton halten"Wenn ich meinen Fokus verliere und deswegen einige Punkte einbüße, könnte ich mir das nie verzeihen. Ich muss halt eine Lücke finden. Ich brauche die Zeit, um mich mit meinem Manager hinzusetzen und darüber zu reden. Ich bat sie (das Management; Anm. d. Red.) aber schon darum, sich einmal ein paar Gedanken zu machen. Wann es so weit sein wird, weiß ich aber nicht." "Ja, wir wollen ihn behalten." Martin Whitmarsh "Es wird irgendwann in diesem Jahr passieren, denn ansonsten bin ich arbeitslos", meint Hamilton und grinst verschmitzt. So weit wird es bei einem der Topstars der Szene vermutlich nicht kommen, auch wenn die Verhandlungen mit McLaren wohl erst in den Sommermonaten an Fahrt aufnehmen. Und zur Not - das ist aus dem Fahrerlager zu hören - hätten auch andere Teams Interesse an ihm.
McLaren dürfte aber erst einmal auf der Pole-Position stehen. Darauf hofft sicher auch Whitmarsh, wenn er sagt: "Ja, wir wollen ihn behalten." Der Teamchef zeigt sich jedoch zurückhaltend: "Wie man sich vielleicht vorstellen kann, ist das eine vertrauliche Angelegenheit. Es wäre nicht angebracht, darüber zu sprechen. Wenn Lewis und McLaren etwas kundzutun haben, dann werden wir es schon sagen."
Valtteri Bottas überzeugt als Freitagstester von Williams Zoom © xpbimages.com
Williams gehört in dieser Saison zu den Teams, die im ersten Freien Training des Rennwochenendes eine Testfahrer zum Einsatz kommen lässt. Bei 14 der 20 Grand Prix sitzt am Freitagmorgen Valtteri Bottas im Auto von Bruno Senna. Der Finne, der im vergangenen Jahr Meister der GP3-Serie war, und auf den vor allem Williams-Teilhaber Toto Wolff große Stücke hält, soll so langsam an die Formel 1 herangeführt werden. Doch bisher verläuft die Lernkurve des 22-Jährigen recht steil. Bottas überzeugt durch fehlerfreie Runden und schnelle Zeiten. In Barcelona zeigte er als Fünftschnellster im ersten Freien Training erstmals das Potenzial des FW34 auf dem Circuit de Catalunya auf. "Ich bin wirklich zufrieden", wird Bottas von 'The National' zitiert. "Das Wichtigste ist, dass ich eine Menge gelernt habe und nach jedem Wochenende mehr dazulerne. Die Ziele, die ich mir setzte, hab ich erreicht, und ich habe einen gute Speed." Der Finne zeigt sich erstaunt über seine raschen Fortschritte. "Niemand hätte von mir erwartet, dass ich in den ersten Freien Training so schnell wäre - ich war selbst überrascht." In diesem Jahr konzentriert sich Bottas voll auf seine Testfahrerrolle beim Williams, Rennen fährt er nicht. Doch das soll sich spätestens 2013 ändern. "Als Rennfahrer will ich so schnell wie möglich ins Auto, ich hoffe, dass es im kommenden Jahr möglich ist. Dieses Jahr dient der Vorbereitung. Außerdem kann ich dem Team zeigen, dass ich es drauf habe." Auf Gerüchte, nach denen er schon in dieser Saison Bruno Senna im Renncockpit ablösen könnte, gibt Bottas jedoch nicht. "Nein, das ändert für mich nichts. Mein Ziel ist das Gleiche: Ich möchte dazulernen und an jedem Wochenende ein besserer Fahrer werden." Bereits am fünften Rennwochenende mit seinem Team hatte Bottas erstmal Grund zum Feiern. Der Sieg von Pastor Maldonado in Barcelona sorgte auch beim 22-Jährigen für Begeisterung. "Das war ein großartiges Gefühl. Ich sehe, wie hart sie arbeiten, es war ein hochverdienter Sieg. Natürlich war es auch für uns eine große Überraschung, niemand hätte das erwartet. So etwas habe ich noch nie erlebt. Nach dem Fallen der Zielflagge haben alle in die Hände geklatscht und sich umarmt. Das war ganz speziell." Sein Debüt im Formel-1-Auto gab der Finne im vergangenen Jahr beim Young-Driver-Test in Abu Dhabi. In dieser Saison können die Teams wählen, ob sie diesen Test nach dem Rennen in Silverstone oder gegen Ende der Saison nach dem Grand Prix von Abu Dhabi fahren wollen. Bottas würde sich für Letzteres entscheiden. "Wenn du in einer anderen Serie fährst, wäre es besser, wenn der Test am Ende der Saison wäre. Dann kommt es nicht zu Terminüberschneidungen."
Hamilton (rechts) hat von seinem Freund Rosberg einen neuen Eindruck gewonnen Zoom © xpbimages.com
Nico Rosberg verteidigte sich in Bahrain hart gegen Lewis Hamilton und Fernando Alonso, wurde dafür von den Rennkommissaren aber nicht sanktioniert. Hat er die Manöver unternommen, um das Vorurteil, er sei leicht zu überholen, zu zerstreuen? "Mir war das gar nicht bewusst", kommentiert Rosberg diese gewagte Spekulation gegenüber 'Autosport'. "Ich war eigentlich ganz zufrieden damit, wie ich in Bahrain Konkurrenten hinter mir gehalten habe", so der Wiesbadener weiter. Hamilton, ein Freund und Weggefährte Rosbergs, weiß, dass Fahrer in der Königsklasse durchaus einzuordnen sind. "Einige Piloten sind wirklich einfach zu überholen. Du weißt, das es kein Problem sein wird", meint der Brite, dem selbst wenig Scheu vor riskanten Manövern nachgesagt wird. "Bei anderen überlegst du dann, nicht anzugreifen, weil du weist, dass sie dir keinen Platz lassen", bemerkt der McLaren-Star. Ihr unbeabsichtigte Wirkung haben die Manöver Rosbergs jedenfalls nicht verfehlt. "Um ehrlich zu sein, hatte ich einen anderen Eindruck von Nicos Fahrweise bis zum Rennen in Bahrain. Danach hat er sich verändert", meint Hamilton. Der erste Sieg in der Formel 1 habe nichts mit der veränderten Gangart zu tun, betont Rosberg: "Es ist eine wunderbare Erinnerung und vielleicht bringt sie etwas mehr Motivation, weil ich sie wiederholen möchte", sagt er. Der Mercedes-Pilot begründet: "Ich war ja zuvor nicht von der Rolle. Ich war in einer sehr guten Position und davon überzeugt, dass der Sieg eines Tages kommen würde", so Rosberg. Am Ende der Fahnenstange sieht der 26-Jährige sich und sein Team aber noch lange nicht angekommen. "Der Grand-Prix-Erfolg war nicht unser Ziel. Unser Ziel ist es nach wie vor, die Besten zu sein", gibt er sich selbstbewusst.
Michael Schumacher und Norbert Haug besuchten Lukas Podolski im Trainingslager Zoom © Mercedes-Benz
Prominenten Besuch bekam gestern Morgen die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in ihrem Trainingslager im südfranzösischen Tourrettes. Die beiden Formel-1-Stars Michael Schumacher und Nico Rosberg waren wegen des Formel-1-Rennens in Monaco ebenfalls an der Cote d'Azur und haben den Jungs von Bundestrainer Joachim Löw für die EM in Polen und der Ukraine alles Gute gewünscht. Schumacher und Rosberg haben sich nebenbei auch noch als "Taxifahrer" betätigt und vier Spieler - sehr schnell - zum Training gefahren. Dass es dabei zu der Traumkonstellation der beiden "kölschen Jung" Schumi und Poldi kommen wird, war so gut wie sicher. Kaum war Schumi vor dem Mannschaftshotel vorgefahren, saß Lukas Podolski auch schon auf dem Beifahrersitz. Dabei waren natürlich der 1.FC Köln und der Abstieg aus der Fußball-Bundesliga sowie der Wechsel von "Prinz Poldi" zum englischen Club FC Arsenal das Hauptgesprächsthema. "Normal, wie das in Kölle nun mal so abgeht." Michael Schumacher "Normal, wie das in Kölle nun mal so abgeht", sagt Schumacher. "Ich bin zwar FC-Fan, und ich glaube Poldi wird den FC auch immer im Herzen bei sich tragen. Aber dennoch, der Sport ist der Sport, und jeder muss glaube ich seinen Weg gehen. Ich bin absolut sicher, dass das, was Poldi entschieden hat, das Richtige für ihn ist. Insofern werden wir in Zukunft dann eben Arsenal die Daumen drücken. Aber wir können auch Köln weiterhin die Daumen drücken." Podolski und seine Nationalmannschaftskollegen wollen nach zwei Niederlagen gegen Spanien bei großen Turnieren in diesem Jahr in Polen und der Ukraine endlich ein Turnier als Sieger beenden. "Auf jeden Fall ist unser Ziel der Titel", sagt Podolski, der sich dafür auch gerne bei seinem prominenten Chauffeur Ratschläge holt. "Michael hat ja schon sieben, was überragend ist. Den einen oder anderen Tipp hat er vielleicht, den er uns geben kann, wie man am Ende die letzten Prozent herausholen kann, damit wir nicht nur ins Halbfinale und Finale kommen, sondern auch am Ende den Titel in der Hand haben." Der Besuch der beiden Formel-1-Stars war für die Nationalspieler eine willkommen Abwechslung vom Trainingsalltag. "Klar, auf jeden Fall! Ich denke, wenn man jeden Tag zweimal Training hat und immer unterwegs ist, dann ist das Super", sagt Podolski. Auf die Frage, was Schumacher im Auto besser könne als er, antwortet der Fußballer: "Alles. War die einzige Antwort, die man geben kann." Dieser gab das Lob zurück und war zufrieden mit seinem fachkundigen Beifahrer: "Er war voll mit dabei und hat Anweisungen gegeben", sagt Schumacher. "Die Technik geht ja immer weiter bei den Autos. Das haben wir gerade besprochen, es gibt auch keine Handbremse wie früher, sondern einen Hebel an der Seite. Die Technik ist schon weit fortgeschritten. - Leider zu weit für den Spaß", bedauert der 43-Jährige.
Michael Schumacher und Mercedes nehmen in Monaco Kurs auf gute Resultate Zoom © xpbimages.com
Wie stark ist Mercedes beim Stadtrennen in Monte Carlo? Eine Antwort auf diese Frage kann Ross Brawn derzeit noch nicht geben. Der britische Teamchef des deutschen Werksteams zeigt sich aber recht zuversichtlich, dass Nico Rosberg und Michael Schumacher im Fürstentum an der Côte d'Azur eine gute Leistung erbringen können. Allerdings nur sofern Mercedes dort keine Fehler unterlaufen. "Wir haben zwei großartige Fahrer und unser Auto ist ebenfalls ziemlich gut, denken wir. Wir müssen aber alles richtig hinbekommen. Es geht darum, ein Programm zu haben, das von Donnerstag bis Sonntag flüssig läuft. Alles hat nämlich eine Konsequenz", sagt Brawn bei 'Autosport'. "Machst du etwas falsch, verlierst du Streckenzeit. Das rächt sich. Du musst also von Anfang an am Ball bleiben." "Und wenn du auf der Strecke bist, bekommst du automatisch mit, wie sich der Kurs entwickelt. Wenn wir also ein gutes Wochenende haben, sollten wir konkurrenzfähig sein", erklärt Brawn. Die Reifen von Pirelli nehmen dabei offenbar einmal mehr eine Schlüsselrolle ein, doch auch die Abstimmung des Fahrzeugs könnte sich entscheidend auswirken. Kann Mercedes da seine Stärken ausspielen? Brawn zeigt sich vorsichtig optimistisch: "Wir waren bisher generell im langsamen und mittelschnellen Bereich der Strecken besser als im richtig schnellen Bereich. Die Teams gehen beim Setup aber auch unterschiedliche Kompromisse ein. Hier werden jedoch alle auf geringe bis mittlere Geschwindigkeiten getrimmt sein. Unser Vorteil ist deshalb vielleicht nicht so groß, weil sich alle darauf einstellen."
Geplatzter Traum: So hätte die Formel-1-Strecke auf Mallorca aussehen sollen © Gabriel Palmer
Bereits Ende vergangenen Jahres deutete sich an, dass es mit einem Formel-1-Grand-Prix auf Mallorca wohl nichts werden würde, doch nun scheint das Projekt endgültig gestorben zu sein. Stolperstein bleibt weiterhin die fehlende Unterstützung des Inselrats, der die potenziellen Investoren dazu bewogen hat, ihren Plan zu begraben. Rund 200 Millionen Euro hätten für die angeblich bis zu 92.000 Zuschauer fassende Rennstrecke neben der Autobahn zwischen der Gemeinde Llucmajor und der Hauptstadt Palma de Mallorca gekostet, doch die Kosten wären komplett privat getragen worden. Daher war es dem Bürgermeister von Llucmajor ein großes Anliegen, das prestigeträchtige Projekt umzusetzen. Auch Bernie Ecclestone soll die bei einem persönlichen Treffen präsentierte Idee eines "Holiday-Grand-Prix" gefallen haben. Doch ohne Zustimmung des Inselrats lässt sich das Projekt nicht verwirklichen, weil die Gemeinden auf Mallorca außerhalb der besiedelten Gebiete nicht berechtigt sind, Bauvorhaben autonom durchzusetzen. Aufgrund dieser Pattsituation haben sich die Investoren laut 'Mallorca Zeitung' zurückgezogen - sehr zum Leidwesen von Llucmajors Bürgermeister Joan Jaume, der treibenden Kraft hinter dem Projekt.
Die Zeit der Alleinherrschaft ist vorbei: Williams gibt sich heute als Teamplayer Zoom © Williams
Lange Zeit war Frank Williams eine der prägenden Figuren der Formel 1. Mit nachlassendem sportlichen Erfolg verschwand er nicht von der Bildfläche, doch es rückten andere Charakterköpfe in den Vordergrund. Für den Teamchef, der kürzlich seinen 70. Geburtstag feierte, waren Grand-Prix-Siege schon kein Thema mehr. "Ich hatte keine Angst. Es war eher eine stärker und stärker werdende Verlegenheit", blickt Williams im Gespräch mit dem 'Telegraph' auf die Durststrecke zurück. Es schien ein schleichender Untergang zu sein: "Als die Jahre ins Land gingen, begannen wir zu verschwinden", erzählt Williams über die Jahre seit 2004, als ihm und seiner Mannschaft keine Siege mehr gelangen. Depressionen bereitete ihm das nicht: "Ich kann nicht behaupten, dass ich wochenlang im Bett gelegen und mir deswegen Gedanken gemacht hätte. Glücklicherweise kamen fähigere Leute als ich und räumten die Probleme aus", so Williams. Fähige Leute wie Adam Parr, der das Team vor wenigen Wochen unter kontroversen Umständen verließ. Williams schüttet Lob über seinem ehemaligen Mitarbeiter aus: "Er ist ein wahnsinnig kluger Kopf und ich habe oft mit ihm gesprochen. Er war Feuer und Flamme für das Team und hat seinen Anteil am Erfolg." Denn es sei Parr gewesen, der Personal wie Mike Coughlan, Jason Somerville oder Ed Wood verpflichtete. Williams glaubt daran, den Ex-Geschäftsführer bald wieder in der Formel 1 zu sehen, "möglicherweise in einer kommerziellen Funktion". Ebenfalls nicht mehr Teil des Teams ist Co-Gründer Patrick Head, der die Mannschaft im Winter verließ. "Er war schon etwas neidisch, nicht Teil des Sieges gewesen zu sein", bemerkt Williams schmunzelnd und würdigt die Leitung seines langjährigen Weggefährten. "Aber er hat ja das Fundament gelegt." Er glaube an einen weiteren Sieg für Williams, gibt sich Sir Frank überzeugt: "Barcelona mag eine Überraschung gewesen sein, aber wir wussten, dass wir uns im Vorfeld verbessert hatten. Das Auto hat eine gute Balance", sagt er. Williams weiß genau, was er an seinem venezolanischen Piloten hat. "Und die größte Überraschung ist, dass Maldo (Pastor Maldonado, Anm. d. Red.) sehr, sehr konkurrenzfähig ist. Er bringt eine Menge Sponsorengelder mit."
Monisha Kaltenborn hat einen guten Draht zu Formel-1-Boss Bernie Ecclestone Zoom © xpbimages.com
(Motorsport-Total.com/SID) - Monisha Kaltenborn atmet tief durch. Die mächtigste Frau der Formel 1? "Machtspiele überlasse ich gerne anderen", sagt sie. Und man glaubt es ihr. Obwohl sie ohne Zweifel die mächtigste Frau der Formel 1 und zudem noch ehrgeizig und zielstrebig ist, spielte auf dem Weg nach oben das Streben nach Macht eine Nebenrolle. Kaltenborn lernte das Geschäft in der Männer- und Machowelt Formel 1 von der Pike auf. "Ich konnte langsam reinwachsen", sagt die 41-Jährige, die seit 2010 Vorstandsvorsitzende bei Sauber ist, in der vergangenen Woche ein Drittel der Anteile übernahm und in naher Zukunft Teamchefin werden wird. Dass alles Schritt für Schritt vor sich ging, half auch, Vorbehalte abzubauen. Heute hat längst keiner der harten Männer mehr Probleme, sich mit ihr an den Verhandlungstisch zu setzen. "Bei Herrn Ecclestone ist das ohnehin kein Thema", sagt sie über den 81 Jahre alten Formel-1-Boss: "Er hat immer schon Frauen wichtige Themen anvertraut." Vertrauen ist auch das wichtigste Wort für Peter Sauber. Der Schweizer leitet seit 40 Jahren seine Teams im Motorsport, er hat Michael Schumacher in die Formel 1 gebracht. Nun, mit 68, sieht er den Zeitpunkt gekommen, seine Nachfolge zu regeln. "Es ist wichtig, dass man die Zukunft aktiv plant", sagt er: "Nicht, dass in einem gewissen Alter der Zeitpunkt kommt, an dem die Ereignisse die Zukunft diktieren." Sauber-Nachfolge beschlossene SacheWann Kaltenborn das Team übernimmt, ist noch nicht klar. "Den Zeitpunkt lassen wir offen. Wir stehen nicht unter Zeitdruck, und ich gehe noch nicht auf Krücken", sagt Sauber schmunzelnd. Dass Kaltenborn die Chefin wird, ist aber beschlossene Sache. Und es wird bald sein. Mit 70 wolle er nicht mehr an der Boxenmauer stehen, sagt Sauber. Das wäre im Oktober 2013. Doch warum gerade sie? "Es ist sehr schwer, jemanden zu finden, der ein Team leiten kann", sagt Sauber: "Mit Monisha arbeite ich seit vielen Jahren zusammen. Sie ist vertraut mit allen wichtigen Dingen in der Formel 1 und hat sich in allen Bereichen bewährt." Bevor die beiden 1998 erstmals zusammentrafen, hatte die damals 27 Jahre alte Kaltenborn schon viel erlebt. Als Monisha Narang wurde sie 1971 in Dehradun im Norden Indiens geboren und besuchte zunächst ein renommiertes Mädcheninternat. Im Alter von acht Jahren wanderte sie mit ihren Eltern, die einen Zweiradbetrieb führen, aus. Sie landeten in Österreich, weil der Onkel ihres Vaters dort in der Atombehörde arbeitete. Monisha studierte in Wien und London Jura, arbeitete zunächst in Stuttgart, wo sie den Deutschen Jens Kaltenborn kennenlernt und später nach Hindu-Ritus am Fuße des Himalaya heiratete. Sie wechselte nach Liechtenstein und arbeitete für die Fritz-Kaiser-Gruppe - und rutschte so in die Formel 1. Ihr Arbeitgeber war Teilhaber bei Sauber, Kaltenborn als Juristin zuständig für das Engagement im Motorsport. Als sich Kaiser zurückzog, wechselte sie 2000 zu Sauber. Zunächst übernahm sie die Rechtsabteilung, 2001 wurde sie Mitglied der Geschäftsführung. In den Ausschüssen bewährte sie sich schnell. Sie saugte alles in sich auf, überzeugte durch ihre Sachlichkeit und Fachkenntnis. Beim Zustandekommen des Concorde Agreements, der Verfassung der Formel 1, spielte sie eine wichtige Rolle. Für ein anderes Team als Sauber hat Kaltenborn, sieht man einmal von den unterschiedlichen Kooperationen ab, nie gearbeitet. Sie identifiziert sich mit ihrem Rennstall. "Ich habe mich vom ersten Tag an wohlgefühlt", sagt sie. Peter Sauber und sie seien "sehr unterschiedlich, aber wir teilen die gleichen Werte und stimmen in den wichtigsten Dingen überein. Peter ist nicht nur der Gründer, er hat das Team mit seiner Persönlichkeit geprägt." In seinem Sinne und mit eigenen Ideen will sie das Team bald komplett führen. "Fair und konsequent" seien ihre wichtigsten Maximen, sagt sie. Ihr Leitsatz: "Keine Fehler machen. Und wenn doch, daraus lernen." Sie lebt danach. So etwas imponiert. Auch als Frau in der Männerwelt Formel 1.
Peter Brabeck-Letmathe soll in Zukunft zusätzliche Formel-1-Aktien erhalten Zoom © xpb.cc
Der österreichische Spitzenmanager Peter Brabeck-Letmathe ist als Vorsitzender der neuen Formel-1-AG vorgesehen, die noch diesen Sommer an der Börse Singapur emittiert werden soll. Damit einher geht nicht nur ein operativer Machtgewinn für Brabeck-Letmathe, sondern aktuellen Medienberichten zufolge wird er auch ein zusätzliches Aktienpaket erhalten. Schon jetzt kontrolliert Brabeck-Letmathe 0,3 Prozent der obersten Formel-1-Holding Delta Topco, deren Werte im Zuge des Initial Public Offering (IPO) an die Börse gebracht werden sollen. Durch den IPO, so berichtet 'Pitpass' übereinstimmend mit anderen englischsprachigen Medien, soll sein Anteil auf 0,5 Prozent erhöht werden. Vermutlich würden die zusätzlichen 0,2 Prozent aus den Anteilen von Mehrheitseigentümer CVC Capital Partners kommen. Erst kürzlich hat CVC insgesamt 21,3 Prozent der Anteile an drei milliardenschwere Investmentgesellschaften verkauft. Der Kaufpreis lag bei umgerechnet insgesamt 1,257 Milliarden Euro, was den Wert des gesamten Formel-1-Imperiums auf rund sechs Milliarden Euro festlegt. Das wiederum bedeutet, dass Brabeck-Letmathes 0,5 Prozent geschätzte 300 Millionen Euro wert wären. Allerdings ist anzunehmen, dass der Verwaltungsrats-Präsident des Lebensmittelkonzerns Nestle seine Aktien nicht einfach jederzeit verkaufen darf, sondern für einen gewissen Zeitraum gebunden ist. Außerdem berichtet der 'Sky'-Wirtschaftsblogger Mark Kleinman, dass Brabeck-Letmathe die zusätzlichen 0,2 Prozent nicht geschenkt bekommt, sondern dafür zumindest eine einstellige Millionensumme auf den Tisch legen muss. Definitiv keine geschenkten Formel-1-Aktien wird es für die Teams geben. Zunächst hatte es ja geheißen, Ferrari soll im Zuge der Concorde-Verhandlungen nicht nur einen Sitz im Vorstand, sondern auch Aktien erhalten. Aber: "Die Teams können Anteile kaufen, aber wir werden sie ihnen nicht einfach geben", stellt Ecclestone gegenüber 'Pitpass' klar.
Lewis Hamilton will in Monaco nicht nur im Training schnell sein Zoom © xpbimages.com
Fünf Sieger in fünf Rennen, doch der Weltmeister von 2008 gehört nicht dazu. Lewis Hamilton möchte die guten Trainingsleistungen endlich im Rennen umsetzen und sich und seinem Team damit ein Erfolgserlebnis bescheren. Im Interview spricht der McLaren-Pilot außerdem über die "Faszination Monaco" und seine Erwartungen für das Wochenende. Außerdem erklärt er, auf wen er am Sonntag sein Geld setzen würde und beantwortet die Frage, ob ein Sieg in Monaco besser als Sex ist. Frage: "Lewis, im letzten Rennen warst du Achter, was sicherlich nicht deinen Vorstellungen entspricht. Ich kann mir vorstellen, dass du das an diesem Wochenende ändern möchtest." Lewis Hamilton: "Ich hoffe es. Es ist toll, hier zu sein. Du wachst in deinem eigenen Bett auf, musst nur die Straße runter fahren und bist bei der Arbeit. Ich bin schon so oft um die Strecke gegangen, es ist einfach großartig hier. Ich hoffe, es wird ein positives Wochenende für das Team. Im letzten Rennen war ich nur Achter, aber wir haben bisher jedes Rennen in den Punkten beendet. Das müssen wir zunächst fortsetzen, der Sieg wird dann irgendwann kommen." Frage: "Es ist bisher eine merkwürdige Saison, aber sicherlich eine sehr unterhaltsame für die Formel-1-Fans zu Hause. Was siehst du das, wenn an jedem Wochenende ein anderer Fahrer gewinnt und einige der großen Namen noch sehnsüchtig auf einen Sieg warten?" Hamilton: "In diesem Jahr ist die Chance auch für unbekanntere Fahrer groß, ein Rennen zu gewinnen. Für die Fans ist das großartig und auch für die Fahrer. Als Team waren wir an den meisten Wochenenden die schnellsten, wir haben es nur nicht umsetzen können. Aber ich hoffe, dass sich die Situation beruhigt, sobald alle die Reifen besser verstehen. Dann werden die Ergebnisse etwas konstanter sein. Ich hoffe, dass diese Entwicklung schon an diesem Wochenende beginnt." Achterbahn Monaco"Es ist der Wahnsinn." Lewis Hamilton Frage: "Kannst du aus der Sicht des Fahrers beschreiben, wie es sich anfühlt, hier zu fahren?" Hamilton: "So richtig kann man das nicht beschreiben. Es ist wie auf einer Achterbahn. Es gibt wahrscheinlich keine Achterbahn auf der Welt, die nur annähernd das gleiche Gefühl vermitteln kann. Es ist der Wahnsinn. Wir fahren hier zwischen den Leitplanken, nahe an den Leute vorbei, es ist sehr wellig. Es kommt hier vor allem auf das Gefühl an, die Kontrolle über das Auto. Du darfst dich nicht von deinen Gefühlen überwältigen lassen und musst sie unter Kontrolle haben. Manche Leute sprechen von einer Art außerkörperlichen Erfahrung." "Ich weiß nicht, ob ich so weit gehen würde. Hinzu kommen die Atmosphäre und die Geschichte dieser tollen Strecke. Hier haben die Größten gewonnen. Bevor ich in die Formel 1 kam, habe ich versucht mir vorzustellen, wie es sein wird, hier im Formel 1 zu fahren. Keine der anderen Klassen kommt auch nur annähernd vergleichbar. Wenn jemand versucht, sich das vorzustellen, dann verschwendet er seine Zeit. Man kann es sich nicht vorstellen." Frage: "Es ist für dich ein Heim-Grand-Prix. Was magst du besonders an diesem Rennen?" Hamilton: "Alles Fahrer lieben Monaco, was vor allem daran liegt, dass es die herausforderndste Strecke ist. Nicht körperlich, aber mental ist es die schwierigste Strecke. Sie ist die technischste, fahrerisch die herausforderndste, es ist phänomenal."
Frage: "In den bisherigen Rennen hattest du oftmals kein Glück. Glaubst du, dass sich das an diesem Wochenende ändert?" Hamilton: "Ich hoffe es, aber diesen Grand Prix zu gewinnen, ist sehr schwierig. Du kannst hier nicht überholen, das Qualifying entscheidend. Im vergangenen Jahr waren wir hier die Schnellsten, aber nach der roten Flagge in Q3 verlief das Wochenende katastrophal. Hier ist alles möglich. Das Wetter kann sich jederzeit ändern. In diesem Jahr werden die Reifen und die Strategie vielleicht noch etwas mehr ins Spiel kommen. Ich weiß nicht, was ich erwarten soll, aber ich bin auf alle vorbereitet. Ich konzentriere mich auf meine Arbeit, werde Druck machen, und irgendwann werden wir hoffentlich für die harte Arbeit belohnt." Frage: "Lass uns über die Strategie sprechen. In welchem Maße legst du die Strategie vor dem Rennen fest, und in wieweit reagierst du während des Rennens auf die Geschehnisse auf der Strecke? Vor allem in Hinblick auf die Reifen." Hamilton: "Die Strategie wird immer im Laufe des Wochenendes festgelegt. Wir haben Leute, die das analysieren. Sie beobachten die Reifen, die Entwicklung der Rennstrecke, schauen auf die Zeiten der Longruns während der Trainings. Wir versuchen herauszulesen, wie viel Benzin die Fahrer an Bord hatten." "Und vor dem Qualifying fällt dann die Entscheidung, ob wir einen oder zwei Stopps machen. Drei Stopps sind manchmal drei Sekunden langsamer als zwei Stopps, auf einer anderen Strecke sind es neun Sekunden oder umgekehrt. Wenn sie sagen, wir machen zwei Stopps, bedeutet das für mich, dass es drei Stopps werden, denn ich nehme die Reifen härter ran. Im vorherigen Rennen war es einmal anders, da habe ich nur zwei Stopps gemacht."
Frage: "In diesem Jahr sprechen alle über die Reifen. Wie groß ist dieser Einfluss für dich. Wie sehr musstest du deinen Fahrstil anpassen?" Hamilton: "Zu Beginn des Rennens weißt du nie, wie hart du pushen sollst. Wenn du um eine Position kämpfst, hängst du manchmal rundenlang hinter einem Auto und ruinierst dir dabei dir Reifen. Aber du kannst auch nicht einfach an die Box fahren, sondern, musst weiter Druck machen. Wenn du das Rennen anführst, passt du deine Geschwindigkeit dem Verfolger an und versuchst die Lücke konstant zu halten." "Wenn dir das gelingt, kannst du deine Reifen schonen. In Barcelona hat mich Jenson im letzten Stint unter Druck gesetzt, aber ich wusste, dass seine Reifen bald abbauen würden. Denn er war die ganze Zeit in meinem Windschatten und ich war schon am Limit, daher wusste ich, dass er es übertreibt. So viele Faktoren spielen eine Rolle, aber der Fahrstil macht schon einen großen Unterschied." "Brauche niemanden, der mir Druck macht"Frage: "Wie wichtig ist es, einen Teamkollegen zu haben, der dir so viel Druck macht wie Jenson?" Hamilton: "Das ist immer wichtig, vor allem für das Team. Wenn ich ins Auto steige, fahre ich ohnehin am Limit, ich brauche niemanden, der mir zusätzlichen Druck macht. Aber du kannst immer etwas dazulernen. Wenn dein Teamkollege in einer Passage schneller ist, kannst du dir seine Daten ansehen, um die Zeit zu finden. Für das Team ist es bei der Weiterentwicklung gut, wenn beide Autos gleich schnell sind." Frage: "Es ist eine sehr abwechslungsreiche Saison mit fünf unterschiedlichen Siegern in fünf Rennen. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass der Zufall den Sieger bestimmt. Wie zuversichtlich bist du, dass dir an diesem Wochenende der erste Sieg gelingt?" Hamilton: "Das weiß ich nicht. Vielleicht könnte uns der Zufall auch helfen, denn wir hatten in den vorherigen Rennen etwas Pech. Wir waren im Qualifying oft gut, haben ein gutes Auto, aber im Rennen ist es dann nicht für uns gelaufen. Manchmal haben wir es auch selbst verbockt, aber oft hat es einfach nicht gepasst. Ich hoffe, dass uns das an diesem Wochenende gelingt, allerdings ist es hier eine Lotterie, vor allem wenn es regnet. Du musst konzentrierter als sonst sein und zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein." "Ich hätte mir Konstanz bei besseren Ergebnissen gewünscht." Lewis Hamilton Frage: "Du bist einer von zwei Fahrern, die bisher in allen Rennen Punkte gewonnen haben. Du hast vor der Saison gesagt, dass du konstant sein willst, offensichtlich ist dir das gelungen." Hamilton: "Ja, aber ich hätte mir Konstanz bei besseren Ergebnissen gewünscht. Aber ich kann mich nicht beschweren, ich habe zumindest in jedem Rennen Punkte geholt. Das ist das Wichtigste. Man muss sich Prioritäten setzen. In jedem Rennen Punkte zu gewinnen, ist die Grundlage. Dadurch sind wir weiterhin im Kampf um die WM mit dabei." Frage: "Und an diesem Wochenende folgt dann der Sieg?" Hamilton: "Das wäre schön. Ich gebe die Hoffnung nicht auf. Und ich werde alles geben, um mich auf der Strecke oder bei der Strategie, den Boxenstopps zu verbessern." Frage: "Alle Fahrer sagen, dass es etwas Besonderes ist, hier zu fahren. Was macht den Unterschied aus?" Hamilton: "Du hast um die Strecke herum keine Wiese oder Auslaufzonen, sondern überall Barrieren. Es gibt nur dich, den Asphalt und die Leitplanken. Deshalb ist die Herausforderung so groß. Es ist auf der einen Seite beängstigend, auf der anderen Seite macht es aber auch Spaß." "Ayrton war der Beste"Frage: "Ayrton Senna hat hier öfter als jeder andere gewonnen, es muss also auch für ihn eine besondere Strecke gewesen sein. Er war einer deiner Idole, wie denkst du darüber?" Hamilton: "Ayrton war der beste Fahrer aller Zeiten. Und auf dieser Strecke macht der Fahrer den Unterscheid. Das Auto spielt zwar auch eine Rolle, aber generell macht der Fahrer hier den großen Unterschied aus. Die besseren Fahrer haben hier in der Vergangenheit öfter gewonnen. Und er war nun einemal einer der Besten. Er hat hier im Trocknen und auch im Regen gewonnen." Frage: "Bei diesem Rennen braucht man auch ein wenig Glück. Hast du einen Glücksbringer?" Hamilton: "Nein, aber vielleicht sollte ich mir einen zulegen. Ich habe bisher noch keinen Glücksbringer und hatte wenig Glück. Aber ehrlich gesagt glaube ich nicht daran." Frage: "Hier auf der Pole zu stehen und zu gewinnen, ist das besser als Sex?" Hamilton: "Darauf war ich jetzt nicht vorbereitet. Wie du dir vorstellen kannst, habe ich schon mit einigen wunderschönen Frauen geschlafen." "Hier kannst du zeigen, was du drauf hast." Lewis Hamilton Frage: "Kannst du das Gefühl für den Fahrer beschreiben?" Hamilton: "Jeder weiß, dass dies ein spezieller Ort ist. Du fährst direkt am Meer durch einen historischen Hafen. Du fährst mit hoher Geschwindigkeit dicht an den Leitplanken entlang. Du siehst nicht, was hinter der Kurve auf dich wartet. Das ist eine Herausforderung, die jeder Fahrer gerne annimmt. Hier kannst du zeigen, was du drauf hast. Hier mehr, als anderswo." Frage: "Was erwartest du hier von den Reifen?" Hamilton: "Wahrscheinlich genau so viel wie du, keine Ahnung. Ich glaube, ich bin in dieser Saison noch nicht mit den superweichen Reifen gefahren. Wir wissen nicht, ob jede Mischung die gleiche Charakteristik hat, das werden wir an diesem Wochenende herausfinden. Aber ich hoffe es, denn in den vergangenen Rennen sind wir mit den Reifen gut zurechtgekommen." Frage: "Wenn ich dir zehn Euro geben würde, auf wen würdest du die am Sonntag setzen?" Hamilton: "Ich bin nicht gut beim Wetten, daher würde ich sie lieber einstecken und mir etwas zu essen davon kaufen. Ich würde es auf den Typen mit der Startnummer eins setzen. Vielleicht Sebastian." Frage: "Wäre ein gutes Ergebnis hier Wiedergutmachung für die vergangenen Rennen?" Hamilton: "Hier zu gewinnen, bedeutet den Fahrern mehr als auf jeder anderen Strecke. Wenn du hier siegst, wird man sich immer an dich erinnern. Es gab Fahrer, die mit einem überlegenen Auto gewonnen haben, aber in diesem Jahr sind alle sehr dicht zusammen. Das macht es noch aufregender, denn du musst noch präziser fahren. Es gab so viele unterschiedliche Sieger, die Chance auf eine Sieg ist offenbar größer als je zuvor. Der beste Fahrer muss also die beste Arbeit machen, aber auch das Team muss perfekt arbeiten." Frage: "Wenn man sich deine Rundenzeiten in Spanien ansieht, stellt man fest, dass du das Rennen hättest locker gewinnen können, wenn du von deiner ursprünglichen Position aus gestartet wärest." Hamilton: "Hätte, wäre, wenn zählt nicht. Maldonado hat einen tollen Job gemacht, ich ziehe den Hut vor ihm. Er war toll für ihn, sein Land und seine Familie. Wir haben das Tempo und wir verbessern uns stetig. Wir machen weniger Fehler, aber immer noch einige kleine. Hoffentlich können wir das an diesem Wochenende abstellen."
Mehr als ein kurzes Rollout war für Kimi Räikkönen nicht möglich Zoom © xpbimages.com
Guter Auftakt für Lotus: Romain Grosjean drehte zum Trainingsauftakt in Monaco am Donnerstagvormittag die zweitschnellste Runde. "Ich mag die Strecke, sie macht Spaß", meint der Franzose gegenüber der 'BBC' und lobt seinen E20. "Das Auto geht im Moment gut - mal sehen, was später noch möglich ist", blickt Grosjean voraus. Der amtierende GP2-Champion betont die Wichtigkeit, die das Mentale im Leitplanken-Dschungel an der Cote d'Azur spielt. "Du brauchst ein Auto, mit dem du zufrieden bist. In jedem Detail, weil es hier so einen großen Unterschied bedeutet", erklärt Grosjean. BBC-Experte Jaime Alguersuari sieht den Verlauf des Vormittags als nicht optimal für Lotus an, schließlich hatte Kimi Räikkönen ein Problem mit der Servolenkung und fuhr keine gezeitete Runde: "Ich denke, es war nicht die beste Session für Räikkönen. Besonders, nachdem er zwei Jahre lang nicht in der Formel 1 gefahren ist", schätzt der Pirelli-Testfahrer. Ohne dem zu große Bedeutung beizumessen: "Aber ich denke nicht, dass er Schwierigkeiten hat, seinen Rhythmus wiederzufinden. Er hat ein gutes Auto." Bliebe Räikkönen diszipliniert, sei nichts verloren, findet Alguersuari: "Er muss nur reif genug sein, um ohne ein Problem durch das zweite Freie Training zu kommen und viele Runden als Vorbereitung für den Samstag zu fahren", meint der Spanier. Mika Häkkinen hat Lotus jedenfalls auf der Rechnung: "Es sieht so aus, als wären sie hier wirklich stark, aber auch Nico Rosberg hat viel Selbstvertrauen", so der Finne. Alguersuari hat auch Sauber auf der Rechnung. "Sie haben einen großen Schritt nach vorne gemacht", meint der ehemalige Toro-Rosso-Pilot. "Die Formel 1 ist so umkämpft, dass Mittelfeld-Teams mit einer guten Strategie regelmäßig punkten können", analysiert Alguersuari.
Narain Karthikeyan und seine Kollegen hoffen auf eine positive Überraschung Zoom © xpbimages.com
Wenn nicht hier, wo dann? Das scheinen sich die Hinterbänkler der Formel 1 vor dem Großen Preis von Monaco zu fragen. Der Stadtkurs im Herzen von Monte Carlo gilt nicht umsonst als verrücktes Terrain, auf dem Überraschungen vorprogrammiert sind. Und vielleicht gelingt es ja einem der sonst chancenlosen Teams, die Umstände zu nutzen und mit einer sauberen Fahrt in den Top 10 zu landen. Im Kampf um die Positionen in der WM-Gesamtwertung können aber auch Plätze außerhalb der Punkteregion entscheidend sein. Monaco war in der Vergangenheit nicht selten das Zünglein an der Waage, wenn am Jahresende die Bonuszahlungen für die Endplatzierungen ausgeschüttet wurden. Es müssen also nicht zwangsweise WM-Zähler sein, doch Heikki Kovalainen (Caterham) winkt eh ab. "Ich denke wirklich noch nicht über Punkte nach", wird der finnische Rennfahrer von 'Autosport' zitiert. "Es ist aber ein ungewöhnliches Rennen und hier ist es wahrscheinlicher als an einem normalen Wochenende, dass etwas passiert. Für uns hat jedoch Priorität, die Zielflagge zu sehen", meint der Formel-1-Routinier. Gleichwohl müsse man in Monte Carlo stets auf alles Mögliche gefasst sein. "Aufgrund der kleineren Strecke könnten auch die Abstände zwischen den einzelnen Autos geringer sein. Ich würde aber erwarten, dass wir uns in unserer üblichen Position wiederfinden. Ich denke nicht, dass wir aufgrund der Natur der Strecke einige Plätze gewinnen. Es kommt mehr auf die Umstände an", sagt Kovalainen. "Es könnte für jeden hier schwierig werden, das Optimum herauszuholen." "Das könnte uns eine bessere Chance geben", meint der Caterham-Pilot. Pedro de la Rosa (HRT) setzt hingegen zweifelsfrei auf den Glamour-Grand-Prix: "Es ist ein Rennen, das Möglichkeiten bietet. Deshalb freust du dich auf Monaco, wenn du nicht für ein konkurrenzfähiges Team antrittst", erklärt der spanische Rennfahrer bei 'Autosport'. Eine Sensation sei in Monte Carlo nicht unmöglich. Dies habe die Vergangenheit immer wieder gezeigt. "Wenn du gut fährst, prima an der Federung arbeitest und eine gute Balance erzielst, dann kannst du stärker sein als irgendwo sonst", sagt de la Rosa. Zudem komme der Kurs seinem F112-Fahrzeug entgegen: "Nach Barcelona wissen wir, welche Kurven uns am meisten wehtun. Davon gibt es in Monaco aber nur wenige", meint de la Rosa.
In Monaco auf dem Podium? Sauber-Pilot Sergio Perez hofft Zoom © xpbimages.com
Sergio Perez ist im ersten Freien Training in Monaco an den Ort zurückgekehrt, an dem er vor einem Jahr einen schweren Unfall zu überstehen hatte. Vor der Hafenschikane krachte der Mexikaner damals mit hoher Geschwindigkeit in die Reifenstapel und musste mit einer Gehirnerschütterung und einer Stauchung am Oberschenkel ein Rennen aussetzen. "Ich bin komplett frisch im Kopf", bestätigt Perez, der zum Auftakt die drittschnellste Zeit fuhr, gegenüber 'Sky Sports F1'. Damit dürfte er seinem erklärten Ziel ziemlich nahe gekommen sein: "Ich werde den Unfall zwar nie vergessen, aber ich versuche, so schnell zu fahren, wie es geht", gibt der 22-Jährige die Marschroute vor. Perez weiß um die Herausforderung, den Crash mental abhaken zu müssen: "Nach einem Unfall wie dem aus dem vergangenen Jahr ist es nicht einfach. Aber ich freue mich darauf, auf diese Strecke zurückzukehren und um jede Position, um jede Zehntelsekunde zu kämpfen." Dennoch bleibt der Stadtkurs an der Cote d'Azur eine Gratwanderung - nicht nur für Perez, sondern für alle Piloten im Feld. "Du bist ziemlich nah an den Mauern, was kein wirklich gutes Gefühl ist. Aber das ist Monaco und deshalb ist die Strecke so einzigartig", beschreibt er die Janusköpfigkeit der Bahn. Die 3,34 Kilometer durch das Fürstentum waren schon 2011 für Perez eine vielversprechende Gelegenheit, sportlich für Schlagzeilen zu sorgen. "Im vergangenen Jahr war ich in einer großartigen Position. Ich hätte ein tolles Rennen haben können, doch ich hatte das Pech mit dem Unfall", erinnert er sich. "Dieses Jahr - mit dem Auto, das wir haben, und dem geringen Abstand zur Spitze - muss es unser Ziel sein, um das Podium zu kämpfen." Nach dem Perez-Crash ist die Strecke im Bereich der Hafenschikane modifiziert worden. Die Begrenzung steht nun rund 15 Meter weiter hinten, Bodenwellen wurden dank einer neuen Asphaltdecke entfernt. Perez lobt die Modifikationen und betont die Wichtigkeit des Themas: "Für uns alle ist es wichtig, dass wir weiter an der Sicherheit feilen. Wir müssen das so sehen: Jeder Unfall bringt uns mehr Erfahrung und kann positive Veränderungen herbeiführen", sagt er.
Quelle: motorsport-total.com
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Caterham: Kovalainen droht ein Motorwechsel
24.05.2012 - 09:53
Senna ist froh, in einem Formel-1-Auto nach Monaco zurückkehren zu dürfen Zoom © xpbimages.com
Senna und Monaco - diese Verbindung scheint in den Genen zu liegen, schließlich sagt ein erfreuter Bruno Senna nach dem Freien Training am Freitagnachmittag bei 'Sky Sports F1': "Es ist eine meiner Lieblingsstrecken." Auf einen motorsportlichen Besuch an der Cote d'Azur musste der Brasilianer, der das Renault-Cockpit in der vergangenen Saison erst im Herbst ergatterte, zwei Jahre warten. Die Wiedersehensfreude ist groß: "Schön, nach einer langen Zeit, in der ich hier nicht Formel 1 gefahren bin, zurückkehren zu können", meint Senna. Dass die Wetterbedingungen ziemlich wankelmütig waren, stört den 28-Jährigen nicht. "Am Nachmittag wollte sich der Regen nicht so wirklich entscheiden, ob er nun kommt oder nicht. Das hat es zu einer verrückten Session gemacht", erklärt er. Zuletzt raste Senna im Jahre 2010 durch das Fürstentum - damals noch auf Bridgestone-Pneus. "Mit den Pirelli-Reifen ist es eine ganz andere Erfahrung als damals im HRT", stellt er fest. Der Magie Monte Carlos kann sich der Träger eines großen Namens nicht entziehen. "Wenn du selbstbewusst und eins mit dem Autos bist, vergisst du alles um dich herum. Dann kommt die Rundenzeit ganz von alleine", schwärmt Senna. In der höchsten Nachwuchsklasse siegte der vor drei Jahren. "Ich erinnere mich noch gut an den GP2-Erfolg. Hoffentlich gelingt mir das ein weiteres Mal." Sechs Siege des berühmten Onkels Ayrton verpflichten: "Wir haben hier so viel Geschichte geschrieben. Glücklicherweise auch ich mit meinem GP2-Sieg - aber die Formel 1 ist das, was zählt", blickt Senna voraus.
Der große Sir Frank Williams kann seit dem Sieg in Barcelona wieder lachen Zoom © Williams
Mit 70 Jahren ist Frank Williams der älteste Teamchef der Formel 1, aber während der 68-jährige Peter Sauber schon seinen Rücktritt mit Jahresende angekündigt hat, will der an den Rollstuhl gefesselte Brite noch nicht loslassen. Zwar zieht er sich schrittweise aus dem Tagesgeschäft zurückziehen - ein Prozess, der bereits eingeleitet wurde -, aber vorerst möchte er weiterhin an der Spitze des Rennstalls bleiben. Dass er seinen Sitz im Vorstand an Tochter Claire übergeben hat, ändere "nichts", denn: "All die Einzelpersonen mit ihren aufgeteilten Verantwortungsbereichen machen einen super Job. Ich bin aber immer noch kontrollierender Mehrheitseigentümer und Teamchef", stellt Williams im Interview mit dem 'Telegraph' klar. "Jemand muss zu mir kommen und mir sagen: 'Frank, du vergisst zu viel' oder 'Frank, du stehst langsam im Weg'." Williams sieht die Zeit noch nicht gekommenDas sei momentan noch nicht der Fall, meint der liebevoll "Rollstuhlgeneral" genannte Brite und widerspricht damit Kritikern, die nur hinter vorgehaltener Hand flüstern, dass sein Gesundheitszustand schon bald einen Wechsel erforderlich machen könnte. Würdest du dann zurücktreten, Frank? "Wenn ich wirklich glauben würde, dass ich die Dinge aufhalte, dann ja", sagt er. "Aber ich glaube nicht, dass es schon so weit ist." Teamintern war Adam Parr derjenige, der in den vergangenen Jahren den besten Draht zu Williams hatte, aber der Vorstandsvorsitzende musste im Zuge der Concorde-Verhandlungen mit Bernie Ecclestone gehen. Die neue Garde um Claire Williams und Großaktionär Toto Wolff steht schon eher für die nächste Generation. Wolff freute sich zuletzt in Barcelona "rasend, dass Frank das miterleben kann". Gemeint war der erste Sieg seit acht Jahren. Auch sonst gönnt man Williams die Rückkehr auf die Siegerstraße. Viele sind der Meinung: Es wäre ein unwürdiger Abgang eines großen Mannes gewesen, wenn Williams bis zu seinem endgültigen Rücktritt jahrelang sieglos geblieben wäre. "Er ist einer der Besten in unserem Zirkus, ein harter Kerl, ein Kämpfer", lobt Gerhard Berger. "Wir haben alle riesigen Respekt vor ihm, sind alle Fans von ihm. Und wir alle haben ein bisschen gelitten, als er immer mehr ins Hintertreffen geraten ist." Berger freut sich auch für Landsmann WolffFranks Tochter Claire Williams im Gespräch mit Bernie Ecclestone © xpbimages.com "Den letzten Sieg habe ich ihm sehr gegönnt - und das auch noch zu seinem Geburtstag! Das war wirklich toll", sagt Berger. "Ich freue mich auch für Toto Wolff, der als Österreicher jetzt Miteigentümer in dem Team ist. Ich glaube, die sind auf einem guten Weg. Die machen in diesem Jahr schon die ganze Zeit eine gute Figur. Und Maldonado scheint ein Treffer zu sein. Aber dafür hatte Frank immer schon ein Näschen." Die Frage ist: Wie lange noch? Der Racing-Virus lässt den 70-Jährigen jedenfalls nicht los: "Ich bin immer noch renn- und geschwindigkeitsverrückt", gibt der seit einem Vierteljahrhundert querschnittgelähmte Gründer des dritterfolgreichsten Formel-1-Teams aller Zeiten zu. "Seitlich mit 140 km/h durch eine Kurve zu rutschen, packt mich. Die Weltmeisterschaft nicht zu gewinnen, ist eher Nebensache. Es geht mir ums Racing."
Gerhard Berger hat Pastor Maldonado auch in Monaco auf der Rechnung Zoom © xpbimages.com
Gerhard Berger übt zwar keine offizieller Funktion mehr in der Formel 1 aus, dennoch ist er ein gern gesehener Gast im Fahrerlager. An diesem Wochenende sind dabei die Wege für den Österreicher recht kurz, denn wie viele der Piloten lebt er in Monaco. Berger kennt die Formel 1 sowohl aus der Perspektive des Fahrers als auch aus dem Blickwinkel von der Boxengasse aus, wo er als Motorsport-Direktor von BMW und Mitinhaber von Toro Rosso am Kommandostand saß. Doch an ein Rennjahr wie 2012 kann sich der 52-Jährige spontan auch nicht erinnern. "Es ist bisher eine ganz besondere Saison. Bei jedem Rennen gibt es einen anderen Sieger", sagt Berger im Gespräch mit 'SkySportsF1'. "Wir sehen einen sehr starken Williams, einen starken Sauber, einen sehr konkurrenzfähigen Ferrari. Vettel und Alonso führen die WM an. Es ist eine völlig andere Saison als in den vergangenen Jahren." In einer ohnehin turbulenten Saison, in der die Vorhersage des Sieger vor dem Rennwochenende kaum möglich ist, folgt nun mit Monaco ein Grand Prix, der von sich aus schon unberechenbar ist. Auch Berger freut sich auf das Rennen an der Cote d'Azur. "Jetzt kommen wir hier nach Monaco und es wird sehr interessant sein zu sehen, war hier alles zusammenbekommt." Doch der Österreicher ist sich schon jetzt sicher, welche Piloten im Kampf um den Sieg eine Rolle spielen werden. "Alonso wird einer derjenigen sein, die um den Sieg mitkämpfen. Hamilton, Alonso, Rosberg, und auch Maldonado dürfen wir nicht vergessen. Er war mit jedem Auto schnell, mit dem er hier gefahren ist", erinnert Berger an Maldonados Glanzleistungen in der GP2. "Vielleicht wird er auch an diesem Wochenende wieder eine Rolle spielen." Beeindruckender ist für Berger aber einer der Piloten seines ehemaligen Teams. "Ein großer Faktor bei Ferrari ist Alonso", sagt der 52-Jährige. "Er ist einer der besten, wenn nicht sogar der beste Fahrer im Feld. Er macht einen unglaublichen Job. Er fährt ständig am Limit, egal ob im Freien Training, Qualifying oder im Rennen. Er ist eine Garantie für gute Resultate. Aber Ferrari hat einen Schritt nach vorne gemacht. Vor allem beim vergangenen Rennen, aber auch heute Morgen. Er ist in guter Form." Sein ehemaliger Schützling Sebastian Vettel, mit dem Berger 2008 in Monza den Sieg bei Toro Rosso feiert, sticht in dieser Saison trotz der Sieges in Bahrain nicht so heraus wie noch im Vorjahr. Für Berger eine Folge der aktuellen Entwicklung der Formel 1. "Eine dominierende Rolle gibt es in diesem Jahr nicht", sagt der Österreicher bei den deutschen Kollegen von 'Sky Sport'. "Aber letztendlich führt Sebastian immer noch in der Weltmeisterschaft." Daran wird sich nach Ansicht von Berger auch bis zum Ende der Saison nichts ändern. "Sie sind immer dabei und werden am Ende auch wieder mitkämpfen." Die unberechenbare Formel 1 2012, die bei manchem Beobachter für Verwirrung, sorgt bei Berger, der nurmehr die Rolle des Zuschauers innehat, für Begeisterung. "Für uns Fans ist es natürlich besser, wenn es knapper zugeht, als wenn einer vorne wegfährt."
Jean-Eric Vergne konnte seine "Angst" vor der Strecke schnell ablegen Zoom © xpbimages.com
Das Toro-Rosso-Team bezeichnete den ersten Tag zum Großen Preis von Monaco als "eher frustrierend". Zum einen musste man den Neulingen in erster Linie Fahrzeit auf der Strecke geben, sodass man nicht viel am Setup arbeiten konnte. Zum anderen kam natürlich noch das wechselhafte Wetter hinzu. Am Ende fuhr Jean-Eric Vergne auf Platz 16 der schnellsten Zeiten des Tages, 2,463 Sekunden hinter Jenson Button und 0,043 Sekunden vor Teamkollege Daniel Ricciardo, der Position 17 auf der Liste der schnellsten Zeiten belegt. "Für mich war es hier das erste Mal in einem Formel-1-Auto", so Vergne. "Ich habe es wirklich genossen. Da ich im vergangenen Jahr in der World Series in Monaco nicht besonders gut unterwegs war, war ich bezüglich des heutigen Tages ein wenig besorgt, auch wenn ich mich auf die neue Erfahrung freute und nicht wusste, was ich zu erwarten habe." "Meiner Meinung nach sieht meine Leistung im Vergleich zu der meines Teamkollegen gut aus, schließlich hat Daniel auf dieser Strecke zwei Rennen in der World Series gewonnen und er hat vergangenes Jahr im Formel-1-Auto etwas Trainingszeit gehabt. So gesehen bin ich ganz glücklich und habe das Gefühl, dass die Rundenzeit nicht wichtig war, besonders da ich in etwas Verkehr geriet und meine letzte Runde in der Boxengasse beendete." "Mit der Balance des Autos bin ich relativ zufrieden, welche wir noch etwas verfeinern können. Ich benötige jedoch noch etwas mehr Zeit, um mich selbst an den Kurs anzupassen, selbst wenn ich gern im Nassen gefahren bin. Ich fühle mich vorbereitet, egal, auf welche Bedingungen wir im Verlauf des restlichen Wochenendes treffen sollten." "Aufgrund des Wetters am Nachmittag liefen die Dinge nicht ganz so reibungslos, wie wir dies geplant hatten", so Ricciardo. "Wir waren nicht in der Lage, alles auszuprobieren, was wir uns erhofft hatten." "Es ist aus diesem Grund etwas frustrierend, besonders da wir morgen einen freien Tag haben. Ich würde es vorziehen zu fahren, aber es ist womöglich eine gute Sache, denn wir können wirklich darüber nachdenken, was wir brauchen, um nach vorne zu kommen." "Es gibt auch ein paar Gebiete, auf denen wir uns verbessern müssen, und ich bin mir sicher, dass sich unsere Leistung komplett verändern wird, wenn wir das in den Griff bekommen. Hoffentlich werden wir am Samstag ein gutes Qualifying haben." "Alles in allem war dies ein eher frustrierender Tag", so Chefingenieur Laurent Mekies. "Denn die Streckenbedingungen waren während der Einheit am Nachmittag ziemlich wechselhaft." "Angesichts der Tatsache, dass Daniel vergangenes Jahr lediglich im 1. Freien Training für uns gefahren ist und Jean-Eric hier noch nie in einem Formel-1-Auto unterwegs war, lag der Hauptfokus des Tages darauf, beiden Fahrern auf dieser einzigartigen Strecke so viel Zeit zu geben wie nur möglich."
"Aus diesem Grund waren wir am Vormittag die ersten, welche aus den Boxen fuhren, denn wir wollten sie in den richtigen Rhythmus bringen. Dieser Teil unseres Planes verlief erfolgreich. Sie schienen die Erfahrung genossen zu haben. Wir haben auch am Nachmittag trotz der wechselhaften Bedingungen versucht, jede Menge Runden zu fahren." "Aber alles in allem haben wir in Bezug auf die übliche Arbeit am Setup des Autos nicht so viel erreicht. Abgesehen davon hatten wir einen problemlosen Tag und die Fahrer leisteten sich keinerlei Fehler. Aufgrund des unglücklichen Zeitplans dieser Veranstaltung haben wir morgen einen ganzen Tag, an dem wir darüber nachdenken können, wie wir das Auto für den Rest des Wochenendes verbessern können."
Kamui Kobayashi ist mit seinem Sauber noch nicht restlos glücklich Zoom © xpbimages.com
Starker Trainingsauftakt in Monaco für das Sauber-Team. Während Sergio Perez im Gesamtergebnis auf den beachtlichen fünften Platz fuhr, kam Teamkollege Kamui Kobayashi, der kein Fan des engen Kurses im Fürstentum ist, immerhin auf den neunten Gesamtrang. Auf die Bestzeit von McLaren-Pilot Jenson Button fehlten ihm 1,292 Sekunden. Dennoch erlebte der Japaner, der in Spanien großartiger Fünfter wurde, keinen problemlosen Trainingsstart. Er klagt gegenüber 'Sky Sports' über mangelnden Abtrieb: "Ich verwende den gleichen Unterboden wie mein Teamkollege, aber im Vergleich zu ihm vermissen wir aus einem unbekannten Grund etwas Abtrieb. Aus diesem Grund hatten wir hier ein paar Probleme." Das Team wechselte daher auf den Ersatz-Unterboden. Auch die Umstände machen es dem Sauber-Piloten nicht leicht: "Die Strecke ist immer ziemlich schmutzig - es ist sehr rutschig. Daher ist es immer sehr schwierig, das richtige Setup zu finden, aber ich denke, dass es in Ordnung ist. Wir sind nicht so weit weg. Am Samstag werden wir dann sehen, was das Wetter macht. Die Streckenbedingungen sind hier an diesem Wochenende eine ziemliche Unbekannte - und das macht es sehr knifflig." Obwohl am Freitag für die Formel-1-Piloten Ruhetag ist, wurde Kobayashi von seinem Team eingeteilt: "Ich habe einen etwas seltsamen Zeitplan. Es gibt eine Autogrammstunde an der Strecke, was eine Überraschung ist. Ich muss also leider zur Strecke kommen." Obwohl er den Kurs nicht für eine wirkliche Formel-1-Strecke hält, kann er dem Rennen etwas abgewinnen: "In Monaco ist die Aufregung immer sehr groß - und das ist gut für die Formel 1."
Hat Fahrer noch nie mit Samthandschuhen angefasst: Frank Williams Zoom © xpbimages.com
Bruno Sennas Stuhl bei Williams wackelt nach dem Sieg von Pastor Maldonado beim Spanien-Grand-Prix bedenklich. Und der Teamchef rüttelt weiter am Sitz des Brasilianers: "Bruno muss jetzt antworten", zitiert die britische Tageszeitung "The Telegraph" Frank Williams und findet gewohnt deutliche Worte: "Maldos (Maldonados, Anm. d. Red.) Erfolg sollte für ihn ein Tritt in den Hintern sein." Williams, der sich von den starken Leitungen des Venezolaners überrascht zeigt, redet auch bei den Finanzen nicht lange um den heißen Brei herum. "Völlig unpolitisch, aber er bringt eine nützliche Menge an Sponsorengeldern mit." Insider beziffern diese "nützliche" Summe auf rund 30 Millionen britische Pfund, die Caracas staatlicher Ölkonzern PDVSA auf das Williams-Konto überweist. Die Maldonado zugeschriebene Favoritenrolle - er hat in Monaco mit Ausnahme der Königsklasse in allen Serien, die er gefahren ist, bereits gewonnen - will Williams nicht bestätigen. "Die Formel 1 ist böse. Wenn du den kleinsten Fehler machst, bist du tot. Es ist das beste, bescheiden zu sein", so Sir Frank.
Frank Williams wollte sein Team in der Notlage nicht im Stich lassen Zoom © Williams
Die Formel 1 gilt als zerstrittener Haufen. Missgunst und Misstrauen, Spionage und Tricksereien gehören im Fahrerlager zur Tagesordnung. Doch wenn es zu Katastrophen kommt, dann rückt die Königsklasse des Motorsports zusammen. Bestes Beispiel dafür ist der Feuerunfall in der Williams-Box, der das Sensationsteam nach dem Überraschungsteam hart getroffen hat. "Ich habe die Zeit nach dem Rennen genossen, war in der Garage und blieb stehen, um mit jemandem zu sprechen, als es zu meiner Rechten etwas zerrissen hat", erinnert sich Teamchef Frank Williams gegenüber dem 'Telegraph' an den folgenschweren Knall. "Sofort breiteten sich schwarze Rauchwolken aus." Eine brenzlige Situation für den Querschnitt-gelähmten Teamboss. Doch sein Betreuer reagierte rasch. "Schnell wie der Blitz wurde ich aus der Box gerollt", erzählt er. Dabei war ihm dies zunächst gar nicht recht: "Ich schrie: 'Michael, du musst verdammt noch mal stehenbleiben. Ich sollte eigentlich die Leitung übernehmen, und kann mich nicht einfach aus dem Staub machen." Williams wollte zurück in die BoxSein Betreuer folgte dem Befehl des Chefs und schob den "Rollstuhl-General" wieder in Richtung Box. "Aber ich konnte dort nicht viel tun", erkannte Williams. Doch was war passiert? Williams-Mitbesitzer Christian "Toto" Wolff gibt gegenüber 'Sky' Einblicke: "Eine Funkstation aus Plastik, wo die Funkgeräte dran hängen, ist geschmolzen und hat zu dieser Rauchentwicklung geführt." Die Ursache dafür ist noch immer nicht ganz klar, wie Wolff erklärt: "Es wird immer noch analysiert, aber vermutlich war es eine statische Entladung, wie sie jeden Tag passieren kann, wenn wir jemandem die Hand schütteln und wir einen Schlag kriegen. Diese statische Entladung hat Dämpfe entzündet, und dann ist ein Fass in die Luft geflogen. Das ist extrem unüblich, wie ich gehört habe, aber es kann passieren." Gesamtes Fahrerlager kämpfte gegen FlammenAls das Feuer ausbrach, half plötzlich fast gesamte Fahrerlager mit, eine Katastrophe zu verhindern. Mechaniker unterschiedlicher Teams nahmen ihre Feuerlöscher und bekämpften die Flammen. "Es gehört einiges an Mut dazu, sich da hineinzustürzen, vor allem, wenn es nicht einmal das eigene Team ist", zollt der Österreicher den Helfern seine Anerkennung. "Es zeigt, wie die Mannschaften da zusammenhalten. Das war das die schöne Seite an der Tragödie." Toto Wolff glaubt, dass es einen balalen Grund für den Unfall geben könnte © xpbimages.com Freilich hätte aber auch ihr eigenes Team betroffen sein können, hätte man das Feuer nicht unter Kontrolle gebracht. "Sie wussten, dass sie helfen müssen, denn sonst hätte das Feuer auch auf andere Boxen übergreifen können", meint Wolff. Inzwischen wird nur noch ein Williams-Teammitglied im Krankenhaus behandelt - der Mitarbeiter leidet an Verbrennungen an Händen und Füßen. "Er wird nächste Woche aus dem Krankenhaus entlassen - also sind wir mit dem Schrecken davongekommen", ist Wolff froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist. "Er hat einen starken Charakter", stellt Williams klar, dass es seinem Teammitglied den Umständen entsprechend gut geht. "Er wird zurückkommen, wenn es für ihn passt - in einem Monat oder zwei." Williams bedankt sich für HilfeAuch der 70-jährige Brite zeigt sich vom Zusammenhalt im Fahrerlager angetan: "Es hat mich sehr glücklich gemacht, als ich im Nachhinein gehört habe, dass jeder Feuerlöscher im Fahrer von fast jedem Team benutzt wurde. Die Reaktion war außergewöhnlich, wirklich überwältigend."
Damit war es aber nicht getan, denn auch nach dem gelöschten Brand zeigten die anderen Teams ihre Hilfsbereitschaft. "Alle Teams sagten zu mir: 'Was auch immer ihr braucht - wir werden euch helfen'", erinnert sich die lebende Formel-1-Legende. "Ich weiß nicht genau, was wir angenommen haben, aber ich habe darum gebeten, dass eine Liste angefertigt wird. Meine Hauptaufgabe in Monaco ist es, alle Teamchefs zu treffen, ihnen zu danken und zurückzuzahlen, was auch immer sie uns gegeben haben."
Jenson Button sicherte sich die Bestzeit am ersten Trainingstag in Monaco Zoom © xpbimages.com
Am Vormittag war es zwar noch trocken, aber wirklich aussagekräftig war das Ergebnis des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco nicht, und auch die zweite Session im Fürstentum an der Cote d'Azur ließ keine echten Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis an diesem Wochenende zu. Schuld daran war Regen im zweiten Freien Training in Monte Carlo. "Diese Bedingungen sind sehr schwierig für uns", meinte Force-India-Teammanager Andy Stevenson nach knapp einer halben Stunde der geplanten 90 Minuten. "Die Strecke ist zu feucht, um konstruktiv zu fahren, aber nicht nass genug für Intermediates. Da wäre mir stärkerer Regen sogar lieber, denn laut Wettervorhersage soll es am Wochenende regnen. So könnten die Fahrer zumindest ein paar Runden trainieren, um sich an die Bedingungen zu gewöhnen." Button-Bestzeit auf weichen ReifenEin Wunsch, der nicht in Erfüllung gehen sollte, denn erst trocknete es ein bisschen ab, ehe es wieder zu regnen begann - beim zweiten Mal etwas stärker. Von da an waren die gleich zu Beginn erzielten Zeiten in Stein gemeißelt. Jenson Buttons Bestzeit von 1:15.746 Minuten war jedoch kaum aussagekräftig, schließlich hatte der McLaren-Pilot noch vor einsetzendem Regen als einer der wenigen Piloten eine volle Runde auf den weicheren Supersoft-Pirellis zurückgelegt. Der Lotus von Romain Grosjean hinterließ heute einen sehr starken Eindruck © xpbimages.com "Wir sind heute für einen Donnerstag in Monaco nicht viel gefahren. Hoffentlich wird das Wetter am Samstag ein bisschen besser", seufzt der Tagesschnellste, der es insgesamt auf 30 Umläufe brachte, 17 davon am Nachmittag. Zweiter wurde Romain Grosjean (Lotus), der mit seiner spektakulären Fahrweise immer wieder in Richtung Leitplanken driftete, aber jeden einzelnen Rutscher gekonnt abfangen konnte. Rückstand: 0,392 Sekunden. Allerdings absolvierte Grosjean seinen gezeiteten Run noch auf der härteren Reifenmischung, "und die ist um ungefähr eine Sekunde langsamer als die weiche", analysiert Formel-1-Experte Marc Surer. Eigentlich also ein gutes Zeichen für das Lotus-Team, dem die meisten Beobachter an diesem Wochenende eine starke Performance zutrauen, aber andererseits ist das Ergebnis wegen des Wetters und unterschiedlicher Benzinmengen noch verzerrter als sonst am ersten Trainingstag. Massa in FP2 schneller als AlonsoFelipe Massa gewann das Ferrari-Stallduell am Nachmittag gegen Fernando Alonso, in der Gesamtwertung belegte Alonso aber mit 0,519 Sekunden Rückstand den dritten Platz - seine Bestzeit vom Vormittag konnte er in der zweiten Session nicht mehr unterbieten. In der inoffiziellen Regenwertung belegte Massa sogar den zweiten Platz, zwei Zehntelsekunden hinter Sergio Perez (5./Sauber/+0,965), der auf nasser Strecke in 1:26.6 Minuten am schnellsten war. Nur diese fünf Fahrer lagen am Ende des Donnerstags innerhalb von einer Sekunde. Monaco-Spezialist Lewis Hamilton (McLaren), Barcelona-Sieger Pastor Maldonado (Williams), Nico Rosberg (Mercedes), Kamui Kobayashi (Sauber) und Mark Webber (Red Bull) komplettierten die Top 10. Vorjahressieger Sebastian Vettel wurde eineinhalb Sekunden hinter der Spitze und 74 Tausendstelsekunden hinter Teamkollege Webber Elfter. Marko klagt über schlechtes Wetter"Wir hätten einige Änderungen am Auto. Da ist es natürlich schade, wenn man die Zeit jetzt auf keine Weise nützen kann", bedauert Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko. "Es war zu wenig nass für Intermediate- oder Regenreifen, aber nass genug, um Erkenntnisse unmöglich zu machen. Es hängt nur hier über der Rennstrecke eine Wolke, der Rest ist laut Radar in Ordnung. Heutzutage sind die Wetterprognosen sehr gut. Wir müssen schon mit eher schlechtem Wetter rechnen." Im feuchten Teil der zweiten Session war niemand schneller als Sergio Perez © xpbimages.com Am meisten trainierten im Regen die Toro-Rosso-Junioren - niemand war so fleißig wie Vergne/Ricciardo, die es als 16. und 17. auf insgesamt 101 Runden brachten. "Im Nassen zu fahren, ist immer wichtig", erklärt Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari. "Wenn es im Qualifying das gleiche Wetter hat, weißt du, wie sich das Auto verhält. Die Strecke ist natürlich rutschig, aber es ist wichtig, zu trainieren. Nur so findest du heraus, wo es rutschig ist und wo es Grip hat."
Offensichtlich keinen Grip hatte es in der Bremszone vor der Mirabeau-Kurve, in der in den letzten Minuten beide Williams-Piloten, Perez und Massa Bekanntschaft mit der Auslaufzone machten. Der Crew von Maldonado dürfte das Herz stehen geblieben sein, als der Venezolaner in dem schmalen Notausgang mit einem Burnout wenden wollte, doch kurz vor dem Einschlag in die Leitplanken kam er dann doch zu Sinnen und ließ sich von den Streckenposten helfen. Kovalainen wieder in ProblemenDen Schlusspunkt setzte wie schon am Vormittag Heikki Kovalainen (21./Caterham/+4,283) - diesmal allerdings nicht mit einem Motorschaden im Tunnel, sondern mit einem Ausritt in Mirabeau. Der Finne konnte im Gegensatz zu seinen Konkurrenten nicht weiterfahren, sodass die letzten Minuten der Session unter gelben Flaggen stattfanden. Landsmann Kimi Räikkönen trainierte in Session zwei umso fleißiger: 25 Runden, dreieinhalb Sekunden Rückstand, 20. Platz. Nur 25 Runden: Michael Schumacher trainierte weniger als alle anderen Fahrer © xpbimages.com "Der Lotus scheint ziemlich stark zu sein, was Traktion und mechanischen Grip angeht", analysiert Experte Alguersuari. "Dem stimme ich zu", meint der ehemalige Formel-1-Ingenieur Gary Anderson und ergänzt: "Button und Hamilton machten heute Morgen durch die Schwimmbad-Passage einen sehr starken Eindruck. Ich glaube, die werden mitmischen." Alguersuari rechnet außerdem mit Ferrari, rätselt aber: "Schwer zu sagen, wo Red Bull im Moment steht."
Positiv ist, dass alle komfortabel innerhalb der 107-Prozent-Zeit lagen, weniger positiv hingegen, dass niemand einen Longrun mit den roten Supersoft-Option-Pirellis fahren konnte. "Was den Abbau der Reifen angeht, wird es eine Reise ins Unbekannte", twittert Ferrari nach dem Training. "Niemand konnte Longruns fahren. Das ist ein weiteres Fragezeichen für das Rennen." Jetzt steht aber ohnehin erst einmal der Ruhetag auf dem Programm.
Geht es auch in den nächsten Jahren für die Formel 1 noch quer durch die Eifel? Zoom © HRT
(Motorsport-Total.com/SID) - Dank Sponsoren und des Entgegenkommens von Promoter Bernie Ecclestone hat die Formel 1 auf dem Nürburgring anscheinend doch noch eine Zukunft. "Wir können den Vertrag mit Ecclestone für die nächsten zehn Jahre, also über fünf Rennen, verlängern", sagt Kai Richter, einer der Streckenbetreiber, mit Blick auf die Hockenheim-Rotation. "Ein solches Ergebnis, wie wir es ausgehandelt haben, hat es noch nie für den Nürburgring gegeben", betont er. Richter nennt Details: "Weniger als zehn Millionen Euro sind als Beitrag des Landes für ein Rennen gefordert." Er und sein Mitgesellschafter beim Veranstalter-Unternehmen Rheinland-Pfalz Grand Prix, Jörg Lindner, erklären, sie hätten "in schwierigen Verhandlungen bei insgesamt vier Treffen" mit Ecclestone dieses "äußerst attraktive Ergebnis" erzielt. Möglich geworden sei es auch durch ein Gesamtpaket von nationalen Sponsoren und Investoren. Lindner verdeutlicht aber, dass der Vertrag mit Ecclestone bis Juni abgeschlossen werden müsse: "Sonst ist die Formel 1 weg. Für viele, viele Jahre." Ecclestone, der von einem "internen Problem mit den Promotern" spricht, äußert sich zu der Nürburgring-Frage gegenüber 'ESPNF1' wie folgt: "Ihr Vertrag lief aus, also werden wir ihn erneuern. Das passiert, sobald sie wissen, mit wem wir das tun können." Ecclestone zeigt sich kompromissbereit und schießt hinterher: "Ich mache es gern." Das Land Rheinland-Pfalz hatte Richter und Lindner wegen ausstehender Pachtzahlungen mit einer Räumungsklage gedroht. Eine Reaktion der Mainzer Landesregierung liegt bisher noch nicht vor.
Siegkandidat im Leitplanken-Dschungel? Hamilton fährt kalkulierter Zoom © xpbimages.com
Heiße Rennaction und viel Glamour: Bei Monaco und Lewis Hamilton scheint es sich um eine passende Synthese zu handeln. Nachdem das Rennen im Fürstentum dem Briten im vergangenen Jahr - unter anderem wegen zwei Durchfahrtsstrafen - völlig misslang, stehen die Vorzeichen 2012 besser. Denn der Vollblut-Racer Hamilton scheint kalkulierter und vorausschauender zu fahren denn je. In Spanien brachte ausgerechnet der als Reifenmörder verschrieene Ex-Weltmeister sein Auto als einziger Pilot mit einer Zwei-Stopp-Strategie ins Ziel. "Es ist eine Herausforderung, mit den Pirelli-Pneus klarzukommen", betont er gegenüber 'Autosport'. "Es gibt Momente, in denen mir das gelingt, und einige, in denen es das nicht tut. Aber 2008 war das nicht anders", so Hamilton. Es ist der Verweis auf die Saison, in der er auf Bridgestone-Reifen Weltmeister wurde - damals allerdings hatte der schonende Umgang mit dem Gummi noch nicht den Stellenwert, den er heute genießt. "Jeder hat Stärken und Schwächen. Zu meinen Vorzügen gehört es, eine schnelle Runde auf neuen Reifen zu fahren. Sie lange am Leben zu erhalten ist für mich eine Herausforderung", stellt Hamilton fest.
Gute Zeiten, schlechte Zeiten: Lewis Hamilton wirkt 2012 deutlich entspannter Zoom © xpbimages.com
Was ist bloß mit Lewis los? Diese Frage stellten sich die Formel-1-Fans im vergangenen Jahr gewiss mehr als einmal. Lewis Hamilton schien 2011 nämlich nicht in gewohnt bestechender Form zu fahren und wirkte oft abgelenkt. All dies ist nun aber Schnee von gestern, denn heute tritt der McLaren-Pilot wieder beschwingt und selbstsicher auf. Aber warum eigentlich? Hamilton geht auf Spurensuche. Der britische Rennfahrer hat sich in der Winterpause die Zeit genommen, um sich selbst und das Geschehene ausgiebig zu analysieren, wie er gegenüber 'Autosport' bestätigt. Gleichzeitig fasste Hamilton frischen Mut - und offensichtlich auch einige gute Vorsätze. "Es geht darum, dich richtig einzustellen", sagt Hamilton über seine Auszeit im Winter. Dabei war er augenscheinlich erfolgreich. Neben Fernando Alonso (Ferrari) ist Hamilton 2012 nämlich der einzige Fahrer im Starterfeld, der bisher in allen Rennen in den Punkten war. Die Konstanz, die im vergangenen Jahr so oft fehlte, scheint also vorhanden zu sein. Oder wie es Hamilton ausdrückt: "Du hoffst, nicht wieder in den gleichen Trott zu verfallen, sofern du dich im vergangenen Jahr in einem Trott befunden hast." "Es gab einfach ein paar Dinge in meinem Leben, die ich neu sortieren musste. Das brauchte seine Zeit. Jetzt passt alles, also bin ich ziemlich zufrieden. All das macht dieses Jahr umso schöner", sagt Hamilton. Familie, Freunde, Management, Team - Privat- und Rennfahrer-Leben verlaufen nun also wieder in geordneten Bahnen. Dieser Umstand ist auch den Formel-1-Beobachtern nicht entgangen. Coulthard bewundert die Wandlung HamiltonsDer ehemalige Formel-1-Pilot David Coulthard zeigt sich bei 'Autosport' beispielsweise hocherfreut über den "neuen Lewis" und sagt: "Lewis Hamilton fährt derzeit so gut wie eh und je - wenn nicht sogar besser als früher. Das ist schön zu sehen. Was hat sich verändert? Nun, ich denke, er ist über den Winter erwachsen geworden. Er hatte die Chance, über all dies nachzudenken", meint "DC". "Ich sehe einen deutlich kompletteren Rennfahrer als den Lewis von vor einem Jahr." David Coulthard "Das scheint er getan zu haben. Ich sehe einen deutlich kompletteren Rennfahrer als den Lewis von vor einem Jahr. Er hatte nie ein Problem mit seiner Geschwindigkeit, sondern schien nur abgelenkt zu sein. Das hat er nun offenbar im Griff. Und er macht keine Fehler. Dass er Jenson Button in Spanien vom letzten Startplatz aus geschlagen hat, ist ein gutes Beispiel dafür, wie stark Lewis 2012 auftritt." In der Tat, wie die bisherigen Ergebnisse unterstreichen. Auch McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh erkennt darin einen "anderen" Hamilton und merkt bei 'Autosport' an: "Die Leute verändern sich nicht von jetzt auf gleich, sondern ganz allmählich. Lewis glaubt an sich als einen großen Rennfahrer, weiß aber nun, dass im Leben nicht alles nach Plan läuft. Man lernt nach und nach, damit umzugehen." Wenn Rennfahrer unter Druck stehen ..."Und wir würden keinen Lewis wollen, der sich mit dem Zweitbesten zufriedengeben würde", meint Whitmarsh und stellt klar: "Wir wollen einen Lewis, der es auf Erfolge abgesehen hat, der sich als Zweiter nicht wohl fühlt, der alles bei sich, an seinem Auto, in seinem Team und in seinem Umfeld absolut perfekt haben will. Diese Entschlossenheit treibt ihn an." 2011 sah es noch ganz anders aus. "Wenn Rennfahrer unter Druck stehen, dann kann es sein, dass sie das Auto überfahren." Martin Whitmarsh Whitmarsh zeigt allerdings Verständnis für seinen Piloten und dessen vermeintlich schwieriges Jahr. "Wenn Rennfahrer unter Druck stehen, dann kann es sein, dass sie das Auto überfahren. Wenn sie dann auch noch an Selbstvertrauen eingebüßt haben, werden sie vielleicht noch ein bisschen mehr zurückhaltend. Lewis hat seine Fähigkeiten sicherlich nicht verloren", erläutert der Teamchef. "Seine Stimmung ist sehr positiv. Er hat dazugelernt und ist nun deutlich gefasster und glücklicher. Er weiß, er kann in diesem Jahr eine Weltmeisterschaft gewinnen", sagt Whitmarsh und Hamilton stimmt zu: "Ich versuche, zu gewinnen, und ich will gewinnen. Ich bin nicht zufrieden damit, in jedem Rennen nur Dritter zu werden. Der achte Platz beim jüngsten Rennen war auch nicht so toll", meint Hamilton. Der Sieg ist alles - oder etwa doch nicht?In Barcelona hatte der britische Rennfahrer aufgrund eines Teamfehlers von ganz hinten losfahren müssen, nachdem er sein Auto auf die Pole-Position gestellt hatte. Dergleichen wirft Hamilton in diesem Jahr aber nicht aus der Bahn, auch wenn er sagt: "Es ist immer eine Enttäuschung, wenn man Rückschritte macht. Du willst doch attackieren, überholen. Nur darum geht es im Motorsport." "Es könnte viel schlimmer sein." Lewis Hamilton "Es könnte aber viel schlimmer sein. Was all dies in eine Perspektive rückte, war, was ich auf den Philippinen gesehen habe. Dort gibt es Kinder, die gar nichts haben und in Papierhütten auf der Straße leben. Und hier sind wir in der Formel 1. Damit kann ich also gar nicht unzufrieden sein. Das ist die Perspektive, die ich in diesem Jahr habe: Es könnte viel schlimmer sein", hält Hamilton fest. "Ich will aber trotzdem immer Erster werden." Und das so schnell wie möglich - und mit McLaren, wo Hamilton noch bis zum Saisonende unter Vertrag steht. Mit dem "und dann?" hat er sich laut eigener Aussage aber "noch nicht" beschäftigt, sagt Hamilton bei 'Autosport'. Die Begründung klingt plausibel: "Wir haben es mit einer so fordernden Saison zu tun, da muss ich einfach konzentriert bleiben". McLaren will Hamilton halten"Wenn ich meinen Fokus verliere und deswegen einige Punkte einbüße, könnte ich mir das nie verzeihen. Ich muss halt eine Lücke finden. Ich brauche die Zeit, um mich mit meinem Manager hinzusetzen und darüber zu reden. Ich bat sie (das Management; Anm. d. Red.) aber schon darum, sich einmal ein paar Gedanken zu machen. Wann es so weit sein wird, weiß ich aber nicht." "Ja, wir wollen ihn behalten." Martin Whitmarsh "Es wird irgendwann in diesem Jahr passieren, denn ansonsten bin ich arbeitslos", meint Hamilton und grinst verschmitzt. So weit wird es bei einem der Topstars der Szene vermutlich nicht kommen, auch wenn die Verhandlungen mit McLaren wohl erst in den Sommermonaten an Fahrt aufnehmen. Und zur Not - das ist aus dem Fahrerlager zu hören - hätten auch andere Teams Interesse an ihm.
McLaren dürfte aber erst einmal auf der Pole-Position stehen. Darauf hofft sicher auch Whitmarsh, wenn er sagt: "Ja, wir wollen ihn behalten." Der Teamchef zeigt sich jedoch zurückhaltend: "Wie man sich vielleicht vorstellen kann, ist das eine vertrauliche Angelegenheit. Es wäre nicht angebracht, darüber zu sprechen. Wenn Lewis und McLaren etwas kundzutun haben, dann werden wir es schon sagen."
Valtteri Bottas überzeugt als Freitagstester von Williams Zoom © xpbimages.com
Williams gehört in dieser Saison zu den Teams, die im ersten Freien Training des Rennwochenendes eine Testfahrer zum Einsatz kommen lässt. Bei 14 der 20 Grand Prix sitzt am Freitagmorgen Valtteri Bottas im Auto von Bruno Senna. Der Finne, der im vergangenen Jahr Meister der GP3-Serie war, und auf den vor allem Williams-Teilhaber Toto Wolff große Stücke hält, soll so langsam an die Formel 1 herangeführt werden. Doch bisher verläuft die Lernkurve des 22-Jährigen recht steil. Bottas überzeugt durch fehlerfreie Runden und schnelle Zeiten. In Barcelona zeigte er als Fünftschnellster im ersten Freien Training erstmals das Potenzial des FW34 auf dem Circuit de Catalunya auf. "Ich bin wirklich zufrieden", wird Bottas von 'The National' zitiert. "Das Wichtigste ist, dass ich eine Menge gelernt habe und nach jedem Wochenende mehr dazulerne. Die Ziele, die ich mir setzte, hab ich erreicht, und ich habe einen gute Speed." Der Finne zeigt sich erstaunt über seine raschen Fortschritte. "Niemand hätte von mir erwartet, dass ich in den ersten Freien Training so schnell wäre - ich war selbst überrascht." In diesem Jahr konzentriert sich Bottas voll auf seine Testfahrerrolle beim Williams, Rennen fährt er nicht. Doch das soll sich spätestens 2013 ändern. "Als Rennfahrer will ich so schnell wie möglich ins Auto, ich hoffe, dass es im kommenden Jahr möglich ist. Dieses Jahr dient der Vorbereitung. Außerdem kann ich dem Team zeigen, dass ich es drauf habe." Auf Gerüchte, nach denen er schon in dieser Saison Bruno Senna im Renncockpit ablösen könnte, gibt Bottas jedoch nicht. "Nein, das ändert für mich nichts. Mein Ziel ist das Gleiche: Ich möchte dazulernen und an jedem Wochenende ein besserer Fahrer werden." Bereits am fünften Rennwochenende mit seinem Team hatte Bottas erstmal Grund zum Feiern. Der Sieg von Pastor Maldonado in Barcelona sorgte auch beim 22-Jährigen für Begeisterung. "Das war ein großartiges Gefühl. Ich sehe, wie hart sie arbeiten, es war ein hochverdienter Sieg. Natürlich war es auch für uns eine große Überraschung, niemand hätte das erwartet. So etwas habe ich noch nie erlebt. Nach dem Fallen der Zielflagge haben alle in die Hände geklatscht und sich umarmt. Das war ganz speziell." Sein Debüt im Formel-1-Auto gab der Finne im vergangenen Jahr beim Young-Driver-Test in Abu Dhabi. In dieser Saison können die Teams wählen, ob sie diesen Test nach dem Rennen in Silverstone oder gegen Ende der Saison nach dem Grand Prix von Abu Dhabi fahren wollen. Bottas würde sich für Letzteres entscheiden. "Wenn du in einer anderen Serie fährst, wäre es besser, wenn der Test am Ende der Saison wäre. Dann kommt es nicht zu Terminüberschneidungen."
Hamilton (rechts) hat von seinem Freund Rosberg einen neuen Eindruck gewonnen Zoom © xpbimages.com
Nico Rosberg verteidigte sich in Bahrain hart gegen Lewis Hamilton und Fernando Alonso, wurde dafür von den Rennkommissaren aber nicht sanktioniert. Hat er die Manöver unternommen, um das Vorurteil, er sei leicht zu überholen, zu zerstreuen? "Mir war das gar nicht bewusst", kommentiert Rosberg diese gewagte Spekulation gegenüber 'Autosport'. "Ich war eigentlich ganz zufrieden damit, wie ich in Bahrain Konkurrenten hinter mir gehalten habe", so der Wiesbadener weiter. Hamilton, ein Freund und Weggefährte Rosbergs, weiß, dass Fahrer in der Königsklasse durchaus einzuordnen sind. "Einige Piloten sind wirklich einfach zu überholen. Du weißt, das es kein Problem sein wird", meint der Brite, dem selbst wenig Scheu vor riskanten Manövern nachgesagt wird. "Bei anderen überlegst du dann, nicht anzugreifen, weil du weist, dass sie dir keinen Platz lassen", bemerkt der McLaren-Star. Ihr unbeabsichtigte Wirkung haben die Manöver Rosbergs jedenfalls nicht verfehlt. "Um ehrlich zu sein, hatte ich einen anderen Eindruck von Nicos Fahrweise bis zum Rennen in Bahrain. Danach hat er sich verändert", meint Hamilton. Der erste Sieg in der Formel 1 habe nichts mit der veränderten Gangart zu tun, betont Rosberg: "Es ist eine wunderbare Erinnerung und vielleicht bringt sie etwas mehr Motivation, weil ich sie wiederholen möchte", sagt er. Der Mercedes-Pilot begründet: "Ich war ja zuvor nicht von der Rolle. Ich war in einer sehr guten Position und davon überzeugt, dass der Sieg eines Tages kommen würde", so Rosberg. Am Ende der Fahnenstange sieht der 26-Jährige sich und sein Team aber noch lange nicht angekommen. "Der Grand-Prix-Erfolg war nicht unser Ziel. Unser Ziel ist es nach wie vor, die Besten zu sein", gibt er sich selbstbewusst.
Michael Schumacher und Norbert Haug besuchten Lukas Podolski im Trainingslager Zoom © Mercedes-Benz
Prominenten Besuch bekam gestern Morgen die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in ihrem Trainingslager im südfranzösischen Tourrettes. Die beiden Formel-1-Stars Michael Schumacher und Nico Rosberg waren wegen des Formel-1-Rennens in Monaco ebenfalls an der Cote d'Azur und haben den Jungs von Bundestrainer Joachim Löw für die EM in Polen und der Ukraine alles Gute gewünscht. Schumacher und Rosberg haben sich nebenbei auch noch als "Taxifahrer" betätigt und vier Spieler - sehr schnell - zum Training gefahren. Dass es dabei zu der Traumkonstellation der beiden "kölschen Jung" Schumi und Poldi kommen wird, war so gut wie sicher. Kaum war Schumi vor dem Mannschaftshotel vorgefahren, saß Lukas Podolski auch schon auf dem Beifahrersitz. Dabei waren natürlich der 1.FC Köln und der Abstieg aus der Fußball-Bundesliga sowie der Wechsel von "Prinz Poldi" zum englischen Club FC Arsenal das Hauptgesprächsthema. "Normal, wie das in Kölle nun mal so abgeht." Michael Schumacher "Normal, wie das in Kölle nun mal so abgeht", sagt Schumacher. "Ich bin zwar FC-Fan, und ich glaube Poldi wird den FC auch immer im Herzen bei sich tragen. Aber dennoch, der Sport ist der Sport, und jeder muss glaube ich seinen Weg gehen. Ich bin absolut sicher, dass das, was Poldi entschieden hat, das Richtige für ihn ist. Insofern werden wir in Zukunft dann eben Arsenal die Daumen drücken. Aber wir können auch Köln weiterhin die Daumen drücken." Podolski und seine Nationalmannschaftskollegen wollen nach zwei Niederlagen gegen Spanien bei großen Turnieren in diesem Jahr in Polen und der Ukraine endlich ein Turnier als Sieger beenden. "Auf jeden Fall ist unser Ziel der Titel", sagt Podolski, der sich dafür auch gerne bei seinem prominenten Chauffeur Ratschläge holt. "Michael hat ja schon sieben, was überragend ist. Den einen oder anderen Tipp hat er vielleicht, den er uns geben kann, wie man am Ende die letzten Prozent herausholen kann, damit wir nicht nur ins Halbfinale und Finale kommen, sondern auch am Ende den Titel in der Hand haben." Der Besuch der beiden Formel-1-Stars war für die Nationalspieler eine willkommen Abwechslung vom Trainingsalltag. "Klar, auf jeden Fall! Ich denke, wenn man jeden Tag zweimal Training hat und immer unterwegs ist, dann ist das Super", sagt Podolski. Auf die Frage, was Schumacher im Auto besser könne als er, antwortet der Fußballer: "Alles. War die einzige Antwort, die man geben kann." Dieser gab das Lob zurück und war zufrieden mit seinem fachkundigen Beifahrer: "Er war voll mit dabei und hat Anweisungen gegeben", sagt Schumacher. "Die Technik geht ja immer weiter bei den Autos. Das haben wir gerade besprochen, es gibt auch keine Handbremse wie früher, sondern einen Hebel an der Seite. Die Technik ist schon weit fortgeschritten. - Leider zu weit für den Spaß", bedauert der 43-Jährige.
Michael Schumacher und Mercedes nehmen in Monaco Kurs auf gute Resultate Zoom © xpbimages.com
Wie stark ist Mercedes beim Stadtrennen in Monte Carlo? Eine Antwort auf diese Frage kann Ross Brawn derzeit noch nicht geben. Der britische Teamchef des deutschen Werksteams zeigt sich aber recht zuversichtlich, dass Nico Rosberg und Michael Schumacher im Fürstentum an der Côte d'Azur eine gute Leistung erbringen können. Allerdings nur sofern Mercedes dort keine Fehler unterlaufen. "Wir haben zwei großartige Fahrer und unser Auto ist ebenfalls ziemlich gut, denken wir. Wir müssen aber alles richtig hinbekommen. Es geht darum, ein Programm zu haben, das von Donnerstag bis Sonntag flüssig läuft. Alles hat nämlich eine Konsequenz", sagt Brawn bei 'Autosport'. "Machst du etwas falsch, verlierst du Streckenzeit. Das rächt sich. Du musst also von Anfang an am Ball bleiben." "Und wenn du auf der Strecke bist, bekommst du automatisch mit, wie sich der Kurs entwickelt. Wenn wir also ein gutes Wochenende haben, sollten wir konkurrenzfähig sein", erklärt Brawn. Die Reifen von Pirelli nehmen dabei offenbar einmal mehr eine Schlüsselrolle ein, doch auch die Abstimmung des Fahrzeugs könnte sich entscheidend auswirken. Kann Mercedes da seine Stärken ausspielen? Brawn zeigt sich vorsichtig optimistisch: "Wir waren bisher generell im langsamen und mittelschnellen Bereich der Strecken besser als im richtig schnellen Bereich. Die Teams gehen beim Setup aber auch unterschiedliche Kompromisse ein. Hier werden jedoch alle auf geringe bis mittlere Geschwindigkeiten getrimmt sein. Unser Vorteil ist deshalb vielleicht nicht so groß, weil sich alle darauf einstellen."
Geplatzter Traum: So hätte die Formel-1-Strecke auf Mallorca aussehen sollen © Gabriel Palmer
Bereits Ende vergangenen Jahres deutete sich an, dass es mit einem Formel-1-Grand-Prix auf Mallorca wohl nichts werden würde, doch nun scheint das Projekt endgültig gestorben zu sein. Stolperstein bleibt weiterhin die fehlende Unterstützung des Inselrats, der die potenziellen Investoren dazu bewogen hat, ihren Plan zu begraben. Rund 200 Millionen Euro hätten für die angeblich bis zu 92.000 Zuschauer fassende Rennstrecke neben der Autobahn zwischen der Gemeinde Llucmajor und der Hauptstadt Palma de Mallorca gekostet, doch die Kosten wären komplett privat getragen worden. Daher war es dem Bürgermeister von Llucmajor ein großes Anliegen, das prestigeträchtige Projekt umzusetzen. Auch Bernie Ecclestone soll die bei einem persönlichen Treffen präsentierte Idee eines "Holiday-Grand-Prix" gefallen haben. Doch ohne Zustimmung des Inselrats lässt sich das Projekt nicht verwirklichen, weil die Gemeinden auf Mallorca außerhalb der besiedelten Gebiete nicht berechtigt sind, Bauvorhaben autonom durchzusetzen. Aufgrund dieser Pattsituation haben sich die Investoren laut 'Mallorca Zeitung' zurückgezogen - sehr zum Leidwesen von Llucmajors Bürgermeister Joan Jaume, der treibenden Kraft hinter dem Projekt.
Die Zeit der Alleinherrschaft ist vorbei: Williams gibt sich heute als Teamplayer Zoom © Williams
Lange Zeit war Frank Williams eine der prägenden Figuren der Formel 1. Mit nachlassendem sportlichen Erfolg verschwand er nicht von der Bildfläche, doch es rückten andere Charakterköpfe in den Vordergrund. Für den Teamchef, der kürzlich seinen 70. Geburtstag feierte, waren Grand-Prix-Siege schon kein Thema mehr. "Ich hatte keine Angst. Es war eher eine stärker und stärker werdende Verlegenheit", blickt Williams im Gespräch mit dem 'Telegraph' auf die Durststrecke zurück. Es schien ein schleichender Untergang zu sein: "Als die Jahre ins Land gingen, begannen wir zu verschwinden", erzählt Williams über die Jahre seit 2004, als ihm und seiner Mannschaft keine Siege mehr gelangen. Depressionen bereitete ihm das nicht: "Ich kann nicht behaupten, dass ich wochenlang im Bett gelegen und mir deswegen Gedanken gemacht hätte. Glücklicherweise kamen fähigere Leute als ich und räumten die Probleme aus", so Williams. Fähige Leute wie Adam Parr, der das Team vor wenigen Wochen unter kontroversen Umständen verließ. Williams schüttet Lob über seinem ehemaligen Mitarbeiter aus: "Er ist ein wahnsinnig kluger Kopf und ich habe oft mit ihm gesprochen. Er war Feuer und Flamme für das Team und hat seinen Anteil am Erfolg." Denn es sei Parr gewesen, der Personal wie Mike Coughlan, Jason Somerville oder Ed Wood verpflichtete. Williams glaubt daran, den Ex-Geschäftsführer bald wieder in der Formel 1 zu sehen, "möglicherweise in einer kommerziellen Funktion". Ebenfalls nicht mehr Teil des Teams ist Co-Gründer Patrick Head, der die Mannschaft im Winter verließ. "Er war schon etwas neidisch, nicht Teil des Sieges gewesen zu sein", bemerkt Williams schmunzelnd und würdigt die Leitung seines langjährigen Weggefährten. "Aber er hat ja das Fundament gelegt." Er glaube an einen weiteren Sieg für Williams, gibt sich Sir Frank überzeugt: "Barcelona mag eine Überraschung gewesen sein, aber wir wussten, dass wir uns im Vorfeld verbessert hatten. Das Auto hat eine gute Balance", sagt er. Williams weiß genau, was er an seinem venezolanischen Piloten hat. "Und die größte Überraschung ist, dass Maldo (Pastor Maldonado, Anm. d. Red.) sehr, sehr konkurrenzfähig ist. Er bringt eine Menge Sponsorengelder mit."
Monisha Kaltenborn hat einen guten Draht zu Formel-1-Boss Bernie Ecclestone Zoom © xpbimages.com
(Motorsport-Total.com/SID) - Monisha Kaltenborn atmet tief durch. Die mächtigste Frau der Formel 1? "Machtspiele überlasse ich gerne anderen", sagt sie. Und man glaubt es ihr. Obwohl sie ohne Zweifel die mächtigste Frau der Formel 1 und zudem noch ehrgeizig und zielstrebig ist, spielte auf dem Weg nach oben das Streben nach Macht eine Nebenrolle. Kaltenborn lernte das Geschäft in der Männer- und Machowelt Formel 1 von der Pike auf. "Ich konnte langsam reinwachsen", sagt die 41-Jährige, die seit 2010 Vorstandsvorsitzende bei Sauber ist, in der vergangenen Woche ein Drittel der Anteile übernahm und in naher Zukunft Teamchefin werden wird. Dass alles Schritt für Schritt vor sich ging, half auch, Vorbehalte abzubauen. Heute hat längst keiner der harten Männer mehr Probleme, sich mit ihr an den Verhandlungstisch zu setzen. "Bei Herrn Ecclestone ist das ohnehin kein Thema", sagt sie über den 81 Jahre alten Formel-1-Boss: "Er hat immer schon Frauen wichtige Themen anvertraut." Vertrauen ist auch das wichtigste Wort für Peter Sauber. Der Schweizer leitet seit 40 Jahren seine Teams im Motorsport, er hat Michael Schumacher in die Formel 1 gebracht. Nun, mit 68, sieht er den Zeitpunkt gekommen, seine Nachfolge zu regeln. "Es ist wichtig, dass man die Zukunft aktiv plant", sagt er: "Nicht, dass in einem gewissen Alter der Zeitpunkt kommt, an dem die Ereignisse die Zukunft diktieren." Sauber-Nachfolge beschlossene SacheWann Kaltenborn das Team übernimmt, ist noch nicht klar. "Den Zeitpunkt lassen wir offen. Wir stehen nicht unter Zeitdruck, und ich gehe noch nicht auf Krücken", sagt Sauber schmunzelnd. Dass Kaltenborn die Chefin wird, ist aber beschlossene Sache. Und es wird bald sein. Mit 70 wolle er nicht mehr an der Boxenmauer stehen, sagt Sauber. Das wäre im Oktober 2013. Doch warum gerade sie? "Es ist sehr schwer, jemanden zu finden, der ein Team leiten kann", sagt Sauber: "Mit Monisha arbeite ich seit vielen Jahren zusammen. Sie ist vertraut mit allen wichtigen Dingen in der Formel 1 und hat sich in allen Bereichen bewährt." Bevor die beiden 1998 erstmals zusammentrafen, hatte die damals 27 Jahre alte Kaltenborn schon viel erlebt. Als Monisha Narang wurde sie 1971 in Dehradun im Norden Indiens geboren und besuchte zunächst ein renommiertes Mädcheninternat. Im Alter von acht Jahren wanderte sie mit ihren Eltern, die einen Zweiradbetrieb führen, aus. Sie landeten in Österreich, weil der Onkel ihres Vaters dort in der Atombehörde arbeitete. Monisha studierte in Wien und London Jura, arbeitete zunächst in Stuttgart, wo sie den Deutschen Jens Kaltenborn kennenlernt und später nach Hindu-Ritus am Fuße des Himalaya heiratete. Sie wechselte nach Liechtenstein und arbeitete für die Fritz-Kaiser-Gruppe - und rutschte so in die Formel 1. Ihr Arbeitgeber war Teilhaber bei Sauber, Kaltenborn als Juristin zuständig für das Engagement im Motorsport. Als sich Kaiser zurückzog, wechselte sie 2000 zu Sauber. Zunächst übernahm sie die Rechtsabteilung, 2001 wurde sie Mitglied der Geschäftsführung. In den Ausschüssen bewährte sie sich schnell. Sie saugte alles in sich auf, überzeugte durch ihre Sachlichkeit und Fachkenntnis. Beim Zustandekommen des Concorde Agreements, der Verfassung der Formel 1, spielte sie eine wichtige Rolle. Für ein anderes Team als Sauber hat Kaltenborn, sieht man einmal von den unterschiedlichen Kooperationen ab, nie gearbeitet. Sie identifiziert sich mit ihrem Rennstall. "Ich habe mich vom ersten Tag an wohlgefühlt", sagt sie. Peter Sauber und sie seien "sehr unterschiedlich, aber wir teilen die gleichen Werte und stimmen in den wichtigsten Dingen überein. Peter ist nicht nur der Gründer, er hat das Team mit seiner Persönlichkeit geprägt." In seinem Sinne und mit eigenen Ideen will sie das Team bald komplett führen. "Fair und konsequent" seien ihre wichtigsten Maximen, sagt sie. Ihr Leitsatz: "Keine Fehler machen. Und wenn doch, daraus lernen." Sie lebt danach. So etwas imponiert. Auch als Frau in der Männerwelt Formel 1.
Peter Brabeck-Letmathe soll in Zukunft zusätzliche Formel-1-Aktien erhalten Zoom © xpb.cc
Der österreichische Spitzenmanager Peter Brabeck-Letmathe ist als Vorsitzender der neuen Formel-1-AG vorgesehen, die noch diesen Sommer an der Börse Singapur emittiert werden soll. Damit einher geht nicht nur ein operativer Machtgewinn für Brabeck-Letmathe, sondern aktuellen Medienberichten zufolge wird er auch ein zusätzliches Aktienpaket erhalten. Schon jetzt kontrolliert Brabeck-Letmathe 0,3 Prozent der obersten Formel-1-Holding Delta Topco, deren Werte im Zuge des Initial Public Offering (IPO) an die Börse gebracht werden sollen. Durch den IPO, so berichtet 'Pitpass' übereinstimmend mit anderen englischsprachigen Medien, soll sein Anteil auf 0,5 Prozent erhöht werden. Vermutlich würden die zusätzlichen 0,2 Prozent aus den Anteilen von Mehrheitseigentümer CVC Capital Partners kommen. Erst kürzlich hat CVC insgesamt 21,3 Prozent der Anteile an drei milliardenschwere Investmentgesellschaften verkauft. Der Kaufpreis lag bei umgerechnet insgesamt 1,257 Milliarden Euro, was den Wert des gesamten Formel-1-Imperiums auf rund sechs Milliarden Euro festlegt. Das wiederum bedeutet, dass Brabeck-Letmathes 0,5 Prozent geschätzte 300 Millionen Euro wert wären. Allerdings ist anzunehmen, dass der Verwaltungsrats-Präsident des Lebensmittelkonzerns Nestle seine Aktien nicht einfach jederzeit verkaufen darf, sondern für einen gewissen Zeitraum gebunden ist. Außerdem berichtet der 'Sky'-Wirtschaftsblogger Mark Kleinman, dass Brabeck-Letmathe die zusätzlichen 0,2 Prozent nicht geschenkt bekommt, sondern dafür zumindest eine einstellige Millionensumme auf den Tisch legen muss. Definitiv keine geschenkten Formel-1-Aktien wird es für die Teams geben. Zunächst hatte es ja geheißen, Ferrari soll im Zuge der Concorde-Verhandlungen nicht nur einen Sitz im Vorstand, sondern auch Aktien erhalten. Aber: "Die Teams können Anteile kaufen, aber wir werden sie ihnen nicht einfach geben", stellt Ecclestone gegenüber 'Pitpass' klar.
Lewis Hamilton will in Monaco nicht nur im Training schnell sein Zoom © xpbimages.com
Fünf Sieger in fünf Rennen, doch der Weltmeister von 2008 gehört nicht dazu. Lewis Hamilton möchte die guten Trainingsleistungen endlich im Rennen umsetzen und sich und seinem Team damit ein Erfolgserlebnis bescheren. Im Interview spricht der McLaren-Pilot außerdem über die "Faszination Monaco" und seine Erwartungen für das Wochenende. Außerdem erklärt er, auf wen er am Sonntag sein Geld setzen würde und beantwortet die Frage, ob ein Sieg in Monaco besser als Sex ist. Frage: "Lewis, im letzten Rennen warst du Achter, was sicherlich nicht deinen Vorstellungen entspricht. Ich kann mir vorstellen, dass du das an diesem Wochenende ändern möchtest." Lewis Hamilton: "Ich hoffe es. Es ist toll, hier zu sein. Du wachst in deinem eigenen Bett auf, musst nur die Straße runter fahren und bist bei der Arbeit. Ich bin schon so oft um die Strecke gegangen, es ist einfach großartig hier. Ich hoffe, es wird ein positives Wochenende für das Team. Im letzten Rennen war ich nur Achter, aber wir haben bisher jedes Rennen in den Punkten beendet. Das müssen wir zunächst fortsetzen, der Sieg wird dann irgendwann kommen." Frage: "Es ist bisher eine merkwürdige Saison, aber sicherlich eine sehr unterhaltsame für die Formel-1-Fans zu Hause. Was siehst du das, wenn an jedem Wochenende ein anderer Fahrer gewinnt und einige der großen Namen noch sehnsüchtig auf einen Sieg warten?" Hamilton: "In diesem Jahr ist die Chance auch für unbekanntere Fahrer groß, ein Rennen zu gewinnen. Für die Fans ist das großartig und auch für die Fahrer. Als Team waren wir an den meisten Wochenenden die schnellsten, wir haben es nur nicht umsetzen können. Aber ich hoffe, dass sich die Situation beruhigt, sobald alle die Reifen besser verstehen. Dann werden die Ergebnisse etwas konstanter sein. Ich hoffe, dass diese Entwicklung schon an diesem Wochenende beginnt." Achterbahn Monaco"Es ist der Wahnsinn." Lewis Hamilton Frage: "Kannst du aus der Sicht des Fahrers beschreiben, wie es sich anfühlt, hier zu fahren?" Hamilton: "So richtig kann man das nicht beschreiben. Es ist wie auf einer Achterbahn. Es gibt wahrscheinlich keine Achterbahn auf der Welt, die nur annähernd das gleiche Gefühl vermitteln kann. Es ist der Wahnsinn. Wir fahren hier zwischen den Leitplanken, nahe an den Leute vorbei, es ist sehr wellig. Es kommt hier vor allem auf das Gefühl an, die Kontrolle über das Auto. Du darfst dich nicht von deinen Gefühlen überwältigen lassen und musst sie unter Kontrolle haben. Manche Leute sprechen von einer Art außerkörperlichen Erfahrung." "Ich weiß nicht, ob ich so weit gehen würde. Hinzu kommen die Atmosphäre und die Geschichte dieser tollen Strecke. Hier haben die Größten gewonnen. Bevor ich in die Formel 1 kam, habe ich versucht mir vorzustellen, wie es sein wird, hier im Formel 1 zu fahren. Keine der anderen Klassen kommt auch nur annähernd vergleichbar. Wenn jemand versucht, sich das vorzustellen, dann verschwendet er seine Zeit. Man kann es sich nicht vorstellen." Frage: "Es ist für dich ein Heim-Grand-Prix. Was magst du besonders an diesem Rennen?" Hamilton: "Alles Fahrer lieben Monaco, was vor allem daran liegt, dass es die herausforderndste Strecke ist. Nicht körperlich, aber mental ist es die schwierigste Strecke. Sie ist die technischste, fahrerisch die herausforderndste, es ist phänomenal."
Frage: "In den bisherigen Rennen hattest du oftmals kein Glück. Glaubst du, dass sich das an diesem Wochenende ändert?" Hamilton: "Ich hoffe es, aber diesen Grand Prix zu gewinnen, ist sehr schwierig. Du kannst hier nicht überholen, das Qualifying entscheidend. Im vergangenen Jahr waren wir hier die Schnellsten, aber nach der roten Flagge in Q3 verlief das Wochenende katastrophal. Hier ist alles möglich. Das Wetter kann sich jederzeit ändern. In diesem Jahr werden die Reifen und die Strategie vielleicht noch etwas mehr ins Spiel kommen. Ich weiß nicht, was ich erwarten soll, aber ich bin auf alle vorbereitet. Ich konzentriere mich auf meine Arbeit, werde Druck machen, und irgendwann werden wir hoffentlich für die harte Arbeit belohnt." Frage: "Lass uns über die Strategie sprechen. In welchem Maße legst du die Strategie vor dem Rennen fest, und in wieweit reagierst du während des Rennens auf die Geschehnisse auf der Strecke? Vor allem in Hinblick auf die Reifen." Hamilton: "Die Strategie wird immer im Laufe des Wochenendes festgelegt. Wir haben Leute, die das analysieren. Sie beobachten die Reifen, die Entwicklung der Rennstrecke, schauen auf die Zeiten der Longruns während der Trainings. Wir versuchen herauszulesen, wie viel Benzin die Fahrer an Bord hatten." "Und vor dem Qualifying fällt dann die Entscheidung, ob wir einen oder zwei Stopps machen. Drei Stopps sind manchmal drei Sekunden langsamer als zwei Stopps, auf einer anderen Strecke sind es neun Sekunden oder umgekehrt. Wenn sie sagen, wir machen zwei Stopps, bedeutet das für mich, dass es drei Stopps werden, denn ich nehme die Reifen härter ran. Im vorherigen Rennen war es einmal anders, da habe ich nur zwei Stopps gemacht."
Frage: "In diesem Jahr sprechen alle über die Reifen. Wie groß ist dieser Einfluss für dich. Wie sehr musstest du deinen Fahrstil anpassen?" Hamilton: "Zu Beginn des Rennens weißt du nie, wie hart du pushen sollst. Wenn du um eine Position kämpfst, hängst du manchmal rundenlang hinter einem Auto und ruinierst dir dabei dir Reifen. Aber du kannst auch nicht einfach an die Box fahren, sondern, musst weiter Druck machen. Wenn du das Rennen anführst, passt du deine Geschwindigkeit dem Verfolger an und versuchst die Lücke konstant zu halten." "Wenn dir das gelingt, kannst du deine Reifen schonen. In Barcelona hat mich Jenson im letzten Stint unter Druck gesetzt, aber ich wusste, dass seine Reifen bald abbauen würden. Denn er war die ganze Zeit in meinem Windschatten und ich war schon am Limit, daher wusste ich, dass er es übertreibt. So viele Faktoren spielen eine Rolle, aber der Fahrstil macht schon einen großen Unterschied." "Brauche niemanden, der mir Druck macht"Frage: "Wie wichtig ist es, einen Teamkollegen zu haben, der dir so viel Druck macht wie Jenson?" Hamilton: "Das ist immer wichtig, vor allem für das Team. Wenn ich ins Auto steige, fahre ich ohnehin am Limit, ich brauche niemanden, der mir zusätzlichen Druck macht. Aber du kannst immer etwas dazulernen. Wenn dein Teamkollege in einer Passage schneller ist, kannst du dir seine Daten ansehen, um die Zeit zu finden. Für das Team ist es bei der Weiterentwicklung gut, wenn beide Autos gleich schnell sind." Frage: "Es ist eine sehr abwechslungsreiche Saison mit fünf unterschiedlichen Siegern in fünf Rennen. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass der Zufall den Sieger bestimmt. Wie zuversichtlich bist du, dass dir an diesem Wochenende der erste Sieg gelingt?" Hamilton: "Das weiß ich nicht. Vielleicht könnte uns der Zufall auch helfen, denn wir hatten in den vorherigen Rennen etwas Pech. Wir waren im Qualifying oft gut, haben ein gutes Auto, aber im Rennen ist es dann nicht für uns gelaufen. Manchmal haben wir es auch selbst verbockt, aber oft hat es einfach nicht gepasst. Ich hoffe, dass uns das an diesem Wochenende gelingt, allerdings ist es hier eine Lotterie, vor allem wenn es regnet. Du musst konzentrierter als sonst sein und zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein." "Ich hätte mir Konstanz bei besseren Ergebnissen gewünscht." Lewis Hamilton Frage: "Du bist einer von zwei Fahrern, die bisher in allen Rennen Punkte gewonnen haben. Du hast vor der Saison gesagt, dass du konstant sein willst, offensichtlich ist dir das gelungen." Hamilton: "Ja, aber ich hätte mir Konstanz bei besseren Ergebnissen gewünscht. Aber ich kann mich nicht beschweren, ich habe zumindest in jedem Rennen Punkte geholt. Das ist das Wichtigste. Man muss sich Prioritäten setzen. In jedem Rennen Punkte zu gewinnen, ist die Grundlage. Dadurch sind wir weiterhin im Kampf um die WM mit dabei." Frage: "Und an diesem Wochenende folgt dann der Sieg?" Hamilton: "Das wäre schön. Ich gebe die Hoffnung nicht auf. Und ich werde alles geben, um mich auf der Strecke oder bei der Strategie, den Boxenstopps zu verbessern." Frage: "Alle Fahrer sagen, dass es etwas Besonderes ist, hier zu fahren. Was macht den Unterschied aus?" Hamilton: "Du hast um die Strecke herum keine Wiese oder Auslaufzonen, sondern überall Barrieren. Es gibt nur dich, den Asphalt und die Leitplanken. Deshalb ist die Herausforderung so groß. Es ist auf der einen Seite beängstigend, auf der anderen Seite macht es aber auch Spaß." "Ayrton war der Beste"Frage: "Ayrton Senna hat hier öfter als jeder andere gewonnen, es muss also auch für ihn eine besondere Strecke gewesen sein. Er war einer deiner Idole, wie denkst du darüber?" Hamilton: "Ayrton war der beste Fahrer aller Zeiten. Und auf dieser Strecke macht der Fahrer den Unterscheid. Das Auto spielt zwar auch eine Rolle, aber generell macht der Fahrer hier den großen Unterschied aus. Die besseren Fahrer haben hier in der Vergangenheit öfter gewonnen. Und er war nun einemal einer der Besten. Er hat hier im Trocknen und auch im Regen gewonnen." Frage: "Bei diesem Rennen braucht man auch ein wenig Glück. Hast du einen Glücksbringer?" Hamilton: "Nein, aber vielleicht sollte ich mir einen zulegen. Ich habe bisher noch keinen Glücksbringer und hatte wenig Glück. Aber ehrlich gesagt glaube ich nicht daran." Frage: "Hier auf der Pole zu stehen und zu gewinnen, ist das besser als Sex?" Hamilton: "Darauf war ich jetzt nicht vorbereitet. Wie du dir vorstellen kannst, habe ich schon mit einigen wunderschönen Frauen geschlafen." "Hier kannst du zeigen, was du drauf hast." Lewis Hamilton Frage: "Kannst du das Gefühl für den Fahrer beschreiben?" Hamilton: "Jeder weiß, dass dies ein spezieller Ort ist. Du fährst direkt am Meer durch einen historischen Hafen. Du fährst mit hoher Geschwindigkeit dicht an den Leitplanken entlang. Du siehst nicht, was hinter der Kurve auf dich wartet. Das ist eine Herausforderung, die jeder Fahrer gerne annimmt. Hier kannst du zeigen, was du drauf hast. Hier mehr, als anderswo." Frage: "Was erwartest du hier von den Reifen?" Hamilton: "Wahrscheinlich genau so viel wie du, keine Ahnung. Ich glaube, ich bin in dieser Saison noch nicht mit den superweichen Reifen gefahren. Wir wissen nicht, ob jede Mischung die gleiche Charakteristik hat, das werden wir an diesem Wochenende herausfinden. Aber ich hoffe es, denn in den vergangenen Rennen sind wir mit den Reifen gut zurechtgekommen." Frage: "Wenn ich dir zehn Euro geben würde, auf wen würdest du die am Sonntag setzen?" Hamilton: "Ich bin nicht gut beim Wetten, daher würde ich sie lieber einstecken und mir etwas zu essen davon kaufen. Ich würde es auf den Typen mit der Startnummer eins setzen. Vielleicht Sebastian." Frage: "Wäre ein gutes Ergebnis hier Wiedergutmachung für die vergangenen Rennen?" Hamilton: "Hier zu gewinnen, bedeutet den Fahrern mehr als auf jeder anderen Strecke. Wenn du hier siegst, wird man sich immer an dich erinnern. Es gab Fahrer, die mit einem überlegenen Auto gewonnen haben, aber in diesem Jahr sind alle sehr dicht zusammen. Das macht es noch aufregender, denn du musst noch präziser fahren. Es gab so viele unterschiedliche Sieger, die Chance auf eine Sieg ist offenbar größer als je zuvor. Der beste Fahrer muss also die beste Arbeit machen, aber auch das Team muss perfekt arbeiten." Frage: "Wenn man sich deine Rundenzeiten in Spanien ansieht, stellt man fest, dass du das Rennen hättest locker gewinnen können, wenn du von deiner ursprünglichen Position aus gestartet wärest." Hamilton: "Hätte, wäre, wenn zählt nicht. Maldonado hat einen tollen Job gemacht, ich ziehe den Hut vor ihm. Er war toll für ihn, sein Land und seine Familie. Wir haben das Tempo und wir verbessern uns stetig. Wir machen weniger Fehler, aber immer noch einige kleine. Hoffentlich können wir das an diesem Wochenende abstellen."
Mehr als ein kurzes Rollout war für Kimi Räikkönen nicht möglich Zoom © xpbimages.com
Guter Auftakt für Lotus: Romain Grosjean drehte zum Trainingsauftakt in Monaco am Donnerstagvormittag die zweitschnellste Runde. "Ich mag die Strecke, sie macht Spaß", meint der Franzose gegenüber der 'BBC' und lobt seinen E20. "Das Auto geht im Moment gut - mal sehen, was später noch möglich ist", blickt Grosjean voraus. Der amtierende GP2-Champion betont die Wichtigkeit, die das Mentale im Leitplanken-Dschungel an der Cote d'Azur spielt. "Du brauchst ein Auto, mit dem du zufrieden bist. In jedem Detail, weil es hier so einen großen Unterschied bedeutet", erklärt Grosjean. BBC-Experte Jaime Alguersuari sieht den Verlauf des Vormittags als nicht optimal für Lotus an, schließlich hatte Kimi Räikkönen ein Problem mit der Servolenkung und fuhr keine gezeitete Runde: "Ich denke, es war nicht die beste Session für Räikkönen. Besonders, nachdem er zwei Jahre lang nicht in der Formel 1 gefahren ist", schätzt der Pirelli-Testfahrer. Ohne dem zu große Bedeutung beizumessen: "Aber ich denke nicht, dass er Schwierigkeiten hat, seinen Rhythmus wiederzufinden. Er hat ein gutes Auto." Bliebe Räikkönen diszipliniert, sei nichts verloren, findet Alguersuari: "Er muss nur reif genug sein, um ohne ein Problem durch das zweite Freie Training zu kommen und viele Runden als Vorbereitung für den Samstag zu fahren", meint der Spanier. Mika Häkkinen hat Lotus jedenfalls auf der Rechnung: "Es sieht so aus, als wären sie hier wirklich stark, aber auch Nico Rosberg hat viel Selbstvertrauen", so der Finne. Alguersuari hat auch Sauber auf der Rechnung. "Sie haben einen großen Schritt nach vorne gemacht", meint der ehemalige Toro-Rosso-Pilot. "Die Formel 1 ist so umkämpft, dass Mittelfeld-Teams mit einer guten Strategie regelmäßig punkten können", analysiert Alguersuari.
Narain Karthikeyan und seine Kollegen hoffen auf eine positive Überraschung Zoom © xpbimages.com
Wenn nicht hier, wo dann? Das scheinen sich die Hinterbänkler der Formel 1 vor dem Großen Preis von Monaco zu fragen. Der Stadtkurs im Herzen von Monte Carlo gilt nicht umsonst als verrücktes Terrain, auf dem Überraschungen vorprogrammiert sind. Und vielleicht gelingt es ja einem der sonst chancenlosen Teams, die Umstände zu nutzen und mit einer sauberen Fahrt in den Top 10 zu landen. Im Kampf um die Positionen in der WM-Gesamtwertung können aber auch Plätze außerhalb der Punkteregion entscheidend sein. Monaco war in der Vergangenheit nicht selten das Zünglein an der Waage, wenn am Jahresende die Bonuszahlungen für die Endplatzierungen ausgeschüttet wurden. Es müssen also nicht zwangsweise WM-Zähler sein, doch Heikki Kovalainen (Caterham) winkt eh ab. "Ich denke wirklich noch nicht über Punkte nach", wird der finnische Rennfahrer von 'Autosport' zitiert. "Es ist aber ein ungewöhnliches Rennen und hier ist es wahrscheinlicher als an einem normalen Wochenende, dass etwas passiert. Für uns hat jedoch Priorität, die Zielflagge zu sehen", meint der Formel-1-Routinier. Gleichwohl müsse man in Monte Carlo stets auf alles Mögliche gefasst sein. "Aufgrund der kleineren Strecke könnten auch die Abstände zwischen den einzelnen Autos geringer sein. Ich würde aber erwarten, dass wir uns in unserer üblichen Position wiederfinden. Ich denke nicht, dass wir aufgrund der Natur der Strecke einige Plätze gewinnen. Es kommt mehr auf die Umstände an", sagt Kovalainen. "Es könnte für jeden hier schwierig werden, das Optimum herauszuholen." "Das könnte uns eine bessere Chance geben", meint der Caterham-Pilot. Pedro de la Rosa (HRT) setzt hingegen zweifelsfrei auf den Glamour-Grand-Prix: "Es ist ein Rennen, das Möglichkeiten bietet. Deshalb freust du dich auf Monaco, wenn du nicht für ein konkurrenzfähiges Team antrittst", erklärt der spanische Rennfahrer bei 'Autosport'. Eine Sensation sei in Monte Carlo nicht unmöglich. Dies habe die Vergangenheit immer wieder gezeigt. "Wenn du gut fährst, prima an der Federung arbeitest und eine gute Balance erzielst, dann kannst du stärker sein als irgendwo sonst", sagt de la Rosa. Zudem komme der Kurs seinem F112-Fahrzeug entgegen: "Nach Barcelona wissen wir, welche Kurven uns am meisten wehtun. Davon gibt es in Monaco aber nur wenige", meint de la Rosa.
In Monaco auf dem Podium? Sauber-Pilot Sergio Perez hofft Zoom © xpbimages.com
Sergio Perez ist im ersten Freien Training in Monaco an den Ort zurückgekehrt, an dem er vor einem Jahr einen schweren Unfall zu überstehen hatte. Vor der Hafenschikane krachte der Mexikaner damals mit hoher Geschwindigkeit in die Reifenstapel und musste mit einer Gehirnerschütterung und einer Stauchung am Oberschenkel ein Rennen aussetzen. "Ich bin komplett frisch im Kopf", bestätigt Perez, der zum Auftakt die drittschnellste Zeit fuhr, gegenüber 'Sky Sports F1'. Damit dürfte er seinem erklärten Ziel ziemlich nahe gekommen sein: "Ich werde den Unfall zwar nie vergessen, aber ich versuche, so schnell zu fahren, wie es geht", gibt der 22-Jährige die Marschroute vor. Perez weiß um die Herausforderung, den Crash mental abhaken zu müssen: "Nach einem Unfall wie dem aus dem vergangenen Jahr ist es nicht einfach. Aber ich freue mich darauf, auf diese Strecke zurückzukehren und um jede Position, um jede Zehntelsekunde zu kämpfen." Dennoch bleibt der Stadtkurs an der Cote d'Azur eine Gratwanderung - nicht nur für Perez, sondern für alle Piloten im Feld. "Du bist ziemlich nah an den Mauern, was kein wirklich gutes Gefühl ist. Aber das ist Monaco und deshalb ist die Strecke so einzigartig", beschreibt er die Janusköpfigkeit der Bahn. Die 3,34 Kilometer durch das Fürstentum waren schon 2011 für Perez eine vielversprechende Gelegenheit, sportlich für Schlagzeilen zu sorgen. "Im vergangenen Jahr war ich in einer großartigen Position. Ich hätte ein tolles Rennen haben können, doch ich hatte das Pech mit dem Unfall", erinnert er sich. "Dieses Jahr - mit dem Auto, das wir haben, und dem geringen Abstand zur Spitze - muss es unser Ziel sein, um das Podium zu kämpfen." Nach dem Perez-Crash ist die Strecke im Bereich der Hafenschikane modifiziert worden. Die Begrenzung steht nun rund 15 Meter weiter hinten, Bodenwellen wurden dank einer neuen Asphaltdecke entfernt. Perez lobt die Modifikationen und betont die Wichtigkeit des Themas: "Für uns alle ist es wichtig, dass wir weiter an der Sicherheit feilen. Wir müssen das so sehen: Jeder Unfall bringt uns mehr Erfahrung und kann positive Veränderungen herbeiführen", sagt er.
Da war noch alles in Ordnung: Heikki Kovalainen auf der Anfahrt zum Tunnel Zoom © xpbimages.com
Heikki Kovalainen sorgte zum Ende des ersten Freien Trainings in Monaco für eine Schrecksekunde. Der finnische Rennfahrer war gerade im berühmten Tunnel unterwegs, als sein Caterham plötzlich viel Rauch ausstieß. Wenige Meter nach der Tunnelausfahrt stellte das Auto schließlich komplett auf stur und Kovalainen musste aussteigen. Die Rennleitung reagierte prompt und ließ rote Flaggen zeigen. Angesichts des dichten Rauchs im Tunnel war dies sicherlich eine gute Entscheidung, zumal der Rennstall von Kovalainen erst einmal noch im Dunkeln tappt, was denn los war. "Wir wissen nicht genau, was passiert ist, bis wir das Auto zurückhaben und alle Daten sichten können", sagt Tom Webb, Kommunikationschef beim Caterham-Team, beim britischen 'Sky'. Man kenne bisher nur Kovalainens Aussagen. "Als Heikki aus dem Tunnel herauskam, spürte er, wie die Hinterachse blockierte. Deshalb stellte er das Auto ab. Das Fahrzeug wurde nicht beschädigt, doch es gab reichlich Rauch. Für die Fahrer wäre das ausgangs des Tunnels eine schwierige Situation gewesen", meint Webb im Hinblick auf eine Fortführung des Trainings, zu der es nicht kam. Die letzten Minuten der Trainingssession fielen aus. Caterham hat nun aber eh ganz andere Sorgen: "Wenn wir das Auto zurückhaben, werden wir gemeinsam mit Renault einen genauen Blick darauf werfen. Wir wollen sicherstellen, all dies im Detail zu verstehen. Für den Nachmittag dürfte dann ein Motorwechsel anstehen. Wenn der bisherige Motor wieder in der Renault-Fabrik ist und dort untersucht wird, dürfte sich die Ursache feststellen lassen."
Quelle: motorsport-total.com
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