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Seiteninfos Die neuen Technik-Regeln für 2011
21.03.2011 von

Rennstrecken


Dem Rennkalender der FIA zufolge sollten in der Saison 2011 erstmals insgesamt 20 Rennen ausgetragen werden. Neu ist der Große Preis von Indien auf dem Jaypee Group Circuit. Der Große Preis von Deutschland wechselt gemäß der jährlichen Rotation vom Hockenheimring auf den Nürburgring. Der Große Preis von Bahrain auf dem Bahrain International Circuit sollte wieder auf der ursprünglichen und kürzeren Streckenvariante gefahren werden, wurde jedoch drei Wochen vor dem Rennen abgesagt.

Reglement


Das Mindestgewicht der Fahrzeuge wurde auf 640 kg angehoben. Aerodynamische Hilfsmittel (wie beispielsweise der F-Schacht), die manuell vom Fahrer betätigt oder aktiviert werden können, sind ab der Saison 2011 verboten. Erlaubt ist allerdings ein verstellbarer Heckflügel. Er darf vom Fahrer flacher gestellt werden, wenn ein vorausfahrender Fahrer näher als eine Sekunde liegt. Dies soll mehr Überholmanöver ermöglichen und einen um bis zu 15 km/h höheren Topspeed ermöglichen. Ein Getriebe muss an fünf statt vier Rennwochenenden eingesetzt werden.

Nachdem sich die FOTA für die vorangegangene Saison auf einen freiwilligen Verzicht von KERS einigte, gelten 2011 wieder die offiziellen FIA-Statuten. Somit kann KERS von den Teams eingesetzt werden. Auch die alte 107-Prozent-Regel kehrt ins Reglement zurück. Fahrer, die im Qualifying sieben Prozent langsamer als der Trainingsschnellste sind, dürfen nicht am Rennen teilnehmen. Allerdings gibt es die Möglichkeit, dass unter besonderen Umständen trotzdem ein Start erlaubt werden kann.

Am 10. Dezember 2010 wurde der Paragraf 39.1 aus dem FIA-Reglement gestrichen. Damit wurde das seit 2003 bestehende Stallorderverbot gekippt. Allerdings existiert nach wie vor Paragraf 151.c, der Handlungen untersagt, welche dem Ansehen des Sports schaden. Dies lässt erheblichen Interpretationsspielraum in Sachen Stallorder, was auch kritisiert wurde. In der Saison 2010 erhielt Ferrari wegen einer Stallorder beim Großen Preis von Deutschland eine Geldstrafe.

Die Safety-Car-Regeln wurden zur Saison 2011 ein weiteres Mal modifiziert. Das Geschwindigkeitslimit, die Reduktion der Rundenzeit um circa 40 Prozent, wurde um eine Runde auf zwei Runden verlängert. So wird verhindert, dass die Rennleitung das Safety Car unter Zeitdruck auf die Strecke schicken muss und damit wie beim Großen Preis von Europa 2010 indirekt in das Rennen eingreift. Die Ampel am Ende der Boxengasse wird zudem nur noch bei einer Rennunterbrechung auf Rot geschaltet. Bisher wurde die Ampel in jeder Safety-Car-Phase auf Rot geschaltet, wenn das Feld über die Start-Ziel-Gerade an der Boxengasse vorbei fuhr. Darüber hinaus müssen Piloten, die in der Safety-Car-Phase an die Box fahren, einen Reifenwechsel durchführen. Eine Ausnahme bildet der Fall, wenn die Start-Ziel-Gerade blockiert ist und die Rennleitung entscheidet, das Safety Car und das Fahrerfeld durch die Boxengasse fahren zu lassen.

Teams


Lotus löste den bis 2012 gültigen Vertrag mit Cosworth als Motorenlieferant Ende 2010 auf und erhält ab der Saison 2011 Motoren von Renault. Der russische Sportwagenhersteller Marussia übernimmt große Anteile an Virgin. Das Unternehmen tritt 2011 als Titelsponsor auf und das Team wird in Marussia Virgin Racing umbenannt. Die luxemburgische Investmentgruppe Genii Capital hat die restlichen Anteile an Renault F1 vom französischen Automobilhersteller Renault übernommen und ist nun alleiniger Besitzer des Rennstalls. Zudem stieg die Group Lotus als Titelsponsor ein, worauf das Team den neuen Namen Lotus Renault GP erhielt.

Fahrer


Nick Heidfeld verließ Sauber nach der Saison 2010 und war zunächst ohne Cockpit für die Saison 2011. Nachdem sich Renault-Pilot Robert Kubica bei einer Rallye schwer verletzt hatte und längerfristig ausfiel, verpflichtete der Rennstall Heidfeld als Vertretung. Außerdem wechselte Vitantonio Liuzzi das Team und nimmt 2011 für HRT an der Formel 1 teil. Liuzzi verfügte ursprünglich über einen Vertrag mit seinem ehemaligen Rennstall Force India. Der Vertrag wurde allerdings vor der Saison aufgelöst.

Insgesamt drei Piloten wechseln aus der GP2-Serie in die Formel 1. Pastor Maldonado, der 2010 für das Rapax Team den Meistertitel der GP2-Serie gewonnen hatte, wurde von Williams unter Vertrag genommen. Sergio Pérez, der Vizemeister der GP2-Serie, wechselte vom GP2-Team Barwa Addax zu Sauber. Pérez wird ab 2011 zudem von Ferrari gefördert. Jérôme D’Ambrosio, der 2010 für DAMS startend Zwölfter der GP2-Serie geworden war, erhielt 2011 ein Stammcockpit bei Virgin. D’Ambrosio hatte bereits 2010 für Virgin an mehreren Freitagstrainings an der Formel 1 teilgenommen. Darüber hinaus erhielt mit Paul di Resta bei Force India ein weiterer Fahrer, der schon an Freitagstrainings teilgenommen hatte, ein Cockpit in der Formel 1. Di Resta ist der amtierende Meister der Tourenwagenmeisterschaft DTM, in der er ein Werkspilot von Mercedes war.

Mit Narain Karthikeyan kehrt ein Rennfahrer in die Formel 1 zurück. Karthikeyan war zuletzt 2005 Stammfahrer in der Formel 1. 2010 trat der Rennfahrer in der Superleague Formula an.

Nachdem Nico Hülkenberg sein Williams-Cockpit verloren hatte, übernahm er 2011 die Testfahrer-Position bei Force India. Einen ähnlichen Wechsel vollzog Bruno Senna, der vom HRT-Einsatzpiloten zum Renault-Testfahrer wurde. Pedro de la Rosa, der Sauber bereits während der Saison 2010 verlassen hatte und zunächst Testfahrer beim Reifenhersteller Pirelli war, kehrte zu McLaren zurück und übernimmt erneut die Position des Testfahrers. De la Rosa übte diese Position bereits von 2003 bis 2009 aus.

Karun Chandhok (ehemals HRT), Lucas di Grassi (ehemals Virgin), Christian Klien (ehemals HRT) und Sakon Yamamoto (ehemals HRT) sind noch ohne Vertrag.

Sonstiges


Seit der Saison 2011 liefert Pirelli exklusiv Reifen an die Formel-1-Teams, nachdem Bridgestone angekündigt hatte, sich zurückzuziehen.


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